Beiträge von Oskar

    Natürlich, das wäre ja die Basis für einen Austausch. Neben deinen Empfindungen und Reaktionen, die im Vordergrund stehen sollten.

    Ob dein Partner Alkoholiker ist, kann er nur selbst einschätzen. Von außen kann man vermuten, jedoch nicht mehr.

    Jeder Mensch ist einzigartig und individuell. So auch die Verhaltensweisen. Trotzdem scheinen sie bei einem Alkoholiker doch irgendwie gleich zu sein.

    Teil 1: sehe ich ebenso.

    Teil 2: Es gibt ohne Zweifel bestimmte Muster in Verhalten wie auch in Persönlichkeits-"Profilen" (verschiedene!). Und doch bin ich skeptisch bei irgendwelchen Gleichheiten.

    (Ich bin trockener Alkoholiker und finde mich in den allermeisten gängigen Eigenschafts-Zuschreibungen hier nicht wieder.)

    Tee war ja nur ein Beispiel und eigene Erfahrung, weil ich den seit meiner Jugend gern trank und wieder daran anknüpfte.
    Auch mein Mittel "Genussumleitung"/Teeritual war nur als Anregung gedacht. Ich tat das instinktiv (ohne äußere Vorlage, Buch o.ä.); bewusster, dann richtig planmäßig und intensiv, erst nach 2-3 Monaten Abstinenz.

    Am Wichtigsten ist es, radikal Abstand zum Alkohol zu schaffen. Im Kopf, im Umfeld, im Umgang "draußen".

    Wie geht es dir denn jetzt nach dem Entzug?

    Ich empfand es als die schwierigste, wackeligste Phase …

    Guten Morgen Absti,

    formen wir doch mal die "nicht mal" in bald schon drei Monate (!) um, und gleich kommt ein Sonnenstrahl durch den Dunst!

    Zur Intensität der Sucht wie auch zu diesem extra Suchthirn habe ich meine eigenen Gedanken, werde sie hier aber nicht weiter ausbreiten.

    Jedenfalls verstehe ich, dass bei sehr hoher Intensität von Suchtdruck auch viel Wille erforderlich ist, und dass dies auch wie Kampf anmutet und ist.

    Ziel ist es, durch die gedankliche "Kapitulation" vor dem Alk zu einer Art völliger Gleichgültigkeit ihm gegenüber zu kommen. Bei dem einen geht es schneller oder tritt sofort ein; ist die Sucht extrem ausgeprägt, dauert es womöglich länger. Also geht es nur mit Geduld und Zähigkeit. Da bist du dran, und es wird besser … die Zeit arbeitet für dich!

    Hallo Toscanelli,

    herzlich willkommen!

    Und Respekt, dass du den Schritt gemacht hast und jetzt wirklich hier „drin“ bist.

    Deine Vorstellung hat mich direkt durch das Wein-Abteil angesprochen. Den trank ich auch jahrelang mit richtig viel Genuss – immer mit dem Gefühl, es sei ja "nur" Wein und kontrollierbar. Obwohl ich mich schon früh ausgiebig über Alkoholismus informiert hatte, ging es munter weiter. Mir war klar, dass ich mit dem Feuer spielte, aber ich hatte selektiv überlesen (oder überhört), dass die Sucht sich einschleicht – ohne klare Grenzlinien zwischen riskant, Missbrauch und "richtigem" Alkoholismus. Sie nimmt schon in den leichteren Formen leise Einfluss, ihr Griff wird immer fester …

    Du hast Konditionierung erwähnt – genau da hatte ich bei mir angesetzt. Neben radikalem Abstand und veränderten Gewohnheiten war es für mich zentral, den Genuss umzuleiten. Bei mir wurde daraus Tee und eine kleine Teezeremonie – das hat das abendliche Ritual ersetzt und mir geholfen, den Automatismus zu durchbrechen.

    Ich bin gespannt, welchen Weg du für dich findest.

    Freut mich sehr, dass du da bist.

    Unsere Runde ist Alkoholfrei, sonst wäre ich nicht mit dabei

    Da es von dir schon mehrfach in ähnlicher Art wiederholt wurde, wäre es sinnvoll, wenn es mit dabei stünde. Kombiniert mit Worten der Entrüstung entsteht sonst eben ein falscher Eindruck.


    Apropos … ich habe, wenn ich dich lese, fast von Beginn an immer wieder den Eindruck, es schreiben hier "zwei unterschiedliche" Abstinenzler. No.1 ist empört, echauffiert und wütend auf Alk. No.2. ausgeglichen, ruhig, fast sanft im Vergleich. Wie zwei Gemütszustände mit extrem viel Kontrast.

    Das ist nur mein Gesamteindruck/gefühl; ohne nochmal konkret nachzulesen oder Zitatschnipsel aneinander reihen zu wollen. Nur als Spiegelung.

