Beiträge von Oskar

    Hallo R/no

    ich schreibe Dir das mal frei von der Leber weg, weil ich es bereits mehrmals bei Dir las... (aber mit dem Phänomen biste nicht allein).

    ich denke das es schon viele wissen

    Es ist DEINE Annahme. Du kannst es nicht wissen! Höchstens vermuten, ahnen...

    So ist das auch mit Deinem Kumpel!

    Ich achte sehr, sehr genau auf mein Bauchgefühl und liege damit oft auch richtig. Trotzdem bleibt es nur meine Annahme - ein Gefühl, kein Wissen.

    Wenn mir jemand so wichtig wäre, wie der schon oft genannte MDF, dann würde ICH eben nicht nur auf mein Bauchgefühl hören sondern entweder:
    Der Sache auf den Grund gehen - durch ein Gespräch und das klärende Reden über das "Problem".
    Oder aber:
    Wenn alle "Indizien" meine Annahme untermauern - würde einen fetten Haken unter die Sache machen - und dann aber nicht mehr drüber grübeln.

    Hallo Michl,

    habe leider keine Erfahrung bzgl. Therapien. Gleich mit offenen Karten / Ehrlichkeit -- wäre mein Ding - nach Bauchgefühl und Charakter.

    ABER:
    Arbeits- und Sozialrecht sollteste beachten wg. reinen Formalismen bei innerbetrieblichen Entscheidungen. Und dann kommts auch auf die Firma, Klima, Größe an.

    Falls Du hier keine fundierte Meinung bekommst > Beratung/Spezialisten fragen.

    Hallo minzchen,

    Deine kleinen Rück- und Ausblicke (T. 5 & 7) haben mir gefallen. Das ist hilfreich für Dich, kannst Du ja noch ein wenig inhaltlich füllen für Deine eigene Analyse.

    Ich möchte meinem Leben einen neuen Sinn geben.

    Das ist Dein Ziel und Du hast Dich bereits auf den Weg gemacht!

    Vor den "großen Plänen" schau erstmal nur konzentriert nach vorn mit dem Ziel, Abstand vom Alk zu gewinnen - vor allem im Kopf. Keine Ahnung, wie der Verlauf bei der Kombination mit Tabletten aussieht - aber Du hast ja die Fachleute greifbar - frag sie - speziell auch wg. Schlafstörungen!

    Wichtig in den ersten Wochen ist es, zur Ruhe zu kommen, zu regenerieren und - ganz besonders wichtig - die aufkommende Leere zu füllen. Und hier scheint es mir nach Deiner Beschreibung (konkret Deinen Befürchtungen) wichtig, ein wenig zu überlegen und zu planen.

    Zum Glück habe ich Hobbies (...) Aber einen ganzen Tag werde ich damit nicht füllen können. Meine Freunde werden mich unterstützen, die sind aber alle noch beruflich sehr eingespannt. Ich habe also Sorge, dass ich vor Leere Langeweile und Einsamkeit rückfällig werden könnte. Das waren mit die Hauptgründe für meinen Konsum, neben meiner Schlafprobleme, die auch schlimm waren.

    Habt ihr hier Erfahrungswerte und Tipps?

    Man kann jetzt überlegen, ob das Glas halb voll oder halb leer ist ... alkoholfrei natürlich.

    Hobbies sind vorhanden - kann man vertiefen, erweitern, sich austauschen, ähnliches einbeziehen. Hobbies gibt es - heisst für mich, da ist jemand interessiert und kann sich für Weiteres auch noch interessieren. Die Welt ist voller Wunder ... von ganz klein bis ganz groß - ausreichend für mehrere Leben!!

    Freunde sind da - das Wertvollste!

    Mittels der Hobbies gibt es ggf. neue Anknüpfungspunkte zu neuen Bekannten. Tier ist auch da! - dto.

    Mann? Oder ähnliches ... Könnte eventuell ... (später)

    Du lebst allein - ist es Dir angenehm oder empfindest Du dabei Einsamkeit? Kannst Du Stille genießen?

    "Unser Haus ist alkoholfrei" - führt dazu, dass

    Wobei ich immer auch einkalkulieren würde, dass es eine neue und ungewohnte Situation für beide Seiten ist. Es ist nicht nur der ungewohnte Fakt, dass nix promilliges auf den Tisch kommt. Es könnte durchaus auch sein, dass die Gastgeberin in ihrem Wesen leicht verändert auftritt.

    Das ist jetzt nur meine Unkerei ... aber ich bedenke das zumindest bei meinen Freund-/Bekannt-schaften bzw. spreche das auch gezielt an. Es ist ja ein zunächst einseitiger Veränderungsprozess und die Dinge dürfen sich durchaus auch gemächlich zurecht schaukeln. Das betrachte ich mit Geduld.

