Beiträge von EllaDrei

    Denn sie machen es sich bequem und lassen andere für sich arbeiten. In dem Falle Ex? dich und mein Ex damals mich. Das ist ein Benutzen von Menschen um selbst keine Verantwortung übernehmen zu müssen.

    Davon kann ich auch ein Lied singen. Ex verschwand ständig, vertrank und verkonsumierte sein weniges Geld und brauchte dann von mir welches.... Ein Benutzen, genau das war es hier auch. Und er tat mir auch trotz allem immer wieder auch leid, und ich hab mich viel gesorgt um ihn, lumen .

    Bei uns gab es keine Drohungen, meist nicht einmal ein böses Wort, er war ja immer weg, wenn er besoffen oder drauf war. Wir haben uns vordergründig gut verstanden - klar, er brauchte dauernd Unterstützung, also war er ganz besonders "freundlich"....

    Bloß brachte das alles weder ihn noch mich weiter. Schadete mir im Gegenteil nur, weil ich lange gebraucht habe, um das alles richtig einzuordnen, mir klarzumachen/einzugestehen, dass ich (nur?) ausgenutzt werde. Ich war da auch lange verstrickt. Ohne ihn bin ich besser dran...

    Er wirft mir vor das ich meinem Freund (Er) nicht helfe , wie man so unchristlich sein kann…

    Er zieht halt alle Register, um Dich doch umzustimmen. Ignorieren und Blockieren ist das einzige Mittel, denke ich. Sonst verstrickst Du Dich nur in überflüssige Diskussionen. Irgendwann wird er hoffentlich die Lust verlieren.

    Hallo Lumen,

    Du stellst die gleichen Fragen in Variationen immer wieder, und Viele haben darauf ja auch schon geantwortet, was jetzt ratsame Schritte wären - vor allem mal Abstand, um Dir selbst eine Ruhepause zu verschaffen. Hören möchtest Du die Antworten aber wohl momentan eher nicht,. Wenn Du wissen möchtest, wie andere mit ähnlichen Situationen umgehen, könntest Du Dich ja auch bei andern Cos mal einlesen. Ich zB hatte Dir gestern auch etwas dazu geschrieben, wie es hier lief, darauf bist Du nicht eingegangen.

    Wichtig ist doch: Was willst Du, was spricht für Dich dafür, mit ihm in der derzeitigen Lage - und nach einem Rauswurf - zusammenzubleiben bzw wieder zusammen zukommen? Er bedroht Dich, will Dich verklagen, aber auch unbedingt durchsetzen, bei Dir eine Meldeadresse zu haben. Da Du fragst: Ich würde das nicht machen, so wie er sich verhält, und Du hast ja selbst schon gesagt, dass Du es nicht willst - nun ruderst Du wieder zurück. Letztlich kann Dir keine/r hier die Entscheidung abnehmen. Und ob er bereit wäre zu Entzug kann auch keiner beantworten.

    Bist Du denn überhaupt sicher, dass er gerade im Entzug ist? Sei Dir bewusst, ob er eine Entgiftung antritt bzw abstinent werden will, ist alleine seine Entscheidung, Du hast darauf keinen Einfluss, weder mit Rauswurf noch einer Rolle rückwärts, sprich: Wiederaufnahme.

    Na dann wäre das ja geklärt. Meldeadresse - bloß nicht ... Nimm Abstand und reagiere nicht mehr, auch nicht auf die Bekannte. Du siehst ja, dass sich sonst die Spirale immer weiter dreht. Anfangs schriebst Du, Du hast den Krankenwagen wegen mehrerer Stürze gerufen, natürlich hat er da mit einer Klage keine Chance.

    Was möchtest Du denn selbst, lumen , abseits des Gedankens zu helfen, hast Du das für Dich schon entschieden? Damit zöge er ja bei Dir mit einem Fuß ein. Dann musst Du ihm mindestens seine Post zugänglich machen - möchtest Du das?

    Im Internet kann man lesen, dass karitative Einrichtungen ihm einen Wohnsitz bzw Meldeadresse stellen könnten. Dazu müsste er vermutlich zu Beratung gehen. Ist er denn stationär in Entgiftung? Falls ja, gibt es dort normalerweise einen Sozialdienst, mit dem er all sowas besprechen könnte - falls die Geschichte von der Entgiftung denn stimmt und es der Bekannten nicht nur darum geht, ihn an Dich "weiterzureichen".