    Es ging lediglich um einen Eindruck. Ob es Dir etwas bringt, du dich wohl fühlst. Kannst du letztlich auch erst nach mehreren Treffen einschätzen, bisschen Geduld sollte man haben.

    Beziehung & Alk - keine echte Erfahrung. In meiner langen Beziehung war noch nichts Relevantes; die habe ich selbst beendet. Kürzere Folgebeziehungen ebenso ziemlich unbeeinträchtigt. Bei der richtigen Eskalation, ebenso beim Ausstieg, war ich allein.

    Bei partnerschaftlichen Zerwürfnissen ist es doch so: wenn es noch kittbar ist, zählen nicht Worte, sondern Taten. Und hier keine "Einzeltat" sondern ein kontinuierlicher Veränderungsprozess. Je nachdem was du auf dem Kerbholz hast und wie tolerant sie (noch) ist, wird es sich entwickeln … wenn sich der Umgang verbessert, ist das doch schon mal ein gutes Zeichen.

    Ganz entscheidend ist, dass du das zuallererst für dich tust!!! und nicht, um zu überzeugen oder etwas zu beweisen.

    Eine andere Sache ist, dass du dich beim Trockenwerden veränderst. Du hast das doch alles schon erlebt (wobei nicht lesbar ist, wie lang du zwischendurch abstinent warst). Jedenfalls bist du nach 1-2 Jahren Abstinenz nicht mehr "der alte" KE oder SAM. Das kann die Balance erheblich verändern - aber das ist noch Zukunftsmusik.

    Hallo Karo,

    wie ist es denn gelaufen bei deiner realen SHG?

    Und rein rhetorisch - nur zum Nachdenken: gehst du da für dich hin oder für deine Frau (um sie zu überzeugen, dass …)

    Die teilweise etwas brutal anmutende Ehrlichkeit ist sicherlich der Anonymität geschuldet aber durchaus hilfreich.

    Ich sehe die Gründe nicht/nur minimal in der Anonymität.

    Es ist der recht streng anmutende Fokus auf die Sucht selbst. Bereinigt von Dingen, die für den Prozess der Trocknung nebensächlich sind und nur ablenken. So, wie einem die rigide Risikominimierung zu Beginn vorkommen könnte, wie harte Grundausbildung nebst Isolation in einer Kaserne, oder wie im Kloster - es geht nur um die Strenge. Dazu, dass in der ersten Zeit nach Alkoholstopp das eigene Gemüt Kapriolen schlägt; ich war überempfindlich, die Sinne plötzlich "überscharf", schnell reizbar, Urteile ins Extrem gehend.

    Das alles ist recht fordernd; viel lieber hätte man doch ein Trost-Wattebällchen …

    Ich habe mich hier erst nach knapp 7 Monaten Abstinenz angemeldet. Da ist mir auch einiges aufgestoßen/aufgefallen, aber ich konnte es bereits recht entspannt einsortieren. Und ich hatte das Vorgehen aus mir heraus selbst - instinktiv - ziemlich genauso praktiziert - fand mich also bestätigt.

    Je größer der gedankliche Abstand zum Alk bei mir, um so sinnvoller empfinde ich die Vorgehensweise.

    Hallo Varu,

    Ein herzliches Willkommen auch von mir!

    Unsere SHG ist ein sehr hilfreicher "Rahmen", um trocken zu werden und vor allem, auch zu bleiben. Langfristig gesehen, sich immer wieder selbst zu sensiblisieren. Manche Feinheiten erscheinen mir wichtig, schließlich denken wir ja mit den Worten. Eine davon:

    Ich bin die neue Varu, ihr sollt mich bitte erinnern, wenn ich es mal zu vergessen drohe.

    Ohne Zweifel wirst du den Forums-Gegenwind spüren, wenn du in die falsche Richtung zu laufen scheinst. Sofern du selbst aktiv über deinen Trocknungsverlauf schreibst.

    Bei mir ist der Sinn dieses Satz, besser, meine Haltung zum Forum, so gestaltet:

    Ich will mich mit Hilfe des Forums daran erinnern, wie ich mein abstinentes Leben optimal stabil gestalten kann. Meinen Weg gehe ich allein.

    Ich nutze die Möglichkeiten hier, nehme, was mir nützlich erscheint; gebe, wenn ich kann und es hilfreich/sinnvoll erscheint.

    Als erstes ein aufmunternder Zuspruch zum ersten erfolgreichen Monat Abstinenz!

    Du hast ja schon einige Erfahrung mit Ausstiegen (und leider auch mit Scheitern). Insofern ist gutes Rüstzeug vorhanden, bestimmte Dinge diesmal zu vermeiden und den Ausstieg dauerhaft erfolgreich hinzubekommen.

