EllaDrei - Dauer-Dilemma

  • Nach jetzt fast drei Wochen fällt es mir schwerer, mir keine Sorgen zu machen. Ich hab mich dummerweise vor Jahren auf einen gemeinsamen Handyvertrag eingelassen und bringe es nicht über mich, den endlich zu kündigen. Dann wäre er ganz abgeschnitten. Er bekäme wegen Schulden keinen eigenen Vertrag, bloß eine Prepaidkarte. Über die App des Anbieters sehe ich, dass sein Handy aus ist. Kein Datenverbrauch, keine Anrufe, nix. Lebt er noch? Hat er was zu Essen? Ich weiß es nicht. Und sollte es lassen, da rein zu schauen, ich weiß.

    Der Ablauf ist exakt so wie vor einigen Jahren nach dem letzten großen Rückfall nach Reha. Habe meine alten Nachrichten noch, die ich ihm damals geschrieben habe. Die machen mich traurig, auch wütend. Ich hbe ihm damals so viele Brücken gebaut, Wie sinnlos.

    Heute Morgen ging es mir gar nicht gut. Ich muss aufpassen, da nicht mehr so tief reinzurutschen. Bin zu viel alleine. Einerseits weil ich von zu Hause arbeite. Kann auch mit niemandem mehr über diese Situation sprechen. Freundinnen gegenüber fühle ich mich seit Jahren schlecht, weil ich so lange an seiner Seite geblieben bin. Da würde ich nur Unverständnis und Schweigen ernten.

    Zum Glück seid Ihr hier, dafür bin ich sehr dankbar.

    Die Verabredung letztes Wochenende hat immehin ganz gut getan. Da will ich dran bleiben und habe deshalb weitere Unternehmungen geplant. Ich muss mich am Schopf packen und da rausziehen. Nächstes Wochenende fahre ich eine Freundin besuchen. Es muss und wird irgendwie weitergehen.

  • Liebe Linde66 ,

    hab mir das hier gerade mal rübergezogen, weil ich es auch noch immer nicht verstanden habe. Vielleicht, weil ich mit dem Handy hier lese oder schreibe?

    orangerot sind neu registrierte Teilnehmer

    blau sind die Teilnehmer des offenen Forenbereichs

    grün sind die Teilnehmer des geschützten Forenbereichs

    beige-gelb-gold-hellgrün (ich weiß gar nicht, wie ich zu der Farbe sagen soll :lol: ) sind die Moderatoren

    Bei mir erscheinen alle Namenskürzel der User mit unterschiedlich umrandeten Punkten, mein eigenes ist grün umrandet, aber ich schreibe ja im offenen Bereich, oder nicht? SonnenscheinCoAs zB ist hellbeige, Inos ist bei mir pink umrandet usw. Und manche User haben individuelle Punkte, da sehe ich ohnehin kine Farben.

    Dann bitte noch die (Verständnis)Frage, warum muss ich mich für den geschützten Bereich extra bewerben, vermutlich weil dort offener kommuniziert wird und Ihr erstmal schauen möchtet, wer da so hereinkommt? Und wenn man dort ist, kann man dann noch mit Leuten im offenen Bereich kommunizieren, bleiben alte, offen geschriebene Beiträge weiterhin öffentlich sichtbar? Fragen über Fragen...

    Danke Dir im Voraus für Infos 🙂 Ich hoffe, es war ok, das hier in meinem Bereich zu Posten. Oder hätte ich Dir das persönlich per PN schreiben sollen? Dann bitte gerne ändern, danke Dir!

  • Die Namen aller registrieren User erscheinen in den Farben, die ich oben erklärt habe.

    In dem runden Feld steht das Namenskürzel mit einer zufälligen Farbe hinterlegt. Das macht die Forensoftware automatisch.

    Wenn man möchte kann man über die Profileinstellung ein Bildchen hochladen. Dafür gibts bestimmte Vorgaben, z. B. keine Gesichter, keine Alkoholgläser usw.

