Beiträge von EllaDrei

    Bei mir war es recht ähnlich wie bei Marie, Pilatesqueen . Mein Freund hat anfangs nur gelegentlich und, so schien es mir, noch in Maßen getrunken, Bier und Wein, teils habe ich da auch noch mitgetrunken. Allerdings leben wir nicht zusammen, und was er an den Tagen trank, an denen wir uns nicht gesehen haben, kann ich nur ahnen.

    Irgendwann waren wir dann zusammen auf einer Feier, dort gab es Schnaps. In kürzester Zeit haben er und ein Bekannter zwei Flaschen davon geleert, und er war komplett dicht. Da wurde mir klar, wie groß das Problem ist. Ich war total durcheinander. Danach hat er seinen Alkoholkonsum jahrelang weitgehend vor mir verborgen, war aber auch oft Tage und ganze Wochen weg, hat sich daheim verbarrikadiert, getrunken und noch eine Droge konsumiert. Zuletzt, vor seiner Entgiftung ,trank er täglich schon ab morgens Schnaps, so ca. 1 bis 2 Flaschen pro Tag.

    Ich denke, das entwickelt sich mit der Zeit immer weiter abwärts. Ich werde das nicht mehr mittragen, wenn er nach der Reha wieder damit anfangen sollte. Mitte Okober endet die und gerade ist banges Abwarten angesagt, ob er es danach schafft, abstinent zu bleiben. Ich bleib mal lieber skeptisch, hab schon einmal erlebt, dass es sofort nach Reha wieder los ging. Diesmal fühle ich mich besser darauf vorbereitet.

    Versuche, nicht so zu denken, foxi58 . Vergleiche mit anderen bringen Dich doch nicht weiter, und deren Probleme sieht man ihnen von außen auch nicht immer an.

    Ich kenne es selbst, dass man auch bei Beschäftigungen immer wieder in solchen negativen Gedanken, Sorgen, Ängsten versinkt. Aber das kann mit der Zeit etwas besser werden, wenn man begreift: Jetzt bin ich dran, ich bin auch wichtig und muss etwas für mich tun und echten inneren Abstand bekommen. Für mich schaut es so aus, als wartet Ihr bange auf die nächste Hiobsbotschaft Eures Sohnes. Alle paar Tage ruft er an, und danach geht es Euch - verständlicherweise - wieder schlecht. Versucht, ihm nochmls ganz grundsätzlich zu erklären, dass Ihr das so nicht möchtet. Dass er sich wieder melden kann, wenn er beim Arzt war und einen konkreten Plan für Entgiftung hat zB. Das wäre vielleicht ein Anfang, was meinst Du? .

    Du schreibst, Du hast immer alles gegeben - das glaube ich Dir aufs Wort. Aber das kannst Du zukünftig nur, wenn Du Deine Kraft erhältst. Selbstfürsorge ist jetzt wichtig. Momentan wirkt es, als sei das nur schwer umsetzbar für Dich. Viele von uns Cos und Angehörigen verlieren die ja auch total aus dem Blick, mir ging es zeitweise auch so. Aber weder Dir noch Deiner Familie ist geholfen, wenn Du emotional immer tiefer da reingerätst und irgendwann zusammenklappst Und ja, möglicherweise musst Du lernen, damit zu leben. Aber ein Schritt nach dem anderen.

    Hast Du für Dich selbst ärztliche oder therapeutische Hilfe derzeit, foxi58 ? Du klingst sehr belastet, schläfst nachts nicht, das raubt doch alle Kraft. Kannst Du eine Freundin für entspannende Unternehmungen aktivieren, vielleicht mal für ein Wochenende wegfahren, eine Reha machen?

    Wie AnnaBlume schon schrieb ist es bestimmt grundsätzlich sehr gut, dass Ihr zu zweit seid - aber andererseits kreisen Eure Gedanken vermutlich in der Konstellation gemeinsam sehr viel um die aktuelle Situation Eures Sohnes. Etwas Ablenkung und den Blick mal behutsam in Richtung etwas Positivem verschieben, könnte Dir vielleicht gut tun? Ich weiß, dass das sehr schwer sein kann, glaub mir. Hab auch ein mittlerweile großes "Sorgenkind"...

