Liebe Foxi,
das muss doch nicht für immer so sein. Manche Menschen mit Suchterkrankung brauchen viele Anläufe - und schaffen es irgendwann. Wissen kann das niemand, ob und wann es so weit sein wird bei ihm. Versuche Dich doch einmal von diesen negativen Gedankenspiralen ein kleines Stück zu lösen. Sie helfen weder Dir noch Deinem Sohn in der derzeitigen Situation. AnnaBlume hat Dir viele gute Anregungen dazu gegeben, auf die Du teils wenig eingegangen bist. Ich würde Dir so wünschen, dass Du Deinen Blick ein wenig weitest, mit dem Fokus etwas weg von den negativen Dingen in Deinem Leben gehst und hin zu Ressourcen, zu Mutmachendem, das Dich stärken kann und das es auch in Deinem Leben gibt. Eine tragfähige Partnerschaft - hat längst nicht jeder! - eine gute Freundin, mit der Du Dich austuschen kannst, und bestimmt einiges mehr.
Gar nicht so wenige Menschen haben Sorgenkinder. Auch ich musste meines ein Stück weit loslassen, was mir äußerst schwer fiel. Wenn ich anderen darüber gesprochen habe, bekam ich oft zu hören, dass es denen ähnlich geht, oder dass sie ähnliche Fälle aus dem Umfeld kennen. Schmerzhafte Entwicklungen und auch Krisen gehören zum Leben.
Es ist jetzt nicht aller Tage Abend, auch nicht bei Euch. Trau Deinem Sohn doch etwas zu. Er konnte ja bisher arbeiten, eine Frau finden, heiraten, eine Wohnung beziehen. Er wird reifer, kommt vielleicht selbst zu der Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann. Dann kann er vielleicht die ersehnte Entscheidung treffen, etwas zu verändern. Noch ist er sehr jung. Vielleicht braucht er auch einfach länger dafür, als andere.
Gib der Sache etwas Zeit und nimm Dir jetzt ein wenig davon, um durchzuatmen. Das wünsche ich Dir wirklich.