Beiträge von Lebenskuenstler

    Das auch, und das ist ja kein Vorwurf. Nur, hilft halt nicht wirklich. Das weisst Du ja.

    Ich wollte aber darauf raus, dass Du ja selbst schon überall sehr große Zweifel hast.
    Und aus der Aussage seiner Ärzte schliesse ich, dass du ihn selbst dann, wenn er jetzt wirklich aufhört, sowieso lange überleben wirst. Also das steht Dir ja irgendwann sowieso bevor.
    Zwischenfrage: ist er völlig aus eigenem Antrieb in die Reha, oder musstest Du durch sanftes Drängen helfen?

    Die Frage ist, wie Du die Zeit bis dahin verbringen willst. Die Situation ist sowieso bescheiden, erst mal, egal wie Du das machst. Auch wenn Du Dich trennst, wirst Du ja erst mal leiden, das geht aus Deinen Aussagen über Dich selbst ja hervor.. Andererseits kannst Du hier auch, wie es enden kann, lesen.

    Du hast ja jetzt Zeit, Dir erst mal ein ungeschöntes Bild über Deine Gesamtsituation machen und Dir dann überlegen, womit es Dir weniger schlecht geht. Und natürlich auch auf Dauer, wie es Dir mit der Entscheidung gehen wird.

    Er ist ja jetzt versorgt. Wie lange eigentlich?

    LG LK

    Hallo Ella,

    Du schreibst so sehr viel über ihn, dass ich mich gerade gefragt habe, ob er Dein Vehikel ist, mit dem Du Dich von Dir selbst ablenken kannst.

    Mir sind ein paar Sätze in Deinem Thema aufgefallen.

    Er hat bereits von Ärzten klargemacht bekommen, dass er nur noch etwas Lebenszeit hat, FALLS er umgehend aufhört, zu trinken.

    sich dann irgendwann um die Wohnung kümmern. Das geschah in den vergangenen Jahren nie, deshalb glaube ich nicht daran. Ich weiß, mit welchen Stimmungsschwankungen er aus der Reha kommen und wie das an meine Substanz gehen wird.

    Und doch macht mir der Gedanke an ein Leben ganz ohne ihn auf unerklärliche Weise Angst. In meiner Lebensphase mit jetzt Mitte 50, aber auch, weil er schon fast immer ein wichtiger Mensch für mich war.

    Was logischerweise dazu führte, dass er mich längst nicht mehr ernst nimmt.

    Noch nicht ein einziges Mal habe ich es geschafft, ihm in einer solchen Situationen konsequent zu sagen, dass er wegbleiben soll.

    Das Problem mit der Wohnung wird er nicht in den Griff bekommen

    Es geht um Einsamkeit, das ist schon noch eine andere Stufe, denke ich. Also mangelnde Sozialkontakte, sich in nichts eingebunden fühlen, so ne Art Schattendasein führen. Ist naürlich mein Ding, da gegenzusteuern. Ich kämpfe mit Ansätzen zur Depression, daher fällt mir das nicht so leicht. Noch bin ich berufstätig - was kommt danach, sowas beschäftigt mich. Aber klar, eine von Sucht geprägte Beziehung ist da keine Lösung, im Gegenteil.

    Mein Xy steckt so knietief im Schlamassel

    Ich hbe mir in den vergangenen Jahren immer Hintertürchen offen gelassen, durch die ich wieder in die Beziehung reinschlüpfen konnte

    Kannst Du Dir denken, was ich glaube, wenn ich das lese?

    LG LK

    So lange er noch Nein sagen kann und seinen Willen glaubhaft artikulieren kann, keine Chance.

    Fällt mir noch dazu ein:

    Ein Betreuer muss immer erst vom Gericht befugt werden.

    Lavendel,

    Du schreibst aber auch, dass Deine Mutter eine Vollmacht hat. Ist das eine Betreuungsvollmacht oder eine Vorsorgevollmacht?
    Die muss dann Dein Vater unterschrieben haben, und dann kommt es darauf an, wofür alles er unterschrieben hat.

    Ich hatte das bei meinem Vater.
    Erst hatte ich nur die Betreuungsvollmcht, die bedeutet aber nur, dass ein Richter mich zum Betreuer hätte machen müssen, weil es der Wunsch meines Vaters war.
    Die Gerichtsentscheidung blieb mir erspart, weil er vorher gestorben ist.
    Seine Finanzen konnte ich mit der Betreuungsvollmacht nicht regeln. Seine Bank gab mir damit keinen Zugriff auf sein Konto.