    Ich fand das erste Vierteljahr am härtesten, danach wurde es spürbar einfacher. Damit meine ich nicht Suchtdruck. Ein wenig kreisende Gedanken waren vorhanden, am meisten zerrte aber mein düsterer Gemütszustand an mir, der manchmal ein wackeliges Gefühl erzeugte. Euphorie habe ich nahezu nie verspürt!

    Und dann war da diese Leere, die fast schlagartig und sehr deutlich spürbar einsetzte. Die ist unbedingt zu füllen! Das weißt du sicherlich. Nur wie und womit … finde deinen eigenen Weg und Inhalte. Am beste, ein altes Hobby, alte Interessen wiederzubeleben, was wirklich tiefere Freunde bereitet, bleibt und ausgebaut werden kann. Etwas, das beim Tun einen angenehmen Flow erzeugt, bei dem man alles andere um sich herum vergisst.

    Die schädlichen Gedanken im Kopf müssen ausradiert oder/und umgeformt werden. Sonst könnten sie gefährlich auswachsen.

    Du fragtest oben: "Ich suche eine Befriedigung, indem ich anderen helfe aber mit selber auch. Klingt blöd ist aber einfach so."

    Keine eigene Erfahrung. Wenn deine Frau meint, du mutest dir zu viel zu, dann wäre es womöglich angeraten, auf sie zu hören. Sie kennt dich, im Gegensatz zu mir/uns.

    Ich sehe im ersten besonders kritischen Vierteljahr, sicherheitshalber dem ersten halben Jahr, als höchste Priorität die Konzentration auf sich selbst! Klar kann man auch etwas geben - wie hier, indem du bei anderen Beiträge schreibst und damit gleichzeitig über deine Erfahrungen reflektierst, zudem durch wiederholtes Aufschreiben das auch in deinem Kopf tiefer verankerst.
    Ein Amt aber ist Pflicht, und geht es dir zeitweise nicht gut, fühlst du dich womöglich dazu gezwungen und vernachlässigst deinen eigenen Schutz / die Arbeit an dir selbst.

    Mein Credo ist: Ich bin mit mir selbst und allein zufrieden und fühle mich wohl. Auch bei Stille, ohne äußeren Input/Ablenkung ist keinen innere Leere zu spüren. Ich bin mir selbst genug.

    dass das Forum auch eine richtige SHG ist und mindestens auf die gleiche Stufe wie eine "reale" SHG zu stellen ist. Bisher hab ich es eher als Ergänzung gesehen, dabei ist die ständige Erreichbarkeit und die Flexibilität der anderen Form der SHG eigentlich total überlegen.

    Für mich ist das Forum eine absolut vollwertige SHG, zudem professionell moderiert und dadurch auch sehr fokusiert. Wenn du Hilfe brauchst, dann erfolgt die nahezu prompt und oft aus verschiedenen Blickwinkeln/Erfahrungshorizonten.

    Es fehlt halt der Gesamt(sinnes)eindruck der Gesprächspartner, den ich mir auf andere Art erschließen muss. Und die Ansprache ist deutlich direkter, woran sich mancher erst gewöhnen muß, speziell in der ohnehin empfindlichen Anfangsphase.

    Nichts spricht dagegen, parallel auch eine lokale Gruppe zu besuchen. Und wer weiß, mit der Zeit findest du womöglich noch Spaß am Stricken oder Häkeln … spaßig gemeint … Aber solche Gruppen können natürlich etwas geben, was online nur schwieriger möglich ist: direkte menschliche Nähe, neue Bekannte, potenzielle Freunde. Wenn einem im normalen Leben alle Verbindungen wegbrechen, kann dies auch ein Weg (oder eine Übergangslösung) sein.

    Eine Sache noch separat:

    ich fühlte mich nicht ernst genommen und meine Entscheidung zur lebenslangen Abstinenz mit einem Dry January gleichzusetzen, empfand ich irgendwie als Frechheit.

    Für wen bist du abstinent geworden? Was war der Grund? … rhetorische Fragen … die du auch schon augeschrieben hattest!

    Mir ist es völlig egal, was andere darüber denken, wie sie es einordnen. Ich suche und brauche da keinerlei Bestätigung. Ich tat es für mich.

    Ich erlebe trotz offenem Umgang mit dem Thema, dass andere manchmal Schwierigkeiten haben, damit umzugehen. Sei es, dass sie den Vergleich scheuen, sei es aus Unkenntnis/Unsicherheit.
    Da ist immer mit Überraschungen zu rechnen - z.B. einem zugereichten Glas mit irgendwas, obwohl sie genau wissen, dass nicht … Und das geschieht (bei mir, Einzelfall) nicht aus Böswilligkeit, sondern war schlicht unbedacht, aber "nett" gemeint.

