Beiträge von Kazik

    Hi Mattie,

    ich als Alkoholiker kann, wenn es um Alkohol geht, meine Festplatte nicht überschreiben oder das "fehlerhafte" Programm löschen. Nicht jetzt, nie mehr. Und für mich wäre das mehr als riskant, wenn ich mir das einreden würde. Weil das schneller als ich gucken kann, in dem dem Gedanken mündet, ich hätte in Bezug auf Alkohol irgendwas unter Kontrolle.

    Und deshalb ist jede Situation in der ich mich körperlich, seelisch oder geistig auf Armlänge Alkohol nähere ein Risiko, welches ich konsequent vermeide.

    Ich finde es spannend, wie viele unterschiedliche ehemaligen Trinker es gibt, und ich glaube nicht, dass es - abgesehen von den nüchternen Grundbausteinen - nur einen Königsweg gibt, um dauerhaft abstinent zu bleiben.

    Was die Sucht angeht, sind alle Alkoholiker*innen gleich süchtig. Und was die erfolgreichen Wege um dauerhaft abstinent zu bleiben angeht, es gibt nur sehr, sehr wenige Wege insgesamt. Und diese ähnlichen bei genauer Betrachtung sehr. Und ich gehe lieber einen der sehr, sehr wenig erprobten Wege als auf "meinem" Weg im Rückfall zu landen.

    Hi Perdita,

    eine Frage, warum willst Du so lange mit dem Arzt warten? Du schreibst ja selbst, dass die Gereiztheit eine Gefahr für Deine Abstinenz ist. Was ich verstehe, wäre es bei mir auch. Bei mir wäre eine Depression eine Gefahr. Und es ist ja auch mehr als ungewöhnlich, dass die Gereiztheit plötzlich auftritt und solange anhält.

    Du schaffst das nicht!

    Hi Mattie,

    wie geschrieben, wir sind hier eine Selbsthilfegruppe. Und da wird eben Tacheles geschrieben. Kein Rumgeeiere, wenn es um die Sucht geht. Und noch einmal zu dem obigen Zitat. Ich habe Dir das, was ich geschrieben habe, geschrieben, weil ich es mit Deinem Weg nicht schaffen würde, abstinent zu bleiben. Da bin ich mir ganz sicher. Und weil ich mir sicher bin, habe ich das Dir geschrieben, was ich geschrieben habe. Was Du damit anfängst, liegt natürlich ganz bei Dir. Aber Du solltest nicht erwarten, dass ich etwas nicht schreibe, weil Du es nicht lesen magst. Wie geschrieben, wir alle haben hier auch eine Verantwortung über uns selbst hinaus.

    Hi,

    die Diskussion ist inzwischen ja schon einigermaßen eskaliert. Deshalb von mir R/no ich wünsche Dir das Du einen Weg findest wie rausfindest, was mit Deinen Beinen los, ist den, das belastet Dich ja schon lange. Wie Du das hinkriegen willst, wenn Du gleichzeitig Ärzt*innen, dem Gesundheitssystem und der ganzen Welt misstraust, kann ich Dir nicht sagen. Ich habe Ärzt*innen, denen ich vertraue und die mich bisher mehr als kompetent behandeln.

    Hi Mattie,

    Du bist hier in einer Selbsthilfegruppe. Nicht in einem Streichelzoo. Und die Sucht ist erbarmungslos und gefährlich. Und deshalb wird hier direkt und manchmal hart auf irgendwelche Gefahren hingewiesen. Auch um zu verhindern das andere Nutzer*innen, die das hier lesen, es Dir nachmachen und sich in Gefahr bringen. Du hast hier auch eine Verantwortung für andere.

    By the way Hartmut hat im Kern das Gleiche geschrieben wie ich. Jede Gefahr vermeiden ist der sicherste Weg zur dauerhaften Abstinenz.

    Liebe Grüße

    Kazik

    ch möchte auf keinen Fall irgendwelche Einträge bei der Krankenkasse, wenn ich nochmal mit ihm rede und mit Nachdruck erkläre das ich Alkoholiker bin trägt er doch was in die Akte ein, oder? Irgendeinen Code aus dem hervorgeht das ich Alkoholkrank bin, so stelle ich mir das vor.

    Hi R/no,

    wo ist das Problem, wenn Deine Krankenkasse weiß, dass Du Alkoholiker (mit oder ohne ICD Code) bist? Dein Arzt muss doch wissen aus welchen Grund Du möchtest das er die vom Doc vorgeschlagene Untersuchung machen soll.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Mattie,

    eine Challenge

    nur mal ein Gedanke dazu. Wenn ich schon im Vorfeld denken würde, etwas ist eine Challenge und ich auch schon konkrete Erfahrungen habe, wie ich diese Challenge vorher trinkend gelöst habe, dann würde ich gerade am Anfang darauf verzichten. Viel zu viel Risiko und neben der Tatsache dass ich das Risiko nie wieder einschätzen kann, wäre das gerade am Anfang eine völlige Überschätzung.;)

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Ihr,

    ich habe mich in meinem Umfeld privat und bei meinem Tagwerk als Alkoholiker geoutet. Gab nicht das allergeringste Problem, außer das einige aus meinem privaten Umfeld sich seitdem zurückhalten. Möglicherweise, weil sie nicht wissen, wie sie sich mir gegenüber jetzt trocken verhalten sollen. Ginge mir vielleicht auch so. Ansonsten treffen sich alle mit mir und trinken in meiner Gegenwart selbstverständlich keinen Alkohol. Auch absolut keine Probleme damit.

