Beiträge von Oskar

    Dein Beitrag ist an der falschen Stelle gelandet und gehört in deinen Faden. Das wird sicherlich bald ein Mod. verschieben. Daher antworte ich ausnahmsweise hier.

    Hallo Peter,

    gut, dass du dich wieder hier meldest und einen Neuanschluss findest! :thumbup:

    Erzähl doch ein bisschen mehr, was passiert ist. Zuletzt hattest du Anfang Mai geschrieben - da warst du seit Weihnachten also wieder rund vier Monate abstinent. Wie ging es dann weiter? Wie kam es zum Rückfall? Wichtige Fragen für dich selbst …

    Seit wann bist du wieder abstinent?

    Hallo Wanderer,

    ich weiß jetzt nicht, was von dir gewünscht ist. Man kann Inhalte/Richtungen von Austauschen nebst Konflikten auch anonym neutralisieren und zusammenfassen.

    Beim Durchlesen des Fadens mit aktuellem Informationsinhalt lässt sich lediglich erkennen, dass deine Partnerin beim Thema Alkohol zumacht. Weder, wie lange ihr euch kennt, was für eine Beziehung ihr habt, wie sich das Problem entwickelt hat, welche Intensität bei ihr bereits erreicht ist.

    Als Ergebnis und Konsequenz kann daraus die allgemein bekannte Dynamik geschlussfolgert werden, dass nur der Alkoholiker selbst zur Erkenntnis des Problems kommen kann, mitsamt Entscheidung und Weg heraus. Und dass man sich zuallererst selbst schützen muss.

    Für „mehr“ braucht es aber doch ein paar Hintergründe …

    Es ist doch eine tolle Sache, dieses „Etappenziel“ 6 Monate direkt voraus zu sehen!

    Nun verläuft der Prozess sicherlich bei jedem etwas anders. Bei mir begann ab etwa Monat Sieben ein Gefühl von „Ich bin über'n Berg“ einzusetzen, zaghaft noch, und mit innerer Vorsicht, um nicht leichtsinnig zu werden. Das verbesserte sich langsam aber stetig bis zum ersten wirklichen Meilenstein (1 Jahr) – damit ist die Entwicklung aber noch nicht zu Ende!

    Trotzdem gibt es eben auch Momente, die einfach „trübe“ sind, oder Schlimmeres. Und manchmal klopft auch die Sucht direkt oder indirekt an und will … oder es ist einfach nur ein diffuses Gefühl und eine Erinnerung flackert auf: es gäbe da ein „Lösungsmittel“… Das geht schnell vorbei und dafür gibt es die Hausapotheke aka Notfallkoffer? Isser bei dir gepackt?

    Der Gedanke, „es wäre jetzt schön …“ sollte spurlos aus dem Kopf verschwinden. Daran kannst du noch feilen, diese Verknüpfung vollständig auszumerzen.

    Hallo Herzblatt,

    willkommen und gute Gelingen auf deinem abstinenten Weg.

    So wie die Betrachtung „Glas halbvoll oder halbleer“ scheint es es auch mit der Freizeit zu sein. Ich rufe Hurra, je mehr freie Zeit ich habe, denn es gibt so viel Interessantes auf der Welt, was noch zu entdecken und zu verstehen ist. Von ganz klein bis ganz groß – und bei vielem auch völlig unabhängig von verfügbaren Geldmitteln.

    Hast du Neugier oder kannst sie wieder „freilegen“? Vielleicht braucht es auch noch ein bisschen Zeit dafür …

    In den ersten Wochen geht es zuallererst darum, VOLLEN ABSTAND ZUM ALK herzustellen; langsam Stabilität gewinnen, ausruhen, zur inneren Ruhe finden.

    Ganz wichtig: DU TUST ES FÜR DICH ALLEIN. Mache dich dabei von Niemandem abhängig - auch nicht von der Entwicklung bei deinem Freund.

    Hallo Nadine,

    Aktuell ist es das Wichtigste, Abstand vom Alkohol zu bekommen und konsequent zu halten.

    DENKE AN HEUTE, morgen, die nächsten paar Tage. Tag für Tag, Schritt für Schritt.

    Heute lasse ich das erste Glas stehen. „Langzeit“ ist noch ganz weit weg.

    Die ersten Wochen sind am schwierigsten; es wird mit der Zeit immer leichter.

    Neben den Grundbausteinen ist es hilfreich, dass du dir dein ganz eigenes Abwehr- und Alternativprogramm „bastelst“. Was hilft dir am besten, was erfüllt dich …

    Linde66
    17. August 2021 um 11:42

    Was meint ihr? Habt ihr euch vielleicht auch am Anfang der Nüchternheit mal mit was teuren, verrückten belohnt?

    Belohnung finde ich gut und sinnvoll, würde sie aber nicht „überhöhen“, sondern eher als „Goodie“ betrachten. Schwer zu beschreiben. Bei mir war es etwas Einfaches: chinesische/japanische Teeschalen & Kannen, sehr gute Tees. Gleich kombiniert mit dem Gedanken „Trinkersatzstoff“ Tee.

    Meine Haltung zu mir selbst: Belohnung gibts erst nach Zielerreichung. Beim Ausstieg war das nach drei Monaten der Fall, als ich deutlich spürte, jetzt habe ich das Schlimmste überwunden. Davon würde ich den Zeitpunkt abhängig machen.

    Würde mich interessieren!

    Das mache ich am Wochenende in Ruhe.

    Diese feinen Unterscheidungen sind aber für die nächsten Monate gar nicht wesentlich. Vielleicht sollten wir uns darüber besser zum Jahreswechsel hin nochmal austauschen. Dann wird dein Blick viel klarer sein.

    Entscheidend ist jetzt erstmal, rigoros Abstand vom Alkohol zu halten - stofflich wie gedanklich.

    Habe gerade deinen Faden gelesen und mir ist da etwas aufgefallen, worauf ich dich aufmerksam möchte. Es sind nur Begriffe, Worte/Wortbedeutungen - genau einordnen kannst du es nur selbst.

    muss ja schon in der Früh anfangen, gegen den unerträglichen Kater...

    Wäre hier nicht die Bezeichnung Entzugserscheinungen viel angebrachter. Denn der Kater klingt irgendwie verniedlichend.
    Dies, weil du an anderer Stelle schriebst:

    Das nächste Stadium wäre dann Spiegeltrinker mit körperlichen Entzugserscheinungen, die weit über einen Kater hinausgehen, gegen die man trinken muss, damit man den Tag überlebt? Zitternde Hände und so?... Nein Danke, eine Horrorvision!

    Wo ist für dich der Unterschied: Du mit dem "Kater", morgens trinkend vs. einen "echten" Spiegeltrinker? Das Stadium an sich hattest du erreicht. Es sind nur noch Nuancen?!

    Das Zittern und Würgen schleicht sich ein - wieviel Wochen warst du davon noch entfernt? Oder hattest du womöglich das ein oder andere kleine Symptom noch gar nicht wahrgenommen? Ich beschreibe gern ausführlicher, wie sich der Fortgang bei mir gestaltete, will aber jetzt nicht zu lang werden.

    Es ist sehr gut, dass du in der Phase die Bremse reingehauen hast, denn es geht ab da rasant abwärts.

    Trotzdem empfehle ich, diese Unterscheidung zu überdenken. Sie könnte sonst im Rückblick in ein "bei mir war es schlimm, aber noch nicht ganz" münden.

    Hallo Gaarder,

    es ist gut, wenn du deine Triggermomente erkennst und sortierst. Dadurch kann schon vorab das ein oder andere vermieden werden bzw. du bist gedanklich vorbereitet. Aber wie du erkanntest, kommt Suchtdruck auch in Momenten auf, die offenbar nicht zu deinem dir bekannten Muster passen.

    Jedenfalls gut reagiert - raus aus der Situation - umschalten der Gedanken/der Tätigkeit/Umgebung. Und ebenso wichtig: es kann jederzeit unverhofft "einschlagen".

    Bei mir war Alk durchweg mit Wohlfühl-/Belohnungsmomenten, Erzeugen/Steigern guter Stimmung und lange Zeit auch Genuss verbunden. Stress, Frust, Probleme haben mich nie zum Trinken verleitet - im Gegenteil: bei wirklichen Problemen habe ich ganz bewusst Alkohol vermieden. Trotzdem achte ich heute - mit inzwischen viel Abstand - bei beiden "Polungen", ob sich noch etwas in mir rührt.

    Das freut mich für dich! :thumbup:

    Diese melancholischen Momente sollten sich langsam immer weiter abschwächen, leiser werden, irgendwann im Vergessensloch verschwinden. Da könntest du noch dran feilen: deine innere Haltung so hinzubiegen, dass kein Verlustgefühl mehr entsteht. Also nicht durch Abschreckung mittels vergangener schlechter Erlebnisse, sondern durch eine ganz klare innere Position des: Es ist vorbei und es bleibt vorbei.

    Wenn du weiter so geradeaus gehst, wird es immer leichter. Aber weiter Obacht! Gerade in Situationen à la Sonne & Heiterkeit, womöglich mit speziellem Duft in der Luft, alte vertraute Freunde am Tisch, sentimentale Stimmung … da schon vorneweg bedenken und ausloten, ob/wie es "überwältigend" werden könnte.

