Beiträge von EllaDrei

    Liebe Schneehase,

    natürlich wünscht man Deinem Partner jetzt, dass er mithilfe von Klinik Veränderungen angeht. Aber solche Weckrufe bzw Ultimaten wie der von seinem Freund haben leider oft nur eine kurze Halbwertzeit, weil sie eben von außen an den- oder diejenige herangetragen werden, statt aus der eigenen Motivation kommen, den Konsum zu stoppen.

    Erstmal wirkt das jetzt natürlich wie eine Erleichterung auch und vor allem für Dich, dass da jemand ist, der sich mit "kümmert", aber vor allem muss sich Dein Partner um sich selbst kümmern und entscheiden, wie es für ihn weitergeht.

    Ich stehe jetzt im engen Austausch mit diesem Freund. Und das gibt mir wieder Mut und Kraft. Ich fühle mich nicht mehr alleine und kann wieder nach vorne schauen.

    Ich kenne das nur zu gut, dass das eigene Wohlergehen sehr daran hängt, wie es dem Partner gerade geht, ob er Hilfe annimmt, in eine Klnik geht - was ja oft nur ein erster Schritt ist - etc. Man lebt irgendwie im Schlepptau des anderen - gab es Lichtblicke bei ihm, ging es auch für mich etwas aufwärts, aber umgekehrt war seine Talfahrt auch meine.

    Das eigene Leben kann so ganz in den Hintergrund geraten. Wichtig ist, dass es Deinem Kind und Dir gut geht. Dein Partner ist letztlich für sich selbst verantwortlich.

    Liebe Grüße

    Liebe Sonnenschein CoA ,

    da gebe ich Marliese total recht. Dein Noch-Mann zeigt ja leider gerade, was auch oder inzwischen alles in ihm steckt, früher war das ja vermutlich alles mal ganz anders. Aber jetzt ist er eben so. Und früher oder später hätte er vielleicht so oder ähnlich wie jetzt agiert, auch wenn Du geblieben wärest und sich die Situation immer weiter zugespitzt hätte. Du hattest triftige Gründe, Dich so zu entscheiden.

    Ich würde es glaube eher so herum sehen, dass es wohl besser gewesen wäre, sich schon früher von ihm zu trennen, auch wenn das jetzt im Prinzip müßig ist. Aber jünger hat man eben mehr Kraft und all die negativen Erfahrungen stecken einem noch nicht in den Knochen.

    Käme denn für Dich nicht eventuell doch ein Ortswechsel in Frage? Frischer Wind, ein Neustart, ohne belastende Erinnerungen in der früheren gemeinsamen Wohnung, er hätte keine Schlüssel, könnte an sein Zeug ran und damit glücklich werden, und Du müsstest nicht bangen, dass er vor der Tür steht? Ich vermute, Dich hält auch Dein Netzwerk vor Ort. Ich betrachte es vielleicht zu sehr aus meinem Blickwinkel, aber ich würde glaube rauswollen aus seinem "Dunstkreis",


    Wünsche Dir viel Kraft - und dass Du bald in Ruhe Dein Leben leben kannst.

    Liebe Grüße

    Liebe releaseme ,

    da kann ich mich BessereZeiten nur anschließen. Kein Konflikt unter Euch Erwachsenen würde rechtfertigen, wie er sich verhält. Wenn sich ein/e Partner/in trennen möchte, hat der andere das zu akzeptieren - wüste Schreierei vor Kindern, Beschimpfungen, erst recht natürlich körperliche Gewalt sind niemals akzeptabel.

    Dein Mann missbraucht die Kinder als Druckmittel gegen Dich. Ich kann Dir nur empfehlen: Schalte das Jugendamt ein und schildere sein Verhalten, das ist eindeutig Kindeswohlgefährdung seinerseits. Und die Nachbarn sollen sagen, was sie wollen - hätten sie lieber Präsenz gezeigt und gefragt, ob sie Dich und die Kinder unterstützen können, um Deinem Mann zu zeigen, dass sein Verhalten registriert wird und daneben ist - oder gleich selbst die Polizei gerufen. Zu oft wird da schweigend weggeschaut.

