Beiträge von Oskar

    Hallo Lichtknuepfer,

    mein Gefühl beim Lesen in deinem Faden ist: Mehr Ruhe und Gelassenheit täte gut!

    Einfach mal etwas stehen - setzen - wirken lassen. Tiefer Nachdenken, ggf. nochmal lesen. Ggf. drüber schlafen. Dann antworten.

    Wir sind hier nicht auf der Flucht (;) übertrieben! :)) sondern gemächlich aber stetig auf der Langstrecke unterwegs - Schritt für Schritt.

    100 Prozent alles gut kann ja höchstens ein seltener Glücksmoment sein (bei ausgeglichenem Maßstab).

    Ohne Kontrast würde ich doch gar nicht mehr merken, wie gut das Leben sein kann. Ich sehe das Ziel eher in der Schaffung einer Tendenz hin zum Positivem. Also ab 51:49 beginnt es, ok zu werden. Ab 75 ist es ein richtig gutes Leben. Auch durchwachsene Phasen können in ihrem Kontrast "reizvoll" sein.

    Einschleifen heisst für mich auch und gerade: Aushalten jedes - auch des schlechtesten - Moments - ohne Lösungsmittel.

    Moin Absti,

    gut, dass du den unschönen Stress gemeisert hast. Sofort raus aus der Situation. Gedanken dazu auf stumm schalten und andere im Gehirn aktivieren. Bewegen.

    Schwierige Sache. Offene Klärung mit deiner Partnerin versuchen. Überlegen, ob es eine Perspektive gibt/hat. Änderungen, wenn das nix bringt. Könntest du dem ggf. kurzfristig mal für ein paar Tage entfliehen? (Nicht als dauerhafte "Flucht", nur im Fall der Fälle … Kumpel, Pension, FeWo).

    Zum schönen Sonntag … hatte bissl die Luft angehalten … wenn Absti richtig euphorisch wird, dann … Du weißt was ich meine.
    Vor allem an solchen "Kontrast-Schnittpunkten" (Euphorie vs. plötzlicher Konflikt) die innere Warnlampe schon vorher anknipsen.

    Denke an dein Zeitmuster und durchbrich es diesmal mit Bravour. Das gehört richtig eingeschliffen. :thumbup:

    Also rein von dem, was bisher hier geschrieben steht, kann ich kein fundiertes Bild gewinnen.

    Daher würde ich sagen: einfach mal abwarten.
    Und auch den eigenen (falschen/richtigen) Stolz zurückstellen.

    Gründe klar oder unklar? Keinerlei klärendes Gespräch … mir völlig unvorstellbar.

    Einmal hieß es Auszug, später Auszeit gewünscht, dann Trennung.

    Hast sie beim RA gesehen. Ja. Aber was sie da genau gemacht hat: unbekannt. Klar kann man vermuten, Wahrscheinlichkeiten annehmen. Bleibt trotzdem unklar.

    Aber sind wir doch einfach realistisch … nach einem Jahr hat man sich verloren unter solchen Umständen.

    Bei einer langen Beziehung und aktueller Lebensphase plus Lebensumstände wiegt eine Entscheidung sehr schwer. So etwas verwirft man normalerweise nicht leichtfertig (beiderseits betrachtet). Da ist ein (angenommenes!) Jahr überschaubar. Halbiere es mal gedanklich …

    Ergänzung: das soll kein positiv-Denk oder Hoffnung schüren sein. Nur mein neutraler Eindruck

    … Trennung …
    Natürlich liegt da gerade mein absoluter Fokus, aber vielleicht sollten wir es hier nicht so in den Mittelpunkt stellen.

    Völlig klar und hier auch nicht richtig klärbar, wie schon besprochen.

    Ich hatte das Thema nochmal angefasst in Zusammenhang mit deinem Selbstbild in puncto Alk-Wirkung. Weil du es ablehntest, ein Jahr im Büßergewand umherzuwandeln. Darum geht es nicht, auch nicht um eine Art "Selbstzerfleischung".

    Trotzdem denke ich das der Alkohol meine Wahrnehmung beeinträchtigt hat

    Genau darauf wollte ich hinaus. Dass eigene Wahrnehmung lädiert/vernebelt gewesen sein dürfte. Dass es seine Zeit braucht, sich selbst wieder klarer und objektiver wahrzunehmen (bei trotzdem natürlich subjektiver Begrenztheit).

    Noch ein letzter offener Gedanke aus der Serie Mutmaßungen - nur für deinen Hinterkopf und als mentale Absicherung:

    Da die Trennung dein Schockmoment war - vordergründig wegen Alkohol … was wäre, wenn sich herausstellt, dass dieser Trennungsgrund eher nur ein Teilgrund, womöglich sogar Vorwand war. Würde es die Festigkeit deiner Abstinenz beeinflussen?

