Beiträge von Lebenskuenstler

    Staubtrocken wurde mir schon vorgeworfen, wenn ich das Geschwätz, warum einer unbedingt gegen seinen Willen trinken musste, aus irgendeiner Situation, nicht gelten liess. Ich sagte immer, wenn das wirklich ein Grund wäre, dann müsste Saufen ja auch die Lösung des Problems gewesen sein. Und, gehts Dir nun besser (mitten in oder kurz nach einem Rückfall)...hats wenigstens geschmeckt?

    Ich lese im Forum die Frage, ob Abstinenz an erster Stelle steht oder ob was Anderes wichtiger ist.

    Aus meiner Perspektive des Langzeittrockenen:
    Im ersten Jahr habe ich meine Abstinenz stabilisiert. Das musste sie an erster Stelle stehen, ich musste viel dazulernen, umdenken, und mitkriegen, dass alles auch nüchtern geht und es keine realen Gründe zum trinken gibt, damit meine ich, Nüchternbleiben bringt mich in keiner Situation um, geht alles nüchtern, wenn ich das will. Ich habe auch Trigger und Saufdruck nicht als Trinkgrund akzeptiert, weil er vorbei geht.

    Danach ging mir die Abstinenz fast immer so leicht von der Hand, war ein Selbstläufer, so dass ich es als Dummheit empfunden hätte, wieder anzufangen. Ich denke nicht sehr mit dem Krankheitsbegriff, ich bin mehr berechnend, was sich auf Dauer besser anfühlt.

    Nur eine Zeitlang nach etwa 4 Jahren hatte ich eine Phase, in der ich dachte, was hat sich eigentlich wirklich verbessert? Aber im Grund wars mir klar, dass es sich verbessert hatte. Ich war über eine bestimmte Sachlage unzufrieden, aber die hätte sich durch Wiederanfangen auch nicht verbessert.

    Klar kann ich mir ausrechnen, was passieren würde, wenn ich wieder anfange. Aber ist das tatsächlich der Grund, warum ich nicht mehr trinke? Nein, es ist das Lebensgefühl, das ich habe, und das ich behalten möchte.

    Im Normalfall bräuchte ich eine Gruppe wie hier nicht, wenn es mir nicht auch Spaß machen würde, mich hier auszutauschen, und wenn mich trinkende Gesellschaft nicht so sehr langweilen würde. Gedanken an Alkohol habe ich äusserst selten, bin mir meiner Nüchternheit sehr sicher. Und so bleibt es auf sehr angenehme Weise im Hinterkopf, dass es auch anders sein könnte, ich lese es hier ja jeden Tag. Ich leide nicht sehr mit und bin mir selbst der Nächste.

    Ja, und als ich aufgehört habe, hörte es auch auf, dass ich mich, wenns langweilig war, auch mal irgendwo in eine Kneipe setze und sich eventuell eine Unterhaltung ergab. Ich musste mir zielgerichtet neue Leute suchen, ausserdem hatte ich irgendwann das Bedürfnis, Erfahrungen auszutauschen. Es fing damit an, dass ich wissen wollte, wie andere nach einem Stressjob abends runterkommen, ohne zu trinken. Ein Problem, das ich auch schon lange nicht mehr habe.
    Und ich musste auch dahin umdenken, dass ich als Mensch soziale Bedürfnisse habe. Ganz nebenbei war ich so ein Misanthrop, dass es mir schon Schwierigkeiten machte, zu akzeptieren, dass ich ein Mnsch bin...das ging auch nur nüchtern.

    Ob die Abstinenz an erster Stelle steht, ist für mich eine Überlegung, die nur dann eine Rolle spielt, wenn ich abwägen würde, ob ich wieder anfange.

    Irgendwie ist das für mich hier "warum einfach, wenns auch kompliziert geht"

    Irgendwer sagte mal - nicht hier - viele Alkoholiker bringen das Maul nur im Suff auf. Und ich hab mir schon trinkend geschworen, das wird bei mir nie so sein.

    Wenn ich gerade Lust dazu habe, erzähle ich es, wenn nicht, dann nicht.
    Vor allem Leuten, die ich neu kennenlerne, und die mal ein Bier mit mir trinken gehen wollen, um die Bekanntschaft zu vertiefen, erzähle ich, dass ich trockener Alkoholiker bin, um das gleich klarzustellen.

    Wenn mich jemand fragt, ob ich glaube, das es besser für mich war, sage ich, ich hab manchmal drei Liter Schnaps getrunken. Dafür gibts Zeugen, ich weiss, dass es mich umgebracht hätte, also war es besser, aufzuhören, Punkt.

    Hi,

    was mir aufgefallen ist, Dein Ex ist ja absolut polizeibekannt.

    Ohne dass ich jetzt viel Ahnung davon häte, ich habe keine Kinder, aber könnte das beim Aufenthaltsbestimmungsrecht nicht gegen ihn verwendet werden?