    Liebe Grüße

    Hallo Pilatesqueen ,

    ich denke, wir Cos sitzen doch letztlich alle im gleichen Boot - unabhängig von den jeweiligen Trinkgewohnheiten unserer (Ex)-Partner/innen. Du kannst Dich mit allen austauschen, die hier sind. Deine bzw. unsere Themen sollten dabei ja im Fokus stehen. Wie geht es Dir mit der Situation und wie kannst Du sie für Dich verändern, damit es Dir besser geht, auch Abstand gewinnen? Das ist für mich der Schwerpunkt hier.

    Ein Gammatrinker, so habe ich es gelesen, trinkt nach längeren Abstinenzphasen immer wieder unkontrolliert. Das kennen hier glaube Viele auf die ein oder andere Weise. Hier geht es ja vor allem um die Auswirkungen für Dich. Und sind die nicht ganz ähnlich wie in anderen Beziehungen, in denen der oder die Partnerin trinkt?

    Vielleicht magst Du ja erzählen, wie es Dir aktuell geht?

    Liebe Grüße

    Liebe Foxi,

    das glaube ich Dir sehr. Ich wollte Deinen Schmerz nicht vertiefen,Foxi,ich kenne selbst aus der anderen Perspektive der Partnerin diese hilflose Situation, wenn doch eigentlich so glasklar auf der Hand liegt, was zu tun wäre, aber nichts geschieht, und es geht nur weiter abwärts. Für mich las es sich so, als habe er Euch mit der Aussage, er habe keinen Platz in der Klinik bekommen, davon überzeugt, dass er sonst derzeit nichts tun könne.

    Ich glaube, ich würde auch versuchen, den Kontakt auf ein absolutes Minimum zu beschränken oder möglichst ganz eizustellen. Ihm und seiner Frau vielleicht nochmal schreiben, welche Schritte er jetzt gehen könnte, so wie es hier geschildert wurde, und was Dir sonst noch wichtig ist, ihm mit auf den Weg zu geben. Das kann Dir vielleicht ein wenig das Gefühl geben, etwas getan zu haben und wäre für Dich zugleich weniger konfrontativ. Ich hoffe sehr, er kommt zur Krankheitseinsicht. Und fasst den Mut, zum Arzt zu gehen. Dir viel Kraft!

    Liebe Grüße

    Hallo hiiumaa ,

    ja, das hab ich auch mitbekommen, dass die Sozialdienste in den Kliniken teils überfordert sind, sowas hat mir auch xy berichtet. Aber Foxis Sohn ist ja bisher nicht in der Klinik. Deshalb wären Arzt und Suchtberatung plus ggfs Kontakt zur Krankenkasse jetzt die Stellen, mit denen er Kontakt aufnehmen müsste, um da hinzukommen - wenn er es denn möchte. Wer sich auf Warteliste setzen lässt und sich regelmäßig meldet, erhöht seine Chancen auf baldigen Entgiftungsplatz, hier zumindest ist das so, dass das binnen wenigen Wochen klappen kann. Parallel noch mit Arbeitsagentur besprechen.

    Xy bezieht übrigens auch Leistungen, die weiter gezahlt werden während Langzeitreha. Sonst würden ja Leute, die sich dort behandeln lassen, zB ihre Wohnung verlieren.

    Liebe Foxi,

    ich schließe mich zu 100 Prozent an. Ja, Euer Sohn ist alkoholabhängig, und das ist eine ernste und auch das Umfeld stark beeinträchtigende Erkrankung. Aber er ist schon lange kein Kind mehr und kann wirklich überall selbst nach Hilfe fragen und die von Jump beschriebenen Schritte gehen. Ihr habt ihm doch schon so viele Hinweise dazu gegeben.

    Beim Mitlesen gewinne ich aber immer wieder den Eindruck, er nutzt Deine verantwortungsbewusste Art aus, mit der Du alles händeringend versuchst, zusammenzuhalten. Ich kenne das nur zu gut aus der Perspektive der Partnerin und ja, das Verhältnis zu einem Kind ist nochmal was ganz anderes, aber es gibt auch gewisse Parallelen. Auch coabhängige Partner*innen nehmen ihren suchtkranken Angehörigen häufig zu viel ab und untergraben so die Eigenmotivation, etwas eigenständig an der Situation zu ändern - das hab ich auch immer wieder getan.

