Beiträge von Matcha

    Ich hatte eine völlig unspektakulär Woche, der Alkohol war in Gedanken präsent, aber ich wollte ihn nicht trinken, es waren keine Sehnsuchtsgedanken. Das Buch ist gekommen, Alkohol-Ade (Guzik). Es war für mich sehr interessant, da es die Problematik Sucht von eine sehr medizinischen/ neurowissenschaftlichen Seite angeht und konkrete Therapievorschläge mit Nahrungsergänzungsmitteln macht.

    Für mich war es dann doch zu spät hier, ich trinke seit 8 Wochen nicht mehr und die "Therapiepläne" beziehen sich sehr auf die Anfangszeit. Ich habe mich schon seit Jahrzenten mit Nahrungsergänzungsmitteln beschäftigt und nehme auch viel ein, ich hatte also die Abstinenz aus eigenem Wissen schon einigermaßen gut begleitet.

    Im Nachgang ist, auch durch dieses Buch jedoch der Wunsch gewachsen, wenn ich in der Alkoholabstinenz gefestigter bin, meine Nikotinsucht anzugehen. Das wird für mich extrem schwierig, ich weiss das schon aus vorherigen Versuchen, meine Mutter hat in der Schwangerschaft zumindest passiv geraucht, mein Körper kennt das also von klein auf, absoluter Raucherhaushalt in meiner Kindheit, ich selber habe dann mit 18 Jahren aktiv angefangen, habe mir von meiner Mutter eine Zigarette Marke Attika geklaut, ekelhaft. Nach 3xKlauen war ich süchtig. Seit ca 15 Jahren benutze ich Nikotinersatzprodukte. Für den Zweck würde ich dann auf die empfohlenen Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, ich lese mich mal ein in das Thema.

    Jedenfalls finde ich die Hilfe zur Selbsthilfe nach dem Entzug , die dieses Buch anbietet, einen erfreulich anderen Ansatz als der heutzutage übliche Gang zum Psychotherapeuten, wo einem dann hoffentlich geholfen wird (passiv).

    Der kommenden Woche sehe ich gelassen entgegen.

    Hallo undee,

    Bei mir ist das auch so mit der Lustlosigkeit, heute ist mein 65. Tag.

    Ich habe mich belesen, bis sich das Gehirn wieder regeneriert hat und das Dopamin und auch andere Neurotransmitter ohne Alkohol normal ausgeschüttet werden, das kann Monate dauern. Alleine dies zu wissen, das hilft mir, meinen Zustand gelassen zu ertragen. Es ist kein Dauerzustand. Das schaffen wir schon.

    LG Matcha

    Der Stand der Dinge ist gut bei mir. In der vergangenen Woche weiterhin viel Beschäftigung mit der Alkoholsucht ohne Suchtdruck und natürlich ohne Trinken. Ich habe auf Youtube Filme geschaut, "Der Rückfall", "Der Trinker", ich habe ein Buch bestellt, welches hier angesprochen wurde, das kann ich Montag abholen. Ich habe viel an Alkohol gedacht, jedoch waren das kurze Gedanken, die kamen und gingen und mich nicht tief berührten. Was mit SUCHTDRUCK gemeint ist, habe ich vor 8 Tagen gelernt, für mich war das ein Ganzkörperverlangen, das war nicht nur im Kopf. Das erschreckt mich rückblickend noch sehr.

    Ich freue mich, über meinen aktuellen Zustand, ich fühle mich gelassener, positiver gestimmt und hurra, ich schlafe gut. Mein Gedächtnis ist aber noch sehr schlecht und wenn um mich herum sehr viel, sehr schnell passiert, dann fühle ich mich benebelt. Ich habe gelesen, dass es viele Monate dauern kann, bis sich das bessert oder es bleibt für immer, bin ja auch schon älter........

    Liebe Rennschnecke und Stern und GenX,

    es tut gut eure Kommentare zu lesen, das macht mich gerade sehr demütig und dankbar.

    Ich hoffe, später auch mal andere unterstützen zu können, zur Zeit traue ich mir, die richtigen Worte zu finden, nicht zu. Das liegt daran, dass ich nicht richtig denke. Ich möchte hier meine Fata Morganas nicht detailliert beschreiben, sonst regt sich irgendjemand auf. Den billigen Wein, der mir den Magen verätzt hat, den Wodka, den ich ausbrechen musste, der morgendliche Kater mit den depressiven Gedanken, daran sollte ich denken, das war Realität.

    Wogegen oder wofür kämpfst du?

    Gegen den Alkohol kann kein Alkoholiker gewinnen. Ich nicht und du auch nicht. Niemand. Kämpfen ist vergebliche und kräftezehrende Mühe.