    Und ja, es stimmt, für den geschützten Bereich gibt es Voraussetzungen, die nach einer Bewerbung geprüft werden.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Heute wieder mal ein kleines Update hier. Ich habe in den vergangenen Wochen einiges über die App unternommen und wirklch nette Begegnungen gehabt. Bin froh, dass ich über meinen Monster-Schatten gesprungen bin und das endlich nutze. War sogar mal wieder tanzen, das hat sich wie ein kleiner Befreiungsschlag angefühlt. Früher war ich echt gesellig, aber die letzten Jahre hing ich ständig niedergeschlagen, erschöpft und immer einsamer hier rum. Das will ich jetzt endlich wieder ändern. Bin ein bisschen stolz auf mich :)

    Xy ist wieder aufgetaucht, habe gestern erstmals nach Wochen eine Nchricht mit einem Halbsatz von ihm erhalten zu einem Termin, den er angeblich wahrgenommen hat. Ob es stimmt, weiß ich nicht, aber war in Ordnung für mich, ich bin ja froh, dass er okay ist. Habe ihm gutes Gelingen gewünscht, das war's. Es ist gut, den Betreuer in seiner Nähe zu wissen und dass der ihn im Blick behält. Ich will außen vor bleiben.

  • Ich weiß, ich sollte bei mir bleiben, aber so ganz gelingt das natürlich auch nicht, nachdem xy und ich jetzt über acht Jahre irgendwie mehr oder weniger zusammen waren - und das ja auch schon zum zweiten Mal. Er ist jetzt seit einem Monat weg und hat bis heute kein Sterbenswort dazu gesagt. Finde das schon Wahnsinn, auch wenn ich es schon oft erlebt habe, wenn auch meist für kürzere Zeit,. Einfach weg. Irgendjemand schrieb hier, dass Beziehung nicht funktioniert, wenn man sich nur ab und zu noch sieht. Das stimmt natürlich - aber bei uns war das längst Alltag, weil der Alk und die Drogen bestimmten, ob und wann wir uns sehen.

    Gut, einerseits ist es konsequent, dass er jetzt weg ist, vielleicht muss ich sogar sagen: auf geisse Weise rücksichtsvoll - ich hatte ihm ja gesagt, dass ich mich endgültig zurückziehen werde, falls er weiter konsumiert und dann keinen Kontakt mehr will. Und das nicht, weil ich ihn nicht mag, sondern weil ich es nicht mehr mitansehen bzw miterleben will. Anfangs kamen einige wenige oberflächliche und kurze Nachrichten zu so Dingen, dass er einen von mir gesuchten Gegenstand bei sich nicht gefunden hat, oder dass er gerade krank ist. Aber zu den Gründen seines Verschwindens keine Silbe.

    Und jetzt herrscht absolute Funkstille. Ich kieg das Bild nicht aus dem Kopf, dass er nur in seiner Wohnung liegt, einsam vor sich hin vegetiert, gefangen in diesem ewigen Kreislauf aus Scham, Schuldgefühlen und Selbsthass, er nix zu Essen hat, weil alles für den Monat versoffen und verkonsumiert ist,. Auch aus der sicheren Distanz bleibt das schwer auszuhalten für mich. Ich grübele phasenweise wieder viel und das kleine Hoch durch meine Freizeit-App ist verflogen. Mal sehen, wie ich mich da wieder rausarbeite.

  • Liebe Ella, ich kann das sehr gut nachfühlen. Hätte von mir sein können.

    Was mir hilft ist, mir immer wieder zu sagen, dass ich es nicht ändern kann. Dass ich machtlos bin. Und dass er selbst weiß welche Schritte nötig wären. Und dein xy hat ja sogar einen Betreuer.

    Ich habe so ein Kopfkino nur durch Ablenkung weg bekommen. Raus gehen an die Luft, laufen. Aber auch durch das Schreiben und Lesen hier.

    Manchmal hatte ich den Eindruck, dass sich das für mich, so von außen mit klarem Bewusstsein, schlimmer angefühlt hat, als für meinen Mann selbst, der ja dann in seiner eigenen Welt war. Zumindest nachträglich hat er das immer als weniger dramatisch beurteilt, als ich dachte. Das ist auch etwas, was ich mir immer vor Augen halte.

    Ich weiß noch, dass es letztes Jahr um diese Zeit ganz ganz furchtbar war. Und ich dann aber auf einen kleinen Weihnachtsmarkt gegangen bin. Hatte mich regelrecht gezwungen. Und plötzlich hatte ich trotzdem einen so schönen Abend und eine unerwartet nette und lustige Begegnung. Es kam mir fast grotesk vor. Aber war so wichtig.

    Ich habe aber auch akzeptiert, dass ich manche Gedanken einfach nicht abstellen kann. Ich war dann möglichst gut und liebevoll zu mir selbst und habe aufgepasst, dass ich gut esse, mich bewege, raus gehe, mich verabrede. Manchmal habe ich auch überreagiert und mir viel mehr Sorgen gemacht als nötig.