    Es hat mir dann nach längerem Zureden noch eine Vorsorgevollmacht unterschrieben. Aber das auch nur, weil ich ihm gesagt hatte, dass sonst eben ein Richter über ihn entscheidet. Was für ihn nicht akzeptabel war.
    Und bei der Vorsorgevollmacht hatte ich ausgewählt, was ich brauche, um handlungsfähig zu sein, er hat das dann alles unterschrieben. Und zum Glück kam es nicht dazu, dass ich strittige Entscheidungen fällen musste, vor allem was sein Haus betraf, denn dann hätte ich wieder erst vor Gericht damit müssen.

    Das sind so im Groben meine Erfahrungen.

    LG LK

    Hallo Lavendel,

    Du fragst nach einem Betreuer.

    Das kommt zuerst mal darauf an, ob Dein Vater einen Betreuer will und der Betreuung zustimmt oder nicht.

    Wenn dein Vater das nicht will, muss darüber ein Familienrichter entscheiden. Bei uns hier dauert das etwa ein halbes Jahr.
    Es wird ein meidizinischer Gutachter dazugezogen, der entscheiden muss, wie weit Dein Vater noch geschäftsfähig ist und seine Angelegenheiten noch selbst erledigen kann.
    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, wenn er noch weiss, wie er heisst, wo er wohnt und welcher Wochentag ist, dann gilt er voraussichtlich noch als orientiert.

    Dazu möchte ich sagen, es gibt richterliche Entscheidungen, dass Sucht und Verwahrlosung kein Grund für eine Zwangsbetreuung sind. Denn das darf man. Jeder darf sich entscheiden, ob er im Elend leben will oder nicht. Von der Rechtslage her.
    Da müssen schwerere Gründe vorliegen, das entscheidet dann aber das Gericht.

    Im Wesentlichen ist es so, dass Dein Vater so leben darf, wie er will, ob Dir das gefällt oder nicht. Du bist erwachsen, da hat er gegenüber Dir keine Verpflichtungen mehr. Du ihm gegenüber aber auch nicht.

    Der Alptraum endet, wenn Du aufwachst. Und das heisst im Prinzip, Du brichst den Kontakt wieder ab, wenn er Dir nicht gut tut.

    LG LK

    Moin Blendi und alle,

    Wegen mir wirst Du hier nicht gesperrt, Blendi, denn Deine Fragen und Feststellungen sind ja im Prinzip nicht dumm. Beleidigt hast Du mich nicht, alles gut.

    Also, ich kanns mir leisten, meinen gestrigen Plan, heute nicht hier zu schreiben, umzuwerfen.
    Flexibilität ist sowieso auch bei Langzeittrockenen wichtig, denn was habe ich davon, wenn ich mir was vornehme und das dann stur durchziehe, wenn ich dann feststelle, dass es gar nicht passt.
    Mir fällt als Beispiel grade ein, ich plane eine Bergtour, dann regnets Bindfäden oder ich stelle fest, heute laufe ich schlecht, dann mache ich auch was Andreres stattdessen.
    Also ich bin nicht bei jeder Sache hundertprozentig konsequent. Perfektionismus ist nicht meins. Genuss schon.

    Und solange ich finde, es tut mir besser, hier zu antworten, antworte ich.

    Den Plan, nichts zu trinken, werfe ich nicht um, denn das kann ich mir nicht leisten.

    Wenn mich allerdigs dazu entschliessen würde, zu trinken, könnte mich keiner aufhalten, also mach Dir lieber nicht zu viele Sorgen, das würde da gar nichts nützen.
    Du musst nicht meine Co werden. Empathie kann gut, aber auch gefährlich sein.

    Und es stimmt auch, dass ich genau so ein Süchtiger bin, wie alle Anderen auch.
    Aber es muss auch nicht jeder den Weg des Anderen nachvollziehen können.
    Ich erinnere mich, hier am Anfang, hatte ich mit Hartmut den Austausch, sein Weg passt für ihn, meiner für mich, und so lange wir beide dabei trocken bleiben ist alles gut.
    Wir respektieren uns und ansonsten macht es jeder so, wie es ihm gut tut.

