Beiträge von Kazik

    Aber du fühlst dich ja gut mit deiner Entscheidung jetzt, da klingt keine Angst vor der Veränderung durch, sondern dein „damit im Reinen sein“, und das hat mich gefreut beim Lesen.

    Hallo Thalia,

    danke für Deine Nachricht. Und ja ich freue mich mich auch über meine Entscheidung.

    Aber ich würde lügen wenn ich schreiben würde das "ich damit im Reinen bin". Angst ist nicht so das Thema, damit komme ich inzwischen gut klar, nachdem ich nach 2005 meine Angsterkrankung mit therapeutischer Hilfe überwinden konnte. Aber es gibt einen Zusammenhang zwischen Angst und Wut und Aggression. Beides brauche ich um die eine Option, erfolgreich kämpfen zu können. Die andere Option ist erfolgreich fliehen. Das sind die beiden einzigen Optionen damit meine Angst weggeht. Und meine Wut war in den letzten drei Tagen sehr präsent.

    Ich komme gerade von einem Termin der Abschlusbesprechung vor der Umsetzung eines großen Projekts das jetzt mindestens zwei Jahre anstrengendem Vorlauf hatte. Und zum Schluss der finalen Beschlussfindung noch einmal anstrengender wurde. Und nachdem eigentlichen Termin standen das Planungsteam von dem ich Teil bin noch kurz vor Ort und sind im Schnelldurchlauf noch einmal durchgegangen ob wir alles im Blick haben. Und bei den kurzen Diskussionen bin ich zum Schluss schon für alle merkbar hart an den Rand meiner Selbstbeherschung gekommen. Ich habe mich dann bei allen entschuldigt und das haben alle auch angenommen. Die wissen alle auch das ich jetzt trocken bin. No hard feelings. Und wir haben uns auch sehr darüber gefreut das nun unser Part fast vorbei ist und wir jetzt nur noch die Umsetzung überwachen müssen. Es gab auch von niemanden das Ansinnen das wir das heute noch begiessen müssten. Aber beides wäre für mich ein willkommener Anlass zu saufen. Ich habe aber keinen Saufdruck. Ich bin nur froh das ich jetzt zu Hause bin. Puh.

    Wasserstandsmeldung. Körperlich und seelisch gut. Stimmung okay, latent wütend. Kein Blues. Kein Saufdruck.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Ja das kenne ich auch, zumal wenn ein gelöscht geglaubtes Feuer wieder auflodert.

    Hi Nayouk,

    wie Du weiter oben in meinem Faden lesen kannst, ist das Feuer bei mir nicht gelöscht und ich habe statt einem Eimer auch nur einen Eimer mit einigen Löchern erwerben können. Und der Weg zum Brunnen ist weiterhin weit.;) Aber ich bin zufrieden es könnte wesentlich schlimmer sein.

    Aber ich habe aufgehört "Sprit" auf die Flammen zu giessen um mich dann zu wundern warum die Flammen nicht ausgehen. Und das könnte nicht besser sein.;)

    Liebe Grüße

    Kazik

    Deine Meinung hat sich von Samstag bis heute ganz schön geändert.

    Hi LK,

    das stimmt. Ist dem Verlauf des Termins und dem Nachgang geschuldet. Hatte ich als Option aber schon parat.


    Einem sinnlosen Streit gehe ich aus dem Weg, wenn ich emotional dazu in der Lage bin. Bin ich nicht immer.
    Das unterscheide ich aber davon, ob ich mich von etwas vertreiben lasse, was mir wichtig ist. Wenn es wichtig für mich ist, ist der Streit nicht sinnlos.

    Auch das kann ich für mich unterschreiben.

    Ich kann Dich zu wenig einschätzen, um zu beurteilen, ob Du Deinen kompletten Ausstieg irgendwann bereuen wirst. Vielleicht geht während Deiner Abwesenheit ja auch Dein Gegenspieler?