    Mittlerweile fühle ich mich fast ein bisschen abgebrüht. Der Abstand durch meinen Auszug in meine eigene Wohnung hat einen riesigen Unterschied gemacht. Aber natürlich nicht sofort, das hat sich nur langsam aufgebaut.

    Ich glaube dein xy hat früher auch viel bei dir gewohnt. Das heißt du hast noch diese ganzen Szenen im Kopf. Bei mir wurde es durch den Abstand langsam besser.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

  • Ich kieg das Bild nicht aus dem Kopf, dass er nur in seiner Wohnung liegt, einsam vor sich hin vegetiert, gefangen in diesem ewigen Kreislauf aus Scham, Schuldgefühlen und Selbsthass, er nix zu Essen hat,

    Liebe EllaDrei , auch bei mir tauchen immer wieder Gedanken solcher Art auf. Ich frage mich auch manchmal, ob er auch seine Bettwäsche wechselt und seine Klamotten, ob er mit dem waschen klarkommt. Einmal huschte mir der Gedanke in meinem Kopf, ob ich ihm anbieten solle seine Wäsche zu waschen. Dann hab ich mich aber selbst getadelt ob diesem irrwitzigen Gedanken. Ich muss ja schließlich jetzt auch "Kram" machen, den vorher mein Mann erledigt hat. Ich kann mich da Jump! nur anschließen...ich praktiziere dann auch das "liebevoll" zu sich selbst sein mit einem schönen und gesunden Essen sich kochen, raus gehen, Sport machen und Menschen treffen. Seit mein Mann nicht mehr hier wohnt habe ich schon einige Kontakte wiederaufleben lassen, die jahrelang brach gelegen sind, da ich dafür keine Energie aufbringen konnte.....und so spinne ich mir ein Netzwerk voller wunderbarer Kontakte.

    Liebe Grüße !

  • Liebe EllaDrei , du trifft es auf den Punkt, auch ich habe oft die Angst dass unser Sohn dahinvegetiert zumal er ja jetzt alleine in dem gemeinsam gemieteten Haus wohnt bis er was anderes findet, und er hat niemanden......Oft habe ich solche Angst um ihn, genau wie du es beschreibst, ich denke das ist normal so wenn man jemanden lieb hat, das kann man ja nicht abstellen.....Ich versuche das irgendwie auszuhalten und hoffe auch immer dass ich es mir in meinem Kopf dramatischer ausmale als es vielleicht ist...Und jetzt ist auch diese schreckliche Zeit vor Weihnachen, schrecklich für uns weil wir unseren Sohn verloren haben, wir erleben das ja zum ersten Mal mit dem kaum Kontakt. Aber es ist gut so,

    Fühl dich gedrückt...lg Foxi

  • Vielen lieben Dank für Eure Nachrichten, es tut so gut, sich verstanden zu wissen von Menschen, die ähnliches erleben.

    Liebe Jump! ,

    Du hast so Recht, das denke ich auch immer wieder: Ich kann es nicht ändern, und er weiß, was zu tun wäre und hätte eigentlich alle Hilfen greifbar. Ich fürchte, dass ihm der Lebenswille ausgeht, weil er wieder so aus seiner Sicht gescheitert ist, aber auch das könnte ich ja nicht verändern. Es ist seine Entscheidung, wie er damit umgeht. Früher habe ich mich aufgerieben, auf ihn eingeredet, dass er sich doch bitte wieder aufrappeln, neu beginnen soll. Letztlich hat es nur mich viel Kraft gekostet. Denn genauso wahr ist auch dies hier, was Du schreibst:

    Manchmal hatte ich den Eindruck, dass sich das für mich, so von außen mit klarem Bewusstsein, schlimmer angefühlt hat, als für meinen Mann selbst, der ja dann in seiner eigenen Welt war.

    Exakt so habe ich es auch immer wieder erlebt. Wenn er wieder auftauchte, war ihm nie bewusst, wie es mir in der Zwischenzeit ergangen war. Er hatte sich ja betäubt, ich musste nüchtern da durch.

    Ich habe so ein Kopfkino nur durch Ablenkung weg bekommen. Raus gehen an die Luft, laufen. Aber auch durch das Schreiben und Lesen hier.

    Das hilft mir natürlich auch. Und ich will und muss weiter an meinem sozialen Netzt arbeiten. Das habe ich während der Jahre mit ihm vernachlässigt, was vermutlich mein größter Fehler war. Aber es gibt auch immer wieder Lichtblicke, die man sich bewusst machen muss. So wie Du Deinen Weihnachtsmarktbesuch - klingt wunderbar, iwürde ich auch mal mit Dir machen 🙂.