    Ich lese mir allerdings schon durch, was ich geschrieben habe.
    Gestern hast Du mir das wegen der Reha geschrieben.

    Ich, wenn ich mein Geschriebens selbst lese, dann steht da, dass ich unbedingt ein Einzelzimmer wollte und wo anders, dass ich mir überlegt habe, wie ich dort mit den Leuten umgehe.

    Vorgestern und auch gestern noch habe ich mich ausgiebig mit einem Langzeittrockenen auseinandergesetzt, der rückfällig war, und ich habe mich damit auseinandergesetzt, was ich für mich da rausziehe.
    Andere ziehen sich da auch was raus, aber trotzdem schreibe ich diese Beiträge auch für mich. Deswegen stehen sie hier in meinem Faden.

    Dass ich ein Süchtiger bin wie alle Anderen auch, bedeutet auch, dass ich das, was ich anderen um die Ohren haue, auch für mich selbst für das Richtige halte. Ich habe mich schliesslich schon mal fast totgesoffen, und da war Einiges dabei, was Andere hier auch erleben. Als Süchtige und von aussen als Angehörige.
    Und was ich da vorgestern geschrieben habe, hätte er sich vorher überlegen müssen, also, wer, wenn nicht ich.

    Als Du mir das gestern geschrieben hast, Du glaubst, dass ich kurz vor dem Rückfall stehe, war mir klar, wenn ich das so arrogant betrachte, was erzählst Du mir denn, ich weiss es dank meiner Erfahrung viel besser, war mir schon gleichzeitig klar, dass ich ja auch von der Rückfallprophylaxe schreibe.

    Was meine Rolle hier angeht, folgendes:

    Ich bin hier ein normales Mitglied ohne besondere Funktion.
    Ich bin im Leben schon oft genug vorn dran gestanden, war Leiter, Chef, Gruppenleiter, bis es teilweise immer noch, und hier werde ich keine Funktion übernehmen, ich gehe in den (Un-)Ruhestand.
    Ich weiss, dass meine Beiträge auch gelesen werden, weil ich ein Langzeittrockener bin und Erfahrungen habe, trotzdem bin ich keineswegs perfekt und auch kein grundsätzlich besonders harter Typ. Deswegen soll man sich rausziehen, was man für sich selbst brauchen kann, den Rest liegenlassen und nicht alles blindlings nachmachen. Ich kann nämlich Andere genau so wenig vor sich selbst retten wie mich Andere vor mir retten könnten.
    Im Klartext, ich bin hier nicht der Guru und ich werde es auch nicht.

    Manches wie die Trockenheit oder auch meine sportlichen Übungen mache ich, weil ich mein Leben liebe, aber ich kann auch liebenswert und nett sein, sonst hätte mich meine Frau längst verlassen bzw. sie wäre nicht wiedergekommen. Dazu gehört aber natürlich auch, dass ich als Partner anwesend bin, mit allem, was dazugehört.

    Ich setze mich momentan aber tatsächlich öfter mit meiner Zukunft auseinander.
    Ich muss nichts mehr tun. Gleichzeitig muss ich manches, was ich immer gern getan habe, wegen meiner Behinderung zurückfahren.
    Heisst, ich muss mir auch irgendwas suchen. Ich werde wohl auch was finden, ein paar Sachen habe ich am Laufen.

    Und Langweile fördert die Kreativität. Dazu muss man aber manchmal die Langeweile und die Leere aushalten, da passt dann wieder das Meditieren.
    Aus diesem Grund will ich nicht meine ganze Zeit hier verbringen, und wenn ich hier zu viel schreibe, beschäftigt es mich mehr, als ich möchte.
    Also werde ich da das rechte Maß dafür finden, mit dem es mir selbst gut geht. Wie das genau aussehen wird, weiss ich noch nicht. Frag mich aber keiner, ob ich Moderator werden möchte, auch so was habe ich eben in diesem Selbsthilfeverein, von dem ich geshrieben hatte, denke ich, schon hinter mir. Das macht Spaß, ist aber heute nicht mehr das Richtige für mich.

    Gucken wir mal, ich kümmere mich jetzt erst mal um mich.

    LG LK

    Hm.

    Die Sorge hatten schon viele bei mir.