    Bedenke bitte, Dein Sohn ist zum Glück noch kein Pflegefall, sondern ein noch recht junger Mann, der telefonieren und sich Termine vereinbaren und vermutlich auch im Internet nach Informationen suchen kann. Offenbar war er bisher berufstätig - da musste er sich doch auch organisieren. Er bräuchte ja tatsächlich nur eine Beratungsstelle und seinen Hausarzt aufzusuchen. Offenbar zieht er es aber vor, abzuwarten, seine Situation zu beklagen, an Euer Gewissen zu appellieren und zu warten, dass Ihr als Feuerwehr auf die ein oder andere Weise einspringt. Wenn er es denn überhaupt will, muss er die ersten Schritte aus der Sucht machen. Das könnt Ihr ihm nicht abnehmen.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft. Nutze Deine Reserven für Dich, liebe Foxi.

    Liebe releaseme

    Ich hatte Angst zuzugeben, dass ich die Frau eines Abhängigen bin. Es gibt mir das Gefühl, dass ich so schwach bin, zu schwach und zu blöd auszusteigen, dumm zu sein weil ich das mitmache, und ja ich schäme mich wirklich dafür, dass ich noch immer da bin mit meinen Kindern usw .. aber diese Gedanken, habe meine Freundinnen in diesem Moment ganz zerschlagen! Sie waren einfach da und sie wissen, dass das eine riesige Entscheidung ist die viele viele heftige Konsequenzen mit sich ziehen wird..

    exakt diese Gedanken hab ich jahrelang mit mir rumgeschleppt und möchte Dir Mut mache, sie über Bord zu werfen. Du bist weder schwach noch dumm - Dein Mann, mit dem Du zwei gemeinsame Kinder hast, hat eine Suchterkrankung entwickelt, aus der er derzeit nicht den Ausgang findet. Das hast Du Dir nicht ausgesucht - er sich natürlich auch nich, aber nur er könnte es in den Griff bekommen. Es raubt Dir Kraft - seinen Niedergang mit anzusehen, aber auch auszugleichen, was er an Familienarbeit nicht mehr leistet. Zukunftsfragen für Dich und die Kinder stellen sich. Also bist Du belastet und unter Druck, und in einer solchen Situation kann nicht jede/r eine schnelle Entscheidung treffen. Wenn Du es aber jetzt tatsächlich schaffst, Deinen Weg zu gehen, ist das ein Zeichen von großer Stärke! Ich wünsche es Dir sehr, vor allem nach dem, was Du vom Verhalten Deines Mannes gegenüber den Kindern erzählst.

    Als ich das Gespräch mit meinen Freundinnen gesucht habe, hatte ich übrigens leider weniger Glück als Du. Meine damalige beste Freundin hat dieses Gefühl, ich sei schwach und abhängig und zu dumm, mich zu trennen, noch verstärkt, indem sie mir mehrfach meinte, "den Kopf waschen" zu müssen, wie ich nur bei diesem Mann bleiben kann.. Aber was ich brauchte und wollte, war Mitgefühl und Trost, auch einfühlsamen Rat und nicht zusätzlich klein gemacht zu werden. Eine andere Freundin hat auch immer nur ihr Unverständnis ausgedrückt. Folge war, dass ich mich immer mehr isoliert habe und umso länger brauchte, wieder auf die Beine zu kommen. Schön, dass das bei Dir anders ist! Verbring viel Zeit mit Deinen Freundinnen,in dieser Situation kannst Du jede Unterstützung gebrauchen!

    Deshalb ist diese SHG auch so wertvoll. Ich habe eine Zeitlang auch eine Gruppe persönlich besucht. Siehe da, dort waren Leute wie Du und ich mit ähnlichen Problemen, die weder dumm noch schwach, verrückt oder willenlos erschienen, sondern sich einfach intensiv mit sich, entweder ihrer Sucht oder mit ihrer Co-Abhängigkeit auseinandergesetzt haben. Das war für mich wie eine Befreiung und hat mir geholfen, wieder ganz langsam auf die Beine zu kommen.

