Beiträge von EllaDrei

    Guten Morgen Sonnenschein CoA ,

    Bis dahin lass ich meine Fassade ihm gegenüber stehen. Die Fassade der furchtlosen Frau, die sich nicht einschüchtern lässt.

    das klingt zwar erstmal gut, hilft aber im Ernstfall nur bedingt. Ich finde Jumps Ratschläge gut und wichtig. Beratung bei Polizei, Frauennotruf etc., Du musst ja nicht gleich Anzeige erstatten, aber erstmal mit denen sprechen und Dich über Deine Möglichkeiten informieren kann schon mal hilfreich sein.

    Der Blecheimer an der Tür ist auch gut, aber denk dran,wenn der scheppert, hat er die Tür schon auf. Du kannst am besten einschätzen, wie weit er gehen würde. Aber oben hast Du beschrieben, dass er wie ein in die Enge getriebenes Tier reagiert, gleichzeitig aber offensichtlich geschickt und gezielt vorgeht. Gepaart mit dem Alkohol kann so jemand unberechenbar werden.

    Zahlt er eigentlich die komplette Miete oder nur einen Anteil? Und geht er (noch) arbeiten? Schaust Du selbst bereits für Dich nach einer anderen Wohnung?

    Liebe Grüße

    Hallo Sonnenschein,

    auch ich empfehle Dir, mal beratend die Polizei zu fragen. Es gibt Näherungsverbote, wenn jemand bedroht oder belästigt. Die können Deinen Mann auch ansprechen, manchmal kann das helfen, denke ich. Verstehe Deinen Anwalt nicht, dass der das so abtut. Zweite Meinung würde ich auf jed n Fall einholen und auch das Jugendamt einschalten, wie Jump schon geraten hat.

    Hab mal gegoogelt - Du kannst Dich, ggfs auch erstmal vorsorglich, zum Thema Hilfe nach Gewaltschutzgesetz einlesen. Auch wenn Ihr einen gemeinsamen Haushalt teilt, musst Du solche nächtlichen bedrohlichen Situationen nicht einfach hinnehmen. Er ist ja ins Hotel gegangen und macht auf nächtlichen Eindringling, dabei dürfte er sich völlig klar darüber sein, dass Dir das Angst macht. Die Beschimpfungen per WhatsApp würde ich auch mal sammeln.

    Furchtbar, so eine Situation. Alles Liebe für Euch!

    Hallo hiiumaa ,

    danke für Deine Nachricht. Du bringst es gut auf den Punkt. Und ich war kürzlich bei einem Nein auch ähnlich stolz wie Du es beschreibst. Aber es folgten auch wieder einige Jas meinerseits. Vorauseilende, automatische Jas. Weil ich schaff das ja, ich bin ja so viel besser dran als er. Die ewig eingeschliffene Denke: Er Notfall, ich Feuerwehr....

    Für nächstes Wochenende habe ich etwas zugesagt, was ich eigentlich nicht mehr machen möchte, weil es mir und der momentanen.Situation mit ihm nicht entspricht. Aber ich kriege es nicht hin, abzusagen und mich rauszuziehen. Ich denke, das kann ich doch nicht bringen. Es sind noch mhr Personen involviert. Ich bin zuverlässig und stehe zu dem, was ich zusage, das möchte ich auch beibehalten. Mit Blick auf ihn nervt mich diese Zuverlässigkeit allerdings schon fast.

    Er hat das unzählige Male gemacht, Verabredungen nicht eingehalten und nicht einmal abgesagt. Sogar unter Vorwänden die Wohnung verlassen, angeblich um gleich wiederzukommen - und blieb dann ein, zwei Wochen lang ohne ein Wort weg. Wenn man sowas einmal erlebt und nicht vernünftigerweise gleich den Absprung geschafft hat, fragt man beim nächsten Mal umso eindringlicher nach, ob der andere auch wirklich wiederkommt und wenn ja, wann - und schwupps, hockt man drinn in der Kontrollfalle.