    In solchen Situationen solltest Du die Polizei und auch das Jugendamt als wichtige Hilfen begreifen, releaseme . Lies mal im Faden von @SonnenscheinCoA. Sie hat sich auf beeindruckende Art Hilfe geholt und für Schutz gesorgt. Das schaffst Du auch! Deine Anwältin sollte auch mit Dir besprochen, wie dokumentiert werden kann, was Dein Mann da gerade alles treibt, angefangen von negativen WhatsApp-Nachrichten über die vermutlich ausgespähten E-Mails - sowas wäre auch strafrechtlich relevant - bis hin zu solchen Vorfällen wie dem oben geschilderten. Da Dein Mann mit Sorgerechtsstreit droht, solltest Du Dich für alle Fälle wappnen, auch wenn es garantiert viel Kraft kostet. Aber die wünsche ich Dir jetzt.

    Liebe Grüße

    Hallo Sternie ,

    Er ist seit gestern mal wieder zur Entgiftung - freiwillig! Weil er selbst gesagt hat, er will noch nicht sterben... Und da ist dann wieder dieser kleine Hoffnungsschimmer, der mich bleiben lässt... Weil vielleicht wird ja doch noch alles wieder gut. Einmal hat es ja schon geklappt 🙈

    das wünsche ich ihm natürlich sehr. Bloß über das Wort "freiwillig" bin ich gestolpert, Sternie . Es geht ja nur freiwillig, oder wie hattest Du das gemeint?

    Mit der Hoffnung ist das so eine Sache. Ich will Dich nicht traurig machen oder entmutigen. Aber ich bin mit der Hoffnung mittlerweile ziemlich auf Kriegsfuß. Wie Du ja auch beschreibst, sie hält einen fest und man klammert sich dran, und in vielen Fällen bleibt leider letztlich doch alles beim Alten. Nur dass man selbst doch wieder ein Stück älter und weitere Lebenszeit vergangen ist.

    Liebe Grüße

    Ja, das ist gut formuliert, liebe Jump! . Ich hatte die schon phasenweise, diese Wut, und konnte mich für eine Zeit innerlich gut abgrenzen. Ex bleibt dann halt weg, bis sie verraucht ist und kommt irgendwann mit einer gesundheitlichen Hiobsbotschaft ums Eck. Aber auch das sehe ich für mich als eine Art Rausreden. Man "hofft" auf die eigene Wut, um gehen zu können - ein zufriedenes Leben geht doch anders.

    Auch das natürlich, Panama , da bin ich auch nicht frei davon. Aber es geht teils auch drüber hinaus. Ich war gar nicht allein und bin trotzdem vor Jahren zu Ex zurückgekehrt. Und in den vegangenen Monaten hab ich festgestellt, dass Alleinsein nicht schlimm sein muss, sondern wieder neue Spielräume für mich selbst eröffnet. Trotzdem kann ich mich emotional nicht zu hundert Prozent lösen. Es ist ein Mix aus mehreren Aspekten, je nach persönlicher Lage. Aber es kommt aufs selbe raus: es geht mit Zweien bergab, solange der unkontrollierte Konsum von Alkohol/Substanzen nicht gestoppt wird. Ich glaube, niemand kann das dauerhaft ausblenden und gut damit leben.

    Mir geht das auch so, Jump! und PetraPetra . Also das hier:

    Wäre mein Mann so ekelhaft wie es hier teilweise bei den Alkoholikern rüber kommt, dann wäre es "leicht" einen emotionalen Schlussstrich zu ziehen.

    Aber irgendwie denke ich auch für mich, das hält mich nur noch stärker fest, hilft mir nicht, denn frei bin ich ja trotzdem nicht, und auf gewisse Weise ist es eine Rechtfertigung, mir durch ein Dabeibleiben weiter selbst zu schaden. Denn wirklich gut geht es mir ja trotzdem nicht. Auch in den schönen Momenten unserer Beziehung gab es immer so ein unterschwellig es Aber. Und: "Ich kann nicht ganz weg, weil er mich nicht schlägt und beschimpft" - wenn man es so herum sehr verkürzt formuliert, klingt es doch eigentlich absurd, oder?

