Wenn er nur ansatzweise so drauf ist, wie ich das war, dann denkt er sich, wenn er tot ist, tut ihm nichts mehr weh. Wäre doch nichts einfacher, als morgens tot aufzuwachen, alle Probleme und jeder Ärger wären auf einen Schlag gelöst. Da kannst Du Dich sorgen, so viel Du willst. Mir war mein Leben im nassen Zustand nicht so besonders wichtig, und aufhören war für mich, wie schon geschrieben, nicht interessant. Aufhören klang nach Anstrengung ohne Belohnung.
Die Angst vor dem Sterben ist nicht das Problem. Das wird für Dich als Hinterbliebene zum Problem, er kriegt davon nichts mit. Meine Angst war, dass das mit dem Sterben gar nicht so einfach ist. Dass ich erst noch verblöde und das selbst mitkriege, oder so nette Krankheiten wie Variszen, Leberzirrhose und Bauchspeicheldrüsenkrebs, die man vom Saufen auch bekommt.
Beiträge von Lebenskuenstler
-
-
Guten Morgen,
R/no , Du hast mich hier erwähnt.
Ich will nur mal sagen, ich habe Dir Einiges geschrieben, aber das sind ja alles Gedanken von mir. Was Du von dem, was ich schreibe, gebrauchen kannst, weiß ich im Prinzip nicht. Für mich wäre das Gartenhaus zwar nur die zweitbeste Lösung, aber ich könnte damit leben. Ob Du das kannst, weisst nur Du. Und ich will Dir keine Ratschläge geben, bei denen Du das hinterher bereust, wenn Du auf mich gehört hast. Es ist immer nur wie vor dem Supermarktregal, es sind Angebote von Sichtweisen.
Ich war nach 2 Monaten Trockenheit auch eine Weile allein zu Haus. Bei mir war zu dem Zeitpunkt auch nicht klar, wie meine Beziehung weiter läuft, und meine Frau musste einige Zeit ins Krankenhaus.
Ich kann mich an den Gedanken erinnern, dass ich das als Anlass nehmen kann, mir zu überlegen, ob ich wegen mir selbst trocken werde oder um die Beziehung zu retten. Weil, wenn ich alleine bin, merkts ja keiner, das wäre ja früher der Gedanke gewesen. Sturmfreie Bude, das hätte ich ja nützen könnn, ohne blöde Fragen zu saufen.
Ich habe das genutzt, um mir darüber klar zu werden, dass ich wirklich wegen mir selbst nicht trinken will und mir die "unbeaufsichtigte Gelegenheit" tatsächlich kein Anlass zum Saufen war. Ich habe damit meinen Standpunkt zu meiner Sauferei noch besser geklärt.
Ich zitiere mal was aus Deinem allersten Vorstellunsbeitrag hier:Meine Familie leidet stark darunter und an Silvester musste mir mein Sohn nach einem Sturz auf die Beine helfen, da ich seit ein paar Monaten motorische Probleme habe besonders nach dem Konsum denke ich das ich Alkoholische Polyneuropathie habe.
Heute habe ich mich bei einer Beratungsstelle/Freundeskreis gemeldet
Da hast Du als Gründe zum Aufhören Deine Familie genannt, weil sie leidet. Davon, dass Du auch unter Deiner Sauferei gelitten hast, war da nur am Rande die Rede. Polyneuro ist für viele kein Grund zum Aufhören. So wie Du es geschrieben hast, war es ja mehr für Deinen Sohn schlimm als für Dich. Ich bin mir nicht sicher, ob Du das so gemeint hattest, aber bei mir haben die Zuschauer oft auch mehr gelitten als ich selbst. Aber die Zuschauer sind nicht die, mit denen ich 24 Stunden täglich zusammen bin, das bin nur ich. Ich muss mich den ganzen Tag lang aushalten, ob mich die Anderen aushalten ist zweitrangig.
Ist das immer noch so, würdest Du ohne Familie weitertrinken? Oder merkst Du inzwischen, dass es auch für Dich ganz alleine besser ist? Es sieht für mich öfter so aus, als ob Du das jetzt verstanden hast, dass Du besser auch wegen Dir selbst aufhörst.
Und was mir dabei auch aufgefallen ist und wenn Deine Frau nun weg ist, vielleicht ja auch eine Möglichkeit ist: was ist aus dem Freundeskreis geworden?
