Beiträge von Oskar

    Würde mich interessieren!

    Das mache ich am Wochenende in Ruhe.

    Diese feinen Unterscheidungen sind aber für die nächsten Monate gar nicht wesentlich. Vielleicht sollten wir uns darüber besser zum Jahreswechsel hin nochmal austauschen. Dann wird dein Blick viel klarer sein.

    Entscheidend ist jetzt erstmal, rigoros Abstand vom Alkohol zu halten - stofflich wie gedanklich.

    Habe gerade deinen Faden gelesen und mir ist da etwas aufgefallen, worauf ich dich aufmerksam möchte. Es sind nur Begriffe, Worte/Wortbedeutungen - genau einordnen kannst du es nur selbst.

    muss ja schon in der Früh anfangen, gegen den unerträglichen Kater...

    Wäre hier nicht die Bezeichnung Entzugserscheinungen viel angebrachter. Denn der Kater klingt irgendwie verniedlichend.
    Dies, weil du an anderer Stelle schriebst:

    Das nächste Stadium wäre dann Spiegeltrinker mit körperlichen Entzugserscheinungen, die weit über einen Kater hinausgehen, gegen die man trinken muss, damit man den Tag überlebt? Zitternde Hände und so?... Nein Danke, eine Horrorvision!

    Wo ist für dich der Unterschied: Du mit dem "Kater", morgens trinkend vs. einen "echten" Spiegeltrinker? Das Stadium an sich hattest du erreicht. Es sind nur noch Nuancen?!

    Das Zittern und Würgen schleicht sich ein - wieviel Wochen warst du davon noch entfernt? Oder hattest du womöglich das ein oder andere kleine Symptom noch gar nicht wahrgenommen? Ich beschreibe gern ausführlicher, wie sich der Fortgang bei mir gestaltete, will aber jetzt nicht zu lang werden.

    Es ist sehr gut, dass du in der Phase die Bremse reingehauen hast, denn es geht ab da rasant abwärts.

    Trotzdem empfehle ich, diese Unterscheidung zu überdenken. Sie könnte sonst im Rückblick in ein "bei mir war es schlimm, aber noch nicht ganz" münden.

    Hallo Gaarder,

    es ist gut, wenn du deine Triggermomente erkennst und sortierst. Dadurch kann schon vorab das ein oder andere vermieden werden bzw. du bist gedanklich vorbereitet. Aber wie du erkanntest, kommt Suchtdruck auch in Momenten auf, die offenbar nicht zu deinem dir bekannten Muster passen.

    Jedenfalls gut reagiert - raus aus der Situation - umschalten der Gedanken/der Tätigkeit/Umgebung. Und ebenso wichtig: es kann jederzeit unverhofft "einschlagen".

    Bei mir war Alk durchweg mit Wohlfühl-/Belohnungsmomenten, Erzeugen/Steigern guter Stimmung und lange Zeit auch Genuss verbunden. Stress, Frust, Probleme haben mich nie zum Trinken verleitet - im Gegenteil: bei wirklichen Problemen habe ich ganz bewusst Alkohol vermieden. Trotzdem achte ich heute - mit inzwischen viel Abstand - bei beiden "Polungen", ob sich noch etwas in mir rührt.

    Das freut mich für dich! :thumbup:

    Diese melancholischen Momente sollten sich langsam immer weiter abschwächen, leiser werden, irgendwann im Vergessensloch verschwinden. Da könntest du noch dran feilen: deine innere Haltung so hinzubiegen, dass kein Verlustgefühl mehr entsteht. Also nicht durch Abschreckung mittels vergangener schlechter Erlebnisse, sondern durch eine ganz klare innere Position des: Es ist vorbei und es bleibt vorbei.

    Wenn du weiter so geradeaus gehst, wird es immer leichter. Aber weiter Obacht! Gerade in Situationen à la Sonne & Heiterkeit, womöglich mit speziellem Duft in der Luft, alte vertraute Freunde am Tisch, sentimentale Stimmung … da schon vorneweg bedenken und ausloten, ob/wie es "überwältigend" werden könnte.

    Genau mit deiner bisherigen Abstinenzzeit von 7 Monaten hatte ich mich hier erst neu angemeldet - um meine Stabilität weiter abzusichern und zu "verfeinern". Es spricht viel dafür, hier öfter reinzuschauen und am Ball zu bleiben.

    Solchen Situationen - ganz unabhängig vom Alkohol - empfinde ich immer als schwierigen Balanceakt.

    Einerseits ist da die enge, vertraute Freundschaft. Andererseits gibt es eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die ein bestimmtes Innenverhältnis haben und um die Beziehung herum eine Art Grenze - mal sehr ausgeprägt, mal eher durchlässig.