    Danke Stern für deine Bemerkungen, das ist alles richtig, was du schreibst. Viele hier, die erfolgreich in ihrer Abstinenz sind , berichten von dem Tag X, an dem es klick gemacht hat.

    -der Tag an dem man wegen Alkohol ganz unten war

    -der Tag, an dem der Kampf in der Abstinenz aufgegeben wurde, wenn man eher aus Vernunftgründen an den Alkoholstop herangegangen ist

    Diese 2 Gruppen sind mir aufgefallen beim Lesen, es gibt sicher viel mehr, das ist eine sehr subjektive Einteilung von mir. Ich bin in der Gruppe Vernunftgründe, ich glaube, dort werden mehr innere Kämpfe ausgetragen, die anstrengend sind und den Suchtdruck aufrecht erhalten, weil der Alkohol zum Teil noch positiv besetzt ist. Wie ich dem begegnen kann, weiss ich noch nicht. Ich stehe am Anfang.

    Alkoholfreies Bier trinke ich nicht mehr, davon wird hier abgeraten. Ich habe Tomatensaft für mich entdeckt.

    Meine Arbeitstage für diese Woche liegen hinter mir, ich habe es geschafft, dem Alkohol zu widerstehen. Aber es war ein Kampf, besonders am Freitag, weil ich da eine Situation auf der Arbeit hatte, die schwierig war und bei der ich mit einem unbefriedigten Gefühl rausgegangen bin. Der Suchtdruck war heftig, obwohl ich darauf geachtet habe, mir den "Bauch richtig vollzuschlagen", das hilft mir sonst immer gut. Es hat 3 Stunden gedauert, bis sich das auf dem Sofa liegend und im Forum lesend verflüchtigt hat Ich habe einen Thread von Petter gelesen, bin gerade erst damit durch und bin erschüttert. Dieser Mensch hat so viele Veränderungen und Schicksalsschläge alkoholfrei überstanden, ich würde das nicht schaffen, denke ich gerade, ich habe Angst und fühle mich schwach. Ich habe selber schon viel mitgemacht und in meiner süchtigen Zeit ( etwa 20 Jahre) war die Lösung ja naheliegend, der Griff zur Flasche, um abschalten z u können. Ich habe meine Probleme trotzdem einigermaßen gelöst, o.k., hätte besser sein können..........Hoffentlich gibt das Leben mir noch Zeit bis zur nächsten Prüfung, ich fühle mich sehr verwundbar.

    Genau SO ist es. Ich rede ja auch nicht vom Kölner Karneval ! Aber , es gibt doch wirklich kaum Veranstaltungen, wo nicht wenigstens ein Sekt oder Wein gereicht wird.

    Da sind wir uns einig. Meine Wohnung ist komplett alkoholfrei, aber ich lebe alleine, Kind aus dem Haus und ich mag mich hier nicht ein dauerhaft einschliessen, ich muss unter Leute. Ich bin nie ausgegangen um zu trinken, in Gesellschaft trinke ich gar nicht. Bis auf die Freundin mit dem Eierlikör ( 2x schon Probleme) ist es mir in den vergangenen 6 Wochen auch nichtpassiert, dass nachgefragt wurde und ich mich rechtfertigen musste. Silvester bin ich extra zu Hause geblieben, Karneval werde ich das auch tun, das sind die Klassiker, im Schuetzenverein oder Kegelclub bin ich doch nicht. Einkaufen heute, das war gefaehrlicher.

    Wichtig für mich ist, dass ich wieder gern in den Spiegel schaue und mich vor mir selbst nicht mehr schäme

    Deine Text macht mich traurig, well er mir dieses Urteil "lebenslänglich" (Gerichtsbeschluss, die Angeklagte nimmt das Urteil an.....)bestätigt, er stimmt mich aber auch hoffnungsvoll. Nach 6 Wochen Abstinenz ist der Blick in den Spiegel fast eine erfreuliche Angelegenheit.

    Das sehe ich ein, ich muss dringend daran arbeiten, mich als ALKOHOLIKERIN zu sehen. Nicht mehr nass, jetzt trocken. Trocken bleiben hat für mich oberste Prioritaet. Wenn ich am Wochenende nichts vor habe, verbringe ich die Tage im Bett und lese, recherchiere auch viel zu Alkoholsucht. Da fuehle ich mich sicher und nichts triggert mich. Die Wohnung muesste eigentlich mal ordentlich geputzt werden, aber da könnte der Gedanke aufkommen, mir eine Belohnung verdient zu habe. Wieder diese nassen Gedanken, deswegen verbringe ich im Moment viel Zeit im Bett.

    Dankeschön Hartmut für deine ausfuehrliche Antwort.