    Und vielleicht stelle ich mich auf gewisse Weise auch über andere Cos, im Sinne von: "Mein" Süchtiger ist weniger schlimm, da habe ich einen triftigen Grund, bei ihm zu bleiben. Selbst in den langen Jahren, nachdem ich - aus tatsächlich triftigen Gründen - schon mal den Absprung geschafft hatte, hab ich es mir in der Rückschau immer wieder schön geredet und wollte wieder zurück zu ihm. Co par excellence. Für mich heißt das (auch), dass man eben nicht weg kommt, obwohl es besser für einen selbst wäre und man auf ein möglicherweise glücklicheres Leben da draußen verzichtet. Die Gründe sind ja eigentlich fast schon egal.

    Hallo Sternie ,

    danke für Deine Worte. Es tut mir leid, dass Du da auch so, ich nenne es mal, "fest hängst" und es Dein Mann auch nicht schafft. Ich finde die Situation so paradox. Fühle mich wieder ausgeliefert, obwohl ich es ganz klar in der Hand hätte, er nicht bei mir lebt, wir schon kein Paar mehr sind und ich sagen könnte so, nun ist endgültig genug, ich will nix mehr davon hören und sehen, mach ohne mich weiter.

    Ich war auch schon brutal ehrlich, hab ihm gesagt, dass ich ihn nicht in den Tod begleite. Das hat sich auch in dem Moment richtig angefühlt. Aber wenn sowas realistischer wird, sieht die Welt anders aus.

    Es ist für mich mehr als schlechtes Gewissen, das habe ich eigentlich weniger. Ich hab wirklich gefühlt schon jede Schleife bis ganz zu Ende und drüber hinaus gedreht und sollte längst weg sein. Aber trotzdem will ich ihn einfach nicht endgültig verlieren. Ich fühl mich nicht bereit dafür, denn ich mag ihn. Hör seine Stimme noch immer gern. Zu den schlimmsten Seiten von Sucht und CoA gehört ja, dass man schon lange trauert, bevor der Mensch stirbt,

    Hallo,

    mal kurzer Stand in eigener Sache... Ex geht es schlecht, es gibt besorgniserregende gesundheitliche Entwicklung - wenig verwunderlich - und möglicherweise muss er deshalb bald in die Klinik. Außerdem hat er kurzfristig Entgiftungsplatz angenommen ab Montag.

    Da springt wieder was in mir an, leider. Abstand ist doch noch nicht groß genug. Zwischendurch war ich schon recht weit weg und bei einem ganz massiven Unwillen angekommen, aber ich schaffe es nicht, den zu halten, wenn ich mich gleichzeitig damit auseinandersetzen muss, dass es für ihn vielleicht bald kein Zurück mehr gibt. .Er ist halt kein A..., und es sind schon alte Freunde in den letzten Jahren gestorben. Das macht mir Angst.

    Und wieder hänge ich dann doch irgendwie fest zischen unterstützen, indem ich ihm den Kontakt nicht verweigere, und Selbstschutz. Wie kann ich mich nur dazu durchringen, das ganz zu stoppen? Ich glaube, ich will es doch noch immer nicht genug.... ?

    Hallo Kirara ,

    hast Du mal konkret für Dich gefragt, wie Du Deine Wohnsituation ändern könntest? Vielleicht gibt es Wege, das auch trotz der Schulden hinzubekommen, zB über eine Beratungsstelle der Caritas oder anderer Anbieter?

    ich kenne diese Kreisläufe so gut. Entgiftung und dann wieder Trinken vor der anstehenden Langzeit. Dann wieder Entgiftung, um überhaupt in Langzeit gehen zu können. Alles verschiebt und verzögert sich weiter, man selbst sitzt auf Kohlen, schaut nur zu, wartet und wartet, bangt und hofft, so verging bei mir Jahr um Jahr.