    Ich bereue nichts in den Jahren der Arbeit an der Aufgabe. Ich bereue nichts an der Arbeit an der Teilaufgabe. Ich habe getan was ich konnte und bin damit fein. Ich bereue nicht meinen jetzt Komplettausstieg. Es ist eine Bestätigung meiner Entscheidung. Und es geht nicht nur um meine Gegenspielerin sondern um das komplette Team,das habe ich am Samstag allerdings nicht gesagt. War auch nicht nötig. Wir sind gleichberechtigt und ich wende mich jetzt nicht an irgendwelche Entscheider*innen. Wenn diese irgendetwas unternehmen wollen dann tun sie es. Diese Aufgabe wird noch viele Jahre fortbestehen. Und ich bin in einer guten Position wieder ein zu steigen, wenn sich das Team auflöst und ich das dann möchte. Insofern ist alles für mich gut. Kann sein das ich irgendwann Schuldgefühle bekomme aber damit gehe ich dann um.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Ja bei der Familienberatung war ich schon und gehe ich auch nochmal hin.

    Ich komme eher nicht drum herum, mich beim Jugendamt zu melden, egal wie. Weil ich auch den Erzieherinnen und Leiterin von meiner Situation erzählt hatte, habe ich auch da nochmal ein Gespräch, was ich tun kann, damit er nicht mehr alkoholisiert oder bekifft bei mir ist. Wenn ich nichts mache, dann müssen Sie das dem Jugendamt melden, aber würden mich unterstützen und gut für mich reden, denn sie bekommen mit, dass ich mich gut um mein Kind kümmere, was er natürlich auch macht, soweit es geht, nur dass er nicht nüchtern oder klar im Kopf ist.

    Hi Matrix,

    wie Du weißt schreibe ich hier nicht gerne weil ich denke das Dir nur andere Co's wirklich Hilfe zur Selbsthilfe geben können.

    Ich finde das Du Deine Situation und die Deines Kindes sehr tapfer angehst. Und auch Deine Ängste damit angehst. Nimm Dir hier und auch sonst alle Hilfe die Du kriegen kannst. Und geh weiter Schritt für Schritt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Ihr,

    weil ich mir die Frage tatsächlich auch schon länger stelle und es gerade bei einer anderen Userin gelesen habe, ist es unter Wahrung der Forenregeln möglich mir zu beschreiben was mich im Grünen Bereich erwartet? Also was anders zum offenen Bereich ist? Und ob mein Faden dann hier bleibt und ich dort einen neuen aufmachen muss? Oder ich meinen Faden mitnehme? Oder ob ich meinen Faden hier und im Grünen Bereich weiterführen kann? Für beides gebe es für mich gute Gründe. Falls diese Fragen hier nicht beantwortet werden kann. Kann ich es irgendwo nachlesen? Oder könnte mir Eine eine private Nachricht schicken?

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Ihr,

    ich habe hier gestern eschwänzt.;) Weil ich gestern noch einen anderen Termin hatte und die restliche Zeit des Tages damit verbracht habe soviel Sonne zu bekommen und mir soviel Gutes angetan habe wie geht.;)

    Leider spamt die Person des Samstagstermin unseren Nachrichtenkanal weiter mit Ihren Befindlichkeiten zu und ist dann auch zu toxischen Anwürfen mir gegenüber übergegangen. Ich habe mich dann gestern entschlossen die mir sehr wichtige Teilaufgabe dieser Gruppe nicht weiter zu bearbeiten. Was ich sehr bedaure. Die Person wollte sich dann persönlich mit mir treffen. Das hatten andere auch schon vorgeschlagen. Ich habe es aber abgelehnt mit der Begründung die Person hätte das ganze sowohl auf dem Termin angefangen als auch auf diesem Nachrichtenkanal fortgeführt. Und wenn sie noch irgendetwas zu schreiben hätte dann auf diesem Kanal. Ich würde nicht eine Sekunde meiner privaten Zeit dafür opfern. Das ist für mich okay nervt aber schon weil die Person mein inneres Kind gewaltig triggert und getriggert hat. Wie geschrieben zu anderen Zeiten ein "willkommener" Anlass um zu saufen. Ich habe inzwischen mehrmals kontrolliert und sachlich "zurückgeschossen" und jetzt ist Funkstille. Aber meine Wut ist schon noch sehr spürbar. Aber eben Wut und kein Saufdruck.

    Es bestärkt mich aber auch in meiner Entscheidung die Mitarbeit an der gesamten Aufgabe auf zu geben. Obwohl diese nicht nur für mich sehr wichtig ist. Aber ich bin zu dieser Entscheidung gekommen, weil ich inzwischen dabei bin Risikominimierung für meine Abstinenz weiter zu denken. Und versuche mal alle Steine um zu drehen.