LG LK -
du hast dabei aber scheinbar übersehen das er das zeug bewußt und nicht aus versehen gegessen hat.
das habe ich nicht übersehen, aber das kann er nachträglich nicht mehr ändern. Deswegen brachte es aus meiner Sicht (ich schreibe meine persönliche Meinung) nicht sehr viel, ihm das immer wieder zu sagen.
Ich denke er hat es verstanden, (wenn nicht, dann wäre das wie bei den Cos, irgendwann ist genug geredet) und sollte jetzt nach vorne gucken. Stehn ja ein paar andere Themen bei ihm an. Und ich will jetzt auch aufhören, denn über ihn reden ist ja auch unfair.
LG LK -
Von kontrolliertem Trinken war von meiner Seite nirgends die Rede. Das zur Klarstellung.
Die ganze Diskussion kam auf, weil einem Teilnehmer was passiert war und ich wenig Sinn darin sah, dass ihm sehr oft geschrieben wurde, was da passieren könnte. Ich denke, spätestens nach dem dritten Beitrag sollte er es kapiert haben. Und ich persönlich finds gefährlicher, ihm einzureden, dass er zwangsläufug rückfällig werden wird.
Ich wollte ein bisschen Druck rausnehmen, weil derjenige auch noch ein paar andere Probleme hat. Was mich im Grunde aber nichts angeht.
Und dann habe ich ein bisschen argumentiert, kam aber offensichtlich nicht gut. Ich habs gemerkt.
Und ansonsten habe ich gestern geschrieben, dass mein letzter Satz zum Thema geschrieben ist. Ich möchte diese Diskussion nun gerne beenden. Für mich ist alles gesagt, da kommt nichts Neues mehr.
Ich mach mal Pause hier, bin müde und habe auch Anderes zu tun, dann beruhigt sich das Thema vielleicht. -
Alkoholfreies Bier war für mich schon immer Plörre, habe ich noch nie getrunken. Mich interessieren auch keine Weinbrandbohnen.
Aber da Du es schon nicht wissen wilst, natürlich kenne ich Leute, die alkoholfreies trinken. Ist aber nicht meins.
Ich hab nur keine Panik vor dem Rückfall wegen geringster Mengen. Und das aus ganz eigenem Interesse und nicht, um Dir irgendwas zu beweisen.
Ich wollte ein Problem lösen und mich hat interessiert, wie ich es löse.
Ich wollte irgendwann mal wissen, was AA so behaupten, und ich habe gefunden, dass es für vieles keine Belege gibt.
Und das ist mein letzter Satz zu dem Thema. -
Ich habe eine Frage zu dieser Aussage.
Bedeutet das, dass bei Dir ein Rückfall erst dann als solcher gilt, wenn Du Deinen Kontrollverlust erreicht hast?
Denn das liest sich für mich nach "Ein Bier geht schon. Da bin ich ja noch weit vom Kontrollverlust entfernt."
Die Frage musste ja kommen.
Aber das interessiert mich überhaupt nicht.
Für mich ist der Kontrollverlust auf jeden Fall der Grund, warum ich aufgehört habe. Von daher tatsächlich DAS Kriterium für mich.
Und ansonsten, Fruchtsaft hat bis 0,6 prozent, trinke ich ja auch. Kann ich mir ausrechnen, Liter Apfelschorle 50:50 Wasser, 2 Gramm Alkohol, so viel wie 100 Gramm Tiramisu. Saufe ich deswegen? -
Beitrag zu den realen Gruppen.
Die allererste Gruppe war eine Motivationsgruppe bei der Suchtberatung.
Ich würde wetten, da war ich der Einzige, dem es mit dem Aufhören ernst war. Da war mein Erleben, keiner ist nutzlos, er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.
Kommt einer direkt aus der Entgiftung, zwei Bier machen ihm gar nichts. Ich wusste sofort, er wird scheitern. Der nächste, Schnaps kann er trinken, nur Bier nicht. Der übernächste, drei Langzeittherapien, braucht die vierte. Und so ging das da durch. Es war ein Panoptikum gescheiterter Existenzen, das bei mir keinerlei Sehnsucht nach Zugehörigkeit weckte. Aber mir durchaus bewusst machte, wenn ich es nicht schaffe, dann werde ich dazugehören.