    Du bist noch jung, Kirara, versuche, Dein Leben in die Hand zu nehmen. Eine Beratung kostet im wahrsten Sinne nix. Selbst ins Handeln für Dich zu kommen und Informationen zu sammeln, wäre ein erster Schritt, der dazu beitragen kann, dass es Dir besser geht . Ob Du tatsächlich aus der Beziehung aussteigst, kannst Du dann entscheiden.

    Liebe Grüße

    Denn sie machen es sich bequem und lassen andere für sich arbeiten. In dem Falle Ex? dich und mein Ex damals mich. Das ist ein Benutzen von Menschen um selbst keine Verantwortung übernehmen zu müssen.

    Davon kann ich auch ein Lied singen. Ex verschwand ständig, vertrank und verkonsumierte sein weniges Geld und brauchte dann von mir welches.... Ein Benutzen, genau das war es hier auch. Und er tat mir auch trotz allem immer wieder auch leid, und ich hab mich viel gesorgt um ihn, lumen .

    Bei uns gab es keine Drohungen, meist nicht einmal ein böses Wort, er war ja immer weg, wenn er besoffen oder drauf war. Wir haben uns vordergründig gut verstanden - klar, er brauchte dauernd Unterstützung, also war er ganz besonders "freundlich"....

    Bloß brachte das alles weder ihn noch mich weiter. Schadete mir im Gegenteil nur, weil ich lange gebraucht habe, um das alles richtig einzuordnen, mir klarzumachen/einzugestehen, dass ich (nur?) ausgenutzt werde. Ich war da auch lange verstrickt. Ohne ihn bin ich besser dran...

    Er wirft mir vor das ich meinem Freund (Er) nicht helfe , wie man so unchristlich sein kann…

    Er zieht halt alle Register, um Dich doch umzustimmen. Ignorieren und Blockieren ist das einzige Mittel, denke ich. Sonst verstrickst Du Dich nur in überflüssige Diskussionen. Irgendwann wird er hoffentlich die Lust verlieren.

    Hallo Lumen,

    Du stellst die gleichen Fragen in Variationen immer wieder, und Viele haben darauf ja auch schon geantwortet, was jetzt ratsame Schritte wären - vor allem mal Abstand, um Dir selbst eine Ruhepause zu verschaffen. Hören möchtest Du die Antworten aber wohl momentan eher nicht,. Wenn Du wissen möchtest, wie andere mit ähnlichen Situationen umgehen, könntest Du Dich ja auch bei andern Cos mal einlesen. Ich zB hatte Dir gestern auch etwas dazu geschrieben, wie es hier lief, darauf bist Du nicht eingegangen.

    Wichtig ist doch: Was willst Du, was spricht für Dich dafür, mit ihm in der derzeitigen Lage - und nach einem Rauswurf - zusammenzubleiben bzw wieder zusammen zukommen? Er bedroht Dich, will Dich verklagen, aber auch unbedingt durchsetzen, bei Dir eine Meldeadresse zu haben. Da Du fragst: Ich würde das nicht machen, so wie er sich verhält, und Du hast ja selbst schon gesagt, dass Du es nicht willst - nun ruderst Du wieder zurück. Letztlich kann Dir keine/r hier die Entscheidung abnehmen. Und ob er bereit wäre zu Entzug kann auch keiner beantworten.

    Bist Du denn überhaupt sicher, dass er gerade im Entzug ist? Sei Dir bewusst, ob er eine Entgiftung antritt bzw abstinent werden will, ist alleine seine Entscheidung, Du hast darauf keinen Einfluss, weder mit Rauswurf noch einer Rolle rückwärts, sprich: Wiederaufnahme.

    Na dann wäre das ja geklärt. Meldeadresse - bloß nicht ... Nimm Abstand und reagiere nicht mehr, auch nicht auf die Bekannte. Du siehst ja, dass sich sonst die Spirale immer weiter dreht. Anfangs schriebst Du, Du hast den Krankenwagen wegen mehrerer Stürze gerufen, natürlich hat er da mit einer Klage keine Chance.

    Was möchtest Du denn selbst, lumen , abseits des Gedankens zu helfen, hast Du das für Dich schon entschieden? Damit zöge er ja bei Dir mit einem Fuß ein. Dann musst Du ihm mindestens seine Post zugänglich machen - möchtest Du das?