    Ich bin schon noch ziemlich von mir überzeugt. Ich weiss wie das klingt, so klang das schon immer, und ich bin da wo ich bin.

    Ausserdem weiss ich, was ich gestern hier geschrieben habe. Ich kann schneller aufpassen, als mich jemand schieben kann.
    Wenn ich trinke, dann nur, weil ich will. Und da gibts keine Diskussion.

    LG LK

    Ich habe irgendwann geschrieben, ich diskutiere meinen Weg nicht. Das gibt es nichts zu diskutieren, weil ich ihn sowieso schon gegangen bin und nie einen Grund hatte, ihn zu ändern. Das einzige Problem ist, jemand könnte ihn nachmachen und dabei scheitern. Ja, das sehe ich aber auch so wie Hartmut.

    Bis dann.


    Ich erkläre Euch, warum ich das mache.

    Erstens kannte ich Anfangs das Thema Risikominimierung nicht, wollte aber am normalen Leben teilnehmen. Ich habe meine Erfahrungen auf eigene Faust gemacht. Erst viel später haben mir Andere erzählt, dass ihnen das Probleme machen würde, da war ich damit längst durch.

    Also keine Saufveranstaltungen, aber z.B war ich nach ein paar Wochen irgendwo unterwegs und bin zum Essen gegangen. Übliche Restaurantsituation, ich habe mich gefragt, wie wird es mir gehen?
    Dann war ich nach etwa drei Monaten auf einer Berghütte in Südtirol, zum Bergsteigen. Ich war allein auf der Hütte, also ohne Frau oder Freunde, weil ich Zeit hatte und das machen wollte. Wieder so eine Situation, ich wurde zu Fremden an den Tisch gesetzt, denen war das natürlich egal.

    Bei mir gings drum, ich habe mir das vorher vorgestellt, um mir zu überlegen, was ich mache, sollte mich Saufdruck überfallen. Das war Teil meiner Exit-Strategie, ich musste sie nur nie anwenden.

    Natürlich entspricht das nicht den Empfehlungen dieses Forums. Ich von mir wusste ziemlich bald, dass ich nach meinem Tiefpunkt die Schnauze absolut voll hatte, bei mir war das wirklich kein Kampf. Ich war absolut überzeugt und massivst motiviert.

    Wenn das hier jemand nachmachen will, muss er wissen, dass ich ein ziemlich spezieller Typ bin.

    Wenns den Forenregeln widerspricht, lieber löschen. Damit habe ich kein Problem. Es ist meine Erfahrung, deswegen hab ichs erzählt.

    LG LK

    Ich hatte mir allerdings überlegt, ob ich diesen Satz schreibe. Denn das sollte wirklich nur jemand machen, die/der es sich leisten kann.
    Ich will nicht die Regel der Risikominimierung durchbrechen, sie hat ihren Sinn.

    In nächster Zeit werde ich trotzdem nicht so viel schreiben, da ich auch mein Leben lebe. Muss einige Dinge erledigen. Also wundert Euch nicht.

    LG LK

    Hi Bono,

    danke. Freut mich übrigens, dass sich Leute was rausziehen können und das mögen, wenn ich schreibe. Ich lebe auch nicht im luftleeren Raum.

    Ich sehe es klar so, am Anfang musste ich mich hier einfinden und ich wusste noch nicht, in welche Rolle ich hier hineinwachse.
    Auch 24 Jahre Trockenheit und Mitlesen hier ändern ja nichts daran, das es hier ein Neuanfang war.

    Verschiedene Leute haben mich ja auch angecheckt, wie ich reagiere. Was ich völlig normal finde, trotzdem ist es erst mal so.

    inzwischen bin ich halt da und bin dann einfach so, wie ich bin.

    LG Lk

    Ich schreibe noch mal was zu dem ganzen Thema.
    Mir macht das richtig Spaß, mich damit auseinanderzusetzen.

    Mein wesentlicher innerer Antrieb ist nicht, trocken zu bleiben, sondern, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen. Die Trockenheit ist für mich Mittel zum Zweck. Wenn Ich nicht glücklich werden würde, hätte ich keinen Antrieb, länger leben zu wollen oder auf meine Gesundheit zu achten.
    Da gibts übrigens Massenuntersuchungen in der USA dazu. Nichts macht zuverlässiger auf Dauer unglücklich, als zu viel zu trinken. Hoher Alkoholkonsum führt zuverlässig zu Schwierigkeiten. Abgesehen davon, dass es lt. WHO keinen risikolosen Konsum gibt. Die zwei Gläser Wein, die angeblich gesund sind, sind längst Geschichte.

    Ich habe mich selbst im Zuge meiner Auseinandersetzung mit mir selbst schon gefragt, was ich eigentlich tun würde, wenn ich eine Möglichkeit finden würde, dass ich wieder trinken könnte.

    In diesem Zusammmenhang hatte ich einmal eine Unterhaltung mit einer Frau, die nach 13 Jahren Trockenheit wieder angefangen hatte. Als die Unterhaltung statt fand, ging sie bereits seit 5 Jahren mehrmals im Jahr zum Entgiften. Da erzählte sie mir, sie ist in ihrem ganzen Leben nie so glücklich wie in der Entgiftung. Denn da hat sie Leute um sich herum, die sich um sie kümmern und die sich für sie interessieren. Ihr ganzes anderes Leben ist total langweilig und sie war trocken nie so recht zufrieden.

    Ich habe da zugehört und dachte, OK, auch eine Möglichkeit. Einschub, der Arzt meines Vaters sagte, die Freiheit des Einzelnen beinhaltet auch die Freiheit, sein Leben gegen die Wand zu fahren.
    Also, wenn sie das so für sich entscheidet, kann man so machen, geht mich nichts an. Sie sagte dann aber auch noch, ihr gehts gut dabei. Mein Vater war ja auch überzeugt, ich werde nüchtern unglücklich werden. Denn für ihn war bis zu seinem Lebensende klar, das Leben lässt sich nur durch Alkohol erträglich machen. Auch seine Entscheidung, ich habe mich rausgehalten. Aber er war ja trotzdem mein Vater, denke ich dann schon drüber nach. Nur hat es keine Macht über mich, ich will mir nur selbst auch nichts vormachen.

    Und da kommt der Punkt für mich ganz speziell. Ist bei anderen Langzeittrockenen vermutlich ähnlich.
    Ich bin so gerne nüchtern, dass ich anfangs dachte, wenn ich es früher so gewusst hätte, hätte ich früher aufgehört. Stimmt so nicht, da ich damals einfach noch nicht so weit war. Aber heute bin ich es. Und selbst wenn ich könnte, würde ich nicht trinken. Manchmal mache ich mir tatsächlich einen Spaß draus, wenn ich mich mit einem Freund unterhalte, der dazu ein Glas Wein trinkt. Würde ich das Gefühl mögen? Ich kann mich ja dran erinnern. Und ich bin mir sicher, ich würde mich nach einem Bier oder einem Wein ganz sicher nicht besser fühlen. Ich kann mir das vorstellen, ohne dass es Appetit weckt. Eigentlich ist das für mich der Inbegriff des Trockenseins, ich will tatsächlich nicht und nicht nur aus Angst vor den möglichen Folgen.

    Und wie andernorts erwähnt, will ich nicht mit Stärke und Disziplin trocken bleiben, sonders es soll ein Selbstläufer sein.
    Der Selbstläufer ist es, aber bei unserem Freund hier gestern war es das auch, das hatte er erwähnt. Es war sogar so locker, dass er seine Vorsichtsmassnahmen vergessen hat. Bei mir ist es auch locker, also erkenne ich durchaus Ähnlichkeiten. Mir geht es aber zu gut, als dass ich seinen Weg nachgehen möchte.
    Angst habe ich davor nicht, denn ich weiss, ich habe das in der Hand.

    Noch was.

    Zusätzlich zu den Regeln hier findet alles hier in der Freizeit statt. Zumindest bei mir. Unbezahlt, um es zu verdeutlichen. Das heisst, ich muss gar nichts, und alles ist freiwillig. Hähä, auch dass ich mich beleidigen lasse.
    Hier sind viele Leute, und es ist von daher schon mal unmöglich, das jeder jedem und zu jedem Thema antwortet. Schon aus Zeitgründen.
    Und ich, vermutlich alle Anderen auch, haben auch noch ein Leben ausserhalb des Forums.