    Ich finde toll, dass Du alleine mit den Kindern wegfährst. Genieße die Zeit und Leg sie Dir auf Dein Selbstfürsorge-"Konto"., Bau darauf auf. Die Zeit positiv füllen, Freundschaften aufbauen und pflegen und bei Dir selbst ankommen, das wünsche ich Dir!

    Hallo josy ,

    solche Energieschübe und erstaunlch entschlossenen Anläufe kenne ich leider zur Genüge. Er wird gemerkt haben, dass es Dir jetzt allmählich reicht und vielleicht fürchtet er, dass Du ihn verlässt. Das Ganze wirkt auf mich ein wenig melodramatisch, die Eltern einzubinden etc. In der Tat, es wäre gut, wenn sein Konsum ein Ende hätte, da Ihr Eltern werdet - aber er allein ist dafür verantwortlich. Deine Eltern hindern ihn ja sicher nicht dran, den Konsum zu stoppen, warum also teilt er ihnen das auf diese Weise mit? Ich sehe darin den Appell an Dich.

    Warte mal ab, was er tatsächlich tut. Nur das alleine zählt. Falls er es ernst meint, wären Kontakt zur Suchtberatung, Entgiftung, ggfs Reha die nächsten Schritte. In "trockenen Tüchern" ist danach aber auch noch längst nix. Schau Du am besten für Dich selbst, wie Du Deine eigenen Pläne und Wünsche umsetzen kannst und verlass Dich nicht zu sehr auf ihn.

    Liebe Grüße!

    Hallo releaseme ,

    schließe mich den anderen an. Genau wie Sonnenschein es schreibt - ein glücklicheres Zusammenleben ohne Trinken wäre doch auch Dir bestimmt viel mehr wert als sein super Job und "gutes Geld". Dann muss er eben Verantwortung für sich übernehmen, Selbstfürsorge betreiben und beruflich kürzer treten, wenn er den Job ohne Alk nicht bewältigen kann. Denn was nutzt ihm und Euch, wenn er trinkt und er dann langfristig berufsunfähig wird? Aber die Diskussion wirst Du mit ihm nicht führen können. Auf Dauer geht die Realitätssicht verloren und macht der Verleugnung der Situation vor sich selbst und anderen Platz.

    Bei xy ist/war es mal Stress, mal zu viele Emotionen, ob negativ oder positiv, die Kindheit, die chaotische Wohnung, Trouble mit dem Jobcenter, Schulden, einfach alles bot oder bietet Anlass zum Trinken. Von Streit mit mir natürlich ganz zu schweigen. Aber das Trinken löst ja keins dieser Probleme, sondern vergrößert sie nur. .

    er will doch eh lieber in Ruhe trinken oder schlafen.

    Wie bitter, aber genau so isses...

    Viel Kraft für eine gute Entscheidung wünsche ich Dir. Und wie die anderen schreiben, vertrau Deiner Wahrnehmung, auch Deinen Kindern zuliebe.

    Liebe Grüße

    Hallo hiiumaa ,

    mir kommt das alles so bekannt vor. Hier war es die letzten Jahre so: Ein Anruf von xy nach wochenlanger schweigender Abwesenheit und die ganze Mauer, die ich in der Zwischenzeit mit reichlich Frust um mich aufgebaut hatte, wurde zu einem mickrigen Gartenzäunchen. Und wenn er mich dann am Telefon kurzerhand mit freundlichen Worten und haufenweise Einsicht weichgekocht hatte, hat sie sich dann komplett in Luft aufgelöst, und ich hab wieder bereitwillig funktioniert.

    Ich glaube, jede/jeder kann nur selbst entscheiden, wie lange man auf diesem Karussell bleibt. Vielleicht ist es bei Dir noch nicht so weit - wir Cos müssen ja auch erst am Tiefpunkt ankommen, und der liegt bei uns allen individuell verschieden tief. Aber wenn zurückliegende Erlebnisse nicht ausreichen - und das war bei mir auch immer wieder so - schau auf jeden Fall genau hin und hinterfrage, was er Dir sagt: Er hat jetzt also den soundsovielten Therapeuten, die vorher taugten nix / hörten ihm nicht zu - kenne ich zur Genüge. Xy hatte einen aus meiner Sicht tollen, erfahrenen Therapeuten in der letzten Langzeitreha. Der hat ihn halt aus der Reserve gelockt, manchmal war er auch etwas provokant, aber auch total empathisch, wir hatten zwei gemeinsame Gespräche bei ihm. Letztlich waren aus seiner Sicht dann Corona und dieser Therapeut dran schuld, dass er nach zehn Monaten unmittelbar nach Entlassung rückfällig wurde und direkt in sämtliche sonstige alte Verhaltensmuster verfiel. Es wurde sogar noch schlimmer, denn er hatte in der Reha Geld gespart, dass er nun für Konsum ausgeben konnte.

    Und ich hab mich auch leider nicht an den Rat des Therapeuten gehalten und mich eben nicht unmittelbar getrennt und nicht eingesehen, dass er sich damit klar für Alk und Droge und gegen mich entschieden hat. Wollte unbedingt noch ne Runde. Da geht so viel Zeit bei drauf.

    Er wird alles geben bei diesem neuen Anlauf.

    Lass Dir kein X für ein U vormachen. Schau auf das, was er tut, nicht das, was er sagt.

    Liebe Grüße

    Lieber Stern ,

    Ich weiß, Du hast mich nicht getagged, aber ich hoffe, es ist trotzdem ok, wenn ich mich dazu äußere. In Deiner Frage schwingt schon ein wenig, ja was denn... "Reindenken"? in die Situation von Sonnenscheins Mann mit:

    Auch auf die Gefahr hin, dass ich hier gleich gesteinigt werde: Darf ich fragen, ob dein Mann sich überhaupt zu der Angelegenheit äußern durfte?

    Falls Du es nicht so gemeint hast, dann bitte nix für ungut. Aber bedenke, sie hatte von wüsten Beschimpfungen per WhatsApp, Telefonterror und nächtlichem Anschleichen ins Schlafzimmer berichtet. Auch darüber, ob ihr Auto vor der Tür steht, hat er sich schon informiert. Eigentlich hat er sich damit genug "geäußert".

    Hier sind natürlich so einige Frauen mit schwierigen Erfahrungen, da guckt man auch nicht neutral auf so ein Verhalten. Mir geht's genauso, bei mir gehen da alle Lampen an. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass alles in Richtung Stalking wirklich Angst macht, das Leben massiv einschränkt und nach miner Meinung auch genau so unterbunden gehört, wie Sonnenschein es jetzt erwirkt hat.

    Hallo Sonnenschein, das ifreut mich auch sehr - eine riesen Erleichterung! Wie gut, dass Du so gut vorgesorgt hast und Deine Anwältin so schnell gehandelt hat. Bitte passt weiterhin gut auf Euch auf, es gibt ja auch Wege außerhalb der Wohnung. Ich drück Euch sehr die Daumen, dass diese deutliche Grenze was bewirkt bei ihm, und Ihr vor allem erstmal zur Ruhe kommen könnt.

    Liebe Grüße

    Liebe Morgenrot,

    Ich wollte nicht auch noch zur CO eines trockenen Alkoholikers werden, die wieder alles aus dem Weg räumt, damit er trocken bleiben kann.

    das hast Du sehr treffend ausgedrückt, und das ist auch der Grund, warum ich ihn hier nicht quasi wohnen haben möchte . Ich möchte kein rohes Ei hier, um das ich mir 24/7 einen Kopf mache, mit Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, Zukunftsängsten und allem ,was sonst noch dazugehört. Mittlerweile weiß ich meine Rückzugsmöglichkeiten zunehmend zu schätzen. Und Vertrauen - ohja, das wird auch hier ein großes Thema...

    Ich bin sicher, es wird mir schwerfallen, mir keine Sorgen zu machen, dass er in seiner Wohnung versacken könnte..Aber ich muss und will da durch.

    Danke für Deine Rückenstärkung!