    Jetzt ist es anders, well ich in den vergangenen Jahren erkannt habe, dass ich nicht konntrolliert trinken kann. Die abstinenten Phasen hatten jewels Gruende (Coronaerkrankung, Blutabnahme steht an, Narkose steht an...). Ich habe es nicht geschafft, z.B danach den Vorsatz umzusetzen, nur bei Anlaessen zu trinken und keinen Alkohol mehr zu kaufen. Die Mengen habe sich jewels ueber 3-4 Ŵochen wieder auf dem alten Level eingependelt. Das hat mich dazu gebracht mir einzugestehen, dass ich eine Alkoholikerin bin. Ich bin noch nicht ganz unten gewesen, die Leber wird sich regenerieren. Ich tue alles, um nicht dement zu werden im Alter, das ist meine groesste Sorge und das klappt nur, wenn ich abstinent bleibe, das ist meine neue Erkenntnis und das ist ein schoenes Ziel, finde ich, sodas ich nicht die Entsagung for Augen habe, sondern das Positive.

    Gestern war ich auf so einem Kaffeekraenzchen, manchmal wird das mit einer Runde Eierlikör abgeschlossen. Die Gastgeberin hat mir den angeboten, obwohl sie dabei war, als ich letzte Woche sagte, es ist dry January für mich. Ich habe mich darüber geaergert. Von 6 Leuten haben 3 den Eierlikoer getrunken, das war dann besser.

    Ich verstehe schon, warum hier nachdruecklich empfohlen wird, Im ersten Jahr diese Situationen zu meiden, Auch wenn man nichts trinkt, wird es Sehnsuechte wach halten und den Suchtdruck verstaerken ( wieder nasse Gedanken...). Die Alternative, alleine zu Hause zu bleiben, gefaellt mir aber nicht. Ich bin froh, dass ich jetzt z.B. auch spontan eine Einladung am gleichen Tag annehmen kann, well ich nuechtern bin.

    Dankeschön für die Hinweise, wie ich besse reagieren kann, gestern Nachmittag war das noch etwas holprig.

    Ich schäme mich sehr, wider besseren Wissens in die Alkoholfalle gelaufen zu sein. Ich bin auch wider besseren Wissens nikotinsüchtig geworden, ich rauche nicht mehr, jetzt komme ich aber von den Nikotinersatzprodukten nicht los. Ich bin heilfroh, dass das wenigstens nur 2 Süchte sind, die mir das Leben vermiesen.

    Auf Zigarettenpackungen sind die abschreckenden Bilder darauf und es ist teuer geworden und die Gesellschaft betrachtet das Rauchen als schlechte Angewohnheit. Alkohol ist viel zu billig, viel zu gesellschaftsfähig, allgegenwärtig, wann werden endlich die Steuern erhoeht?

    Ich schäme mich so sehr, ich möchte keine Säuferin mehr sein und es soll niemand wissen, dass ich das war.

    Die Rückmeldungen, die ich hier bekomme, sind für mich gerade sehr hilfreich, es ist o.k. wenn ihr mich kritisiert, ich ärgere mich nicht. Ich möchte von euch lernen und es gibt noch viel zu lernen.

    Ich möchte mich nicht outen, jetzt trinke ich schon 6 Wochen nicht mehr und deswegen besteht keine dringende Notwendigkeit. Der nächsten Blutabnahme, einer möglichen Operation in Narkose, diesen Angelegenheiten kann ich nun stressfrei begegnen. Was ich hier durch das Lesen im Forum schon gelernt habe ist, dass es ein lebenslanger Prozess ist und ich immer wieder in Versuchung geraten werde. Das macht mir Sorgen, dieses "lebenslang". Ihr werdet schreiben, dass ich noch nasse Gedanken habe, ja, die habe ich.

    Es stimmt alles, was du zu meiner Situation schreibst. Ich habe es 4x nicht geschafft. Jetzt bin ich dabei, meine Ausgangssituation zu verbessern, indem ich diesem Forum beigetreten bin. Ich habe es mir eingestanden, Alkoholikerin zu sein, das 1. Glas muss stehen bleiben.Ich darf im Moment auf gar keinen Fall Freunde zum Essen einladen und für die Alkohol besorgen müssen, die Reste würde ich sofort austrinken. Ich möchte aber nicht nur alleine zu Hause rumsitzen, das habe ich in der Trinkerzeit mehr als genug getan. Zum Glück ist es in meinem Freundeskreis absolut akzeptiert, nichts zu trinken, es wird nicht hinterfragt, ich habe sowieso in der Öffentlichkeit fast nichts getrunken. DRY JANUARY wird auch gut akzeptiert, ich hänge dann einen DRY FEBRUARY dran. Für März muss ich mir noch einen Spruch überlegen, MARCH...., schwierig,