    Das klingt vielleicht alles nicht so dramatisch, hat mich aber emotional völlig ausgelaugt. Und trotzdem habe ich immer wieder die Hintertüren offen gehalten, wie Du sagst, hiiumaa . Ich will die jetzt echt abschließen. Oder am besten gleich zumauern. Das geht so für mich nicht mehr.

    In mir ist noch immer viel Wut. Dass ich so vieles so lange falsch als Liebe gedeutet habe. Offensichtlich weil ich selbst so bedürftig bin. Kein gutes Gefühl für mich. Vermitteln kann ich ihm das alles nicht, vermutlich ist das auch ein falscher Ansatz. Es kommt als Vorwurf an und zieht nur Selbstbezichtigungen nach sich. Was mache ich also damit?

    Aber es gibt auch wieder bisschen was Gutes. Am Wochenende war eine Freundin zu Besuch, wir waren ausgiebig mit den Hunden unterwegs. Eine neue Verabredung fürs Wandern mit einigen Menschen habe ich auch. Manche Erinnerungen sind einfach so für die Tonne, die sollte man mit neuen, schöneren Erlebnissen und Erinnerungen überlagern

    Liebe Foxi,

    auch wenn es schwer ist und vielleicht leicht gesagt klingt: Du kannst das Leben nicht für Deinen Sohn leben. Er ist mit 31 erwachsen und muss selbst seinen Weg finden. Seine Trennung muss ja nicht das Ende aller Tage sein. Er arbeitet, hat immerhin einen Freund und mit dem kleinen Haus einen Ort zum Leben, auch wenn er dort jetzt anders als geplant alleine einzieht - das kann man auch positiv sehen. Damit will ich das Thema nicht bagatellisieren, nur zeigen: Man kann es auch anders herum betrachten.

    In Therapien wird manchmal geraten, das Grübeln über ein Problem auf einen gewissen Zeitraum pro Tag zu begrenzen und sich dann möglichst auf etwas anderes zu fokussieren. Vielleicht wäre das ein kleiner Ansatz auch für Dich?

    Ich habe in meinem Urlaub jetzt wieder gute Erfahrungen mit Wandern und ein wenig Sport gemacht. Es klingt für Dich vielleicht erstmal banal, aber neben meinem suchtkranken Partner gab es auch jahrelang noch eine andere familiäre Krise, die mit meinem Sohn zu tun hatte. Ich stand total unter Druck, konnte aber schließlich Hilfe annehmen, auch Verantwortung abgeben. Jetzt geht es mir in dieser Hinsicht deutlich besser. Zuvor hing ich jahrelang in der Negativ-Schleife fest, kann mir also ein wenig vorstellen, wie es Dir geht.

    Du hast mit Eurem anderen Sohn und dem pflegebedürftigen Vater ja noch viel mehr zu stemmen. Versuche, Deine Ressourcen zu schonen. Was ist mit den vorgeschlagenen Beratungsmöglichkeiten und vielleicht auch therapeutischer Hilfe für Dich selbst? Wie sieht es mit Selbsthilfegruppe für Angehörige aus? Kannst Du Dich mit Freunden austauschen?

    Liebe Grüße

    Hallo Foxi,

    es gibt auch die Möglichkeit, von einer Entgiftung direkt in Langzeitreha zu gehen, so ist das im Fall meines xy dieses Mal gelaufen. Darum hat er sich allerdings vorab über Monate gekümmert, immer wieder die Kliniken kontaktiert, wegen der Termine nachgehakt etc

    Zudem wurde vorab ein Sozialbericht bei einer Drogenberatung erstellt, dafür hat er über mehrere Wochen dort Beratungstermine absolviert. Ich weiß nicht, ob Du dazu schon etwas geschrieben hattest, aber hat sichDein Sohn bei solch einer Stelle schon zu seinen Optionen beraten lassen? Jump! hatte ja die Caritas erwähnt, und es gibt auch andere Träger.

    Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, wie schwer die Situation für Euch als Eltern ist. Schon als Partnerin sitzt man ja ständig auf Kohlen, wenn es um Entgiftungen, Reha-Wartezeiten etc geht. Gut, dass Ihr Euch schon sehr bewusst abgrenzt.

    Euer Sohn muss aber glaube stärker selbst ins Handeln kommen. Deshalb finde ich die finanzielle Unterstützung zwar aus Eurer Sicht nachvollziehbar, für ihn aber fast kontraproduktiv. Was er ja benötigt, ist Krankheitseinsicht. So ein "Bewerbungsprozess", bei dem er sich das selbst quasi erarbeitet, kann vielleicht etwas bewirken. Mein Eindruck, der aber auch täuschen kann: Kliniken priorisieren und schauen schon genau hin. Wenn sie merken, dass ein Klient es ernst meint, sich immer wieder meldet, gehen die Türen Stück für Stück weiter auf. Dann werden Wartezeiten auch mal kürzer und Lösungsmöglichkeiten tun sich auf, so war es hier zumindest.

    Alles Gute für Euch und liebe Grüße!

    Liebe Luffi,

    Ich sende Dir ganz liebe Grüße. Habe oft an Dich gedacht in den vergangenen Wochen. Es tut mir sehr leid - für Deinen Mann, vor allem aber für Dich, weil Du das nun mit durchmachst. Darf ich Dich so direkt fragen, ob für Dich feststeht, dass Du weiter an seiner Seite bleiben wirst? Trennung stand ja auch immer mal im Raum...

    Hast Du irgendjemanden, der Dir gerade beisteht? Ich hoffe, Du bleibst hier in Kontakt. Hier gibt es Menschen, die mitfühlen und die Situation kennen. Hoffe, das hilft ein wenig.

    Fühl Dich aus der Ferne mal gedrückt.

    Hallo liebe Jump!

    vielen Dank, dass Du mir schreibst, das freut mich besonders, weil ich Dich so gerne lese. Und in Wirklichkeit muss jetzt ich mich ertappt fühlen, denn, wie Du es richtig erkannt hast, es geht weiter - und in letzter Zeit wieder verstärkt - hin und her in meinem Kopf - trotz mancher (alt)kluger Worte bei anderen...

    Bedingt durch mehrere Krankenhausaufenthalte von xy und einen Notfall in seiner Wohnung - das alles während seiner Reha, - gab es zuletzt mehr Kontakt, als wir ursprünglich vereinbart hatten, und ich hab mich wieder zu weit aus der Deckung gewagt. Will heißen, ich war wieder zu nah dran, hab unterstützt, ein offenes Ohr gehabt. Mein Rückfall... Ich versuche zwar, mich ihm gegenüber sachlich und distanziert zu benehmen, zeige wenig Emotionen, aber innerlich sieht es anders aus. Also wohl nur eine Form von Selbstbetrug.

    Der Plan, dass er in seine Wohnung zurückkehrt, steht. Der Berater kennt die Wohnung, ja, aber auch er weiß aus Erfahrung, dass er nichts ausrichten kann ohne Bereitschaft von xy, daran dauerhaft etwas zu ändern. Und diese Bereitschaft ist höchstens rudimentär vorhanden. Also wird sich die praktische Hilfe von dieser Seite wohl in Grenzen halten, und xy wird so darin leben müssen.

    Aber selbst wenn er das irgendwie schafft, ist das keine Lösung für mein Problem. Es wird darauf ankommen, sich gedanklich zu lösen, wenn er denn wieder trinkt/konsumiert. Mir gar nicht erst das Hirn zu martern, OB er das wieder tut.