    Und diesem Leben ausserhalb des Forum werde ich mich in nächster Zeit wieder verstärkt widmen. Meine Beiträge hier schreiben sich ja nicht selbst. Da werde ich jetzt wieder mehr Energie für mich verwenden. Muss ich auch.

    LG LK

    Man geht hier ja leider nicht auf jeden Hilfegesuch ein....

    Ich hatte ihn verschiedenes gefragt.

    Warum er den Rückfall zugelassen hat, und, vor Allem:
    Weil er mit den Grundbausteinen nicht ganz warm wurde, was er denn glaubt, was ihm helfen würde.
    Und Hartmut hat ihm auch ausführlich erklärt, was an den Grundbausteinen dran ist.

    Er hat auf keine meiner Fragen geantwortet oder ist auf Hartmuts Erklärungen eingegangen, sondern nur rundum ausgeteilt. Was hier für ein Regime herrscht, dass nur nach Schema F gehandelt wird (was nicht stimmt), ihm passte einfach nichts.
    Ich nehme an, er ist wegen seiner Situation und seinem angeknacksten Selbstbewusstsein, von dem er geschrieben hat, äusserst schlecht gelaunt.
    Sucht Sündenböcke für seine Situation. Das kennen wir selbst, jedenfalls ich.

    Ich hatte im Nachhinein das Gefühl, er wollte trockengestreichelt werden. Wir müssten ihm den Kopf tätscheln, weil er das arme-Sau-Syndrom hat.
    Und wir wissen verschiedentlich, unsere Cos haben das ja auch probiert, dass das nichts bringt.
    Seine Ehe ist wegen seinen Rückfällen im Eimer, hat er selbst geschrieben, also hat sie das vermutlch ja auch verrsuvcht.

    Wenn ich an einen nicht rankomme, stehe ich machtlos daneben wie irgendeine Co. Und im Gegensatz zu einer Co mache ich das nicht ewig.

    Er weiss, was er tun muss, um da wieder rauszukommen, und das ist in allererster Linie kein weiterer Rückfall und konsequentes Trockenbleiben.
    Wenn ihm dann solche Aussagen nicht passen, dann muss er eben selbst gucken.

    Es wurden ihm auch Möglichkeiten genannt, andere Gruppen zu finden.

    Also ich finde schon, dass wir versucht haben, ihm zu helfen.

    Und was ich selbst damit mache, steht bei mir.

    LG LK

    Oh, danke.

    Es ist nicht das erste mal, dass ich sowas erlebe.
    Ich weiss es ja.
    Und ich gehe davon aus, dass ich das für mich verhindern kann. Zumindest tue ich mein Möglichstes.

    Das ist aber grade auch das Bittere. Ein Langzeittrockener, der wieder anfängt, ist ja kein Anfänger. Er weiss eigentlich, wie es geht, aber er tuts nicht. Er findet ein Argument, warum er trinken will, weil irgendwas davon besser wird, und wenn es nur die Erfüllung des eigenen Willens ist, und dann stellt er fest, er hat sich geirrt. Und ich habe in realen Gruppen schon gesehen, dass das manchen Leuten endgültig die Füsse wegzieht, wenn sie wissen, dass sie es hätten es verhindern können. Denn man fängt ja nach Jahren nüchtern wieder damit an, ich glaube das passiert nicht so aus Versehen. Ich selbst habe ja tausend Werkzeuge, muss sie nur einsetzen. Und der Punkt, um wirklich wieder aufzuhören, muss wieder gefunden werden, da braucht es aber wieder so was wie einen Tiefpunkt. Findet nicht jeder.

    Es ist zwar schon eine Krankheit, aber wie bei manchen Anderen ist man der nicht hilflos ausgeliefert, sondern es gibt Verhaltesweisen, die haben sich bewährt. Hier sind es die Grundbausteine, es gibt noch zwei drei Andere, aber so ganz frei ist es eben nicht. Sicher ist, ohne Alkohol bin ich sicher, Punkt Aus Ende. Wenn ich nicht anfange, muss ich nicht aufhören.

    Es ist für mich ein bisschen wie beim Katastrophenschutz. Ein Rückfall wäre ja meine persönliche Katastrophe. Denn ob ich den Ausgang noch mal finden würde, wer weiss das schon. Es wurde hässlich werden. Nüchtern kann ich nüchtern überlegen. Wenn ich erst mal wieder trinke, kommt das übliche nasse Denken, von der Gier gesteuert und wegen dem Versagensgefühl ist dann auch schon manches noch schwerer. Ich habe einige gesehen, die dann wegen ihren Versagensängsten nicht mehr aufhören konnten, weil sie sich das nicht mehr zugetraut haben.

    Das ist keine Spekulation, manche reden da ja offen drüber. Da kann man sich im Sinne der Selbsthilfe schon was rausziehen.

    Katatrophenschutz muss in Übung bleiben. Wenn die Feuerwehr erst übt, wenns brennt, kannst Du Dir ja vorstellen.
    Ich halte mir das lieber im Bewusstsein, dann kanns mich nicht so sehr überraschen.

    Ich bleibe bei der Rückfallprohylaxe, dafür habe ich meine Arroganz, dass ich das nicht brauche, weil es ja so locker läuft, längst abgelegt. So lange ich nämlich nicht wieder anfange, bleibt es verhältnismässig locker. Selbst wenns mal schwierig wird, wieder aufhören ist schwieriger, nach Allem, was ich bisher gesehen habe. Zumindest bei mir gehe ich davon aus, ich bleibe lieber trocken.

    LG LK

    Es ist gut, dass ich hier bin.
    Aus manchen Themen ziehe nämlich ich noch was.
    Z.B., dass es absolut nicht erstrebenswert ist, nach Jahrzehnten wieder anzufangen.

    Mir fehlt es nicht mal an Empathie, ganz im Gegenteil. In der Haut möchte ich nicht stecken. Macht mich nicht gerade neidisch.
    Und ich kann sogar nachvollziehen, dass das alles ganz schön hart ist, sich das anzuhören. Ich wills nicht hören.
    Manchmal kommts mir vor, ich betrachte das wie ein Arzt. Was bräuchte der wirklich?

    Oder was bräuchte ich, wenn es so wäre. Es wäre einfach besch...eiden. Die Motivation, dass es nüchtern besser war, hat ja offensichtlich nicht mehr gegriffen.
    Heute Nacht habe ich seit langem erstmals geträumt, dass ich wieder trinke. Beim Aufwachen, nee, echt nicht.

    LG LK

    Weil ich in einer Depression vulnerabler für Saufdruck bin. Und ich kann mir vorstellen das Dich Deine starken Schmerzen auch vulnerabler für Saufdruck machen.

    Dazu will ich mal noch was schreiben.

    Hier in meiner Vorstellung habe ich geschrieben, dass ich alle Zweifel vor dem Aufhören weggesoffen habe.
    Dazu gehört auch, dass ich schon mal versucht habe, Schmerzen wegzutrinken.
    Funktioniert bei mir exakt so lange, wie ich bewusstlos bin.
    Und bis ich bewusstlos bin, hat eine Flasche Whisky nicht gereicht, meistens nicht mal zwei. Keine Option und nicht mal der Wunsch, es zu tun.

    Bis ich bewusstlos bin und danach, so bald ich wach bin und mit dem Kater oder Entzug kämpfe, fühle ich mich da hilfloser als ganz nüchtern.
    Aus dem Grund bin ich da nicht vulnerabler.

    Hier zu der Reha:

    Das ist eine komplett andere Umgebung und Menschen, die Du nicht kennst und die Dich nicht kennen. Allerdings glaube ich das Du ganz gut alleine klarkommst und das Du sehr gut auf Dich aufpassen kannst. Du hast ein Einzelzimmer, somit ist der Bereich schon einmal safe.

    es geht schon darum. Ich könnte alleine klarkommen. Aber will ich das überhaupt? Nein, will ich nicht.

    An vielen Wohnorten habe ich mich um niemanden gekümmert. Das war jahrelang mein normales Asozialverhalten. Ich hatte keine Lust auf die Leute um mich herum. Ich weiss wie es geht, ob es mich glücklich macht, ist eine andere Frage. So lange ich etwas mache, was sich für eine Einzelperson gut eignet, mache ich das gerne, aber in einer Situation, in der ich eingebunden bin, werde ich lieber Teil des Teams und bin dann aber lieber nicht der Underdog.

