Beiträge von Matcha

    Und mal noch eine Frage.... hier fühle ich mich auch verantwortlich... er hat am Samstag Geburtstag..... Ich habe das Gefühl ich müsste das mit Ihm feiern, aber innerlich wehrt sich alles dagegen. eigentlich will ich hier eine Grenze setzen, das er merkt, das ich das alles nicht mehr kann und auf der anderen Seite will ich Ihm den Tag nicht versauen.... wie soll ich mit dieser Situation umgehen????

    Heute ist Samstag und er hat Geburtstag.

    Du hattest gefragt , wie du dich verhalten sollst, darauf wusste ich keine Antwort und wollte nichts Falsches schreiben. Ich hoffe, du hast für dich eine Lösung gefunden.

    ......eigentlich habe ich mich innerlich schon verabschiedet, komme nur noch nicht in die Umsetzung, weil ich Angst vor seiner Reaktion habe und Angst vor Schuldgefühlen habe.

    Hallo Herzilein56, schlimm, was du da gerade durchmachen musst, völlig unverschuldet (!!!). Ich fürchte, du hast dich da auf etwas eingelassen, was man nur bewältigen kann, wenn man gemeinsam eine gute Basis hat und auch gute Zeiten erlebt hat. Du hast ihn kennen gelernt als er schon alkoholkrank war und eine Krebserkrankung hoffentlich überstanden hat. Der Krebs war höchstwahrscheinlich auch durch Alkohol und Zigaretten bedingt, nichtmal das war im eine Lehre. Was du jetzt erlebst ist nur der Anfang vom Ende, so sehe ich das. Liebst du ihn genug und hast du die Kraft, das durchzustehen und dabei heil zu bleiben? Geht das überhaupt, ich habe da Zweifel.

    LG Matcha

    Ich bin nach Hause gegangen und habe mir schnellstmöglich etwas zu essen gemacht. Käsetoast und Rührei, ich brauche dann warmes, sättigendes Essen. Mein Fehler war es, hungrig loszuziehen.

    Ich danke sehr für eure Rückmeldungen. Das hier loszuwerden hilft mir sehr, das schafft eine Zäsur und ich kann aus der Distanz emotionsloser (trotzdem liebevoll :wink:) auf mich schauen

    Eine Frage dazu: Was hast du anstatt zu saufen dann gemacht? Aus eigener Erfahrung ist es in so einer Situation hilfreich, etwas als Ersatz zu machen, entweder eine andere Getränk zu trinken oder mit etwas anderen erstezen damit sich das Suchtgehirn langsam daran gewöhnt, nicht bei jeder Gelegenheit an Saufen zu denken.

    Ist dieser akute Suchtdruck denn noch aktiv? Glaubst Du Deiner Suchtstimme denn tief in dir drin, dass dein Leben ohne Alkohol auf Dauer freudlos ist?


    Ich fürchte, das ist der Fall, der Suchtdruck ist aktiv und ohne einen Weg zu finden, ihn zu befriedigen, meldet er sich. Bevor ich mit dem Alkohol angefangen habe ( das passierte schleichend über den Lebenspartner) hatte ich ein Problem mit dem Essen. Ich glaube rückblickend, dass ich bulimisch war. Ein Loch muss gestopft werden. Ich habe schon viele Kurse gemacht mit Meditation und Yoga, aber wenn ich da sitze, werde ich hibbelig. Was mir hilft, ist zu essen, also dieses Loch zu stopfen. Das ist nicht so tragisch, ich bin schlank und kann ruhig mal mehr essen.