    Und was wäre mit Kontaktverbot zu Dir?

    Was ist mit "sie lieben ihn" und "ich muss sie überreden, zu ihm zu gehen"?

    Dass Scheidungen das Schlechteste im Menschen zu Vorschein bringen, habe ich bei meinen Eltern erlebt.

    LG LK

    Hi Bibitor,

    Ich bin extrem emphatisch und weiß, dass es dem flüchtigen Familienmitglied nun total beschissen geht

    Das ist Spekulation.

    Ich habe vor vielen Jahren mal eine Gruppe verlassen, weil es nicht mehr passte. Ich war wütend, weil mir alles mögliche unterstellt wurde von wegen Saufdruck und nicht ernst meinen.
    Ich blieb trocken und der Gruppenleiter, der der hundertfünfzigprozentige war, hatte irgendwann einen Rückfall. Und ich hab ihn dann auf der Straße getroffen. War mir ein innerer Vorbeimarsch. Irgendwie tat er mir zwar leid, aber der hatte mich lange genug geärgert.

    Das hat mit dem hier gar nichts zu tun, nicht missverstehen bitte.
    Ich will nur sagen, es ist manchmal besser, sich selbst treu zu bleiben und etwas zu verlassen, wenn man sich nicht mehr wohlfühlt.

    LG LK

    Ja, man muss leider dazusagen, dass die meisten nicht dauerhaft aufhören.

    Und keiner steckt drin. Ich kannte einen, der hat in München drei Mietshäuser versoffen, oder hat vor Saufen so viel versemmelt, bis sie weg waren, und sich dann umgebracht.
    Sagt der nüchterne Mensch, der hätte doch ein schönes Leben haben können.War nicht.

    Hier im Forum kann man öfter beobachten, dass Leute kommen, die wirklich wissen dass es 5 nach 12 ist. Bleiben hier auch Wochen oder Monate. Und dann ist irgendwas, da nimmt der Suchtdruck überhand, und dann fangen sie wieder an.

    Ja, die Cogeschichten zeigen sehr deutlich, wie Frau (in der Mehrzahl sind es Frauen) sich daran vergeblich abarbeiten kann.

    Ich wünsche Dir eine zielführende Entscheidung.

    LG LK

    Ich könnte mir vorstellen, dass Dich meine Vorstellung hier interessieren könnte

    Lebenskuenstler
    7. Januar 2025 um 17:46

    Und ich will das verdammt nochmal nicht……..warum kriegt der Idiot das nicht hin?

    Das wird nicht viel helfen. Die Situation ist, wie sie ist. Viele Leute machen den Fehler, zu denken, jetzt hab ich schon viel reingesteckt, jetzt stecke ich noch mehr rein, damit, vielleicht, irgendwann, sich doch noch was ändert. In erster Linie läuft damit Dein eigenes Leben so weiter, und Du wirst nicht jünger dabei.

    Wenn er süchtig ist, muss er trinken.
    Die Fähigkeit, Pausen zu machen, sagt darüber gar nichts.
    Ich war auch Exzesssivtrinker, Pausen jederzeit, aber wenn gesoffen, fast immer bis zum Exzess, bis ich einfach nicht mehr konnte.

    Bei mir war noch, ich habe gerne getrunken.
    Und ich wusste, wenn ich irgendwo hingehe mit dem Problem, dann sagen die mir, ich soll aufhören.
    Und ich mit meinem alkoholgetränkten Denken, ja, dann bin ich nüchtern, aber was habe ich dann noch vom Leben? Buckeln, bis ich in die Kiste hüpfe, und das nüchtern. Wozu soll das gut sein?

    Ich war immer überzeugt, dass ich aufhören kann, nur wozu?

    Und für Dich ist überhaupt nicht wichtig, warum er trinkt. Er trinkt und hört nicht auf, das ist der Punkt.

    Hi,

    ich komme mal von der Alkoholikerseite.

    Dein Partner lässt, nach Deinen Beschreibungen zu urteilen, ja mit nichts erkennen, dass er aufhören möchte.
    Dass er nicht zum Arzt oder in Therapie will, würde ich absolut beim Wort und ernst nehmen.

    Was würdest Du jemandem raten, der Dir genau das erzählt, was Du hier erzählst? Hört sich das nach etwas an, was Du bewahren möchtest?

    LG LK

    Hi StehaufMännchen,

    Du hast ja schon ein paar Versuche hinter Dir.

    verfolge ein klar definiertes Ziel: ABSTINENZ! Es gibt keine Option und ich kann nur hoffen das meine Frau meine Ernsthaftigkeit erkennt und uns eine Chance gibt.

    Du hast Klinikaufenthalte, Therapie und Sebsthilfegruppen hinter Dir.

    Warum sollte Deine Frau glauben, dass Du jetzt trocken bleibst, mit den Erfahrungen, die sie mit Dir gemacht hat?
    Machs lieber nur für Dich selbst.