    Genau mit deiner bisherigen Abstinenzzeit von 7 Monaten hatte ich mich hier erst neu angemeldet - um meine Stabilität weiter abzusichern und zu "verfeinern". Es spricht viel dafür, hier öfter reinzuschauen und am Ball zu bleiben.

    Solchen Situationen - ganz unabhängig vom Alkohol - empfinde ich immer als schwierigen Balanceakt.

    Einerseits ist da die enge, vertraute Freundschaft. Andererseits gibt es eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die ein bestimmtes Innenverhältnis haben und um die Beziehung herum eine Art Grenze - mal sehr ausgeprägt, mal eher durchlässig.

    Bei aller Freundschaft, Vernunft und dem Blick auf eine möglicherweise fatale Entwicklung siegt für mich an einem bestimmten Punkt mein Respekt vor dieser Grenze. Ich kann behutsam und mit Offenheit meine "Wahrheit", Hilfe, Prognose ansprechen - und dann ist es genug. Wie weit ich dabei überhaupt gehe, ist schon in sich sehr heikel. Ab da lasse ich los - auch gedanklich - und bleibe lediglich empfangsbereit.

    Es ist nicht meine Beziehung. Weiteres insistieren empfände ich als übergriffig und Einmischung - und so erkläre ich mir auch die Reaktion der Freundin (neben der Problematik Co-Verhalten).

    In diesem Fall hier: Vielleicht war es für sie - auf lange Sicht - hilfreich. Hoffentlich erkennt sie deine Hilfestellung daran an und kommt wieder auf dich zu.

    Herzlichen Glückwunsch Pantun!

    6 Monate sind doch schon etwas. Da beginnt die Abstinenz langsam stabil zu laufen. Ein Prozess, der sich aber auch über den ersten Jahres-Meilenstein noch fortsetzt. Also immer schön die hoffentlich feste innere Verfasstheit in memoriam. ;)

    Du tust gut daran, "rauschende" Feste zu meiden und den kleinen ruhigen Rahmen zu bevorzugen. Um so besser, wenn dies "organisch", aus deiner eigenen Erkenntnis/Überzeugung heraus, geschieht. Dass hie und da Gedankenblitze an einen Schluck auftauchen, ist normal, dürfte immer seltener werden. Lass sie blitzen und das erste Glas immer stehen.

    Dir und allen Lesern eine wunderbar trockene Sommerzeit!

    Lizzy01 : Damit hat sich meine Frage oben geklärt. Es ist dann (für mich) auch nicht mehr entscheidend, wie sich der "Zustand" nennt.

    Bei Gewalt sehe ich nur eine einzige Lösung: Sofort raus aus der Situation & Sicherheitsabstand. Wäre es gegen mich selbst gerichtet, dann wäre damit das Ende besiegelt. Das beschreibe ich aber nur als meine Haltung dazu. Bei dir ist es nicht konkret erlesbar.

    Meine Fragen zielten darauf ab, ein Gefühl für die Situation zu bekommen. Bisher steht da nur sehr wenig. Das Gros sind Beschreibungen von "Dritten".

    Und es ging mir auch genau darum:

    zu müssen, nicht nur zu wollen

    Auch wenn es so oder so schwierig mit Reden, Überzeugen, möglichem Ausstieg sein dürfte, so ist es ein ganz erheblicher Unterschied, ob Jemand schädlich konsumiert oder voll in die Sucht gefallen ist.

    Die Störung durch den Alkoholkonsum an sich ist eine andere Sache.

    Scheuklappen sind weg und ich realisiere dass mein Mann Alkoholiker ist.

    Hallo Lizzy,

    woran machst du das fest, ist es für dich erkennbar, dass er Alkoholiker ist?

    Der Schwerpunkt des Austauschs im Co-Bereich liegt ja bei dir - in der Selbstfürsorge, Abgrenzung und Selbstschutz. Dennoch wichtig, wovor … wie ist die Situation bei Euch?

    sie ist ausgerastet und hat LAUT geschrien: Niemand will dich hier haben! Zieh aus! Obwohl ich im Mietvertrag stehe und sie nicht. Du bringst die Familie auseinander! Du kommst aus einer zerütteten Familie! Du braucht Therapie! Ich könnte Strafanzeige stellen! Du bist hier der alleinige Fehler!

    Hatte ich beim Lesen falsch verstanden. Dachte, nach "Zieh aus!" und dem folgenden "Obwohl ich …" folgen dann deine Gedanken über diesem Streit.

    Das ist schon harter Tobak und erinnert mich stark an Beschreibungen eines anderen Kollegen hier.

    Von außen schwer zu sagen, ob da Geduld und Zeit hilft … Derartige Vorwürfe bis Bösartigkeiten würde ich nicht akzeptieren und daher nicht lange fackeln (vorausgesetzt, es gibt keine triftigen Gründe).