    Du beschreibst ja sehr treffend, wie schwer auch Dir das fällt, obwohl Du - Hut ab! - die räumliche Trennung geschafft hast. Ein riesen Schritt, und ein Glück konntest Du diese Dynamik hinter Dir lassen, einen Rückzugsort für Dich schaffen. Aber verrückt, dass man es so empfindet und der endgültige gedankliche Absprung dennoch so schwer ist. Das kann ich gut nachfühlen.

    Gibt es bei Dir und Deinem Mann eine ausdrücklich ausgesprochene Trennung?

    Ich hab gemerkt, dass bei mir wieder Hoffnung gekeimt ist, wie so ein zähes Unkraut, nachdem ich mich schon mal gefühlsmäßig weiter entfernt hatte. Dabei kommen mir meine Hürden, alles abzuschütteln, lächerlich klein vor im Vergleich zu Deinen und denen vieler anderer hier. Ich bin nicht verheiratet, finanziell unabhängig, wir haben weder gemeinsame Kinder noch ein gemeinsames Zuhause. Trotzdem hänge ich in dieser Suchtbindung fest. Was hilft da heraus?

    Ich glaube nur noch eine Art strikter Zwang mir selbst gegenüber. Trinkt oder konsumiert er wieder nach der Reha, folgen Trennung und Kontaktabbruch. Das ist ein Ultimatum an ihn, vor allem aber auch an mich selbst. Ich will nicht mehr zurück in diese Niedergeschlagenheit und Kraftlosigkeit, in der ich schon mal war. Das hat sich tatsächlich wie "ein bisschen sterben" angefühlt. Der Kopf wird dann trotzdem Zeit brauchen. Und viel Ablenkung und positive Erlebnisse.

    Wie füllst denn Du Deine frei gewordene Zeit, Jump? Ich habe momentan Urlaub, konnte aber aus verschiedenen Gründen nicht verreisen. Hab angefangen mich etwas sportlich zu betätigen und war in den vergangenen Tagen größere Touren wandern. Das tat sowas von gut! Kopf war danach richtig frei, und ich hab mich gestärkt gefühlt.

    Liebe Grüße!

    Hallo Menaggio123! ,

    Jedoch ist das derzeit alles echt schwierig, da ich ihm teilweise immer noch versuche zu helfen, obwohl ich weiß, dass es mir nicht gut tut.

    das verstehe ich so gut,. Ich habe bislang auch nicht hinbekommen, meinen trinkenden/konsumierenden xy völlig sich selbst zu überlassen. Immer plagen einen diese Gedanken "Ohne mich schafft er es nicht und geht vollends unter/....ist er ganz allein mit seinen Problemen etc." Aber man sollte bedenken: Sie sind erwachsen. Es gibt Hilfe, die er annehmen und so Veränderungen angehen könnte. Das kannst Du Deinem Mann nicht abnehmen. So wie Du jetzt Dein Leben neu ordnest, muss er auch Verantwortung für sich übernehmen.

    Wie Andrea1987 finde ich auch gut, dass Du umziehst - der Abstand wird Dir und Deinen Sohn bestimmt gut tun. Aus der Distanz kannst Du mit mehr Ruhe schauen, wie Du für Dich weitermachst. Wenn ich Dich richtig verstehe, ist das nicht der erste Anlauf für einen Auszug? Ich wünsche Dir sehr, dass der Neustart gut gelingt.

    Ich weiß nicht, ob das Liebe ist oder wirklich noch die Co-Abhängigkeit…..

    Die Übergänge sind fließend, glaube ich. Ich kann nur für mich sprechen - meine Liebe ist immer mehr unter die Räder gekommen, dafür wurde ich zur Kümmerin , wie Marie04 es beschreibt.

    Mir steht so eine Entscheidung, wie Du sie getroffen hast, vermutlich auch bevor (xy ist zurzeit in Reha, das warte ich derzeit noch ab). Um mich schon mal zu wappnen, halte ich mir vor Augen, wie oft ich traurig, wütend, aber auch einsam in der Beziehung war. Definitiv zu oft.