    Gestern hatte ich in Gedanken einen "nassen" Tag, wie ihr das hier immer so schön beschreibt. Ich bin morgens wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett aufgesprungen nachdem ich den Wetterbericht gelesen hatte. Mein Plan war ja, etwas Gartènarbeit zu machen. Das habe ich vor dem Regen schnell erledigt,Dann noch In die Stadt für Besorgungen und da kam so heftig der Gedanke auf, mich für die ungeliebte Gartenarbeit mit Alkohol zu belohnen, krass. Ich konnte mich kaum beherrschen etwas zu kaufen, habe es aber nicht getan. Ich bin dankbar für mein alkoholfreies Zuhause, sonst wäre das gestern nicht gut gegangen. Ich habe unruhiger geschlafen als sonst und bin heute auch früh wach. Die Gedanken kreisten die ganze Zeit um Alkoohol. Wie schwierig das ist, abstinent zu sein. Ob ich mir nicht doch zur Belohnung mal etwas gönnen kann. Das Leben ohne Alkohol ist doch freudlos, so ging das in Dauerschleife.

    Meine Trigger habe ich jetzt besser identifiziert, Entspannung und Belohnung, wer will schon auf Belohnung verzichten. Im Moment fällt mir keine Ersatzbelohnung ein, ein schöner Tee......., lächerlich.

    Meine Woche verlief völlig ruhig. Kein Suchtdruck, viel Zeit auf der Couch, Küche weiterhin nicht geputzt. Kurzum, der Energieschub lässt auf sich warten. Aber glaubt nicht, dass ich darunter leide ;). Auf der Couch lese ich im Forum.

    Ich war aber in 2 Wochen 3x im Fitnessstudio, im Herbst möchte ich an einem Volkslauf teilnehmen und dafür muss ich jetzt anfangen zu trainieren. Dabeisein ist für mich nicht alles, ich möchte ein respektables Ergebnis.

    Liebe Heuel, ich finde es völlig normal wie du dich aktuell fühlst. Der Alkohol hat unser Gehirn über die Jahre so umgebaut, dass nur er, der Alkohol/ das Gift, bei uns Zufriedenheits-und Glücksgefühl auslösen kann. Bis sich das Gehirn wieder umgebaut hat und auf nomale, schöne Situationen uns das Gefühl von Zufriedenheit und Glück spüren lässt, das dauert einige Zeit.

    Ich bin nach 8 Wochen Abstinenz eigentlich zufrieden, spüre aber auch nicht Glück und habe total wenig Energie, d.h., wenn ich keinen Termin habe oder arbeiten muss, liege ich auf dem Sofa rum. Das wird aber besser werden, da bin ich zuversichtlich.

    Heute quäle ich mich zum Fitnessstudio||

    LG Matcha

    Da muss ich dir ein wenig widersprechen. Psychotherapie ist nicht passiv sondern aktive Arbeit an sich selbst-

    Danke für deinen Antwort, da hast du selbstverständlich Recht damit. Ich bin eher ein Mensch, der seine Probleme selber löst und Hilfe schlecht annehmen kann, das ist auch nicht immer gut. Ich hatte bei meiner Bemerkung eben das andere Extrem vor Augen und nicht die goldene Mitte.

    Seit der Zeit, die ich in diesem Forum bin, beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Alkohol und lese viel darüber. Erst jetzt ist mir aufgegangen, was für eine verflixt teuflische Droge Alkohol ist und welches riesige gesamtgesellschaftliche Problem ( auf der ganzen Welt) dadurch vorhanden ist.

    Alkohol müsste eigentlich verboten sein, aber nein, es ist überall " Kulturgut" und legal. Klagen gegen Hersteller sind rar und werden von den Gerichten nicht anerkannt. Stigmatisiert wird der Einzelne, es wird als Schwäche angesehen, dem Alkohol zu verfallen.

    Skuril: einem Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln wurde verboten damit zu werben, dass sein Produkt gegen alkoholbedingten Kater hilft, da der Kater eine Krankheit ist und es verboten ist, dass bei Lebensmitteln damit geworben wirdd, dass sie gegen Krankheiten helfen. LMIV (Lebensmittelinformationsverordnung, hoffentlich erinnere ich das jetzt richtig). Aha, Kater ist eine Krankheit.

    Die Recherchen verwirren mich zunehmend.

