Beiträge von foxi58

    Aurora

    Zitat

    Dass euer Sohn jetzt seine Patentante angerufen hat, ihr erzählt hat, wie schlecht es ihm geht, macht mich etwas nachdenklich. Er merkt nun, dass ihr kapituliert habt, Grenzen gesetzt habt und das auch konsequent durchzieht. Sucht er sich nun eine neue Coabhängige, die ihm den Popo retten soll?


    Nein, so ist es nicht...ich habe ihn per mail informiert dass der Ehemann seiner Patentante , der schon länger Krebs hat, nur noch eine Lebenserwtartung von 2-3 Wochen hat.....Er ist mit den beiden groß geworden, sie wohnen weiter weg kamen aber regelmäßig zu uns......Ich fühlte mich moralisch verpflichtet ihm das mitzuteilen und daraufhin hat er sie angerufen, um wegen dem Onkel zu sprechen......Ich denke nicht dass sie ihm irgendwas retten soll, kann sie auch gar nicht durch die Riesen-Entfernung.......

    In einer geschlossenen Akutpsychiatrie wird nur Stabilisierung betrieben, da finden in der Regel so gut wie keine Therapien statt. Mehr als Schadensbegrenzung kann da nicht passieren.

    Selbst ein geschlossenes Setting setzt ein Mindestmaß an Freiwilligkeit voraus, damit irgendwas in die Wege geleitet werden kann.

    Wenn eurer Sohn nicht will, dann will er nicht. Daran ändert auch eine geschlossene Unterbringung nichts. Deshalb macht euch bitte nicht zu viele Hoffnungen, dass sich dadurch jetzt etwas ändert, auch wenn es grade sehr hart klingt.

    Sie können ihm Angebote machen und Wege aufzeigen, aber den Rest mus er machen und vor allem wollen.

    Was heisst denn bitte geschlossenes Setting? Ich weiß nicht ob er will, denke halt nur das nur aufnehmen und entlassen ja wenig ist......

    Das wird nur dann eingeleitet wenn er es möchte.
    Und sie können euch nicht ‚einfach einbinden‘. Sie können es versuchen, aber ihr könnt ablehnen. Das hab ich auch gemacht und es fühlte sich fürchterlich an, war aber richtig. Bleibt bei euch und lasst ihn seinen Weg gehen- auch dann wenn dieser Weg geradewegs nach unten führt. Er allein hat das in der Hand!
    Er weiß wo er um Hilfe bitten muss. Gerade jetzt in der Klinik. Aber wenn er es nicht anleiert können auch die Nix tun!

    Können die denn in so einer geschlossenen Klinik irgendwas einleiten? Ich hab null Ahnung von sowas

    koda , ich habe hier ja beschrieben dass der Kontakt zu unserem Sohn auf Eis liegt, meine Schwiegertochter hat lediglich zum ersten mal die Möglichkeit genutzt uns das jetzt per mail mitzuteilen, nur als Information. Sie schrieb: Ich habe euren Sohn in die Klinik gebracht......Ich hab keine Ahnung warum und wieso, ich denke er hatte wieder 3, und promille wie pfingsten schonmal. Ich würde mir sehr wünschen dass in der Klinik was angeboten wird für ihn aber wie gesagt, ich weiß es nicht.......Mir geht es sehr schlecht, ich will auch mehr Infos nicht haben von ihm, ich habe Angst dass die uns als Eltern jetzt einbinden......wir kämpfen seit Wochen damit unsere Distanz zu halten, auch innerlich.

    Als er Pfingsten dort war haben sie ihn nach der Ausnüchterung gehen lassen, ich weiß halt nicht ob beim 2ten mal irgendwas an Unterstützung eingeleitet wird, ich denke er ist auf der geschlossenen, denke ich...