    Lass Dich doch vielleicht selbst einmal beraten, was die Konsequenzen für Dich wären. Entgiftung und Langzeit wären Schritte in die richtige Richtung, ja, aber eben keine Garantie, und wenn Du ihm nicht nur Meldeadresse gibst, sondern ihn auch quasi aufnimmst, bist Du an allem, was passiert, ziemlich nah dran.

    Mein Ex zB ging davon aus, dass er nach seiner Entgiftung und Langzeit vorerst zu mir kommen kann. Ich hab damit gehadert und ihm schließlich gesagt, dass ich es nicht möchte, weil ich mir nicht jeden Tag nen Kopf drüber machen wollte, ob er zB nüchtern bleibt. Er hat wie Deiner keinen Job, so dass Struktur fehlte.. Bei ihm ist mittlerweile wieder alles beim Alten. Er hat allerdings (noch) eine Wohnung.

    Wenn Du künftig die einzige Anlaufstelle wirst, könnte es schwierig werden.

    Ich bleibe skeptisch, alleine aus Selbstschutz. Vielleicht wird er auch gar nicht hingehen

    Hallo liebe Halbmond02 , daran tust Du absolut gut! Auch wenn er offenbar einen ersten Schritt gemacht hat, ist es ein weiter Weg vom Abholen einer Überweisung bis zum Trockenwerden. "Sauber aufschreiben" - auch ein interessanter Weg, um Dir zu demonstrieren: "Schau her, ich hab was getan". Ich verstehe auch, dass Du einerseits Mitgefühl hast und finde wie Aurora gut, dass Du trotzdem Grenzen setzen und die Situation verlassen kannst. Ich habe nicht Deinen ganzen Faden verfolgt - ist denn erkennbar, dass er sich um Wohnung bemüht?

    Liebe Grüße!

    Guten Morgen,

    finde diesen Thread jetzt richtig gut. Erst war ich etwas skeptisch und hab mich gefragt: Braucht es den wirklich, jede/r beschreibt doch eigentlich im eigenen Faden schon, wie sie oder er die eigene Co-Abhängigkeit erlebt. Aber das hier nochmal so geballt zu lesen und auch für sich selbst aufzuschreiben, hilft finde ich, sich die Denkmuster zu verdeutlichen. Wenn man da aussteigen will, muss man sie ja erstmal erkennen.

    unterbewusst ist man dieses auf und ab so gewohnt, dass es plötzlich komisch ist, wenn man das nicht mehr hat.

    ...finde ich auch einen ganz wichtigen Punkt, releaseme . Als Co mit einem suchtkranken Partner steht man unter Dauerstrom, dreht und wendet sich um seine/ihre Themen und Probleme, wie Cadda es weiter oben so treffend beschrieben hat. Schlimmstenfalls ist man sogar damit beschäftigt, den Tag zu überstehen (und gibt seine eigene Lebenszeit dran...).

    Fällt das alles durch eine Trennung weg, könnte man theoretisch ja auch erleichtert sein. Aber für uns Cos bleibt eine umso größere Lücke. Eine Art Leerlauf, das Gehirn dreht weiter. Deshalb finde ich hilfreich, sich neuen Tätigkeiten oder Menschen zuzuwenden, sofern möglich.

    Ich denke eher es ist ein Schubladenbegriff, um die „leidenden“ Angehörigen pauschal einzuordnen. Alle einzelnen Eigenschaften dieser

    Stimmt schon - aber ist das nicht letztlich bei allen möglichen menschlichen Verhaltensweisen und auch bei Erkrankungen so? Damit will ich nicht sagen, dass Co-Abhängigkeit eine Erkrankung ist, es soll nur der Veranschaulichung dienen. Es gibt Oberbegriffe (oder wenn Du so willst: Schubladenbegriffe), um sich auf den ersten Blck ähnelnde Phänomene benennen zu können, aber in jeder einzelnen Schubladen ist noch ganz viel individueller Kleinkram drin.

    Von manchen wird der Begriff ja als veraltet und zu abwertend betrachtet, stattdessen werden teils Alternativen wie zB suchtbegünstigendes Verhalten bevorzugt. Nicht jede/r in einer Beziehung mit einer/einem Süchtigen legt solches Verhalten an den Tag. Ich muss ehrlich einräumen: Ich schon.