    Im Internet kann man lesen, dass karitative Einrichtungen ihm einen Wohnsitz bzw Meldeadresse stellen könnten. Dazu müsste er vermutlich zu Beratung gehen. Ist er denn stationär in Entgiftung? Falls ja, gibt es dort normalerweise einen Sozialdienst, mit dem er all sowas besprechen könnte - falls die Geschichte von der Entgiftung denn stimmt und es der Bekannten nicht nur darum geht, ihn an Dich "weiterzureichen".

    Lass Dich doch vielleicht selbst einmal beraten, was die Konsequenzen für Dich wären. Entgiftung und Langzeit wären Schritte in die richtige Richtung, ja, aber eben keine Garantie, und wenn Du ihm nicht nur Meldeadresse gibst, sondern ihn auch quasi aufnimmst, bist Du an allem, was passiert, ziemlich nah dran.

    Mein Ex zB ging davon aus, dass er nach seiner Entgiftung und Langzeit vorerst zu mir kommen kann. Ich hab damit gehadert und ihm schließlich gesagt, dass ich es nicht möchte, weil ich mir nicht jeden Tag nen Kopf drüber machen wollte, ob er zB nüchtern bleibt. Er hat wie Deiner keinen Job, so dass Struktur fehlte.. Bei ihm ist mittlerweile wieder alles beim Alten. Er hat allerdings (noch) eine Wohnung.

    Wenn Du künftig die einzige Anlaufstelle wirst, könnte es schwierig werden.

    Ich bleibe skeptisch, alleine aus Selbstschutz. Vielleicht wird er auch gar nicht hingehen

    Hallo liebe Halbmond02 , daran tust Du absolut gut! Auch wenn er offenbar einen ersten Schritt gemacht hat, ist es ein weiter Weg vom Abholen einer Überweisung bis zum Trockenwerden. "Sauber aufschreiben" - auch ein interessanter Weg, um Dir zu demonstrieren: "Schau her, ich hab was getan". Ich verstehe auch, dass Du einerseits Mitgefühl hast und finde wie Aurora gut, dass Du trotzdem Grenzen setzen und die Situation verlassen kannst. Ich habe nicht Deinen ganzen Faden verfolgt - ist denn erkennbar, dass er sich um Wohnung bemüht?

    Liebe Grüße!

    Guten Morgen,

    finde diesen Thread jetzt richtig gut. Erst war ich etwas skeptisch und hab mich gefragt: Braucht es den wirklich, jede/r beschreibt doch eigentlich im eigenen Faden schon, wie sie oder er die eigene Co-Abhängigkeit erlebt. Aber das hier nochmal so geballt zu lesen und auch für sich selbst aufzuschreiben, hilft finde ich, sich die Denkmuster zu verdeutlichen. Wenn man da aussteigen will, muss man sie ja erstmal erkennen.

    unterbewusst ist man dieses auf und ab so gewohnt, dass es plötzlich komisch ist, wenn man das nicht mehr hat.

    ...finde ich auch einen ganz wichtigen Punkt, releaseme . Als Co mit einem suchtkranken Partner steht man unter Dauerstrom, dreht und wendet sich um seine/ihre Themen und Probleme, wie Cadda es weiter oben so treffend beschrieben hat. Schlimmstenfalls ist man sogar damit beschäftigt, den Tag zu überstehen (und gibt seine eigene Lebenszeit dran...).

    Fällt das alles durch eine Trennung weg, könnte man theoretisch ja auch erleichtert sein. Aber für uns Cos bleibt eine umso größere Lücke. Eine Art Leerlauf, das Gehirn dreht weiter. Deshalb finde ich hilfreich, sich neuen Tätigkeiten oder Menschen zuzuwenden, sofern möglich.