    Guten Morgen Cocolee,

    Er hat eine Suchterkrankung und Mühe, sein Leben alleine zu meistern, ich nicht. Ist es nicht auch ein Teil des Lebens, andere zu unterstützen?

    solche Gedanken hatte ich auch viele Jahre und bin auch noch nicht völlig frei davon. Aber genau damit nimmt man den Suchtkranken aus der Verantwortung, von der Du ja selbst sagst, dass Du sie ihm stärker übertragen willst. Du hast seine Finanzen im Blick und hilfst ihm, sein Leben zu meistern, er muss Regeln befolgen,wenn er betrunken heimkommt - Du managst viel um ihn. Dabei ist er erwachsen und der Vater Deiner Kinder,

    Ich kenne das in anderer Form gut, glaub mir. Mein Partner rutscht immer wieder in alle möglichen Notlagen - suchtbedingt. Lange Zeit dachte ich in meiner coabhängigen Denke, er schafft das alles nicht allein, braucht doch Hilfe, ich kann die bieten, ich springe ein - bis ich selbst vollkommen erschöpft war. Das hat ihn, wie er mittlerweile selbst sagt, zumindest zeitweise noch tiefer da reingedrückt. Jetzt versuche ich, den Hilfsreflex direkt zu unterdrücken und siehe da, er kann sich ganz gut kümmern - wenn er nicht trinkt und sonstiges konsumiert. Und das ist ja eh alleine seine Baustelle.

    Er ist zzt in Langzeitreha, und ich kann noch nicht absehen, wie es danach weitergeht. Für mich allerdings nur, wenn er trocken und clean wird/bleibt, weil der Co-Teufelskreis für mich sonst nicht zu stoppen ist.

    Hallo Cocolee,

    hier gibt es im Großen und Ganzen ähnliche Probleme - außer dass es keine gemeinsamen Kinder gibt - deshalb schreibe ich Dir. Mit Wodka und - zeitweise? - Kokain hat Dein Partner ja leider ein ganz miese Kombi gewählt- ist das K denn zzt noch Thema, oder erzählt er nur einfach nicht mehr davon? Leider stoppt man das ja auch - oder erst recht - nicht einfach mal so von selbst. Du schreibst mehrfach von Entzug, war er auch mal länger in Reha? Ohne Entgiftung und längere Entwöhnung, zu der er sich selbst entscheiden müsste, geht da vermutlich wenig. Und wenn er nur entzieht oder entgiftet, um den Führerschein wieder zu bekommen, was ja offensichtlich schon so war, fehlt ihm vermutlich noch die nötige Krankheitseinsicht.

    Also ich hatte definitiv in den vergangenen Jahren mehr als zwei Scheiß-Wochen pro Jahr. Wie Ino schon schreibt, kannst Du Dich auf keinerlei Rhythmus oder planbare schlechte Phasen verlassen, und es geht tendenziell immer weiter bergab, wenn er nicht ernsthaft was ändern möchte. Am wichtigsten bei allen Überlegungen, wie Du weitermachen kannst, finde ich die Kinder. Wie kommen sie mit einem saufenden und evtl heimlich weiterkoksenden Vater im Haus zurecht? Hier solltest Du auch bedenken, dass das zu Problemen mit dem Jugendamt führen und auch für Dich schwierig werden könnte, auch wenn Du gar nichts mit seinem Konsum zu tun hast.

    Das tückische ist, dass er nüchtern ein supertoller Mensch ist und ich ihn nach wie vor liebe.

    Das kennen hier ganz Viele. Das Problem ist halt, dass man nicht nur den nüchternen Menschen bei sich hat. Die Sucht lässt sich leider nicht wegdiskutieren und prägt die Beziehung.

    Liebe Grüße

    Hallo,

    auch von mir ein kleines Update. Ich muss sehr auf mich aufpassen. Habe xy dieses Wochenende gesehen. Wüsste man nicht, was los ist, wären wir ein nach außen gut eingespieltes Paar mit positivem Umgang. Selbst trinkend konnte er das bis zu einem gewissen Grad immer aufrecht erhalten. Eine Art Fassade sicherlich, damit ich mich nicht abwende, aber sie hat in seinem Sinne funktioniert. Auch die hat es mir nämlich schwer gemacht, konsequent zu sein und ihn loszulassen - er ist ja so nett und charmant 🙄

    Täglicher Umgang ist das eine, Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit das andere, und da gibt es viel verbrannte Erde hier. Er hat mich mehrmals bestohlen, es gibt ja noch einen anderen Suchtstoff. Auch aktuell habe ich von einem ein paar Monate zurückliegenden Vorfall erfahren. Ein Grund eigentlich, alles umgehend aufzukündigen. Pack ich nicht. Dann wieder denke ich, was muss denn noch alles passieren? Was will ich mir noch gefallen lassen? Ich entschuldige zu viel...