    Wasserstandsmeldung. Körperlich und seelisch gut. Stimmung nachdenklich. Kein Blues. Kein Saufdruck.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Ihr,

    ich hatte heute wie geschrieben meinen Termin, leider hat eine Person es nicht geschafft bei seinen Verantwortlichkeiten zu bleiben sondern bestand darauf seine Befindlichkeiten zu unser gemeinsamen Zusammenarbeit mitteilen zu müssen. Wozu es in den vergangenen Jahren mehrmals die Möglichkeit gab. Die Person wurde dabei latent agressiv. Das kommt bei mir nie gut an weil ich dann sofort in meinen Kampfmodus schalte und wütend werde. Und meine Wut ist etwas was ich sehr kontrolliere und kontrollieren muss (siehe weiter oben in meinen Faden.). Ich habe ihm dann im ruhigen Ton gesagt was mich an dem was er sagt wütend macht und das ich finde das seine Befindlichkeiten nicht in dieses Treffen gehören. Dabei wurde ich auch von einer Person unterstützt. Er brauchte dann noch eine Weile bis er das auch verstand. Und ich konnte dann im weiteren Verlauf des Termins meinen "überschüssigen" Wutlevel runterfahren. Blieb bei meiner Entscheidung an der Aufgabe bis auf einer Teilaufgabe nicht mehr weiter mit zu arbeiten. So eine Siuation war für immer ein "guter" Anlass zu saufen.

    Ich bin dann nach dem Termin erstmal eine Stunde spazieren gegangen um meine Wut weg zu laufen. Was auch ein Teilen geklappt hat. Ich hatte keinen Saufdruck.

    Vorhin kam dann noch eine Nachricht von einer Person die heute krankheitsbedingt nicht dabei war. Die aber das Protokoll des Treffens gelesen hatte und jetzt um eine weiteres gemeinsames Treffen bat. Ich habe meinerseits allerdings ein weiteres Treffen ausgeschlossen.

    Jetzt bin ich wieder zu Hause und verspüre immer noch ein wenig Restwut in mir, weil sich meine Wut manchmal nicht so schnell an Ihren sicheren Ort bringen lässt. Widerspenstig. Gleichzeitig bin aber auch erleichtert und froh über meine Entscheidung. Körperlich und seelisch geht es mir gut. Stimmung okay. Kein Blues. Kein Saufdruck.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Ihr,

    heute war ein unaufgeregter Tag. Nix besonderes. Wasserstandsmeldung körperlich und seelisch gut. Stimmung gut. Kein Blues. Kein Saufdruck.

    Ich war heute in zwei Teilen der Stadt unterwegs in denen sich viele Menschen aufhalten die offensichtlich alkoholsüchtig sind. Und ich habe kurz gedacht das ich nicht wüsste ob ich in deren Situation überhaupt nur ansatzweise noch die Kraft hätte ernsthaft abstinent zu werden. Ich kann mir vorstellen das ich das dann nur an einem Ort hinkriegen würde wo ich absolut keinen Alkohol kriegen könnte. Wo ich sehr lange bleiben kann. Und selbst da müssten sie mich wahrscheinlich in Zeiten wegsperren und ich könnte selbst dann nicht sicher sagen ob ich nicht ausbrechen würde.

    Morgen habe ich einen Termin mit Menschen mit denen ich seit einigen Jahren an einer wichtigen Aufgabe arbeite. Allerdings bleibt auch seit Jahren die Verantwortung an mir hängen. Und die Verantwortung ist in Zeiten groß. Ich habe es über die Jahre mehrfach zum Thema gemacht das ich grundsätzlich die Verantwortung übernehmen kann das die anderen mir aber bei einzelnen Teilaufgaben unmissverständlich Ihre Unterstützung zeigen. Und dann wenigstens die Umsetzung von Teilaufgaben begleiten damit ich wenigstens dort nicht die Verantwortung habe. Wir sind gleichberechtigt. Nun habe ich mich entschlossen das ich mich für ein halbes Jahr aus dieser Aufgabe rausziehen werde. Ich werde nur eine große Teilaufgabe weiter vorantreiben und begleiten, die zu wichtig ist das sie ein halbes Jahr liegenbleibt. Ich werde mich dann nach dem halben Jahr mit den Menschen wieder zusammen setzen und besprechen wie es weitergeht. Weiß allerdings das ich nur wieder einsteige werde wenn die Gruppe sich nahezu komplett neu aufstellt. Das werde ich Ihnen morgen nicht sagen. Ist auch nicht notwendig dort wissen alle was sie tun und nicht tun. Und sie sollten sich in dem halben Jahr selber die Frage stellen ob sie dort richtig sind. Ich bin vor dem Termin nicht angespannt. Ein bißchen nachdenklich was ich genau sage. Wir sind alle Profis und gleichberechtigt und ich möchte dort nichts sagen was als Vorwurf ausgelegt wird weil das nicht angemessen währe.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Heuel,