    Danke für deine Anteilnahme, das tut mir grade gut

    AnnaBlume , ich hab alles nochmal gelesen......ich denke auch dass unser Sohn mit seinem Leben nicht fertig wird und deshalb trinkt, seine Frau schrieb mir eine Mail dass sie ihn gestern in die ansässige Klinik gebracht hat...Ich weiß dass er gestern mit meiner Schwägerin telefoniert hat { sie weiß nix vom Trinke da sie weit weg wohnt), da hat erfahren dass mein Schwager nur noch wenige Wochen zu leben hat aufgrund seiner Krebserkrankung..vermutlich hat ihn das so umgehauen und er hat so gesoffen....... ich halte ihn für selbstmordgefährdet mittlerweile........

    Unsere Schwiegertochter hat uns gestern Abend eine mail geschrieben dass sie unseren Sohn in die ortsansässige Klinik gebracht hat....Ich hab es grade gelesen in meiner Post....sie wollte uns lediglich informieren. Ich zittere am ganzen Körper, meinem Mann sage ich es nicht heut morgen bevor er arbeiten geht....ich bete dass die jetzt irgendwas in die Wege leiten, er war Pfingsten ja schon mal da ....

    Vielen Dank@Mariexy

    Liebe Foxi,

    das muss doch nicht für immer so sein. Manche Menschen mit Suchterkrankung brauchen viele Anläufe - und schaffen es irgendwann. Wissen kann das niemand, ob und wann es so weit sein wird bei ihm. Versuche Dich doch einmal von diesen negativen Gedankenspiralen ein kleines Stück zu lösen. Sie helfen weder Dir noch Deinem Sohn in der derzeitigen Situation. AnnaBlume hat Dir viele gute Anregungen dazu gegeben, auf die Du teils wenig eingegangen bist. Ich würde Dir so wünschen, dass Du Deinen Blick ein wenig weitest, mit dem Fokus etwas weg von den negativen Dingen in Deinem Leben gehst und hin zu Ressourcen, zu Mutmachendem, das Dich stärken kann und das es auch in Deinem Leben gibt. Eine tragfähige Partnerschaft - hat längst nicht jeder! - eine gute Freundin, mit der Du Dich austuschen kannst, und bestimmt einiges mehr.

    Gar nicht so wenige Menschen haben Sorgenkinder. Auch ich musste meines ein Stück weit loslassen, was mir äußerst schwer fiel. Wenn ich anderen darüber gesprochen habe, bekam ich oft zu hören, dass es denen ähnlich geht, oder dass sie ähnliche Fälle aus dem Umfeld kennen. Schmerzhafte Entwicklungen und auch Krisen gehören zum Leben.

    Es ist jetzt nicht aller Tage Abend, auch nicht bei Euch. Trau Deinem Sohn doch etwas zu. Er konnte ja bisher arbeiten, eine Frau finden, heiraten, eine Wohnung beziehen. Er wird reifer, kommt vielleicht selbst zu der Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann. Dann kann er vielleicht die ersehnte Entscheidung treffen, etwas zu verändern. Noch ist er sehr jung. Vielleicht braucht er auch einfach länger dafür, als andere.

    Gib der Sache etwas Zeit und nimm Dir jetzt ein wenig davon, um durchzuatmen. Das wünsche ich Dir wirklich.

    Das mit dem Zutrauen ist momentan schwer, er ist arbeitslos, die Frau hat sich getrennt und sie haben die Wohnung gekündigt bekommen........

    Es gibt Familien, die haben ihr einziges Kind aufgrund von Unfall oder anderen Krankheiten verloren und ihren Lebensplan aufgegeben und ändern müssen. Geht es Dir in erster Linie um deinen Sohn oder um deinen Lebensplan, der sich jetzt nicht so erfüllt, wie Du es geplant hast? Nichts für ungut, aber denk mal drüber nach.

    Es geht natürlich nicht nur um meinen Lebensplan, das gehört ja alles zusammen, aber mit einem behinderten Kind macht man sich nochmal mehr Gedanken um die Zukunft...Und ja,gerade ich weiß dass alles anders kommen kann ( wir wussten bei der Geburt nichts von der geistigen Behinderung unseres zweiten Sohnes), ich habe einfach mal Gedanken ausgesprochen....

    Ich will nicht so viel hier darüber schreiben, weil ich eigentlich wegen meiner eigenen Sucht hier bin.

    Nur so viel: Mein Kind ist auch erwachsen und suchtkrank - sehr anders als dein Sohn, weil weitere Erkrankungen im Spiel sind, aber auch ich musste meine Vorstellung vom Lebenslauf völlig neu denken.

    Sogar die Möglichkeit mein Kind ganz zu verlieren ist nicht so abwegig.

    Dennoch musste ich mich abgrenzen und muss es immer wieder.
    Ich kenne also diese innere Zerissenheit die du hier beschreibst und auch die schlaflosen Nächte und dass es einem vor lauter Sorge die Luft zum Atmen nimmt.

    Dennoch lebe ich ein Leben jenseits dieser Sorgen. Und dieses Leben darf auch schön sein. Das tatsächlich ohne schlechtes Gewissen zu leben, musste ich in einem langen Prozess lernen.

    Lieben Dank AnnaBlume , und genau das möchte ich mir auch erarbeiten, stehe noch am Anfang...... und danke dir für deine Begleitung...

    Das alles lässt sich regeln. Für mich war im Kern die größte Aufgabe, die Vorstellung die ich mir von der Zukunft meines Kindes gemacht habe zu verändern.

    Im Grunde ist es gut, wenn wir uns als Eltern von den Erwartungen an unsere erwachsenen Kinder lösen- auch wenn sie keine so schweren Probleme haben wie dein Sohn.
    Das ist ein trauriger und schmerzhafter Prozess, aber er befreit beide Seiten und vielleicht kommt eine Zeit in der ihr euch als erwachsene auf Augenhöhe begegnen könnt.

    Das wünsche ich mir für mein Sorgenkind und euch für eures. Mehr haben wir nicht in der Hand.

    AnnaBlume , ich hab bei dir gar nix gefunden vom Sorgenkind, magst du mal kurz schreiben was das bedeutet?

    Und ja, natürlich habe ich mir für ihn ein schönes Leben gewünscht, was er teilweise auch früher hatte, aber jetzt scheint alles vorbei zu sein damit....

    Liebe foxi,

    es wird mittlerweile immer klarer weil es auch endlich wissenschaftlich betrachtet wird, was das Zusammenleben mit einem Abhängigen für den Partner oder eben für Eltern macht.

    Ich finde es nach wie vor bewundernswert, dass und wie du dich damit auseinandersetzt. Nicht in dem Leid verharrst. Erkenntnisse bekommst, die dir helfen, klar zu sehen.

    Dieses YouTube werde ich mir mal ansehen, danke für den Tipp. Google mal " Mythos Co-Abhängigkeit " von Gallus und Anja Bischoff.

    Liebe Grüße Aurora

    Ich kämpfe ums Überleben, wir wollen die letzten 10-15 Lebensjahre nicht nur leiden.....denn.

    Unsere sogedachte heile Familienwelt ist durch seine Krankheit komplett zusammengebrochen: Wer soll sich später um unseren behinderten Sohn kümmern wenn der im Heim untergebracht ist???

    Wer kümmert sich im Alter um den Übriggebliebenen von uns, so wie ich es jetzt bei meinem Vater tue?

    Wie regeln wir unsere Erbangelegenheiten neu, er steht in unserem sogenannten Behinderten-Testament, das wurde notariell aufgesetzt............

    Es gibt keine Familie der wir etwas vererben können, nur ihn....

    Das sind alles Fragen über Fragen....

    Alles komplett im Dunkeln durch seine Krankheit.........