    Mir ist bis jetzt sonst noch nie Alkohol angeboten worden. Was auch daran liegen mag, dass ich nicht auf Gelegenheiten gehe, wo mir ungefragt Alkohol angeboten wird. Falls doch, würde ich sagen, dass ich keinen Alkohol trinke. Punkt.

    Ich beschäftige mich nicht mit irgendwelchen Ausreden, weil die Antwort ich trinke, keinen Alkohol zum einen wahr ist und völlig ausreicht.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Krieg war mehr Bildlich gemeint ( ein Schlacht verloren aber den Krieg gewonnen ist eine alte Metapher )

    Hi Doc,

    auch wenn es bildlich gemeint war, kommt es für mich nicht infrage. Denn das Bild wäre ja, dass ich einen Krieg führe, was ich wie geschrieben nicht mache. Weil es weder bildlich noch irgendwie anders bezüglich meiner Sucht für mich nicht infrage kommt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Doc,

    Ich habe meine Probleme aufgearbeitet - wie geschrieben+ die Wunden heilen nie aber die sind gereinigt.

    Erkennen, was durch meinen Alkoholkonsum zerstört wurde. Soziales Leben, Vereinsamung, Beruflicher Niedergang, Psychisch Probleme aller Farben, Körperlicher Verfall und noch vieles mehr.

    ich schreibe mal etwas zu aufarbeiten und erkennen. Ich habe aufgrund meiner traumatischen Kindheit und Jugend eine komplexe PTBS. Und in der Folge eine schwere Angst- und Panikerkrankung und mehrere meist schwere Depressionen entwickelt. Zum Aufarbeiten. Ich habe zu Anfang versucht, diese Erkrankungen mithilfe tiefenpsychologischer Gesprächstherapie zu bewältigen. Das hat aber immer nur zum Teil oder temporär geklappt. Der Grund war das meine Traumata zu tief sitzen als das ich sie aufarbeiten (was auch immer das heißen mag)konnte. Bezüglich der genannten Erkrankungen hat mir dann eine kognitive Verhaltenstherapie geholfen diese zu bewältigen, wenn diese auftreten. Das klappt bis heute gut. Bezüglich meiner Traumata habe ich eine Traumatherapie abgeschlossen. Diese hilft mir zu erkennen, wann meine traumatisierten Ich Anteile aktiviert werden und hilft mir dabei in Kontakt mit diesen Anteilen zu treten und sie zu beruhigen, weil die ursprünglich traumatisierende Situation nicht in meiner jetzigen Realität stattfindet.

    Meine Zeit in der ich abhängig getrunken, habe ich nicht aufgearbeitet. Was passiert ist passiert. Ich konzentriere mich im Hier und Jetzt darauf, stabil abstinent zu sein. Und darauf an meinem Verhalten das zu ändern, was mir dabei hilft zufrieden abstinent zu sein.

    Ich habe einen Krieg gegen meine Sucht geführt und eine Schlacht verloren ( Rückfall nach 3 Jahren ) aber aus Niederlagen kann man auch lernen.

    Ich führe keinen Krieg gegen meine Sucht, weil ich weiß, dass ich diesen Krieg egal was ich mache verlieren würde. Also ziehe ich erst gar nicht in den Krieg.;) Ich vermeide konsequent jedes Risiko bei der ich mich körperlich, geistig und seelisch auf Armlänge oder dichter Alkohol nähere. Ansonsten trete ich meiner Sucht nicht gegenüber und räume Ihr nicht mehr Platz in meinem Kopf ein als sie ohnehin hat.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Lebensmut,

    ich lebe nicht in einer Partnerschaft. Aber ich sage es Dir ganz ehrlich ich halte es ausgeschlossen, das ich heute noch abstinent wäre, wenn ich mit einer Alkoholikerin zusammen leben würde. Maximales Risiko und kein sicherer Rückzugsraum. Und selbst wenn ich den hätte, wäre jeder direkte und indirekte Kontakt maximales Risiko.

    Liebe Grüße

    Kazik

    es gab einen massiven Hagelschauer 10-20 Meter Sicht.


