Beiträge von Kurswechsel

    Wie oft habe ich mir in den letzten Jahren gewünscht mein Leben zurück zu bekommen, jetzt ist es soweit und es macht mir ein wenig Angst.

    Ich habe das vor einiger Zeit schon einmal bei Blendi im Thread geschrieben, aber es passt so schön zum Thema Neuanfang – genau das, was dir jetzt bevorsteht.

    Und dieser Neuanfang soll dir keine Angst machen, sondern Mut, Vorfreude, Neugier und Zuversicht.

    „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

    (Hermann Hesse)

    wie wenn ein Staudamm immer voller und voller wird und die Wassermassen nicht mehr halten kann und einfach bricht

    Hallo Zwieback,

    vielen Dank für deine bildhafte Schilderung. Du schriebst ja auch, dass du wie ferngesteuert warst in der Situation beim Griff nach der Flasche. Als wärst du nicht du selbst.

    Was denkst du, warum es soweit gekommen ist? Das klingt ja schier aussichtslos, als hättest du nichts daran ändern können, als wärst du dem ausgeliefert gewesen.

    Ich kann mich deshalb mit dem Bild irgendwie nicht so richtig anfreunden, weil es mich so passiv erscheinen lässt, als läge die Verantwortung, ob ich nun zur Flasche greife oder nicht, nicht bei mir.

    Was machst du jetzt, dass sich der Staudamm nicht mehr füllt? Denn Regen gibt es ja nun doch hin und wieder.

    Ich bleibe auf meinem Weg und vertraue in meine Entscheidung.

    Das klingt nach einer klaren Haltung. Ich wünsche dir, dass du auch die Bodenwellen des Weges meisterst und deinen Kurs beibehältst.

    LG Kurswechsel

    Das habe ich noch nie zu mir gesagt, weil ich es weder wissen, noch garantieren kann. Ich kann nur versprechen, mich intensiv darum zu bemühen, wobei Viola dann wieder beim Versuch landet. Und wer es erst gar nicht versucht, der wird weiter trinken. Daher hinkt der Versuchsvergleich

    Hallo Carl Friedrich,

    ich schätze deine Beiträge sehr. Aber auf diesen Beitrag von dir habe ich sehr lange herumgekaut.

    Für mich klingt das zu sehr nach einer „Hintertür offen lassen“, zu sehr nach noch „verhandeln“ oder mich auf ein „vielleicht “ einzulassen.

    Für mich ist es ganz wichtig , mit voller Überzeugung davon auszugehen, dass ich nie wieder trinken werde. Nicht aus Arroganz oder Selbstüberschätzung, sondern weil ich weiß, dass jeglicher Zweifel, meiner Suchtstimme Raum geben würde.

    Für mich bleibt da, wenn ich nicht davon überzeugt bin, nie wieder zu trinken ein Funken Restzweifel bestehen. Und dieser Funken kann entfachen und das will ich auf jeden Fall vermeiden .

    Natürlich kann ich nie zu 100 Prozent wissen, was die Zukunft bringt. Aber ich werd nicht an meiner Abstinenz zweifeln, um meiner Suchtstimme keinerlei Raum zu geben.

    Wenn meine Suchtstimme unverhofft auftaucht, will ich ihr mit voller Überzeugung zubrüllen: „Nein! Niemals! Verschwinde!“ und nicht: „Ich kann für nichts garantieren“.


    Ich bin da ganz bei Viola, wenn sie sagt:

    Wenn du aus vollem Herzen sagen kannst: „ich werde nicht mehr trinken“, dann hast du für dich eine Entscheidung getroffen. Auf der kannst du dann aufbauen.

    Auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum 05062015!

    Ich würde dir aktuell auf keinen Fall raten, dich mit Situationen, Orten oder Dingen zu konfrontieren, die du mit Alkohol in Verbindung bringst.

    Wie Alex_aufdemweg schon geschrieben hat: Für Alkoholiker gibt es keine Konfrontationstherapie. Das ist wirklich wichtig! Da gibt es nichts zu gewinnen oder zu besiegen. Die Sucht ist ein Teil von dir und wird dich dein Leben lang begleiten. Schließe deinen Frieden mit ihr, akzeptiere sie, lasse sie los - wie auch immer du das für dich nennen möchtest.

    Wenn du dich jetzt solchen Situationen aussetzt, gehst du ein unnötiges Risiko ein. Die Sucht ist immer stärker, da gibt es nichts zu gewinnen. Selbst wenn es anfangs gut gehen sollte, hinterlässt es Spuren. Du wirst mutiger und denkst, dass du noch mehr ausprobieren kannst… Und schneller als du denkst, wird sich deine Suchtstimme melden und versuchen dich einzulullen...

    Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich dir nur raten: Such dir neue Beschäftigungen, Ablenkungen, Aufgaben. Gib dir Zeit, um dich an dein neues, abstinentes Leben zu gewöhnen.

    Und lies hier im Forum, hier wartet ein riesen Erfahrungsschatz auf dich. Du musst das Rad nicht neu erfinden.

    Das Wichtigste ist jetzt deine Nüchternheit – alles andere wird sich mit der Zeit ergeben. Hab Vertrauen, es wird sich lohnen!

    Aber auch jedes ernste Aufhören fängt nun mal mit dem ersten Tag an.

    Der Satz gefällt mir gut. Da steckt so viel drin. Ja, ich sehe das so wie LK, hier hat keiner eine Glaskugel.

    Es wird Dir nicht viel übrig bleiben, als das was Alex geschrieben hat: Abwarten!

    Oder du bleibst halt bei deiner Entscheidung..

    Dein Bauchgefühl diesbezüglich hat ja schon zu dir gesprochen:

    sie hat was getrunken

    Ich wünsche dir viel Kraft und die nötige Weitsicht!

    Hallo Kazik,

    ich kann deine Gedanken voll und ganz nachvollziehen. Auch ich habe ab und an solche Gedanken.
    Aus vielen Sachen, Erlebnissen, Feiern oder Events habe ich mich aus Rücksicht auf mich selbst rausgenommen. Ich brauche auf keinen Junggesellenabschied mehr gehen oder zum Stammtisch in die Kneipe – da passe ich einfach nicht mehr hin. Aber das ist auch okay, denn mir ist klar geworden, dass ich das gar nicht mehr möchte. Das bin ich nicht mehr.

    Mit der Zeit haben sich neue Beschäftigungen ergeben, nicht weil ich danach gesucht habe, sondern weil sie sich einfach ergeben haben. Weil ich lebe und am Leben teilhaben möchte.

    So gut es geht, mache ich neben meinen ganzen Verpflichtungen das, worauf ich Lust habe und was mir Spaß macht. Alte Leidenschaften sind auch wieder hochgekommen. Ich bastle wieder viel an irgendwelchen Holzprojekten, sei es für die Kids oder ein neues Vogelhäuschen. Ich habe wieder mit Kampfsport angefangen, fahre viel Rad, mache viel im Garten, lese viel oder höre Hörbücher, Ich bekomme gar nicht alles unter einen Hut, was ich gerne schaffen und machen würde.

    Und meistens bin ich damit zufrieden. Und wenn ich es mal nicht bin, ist das auch okay. Denn ich weiß: Wenn morgen die Sonne scheint, sieht’s schon wieder anders aus.

    Hat jemand noch Tipps oder Warnungen?

    Ich hatte beim Mitlesen eher den Eindruck, dass Du neben ihr oft einsam bist, oder täusche ich mich da?

    Hallo Topfmann,

    den Eindruck von Rennschnecke hatte ich auch.

    Ich bin ehrlich gesagt ziemlich überrascht. Nach allem, was hier in deinem Thread geschrieben wurde, hätte ich gedacht, dass die größte Gefahr für deine Abstinenz eher von der mangelnden Akzeptanz deiner Frau diesbezüglich ausgeht - und nicht von deiner Einsamkeit.

    Aber gut, dass du deine Bedenken hier äußerst und schreibst.

    Dieses Forum ist eine wahre Goldgrube voller Tipps und Warnungen. Lies hier!

    Höre in dich rein! Tu das, was dich glücklich macht – lebe!

    Ein Erlebnis war,das ich beim Supermarkt am Alkoholhotspot vorbeiging um zu schauen was mein Lieblingswhisky kostet?

    Hallo Bono,

    mir ging es so beim Bier, da habe ich geschaut, was im Angebot ist. Ich war immer „Angebotskäufer“ und dann wurde das Auto bis oben hin vollgeladen.

    Mir ist dann auch vor den Kästen wieder bewusst geworden, dass ich das Zeug doch gar nicht mehr trinken muss und war erleichtert.

    Ich habe das unter Gewohnheit/Automatismus verbucht. So wie auch Elly das geschrieben hat.

    Ist aber auch echt schwierig zu unterscheiden welches Hirn mir da gerade einen Vorschlag macht.

    Huhu Blendi,

    findest du das wirklich so schwierig? Ist die Suchtstimme so subtil bei dir? Oder woran liegt das?

    Ich erkenne sofort, wenn meine Suchtstimme um die Ecke kommt.. Aber so schnell wie sie kommt, verschwindet sie auch wieder, denn ich diskutiere nicht mehr mit ihr und hab genug wichtigeres zu denken bzw. auch manchmal einfach gar nichts zu denken.🙃