    Bei aller Freundschaft, Vernunft und dem Blick auf eine möglicherweise fatale Entwicklung siegt für mich an einem bestimmten Punkt mein Respekt vor dieser Grenze. Ich kann behutsam und mit Offenheit meine "Wahrheit", Hilfe, Prognose ansprechen - und dann ist es genug. Wie weit ich dabei überhaupt gehe, ist schon in sich sehr heikel. Ab da lasse ich los - auch gedanklich - und bleibe lediglich empfangsbereit.

    Es ist nicht meine Beziehung. Weiteres insistieren empfände ich als übergriffig und Einmischung - und so erkläre ich mir auch die Reaktion der Freundin (neben der Problematik Co-Verhalten).

    In diesem Fall hier: Vielleicht war es für sie - auf lange Sicht - hilfreich. Hoffentlich erkennt sie deine Hilfestellung daran an und kommt wieder auf dich zu.

    Herzlichen Glückwunsch Pantun!

    6 Monate sind doch schon etwas. Da beginnt die Abstinenz langsam stabil zu laufen. Ein Prozess, der sich aber auch über den ersten Jahres-Meilenstein noch fortsetzt. Also immer schön die hoffentlich feste innere Verfasstheit in memoriam. ;)

    Du tust gut daran, "rauschende" Feste zu meiden und den kleinen ruhigen Rahmen zu bevorzugen. Um so besser, wenn dies "organisch", aus deiner eigenen Erkenntnis/Überzeugung heraus, geschieht. Dass hie und da Gedankenblitze an einen Schluck auftauchen, ist normal, dürfte immer seltener werden. Lass sie blitzen und das erste Glas immer stehen.

    Dir und allen Lesern eine wunderbar trockene Sommerzeit!

    Lizzy01 : Damit hat sich meine Frage oben geklärt. Es ist dann (für mich) auch nicht mehr entscheidend, wie sich der "Zustand" nennt.

    Bei Gewalt sehe ich nur eine einzige Lösung: Sofort raus aus der Situation & Sicherheitsabstand. Wäre es gegen mich selbst gerichtet, dann wäre damit das Ende besiegelt. Das beschreibe ich aber nur als meine Haltung dazu. Bei dir ist es nicht konkret erlesbar.

    Meine Fragen zielten darauf ab, ein Gefühl für die Situation zu bekommen. Bisher steht da nur sehr wenig. Das Gros sind Beschreibungen von "Dritten".

    Und es ging mir auch genau darum:

    zu müssen, nicht nur zu wollen

    Auch wenn es so oder so schwierig mit Reden, Überzeugen, möglichem Ausstieg sein dürfte, so ist es ein ganz erheblicher Unterschied, ob Jemand schädlich konsumiert oder voll in die Sucht gefallen ist.

    Die Störung durch den Alkoholkonsum an sich ist eine andere Sache.

    Scheuklappen sind weg und ich realisiere dass mein Mann Alkoholiker ist.

    Hallo Lizzy,

    woran machst du das fest, ist es für dich erkennbar, dass er Alkoholiker ist?

    Der Schwerpunkt des Austauschs im Co-Bereich liegt ja bei dir - in der Selbstfürsorge, Abgrenzung und Selbstschutz. Dennoch wichtig, wovor … wie ist die Situation bei Euch?

    sie ist ausgerastet und hat LAUT geschrien: Niemand will dich hier haben! Zieh aus! Obwohl ich im Mietvertrag stehe und sie nicht. Du bringst die Familie auseinander! Du kommst aus einer zerütteten Familie! Du braucht Therapie! Ich könnte Strafanzeige stellen! Du bist hier der alleinige Fehler!

    Hatte ich beim Lesen falsch verstanden. Dachte, nach "Zieh aus!" und dem folgenden "Obwohl ich …" folgen dann deine Gedanken über diesem Streit.

    Das ist schon harter Tobak und erinnert mich stark an Beschreibungen eines anderen Kollegen hier.

    Von außen schwer zu sagen, ob da Geduld und Zeit hilft … Derartige Vorwürfe bis Bösartigkeiten würde ich nicht akzeptieren und daher nicht lange fackeln (vorausgesetzt, es gibt keine triftigen Gründe).

    Wurde leider getriggert. (…) Nach höchstens 7 Minuten war es vorbei.

    Woher die präzise Zeitangabe? Stoppuhr benutzt? :) Das wäre ja tatsächlich eine Möglichkeit, sich abzulenken.
    Neben dem praktizierten: Raus aus der Situation. Auf andere Gedanken umschalten.

    Bibitor 66 beschrieb mal, dass sie erstmal ihren Blutdruck gemessen hatte. Wohl nicht bewusst zur Ablenkung - aber es scheint mir letztlich nebenbei auch eine gewesen zu sein.