    herzlichen Glückwunsch zu sechs Monaten Abstinenz (ein halbes Jahr klingt mir zu mickerig;)).

    die Schoggi

    Bei mir im Bad hing vor Jahrzehnten ein Cartoon. Dort war eine Frau in einem Supermarkt abgebildet die laut ausrief: "So ich kauf mir jetzt für 500 Mark Schokolade". Die Umstehenden sahen ziemlich schockiert aus. Ich habe oft geschmunzelt wenn ich den Cartoon sah.

    Bei mir ist das mit Naschi immer in Phasen von ein paar Monaten und dann Jahre nicht. Ich habe eigentlich auch erwartet das ich nüchtern auch eine dieser Phasen kommt. Aber kein Verlangen. Nachdem ich fünfzig geworden bin habe ich einen Waschbärbauch bekommen. Aber ich fühle mich nicht dick. Ich glaube das ich seit ich nüchtern bin etwas abgenommen habe. Kann aber auch nur Einbildung sein. Ich habe morgen einen Termin bei meiner Ärztin, vielleicht steige ich da mal auf die Waage.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Ihr,

    gestern Abend ging es mir irgendwann schlecht und es war nicht mehr Blues sondern Depression. Und ich fühlte mich dann sehr alleine. Eigentlich ganz alleine. Ich habe noch einmal extra etwas getrunken und auch gegessen. Und bin dann kurz um Block. Nach einer Weile ging es mir auch schon besser. Beim Einschlafen dachte ich dann semibewusst an Freund*innen. Ich dachte auch daran wie ich das hier schreiben würde. Und dann fühlte ich mich auch nicht mehr so alleine.

    Heute geht es mir gut und das ist auch meine Wasserstandsmeldung.

    Was schwierig an diesen Momente ist das es innerhalb von Stunden von okay zu Depression geht. Wenn ich sonst eine Depression habe oder bekomme geht das nicht von jetzt auf gleich. Und ich habe Zeit gegenzusteuern und falls alles nicht klappt kann ich mich zumindestens innerlich an die Depression "gewöhnen". Und dann kann ich der Depression auch besser wiederstehen. Aber von jetzt auf gleich ist das das für mich schwierig mir helfen und wiederstehen gleichzeitig auf Vollgas zu bringen.

    Das gute ist das es jetzt trocken am nächsten Tag wieder viel besser ist. Und das ist bei einer "richtigen" Depression auch bei mir nie so gewesen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Mausipieps,

    jetzt schreibe ich doch noch etwas. Du bist zurecht wütend den er hat sich selbst getötet. Ob er das in diesem Augenblick wirklich auch so wollte ist unerheblich. Wenn er seine Sucht nicht gestopt hätte ware das früher oder auch passiert den Alkoholismus ist durch die Giftigkeit eine tödliche Sucht. Und das wird er auch gespürt haben. Und Du kannst zurecht darüber wütend sein das er sich aufgegeben hat und bis zum Schluss lieber sterben wollte als sich für sein Leben zu entscheiden. Sowas macht alle die eine Selbsttötung bei nahestehenden Menschen erleben müssen wütend. Nur sehr viele merken nicht so wie Du diese Wut. Aber sie ist okay.

    Ich hoffe das war jetzt nicht zu direkt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Meine Strategie ist nur einen Tag zu denken, dann kommt der nächste Tag und wieder der nächste.

    Hi Kadett,

    mir ist schon aufgefallen das Du in letzten Tagen ruhig warst. Ist das gut oder bist hier noch immer auf dem Absprung?