Dann war nochmal wo einer, der nach 12 Jahren einen Rückfall hatte. Nach 4 Wochen Saufen war von den 12 Jahren Trockenheit nichts mehr zu sehen, er war ein Wrack. Das war für mich ein wichtiger Moment, so mache ich es nicht. Machte mir auch deutlich, dass es "irgendwann" nicht geben wird. Und motivierte mich, es gründlich zu machen. Hat mich gar nicht interessiert, ob leicht oder schwer, ich wollte es.
Ich wusste definitiv, ich will aufhören, und ich mache nur das, was mich da hin bringt. Ich hatte weder Lust auf Drehtürpatient noch auf vielfache Entgiftungen. Ich wollte nur direkt ans Ziel, da ich die Schnauze vom Saufen gestrichen voll hatte. Es war weniger Angst um mein Leben, sondern einfach kein Bock mehr. Ich glaube aus dem Grund glaube ich auch das mit dem Nachmachen nicht richtig. Denn ich habs auch keinem nachgemacht. Ich hatte den Grund zum aufhören im mir.
Eine Zeitlang stand ich auf dem Standpunkt, die Rückfälle der Anderen sind die Rückfälle, die ich nicht machen muss. Und schon geguckt, wie es dazu kam, aus absolut egoistischen Gründen.
LG LK -
wir sind hier nicht alleine, hier sind haufen weise menschen die es so nicht hin bekommen, die gigantische rückfallquote spricht bände. und schon erst recht ganz am anfang. ich bin "dank" meines mannes lange über flaschen gestolpert ohne rückfällig zu werden, 90% hätten es nicht geschafft. es ist mein weg. den kann ich hier aber nicht für alle propagieren, hier müssen wir wege aufzeigen die einigermaßen massentauglich sind.
Ich hole das mal zu mir, weil es mich angeht und weniger Topfmanns Thema .
Bei meiner Vorstellung hier hat mir Elly das geschrieben:Unsere Selbsthilfegruppe ist für diejenigen da, die sich austauschen möchten. Im Grunde ist jeder für sich selbst hier, um sich selbst zu helfen.
Und wie Du schon geschrieben hast, könntest Du den Angehörigen den nassen Alkoholiker erklären. Aber das ist nicht Sinn und Zweck unseres Forums.
Also Sinn und Zweck des Forums ist nicht, Anderen zu erklären, was sie tun sollen. So weit verstehe ich das.
Ich lasse mich ja gerne eines Besseren belehren, aus meiner Sicht ist da aber eine Unklarheit in den Regeln.
Ich kann nicht nur für mich schreiben und dabei aufpassen, dass sich von mir niemand was Falsches abguckt. Entweder ich bin für mich da oder für Andere. Da habe ich übrigens auch schon mal gelesen, dass sich hier jemand angemeldet hatte, um Anderen zu helfen, und der wurde gleich zurückgepfiffen.
Und ich gucke mir von Anderen, den Rückfälligen, auch nicht ihre Rückfälle ab, sondern mache daraus das, was für mich passt. Diese Verantwortung für sich selbst haben Andere auch.
Ich hatte hier ja schon länger gelesen und mir war klar, dass es hier Regeln gibt und dass hier Risikominimierung groß geschrieben wird. Ich selbst kenne aber eine Menge Trockene, alles Andere als Einzelfälle, die eher so wie ich trocken geworden sind als durch Risikominimierung. Also ist das, auch wegen meiner langen Trockenheit, nicht grundsätzlich falsch, sondern eine Frage der Regeln.
Die Regeln erkenne ich an, das heisst aber, dass ich mich mit dem Erfahrungsaustausch zurückhalten muss.
So stellt sich das für mich dar.
LG LK -
Ich persönlich sehe das so, es muss manchmal richtig kochen. Mit der Faust auf den Tisch hauen sagt man ja.
Ich bin ja auch schon ein paar Tage mit meiner Frau zusammen, schlappe 36 Jahre.
Aus meiner Erfahrung sage ich Dir, so lange es friedlich ist und man dem anderen nicht weh tun will, überlegt man sich irgendwelche Wischiwaschi-Antworten. Man legt sich dann was zurecht, was der Andere vielleicht hören will, oder wie man seine eigene Position am besten halten kann.