    Ich bin kein Freund von schwarz-weiss, mag Nuancen, habe Geduld für Entwicklungen. Für die erste Phase der Trocknung halte ich aber Rigorosität und Extremdenken (=radikale Risikovermeidung) für äußerst sinnvoll und hilfreich.

    Mit der Zeit - und das ist höchst individuell - ergibt es dann ein vorsichtiges Herantasten an bestimmte Zusammenkünfte, Feste, etc., die nicht von vornherein klar erkennbar in Sauferei ausarten. Also ist keinesfalls alles verloren. Manches wird anders. Und einiges wird unerträglich; und ich frage mich, was ich daran mal schön gefunden hatte. Gleiches gilt für die beteiligten Menschen.

    Letzter Gedanke - sehr wichtig:

    Überprüfe deine innere Verfasstheit. Denke nochmal über deine "Kapituation" nach - wo ist noch ein Verlustgefühl, wie entsteht diese Unzufriedenheit??

    Pass gut auf dich auf in der nächsten Zeit und versuche, diese "schädlichen Gedanken" auszumerzen. Sie könnten der Einstieg in den Rückfall sein. Das ist kein "Alarmismus", aber sicher ist sicher …

    Diese merkwürdig beschriebene SHG scheint nicht zu taugen. Aber Du bist doch hier! Das hier ist doch auch deine SHG. Und die Defizite, die "online aber nicht körperlich anwesend" womöglich mit sich bringt und für einige ein Problem darstellen könnten, hast du offenbar nicht, denn du bringst dich ja aktiv ein und schreibst transparent. Mehr noch, deine Beiträge bei anderen lese ich als hilfreich und motivierend. Lies dir die einfach auf dich selbst bezogen durch - es sind deine Selbsterkenntnisse verpackt für andere. Die helfen dir auch selbst … gerade jetzt - als Motivation.

    Als Wichtigstes will ich ein Faktum hervorheben: Du bist jetzt seit über einem halben Jahr abstinent :!:
    Das ist super, und diesen Zustand gilt es unbedingt zu bewahren, auch wenn die Zufriedenheit damit noch nicht (voll) eingetreten ist.

    Die Erfahrungen mit dem Beginn der Zufriedenheit, lesen sich in vielen Berichten sehr unterschiedlich. Ich war nach einem halben Jahr halbwegs zufrieden und gefühlt stabil.

    Nun bin ich höchstwahrscheinlich ein ganzes Stück älter als du. Mit 60+ sieht man die Welt anders, der Freundeskreis hat sich verändert, alle ähnlich alten haben sich "die Hörner abgestoßen", d.h. Alkohol dominiert in meinem Kreis keine Treffen. Tat es bei mir noch nie, abgesehen von lange zurückliegenden Episoden in der Sturm & Drang Zeit bis Mitte 20. Auch dadurch habe ich diesbezüglich weniger mit Verlustgefühl zu kämpfen.

    Lies doch mal in Ruhe Deinen Faden von vorn bis hinten durch (ergänzt mit: :!::!:)

    Genau mein Gedanke. Am besten mehrmals. Es steht alles drin, was gegenwärtig wichtig ist.

    Einfach in Ruhe durchdenken - Plus die Grundbausteine. Und dann tun.

    MAXIMALER Abstand vom Alk, kompromisslos, radikal.

    Wie lange? Bis dieses Gedankenkarussell im eigenen Schädel aufgehört hat; und dann noch eine Weile länger zur Sicherheit!

    Kein Kampf, sondern Akzeptanz, dass du diesen Kampf mit keiner Waffe gewinnen kannst.
    Stattdessen abwenden, loslassen - Abstand halten. Die entstehende Lücke sinnvoll füllen. Ja, und dies alles auch mit vollem Willen.


    Bereits bei der Vorstellung stach mir der Nutzername "Abstinenzler" ins Auge: er suggeriert etwas, was noch nicht den Tatsachen entspricht (im Sinne: trocken im Oberstübchen).

    Eine Sache scheint mir von der Methodik beachtenswert:
    Wenn über Aussagen in einem Buch so diskutiert wird, wie hier, dann wäre schon Verfasser und Titel interessant und kann ja auch problemlos genannt werden.

    habe ich sinngemäß gelesen (...)
    Im weiteren Verlauf des Buchs hieß es dann auch (...)
    Überspitzt gesagt: (...)

    Da ist mir nicht klar, ob das dann Zitate oder sinngemäße Zusammenfassungen waren. Und ob dabei der Kontext voll berücksichtigt wurde, wenn ...

    Das Buch, aus dem ich zitiert habe, habe ich allerdings nach einem Drittel wegen anhaltendem Geschwafels abgebrochen.

    das Buch nicht komplett gelesen wurde.

    Ich weiß, das ist jetzt spitzfindig, aber es gehört dazu.