    Gestatte mir die Frage, was Du jetzt anders machen willst.
    Was hattest Du denn bisher bei den ganzen Aktionen für ein Ziel?

    LG LK

    Ich hatte ja noch gar keine Definition von Weihnachten gegeben ;) Für mich gehörten all die vergangenen Jahre Beschwingtheit und Lachen, gemeinsames Musizieren und Gesellschaftsspiele, gutes Essen, Kerzen und Lichter allüberall, Düfte und große Weihnachtsbäckerei dazu.

    Meine letzen Weihnachtserinnerungen sind, dass ich wartete, bis die Bescherung und das Singen endlich zu Ende sind, damit ich in die Kneipe gehen konnte, um mit den Kumpels zu saufen.

    Weihnachten machte mich viele Jahre nur wütend.

    Jetzt backe ich Plätzchen, um die dunkle Jahreszeit angenehm zu gestalten. Heute ist der Großeinkauf für die Zutaten, kiloweise Nüsse, Marzipan, etc., nur beste Qualität. Gespart wird nicht.Und ansonsten machen wir nur Ruhe, lesen im Bett, bis wir Lust zum aufstehen haben, das heisst, gegen Mittag, kochen was gutes und gehen bei schönem Wetter irgendwo spazieren.
    Keine Familienfeiern, kein Baum, kein Besuch, nur wir zwei, meine Frau und ich. Geschenke gibts auch nicht, wir kaufen das ganze Jahr, was wir brauchen, ansonsten beschenkt sich bei uns jeder selbst bevorzugt mit Büchern, die sich jeder selbst aussucht.
    Und so macht mich das auch nicht mehr wütend, es hat nichts aufgesetzes und keine vorgespielte Idylle.

    LG LK

    Ich verstehe, was Du meinst.

    Alkohol ist eine Droge, die das Bewusstsein und das Denken verändert. Auch im nüchternen Zustand, ausser wäre lange trocken, Jahre.

    Was in seinem Kopf genau vorgeht, wissen wir nicht.

    Es kann sein, dass ihr ihm sowieso auf den Keks geht, es kann sein, dass er depressiv ist und glaubt, dass ihm sowieso niemand helfen kann, und er kann sich im Alkoholischen Wahn alles mögliche vorstellen.

    Und wenn er abhängig ist, muss er trinken, und wenn er Suchtdruck hat, fängt er wieder damit an.

    Für Euch ist nur wichtig, was hinten raus kommt. Er trinkt und hört nicht damit auf.

    Und Ihr könnt Euch bemühen, bis Ihr schwarz werdet, lies Dich hier bei Erwachsenen Kindern und Angehörigen durch, es bringt meistens nichts und wird immer schlimmer.

    Da hilft nur abgrenzen oder ganz weg von ihm.

    Guten Morgen,

    Ich weiß nicht, was noch passieren muss, dass mein Vater endlich merkt, dass der Alkohol das Problem ist

    Das merkt er vielleicht nie.
    Oder er denkt sich,so wie mein Vater und auch ich lange, Aufhören ist anstrengend, und was er dafür bekommt, das nüchterne Leben, gefällt ihm sowieso nicht.

    Egal wie, die wenigsten Trinker hören auf. Der überwiegende Teil hört nicht auf und nimmt das mit ins Grab.

    Ihr könnt nur Eure eigenen Konsequenzen daraus ziehen.

    LG LK

    Hi Abstinenzler,

    meine Frau und ich konnten uns im Streit zur Weissglut teiben, und ich war, bereits länger trocken, mindestens zwei Mal kurz davor, zum Saufen zu gehen. Erstens als Kurzschluss, weil ich es einfach nicht ausgehalten habe, zweitens um sie maximal zu ärgern.

    Und ich habe es nie getan, weil mir immer der Gedanke kam, wie es mir am nächsten Tag oder eine Woche später gehen würde. Selbst wenn das mit meiner Frau nichts mehr geworden wäre, hätte ich mich immer noch selbst gehasst dafür, dass ich wieder saufe. Und ich will mich nicht mehr hassen, das tut mir nicht gut.

    Ich hab das dann stur durchgezogen, ob das gerade Spaß machte oder auch nicht.

    LG LK

    Wir sind bei Selbsthilfe, also könnte es mir egal sein, wo der Mehrwert für Abstinenzler ist.

    Und ich hab auch keine Rückfälle, seitdem ich ernsthaft aufhören wollte.und vielleicht liegt der Mehrwert für ihn darin, drüber nachzudenken, woran das wohl liegen könnte.
    Obwohl er selbst alle möglichen Weisheiten rausgehauen hat von Saufdruck ist nach einer halben Stunde vorbei bis es ist ja so viel schöner nüchtern (hat er alles hier geschrieben) hat ers ja nicht umgesetzt.