Das ist das Kochrezept nach dem 4 Tage Rückfall! jetzt ca.1 1/2 Jahre trocken .Vorher 3 Jahre da habe ich mich zu sicher gefühlt. Wie geschrieben das Suchtgedächtnis schläft NIE! Werde noch schreiben wie es zu dem Rückfall kam. Ein Klassiker.
Kater Stanislaus - Mein inneres Zentrum.
-
-
Werde noch schreiben wie es zu dem Rückfall kam. Ein Klassiker.
Na dann tue Dir keinen Zwang an. Ich bin ganz Ohr. Ähm, Auge.
Solche Erlebnisse zu hören bzw. lesen, bringt mich grundsätzlich weiter.
Ich sage immer, wenn ich sehe, dass jemand beim "über die rote Ampel rennen" überfahren wird, brauche ich das nicht mehr auszuprobieren. Zum Glück habe ich die Möglichkeit, aus Erfahrungen anderer zu lernen, ohne sie selbst machen zu müssen.
-
Der Rückfall hat sich vorbereitet ich war nervös, fahrig, unkonzentriert habe schlecht geschlafen. Ich habe dies auf die Arbeit geschoben die zu diesem Zeitpunkt sehr stressig war. Dann gingen Depressionen an keine Lust zu nichts mehr.Jetzt habe ich den Fehler gemacht keine Hilfe zu suchen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Verlangen nach Alkohol. Es wurde nicht besser . Dann am Abend war ich in einer Bar und wie ferngesteuert habe ich einen Wei bestellt und getrunken. Ich war noch nicht so gefestigt an diesem Punkt zu sagen " du hast keine Macht mehr über mich". Am nächsten Tag habe ich eine Flasche getrunken ich hatte keinen Halt mehr. So ging das 4 Tage. Zum Glück hatte ich einen leichten Moment und schüttete die letze Flasche weg ich war erschrocken 3 Jahre weggeworfen. Ich hatte nach meiner 1 Entgiftung 4 Monate in Bad Bachgard ( Südtiol ) verbracht. Aber ich bin in der ganzen Zeit das eigentliche Problem nicht angegangen. Ich hatte vorher durch den Alk.mein ICH zerstört ich wollte es so ( hört sich ganzschön krass an )und verloren. Am Anfang war die Abstinenz das wichtigste ( logisch )aber die kann nur langfristig ich hoffe für immer erhalten bleiben wenn du innerlich gefestigt bist. Ich bin nach dem Rückfall zu einem befreundeten Psychologen gegangen ( warum nicht vor dem Rückfall ich weiß es nicht) er hat mit mir viele Altlasten aufgearbeitet und alte Seelische Wunden gereinigt. Ich habe mich anders viel intensiver wahrgenommen. Ich habe so ( glaube ich ) auch verstanden warum ich überhaupt mit dem trinken begonnen habe. War eine Reise zu meinem Ich zu meiner Seele.
Ich muss noch anmerken, dass ich für tot erklärt worden war nachdem ich in Angola mit zwei Kollegen ( Ärzte ohne Grenzen) von irgend welchen Warlords entführt wurden. Wir würden nur nicht gern Lösegeld getauscht da wir als Ärzte wichtiger für die waren. Ich bin nach drei Jahren als einziger zurück gekommen. Hatte nichts mehr keine Frau keine Wohnung keine Seele mehr. Nachdem ich wieder Bürokratisch lebte habe ich wieder in der Universität das Arbeiten angefangen und das Saufen. Heute kann ich darüber erzählen ( Danke Freund ) vorher nicht. Geister die ich rief und jede Nacht kamen.
-
Da ich aber nun Mal Alkoholiker bin muss ich wirklich wachsam sein und eure Erfahrungen und Lösungen immer im Auge behalten und als Motivation nutzen. Ich will keinen Rückfall mehr. Da ich halt nur ein Mensch bin besteht aber immer die Gefahr. Und was ich verinnerlicht habe ein Rückfall beginnt mit dem ersten Glas, Schluck ich habe es gemerkt und gerade noch die Kurve gekriegt. Egal was vorher war ich habe gelernt nach vorne zu schauen ist auch viel wichtiger.
