Ich habe es so verstanden, dass du gegenwärtig runde zwei Monate abstinent bist …
Bei mir waren die ersten ca. drei Monate nach Alkoholstopp (allein, keinerlei Medis) z.T. mühsam, oft düster, oft wechselnde Stimmung, zugespitzte, überscharfe Sinneseindrücke. Dazu zählte auch extreme Müdigkeit, wellenartig. Nach drei Monaten wurde es deutlich besser, kurze Phasen bleierner Müdigkeit blieben jedoch, langsam ausschleichend, bis ca. Monat 6!
Jedoch hatte ich noch nie eine richtige, schwere Depression. Vorstufen davon vermutlich schon, so beginnende Stufe 2 - mittel (Eigendiagnose! Nie in Behandlung). Den Zusammenhang D. + Alk wirst du kennen, ebenso die oft damit zusammenhängende Frage, was zuerst da war … (bei mir tippe ich auf den Alk.)
Obwohl es bei dir eine primäre Depression war/ist, kann die doch durch Alk verstärkt worden sein. Es geht ja um die gleichen Prozesse im Gehirn (Auslösung/Verschärfung Neurotransmitter-Disbalance, Abstumpfung Rezeptoren, Mangel an Botenstoffen). Was zur Frage führt: wenn du mit einem Fachmann darüber sprichst, weiß der von deinen Alkoholismus?
Ich kann dich nur ermuntern, Geduld zu haben und mit aller Kraft an deiner Abstinenz festzuhalten. Es wird besser werden, was diese psychischen Entzugserscheinungen angeht. Die primäre Depression ist separat zu betrachten.