    Hallo Harley67 ,

    heftig, was Du beschreibst. Aber ich glaube, alle hier kennen das in verschiedenen Varianten. Bei uns fand der Rückzug immer in Form von Abtauchen und sich in der eigenen Wohnung verkriechen statt - über Tage, teils auch Wochen. Ich hab mich sehr zurückgewiesen gefühlt dadurch, aber es ging angeblich nicht um mich, wurde mir beteuert. Klar, xy wollte ungestört trinken und konsumieren, dabei brauchte er keine Zuschauerin.

    Es fällt mir wirklich sehr schwer und ich schwanke zwischen Trennung und Verständnis.

    Verständnis hieße möglicherweise, dass das so weiterlaufen würde auf unbestimmte Zeit - er zeitweise irgendwo und Funkstille. Kannst Du Dir das auf Dauer für Dich vorstellen? Ich habe das jetzt über Jahre mitgemacht, und es hat mich emotional ziemlich geschafft

    Nur vorsichtige Nachfrage, die Du natürlich nicht beantworten musst: war eigentlich auch mal was anderes als "nur" Alkohol im Spiel? Ich frage wegen dieser relativ plötzlichen Wesensverânderung die Du beschreibst....

    Und ich habe das Gefühl, dass ich sein Feindbild bin, Schuld an seinem Elend.

    Als Feindbild sieht er Dich vermutlich, weil Du das Trinken kritisch siehst und ihm - aus seiner Sicht - streitig machen willst. Beide Schuhe musst Du Dir nicht anziehen.

    Liebe Grüße

    Wir haben Abstand zurzeit, was mir wiklich gut tut. Wir sind nicht ausdrücklich getrennt, aber jede/r kümmert sich momentan um sich. Er ist in Langzeitreha seit Mai. Bei einem Rückfall bin ich weg, hab das schon mal mitgemacht, und will raus aus der Dauerschleife. Aber auch ohne Rückfall weiß ich noch nicht, ob wir nochmal richtig zueinander finden. Wir kennen uns ewig, es ist leider Vertrauen zerstört worden. Vielleicht läuft es auch künftig nur noch auf eine Freundschaft hinaus.

    Wenn Du Hunde magst: Frag doch mal im Tierheim, ob die Gassigeherinnen für verträgliche Hunde suchen? Das wollte ich ursprünglich auch machen, hatte dann aber das Glück, dass ich ganz ins Home Office wechseln konnte und entsprechend Zeit hatte. Ist nur so ein Vorschlag...

    Darüber hinaus glaube ich auch langsam das mir auch psychologische Therapie sehr gut tun würde.

    Eine gute Idee. Am besten fährt man mehrgleisig, um da wieder rauszufinden. Es gibt auch gute Bücher zu Co-Abhängigkeit, dazu findet man auch hier im Forum Empfehlungen.

    Liebe Grüße

    ja er geht zum Einzel & Gruppen treffen.
    LG

    Das kann ein Anfang sein, aber ich sage bewusst "kann". Mein xy ging zuletzt auch wieder ein paar Wochen lang zu solchen Treffen, trank und konsumierte aber abseits davon weiter. Damit möchte ich nur sagen: Das kann sich alles lange hinziehen und vielleicht erstmal vor allem ein Signal zur Beruhigung an Dich sein, dass er ja "was macht". Deshalb umso wichtiger, dass Du Dich um Dich kümmerst und Dich "aufbaust", da braucht man alle Kraft. Du hattest ja eingangs beschrieben, dass es Dir alles andere als gut geht, was ich nachfühlen kann.

    Es hat mich oft Überwindung gekostet irgendwo hin zu gehen, ich konnte für jeden sorgen nur nicht für mich.

    Das kenne ich. Bin in Depression gerutscht und hab mir zeitweise nicht vorstellen können, wieder auf andere zuzugehen. Es lohnt sich aber, wie Du ja auch beschreibst, liebe Mariexy .