    Für mich hieß das: Realitäten ausblenden, Konsum/Sucht fördern durch allerlei überflüssige Unterstützung, vor allem auch in finanzieller Form, ständiges Gedankenkreisen und Sorgen bis Angst um den Partner und darum, was ich noch tun könnte, den Ausstieg nicht schaffen, obwohl doch so offensichtlich viel im Argen lag, an zähen, falschen Hoffnungen festhalten, immer wieder Chancen einräumen. Und je länger es dauerte eine zunehmende Isolation, weil niemand mein Festhalten an ihm nachvollziehen konnte, einhergehend mit erst recht Angst, ihn loszulassen, denn dann stehe ich ja ganz alleine da (was ich mir zuvor aber mit meinem sturen Festhalten ja selbst eingebrockt hatte). Gefühlstaubheit, weil der Kreislauf nicht endete. Resignation, allmähliches Verstummen, weil längst alles gesagt ist.

    Welche Unterstützung hilfreich wäre, kann ich nicht aus eigenem Erleben sagen. Im hiesigen Fall half nichts, da ist die Sucht wohl zu tief verankert.

    Mir selbst helfen bisher am besten klare Bestandsaufnahme und Ablenkung mit positiven Dingen, auch mit Arbeit. Aber die sehr ruhigen Feiertage konnte ich auch gut aushalten dieses Mal. Freundschaften wieder aktivieren und pflegen, neue Menschen kennenlernen, wieder ein paar Schritte raus ins Leben machen.

    Du könntest jetzt überlegen, wie Du für Dich das Beste aus der jetzigen Situation machst. Sie fängt ihn auf, also kannst Du Deine Sorgen um ihn zurückfahren und Dich stärker auf Deine Dinge konzentrieren. Kannst Du Dich irgendwie positiv ablenken?

    Wut kann manchmal ja ganz hilfreich sein am Ende einer Beziehung, aber andererseits können Wut und Ärger einen auch im Gedankenkarussell halten. Der Blick darauf, was diese Frau hätte besser machen können, hilft doch gerade nicht wirklich weiter - wichtiger wäre doch: Wie kann es Dir jetzt besser gehen?

    Hallo lumen ,

    das hier hast Du in Deinem allerersten Post geschrieben:

    Ich war seit 5 Jahren in einer Beziehung ! Von Anfang an ist mir aufgefallen das mein Oartner gerne Alkohol trinkt . Bei mir zuhause nurvRadler, bei sich Wein .
    Dementsprechend sahen auch seine Wohnungen aus . Erschreckt hat mich ein volles Wohnzimmer nur mit Weinflaschen.

    Offensichtlich gab es doch recht deutliche Anzeichen für ein Alkoholproblem. Manchmal möchte man das ganze Ausmaß einfach nicht wahrhaben. War bei mir jedenfalls lange so....

    Als ich meinen Ex zu Beginn unserer "zweiten Beziehung" fragte, was eigentlich aus seinem alten Drogenproblem geworden sei, meinte er nur ganz trocken: "Weggesoffen..." Was ich aus heutiger Sicht unfassbar finde, ist meine Reaktion darauf: Das hat mich tatsächlich beruhigt! Uff, dachte ich mir, er trinkt nur ab und zu etwas zu viel, damit kann ich leben. Von wegen...

    Liebe SonnenscheinCoA,

    Ich versuche immer mal, mich in beide Seiten reinzudenken und abzuwägen. Uns allen, ob Co oder Alkoholiker, stecken unsere persönlichen Geschichten in den Knochen. Deshalb ist es wichtig, nicht vom eigenen Erlebten auf andere zu schließen (was ich jetzt nicht Dir persönlich vorwerfe, bitte nicht falsch verstehen, doch manchmal hab ich schon auch auf Co-Seite recht abwertende und allgemeine Äußerungen in Richtung Alkoholiker gelesen, was ich auch gelegentlich heikel fand).

    Gerade iim Moment ist die Stimmung offenbar etwas aufgeheizter, umso wichtiger fände ich, wenn alle verbal etwas abrüsten und man nicht auf alles einsteigt. Letztlich sind doch hier alle als "Betroffene" - ob Alkoholiker oder Cos.