    Manche Art Zusammenkunft hatte bei mir bereits in der Vergangenheit stark an Bedeutung verloren uns kam nur noch selten vor - z.B. Kneipenabende. Einmal noch hatte ich es testweise nach rund 4 Monaten Abstinenz mit meinen beiden ältesten Freunden ausprobiert - bis zum Stühle hochstellen (die Jungs waren aber voll im Bilde und ich wäre jederzeit gegangen, wenn es mir zuviel geworden wäre). Anschließend als entbehrlich abgehakt. Die Art der Lokalität ist gemeint, nicht jedoch das Treffen mit diesen Freunden! Da müssen andere Varianten gefunden werden oder ggf. akzeptable Kompromisse.

    Letzter Gedanke: Manche "Treffen" (beruflich) habe ich meinerseits eher ausgehalten/mitgemacht weil es Pflichttermine waren oder es sehr angeraten war, dabei zu sein (je später der Abend um so besser die Infos...). Da hatte ich schon damals oft den Gedanken, so manchen Termin habe ich mir geradezu etwas "schöntrinken" müssen. Diese berufliche Rollenerwartung ist weggefallen. In gewisser Weise gibt es solche Rollenerwartung aber auch bei privaten "Pflichttreffen" - und das könnte auch ein Grund für Absagen sein...

    Bibitor, salve in nostro circulo!

    Der sehr treffenden Nick und Deine ersten Beiträge lesen sich für mich wie gut durchdachte Planung & Durchführung.
    Wie bist Du auf dieses alte und seltene Wort gekommen?

    Nach einem ersten abstinenten Vierteljahr ist eine gewisse Stabilisierung erreicht. Ob noch unter (Rest)Euphorie oder bereits durchgehender Ausgeglichenheit - das kannst nur Du selbst richtig abschätzen. Bei mir begann etwa ab da eine sehr vorsichtige Zuversichtlichkeit, die sich bis zum nächsten Etappenziel ½ Jahr spürbar verfestigte.

    Was ich früher mal von den AA mitnahm, war das Tag für Tag/nur für heute/für 24 Stunden ... das erste Glas stehen zu lassen. Das wichtigste Wort hier aus dem Forum war und ist das Wort RESPEKT - vor der Sucht/vor dem Alkohol. Das lege ich Dir ganz besonders für die nächsten Monate nah - im Sinne des Beitrags von Carl Friedrich .

    Hallo tired,

    habe ein paar Tage gezögert mit meinem Beitrag...

    Meine persönliche Haltung zum Thema Gewalt -- unabhängig, ob durch Alkoholismus oder Affekt ausgelöst!

    Wenn in meiner Beziehung eine Übergriffigkeit passieren würde, wie diese hier:

    Vor drei Monaten hat er mich im Streit am Hals gepackt

    dann würde ich es mit einem ernsten Gespräch und einer eindeutigen Warnung quittieren, dass ich so etwas nie wieder dulde.

    Wenn es dann weiter ginge wie hier:

    Vor Kurzem kam es wieder zu einer Eskalation nach Alkohol, bei der er mir ins Gesicht geschlagen hat.

    dann wäre -- völlig egal ob mit oder ohne Alk - an dem Punkt der Ofen aus. Endgültig. Unwiderruflich!

    Ich habe so etwas in einer Beziehung noch nicht erlebt. Vorstufen davon in Form emotionaler Gewalt jedoch sehr wohl. Dabei bin ich viel zu lange geduldig geblieben und habe mir eine Klärung, ggf. auch ein kraftvolles Machtwort verkniffen. Als sich bei mir genug aufgestaut hatte, habe ich mich getrennt.

    Bei körperlicher Gewalt gäbe es für mich nach einmaliger Verwarnung kein Pardon. Es blieben lediglich kühle praktische Erwägungen, wie ich eine sofortige Trennung herbeiführen könnte.


    Dieser Bereich ist nicht meine Baustelle - schreibe daher nur sehr selten, und nur, wenn es allgemein um Beziehung, Kennenlernen, etc. geht. Ich bin trockener Alkoholiker, habe aber keinerlei Erfahrung mit Co-Abhängiger an der Seite. Habe alleine getrunken, friedlich, nie jemanden belästigt, keine Vorfälle/Entgleisungen, vor allem niemals Aggression und schon gar keine Gewalt.

    Eine Frage allgemein: Habe heute Nacht so viel gelesen über Euphorie, Glücksgefühle usw. in der Anfangszeit der Abstinenz. Davon verspüre ich nix, eher das Gefühl, dass es mir zunehmend schlechter geht.

    Hallo Scarlett,

    als ich mich hier im Forum anmeldete, war ich bereits knapp 7 Monate abstinent. Dann, beim ersten Lesen hier, war ich verwundert, hatte den *Eindruck*, die Euphorie sei quasi "Standard" in der Anfangszeit der Abstinenz...