    Zu der Tag für Tag Strategie die mache ich auch. Bleibt mir ja auch gar nichts anderes übrig. Ich spreche jetzt allerdings auch nicht jeden morgen mantraartig zum mir: Du willst jetzt vierundzwanzig Stunden nichts trinken. Damit gebe ich dem Alkohol nach meinen Empfinden schon zuviel Raum. Außerdem habe ich die Strategie auch schon in meinen schweren Depressionen gelernt. Das ist für mich die einzige Möglichkeit dadurch zu kommen. Und da ich auch in schwersten Depressionszeiten immer Leben wollte blieb mir auch dort nichts anderes übrig.

    Aber was eigentlich meinte das ich in meinem normalen jetzt nüchternen Leben ja auch zu Saufzeiten nicht von Tag zu Tag entschieden habe ach heute könnte ich ja mal was trinken. Das letzte Jahrzehnt sowieso überhaupt nicht den ich war ja schon süchtig. Sondern es gab offensichtlich Dinge in meinem normalen Leben oder mein Umgang mit diesen Dingen die Alkohol zu einer scheinbar guten Idee werden ließ. Nun werde ich nicht mein ganzes Leben umkrempeln. Will ich auch gar nicht. Aber wir schreiben hier ja oft über Risikominimierung. Und ich stehe jetzt an dem Punkt wo ich Risikominimierung auf mein zukünftiges trockenes Leben anfange zu denken. Die Basics waren die Pflicht und jetzt kommt die Kür. Und ich bin mir sicher das ich hier noch so einiges schreiben werde um mir hier Rat und Hilfe zu holen. Das hat bis jetzt jedenfalls ganz gut geklappt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    was ich aber niemandem zum Vorwurf machen will

    Hi TM,

    Du hast mit Deinem Schreiben Ihnen einen Vorwurf gemacht. Und Du hast ihn zu recht gemacht. Dein recht. Ich wäre an Deiner Stelle auch abgenervt, wenn ich in einer Alkoholiker*innen Selbsthilfegruppe zum zweiten Mal aufschlage und die unterhalten sich dort über das Wetter. Und wenn ich mich dann zu Wort melde weil ich ja gerade auch noch ganz schön Druck auf dem Kessel habe und dann abgewürgt zu werden. Ich wäre da gleich vor Ort schon sehr deutlich geworden. Allerspätestens wenn ich danach mitkriege das die sich weiter über das Wetter unterhalten. Und ich hätte denen wahrscheinlich auch gesagt das die in Zukunft besser keine neuen Mitglieder aufnehmen sollten und das Selbsthilfe am Besten ganz streichen. Du hast geschrieben das die sich zwei Stunden treffen. Das Wetter muss bei Euch ganz schön ergiebig sein. Und letztendlich hast Du aus Ihrer Antwort ja auch gesehen das Dein "Vorwurf" stimmt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Ihr,

    heute bin ich nicht mehr müde aber energiegeladen fühlt sich bei mir auch anders an. Ich habe heute auch den ganzen Tag so ein Ziehen in mir bezeichneter Weise spüre ich das im Rücken. Es fühlt sich irgendwie an als ob mich irgendwas zurückziehen will. Nun bin ich keine Psycholog*in aber mir ist das was zurück heißt schon klar. Saufen. Ich habe keinen konkreten Saufdruck aber ich weiß schon was mein Suchgedächtnis gerade sagen will. Kazik jetzt stehst Du hier ohne mich und Alkohol und Du hast soviel gemacht und geändert. Und irgendwie ist doch alles beim alten geblieben. Du bist noch immer der alte Kazik. Nur als Du gesoffen hast Du das nicht so gemerkt. Also wie wär's mit einem Schlückchen.

    Und in gewisser Weise deckt sich das auch mit einem Gefühl was ich in letzter Zeit immer mal wieder hatte. Nachdem ich mich von dem Entzug einigermassen erholt habe. Habe ich mit Hilfe meiner SHG hier die Basics umgesetzt.