    Klar hab auch ich schlechte Erfahrungen gemacht, aber eben mit einem bestimmten Menschen, in einer bestimmten Situation, und ich habe auch meinen Teil dazu beigetragen, dass es lief, wie es lief. Und umgekehrt gibt es Pauschal-Aussagen auch aus der Alkoholiker-Ecke gegenüber den Cos, die ich als nicht stimmig empfinde. Ich zB glaube nicht, dass mein Ex Narzisst ist. Ich suche nicht nach Diagnosen, eher hat er selbst immer wieder versucht, sich seine Sucht mit unterschiedlichsten Diagnosen zu erklären, von Trauma über ADHS bis Depression. Aber das zeigt mir nur wieder, dass jeder Mensch unterschiedlich ist.

    Weniger Pauschalisierungen wären glaube ein guter Weg... Und auch weniger Gegensatz im Sinne von "Wir" und "Die"., denn eigentlich snd ja alle hier, um Selbsthilfe über Austausch zu betreiben. Und ich glaube auch, dass beide Seiten voneinander lernen können.

    PS: Das überschnitt sich mit Hartmut s Antwort. Falls es als unangemessener Diskussionsbeitrag gesehen werden sollte, löscht es einfach.

    Liebe Grüße

    Hallo lumen ,

    Ich zieh das mal zu Dir:

    Na bei mir ist er ja außer Haus. Ist im Moment bei einer Bekannten di sich kümmert ( ich will ihn ja nicht helfen, seine Worte!)


    Ich wäre bereit zu unterstützen, zb zur Klinik fahren etc aber kümmern und organisieren muss er oder sehe ich das falsch

    Ja, organisieren muss er das - FALLS er es überhaupt ernst meint und nicht einfach nur im Dauer-Appell-Modus Dir gegenüber ist, sprich, Dir einfach nur einreden will, dass er trocken werden will, damit er Dich weich geklopft kriegt.Jetzt spielt er also die Karte der "Bekannten" aus, die sich besser kümmert, als Du, nunja, noch so ein Appell. Warum eigentlich kümmern, er ist doch erwachsen, wie auch Lanananana schrieb - hast Du das mal hinterfragt? Ich sag das bewusst so, obwohl ich auch lange die Kümmerin war. Hat rein gar nix gebracht.

    Er müsste zum Arzt, Überweisung besorgen, mit Klinik Kontakt aufnehmen, dort Termin für Entgiftung anfragen, gegebenenfalls mehrmals nachhaken, eventuell auch zur Suchtberatung und dort einen Bericht erstellen zusammen mit Berater/in für anschließende Langzeitreha, wenn er denn auch das in Erwägung zieht. Telefonnummern und Adressen dürfte der Arzt haben. Es ist einfach wichtig, dass er sich das selbst erarbeitet und Du nicht alles auf dem Silbertablett servierst, weil ER ja - vielleicht? - trocken werden will, nicht Du. Und hinfahren kann er notfalls vermutlich auch öffentlich. Ich zB hab bei der x-ten Entgiftung von Xy zuletzt nichts mehr davon gemacht und es sozusagen aus der Ferne beobachtet.

    Zum Thema "nur Radler" möchte ich nur anmerken: Das ist halt Bier mit Limo, hat also auch Alkohol. Ein paar davon, und Du hast irgendwann auch die Alkoholmenge einer Flasche Wein beisammen.

    Liebe Grüße

    Hallo liebe Jump!

    Du schriebst zwar oben, dass es genug Hin und Her war, aber da danach noch weitere Beiträge kamen, ist hoffentlich okay, wenn ich auch noch was schreibe.

    Ich hab lange mit dem Begriff Co-Abhängigkeit an sich gehadert, hab ihn erst von mir gewiesen, fand ihn unpassend, pauschalisierend, pathologisierend, abwertend, schuldzuweisend. Die typischen, so oft beschriebenen Verhaltensweisen - Flaschen kontrollieren, beim Chef verleugnen etc. - gab es bei uns nie. Aber schon viel Verhalten meinerseits, mit dem ich letztlich nur mich geschädigt und nichts erreicht habe. Auch Verantwortungsübernahme an seiner Stelle. Alles aus "Liebe" und Sorge um ihn, so dachte ich. Und da wird es doch auch schräg, vielleicht auch auf gewisse Weise"krank" (ich spreche nur für mich). Auf jeden Fall nicht gesund für mich selbst. Ich glaube, jede und jeder muss das ganz individuell für sich betrachten. Ich sehe mich nicht gerne so, aber mir hilft es nicht, es mir selbst schön zu reden. Ich hab mir in dieser Beziehung mit diesem Mann selbst Leid angetan, weil ich lange nicht in der Lage war, sie zu stoppen, obwohl sie mir nicht gut tat. Immer noch im Vergangenen fest hing. Verlustängste hatte, mich an Hoffnungen geklammert hab, auf meine Art Realitätsverleugnung betrieben hab. Und wenn jemand das Ganze als eine Art Sucht definieren würde, läge er - nur für mich gesprochen- vermutlich gar nicht so weit daneben. .