    Auf deine Anmerkungen gehe ich später noch ein.

    Etwas hat mich gleich zu Beginn verwundert:
    Eine Trennung mit Auszug zu Ostern kommt in unserem Alter bei einer gefestigten Beziehung selten wie der Blitz aus heiterem Himmel. Da gibt es meistens eine lange Vorgeschichte, viele Vorzeichen, Warnungen, Gespräche. Konntest/wolltest du sie sehen oder hast es als nichtig abgetan?

    Andererseits gibt es auch Ausnahmen, wie letztens in meinem Freundeskreis. Plötzlich lernt Frau Jemanden kennen, die Liebe "schlägt voll ein". Die latent vorhandene Unzufriedenheit wird schlagartig spürbar, und es wird geballt und in Expresstempo das ausgeführt, was lange gärte (Trennung radikal). Tiefer Einblick in die Gemengelage war mir nicht möglich, wollte ich auch nicht.

    Also alles ist möglich.

    Dein Trinken, Muster, Zeitverlauf, Menge, Wirkung … kannst du nur selbst einschätzen, welche Auswirkung es auf dich hatte. Bist du wirklich selbstkritisch mit dir, kannst dich selbst ehrlich und schonungslos reflektieren?

    Das ich auch etwas träge nach ein paar Bierchen wurde (…)

    Maximal eine etwas schärfere Art der Formulierung

    Was bedeutet das genau?
    Vor allem: wie kam es beim Gegenüber (Frau, Verwandschaft) an? Der/die eine ist zart besaitet, andere kalt wie … Da gibt es doch eine beeindruckende Bandbreite auch beim Empfänger.

    Ich selbst bin ein sehr in sich ruhender aber offener Mensch. Kann auch mit Schärfe, aber wohlüberlegt, gut dosiert und sehr selten. Diese innere Gelassenheit begann zum Ende hin immer mehr zu bröckeln. Ich wurde durch den Alk manchmal ungehalten und cholerisch. Selten zwar, noch "ohne Aussetzer", aber ich bemerkte die Veränderung.

    Viele Nuancen der Alk-Wirkung wurden mir erst im Rückblick - mit beginnender "echter Trockenheit" - so ab einem halben Jahr Abstinenz - bewusst.

    Ein paar Gedanken/Fragen, die mir noch in den Sinn kamen (teils gleich zu Beginn bei deiner Vorstellung) … womöglich helfen sie beim Nachdenken … folgen in Häppchen …

    Nebenbei bemerkt: Meine eigene Erfahrung war, alles an Analyse/Zerdenken erst mal verschieben. Fokus klar auf Stabilisierung. Aufarbeitung später.

    Ich war allein, trank allein, hörte allein auf. Keine "Schuldfragen", keine "Verfehlungen"; es blieb das Warum und die Rekonstruktion des Hergangs. Mir hilft so etwas enorm für meine eigene Selbsterkenntnis und hat somit positive Auswirkung auf meine Stabilität. Die Meinung dazu im Forum ist unterschiedlich. Manche machen einen dicken Strich drunter und schauen nur nach vorn. Hat auch viel für sich.

    Bei dir lässt sich aufgrund der Situation wohl nicht alles aufschieben. Ggf. auch hier: Differenzierung.

    Mal ein Beitrag "zur Güte".

    Da steht etwas falsch geschrieben, das Missverständnisse erzeugt:

    Angler hätte es in der Hand, dies richtig zu stellen. Ich ermutige dich, das zu tun!

    Schade, dass manchen einfach zu spät im Leben kommt

    Ich hatte den Satz so "interpretiert": Schade, dass manches einfach zu spät im Leben kommt.

    Und verstehe es so, dass Angler es bedauert, dass er diese Einsicht so spät gewann.

    Jeder darf natürlich lesen, was er will, sollte aber doch bei dem bleiben, was da geschrieben steht. Oder nachfragen.


    Eine andere Sache:

    Und deshalb bist Du hier in dieser SHG nicht richtig, sondern in meinen Augen völlig falsch.

    Lieber Kazik,
    so etwas empfinde ich nicht hilfreich, sondern destruktiv. Das lindern auch keine lieben Grüße am Ende.
    Ist nicht dein erster Versuch, sozusagen einen "Kopf zu fordern"… es obliegt glücklicherweise ausschließlich den Admins.

    In der Form habe ich so etwas nicht erlebt. Meine Trennung verlief anders (vor vielen Jahren, meinerseits). Trotzdem kann ich den Schmerz und die halbe Ohnmacht nachvollziehen, ebenso die möglichen Zukunftsbilder. In vollem Maß die Fragen der Perspektive in unserem Alter.