Noch eine Anmerkung: Es ist seit längerem offiziell WHO ect. Es gibt keine Risikolose Menge Alkohol. Alkohol ist für mehr als 200 Krankheiten verantwortlich und er schadet der Potenz mit 61 muss man da langsam aufpassen. Außerdem benutze ich Alkoholhaltige Desinfektionsmitteln in meiner Praxis und wer trinkt schon Desinfektionsmittel? Ich nicht mehr.
-
Danke für Deine Erfahrung zum Thema Rückfall.
Noch eine Anmerkung: Es ist seit längerem offiziell WHO ect. Es gibt keine Risikolose Menge Alkohol. Alkohol ist für mehr als 200 Krankheiten verantwortlich und er schadet der Potenz mit 61 muss man da langsam aufpassen. Außerdem benutze ich Alkoholhaltige Desinfektionsmitteln in meiner Praxis und wer trinkt schon Desinfektionsmittel? Ich nicht mehr.
Das ist schon bis hierher vorgedrungen, dass es keine „sichere“ Menge gibt – letztlich spielt die Menge für uns Alkoholiker keine Rolle mehr. Jeder Tropfen ist zu viel.
Dass Alkohol für viele Krankheiten verantwortlich ist, wusste ich auch schon in der Zeit, als ich noch gesoffen habe. Aber das allein hat mich damals nicht gestoppt – da musste erst die innere Einstellung stimmen. Ich den Punkt erreichen, an dem es für mich nicht mehr ging.
Die Bemerkung zum Desinfektionsmittel kann ich übrigens nur unterstreichen – so sehe ich das ebenfalls.
-
Das war nicht für nasse gedacht. Auch in meiner heißen Phase hätte das nichts gebracht aber vielleicht als Motivation für trockene oder die auf dem Weg. Ich war mir sicher, dass das hier bekannt ist.
-
Hallo eine gute Desinfektion wird mit ca. 50% Alkohol erreicht ist quasi Vodka und wenn Bakterien und Viren absterben was ...?
-
Hi Doc,
zunächst einmal herzlich willkommen von mir und einen guten Ausstausch.
Ich selbst habe eine komplex PTBS und in der Folge mehre teils schwere Depressionen und andere psychische Erkrankungen. Diese sind aber nicht der Grund für meine Alkoholsucht, sondern sie begünstigten nur meinen Konsum bevor ich süchtig wurde. Danach habe ich getrunken, weil ich süchtig war. Das war und ist für mich sehr wichtig, das auseinander zu halten. Deshalb habe ich mich, nachdem ich abstinent wurde auch zunächst nur darauf konzentriert stabil abstinent zu werden bevor ich mich meinen Depressionen zugewandt habe.
Mir ist ehrlich gesagt Dein Weg aka Kochrezept noch nicht ganz klar. Bzw. das, was ich verstanden habe, klingt für mich riskant. Schreibst Du ja auch selbst. Und mir stellt sich die Frage, warum Du einen Weg gehst, von dem selbst weißt, dass er riskant ist und schon einmal zu einem Rückfall geführt hat? Und mit Verlaub die Story das Du in eine Bar(!) und dort wie ferngesteuert ein Glas Wein getrunken hast. Du bist in eine Bar gegangen, nicht in ein Teehaus.
Liebe Grüße
Kazik
-
Und zu Desinfektionsmittel, es ist bekannt, dass Alkoholiker*innen nahezu ausschließlich verdünnte Desinfektionsmittel trinken. Und auch wenn das jetzt hart klingt, aber ich halte es für keine gute Idee, dass Alkoholiker*innen ständig mit alkoholhaltigen Desinfektionsmittel hantieren. Da würde ich nach Alternativen suchen.