    Mir zB hat mein Hund sehr geholfen - war meine beste Entscheidung damals, sie anzuschaffen. Mit Hund ist man gezwungen, rauszugehen und kriegt schnell Kontakte zu anderen, mit denen bin ich jetzt auch an Wochenenden immer mal unterwegs. Ich glaube, jede/r kann sowas für sich finden. Nur Mut, liebe Hope12 ! Warst Du eigentlich schon bei der Selbsthilfegruppe und magst von Deinen Erfahrungen berichten? Das kann ja auch ein kleiner Fundus für Kontakte sein.

    LG

    Sie liebt ihren Papa sehr. Die beiden haben eine sehr enge Bindung da er das komplette Babyjahr mit ihr verbracht hat. Er konnte dies damals beruflich so einrichten.

    Das hört sich erstmal schön an. Aber denkst Du wirklich, dass sie das so relativ gut wegsteckt, dass ihr Vater trinkt? Gerade wenn sie eine enge Bindung haben, ist die jetzige Situation auch für sie eine Belastung. Macht Dein Mann irgendwelche Anstalten, sich Hilfe zu suchen? Falls nicht, wäre Abstand vermutlich für Dich und Deine Tochter das Beste.

    Liebe Hope12,

    abwarten und vergangenen Freundschaften nachtrauern bringt wenig. Corona ist ja jetzt schon ein paar Jahre vorbei. Werde aktiv, folge Deinen Interessen oder entwickele neue. Eine tiefe Freundschaft kann man nicht gleich erwarten, aber neue Kontakte über Hobbies oder Interessen knüpfen, sich in einem Ehrenamt engagieren, was auch immer, da lässt sich viel finden, wenn man offen dafür ist. Ich finde das wichtig, um einen neuen Fokus zu bekommen - weg vom trinkenden Partner hin zu sich selbst. Du hast ein eigenes Leben.

    Liebe Grüße

    Liebe Nina D.,

    das hast Du ja bereits erzählt. Ich glaube Dir, dass Ihr bessere Zeiten hattet und Dir die Beziehung mal gut getan hat. Das ging ja vielen hier so. Aber nach der Trennung hat die Wiederbelebung der Beziehung nicht funktioniert, ist im Gegenteil in die jetzt völlig verfahrene Situation gemündet. Wie machst Du jetzt für Dich weiter? Ewige Rechtfertigung, warum Du trotz seines jetzigen Verhaltens an ihm fest hälst und die Verklärung der Vergangenheit bringen Dich nicht weiter.

    Liebe Pingu,

    klar, Beleidigungen "stimmen" ja im Prinzip nie, sondern sind eher Ausdruck von Hilflosigkeit. Aber ich denke, man sollte das trotzdem ernst nehmen. Es verletzt doch Grenzen, einen nahestehenden Menschen, der einem eigentlich wohlgesonnen ist, zu beleidigen. Und es nimmt ihn irgendwie aus der Verantwortung, wenn Du denkst, das stimmt gar nicht, was er mir da an den Kopf wirft (weil er jetzt gerade betrunken ist). Indirekt entlastest Du ihn damit.

    Deine Arbeitskollegin als Außenstehende und vermutlich Nicht-Co-Abhängige kann das nicht nachvollziehen. Denke aber, sie hat Recht, dass Liebe mit der Zeit flöten geht, also vor allem partnerschaftliche Liebe, das ist zumindest meine persönliche Erfahrung. Aber es kommt noch mehr unter die Räder - allen voran die eigene Wahrnehmung. Bei mir waren auch die Emotionen irgendwann völlig platt. Ich war nicht mehr traurig oder verletzt oder wütend, sondern abgestumpft und dauermüde. Jetzt will ich nicht mehr Retterin sein, weil ich das gar nicht schaffe,wie ich gemerkt hab. Es übersteigt meine Kräfte.