    Es ging in Gesprächen auch um (seine) Rückfallängste und die Sorge, mich zu verlieren - ein Appell sicherlich auch an mich, er wollte wohl schon mal vorbauen für den Fall, dass....

    Letztlich gut dass er es angesprochen hat, im Prinzip hat es mir wieder klar gemacht, wie dünn das Eis ist und dass er momentan einfach unter der Käseglocke lebt und die größte Arbeit für ihn erst nach der Reha beginnt.

    Ich konnte fest bei meinem Standpunkt bleiben und sagen, dass es allein seine Aufgabe und Verantwortung ist, dafür zu sorgen, dass es eben NICHT zum.Rückfall kommt und wenn doch, dass er sofort gegensteuern sollte.

    Hab auch meinen Plan bekräftigt, dass ich mich in dem Fall zurückziehen will und werde, nicht weil ich ihm drohen sondern mich schützen will. Weil ich weiß, dass sofort die gleiche alte Spirale beginnt. - er zieht sich immer weiter zurück, isoliert sich, konsumiert, ich mache mir Sorgen und so weiter und so fort.

    Es schien, als versteht er das. Kann aber auch wieder Fassade sein, weil er weiß, dass ich nix anderes akzeptiere. wie dem auch sei, ich bin offener geworden, schone ihn weniger.

    Am Abend habe ich noch drei Stunden im Garten gearbeitet, das tat mir total gut. Ich wünsche Euch allen einen möglichst guten Start in die Woche!

    Liebe Sonnenschein,

    da möchte ich mich Jump anschließen, auch wenn mir klar ist, wie sehr Dir diese ganze Aufregung zu schaffen machen muss und ich Dir sehr etwas Ruhe und Abstand wünschen würde. Bitte blockiere ihn, denn überlege bitte mal, was er aus dieser Situation gelernt hat: Dass er Dir nicht nur nicht egal ist, was ja erstmal beim Vater Deiner Kinder verständlich wäre, sondern dass er Dich mit solchen Akionen aus der Reserve locken kann (was für eine perfide Art von ihm!) und die Polizei dann auch nichts tun kann.

    Hast Du der Polizei eigentlich gesagt, dass er Deine große Tochter kürzlich angegangen ist? Ich denke, das sollten die wissen, weil es eine relevante Info ist. Und wie schaut es mit Blockieren auf allen Kanälen aus? Du hattest ja weiter oben geschrieben, dass Du ihn nie wieder sehen willst, jetzt wäre es Zeit, entsprechend zu handeln.

    Ich hatte in Deinem Faden auch gelesen, dass Ihr wohl mal zusammen gearbeitet habt - ist das noch so?

    Im Moment hilft glaube nur strategisches, besonnenes Vorgehen möglichst weit ab von der Schusslinie, so schwierig das auch sicher ist. Such Dir Verbündete, die Dich unterstützen und helfen, ihn einzubremsen, auch heikle Situationen möglichst mitbekommen. Bleibst Du vorerst bei der Freundin? Wäre bestimmt klug.

    Alles Liebe!

    Mir geht es ähnlich wie Jump, ich stell mich immer mal defensiv auf das Schlimmste ein. Ich glaub aber, das schützt einem auch vor eskalativen Situationen. Trennungen können je nach Persönlichkeit des anderen ja ne Menge Zündstoff haben, der vielleicht so gar nicht absehbar war. Ich hab auch schon Stalking erlebt. Bin damals lieber auf Rückzug gegangen, zeitweise zu Freundin gezogen etc. Es gab keinen gemeinsamen Haushalt, das hat es natürlich erleichtert.

    Gibt es evtl eine neutrale Person in Eurem Freundeskreis, die ruhig und bestimmt mit Deinem Mann sprechen kann, Sonnenschein? Nicht um weiter Öl und Feuer zu gießen, sondern um ihn runterzubringen, eine Art Grenze zu setzen und auch um zu signalisieren, dass es nicht nur ihn und Dich gibt, sondern sein Verhalten auch von anderen registriert und für nicht gut befunden wird.

    Wie geht es denn Euren Kindern mit der Situation?