es hat gedauert bis ich kapiert habe das es einen unterschied gibt zwischen schlechten zeiten die von außen kommen und unvermeidlich sind und schlechten zeiten die durch gleichgültigkeit und selbstsucht des partners auftreten
Liebe dorothea , ja, so ist es. Dem kann ich nur zustimmen.
und warum willst du deiner schwägerin nicht sagen warum du dich getrennt hast?
Darüber habe ich eine geraume Zeit nachgedacht. Ich habe das bisher aus Repekt meinem Mann gegenüber nicht gemacht. Ich habe die Vorstellung, dass ich dann sein Geheimnis preisgebe, was er um alles in der Welt nicht verraten möchte. Seine Schwester hat ihn ja schon des öfteren darauf angesprochen, was denn los sei mit ihm. Und auch sein Vater. Und unsere Söhne wurden auch schon gefragt. Und wir haben alle 3 geschwiegen, weil wir dachten, wir dürfen es nicht sagen. Derjenige, der das Geheimniss hat, muss es von sich aus offenbaren und wird es tun, wenn es ihm so schlecht geht, dass er bereit ist sich zu öffnen und um Hilfe zu bitten und dann anzunehmen. Alles andere würde ihn nur stigmatisieren. So der (vieleicht abstruse) Gedanke.
Ein weiterer Grund ist der, dass ich mir nach 7 Jahren Entdeckung seines Alkoholproblems (vor 7 Jahren wurde es mir bewußt, vieleicht bestand es schon länger?) immer noch nicht meiner Wahrnehmung traue. Was wenn ich das alles übertrieben sehe. Vieleicht trinkt er einfach nur gerne mal was und ist definitiv nicht alkoholabhängig. Und ich reite ihn da in was rein. Oute ihn als etwas, was er nicht ist. Tut mir leid, aber so empfinde ich. Und das würde ich nicht wollen.
Und ein weiterer Grund ist natürlich auch, wie du es beschreibst, die Angst vor der Schuldzuweisung. Ich habe Angst, dass mich seine Familie verurteilt. Meine liebe und treue Freundin am Ort sagt dann immer "Was kümmert dich das. Du brauchst die nicht". Mei, die ist halt anders drauf wie ich. Ich kann schwer damit umgehen, dass man mir die Schuld an allem gibt. Reicht schon wenn meine eigene Mutter mir mal sagte, dass es kein Wunder sei, wenn mein Mann trinkt bei meinem egoistischen Verhalten (habe es damals gewagt mit meiner Freundin in den Urlaub zu fahren ). Und wie Du auch schon sagtest: Niemand, der je mit einem Alkoholabhängigen zusammengelebt hat kann nachempfinden, wie das ist.
Ich denke auch, dass ich es ihr wohl sagen muss. Aber jetzt kann ich es noch nicht sagen. Ich muss mich noch weiter stabilisieren.
Liebe Grüße!