    Hallo Dante, ich bin eine von den Neuen und habe den Sonntagvormittag genutzt, deinen Thread durchzulesen. Sehr interessant, danke dafür, dass du deinen Weg mit uns teilst. Ob ich trocken bleiben kann, auch wenn auf meinem Weg Steine und Schicksalsschläge den Weg unwegsam erscheinen lassen und ein Glas Wein zum Verweilen lockt......, das weiss ich noch nicht. Vielleicht ist mir dann alles egal.

    Dir war das bislang nicht egal, trocken zu bleiben, das steht bei dir nach so vielen Jahren immer noch als eine Säule unter der Lebensscheibe. Vielleicht ist das die 5. Säule Spiritualität: wachsam bleiben, auf sich und andere achtgeben, trocken bleiben.

    Dieses Bild mit den 5 Säulen in deinem Thread hat mir gut getan und hilft mir weiter.

    LG Matcha

    Ich hatte eine völlig unspektakulär Woche, der Alkohol war in Gedanken präsent, aber ich wollte ihn nicht trinken, es waren keine Sehnsuchtsgedanken. Das Buch ist gekommen, Alkohol-Ade (Guzik). Es war für mich sehr interessant, da es die Problematik Sucht von eine sehr medizinischen/ neurowissenschaftlichen Seite angeht und konkrete Therapievorschläge mit Nahrungsergänzungsmitteln macht.

    Für mich war es dann doch zu spät hier, ich trinke seit 8 Wochen nicht mehr und die "Therapiepläne" beziehen sich sehr auf die Anfangszeit. Ich habe mich schon seit Jahrzenten mit Nahrungsergänzungsmitteln beschäftigt und nehme auch viel ein, ich hatte also die Abstinenz aus eigenem Wissen schon einigermaßen gut begleitet.

    Im Nachgang ist, auch durch dieses Buch jedoch der Wunsch gewachsen, wenn ich in der Alkoholabstinenz gefestigter bin, meine Nikotinsucht anzugehen. Das wird für mich extrem schwierig, ich weiss das schon aus vorherigen Versuchen, meine Mutter hat in der Schwangerschaft zumindest passiv geraucht, mein Körper kennt das also von klein auf, absoluter Raucherhaushalt in meiner Kindheit, ich selber habe dann mit 18 Jahren aktiv angefangen, habe mir von meiner Mutter eine Zigarette Marke Attika geklaut, ekelhaft. Nach 3xKlauen war ich süchtig. Seit ca 15 Jahren benutze ich Nikotinersatzprodukte. Für den Zweck würde ich dann auf die empfohlenen Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, ich lese mich mal ein in das Thema.

    Jedenfalls finde ich die Hilfe zur Selbsthilfe nach dem Entzug , die dieses Buch anbietet, einen erfreulich anderen Ansatz als der heutzutage übliche Gang zum Psychotherapeuten, wo einem dann hoffentlich geholfen wird (passiv).

    Der kommenden Woche sehe ich gelassen entgegen.

    Hallo undee,

    Bei mir ist das auch so mit der Lustlosigkeit, heute ist mein 65. Tag.

    Ich habe mich belesen, bis sich das Gehirn wieder regeneriert hat und das Dopamin und auch andere Neurotransmitter ohne Alkohol normal ausgeschüttet werden, das kann Monate dauern. Alleine dies zu wissen, das hilft mir, meinen Zustand gelassen zu ertragen. Es ist kein Dauerzustand. Das schaffen wir schon.

    LG Matcha

    Der Stand der Dinge ist gut bei mir. In der vergangenen Woche weiterhin viel Beschäftigung mit der Alkoholsucht ohne Suchtdruck und natürlich ohne Trinken. Ich habe auf Youtube Filme geschaut, "Der Rückfall", "Der Trinker", ich habe ein Buch bestellt, welches hier angesprochen wurde, das kann ich Montag abholen. Ich habe viel an Alkohol gedacht, jedoch waren das kurze Gedanken, die kamen und gingen und mich nicht tief berührten. Was mit SUCHTDRUCK gemeint ist, habe ich vor 8 Tagen gelernt, für mich war das ein Ganzkörperverlangen, das war nicht nur im Kopf. Das erschreckt mich rückblickend noch sehr.