    Ich denke eher es ist ein Schubladenbegriff, um die „leidenden“ Angehörigen pauschal einzuordnen. Alle einzelnen Eigenschaften dieser

    Stimmt schon - aber ist das nicht letztlich bei allen möglichen menschlichen Verhaltensweisen und auch bei Erkrankungen so? Damit will ich nicht sagen, dass Co-Abhängigkeit eine Erkrankung ist, es soll nur der Veranschaulichung dienen. Es gibt Oberbegriffe (oder wenn Du so willst: Schubladenbegriffe), um sich auf den ersten Blck ähnelnde Phänomene benennen zu können, aber in jeder einzelnen Schubladen ist noch ganz viel individueller Kleinkram drin.

    Von manchen wird der Begriff ja als veraltet und zu abwertend betrachtet, stattdessen werden teils Alternativen wie zB suchtbegünstigendes Verhalten bevorzugt. Nicht jede/r in einer Beziehung mit einer/einem Süchtigen legt solches Verhalten an den Tag. Ich muss ehrlich einräumen: Ich schon.

    Für mich hieß das: Realitäten ausblenden, Konsum/Sucht fördern durch allerlei überflüssige Unterstützung, vor allem auch in finanzieller Form, ständiges Gedankenkreisen und Sorgen bis Angst um den Partner und darum, was ich noch tun könnte, den Ausstieg nicht schaffen, obwohl doch so offensichtlich viel im Argen lag, an zähen, falschen Hoffnungen festhalten, immer wieder Chancen einräumen. Und je länger es dauerte eine zunehmende Isolation, weil niemand mein Festhalten an ihm nachvollziehen konnte, einhergehend mit erst recht Angst, ihn loszulassen, denn dann stehe ich ja ganz alleine da (was ich mir zuvor aber mit meinem sturen Festhalten ja selbst eingebrockt hatte). Gefühlstaubheit, weil der Kreislauf nicht endete. Resignation, allmähliches Verstummen, weil längst alles gesagt ist.

    Welche Unterstützung hilfreich wäre, kann ich nicht aus eigenem Erleben sagen. Im hiesigen Fall half nichts, da ist die Sucht wohl zu tief verankert.

    Mir selbst helfen bisher am besten klare Bestandsaufnahme und Ablenkung mit positiven Dingen, auch mit Arbeit. Aber die sehr ruhigen Feiertage konnte ich auch gut aushalten dieses Mal. Freundschaften wieder aktivieren und pflegen, neue Menschen kennenlernen, wieder ein paar Schritte raus ins Leben machen.

    Du könntest jetzt überlegen, wie Du für Dich das Beste aus der jetzigen Situation machst. Sie fängt ihn auf, also kannst Du Deine Sorgen um ihn zurückfahren und Dich stärker auf Deine Dinge konzentrieren. Kannst Du Dich irgendwie positiv ablenken?

    Wut kann manchmal ja ganz hilfreich sein am Ende einer Beziehung, aber andererseits können Wut und Ärger einen auch im Gedankenkarussell halten. Der Blick darauf, was diese Frau hätte besser machen können, hilft doch gerade nicht wirklich weiter - wichtiger wäre doch: Wie kann es Dir jetzt besser gehen?

    Hallo lumen ,

    das hier hast Du in Deinem allerersten Post geschrieben:

    Ich war seit 5 Jahren in einer Beziehung ! Von Anfang an ist mir aufgefallen das mein Oartner gerne Alkohol trinkt . Bei mir zuhause nurvRadler, bei sich Wein .
    Dementsprechend sahen auch seine Wohnungen aus . Erschreckt hat mich ein volles Wohnzimmer nur mit Weinflaschen.

    Offensichtlich gab es doch recht deutliche Anzeichen für ein Alkoholproblem. Manchmal möchte man das ganze Ausmaß einfach nicht wahrhaben. War bei mir jedenfalls lange so....

    Als ich meinen Ex zu Beginn unserer "zweiten Beziehung" fragte, was eigentlich aus seinem alten Drogenproblem geworden sei, meinte er nur ganz trocken: "Weggesoffen..." Was ich aus heutiger Sicht unfassbar finde, ist meine Reaktion darauf: Das hat mich tatsächlich beruhigt! Uff, dachte ich mir, er trinkt nur ab und zu etwas zu viel, damit kann ich leben. Von wegen...