    Hi R/no,

    manchmal ist Rückzug der bessere Teil der Tapferkeit. Speziell, wenn Du Deine Familie im Auto hast. Dazu kommt das ich neben Auto auch Motorrad fahre. Bei letzterem ist es Standard, dass ich bei solchen Verhältnissen rechts ran fahre. Ich bin doch nicht lebensmüde. Und ich bin auch schon mit Auto und LKW rechts ran gefahren. Bei solchen Verhältnissen verkehrt sich komplett die Lage. Heißt alle, die weiterfahren wollen, sollten dies nur unter größter Rücksichtnahme machen, speziell gegenüber denen, die diesen Wahnsinn nicht mitmachen wollen. Und nein, ich habe nie einen Porsche gefahren.;)

    Aber trotzdem gut das Du und Ihr wohlbehalten zu Hause sind.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Stef,

    Bei einer vorhandenen Sucht ist der einzige Grund für den Konsum die Sucht selbst. Das ist das Wesen der Sucht. Und das ist unwidersprochen.

    Und wie geschrieben ich rede mir jetzt nüchtern auch nichts anderes ein, weil dies eine Hintertür für die Sucht wäre.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Ihr,

    noch einmal Gedanken zu Sucht und Genuss.

    Alkoholiker*innen trinken Alkohol, weil sie süchtig danach sind. Dies ist der einzige Grund.

    Der Grund warum sie süchtig wurden ist, dass Alkohol eine Droge ist. Und die Sucht will den Rausch. Das Glücksversprechen der Droge.

    Rausch zeichnet sich nicht dadurch aus, dass ich vollkommen Kontrolle über mich und mein Verhalten verliere. Und auch nicht, das ich mich danach an nichts erinnern kann.

    Ich selbst konnte mich in der Zeit, in der ich abhängig getrunken habe, ob der schieren Menge und Häufigkeit nicht wirklich davon überzeugen, dass ich aus Genuss getrunken habe. Das heißt aber nicht das ich mir die Welt nicht trotzdem schön getrunken habe und mir mein Suchtgedächtnis bis zu meinem Tod erzählen wird, dass es doch so schön genussvoll war.

    Und das ist für mich jetzt nüchtern das Problem. Wenn ich jetzt noch die Überzeugung hätte, das ich wegen des Genusses getrunken habe, dann wäre das für mich sehr riskant. Denn es könnte mich zu dem Gedanken verleiten, dass ich vielleicht gar nicht abhängig bin, weil ich ja nur aus Genuss getrunken habe. Oder dazu, dass ich diesen Gedanken gleich ganz überspringe und wieder anfange zu saufen, weil es doch ein so großer "Genuss" war.

    Mir persönlich ist es jetzt nüchtern wichtig, dass ich mir keine Hintertüren lasse, die mich zum Saufen verleiten könnten. Und mir ist es auch wichtig, dass ich darüber schreibe, wenn ich es als Hintertür erkenne.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Dieses Forum und meine Trockenarbeit mithilfe dieses Forums sind mir so wichtig, dass ich mich in meinem bescheidenen Rahmen mit dafür einsetze, dass seine besondere Qualität erhalten bleibt. Das kann man "Agenda" nennen, ich nenne es einfach Anliegen oder noch besser: Herzensangelegenheit.

    Denk, was du willst, finde gut oder blöd, wen oder was du willst, aber bleibe dabei respektvoll und fair, auch und gerade gegenüber Anderstickenden.

    Wenn du dir deiner Sache so sicher bist, brauchst du doch nicht ausfallend zu werden? Dann kannst du dich doch auch ganz entspannt mit Argumenten der anderen auseinandersetzen, egal, zu welchem Thema? Auf die "Gefahr" hin, dass du durch diesen Austausch auf Gedanken kommst, die dir bisher gar nicht in den Sinn gekommen wären?

    Hi Rennschnecke,

    ich wollte Dir nur dalassen, dass ich mich in Deinen Gedanken wiederfinde und es sehr gut finde, dass Du für diese eingetreten bist.

    In den Forenregeln, so wie ich sie lese, ist festgelegt, dass kein Mensch, der sich an die Forenregeln hält, diskriminiert wird. Nicht dafür eine andere Meinung zu haben. Nicht dafür, einer anderen Gruppe anzugehören. Sei sie noch so klein.

    Für mich eine Selbstverständlichkeit.

    Die Forenregeln führen dies noch weiter aus. Und sie betonen explizit, dass dies für LGBTQ+ Menschen gilt.

    Auch dies ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Besonders vor dem Hintergrund, dass ich als Alkoholiker selbst mit Diskriminierung rechnen muss.

    Wenn eine Nutzer*in damit ein Problem hat und/oder das Diskriminieren nicht lassen will. Dann stellt sich mir die Frage, ob dies das richtige Forum für diese Person ist.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Bei mir war es die längste Zeit umgekehrt; wobei ich die lange eher unbewusste einhergehende Stimmungsaufhellung sehr wohl mit sehe.

    mmmh. Alkohol ist eine starke Droge. Und das, was ich vom ersten Schluck (vor zig Jahren) gemerkt habe, war das einsetzende Rauschgefühl. Und das habe ich genossen. Ich habe mir auch später nicht eingeredet, dass ich Alkohol aus irgendeinem anderen Grund getrunken habe. Und ich werde jetzt nüchtern auch nicht damit anfangen, den das wäre für mich eine Hintertür.

    Liebe Grüße

    Kazik