    Bei mir war das absolut nicht so! Die ersten drei Monate waren stimmungsmäßig eine Berg- und Talfahrt, wobei die tiefen Täler überwogen, ja auch Höhlen vorkamen -- jedenfalls ziemlich grenzwertig; habe mich da einfach durchgebissen und es ertragen. (Ich denke, keine Depression im Leben gehabt zu haben, sicherlich aber depressive Episoden. Jedoch ohne jede Behandlung.)

    Da Du in Behandlung bist, kannst Du diese Fragen ja bei Fachleuten loswerden. Außerdem ist es noch der Anfang. Es ändert (tendenziell bessert) sich von Tag zu Tag.


    Ich hatte mich wegen meiner abweichenden Erfahrung eingehender informiert und folgendes in Erfahrung gebracht:

    Die Euphorie in der frühen Abstinenz ("Pink Cloud" -- intensive Hochstimmung, sich befreit, energiegeladen, optimistisch fühlen, weil Alkohol nicht mehr die Wahrnehmung dämpft) ist kein universelles Phänomen.

    Ich las, dass ca. 50–70 % der Abstinenten eine Euphoriephase erleben, aber Intensität/Dauer stark variieren. Faktoren wie Persönlichkeit, Konsummuster (+ Dauer/Menge), psychische Gesundheit und Lebensumstände spielen eine Rolle.

    Das Alter scheint mir auch nicht unwichtig. Ich bin 60+ - und wenn ich meinen Ausstieg mit früheren Trinkpausen vergleiche, dann fallen mir erhebliche Unterschiede auf - also früher hatte ich Euphorie sehr wohl intensiv erlebt. Annehmen würde ich bei mir auch, dass zudem die erheblich gesteigerte Alk-Menge zum Ende hin ihren Preis hatte - sich auswirkte als längerer Prozess der Regeneration/Neukalibrierung vor allem im Gehirn.

    Meine eigene Erfahrung:

    Ich sehe es bei mir für die ersten Monate ganz klar als Kombination aus Kapitulation und Willen an, und zwar einem eisernen und ganz entschiedenen Willen in der ersten Zeit der Abstinenz. Bei mir hatte sich zwar bereits in der Endphase des Trinkens - ca. ¾ Jahr - wo es aus meiner Sicht völlig in den Abgrund zu Kippen drohte, langsam die Einsicht in die eigene Machtlosigkeit (hin zur Kapitulation) entwickelt. Die Kapitulation fand zwar gefühlt gleichzeitig mit dem Alkoholstopp statt, aber es brauchte 2-3 Monate, bis ich sie in meinem Kopf tiefer verinnerlichte. Ohne festen Willen hätte ich speziell die ersten beiden abstinenten Monate nicht hinbekommen - denn da war die innere Kapitulation noch gar nicht in vollem Umfang "wirksam".

    Erst mit der Zeit - nach ca. drei Monaten - empfand ich diesen "Klick" oder wie immer man es nennen mag, wo es "plötzlich" leichter wurde und die Willensanspannung nachließ. Ab da war und blieb es leichter und dann kam/kommt der zunehmende Abstand vom Alk hinzu, der die Abstinenz insgesamt "leicht" erscheinen lässt und ja auch ist. Plus natürlich die erfolgten Veränderungen des Umfelds, mancher Gewohnheit etc.

    Hallo Paul,

    so schnell vergeht die Zeit. Ich erinnere mich noch an deinen "Tagungsritt" in der ersten Woche und meine leichte Skepsis beim Lesen...

    Gratuliere! Gut gemacht und nun ganz in Ruhe weiter Richtung trockener Feinschliff schreiten. Es wird immer normaler aber ich finde auch immer innerlich entspannter.

    Nur nie den Respekt vergessen und übermütig werden...

    Ich kann das durchaus nachvollziehen, bin auch Typ Einzelkämpfer. Mein Entzug war aus meiner Sicht auch langwierig - aber nach rund 3 Monaten waren die Symptome im Wesentlichen verschwunden; bis auf kurze Wellen urplötzlicher bleierner Müdigkeit, das ging nach 5-6 Monaten zu Ende. Trotzdem oder gerade weil es bei Dir scheinbar noch akut ist, rate ich Dir echt dringend zum Arztbesuch! Blutwerte, Vitaminmangel, Schilddrüse,... wer weiß, was es ist, ob es komplett mit der Sucht zu tun hat. Der zweite Grund ist, dass da noch die Wirkung der anderen Substanz rein spielt. DAS würde ich keinesfalls unterschätzen - und da wird dir die KI dasselbe sagen, wette ich.