    Meine Ärztin weiß Bescheid. Ich kann sicher sein das körperlich alles okay ist. Gegen das einzige körperliche Symptom von der Sauferei habe ich ein Medikament bekommen. Seelisch ist sie auch im Bilde und ich hab mir von Ihr jetzt auch ein Bedarfsmedikament bekommen. Und ich habe auch schon vor dem Entzug mit Ihr über meine Depressionen gesprochen. Sie weiß das ich Moment keine Therapie möchte. Und sie weiß Bescheid das ich wenn ich merke das ich zu instabil werde entweder Notfallmässig bei Ihr aufschlage oder gleich in Krankenhaus gehen würde. Und obwohl ich selbst bei meinen schlimmsten Depressionen nie Selbstmordgedanken hatte sprechen wir das trotzdem auch immer wieder an. Und da sie nicht nur eine Zusatzausbildung in Suchtmedizin hat sondern auch viele Suchtkranke behandelt kann ich mir sicher das sie von Ihrer Seite alles im Blick hat und auch anspricht. Ich bin bei Ihr safe.

    Ich bin bei der Suchtberatung. Habe dort meine Großbaustellen und andere Baustellen mitgeteilt. Das war gut für mich. Und ich werde da jetzt weiter Termine machen bis ich das Gefühl habe ich brauche das nicht mehr. Und ich habe mir auch schon vorgenommen das ich dort eher länger hin gehen werde als zu kurz. Auch hier ist alles gut.

    Mein Umfeld also Menschen mit denen ich in Kontakt bin und mit denen ich auch weiterhin in Kontakt bleiben will ist informiert. Und es weiß auch das ich mich nicht ihnen treffen werde wenn sie dabei Alkohol wollen oder andere die dabei sind die Alkohol trinken. Ich habe ausschliesslich positive Rückmeldung bekommen. Und bis auf ein paar Menschen die jetzt wenn ich sie zufällig getroffen habe unsicher wirkten wie sich jetzt mir gegenüber verhalten sollen ist hier auch alles gut. Ich habe keine Freunde und Bekannte mit denen ich mich nur saufend getroffen habe. Weil mich das schon immer genervt hat wenn Menschen nur mit sprechen wollen wenn sie breit waren. Das einzige was sich nach meinem "outing" geändert hat das ich nicht nur gesagt habe das ich Alkoholiker bin sondern das auch ich von jetzt an trocken weiterleben will. Damit habe ich Ihnen ja ein "Versprechen" gegeben. Aber ich weiß auch das wenn ich mich wieder zum saufen entscheiden würde ich mich von keinem "Versprechen" abhalten lassen würde. Es würde auch niemand merken und hat es vorher ja auch niemand gemerkt weil ich immer zu Hause alleine in meiner Wohnung gesoffen habe. Und ganz ehrlich wenn ich wieder anfangen würde zu saufen wäre es mir glaube ich ziemlich egal ob mein Umfeld es mit bekommen würde. Somit ist was mein Umfeld angeht auch alles chicco.

    Und außerdem bin ich hier in der SHG und versuche mich hier so gut ich kann mitzuteilen. Und bekomme hier Rückmeldungen oder Nachfragen mit denen ich mich dann wiederum so gut ich kann auseinandersetze. Außerdem lese ich hier mit und schreibe auch mal etwas. Wobei ich in den letzten Tagen gemerkt habe das ich mehr bei mir bleibe und versuche mich besser ab zu grenzen. Insofern ist hier für mich alles gut.

    Ich bin also wieder in meinem normalen jetzt nüchternen Leben. Und muss jetzt versuchen wie ich nicht nur nüchtern sondern auch zufrieden nüchtern weiterlebe. Das Ziel ist klar und ich muss jetzt den besten Weg dahin finden. Aber ich kann zumindestens schon einmal einen Weg ausschliessen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    woher kommt das, was hat es ausgelöst? Was tust Du dagegen?


    Hallo Elly,

    ich hatte gestern einen Termin bei Suchtberatung und war hier im Forum aktiv. Das hat dann nachgewirkt. Ich bin ja auch noch sehr am Anfang meines trockenen Teil meines Lebens. Und da ist vielles neu und ich gehe mit Dingen "anders" um. Und mein Suchtgedächtnis möchte unbedingt sein altes Theaterstück aufführen. Und das lasseich nicht zu und diskutiere auch nicht darüber. Unbewusst betrübt das natürlich den einzigen Schauspieler (mich). Den er möchte natürlich auf "seine Bühne".