Erst wenn es eh schon eskaliert und Wut im Spiel ist, kommt wirklich zum Vorschein, wo es weh tut. Dann schmeisst mir auch meine Frau Dinge an den Kopf, die sie eigentlich nicht sagen will, die aber wichtig sind. Und bei uns ist Gleichberechtigung.
Sollte natürlich Grenzen haben, dass man hinterher noch miteinander kann, also nicht zu abwertend. Aber abwerten tut sie Dich schon, wenn stimmt, was Du schreibst.
Meine Frau sagt mir, dass sie bei mir erst das Streiten gelernt hat. Ich bin ein Streiter. Und ich glaube nicht, dass sie damit besonders unglücklich ist.
Und inzwischen wissen wir ganz genau, wenn eine(r) ein Gespräch will, dann ist das ernst zu nehmen, sonst gibts Ärger.
Es ist nicht meine Beziehung, in der Du lebst. Das ist mir klar. -
Weisst Du, ich bin nicht Du.
Aber Du wiegelst schon wieder ab, ziehst schon den Schwanz ein, bevor Du überhaupt angefangen hast. Du, der Kranke, muss ein schlechtes Gewissen haben, dafür, das er krank ist. Und das Prinzesschen sagt Dir, ihr Prinz muss aber gefälligst alles aushalten.
Ich würde da voll rein gehen und sie unter Druck setzen. Bei mir müsste sie sich rechtfertigen.
Da müsste ich weder laut werden noch irgendwie bedrohlich. Aber ich wäre nicht verständnisvoll, sondern würde fordern.
Und wenn sie keine Lust zu reden hat, dann wäre das ihr Pech. Ich würde das Gespräch bekommen, glaubs mir. Und da könnte es sein, dass sie hinterher froh wäre, wenn Du überhaupt noch mit ihr redest. Oder hat sie da nichts zu verlieren?
Das ist doch sowieso schon schei..e. Was hast Du da schon zu verlieren?
Oder willst Du ihr den Pudel machen? Hol das Stöckchen...
Sie setzt Dich doch auch unter Druck. Mit gleicher Münze zurückzahlen, fertig. Du machst ihr schlechte Laune? Sie macht Dir doch auch schlechte Laune.
Und dann wird vielleicht mal echt gestritten. Und da kommt auf den Tisch, was Sache ist. -
Ich bin ja noch neu in der Branche vielleicht liegt es daran, doch es war echt Grenzwertig und hat mir nicht gut getan. Sicherlich brauche ich jetzt nicht in Panik ausbrechen was ich ja auch nicht mache, aber es hätte auch anderst ausgehen können, ich hab das unterschätzt war aber auch stärker als der Alkohol sonst hätte ich ja getrunken.
Mir geht es da um einen bestimmten Punkt.
Die Panik kann schlimmer sein als die Alkoholmenge. Und die Panik ist es, die erst zum Saufdruck führt.
Als ich aufgehört habe und erst bei AA kurz war, hiess es noch, ein Tropfen und Du trinkst wieder. Daraus kam dann aber erst, oh je, jetzt habe ich aus Versehen und jetzt muss ich wieder trinken. Das wird dann das, was man eine sich selbst erfüllende Prophezeiung nennt. Und das ist, gelinde gesagt, Blödsinn.
Ich meditiere und habe guten Zugang zu meinem Inneren. Und von daher weiss ich ziemlich gut, ob ich trinken will und mir so ein Versehen entgegen kommt, und ich dann einen Trinkgrund daraus bastle, oder ob meine Trockenheit auf gutem Fundament steht. -
Ich lehne mich jetzt aus dem Fenster und kann mir schon ausrechnen, dass ich gleich Gegenwind kriege.
Das eine ist Deine familiäre Situation. Deine Frau würde bei mir in ihrer ignoranten Art hochkantig rausfliegen. Und ich bin da sicher nicht so zart besaitet wie Du vielleicht.
Wegen dem Tiramisu würde ich mir überhaupt keine grauen Haare wachsen lassen. Ich habe mir das früher mal ausgerechnet. Ich müsste drei Kilogramm Tiramisu essen, um auf eine Alkoholmenge zu kommen, bei der früher bei mir der Kontrollverlust eingesetzt hat. Da wäre mir vorher längst schlecht. Ich habe früher mehrere Flaschen Schnaps getrunken, bis ich besoffen war, vor solchen Kleinmengen habe ich nicht allzuviel Angst.