    Ich glaube, Du kannst ganz viel mehr als das sein. Du liest Dich total sympathisch und reflektiert und als ob viel positive Energie in Dir steckt. Nimm Dir doch mal Zeit allein für Dich und überlege, was Du Dir Gutes tun möchtest. Dann immer kleine Schritte in diese Richtung. Ich glaube, dabei findet man auch (wieder) raus, wer man ist Liebe Grüße!

    Hallo Hope12 ,

    Reicht es also nicht nur diese Angebote für Suchtkranke war zunehmen man benötigt eine ambulante Therapie? Hoppys habe ich natürlich aber in der heutigen

    genau wie _Eternal_ es geschieben hat, was reicht und was nicht, hängt glaube von jedem Einzelnen ab, das kann man nicht verallgemeinern. Ich hatte nur nachgefragt, weil Du recht vage von diesen Gesprächen geschrieben hast und mir nicht klar war, ob er in einer Rehaklinik ist oder wo und mit wem gesprochen wird

    Aber vor allem geht es ja um Dich. Was Dein Mann genau braucht, muss er für sich wissen und entscheiden, er ist erwachsen. Finde ich gut, dass Du Dich zusätzlich noch in SHG vor Ort angemeldet hast. Gerade wenn man sich mit dem Problem eines trinkenden Partners so allein fühlt, kann auch der persönliche Austausch nochmal hilfreich sein, mir zumindest ging es vor Jahren so. Wie erlebt Eure Tochter die Situation? Hast Du Unterstützung durch Familie? Wie lange lebt Ihr schon in dieser Situation und hast Du mal über räumlichen Abstand oder sogar Trennung nachgedacht?

    Liebe Hope12 ,

    Wer denkt an die Angehörigen oder Kinder die alles naturell ohne Rausch erlebt haben. Diese Gedanken sind grade so präsent.

    es gibt ja auch Angebote für Angehörige - bestes Beispiel ist dieses Forum hier - und die Leute, die hier schreiben, denken zum Beispiel an Dich, den Austausch kann man wirklich gut nutzen für sich. Außerdem könntest Du bei der nächsten Suchtberatung Gespräche führen oder Dich einer Selbsthilfegruppe vor Ort anschließen

    Hat Dein Mann nun gerade erst mit Gruppen- und Einzelgesprächen angefangen? Macht er eine stationäre oder ambulante Therapie? Mein Rat wäre,, sich nicht zu schnell auf eine durchgreifende Verbesserung bei ihm zu verlassen.

    Schau lieber darauf, was Du für Dich verändern und aufbauen kannst. Du schreibst, Du fühlst Dich allein - hast Du Hobbies? Darüber lassen sich ja Kontakte knüpfen.

    Liebe Grüße

    Liebe Pingu,

    das stimmt, Du kannst nur Dich bearbeiten - und genau darum geht es, zurück zu Dir selbst zu kommen, Dich in den Fokus zu nehmen, damit es Dir besser geht. Als Co leidest auch Du, und nicht zu knapp. Man will retten, müht sich vergeblich, den Laden zusammenzuhalten, doch alles entgleist,.

    Für mich kann ich sagen, dass ich viele Jahre felsenfest von meiner Liebe zu meinem xy überzeugt war - und jetzt immer mehr feststelle, wie wenig mir die Beziehung gebracht und wie mir das Festhalten daran geschadet hat.

    Wie geht es Dir damit? Immerhin beleidigt er Dich, eigentlich bisher "nur" zu Hause, nun aber auch öffentlich. Und Du findest eklig, dass er täglich trinkt. Dabei verdienst Du total, respektvoll behandelt und wertgeschätzt zu werden und dass sich Dein Gegenüber Gedanken darüber macht, wie er gemeinsame Zeit mit Dir so verbringen kann, dass es Dir gut geht und Du Dich wohl fühlst. Eigntlich ist das doch selbstverständlich - aber so viele Dinge, die in anderen Partnerschaften ganz selbstverständlich sind, geraten in unseren Beziehungen total aus dem Blick.