    Ich könnte mich auch sachte in den Arm kneifen oder woanders hin. Eine mitgeführte Nuss knacken …

    Meine Frau sagte trocken lege ich jedes Wort auf die Goldwaage

    Das liest sich wie eine leise Kritik. Gesagtes übergenau nehmen, zu sehr auf die genaue Wortwahl achten oder Aussagen wörtlich interpretieren, die eigentlich gar nicht so streng gemeint waren …

    Ist da etwas dran? War es nur so gemeint?

    Oder ist es (auch) eine Abwehr deines neuen Grenzen-setztens? Deines neuen Selbst-bewusst-seins?

    Womöglich sowohl als auch?

    … Nur zum Nachdenken.

    Ich bemerkte bei mir nach einer Achterbahnfahrt der Wahrnehmung und Gefühle, wie ich zunehmend ausgeglichener und gelassener wurde und deutlich bewusster in meiner Kommunikation. Eine neue Balance bildete sich aus; eine (leichte) Veränderung meiner selbst war das Resultat.

    Im Umgang mit nahen Menschen mussten die sich auf diese Veränderung einstellen - auch da bildet sich eine neue Balance. Das braucht etwas Zeit und Geduld.

    Von daher versuche ich das mir diese Jubiläen egal sind. Ist mir egal, ich gucke nur auf heute, heute trinke ich nichts.

    Wenn es dir völlig egal wäre, dann hättest du die 4 Monate gar nicht erwähnt … ;)

    Es ist mir aber schon klar, was du damit sagen willst. Daher ja auch mein Verweis auf "Fernziel" 1 - und auch da darf es dir dann egal sein.

    Ich meine, wenn es es einem echt völlig egal wird, wie lange trocken, dann hat man den vollen Durchbruch geschafft. Das ist aber nur meine Sicht und tendiert schon Richtung Gedankenklauberei.

    Wie lange bzw. wie oft warst du schon 4 Monate am Stück abstinent?

    Das interessiert mich wirklich.

    Glückwunsch, Absti! :thumbup:

    Ein Drittel des ersten Jahres ist geschafft.

    Warum schreibe ich das so? Als erstes großes Ziel vor deinen Augen. Und weil ich fand, das es irgendwie wie eine Schallmauer war, die dann durchbrochen wurde - als gefühlter und echter Abstand. Womöglich auch "symbolisch", aber nicht nur. Entwicklung und Gesundung setzt sich ja auch danach fort.

    ich weiß das ich sowieso immer gefährdet bin

    Das sollte jeder von uns immer im Hinterkopf behalten und entsprechend seinen indivuduellen Empfindlichkeiten (be-)handeln. Jedoch sage ich für mich: Angst ist ein schlechter Ratgeber. Respekt ist besser und klingt besser.

    Speziell bei deinem Werdegang - Trinken ab der Pubertät - dürfte die Länge des trockenen erwachsenen Lebens der Schlüssel sein, das Gefühl der Gefährdung und die möglichen Störeinflüsse immer entspannter zu erleben, ohne es je zu vergessen.

    Wie lange bzw. wie oft warst du schon 4 Monate am Stück abstinent?

    Ich schalte immer um

    Ich habe abgeschaltet. Schon seit reichlich 11 Jahren. Und vermisse nichts. (Seltene Konserven und Schnipsel ausgenommen, die das meistens voll bestätigen).

    Zuerst: 8½ Monate Abstinenz sind eine echte Leistung - Respekt dafür!

    Ganz offen und ausschließlich als Impuls gemeint: Ich hatte beim Lesen öfter das Gefühl, es klingt irgendwie noch nicht wie jemand, der schon 8½ Monate trocken ist. Es wirkt scheinbar noch viel innere Unruhe, starke Angst vor möglichem Suchtdruck. Auch viele unbekannte Details, etc.

    Bei den meisten entwickelt sich mit der Zeit eine gewisse innere Gelassenheit, ein wachsendes Vertrauen in die eigene Stabilität und eine entspanntere Haltung. Die benötigte Zeit dafür ist aber bei jedem anders!

    Vielleicht liegt es auch daran, dass du bisher vor allem durch Anspannung und Kontrolle abstinent geblieben bist, statt durch eine tiefere innere Verankerung. Oder auch, dass du dich noch nicht ausführlich mit Mechanismen und Details der Sucht beschäftigt hattest.

    Hier bei uns hast du einen hilfreichen Rahmen, kannst alle Fragen in Ruhe klären und tiefer wirken lassen. Auch die Grundbausteine, Notfallkoffer etc. geben Halt. Das könnte dir helfen, mehr innere Ruhe zu finden.

    Es braucht sicherlich seine Zeit, alles zu verarbeiten, dich selbst wieder "aufzubauen" und mitsamt der Erkenntnisse innerlich "ein wenig umzugestalten".