Nicht falsch verstehen, ich konsumiere das normalerweise auch nicht, aber ich mache mir auch keine Panik, wenn ich mal drei Bissen von so was erwische. Solange ich keine berauschende Wirkung merke, hat das bei mir nichts mit Saufen zu tun.
Ja, es ist mir auch schon passiert, das Bedürfnis, zu Saufen, kam nie nach. Mich hat auch noch nie irgendwas getriggert, der Begriff Trigger ist für mich was für andere Leute.
Wenn ich gesoffen habe, immer, weil ich das auch wollte.Ich habe nüchtern für Kunden von mir schon mal eine Führung durch eine Schnapsbrennerei gemacht. Ja, es ging ums Geld, nämlich meines. Ich kannte mich ja aus. Für mich gab es Saft und weiter hat mich das nicht beeinflusst. Und wegen den selben Kunden hatte ich jahrelang palettenweise Wein im Keller und das hat mich auch nie interessiert.
Ich nehme an, hier gibt es Leute, für die wäre das gefährlich, sonst würde nicht so ein Drumrum drum gemacht. Aber für mich selbst, muss ich sagen, ich finde mich darin nicht wieder. Ich höre in mich rein, ob ich betrunken sein will, und die Antwort aus meinem inneren ist Nein. Damit fahre ich gut.
Mich interessiert Alkohol in etwa so viel wie eine verflossene Liebe, mit der ich fertig bin. War mal ganz nett, ist vorbei. Selbst wenn man sich mal über den Weg läuft, besteht kein Interesse mehr das zu vertiefen.
Just my 2 cents. -
Mich hat das nicht besonders aufgeregt.
Ich wusste, womit zu rechnen ist und ich hatte den nötigen Abstand.
Es waren vor allem organisatorische Dinge, die ich gemacht habe.
Und ich habe meinen Vater einfach als kranken Menschen betrachtet.
Wenn Ihr da alles selbst machen wollt, braucht Ihr Euch über Eure dünnen Nerven nicht zu wundern.
Du wirst nicht drumrum kommen, Dich genauer mit dem Umgang mit dementen Menschen zu informieren. Was Du da über sie schreibst, ist völlig normal. -
Trotzdem ärgert mich das Gefühl das er mir gibt, dieses "ihm nicht genügen" "ihm Probleme bereiten" macht mich wütend und gleichzeitig sehr traurig, obwohl ich lang schon kein Kind mehr bin.
wie gefährlich ist das für Dich? Dein heutiges Hiersein fing ja mit dem Appetit auf den Aperitiv an. Ist Dein Elternhaus ein Trigger, den Du bewältigen musst?
-
Ja,meine,unsere Elterngeneration hatten mit Alkoholsucht ihre eigene Meinung.Keine Krankheit, sondern Willensschwäche! Das ist aber auch verständlich, denn die Aufklärung und Einsicht,daß es eine Krankheit ist,setzte sich ja erst Anfang der 80'ziger langsam durch.Mein Vater war 5 Jahre im Krieg und 5 Jahre in Gefangenschaft.Er ist schon 20 Jahre tot.Diese Generation hatte ganz andere Probleme wie wir.Ich kann das dieser Generation nicht übel nehmen, denn die Aufklärung fand ja erst langsam in den 70'zigern statt, Das Alkoholproblem nahm ja in den Aufbaujahren erst langsam richtig durch den steigenden Wohlstand an Fahrt auf.Ich hatte in dieser Frage mit meinem Vater auch etliche Diskussionen. Ich hab meinen Frieden mit ihm gemacht. Jede Generation hat ihre eigenen Probleme.
Ja, das ist wohl so.
Dazu kommt aus meiner Sicht, dass in unserer Elterngeneration während dem Krieg und danach ein selbstbestimmtes Leben eher Illusion war. Das hat mir geholfen, sie besser zu verstehen.
Mein Vater hatte keine Wahl, sein Vater starb an der Front, er musste sich und seine Brüder mit 14 durchbringen. Der andere Großvater landete in Sibirien und fiel ebenso aus.
Vertreibung, Flucht, etc.