Liebe Grüße
Kazik
-
Hallo Der Rückfall ist jetzt ca. 1 1/2 Jahre her schlimm,dass ich ihn provoziert habe aber er ist vorbei. Hier geht man in eine Bar auch um einen Caffè zu Trinken etwas zu essen ( Kleinigkeiten)ect. und um Jemanden zu treffen es ist in Italien ein sozialer Drehpunkt. Teehäuser oder etwas wo kein Alkohol verkauft wird gibt es hier nicht. Italien liegt im Internationalen Ranking mit 7,5 l weit hinter Deutschland mit 13,5 l OK soll uns nicht interessieren ist aber doch interessant. Als Desinfektionsmittel ( Oberflächen) sind nur Lösungen mit mindestens 60 % zugelassen Corona sei Dank. Das ist aber kein Problem, da man den Kontakt auch als nicht Alkoholiker meiden sollte, ist für die Haut und Gesundheit nicht ganz ohne. Für die Hand ( Haut ) Desinfektion werden hauptsächlich Chlorhexidine benutzt da aber schon immer mit Handschuhen gearbeitet wurde zu vernachlässigen. Oder man desinfiziert die ( angezogenen sauberen ) Handschuhe ist sogar besser da sie keine Poren oder Fingernägel haben.
-
Hallo Doc,
das ist gar nicht mein Punkt. Ich lebe und wohne in einer deutschen Großstadt, in der ich auch geboren wurde. Ich glaube, ich habe hier noch nie ein Teehaus bewusst gesehen. Ich hätte auch Saft- oder Wasserbar schreiben können. Und auch hier treffen sich Menschen in einer Bar für soziale Kontakte irgendwo muss das Ranking ja auch ersoffen werden. Ich gehe nicht in eine Bar, ob für soziale Kontakte oder um dort einen Kaffee zu trinken, weil ich mich dann auf Armlänge Alkohol nähere. Egal was ich mir erzähle, ich werde das Risiko niemals wieder einschätzen können. Also gehe ich es nicht ein, dann muss ich nix einschätzen.
Und das Gleiche gilt für mich Desinfektionsmittel und deren Geruch. Ich kann nicht einschätzen was das mit mir macht. Aber ich habe auch ein Tagwerk wo ich keine brauche.
Liebe Grüße
Kazik
-
etwas wo kein Alkohol verkauft wird gibt es hier nicht
Echt. Kein normales Cafe? Oder nen Eisladen?
Oder meinetwegen ein Fastfoodladen. Beim güldenen M steht jetzt Alkohol nicht im Mittelpunkt.
-
Also ein Caffè wie in dt. oder Eisladen gibt es eigentlich nicht oder nur in Touristen Zentren . Ja Italien hat ein anders Verhältnis zu Alkohol. Hier kannst du ihm nicht ausweichen. Aber immerhin es gibt keine Werbung für ihn und in einem Fastfood würde ich nie gehen. Wie geschrieben war das Problem, Rückfall vor 1 1/2 Jahren ( nicht auf den Tag genau zähle sie nicht), das ich gelöst habe. Alkohol ist Teil unserer Welt und für die anderen die damit machen können was sie für richtig halten. Für uns ist er nur existent ist aber nicht mehr Teil unseres Lebens für mich ist er unwichtig.
Grüße vom See
-
Ob Alkohol weltweit präsent ist oder ob südliche Länder mehr oder weniger trinken als wir, das ist der Sucht völlig egal. Die Statistik mag interessant sein, aber mein Suchtgedächtnis kümmert sich nicht um Ländervergleiche oder darum, wo überall Alkohol konsumiert wird.
Es reagiert auf Reize, nicht auf Landkarten.
Wer sich dauerhaft in einem „nassen“ Umfeld bewegt, muss sich nicht eben wundern, wenn die alten Muster wieder anklopfen. Mein Gehirn speichert ja alles: Gerüche, Stimmen, Stimmungen. Und wenn ein emotionaler Ausnahmezustand kommt und das Zeug griffbereit ist, dann bietet es mir die altbekannte Lösung an. In solchen Momenten weiß ich ganz genau, wie dünn die Linie sein kann.