    Ich freue mich, über meinen aktuellen Zustand, ich fühle mich gelassener, positiver gestimmt und hurra, ich schlafe gut. Mein Gedächtnis ist aber noch sehr schlecht und wenn um mich herum sehr viel, sehr schnell passiert, dann fühle ich mich benebelt. Ich habe gelesen, dass es viele Monate dauern kann, bis sich das bessert oder es bleibt für immer, bin ja auch schon älter........

    Liebe Rennschnecke und Stern und GenX,

    es tut gut eure Kommentare zu lesen, das macht mich gerade sehr demütig und dankbar.

    Ich hoffe, später auch mal andere unterstützen zu können, zur Zeit traue ich mir, die richtigen Worte zu finden, nicht zu. Das liegt daran, dass ich nicht richtig denke. Ich möchte hier meine Fata Morganas nicht detailliert beschreiben, sonst regt sich irgendjemand auf. Den billigen Wein, der mir den Magen verätzt hat, den Wodka, den ich ausbrechen musste, der morgendliche Kater mit den depressiven Gedanken, daran sollte ich denken, das war Realität.

    Wogegen oder wofür kämpfst du?

    Gegen den Alkohol kann kein Alkoholiker gewinnen. Ich nicht und du auch nicht. Niemand. Kämpfen ist vergebliche und kräftezehrende Mühe.

    Danke Stern für deine Bemerkungen, das ist alles richtig, was du schreibst. Viele hier, die erfolgreich in ihrer Abstinenz sind , berichten von dem Tag X, an dem es klick gemacht hat.

    -der Tag an dem man wegen Alkohol ganz unten war

    -der Tag, an dem der Kampf in der Abstinenz aufgegeben wurde, wenn man eher aus Vernunftgründen an den Alkoholstop herangegangen ist

    Diese 2 Gruppen sind mir aufgefallen beim Lesen, es gibt sicher viel mehr, das ist eine sehr subjektive Einteilung von mir. Ich bin in der Gruppe Vernunftgründe, ich glaube, dort werden mehr innere Kämpfe ausgetragen, die anstrengend sind und den Suchtdruck aufrecht erhalten, weil der Alkohol zum Teil noch positiv besetzt ist. Wie ich dem begegnen kann, weiss ich noch nicht. Ich stehe am Anfang.

    Alkoholfreies Bier trinke ich nicht mehr, davon wird hier abgeraten. Ich habe Tomatensaft für mich entdeckt.

    Meine Arbeitstage für diese Woche liegen hinter mir, ich habe es geschafft, dem Alkohol zu widerstehen. Aber es war ein Kampf, besonders am Freitag, weil ich da eine Situation auf der Arbeit hatte, die schwierig war und bei der ich mit einem unbefriedigten Gefühl rausgegangen bin. Der Suchtdruck war heftig, obwohl ich darauf geachtet habe, mir den "Bauch richtig vollzuschlagen", das hilft mir sonst immer gut. Es hat 3 Stunden gedauert, bis sich das auf dem Sofa liegend und im Forum lesend verflüchtigt hat Ich habe einen Thread von Petter gelesen, bin gerade erst damit durch und bin erschüttert. Dieser Mensch hat so viele Veränderungen und Schicksalsschläge alkoholfrei überstanden, ich würde das nicht schaffen, denke ich gerade, ich habe Angst und fühle mich schwach. Ich habe selber schon viel mitgemacht und in meiner süchtigen Zeit ( etwa 20 Jahre) war die Lösung ja naheliegend, der Griff zur Flasche, um abschalten z u können. Ich habe meine Probleme trotzdem einigermaßen gelöst, o.k., hätte besser sein können..........Hoffentlich gibt das Leben mir noch Zeit bis zur nächsten Prüfung, ich fühle mich sehr verwundbar.