    Mein Ex zog sich für seine Konsumphasen ja immer zurück, tauchte dann wie aus dem Nichts wieder auf, war dann fast schon über-zugewandt und aktivierte damit wieder mein Bindungsverhalten. Lange Zeit war ich in so Situationen sowas von erleichtert, dass er wieder da war, dass ich bereitwillig verdrängt habe, was er mir immer wieder zumutete. Dabei spielte seine manipulative Art natürlich eine Rolle. Ich will aber bei mir bleiben - warum hab ich das mit mir machen lassen? Ich hab ja längst die manipulativen Tricks erkannt, trotzdem war ich wie paralysiert, hab das Karussell nicht angehalten.

    Mittlerweile sehe ich Co-Abhängigkeit als eine Art "Arbeitsbegriff". Mir macht er für mich klar, dass da etwas ganz gewaltig nicht gestimmt hat, dass ich auf der Suche nach Liebe und Zweisamkeit mich selbst verloren habe. Ich wollte diese Beziehung halten, wider besseres Wissen. Ob das symptomatisch für mich ist, weiß ich nicht. Ein wenig vielleicht, und vielleicht war es auch vor allem meiner jetzigen Lebensphase geschuldet. Ich hatte aber auch in jungen Jahren (kürzere) Beziehungen zu Männern, die zu viel tranken oder auch anderes konsumiert haben. Die straighten haben mich schlicht nicht so interessiert, so blöd und teenagerhaft das auch klingt. Vielleicht/vermutlich bin ich aus dieser unreifen Denke nie herausgekommen.

    Welche Konsequenzen meine "Risikoneigung" in Beziehungen hat, durfte ich jetzt endgültig lernen. Bin kein EKA, und kann sagen, dass ich aus einer stabilen und fürsorglichen Familie komme, Ich sehe mich selbst dafür verantwortlich, da so mit offenen Armen hineingerannt zu sein. Ich habe meinen Ex als damals schon suchtgefährdeten oder bereits Süchtigen in meiner Jugend kennengelernt.

    Bei anderen Betroffenen sind die Fälle natürlich wieder ganz anders gelagert. Viele müssen erleben, wie eine einst glückliche und unbeschwerte Beziehung durch Sucht eines/einer Partners/Partnerin immer mehr zum Scherbenhaufen wird und sich sehr mühsam ihren Ausgang suchen. Ich aber hätte es wissen können, dass es so kommt. Co-Abhängigkeit hat glaube einfach viele Gesichter.

    Ich wünsche Dir einen guten Start ins neue Jahr. Les Dich immer gerne und freue mich auf den weiteren Austausch - auch 2026,

    alles Liebe von Ella

    Hallo maibisjuni ,

    das hier kann ich so gut nachvollziehen:

    DIe alten Freundschaften bestehen zwar auch noch, aber noch auf dem reduzierten Niveau, auf dass sie sich durch die Sucht entwickelt haben.

    Mein Sohn ist auch schon aus dem Haus und ich fühle mich auch gelgentlich einsam. Aber ich versuche jetzt immer mehr, was dagegen zu tun. Vor allem meine engste Freundin hatte kein Verständnis mehr für mein co-abhängiges Verhalten und hat sich vor Jahren schon immer stärker zurückgezogen. Ich arbeite daran, das wieder aufzubauen, weil ich sie einfach sehr mag, und auch weil Freundschaften die wichtigste Stütze gegen diese Melancholie sind, finde ich.