Sich einzureden, man könne einfach einen Schalter umlegen und alles sei gut, klingt zwar bequem und mag bei dem einen oder anderen funktionieren, ist aber neurobiologisch betrachtet ziemlich naiv. Sucht ist kein einfacher Schalter, den man umlegt, sondern ein komplexes System.Und bei mir hat es mehr gebraucht als gute Vorsätze. Es brauchte einen Lebensstil, der nicht ständig mit dem Glas in der Hand flirtet.
Ich bin jetzt 18 Jahre trockenNicht, weil ich überall Alkohol sehe und heldenhaft widerstehe sondern weil ich mir ein Leben aufgebaut habe, in dem Alkohol schlicht keine Rolle spielt. Kein Drama, kein Verzicht. Einfach Klarheit.
Dir weiterhin alls Gute
-
Guten Morgen Doctore W.,
Ja Italien hat ein anders Verhältnis zu Alkohol. Hier kannst du ihm nicht ausweichen.
Also ich bin hier nicht ständig von Alkohol umzingelt, es gibt Bars dann gibt es Caffèbars, Eiscaffe's usw. ,klar könnte man überall Alkohol kaufen aber mir kommt es sovor das die trinkenden in einer ganz besonderen Art Bar sind, wie bei uns die Kneipe...
Aber ich bin auch nur im Urlaub, du lebst hier ja schon länger.
-
Also meine Erfahrung in den Bar-Café-Snack-was-auch--immer-Läden in Italien und Spanien ist, dass es zwar Alkohol zu bestellen gibt, aber dass die Einheimischen überwiegend vor ihrem Espresso sitzen. Es sind die Touris, die ihr obligatorisches Bier etc. vor sich haben. Und wenn ich wo bin außerhalb der Touristenzonen, dann falle ich eher auf, wenn ich Alk ohne Essen bestelle. Und wenn eine Gesellschaft vom Essen aufsteht, habe ich schon sehr oft bemerkt, dass die Gläser und die Flasche noch mehr als halb voll sind und einfach stehen gelassen werden.
Kaum irgendwo wird so viel und akzeptiert gesoffen wie hier in Deutschland.
-
Aber ich bin auch nur im Urlaub, du lebst hier ja schon länger.
Was macht denn da eigentlich den Unterschied? Ich verstehe es nicht ganz. Die Armlänge zum Glas bleibt doch dieselbe ,egal ob ich im Urlaub bin oder dort lebe.
Entscheidend ist doch nicht der Anlass, sondern die konkrete Situation: die Umgebung, die Stimmung, die innere Verfassung. Es geht nicht darum, warum ich mich gerade an einem bestimmten Ort befinde, sondern darum, wie dieser Moment auf mich wirkt.
-
Was macht denn da eigentlich den Unterschied?
Guten Morgen Hartmut, ich meinte damit das ich mich hier nicht auskenne und keine Ahnung habe, mir kommt es nur so vor wie Jump es beschrieben hat.
-
ch meinte damit das ich mich hier nicht auskenne und keine Ahnung habe, mir kommt es nur so vor wie Jump es beschrieben hat.
Nur was mache ich als Alkoholiker mit dieser Information?Ob jemand mehr oder weniger trinkt oder was er wann und wo bestellt?
Hilft mir das, trocken zu bleiben? Mir hilft doch nur meine Risikominimierung, nicht die Kompromisse, die ich eingehe.
-
Ich trinke ja zuhause in der FW Kaffee aber ehrlich gesagt habe ich hier morgens noch keine saufbrüder in Caffè's gesehen auch am Abend nicht,man kann also durchaus auch abends einen espresso in einer Bar genießen. In Deutschland wird man auf jedenfall häufiger mit Alkohol konfrontiert als hier mMn.
-
Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!