Die hatten kein lockeres Leben.
Als ich mich da mal reinversetzt hatte, fiel viel Groll auf sie von mir ab.
Ausserdem, sieht man bei Bauern wie bei deutschen Familienunternehmen und dem englischen Königshaus, spielt aber sicher auch in vielen normalen Familien eine Rolle, dass von Kindern schon von Geburt an erwartet wird, dass sie das elterliche Erbe fortführen.
Es ist ja auch noch nicht so lange her, dass der Sohn automatisch den Beruf des Vaters übernahm.
Und Eltern sind die ersten Bezugspersonen, die das eigene Erbmaterial an die Kinder weitergeben und die Kinder prägen, da kann man sich zwar davon lösen, aber nicht automatisch. Ich glaube, das spielt bei diesen Familienproblemen eine große Rolle. Bei mir direkt im Umfeld ist ein Fall, da wollen Eltern über das Testament noch über ihren Tod hinaus ihren Kindern mitteilen, was sie von ihnen halten. Beim Erben geht es oft noch mal ans Eingemachte.
Gibt ja dann auch so die Trainigs, herauszufinden, was die inneren Antreiber sind, und ich kenne erfolgreiche Menschen, die immer noch davon getrieben sind, ihre Eltern nicht zu enttäuschen, obwohl sie nach aussen längst abgenabelt sind.
Klugscheissmodus off, ich gehe mal wieder zu meinem eigenen Leben über.
LG LK -
Tja.
Mein Vater hat mir ein elendes Alter vorhergesagt, wenn ich nichts trinke. Er hat sich lieber totgesoffen.
Und dass ich aufgehört habe, weil es mir schadet, nannte er "Feigheit vor dem Feind".
Wir machen alle so unsere Erfahrungen.
Mach das, was Dir gut tut. -
Hallo Emme,
mal kurz ein Satz dazu.
Ich habe mir das Trinken nicht verboten ("darf nicht"), weil ich so gestrickt bin, dass ich gegen ein Verbot immer innerlich rebellieren würde.
Mein Leben gehört mir, und deswegen darf ich immer trinken.... wenn ich das will. Ich darf alles, wenn ich bereit bin, mit den Konsequenzen meines Handelns zu leben. das einzige, was ich muss, ist irgendwann sterben.
Ich werde Dich nicht überreden, trocken zu bleiben. Aber es gab ja vermutlich Gründe, wegen denen Du aufhören wolltest.
LG LK -
wieweiter
Du wirst mich gleich hassen.
Du kämpfst, wie viele andere hier, mit den Konsequenzen dessen, was Du selbst unbedingt haben willst.
In dem Fall damit, dass Du unbedingt alles selbst machen willst.
Ich bin da bei Elly. Putzfirmen, Entrümpelungsfirmen.
Oder Second-Hand-Läden, die kommen, und gucken, was verwertbar ist. Und, so kenne ich das, den Preis des von ihnen Verkauften sogar gegenrechnen mit der Arbeit, die sie beim Ausräumen hatten.
LG LK -
hier geht es nicht um Erziehung
Ganz richtig.
Deine Freundin ist trotz sämtlicher Begleitumstände einerseits ein kranker, andererseits ein erwachsener Mensch.
Und als erwachsener Mensch nicht nur verantwortlich für sich selbst, sondern auch berechtigt, so viel zutrinken/saufen, wie sie will.
Um das mit den Worten eines Arztes zu sagen, mit dem ich mal zu tun hatte:
Sie ist nicht entmündigt. Und die Freiheit des Einzelnen beinhaltet das Recht, sich zugrunde zu richten.
Vor keinem Gericht würdest Du mit Deinem Wunsch, über ihr Leben zu bestimmen (und nichts anderes ist Dein Versuch, sie irgendwie zu beeinflussen), Recht bekommen.
Bleibt: überleg Dir, wie Du damit klar kommst.
LG LK -
Meinst du warum ich Ihm gratuliert habe?? Oder kannst du mir das vielleicht etwas näher erleutern?
Ich meine, der Name Herzilein deutet auf einen Menschen hin, der lieb und nett sein will und für einen manipulativen Alkoholiker ein gefundenes Fressen ist. Der übersetzt den Namen gleich in "Mit der kann ich es machen"
Und das ist die Situation, in der Du Dich befindest.