    Er sagte, er nimmt sich jeden Tag vor weniger zu trinken und dass es ihm derzeit nicht gut geht und er sich schämt und er weinte. Ich sagte ihm, dass es Hilfe gibt. Er muss nur fragen und wollen.

    Das ist Mitleidstour, sorry wenn ich das so hart sage. Sein Appell an die Retterin. Wie ich das kenne... Und klar, Du hast Recht mit dem, was Du ihm dazu gesagt hast, aber bestimmt weiß er gut selbst, dass er Hilfe bekommen könnte.. Offenbar möchte er sie nicht, sodass sich die Frage stellt, welche Konsequenzen Du für Dich daraus ziehst.

    Gut, dass Du Dich therapeutisch unterstützen lässt. Mach es auf jeden Fall für Dich und nur für Dich.

    Liebe Grüße

    Hallo InHope ,

    es haben Dir ja schon einige Menschen hier geantwortet - nur vermutlich nicht das, was Du gene lesen möchtest...? Ich schreibe Dir auch als Partnerin eines langjährigen Suchtkranken, mit dem ich wie Du sehr jung zusammenkam und nach einer sehr langen Pause nochmals einen Anlauf genommen habe - was wieder schief ging.

    Letztlich kannst natürlich nur Du entscheiden, wie lange Du noch auf ein gutes Leben warten und in der trügerischen Hoffnung auf ein Wunder ausharren willst. Er zieht sein Ding durch und schiebt Dir die Schuld für seine Sucht zu - schwierig... Hat er je einen Anlauf für Entgiftung/Therapie gemacht und so zumindest mal glaubhaft signalisiert, dass er etwas ändern möchte? Oder stützt Du nicht eher Deine ganze Hoffnung darauf, dass er nun - angeblich - nur noch an den Wochenenden trinkt? Andererseits, selbst wenn er bereit für eine Therapie wäre, wäre das nur ein allererster Schritt - mit offenem Ausgang.

    Der Urlaub wird da auch keine Veränderung bringen. Oder wenn Du nun wieder auf ihn zugehst und Deine Distanziertheit aufgibst. Er wird sich bestätigt fühlen, dass er Dich wieder so weit hat und zur Tagesordnung übergehen. Und Dich zieht es weiter runter, weil Du Dich hast einlullen lassen. Das ist so kräftezehrend. Du kannst ihn mit vorübergehender Distanziertheit, aber auch mit neuer Zuneigung nicht dazu bringen, festgefahrenes Suchtverhalten zu ändern. Es geht um eine hartnäckige chronische Erkrankung,, und nur er allein kann die angehen, mit professioneller Hilfe. Hoffnung reicht nicht. Ständige zermürbende Streits auch nicht. Ich spreche aus Erfahrung.

    Die Frage ist: Wie kannst Du die Unsicherheit, die Du beschreibst, ablegen, eine Entscheidung treffen, für Dich sorgen? Ich weiß selbst, wie schwer das ist. Es hilft nur, den Blick auf sich zu lenken und ehlich zu hinterfragen: Bist Du glücklich mit ihm, und ist er wirklich der Mann, mit dem Du Dein weiteres Leben verbringen willst?

    Zu bemerken ist, dass er früher täglich getrunken hat und es nach einem riesen Streit nun noch auf freie Tage und jedes Wochenende gelegt hat. Das wird aber alles an diesen Tagen jetzt nachgeholt und diese Tage sind einfach nur schrecklich für mich

    Das Zitat aus Deinem ersten Post klang ehrlich gesagt nicht so.... Welche Ressourcen hast Du? Wie schaut es mit Freunden aus und mit Möglichkeiten, für Dich zu sorgen und Abstand zu gewinnen?

    Liebe Grüße