    Wenn man nicht mehr ganz so jung ist, fällt der Aufbau neuer Freundschaften ja meist auch nicht so leicht. Ich zB bin Mitte 50, war noch nie an Vereinen interessiert, das macht es schwierig. Aber es geht trotzdem, ich möchte Dir gene Mut machen. Ist natürlich ein bisschen Glückssache, die rchtigen Leute zu finden, die einem liegen. Ich nutze eine Freizeit-App für Verabredungen mit Leuten, die gleiche Interessen haben. Konzerte, gemeinsame Kino- und Theaterbesuche, Spieleabende, tanzen gehen , wandern, sporteln oder Stricken und Häkeln bei Kaffee und Kuchen geht dort alles, je nachdem, was man gerne mag. Klar muss sich das erst finden. Aber wieder aus sich und dieser Schwere herauskommen tut wirklich gut.

    Liebe Grüße

    Hallo liebe maibisjuni ,

    einen schönen Nickname hast Du, ist die beste Zeit des Jahres 🌷ich verstehe Dich gut. Ich habe räumlich nie zusammen gelebt, deshalb gab es in der Hinsicht keine Trennung, aber in den vergangenen Jahren ein immer weiteres, alkohol- und drogenbedingtes Auseinanderdriften mit meinem Ex-Partner. Ich will trotzdem sozusagen hierbleiben, lese weiter, schreibe gelegentlich was, weil mich die Gedanken auch nicht einfach loslassen und ich mit anderen mitffühle, an welcher Station des Weges sie auch gerade sind. Er fehlt mir oft. Aber ich blicke dank des Forums auch mit mehr Zuversicht aufs Alleinsein. Bin wieder offener für neue Menschen geworden.

    Eine Zeitlang ging es mir so, dass ich mich für die spärlichen Momente, in denen er aus seinem Rückzug auftauchte, praktisch bereitgehalten habe. Unternehmungen mit anderen waren Notlösungen, weil er nicht da war. Das führte dazu, dass ich Freunde gar nicht mehr wirklich wahrgenommen und schließlich auch langjährige Freundschaften fast verloren habe. Ich müsste mich zwingen, da herauszukommen und verstehe glaube gut, wie es Dir geht. Gib Dir Zeit, wie Du schreibst, ist das ein längerer Prozess. Ich habe mir irgendwann angefangen, ganz bewusst Dinge nur mit bestimmten Freunden vorzunehmen, die ich ganz speziell nur mit der jeweiligen Person machen wollte, das half mir, da wieder etwas herauszukommen.

    Liebe Grüße

    Liebe Halbmond,

    fühle Dich mal gedrückt, ich kann mir ziemlich genau vorstellen, wie es Dir gerade geht.

    dass er eine Entscheidung treffen muss, ob er zum Arzt gehen wird, regelmäßig zur Suchtberatung geht und Therapie machen will, sodass unsere Beziehung überhaupt noch eine Chance hat und wenn nicht, dass ich heute Schlussmachen muss. Er sagt, er macht es. Ich bin zweigespalten, ob ich das glauben soll. Ich werde es sehen.

    Deine Zweifel sind leider sehr berechtigt. Druck oder Drohung mit Beziehungsende, Bitten oder Flehen, Tränen, das hab ich alles hinter mir. Wenn er selbst das Problem nicht sieht und weiter trinkt, dafür in Kauf nimmt, dass er ausziehen muss und Du Dich voraussichtlich auch trennst, steht es nicht gut. Es tut mir sehr leid für Dich. Lass es erst einmal sacken. Hast Du jemanden, der Dich gerade auffängt? Ich wünsche Dir, dass Du es bald als Chance für einen Neuanfang für Dich sehen kannst.

    Liebe Grüße

    Liebe foxi58 ,

    diesen Satz würde ich umdrehen wollen:

    Kinder geben dem Leben {auch ) Sinn, zumindest war das bei mir so.....

    in: Auch Kinder geben dem Leben Sinn. Denn was würden sonst Menschen tun, die keine Kinder haben? Es ist schwer, aber manchmal hilft ein Perspektivwechsel. Da ist noch mehr, auch in Deinem Leben. Es gibt noch mehr Menschen um Dich herum, für die Du da bist und die für Dich da sind. Dein anderer Sohn, Dein Mann, ein Beruf, der Dich erfüllt, wie Du immer wieder geschrieben hast, Freunde, vielleicht auch so etwas wie ein Ehrenamt, falls Du das zeitlich überhaupt schaffst. Du wirst gemocht und gebraucht, hast Deinen Platz im Leben, auch wenn Du gerade eine schwere Zeit durchmachst. Auch Selbstfürsorge ist eine sinnvolle Aufgabe und in Deiner jetzigen Situation einfach lebensnotwendig.