    Detaillierte Gründe der Trennung und Tiefe des Zerwürfnisses sind von außen bisher unklar. Und hier auch nicht richtig objektiv klärbar.

    Jetzt kam die Nachricht das sie vorerst keinen Kontakt mehr möchte, und eine Auszeit braucht.

    Respektiere/akzeptiere es vorerst in vollem Umfang.

    Ob und welche Heilungschancen die Beziehung hat, ist von außen ebenso völlig unklar. Und wahrscheinlich auch im Innenverhältnis. Vielleicht heilt die Zeit plus sicht- und spürbare stabile Veränderungen bei dir. Trotzdem: tue es nur für dich, ohne jede Erwartung.

    Du tickst nach meinem Gefühl ziemlich rational. Das ist/wäre hilfreich. Dann nimm die "Problemfelder" jeweils als gesonderte Schicht auseinander und betrachte sie separat. Zusammenfügen später. Zeithorizont 1 Jahr.

    >> Vorn ist das Licht!

    (Die Puhdys, 1973 - ein Lied meiner frühen Jugend)

    Moin Amun,

    ja, das ist gegenwärtig eine verzwickte Situation bei dir.

    Bei meinem Beitrag #85 an dich hatte ich noch mehr geschrieben, aber dann erst mal weggelassen weil es mir zu viel und zu früh schien:

    Jetzt meine reine Mutmaßung - völlig offen gedacht - nur als hypothetischer Warnhinweis.

    Die Trennung scheint dein Schockmoment gewesen zu sein. Stichwort Tiefpunkt. Daraus folgte Einsicht ff. Gegenwärtig verarbeitest du die Gesamtsituation. Das überlagert, schwächt bis verdrängt mal die Geister der Sucht, mal die Trennungsmisere.

    Wenn der Schock sich abschwächt und die Realität zeitweise stärker "anklopft", könnte die Sucht spürbarer werden. Dagegen wirkt auftretende Euphorie (aber das Gemüt ist in den ersten Wochen äußerst wechselhaft, kann auch in Gegenrichtung).

    Die Realität bleibt so, wird aber immer schärfer wahrgenommen … An solchen "Schnittpunkten" ist besondere Vorsicht geboten.

    Auch um dafür vorzubeugen, die innere Verfasstheit jetzt so stabil wie möglich gestalten - Stichwort Kapitulation.

    Übrigens finde ich, du liest dich gut strukturiert und durchdacht. Zudem ohne IAS-Syndrom.

    nur da vorne kann mein Ziel sein.

    Genau so!

    Soweit es irgendwie geht: Die Trennung von deiner Abstinenz gedanklich vollkommen separieren.

    Das freut mich für dich! :thumbup:

    In Abwandlung eines alten Werbespruchs:
    Drei Dinge braucht der Mann: Trockenheit, gute Laune und immer etwas Neugier im Kopf.

    Ich nannte/nenne das bei mir nicht Geocaching, weil es diese Bezeichnung früher gar nicht gab. Aber die Neugier - ohne jedes cache - auf alte Gemäuer, Wüstungen, Burgen, Bunker, Bergwerke, aufgegebene Industrieanlagen - nennt sich heute "Lost Places" - hat mich schon immer ziemlich gejuckt. Dahinter stecken Geschichten und Geschichte zum dazu lernen und staunen. Ideal für das Gehirn in Umbau ohne Alkbenebelung.

    Hallo Berry,

    jetzt hast du erstmal den Entzug vom Alkohol hinter dir. Gut so und weiter geradeaus!

    In den ersten Monaten habe ich mich voll darauf konzentriert, Abstand vom Alk zu halten. Wichtig ist es, die aufkommende Leere mit etwas Sinnvollem zu füllen, das dir Spaß macht. Andere Gewohnheiten, neue "Rituale" einführen - gewisse Veränderungen im Ablauf immer wieder tun, bis sie sich einschleifen.

    Ob das Gewicht jetzt hoch oder runter, die Gesichtshaut so oder so … da habe ich nicht groß drauf geachtet. Weil es in der ersten Zeit eh oft auf und ab geht - wie in Wellen - mit der Stimmung wie mit dem Körper.

    Es ist ein längerer Umstellungsprozess, also Geduld, Tag für Tag und das Kalorienzählen für später aufheben. Viel Trinken.

    Ich weiß nicht genau, ob ich jetzt gemeint war.

    Denn dann könnte schnell die Nachfrage kommen: "Wie, ich denk, du trinkst nicht mehr?"

    Diese Art der Absicherung ist nicht meine.