    Und vergiss jegliche Scham in dem Zusammenhang! Du bist schon länger trocken/abstinent - da wird jeder Arzt Hochachtung vor haben!

    (Ich habe nur mit Alk und Nikotin Erfahrung; die DDR war sonst nahezu Suchtmittelfrei und danach war ich alt genug, um gleich gänzlich die Finger davon zu lassen.)

    Hallo Michl,

    die SHG hast Du ja hier bei uns - nahezu rund um die Uhr!

    Lokale Gruppen findest Du auch mittels einer kurzen Internetrecherche in deren Zentralen heraus (bei den großen).

    Was/warum/wozu muss ein Psychiater für eine SHG-Teilnahme eine Bestätigung geben?

    Oh, neuer Name, dachte erst, werissndas? ... und auch noch hübsch renoviert, obwohl jetzt Herbst und kein Frühjahr... :thumbup:

    In der ersten Zeit habe ich es einfach laufen lassen, d.h. wenn ich irgendwelche "Ersatzgelüste" hatte, dann tat ich mir erstmal keinen Zwang an. Bei mir war es Tee exzessiv. Das hat sich wieder gut eingepegelt, die Liebe zum Tee ist geblieben (war aber schon seit meiner Jugend da). Schokolade, Kuchen ... ja auch - und 'ne Weile lang überhaupt kein Problem, zumal durch den Wegfall der Alk-Kalorien eine große Lücke entsteht, die man nicht unbedingt völlig leer lassen muss. Das regelte sich mit der Zeit gut ein. Nur aufpassen, dass sich nichts Neues als massive Tendenz (Suchtverlagerung) aufbaut. Dazu würde ich auch Sport zählen, der zu exzessiv betrieben nach einer Weile zu einem Übertraining/Ausbrennen führen könnte und dann wäre da plötzlich eine Art schwarzes Loch und damit Gefahr im Verzug. Online-Aktivitäten würde ich auch sehr gut beobachten.

    Risiken habe ich in den ersten drei Monaten streng gemieden, nahezu vollkommen. Danach, mit gefühlt bessernder Stabilität, habe ich das ein oder andere ausprobiert - sehr bedacht und immer mit Rückzugsmöglichkeit. Meine wirklichen Freunde sind mir wichtig. Uns verbindet viel und Alk war ohne Zweifel bei manchen Verbindungen präsent aber selten bis nie dominierend. Da versuchte/versuche ich, neue Wege/Varianten für Aktivitäten zu finden, bei denen Alk "automatisch" wegfällt oder zumindest nebensächlich bleibt. Und bei allen, die ich Freunde nenne, gehe ich vollkommen offen mit meiner Abstinenz und dem Thema Alkoholismus um.

    PAWS = Psychische Entzugserscheinungen.
    Das ist nichts Neues und wird ausführlich auch in jedem ordentlichen Buch über Alkoholismus/Sucht in Zusammenhang mit Entzug/Entgiftung ausführlich beschrieben. (Womit ich nichts gegen KI sagen wollte.)

    Zu diesen Erscheinungen würde ich auch die hübsche Euphorie zählen, die zwar positiv gefühlt wird, aber ja auch denselben Zusammenhang hat (Neuordnung/Kalibrierung im Gehirn nach Wegfall des Gifts).
    Bei meinem Ausstieg hatte sich Euphorie nahezu völlig versteckt und konnte mich daher weder mitreißen noch verführen und damit leichtsinnig werden lassen.

    Maxi7450 : Welche dieser Erscheinungen tauchen bei dir nach 5 Monaten (bzw. 10 - Cannabis) noch auf und belasten dich?

    Wir sind hier im Vorstellungsbereich und da soll es möglichst zackig um die Anmeldung gehen.
    Dazu braucht es einen Moderator. Für unser "Spezialgebiet" sehe ich, ist in Moment keiner da - kann also vielleicht auch erst morgen früh/Vormittag passieren.

    Daher schlage ich vor, den Erfahrungsaustausch auf morgen/die nächsten Tage zu verschieben.
    In den erwähnten Grundbausteinen findest Du den Kern an Ideen - aber dazu gibts schon noch einiges mehr zu bereden.
    Für heute sage ich Dir Gute Nacht & noch ein wenig Geduld.

    Das sind klare Worte.
    Die sind - in Gedanken umgesetzt - wichtig, um sich dieses Ziel fest zu verinnerlichen und den trockenen Weg immer stabiler zu gehen.

    Ich bin auch noch gar nicht so lange hier, war da im April ca. 7 Monate abstinent, als ich mich hier anmeldete. Mir half und hilft unser Forum dabei, mögliche Risiken zu erkennen und zu vermeiden. Inzwischen fühlt sich meine Abstinenz richtig gut und stabil an und ich bin zufrieden - aber immer auch mit Respekt vor der Sucht und vor dem Alkohol.