    Liebe Grüße

    Liebe releaseme ,

    hab Dich noch gelesen und schick Dir ein paar liebe und aufmunternde Gedanken. Du machst das Richtige. Auch ohne Alkohol würde es so zusammen nicht mehr funktionieren. Wunde Punkte finden, da den Stachel ansetzen, gezielte Gemeinheiten austeilen - das ist kein gutes Zusammenleben mehr, für Dich nicht und erst recht nicht für die Kinder.

    Und er weiß dass der geplatzten Traum von Familie mein wundester Punkt ist, neben Gemeinheiten gegeb die Kinder.

    Schade, dass er so gar nicht seinen Beitrag dazu sieht und ihm selbst die Familie so wenig wert ist. Gut, dass Du Dich beginnst, herauszulösen. Rückschritte gehören dazu - Du wirst das schaffen.

    Schlaf erstmal gut, alles Liebe!

    Liebe foxi58 ,

    auch Dir herzlichen Dank, dass Du mir schreibst.

    Ich versuche das irgendwie auszuhalten und hoffe auch immer dass ich es mir in meinem Kopf dramatischer ausmale als es vielleicht ist...

    In diesem Gedanken möchte ich Dich bestärken - auch wenn es mir ja ähnlich geht. Die Antworten von Jump und Bergdohle zeigen mir, dass wir damit nicht alleine sind. Ich vermute auch, dass Dein Sohn nicht annähernd ahnt oder nachfühlen kann, wie es Euch mit seinem Trinken geht.

    Aber es ist gut so,

    Ich kann mir vorstellen, wie viel Herzensarbeit es kostet, diesen Satz zu schreiben. Es ist gut, dass Du ihn inzwischen schreiben kannst. Ein ganz wichtiger Schritt, auch wenn Du ihn sicher nicht täglich mit gleicher Überzeugung denken oder aussprechen kannst. Ich versuche, ihn mir in meiner natürlich anderen Situation auch immer wieder zu sagen.

    Ich wünsche Dir, dass das leichter wird. Versuche, Weihnachten gedanklich nicht zu sehr zu überfrachten. Das von außen suggerierte Heile-Welt-Bild passt doch auf so viele Familien und Haushalte nicht, in denen Streit, Gewalt oder totale Einsamkeit herrscht, das halte ich mir immer wieder vor Augen. Vielleicht könnt Ihr Weihnachten anders als sonst verbringen? Ich spiele mit dem Gedanken, wegzufahren, muss allerdings an HlAbend noch arbeiten.

    Liebe Grüße und fühl Dich auch gedrückt, liebe Foxi

    Liebe Bergdohle ,

    hab auch Du vielen Dank für Deine Worte. Ich habe mich ja so ertappt gefühlt an dieser Stelle:

    Einmal huschte mir der Gedanke in meinem Kopf, ob ich ihm anbieten solle seine Wäsche zu waschen. Dann hab ich mich aber selbst getadelt ob diesem irrwitzigen Gedanken.

    Sowas habe ich all die Jahre ohnehin schon selbstverständlich hier mitgemacht. Eine Art Versorgungsjob. Obwohl Xy hier nicht wohnte, nur gelegentlich für zwei, drei Tage da war und dann tagelang wieder weg und off. Sein Beitrag zu diesem halbwegs gemeinsamen Leben war extrem überschaubar. Momentan tue ich nichts mehr - wir sehen uns ja nicht mehr - aber was Du schreibst, macht mir wieder bewusst, an wie vielen Stellen mir die Haltung in Fleisch und Blut übergegangen war, dass er das ja alles nicht mehr leisten "kann", was zumindest bisher Unsinn war. Ich habe ihm nur Spielräume dafür geschaffen, weiter zu trinken und zu konsumieren, indem ich ihm viel vom Rest des Alltags abgenommen habe. Es ist wichtig, da immer wieder hinzuschauen, gerade auch in solchen Tief-Phasen, in denen sich auch Verklärung in meine Gedanken mengt.

    Und genau das ist der Schlüssel, den Du beschreibst. Ein Netz aus positiven Kontakten wieder aufbauen. Toll, was Du schon geschafft hast, liebe Bergdohle! Das ist es, was auch ich möchte. Ich werde weiter dran arbeiten.

    Danke und alles Liebe Dir!