    Bei mir löste kürzlich eine WhatsApp an eine Kollegin ein zweistündiges Telefonat aus, das schön und auch lustig war und in dem die xy-Gedanken keine Rolle spielten. Sowas ist ein Geschenk.

    Liebe Grüße an Dich

  • Liebe Bergdohle ,

    hab auch Du vielen Dank für Deine Worte. Ich habe mich ja so ertappt gefühlt an dieser Stelle:

    Einmal huschte mir der Gedanke in meinem Kopf, ob ich ihm anbieten solle seine Wäsche zu waschen. Dann hab ich mich aber selbst getadelt ob diesem irrwitzigen Gedanken.

    Sowas habe ich all die Jahre ohnehin schon selbstverständlich hier mitgemacht. Eine Art Versorgungsjob. Obwohl Xy hier nicht wohnte, nur gelegentlich für zwei, drei Tage da war und dann tagelang wieder weg und off. Sein Beitrag zu diesem halbwegs gemeinsamen Leben war extrem überschaubar. Momentan tue ich nichts mehr - wir sehen uns ja nicht mehr - aber was Du schreibst, macht mir wieder bewusst, an wie vielen Stellen mir die Haltung in Fleisch und Blut übergegangen war, dass er das ja alles nicht mehr leisten "kann", was zumindest bisher Unsinn war. Ich habe ihm nur Spielräume dafür geschaffen, weiter zu trinken und zu konsumieren, indem ich ihm viel vom Rest des Alltags abgenommen habe. Es ist wichtig, da immer wieder hinzuschauen, gerade auch in solchen Tief-Phasen, in denen sich auch Verklärung in meine Gedanken mengt.

    Und genau das ist der Schlüssel, den Du beschreibst. Ein Netz aus positiven Kontakten wieder aufbauen. Toll, was Du schon geschafft hast, liebe Bergdohle! Das ist es, was auch ich möchte. Ich werde weiter dran arbeiten.

    Danke und alles Liebe Dir!

  • Liebe foxi58 ,

    auch Dir herzlichen Dank, dass Du mir schreibst.

    Ich versuche das irgendwie auszuhalten und hoffe auch immer dass ich es mir in meinem Kopf dramatischer ausmale als es vielleicht ist...

    In diesem Gedanken möchte ich Dich bestärken - auch wenn es mir ja ähnlich geht. Die Antworten von Jump und Bergdohle zeigen mir, dass wir damit nicht alleine sind. Ich vermute auch, dass Dein Sohn nicht annähernd ahnt oder nachfühlen kann, wie es Euch mit seinem Trinken geht.

    Aber es ist gut so,

    Ich kann mir vorstellen, wie viel Herzensarbeit es kostet, diesen Satz zu schreiben. Es ist gut, dass Du ihn inzwischen schreiben kannst. Ein ganz wichtiger Schritt, auch wenn Du ihn sicher nicht täglich mit gleicher Überzeugung denken oder aussprechen kannst. Ich versuche, ihn mir in meiner natürlich anderen Situation auch immer wieder zu sagen.

    Ich wünsche Dir, dass das leichter wird. Versuche, Weihnachten gedanklich nicht zu sehr zu überfrachten. Das von außen suggerierte Heile-Welt-Bild passt doch auf so viele Familien und Haushalte nicht, in denen Streit, Gewalt oder totale Einsamkeit herrscht, das halte ich mir immer wieder vor Augen. Vielleicht könnt Ihr Weihnachten anders als sonst verbringen? Ich spiele mit dem Gedanken, wegzufahren, muss allerdings an HlAbend noch arbeiten.

    Liebe Grüße und fühl Dich auch gedrückt, liebe Foxi

  • Hallo,

    mal kurzer Stand in eigener Sache... Ex geht es schlecht, es gibt besorgniserregende gesundheitliche Entwicklung - wenig verwunderlich - und möglicherweise muss er deshalb bald in die Klinik. Außerdem hat er kurzfristig Entgiftungsplatz angenommen ab Montag.

    Da springt wieder was in mir an, leider. Abstand ist doch noch nicht groß genug. Zwischendurch war ich schon recht weit weg und bei einem ganz massiven Unwillen angekommen, aber ich schaffe es nicht, den zu halten, wenn ich mich gleichzeitig damit auseinandersetzen muss, dass es für ihn vielleicht bald kein Zurück mehr gibt. .Er ist halt kein A..., und es sind schon alte Freunde in den letzten Jahren gestorben. Das macht mir Angst.