    Als ich an meinen jetzigen Wohnort gezogen bin, habe ich bewusst versucht, es Anders zu machen. Ich habe mich bei allen Nachbarn vorgestellt, reibungslos alle Fronten geklärt. Es macht das Leben auch spürbar einfacher, wenn ich mit meinen Nachbarn gut auskomme. Und wenn nur mal jemand nach den Katzen guckt oder mich an den Flughafen fährt. Hier lagen von einem Vorgänger Anwaltschreiben wegen den Nachbarschaftsstreitigkeiten, kann man so machen, aber nur wenns unumgänglich ist. Ich mags lieber friedlich um mich herum. Und hier, kleines feines Wohngebiet, spielt Nachbarschaftshilfe eine Rolle.

    Das gleiche wars vor 4 Jahren im Krankenhaus. Ich hatte nur Vorteile davon, dass mich meine Mitpatienten mochten und mich sogar als Respektsperson betrachtet haben.
    Und den "Gemeinschaftsjob", den jeder machen musste, nahm mir jemand ohne mein Zutun ab, weil ich mit den Alkoholikern zum Einkaufen ging und von daher schon irgendwie eine Funktion hatte. Und der Oberarzt nannte mir die besseren Cafés drumrum.

    Das gab mir die Freiheit, das zu tun, was mir gut tat, ohne mich in blödsinnigen Auseinandersetzungen zu verlieren. Manche hatten sich da nämlich durchaus in der Wolle. Haben sich beim gemeinsamen Essen gestritten etc, ich nicht. Ich weiss, da ich es ausprobiert habe, dass es Stress ist, sich im Alleingang gegen 20 andere zu stellen. Ich werde in der Regel zwar nicht gemobbt, aber mir gehen die Leute dann aus dem Weg.

    Ob mir irgendwelche Gemeinschaftsübungen, mit denen in einer Reha zu rechnen ist, besser gefallen, wenn ich mich als Aussenseiter generiere, bezweifle ich. An sich rechne ich eher damit, ich stelle mich vernünftig dar und dann läuft das. Und das ist das, was ich will. Ich wills mir so einrichten, dass ich das gerne mache.

    Bei mir ist es generell so, ich mache viel allein. Ich muss mir gar nicht beweisen, dass ich das kann. Es geht um den Wohlfühlfaktor.

    Ich persönlich würde mir für Dich wünschen, dass Du selbst etwas mitleidiger mit Dir selbst sein könntest. Denn immer die eisenharte Nummer ist ja auch irgendwie anstrengend.

    Nur noch mal kurz, ich muss noch was tun.

    Es ist nicht die eisenharte Nummer.
    Wenn ich laufe, merke ich ganz genau, wie es mir geht. Jeder einzelne Schritt. Ich bin absolut nicht masochistisch veranlagt, ich fluche und ich hasse es.
    Aber ich weiss trotzdem, dass es mir hinterher besser gehen wird. Und ich weiss, dass es mir auch bald schlechter gehen wird, wenn ich eben das nicht tue.
    Da regiert in dem Moment schon der Verstand, aber mit dem Hinterdanken, dass die Emotionen davon auch besser werden.

    Ich habe Mitgefühl mit mir und das kann ich dank Meditation sogar sehr gut. Mitleid würde mich aber selbstmitleidig machen und dann würde ich möglicherweise nicht so viel tun. Ich muss mich zum Loslaufen schon erst mal selbst bringen. Das kann schon sein, dass ich da lustlos anfange, aber ich machs trotzdem.

    Ich kenne das Thema Belohnungsaufschub. Also erst mal durch die Scheixxe durch, damit es besser werden kann.
    Und irgendwann ist eben der Punkt erreicht, in dem es nicht mehr auf Dauer besser wird, sondern nur noch die Verschlechterung verlangsamt wird.
    Das ist für mich und meine Denke nicht so weit davon entfernt, einen Entzug zu durchleben, um hinterher freier zu sein.
    Und auch davon, Machtlosigkeit gegenüber unumgänglichen Lebensumständen bedingungslos zu akzeptieren.

    Ich akzeptiere, dass das bei mir niemand ändern können wird, denn ich habe schon 8 gute Arzte daran arbeiten lassen.
    Aber ich sehe keinen Sinn darin, deswegen nun bis an mein Lebensende Trübsal zu blasen.
    Deswegen mache ich das Beste draus, was ich machen kann.
    Das, ähm, bin ich mir wert.

    LG LK