    Gedanken: Der grosse Unterschied bei uns ist, dass unser Sohn schon im jugendlichen Alter mit Alkohol versuchte und trank, zwar noch angemessen aber da gings ja los.....Und wir hatten einen Erziehungsauftrage und Fürsorgepflicht und sind zwangsläufig in die Co Abhängigen Rolle gelangt, ob wir wollten oder nicht....Und das hat sich immer weiter fortgesetzt. Immer in Sorge und alles versucht um es abzuwenden, von der Problematik einer Co Abhängigkeit hatten wir null Ahnung, wir waren die Eltern.....

    Gestern habe ich im youtube einen Bericht von Dr. Wimmer mit der Coachin Julia Kessler gesehen, da ist mir das nochmal klar geworden.....All das was diese Julia an Versuchen mit ihrem Partner hatte das hatte ich auch, unser Sohn wohnte aufgrund Ausbildung bis 25 Jahre zu Hause und dadurch war ich als Mutter gezwungen diese Rolle anzunehmen, ich wollte ja nur das er aufhört.......So wie ich jetzt erkannt habe ohne Chance, das ist alles so schwer anzunehmen. Aber es wird immer klarer und deutlicher für mich........

    Versuche nicht zu ‚kumulieren‘ sondern sortiere. Ein dementes Elternteil ist traurig aber im hohen Alter nicht ungewöhnlich.

    Ich hoffe dein Mann kann sich noch gut von seinem Bruder verabschieden- das ist wirklich sehr traurig.

    Toll dass du wieder besser schlafen kannst- das zeigt, dass ihr auf dem richtigen Weg seid. Überhaupt, Hut ab, dass ihr als Paar in so einer schwierigen Zeit zueinander haltet- klopft euch da ruhig mal gegenseitig auf die Schulter, denn das ist nicht selbstverständlich.

    Was meinst du denn mit kumulieren?

    Guten Morgen, ich schlafe mittlerweile etwas mehr, zumindest schonmal von 22 bis 1, dann nochmal von 2 bis 5, das ist erstmal o.k.,

    Gestern kam eine neue Hiobsbotschaft von dem Bruder meines Mannes: er hatte vor 3 Jahren Darmkrebs und war seit 3 Wochen im Krankenhaus, unsere Schwägerin teilte uns mit dass er laut der Ärzte noch 3Wochen zu leben hat, er sei voller Metastasen ...

    Wieviel können wir ertragen???? Das mit unserem Sohn ist schon so schrecklich damit umzugehen zu lernen..... Jetzt das noch und meine Papa mit beginnender Demenz.....

    Ich geb mir Mühe aber es ist sehr anstrengend alles, vielleicht muss ich Dinge besser akzeptieren lernen?????????

    Diese Angst begleitet mich seit Jahren. Wenn sich ein erwachsener Mensch das Leben nimmt, weil er keinen Ausweg sieht, dann ist es niemals ein Problem, das Mama und Papa hätten lösen können.

    Das klingt furchtbar, nimmt aber die Schuld. Er kann sich wie oft gesagt nur selber helfen und ihr helft ihm nicht, wenn ihr ihm Erleichterung anbietet- denn das hält ihn eher im Suchtsystem.

    Die meisten Alkoholiker hier (mich eingeschlossen) mussten an einen Punkt kommen, an dem sie dachten ‚stop, so geht das nicht mehr‘. Die einen brauchten dafür härtere Zustände. Offenbar ist dieser Moment bei eurem Sohn (noch) nicht da. Aber ‚pampern‘ bringt ihn da auf keinen Fall hin.

    Natürlich fühlt ihr euch nicht toll dabei- richtig ist es dennoch und damit ein schmerzhafter Dienst an eurem Sohn.

    AnnaBlume , ich hab deinen Strang nicht komplett gelesen, daher: hast du bis jetzt ganz alleine aufgehört, ohne Klinik und Begleitung?