    Und wieder hänge ich dann doch irgendwie fest zischen unterstützen, indem ich ihm den Kontakt nicht verweigere, und Selbstschutz. Wie kann ich mich nur dazu durchringen, das ganz zu stoppen? Ich glaube, ich will es doch noch immer nicht genug.... ?

  • Liebe EllaDrei !

    So wie dir geht es mir schon länger.eib Mann lag vor knapp 4 Jahren schon mal im Koma wegen gesundheitlicher Probleme aufgrund der Trinkerei.

    Seither war er mal fast 2 Jahre trocken und hat dann trotzdem wieder angefangen und hat jetzt wieder große gesundheitliche Probleme. Und das ist mit ein ganz großer Grund, warum ich es nicht schaffe ihn im Stich zu lassen.

    Auch wenn es mir wahrscheinlich besser gehen würde, wenn ich loslassen würde. Aber ich kann es mit meinem Gewissen einfach nicht vereinbaren.

    Liebe Grüße

  • Hallo Sternie ,

    danke für Deine Worte. Es tut mir leid, dass Du da auch so, ich nenne es mal, "fest hängst" und es Dein Mann auch nicht schafft. Ich finde die Situation so paradox. Fühle mich wieder ausgeliefert, obwohl ich es ganz klar in der Hand hätte, er nicht bei mir lebt, wir schon kein Paar mehr sind und ich sagen könnte so, nun ist endgültig genug, ich will nix mehr davon hören und sehen, mach ohne mich weiter.

    Ich war auch schon brutal ehrlich, hab ihm gesagt, dass ich ihn nicht in den Tod begleite. Das hat sich auch in dem Moment richtig angefühlt. Aber wenn sowas realistischer wird, sieht die Welt anders aus.

    Es ist für mich mehr als schlechtes Gewissen, das habe ich eigentlich weniger. Ich hab wirklich gefühlt schon jede Schleife bis ganz zu Ende und drüber hinaus gedreht und sollte längst weg sein. Aber trotzdem will ich ihn einfach nicht endgültig verlieren. Ich fühl mich nicht bereit dafür, denn ich mag ihn. Hör seine Stimme noch immer gern. Zu den schlimmsten Seiten von Sucht und CoA gehört ja, dass man schon lange trauert, bevor der Mensch stirbt,

  • Liebe EllaDrei !


    Wie sich unsere Geschichten doch ähneln - nur mit dem Unterschied dass wir hier noch ein Paar sind.

    Auch ich habe ihm erst unlängst gesagt, dass ich mir nicht anschauen werde, wie er sich zu Tode trinkt. Und doch bin ich noch hier...

    Er ist seit gestern mal wieder zur Entgiftung - freiwillig! Weil er selbst gesagt hat, er will noch nicht sterben... Und da ist dann wieder dieser kleine Hoffnungsschimmer, der mich bleiben lässt... Weil vielleicht wird ja doch noch alles wieder gut. Einmal hat es ja schon geklappt 🙈

    Ein Wahnsinn! Ich atme jetzt auf alle Fälle erstmal durch und bin gut zu mir selbst!

    Alles Weitere muss die Zukunft zeigen!

    Und dein letzter Satz ist so wahr: ja, ich trauere schon lange um meinen Herzensmensch, auch wenn er noch gar nicht gestorben ist 😢

  • Hallo Sternie ,

    Er ist seit gestern mal wieder zur Entgiftung - freiwillig! Weil er selbst gesagt hat, er will noch nicht sterben... Und da ist dann wieder dieser kleine Hoffnungsschimmer, der mich bleiben lässt... Weil vielleicht wird ja doch noch alles wieder gut. Einmal hat es ja schon geklappt 🙈

    das wünsche ich ihm natürlich sehr. Bloß über das Wort "freiwillig" bin ich gestolpert, Sternie . Es geht ja nur freiwillig, oder wie hattest Du das gemeint?

    Mit der Hoffnung ist das so eine Sache. Ich will Dich nicht traurig machen oder entmutigen. Aber ich bin mit der Hoffnung mittlerweile ziemlich auf Kriegsfuß. Wie Du ja auch beschreibst, sie hält einen fest und man klammert sich dran, und in vielen Fällen bleibt leider letztlich doch alles beim Alten. Nur dass man selbst doch wieder ein Stück älter und weitere Lebenszeit vergangen ist.

    Liebe Grüße

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