    Ich esse und trinke gut. Und fühle mich auch gut.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Mausipieps,

    ich komme von derAlkoholiker*innenseite deshalb schreibe ich hier eigentlich nicht.

    Ich bin aber auch EKA.

    Nachdem Tod meines Vaters habe ich mich um die Abwicklung des Verkaufs meines Elternhauses gekümmert. Meine ältere Schwester und seine neue Frau wollten damit nichts zu tun haben. Ich musste sie regelrecht drängen an einem Tag mit anzupacken. Den Rest habe ich ganz alleine gemacht und das war dann auch "okay".

    Ich hatte aus Gründen ein sehr schwieriges Verhältnis zu meinen leiblichen Eltern. Aber es war mein Elternhaus in dem ich zwanzig Jahre gelebt hatte. Ich habe mich innerlich sehr gewappnet als ich dort "gearbeitet". Ich habe die Tage dort auf ein Minimum reduziert. Ich habe tatsächlich nur sehr wenige Dinge aus dem Haus mitgenommen. Und habe heute noch weniger davon. Meine Gedanke dabei war das ich die "schönen" Dinge in meinen Erinnerungen behalten und die "schlechten" Dinge nicht extra erinnert werden Möchte. Das war mein Weg. Das ausräumen hat bei uns die Stadtreinigung übernommen. Die unbrauchbaren Dinge kamen in einen Presswagen und die brauchbaren Dinge in einen LKW wo sie über einen stadteigenen Secondhandmarkt verkauft wurden. Ich war dabei und hätte jederzeit sagen können wenn ich etwas behalten wollte. Aber ich konnte mich auch fernhalten wenn ich mich abgrenzen wollte.

    Zu seinen Verpflichtungen. Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen wo Ihr seine Konten und sein Vermögen auflösen müsst. Und dann wird Euch die Bank sagen ob dort noch Forderungen sind und diese begleichen. Danach werden die Konten geschlossen und die Bank benachrichtig die Gläubiger das das die Konten nicht mehr existieren. Damit enden die Ansprüche. Falls ihr dazu noch fragen habt fragt Eure Bank oder nehmt Euch einen Anwalt.

    Mein Beileid zum Tod Deines Bruders.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hallo Ihr,

    ich habe gestern beim einschlafen ständig neue Ideen gehabt was ich hier schreiben könnte. Und während des Schlafes hatte ich wirre Träume. Ich habe in den Träumen auch gesoffen. Es kamen auch Leute aus dem Forum in meinen Träumen vor, die ich ja garnicht persönlich kenne. Irgendwie war das alles unscharf und ich habe da irgendwie von außen draufgeschaut. Aber es war kein Albtraum. Und ich habe keine Angst bekommen.

    Heute wär ich körperlich und geistig müde. Und ich musste mich bei meinen Aufgaben disziplinieren. Aber nun bin ich durch.

    Ich werde heute hier nichts mehr schreiben.

    Wasserstandsmeldung. Körperlich und seelisch geht es mir gut. Stimmung gut. Ganz ganz leichter Saufdruck. Kein Blues.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Das kann ich irgendwie nicht gut.

    Aber Du könntest doch hier daran arbeiten es zunehmend besser zu machen. Also nicht über jedes Stöckchen zu springen was Dir hingehalten wird. Nicht everybodys darling zu sein. Vielleicht ist eine Therapie für Dich ja auch Idee?

    Weil ich vermute Du begegnest Deinen jetzigen Gefühlen und Gedanken nicht zu erstenmal ? Da brauchst Du nicht drauf zu antworten.

    Ich fühle mich manchmal verletzt und weine sogar.

    Und das wird Dir auch nicht zum ersten Mal passiert sein. Und bevor Du mich falsch verstehst ich finde es für mich okay wenn ich verletzt werde zu weinen.

    Ich glaube ich würde mir an Deiner Stelle die Frage stellen wann hat es Deinem Leben Verletzungen gegeben, das Du jetzt beispielsweise jeden Beitrag zu dem was Du schreibst als Verletzung wahrnimmst. Und vielleicht sogar speziell von Männern. Sozusagen ein altes Theaterstück was Du heute immer noch aufführst weil Du es damals nicht besser wusstest.

    Liebe Grüße und ich melde mich dann gleich ab hier.

    Kazik