    Natürlich "unterstützt" es womöglich ein bisschen, wenn die anderen wissen, dass ich dauerhaft abstinent lebe und warum. Aber das ist keine Garantie dafür, dass sie immer daran denken oder gar, dass sie mir den Arm festhalten würden, wenn ich zum Glas greifen würde. Ich verlasse mich da ausschließlich auf mich selbst. Meine innere Verfasstheit ist entscheidend.

    Was die Offenheit tut, ist mir meine Gelassenheit zu erhalten. Ich muss nicht irgendwelche Notlügen oder Vorwände erfinden - viel zu anstrengend. Gerade heraus, ohne Maske, und fertig.

    Im Übrigen ist vielen "der Anderen" doch gar nicht der Mechanismus der Sucht bewusst und sie wollen das meist auch gar nicht so genau wissen. Dazu kommen die Klischee-Bilder und vergleichendes "bei dir war es doch gar nicht so schlimm". Sie haben es ja nicht erlebt, weil ich allein trank.

    Ihnen wäre lieber, ich trinke mit, das lese ich hier oft. Die Leute fühlen sich sonst unwohl und beobachtet.

    Weißt du es von ihnen? Oder hast du die Forenmeinung übernommen und stülpst sie deinen Freunden gedanklich einfach über?

    Für mich besteht die ganz einfache Lösung darin, offen mit denen zu reden, die mir nah sind. Das tat ich weitgehend auch, als ich noch trank. (Wieder nichtzutreffendes Klischee: alle lügen/verheimlichen/verstecken doch …). Nein, ich sprach darüber.

    Alk gibt es bei mir zu Hause nicht, für niemanden. Das ist ein Tabu, das ich erst später in mein neues Denken integrierte. Im ersten halben Jahr Absinenz hatte ich noch die Vorstellung, später könnte ich dabei Ausnahmen machen, wenn die Gäste ihr Zeug mitbringen, danach wieder mitnehmen). Fand nicht statt und will ich nicht mehr.

    Offenheit heist für mich: Klar und deutlich NEIN DANKE. Bei Nachfrage - Erläuterung individuell je nach Nähe. Das Wort Alkoholiker verwende ich nur hier im Forum.

    Ja, richtig: Craving ist EIN Symptom unter mehreren. Das war unklar formuliert.

    Die Aufmerksamkeit für psychische Entzugserscheinungen ist hier doch gegeben!

    Die ganze Entzugs-/Entwöhnungsthematik sehe ich ähnlich wie bei der Kybernetik: ein hochkomplexes Steuersystem muss sich in weiten Teilen neu kalibrieren. Es kommt zu Wechselwirkungen, Rückkopplungen, Feinjustierungen. Es gibt Über- wie Untersteuerung - zu Anfang eben heftig (körperliche Entzugserscheinungen), dann immer feiner, leiser … bis sich mit der Zeit eine neue ausgewogene Balance herstellt.

    Dies betrifft vordergründig und länger das Gehirn (Neurotransmitter, Synapsen, Volumen). Aber ebenso regeneriert alles im Körper mitsamt Haut und Haaren und meldet zurück - wieder mit verbundenen Feinjustierungen. Die Leber z.B. braucht einige Monate bis zu einem Jahr (und hat sogar ihren eigenen kleinen Speicher für Gifterkennung).

    Besonders spannend ist die Veränderung im Gehirn und seinen einzelnen Arealen - Stichwort >> Neuroplastizität.

    Ich habe nur ein Gehirn. Manche haben noch ein Suchthirn. Jetzt kommst du mit deinem sozialen Hirn. Spannend. (Und ein Spaß. Jeder hat nur eins. Oder?)

    PAWS (Post-Acute Withdrawal Syndrome) (…) Ich konnte bisher hier im Forum dazu nichts finden.

    Doch, ich hatte das mal kurz mit einem Neuankömmling letzten Herbst.

    PAWS ist ein Begriff aus dem anglophilen Raum. In neueren deutschen Publikationen wird er inzwischen manchmal verwendet, wahrscheinlich weil Anglismen chic sind. :mrgreen:

    Letztlich meint er das, was in Deutsch als >> Psychische Entzugserscheinungen beschrieben werden (die ja durchaus ein halbes Jahr oder länger anhalten können! s. meine Anmerkung zum Gehirn). Möglicherweise fasst PAWS dies noch etwas weiter und schließt auch länger dauernde Folge-"Komplikationen" mit ein (z.B. eine ausgelöste Psychose (bei Mehrfachabhängigkeit), Panik-, Angststörungen).

    Craving meint etwas anderes: Suchtdruck und damit zusammenhängende Gefühle/Gedanken/Zustände.