    Schön zu lesen, wie klar du mittlerweile die Zusammenhänge siehst und dass die Therapie dir hilft, die wirklichen Hebel zu erkennen.

    Und nicht zu vergessen:
    4½ Monate trocken - trotz starker innerer Unruhe, dem noch laufenden Gedankenkarussell, Umzug … Respekt dafür!

    Eine Überlegung:

    Es scheint, als würde sich bei dir die Schuld am Scheitern der Beziehung sehr stark mit dem Alkohol verknüpfen. Gleichzeitig war die Beziehung aber schon vorher sehr belastend und toxisch.

    Vielleicht kannst du mit Hilfe der Therapeutin beides voneinander "trennen". Den eigenen Anteil (Selbstwertgefühl, Verlustangst, zu starke Anpassung) anzuschauen, ohne die ganze Verantwortung für das Ende allein auf die Trinkerei (und damit auf dich) zu schieben. Das könnte langfristig auch etwas von der erdrückenden Scham nehmen. Denn das Thema Selbstvergebung kam mir bei deinen Beiträgen schon öfter in den Sinn.

    Ja, das klingt nach einem sehr klaren inneren Widerstand. Der Ekel und die körperlichen Reaktionen sind stark, ins Extrem gehend, noch nicht ausbalanciert (nicht vollständig verarbeitet). Aber das schützt dich momentan vor dem Alkohol.

    Auf Dauer solltest du trotzdem immer unkalkulierbare Momente (starke Stimmungstiefs, unerwartete Krisen, …) im Hinterkopf behalten, bei denen die Sucht/Automatismen plötzlich wieder laut werden können. Deshalb ist Vorsicht klüger als "bei mir ist das anders"!

    Bei Ängsten und Panik kannst du versuchen, mit gängigen Entspannungstechniken bzw. Bewegung in der Natur gegenzusteuern. Und rein gedankenmäßig durch bewusstes vorübergehendes Aufschieben bzw. Aufspalten der einzelnen Konfliktfelder.

    Du hattest als angestrebtes Ideal Amor Fati erwähnt. Die Dinge annehmen, als Herausforderung ansehen. Voraussetzung dafür ist stoische Gelassenheit.

    Die Trinkmenge (Tee/Wasser) war bei mir eine ganze Weile lang ziemlich extrem. Pegelte sich dann wieder ein.

    Spoiler anzeigen

    Tee war mir ca. ab Monat 3 bis vor einer Weile eine gute Hilfe. Habe viele Sorten ausprobiert und zeitweise heftig mit der Menge übertrieben. Eine Zeit lang dachte ich, aha, das ist also meine neue Sucht ... oder eher orale Ersatzbefriedigung… Hat sich inzwischen aber wieder gut einreguliert.

    Also mir kam das 1-2 Monate lang wie gieriges Teesaufen vor (da nehme ich bewusst mal das Wort; nie beim Alk so erlebt). Ich dachte mir, einfach mal 'ne Weile das System richtig gründlich durchspülen... Allgemein habe ich mich in den ersten Monaten wenig gezwungen und vieles einfach laufen lassen.

    Meine "Beschäftigung" mit Tee tat ich sehr bewusst: Als Ausgraben/Vertiefen meines alten Interesses, als Mittel zum Um-/Überschreiben meiner Trinkgewohnheiten durch ein andere Ritual und womöglich zeitweise der Tee als Surrogat (hat sich eingepegelt). Und als eigene Belohnung nach drei Monaten: schöne chinesische und japanische Teeschalen und Zubehör, erinnert mich täglich auf angenehme Art an meine Veränderung.


    Das ist höchst individuell. Daher helfen Vergleiche nicht unbedingt weiter.

    Wo liegt die Grenze … wann ist es zu intensiv, zu lang? Im Zweifel - nach deinem eigenen Gefühl - zum Arzt, der sich auskennt!

    Bei mir waren die ersten drei Monaten ein ziemlicher Achterbahnkurs, danach ausschleichend.
    Anspannung, Ängste, Panik sind bei mir irgendwie unterentwickelt - auch in dieser Zeit war nichts Gravierendes. Dafür die Umkehrung: depressive Stimmung, Antriebslosigkeit bis fast zum Stillstand.

    Ich trank literweise Tee - vorwiegend grünen. Der hat mir gut getan, bis auf eine Überdosis. Kaffee war durchweg - wie üblich - maßvoll (1-2 Tassen ¼ L.).

    Kopfschmerzen habe ich generell fast nie. Auch nichts Auffälliges im ersten halben Jahr der Abstinenz beobachtet. Hier wäre ich am ehesten vorsichtig, vor allem, wenn die sonst nicht vorkommen.

    Kaffee deutlich reduzieren! Putscht zu sehr auf.

    Gut und weiter so! Dranbleiben & durchbeißen. :thumbup: