Beiträge von Poni27

    Das war am 5. Mai.

    Manche Frauen bleiben jahrelang co-abhängig.

    Befasst du dich eigentlich noch mit deinem Thema Co-Abhängigkeit?

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so recht, wo es anfängt, und wo es aufhört. Ja, ich beschäftige mich damit - deswegen bin ich ja hier... Vor einigen Wochen ist noch eine nahestehende Person gestorben - es ist gerade viel zu tragen und die kurzen Momente mit ihm am Telefon oder Besuch bedeuten mir sehr viel, geben mir Ruhe und Zuversicht. Ich brauch das gerade. Unabhängig davon, ob wir zusammen sein werden oder nicht. Ist das Co-abhängig? Ich habe keine Ahnung. Null.

    Das musst Du doch gerade alles gar nicht entscheiden. Nutz die kommenden Monate, um Dich mit Dir zu beschäftigen. Wer bist Du? Wer bist Du ohne diese Beziehung? Warum hältst Du so sehr an einer Beziehung fest, die Dich nicht nährt und der Du eigentlich aktuell gar nicht mehr vertraust. Was bedeutet, wir sind total verliebt aber eine Zukunft kannst Du Dir nicht vorstellen?


    Und in Deinem eigenen Interesse - desto intensiver der Kontakt gerade weiterläuft, Este weniger Raum bleibt für euch beide, euch mit euch selbst auseinanderzusetzen. Letzteres ist aber aus meiner Sicht super wichtig. Und aus der Beschäftigung mit Dir selbst ergibt sich dann vieles auch wie von selbst …

    Danke dir, genau das ist meine Idee - die Zeit zu nutzen, um mich zu sammeln und zu überlegen, wie es weitergehen kann, für mich.

    Ich würde im Moment nicht von Beziehung reden. Wir telefonieren täglich, wir mögen uns sehr - und ich zehre von den Kontakten. Mit Herzklopfen, Schmetterlingen und all sowas. Kann das gerade nicht einordnen. Mein Leben meistere ich alleine. Das war schon vorher so. Wird auch so bleiben. Da bin ich schonmal unabhängig....

    Du willst eine Rückmeldung haben?

    Ich verstehe nicht, warum Du Dich auf seine Rückkehr vorbereiten willst, wenn die Beziehung beendet ist.

    Du bist doch mittendrin in der Beziehung.

    Wenn die Beziehung beendet wäre, könnte es Dir völlig wurscht sein, was er tut.

    Mir wird niemals wurscht sein, wie es ihm geht. Dafür mag ich diesen Menschen einfach zu sehr. Mit Beziehung oder ohne. Mit aller Liebe werde ich mich schützen, distanzieren, Kontakt abbrechen, sobald er einen Rückfall hat. Das ist erstmal der gröbste Plan. Über alles andere (ohne Rückfall wär super, wird aber auch nicht unbedingt einfach) denke ich dann in Ruhe nach - ich hab ja keine Ahnung...ich habe zu wenig Erfahrung um irgendetwas einschätzen zu können - daher bin ich auch so froh mit diesem Forum....

    Er ist jetzt seit drei Wochen in der Klinik. Es ist für mich eine Riesenerleichterung, dass er da ist. Ich kann wieder durchatmen.

    Die ersten zwei Wochen hat er - edit, Medikament - oder ähnliches bekommen, war kaum ansprechbar. Jetzt ist es abgesetzt - er ist noch immer etwas verlangsamt und körperlich wackelig und die Therapien beginnen langsam. Wir telefonieren einmal am Tag und ich war ihn besuchen.

    Ich weiß, es klingt bescheuert, aber wir sind total verliebt. Beziehung kann man das nicht nennen, Zukunft sehe ich auch nicht.

    Er wird noch einige Wochen, vielleicht Monate in der Klinik bleiben.

    Irgendwann kommt er, hoffentlich gestärkt, wieder raus.

    Einerseits freue ich mich darauf - andererseits habe ich große Angst. Wie wird es sein? Wie wird er sein? Wird es ein wir geben? Geht das überhaupt? Kann ich das? Will ich das?

    Was, wenn er wieder rückfällig wird?

    Ich habe kein gutes Gefühl für meine Grenzen. Zum Glück gibt es diese Gruppe - ich hätte mich sonst komplett verloren.

    Deshalb möchte ich die Zeit nutzen, mich vorzubereiten. Eins steht fest: Falls er rückfällig wird, breche ich den Kontakt ab, blockiere ihn, sobald ich es merke. Das ist ein MUSS. Das schaffe ich nicht nochmal. (Und während ich es schreibe, merke ich, wie ich schon Ausnahmen in Betracht ziehe) Mannnnnno, Mann, Mann...

    Immer noch: ein Glück, dass wir nicht zusammen wohnen, keine Kinder haben und unsere Leben sind nicht verstrickt, da wir uns noch nicht so lange kennen,,,

    Ich freue mich über Rückmeldungen, Tipps, Erfahrungen, ...

    Morgen schaust Du als erstes aufs Handy um Dich zu informieren, was wie oft und wann.

    Richtig. Gruselig, wie berechenbar ich bin.... Es gibt nur eine Whatsapp-Nachricht (Playlist mit Liebesliedern). Damit komm ich erstmal klar. Irgendwie doch beruhigend, er lebt noch...wenn ich die Ambulanz oder Polizei höre, stell ich mir ihn vor, sturzbetrunken, halbtot oder ganz.

    Ich habe trotzdem gut geschlafen, mein Urlaub ist vorbei. Ich muss mich jetzt wieder um meine Sachen kümmern, alles erledigen, was liegengeblieben ist, weil ich mich seit 2 Wochen ausschließlich mit seinen Problemen beschäftige.

    Ich ärgere mich, dass ich so naiv und gutgläubig war/bin, wie ich mich in seinen Rausch, seine Selbstzerstörung mit habe hineinziehen lassen.

    Ich fühle mich noch nicht sehr sicher in meiner Entscheidung. Es gibt keinen anderen Weg.

    Ich habs gerade beendet.

    Wir haben mehrmals telefoniert, er hat geweint, gezittert... Gesagt, er hätte nichts getrunken.

    Ich dachte, das sind Entzugserscheinungen.

    Plötzlich saß er vor meiner Tür mit einer Totalfahne und wollte eins mit mir trinken gehen.

    Das hat mich so wütend gemacht.

    Jetzt ist er weg.

    Das Handy ist auf stumm geschaltet.

    Ich hoffe, ich bleib stark und lass mich nicht wieder einlullen.

    Ich bin furchtbar müde. Danke für die Unterstützung. Gute Nacht

    Wieso fühlst du dich von einem suchtkranken Menschen angezogen? Kennst du das aus dem Elternhaus? Viele erwachsene Kinder von Alkoholikern werden entweder selber süchtig oder landen in Beziehungen mit Suchtkranken. Man erkennt das altbekannte, vertraute Muster und schwupps ist man in der Co-Falle.

    Kennst du Alkoholismus von früher?

    Lieber Gruß, Linde

    ich habe keine Ahnung, warum... Meine Eltern haben einen sehr vernünftigen Umgang mit Alkohol. Es ist meine erste Beziehung mit einem Suchtkranken. Deshalb hab ich's wahrscheinlich auch nicht gemerkt. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich die Finger davon gelassen. Aber dass ich mich in Beziehungen verlieren kann, ist schon ein Muster, glaub ich. Aber meine Eltern haben den totalen Helferkomplex, vor allem meine Mutter. Das nervt sehr, wenn sie für alle anderen springt und hüpft und nicht an sich selbst denkt. Vielleicht hab ich da doch Verhaltensweisen übernommen, ohne es zu wollen?

    Ich habe gerade mit ihm telefoniert. Er ist total wirr und hatte am Tel (Videocall)einen epileptischen Anfall. Heftig. Er will den Arzt nicht anrufen, auch nicht in die Notaufnahme.

    Es ist echt schwer, mit an zusehen, wie er kaputt geht. Je schlechter es ihm geht, umso schwerer fällt es mir, bei mir zu bleiben. Ich habe das Gefühl, ihn hängen zu lassen, im Stich zu lassen. Kann ich denn gar nichts tun? Einfach sterben lassen?

    Ich bin verzweifelt, traurig, hilflos, müde.

    Die letzte Woche (seit dem Rückfall) ist nur das I-Tüpfelchen. Wenn ich ehrlich mit mir selbst bin, waren die letzten 5 Monate mit ihm wie eine einzige lange Achterbahnfahrt. Anstrengend, intensiv, extrem. Ein unfassbar lieber Mensch ist in mein Leben getreten und wir sind uns sehr schnell sehr nah gekommen. Ich bin eigentlich eine starke und unabhängige Frau. Hab zwei fantastische Kinder alleine großgezogen. Die zweite ist im Herbst ausgezogen. Prompt kam Mister X und der Wirbelsturm nahm seinen Lauf.

    Ich kann nicht einmal wütend sein. Er tut mir einfach nur leid. Und ich mir gerade auch.

    Warst Du bei dem Gespräch dabei? Bitte nicht falsch verstehen, aber das kann auch ein Appell an Dich sein, bei ihm zu bleiben, weil er ja damit vordegründig alles tut, um schneller in die Klinik zu kommen - auch für Dich. Aber wenn es ihm tatsächlich ernst ist mit dauerhafter Abstinenz, sollte er für sich handeln. Und leider ist Klinik (vermutlich erstmal nur Entgiftung?) auch nur ein allererster Schritt und bei seiner Leberschädigung noch lange keine tragfähige Entscheidung für das Leben.

    Nein, ich war nicht dabei. Es ist eine Psychiatrie - er muss trocken sein, um dahin zu dürfen. Den Entzug will er alleine machen. Er meint, er schafft das - hat er ja schonmal... Ich habe ihm gesagt, er soll den Arzt anrufen, dass ein kalter Entzug gefährlich sein kann (hab ich hier gelesen). Kann gut sein, dass er mich damit halten will. Klappt ja gerade auch :(

    Was "kostet" es an eigener Lebenszeit und Zufriedenheit? Wie gefährlich könnte es werden (im übertragenen Sinne und in echt)?

    Aber auch (für den Rückblick): Warum ziehe ich so Jemanden an? Mehr noch: Warum zieht es MICH zu so Jemandem hin? Warum liebe (zunächst ja: begehre) ich bis

    Danke für die krassen Fragen. Ich werde mich damit beschäftigen, sobald mein Kopf wieder etwas klarer funktioniert...

    Ich versuche stark zu bleiben. Klappt teilweise, teilweise nicht.

    Vorgestern hab ich ihn reingelassen. War ein Fehler. Morgens um 6 musste er weg, sicher um was zu trinken. Na toll. Aber gestern und heute bin ich stark geblieben.

    Er hat einen Termin in der Klinik(Ende Mai). Er hat seinen Arzt angerufen und gesagt, dass es dringend ist und der Termin wurde vorgeschoben auf den 12. Mai. Er war ruhig am Telefon. Ich war sooooo erleichtert, uff, er hat sich fürs Leben entschieden. Heute Abend war er wieder betrunken. Hat sehr seltsame Dinge geredet, widerspricht sich in Sekundenschnelle - hat kein Zeitgefühl mehr, wusste nicht mehr, wo sein Auto steht (zum Glück)... Es ist schwer zu ertragen. Ich habe ihn nach Hause gefahren. Auf dem Weg zu meinem Auto hat er alles versucht, um zu mir zu dürfen (Du bist gemein, du liebst mich nicht, Ich hab dir doch nichts getan, komm wir trinken noch ein Bier, nur eins....etc....Das heftigste war: wenn ich nicht mit zu dir darf, geh ich saufen. Hab ihm gesagt, bitteschön, deine Entscheidung, ich lass mich nicht erpressen. Innerlich bin ich fast gestorben, aber buoah, bin ich stolz auf mich. Während der Autofahrt war er dann plötzlich ganz klar und lieb und verständnisvoll.

    Kopf sagt, trenn dich, blockier ihn. Das Herz sagt, ich hab den so fucking gerne. Na ja, ich muss ja nicht jetzt sofort eine Entscheidung treffen. Ich möchte einen Funken Hoffnung behalten. Ich habe wenig Erfahrung - eigentlich gar keine mit Süchtigen. Nach allem, was ich hier gelesen habe, würde ich mir wahrscheinlich viel ersparen, wenn ich es kurz und schmerzlos beenden würde. Ich kann mir keine Zukunft vorstellen. Aber ich häng noch drin.

    Hier ein paar Regeln für mich

    1 - Er kommt betrunken nicht zu mir nach Hause.

    2 - Ich reagiere nicht unmittelbar auf Anrufe und Nachrichten.

    3 - Ich telefoniere nicht mit ihm, wenn er betrunken ist. (hier ist es etwas schwierig, weil ich es vielleicht/gut möglich nicht merke)

    4 - Ich lass mich nicht einlullen. Ich vermeide Thema Alkohol und Liebe. Alkohol ist seine Sache, nicht meine. Liebe/Beziehung - da werden wir drüber sprechen, wenn er nüchtern ist. Auch nicht einfach.

    5 - Ich bleibe bei mir - auch schwer. Ich atme, treffe Menschen, die gut sind für mich, tue Dinge, die gut sind für mich. Und die gibt es reichlich, ich Glückliche :). Nur das Arbeiten ist gerade sehr schwierig - Konzentration ist unmöglich, schlafen, essen.... alles schwierig

    Vielen lieben Dank für eure Unterstützung. Ich bin so froh, dass ich mich hier angemeldet habe. Es klingt alles wahrscheinlich sehr abgeklärt, aber ehrlich gesagt geht's mir so richtig scheiße.

    Ich bin ein starkes Mädchen und ein wertvoller Mensch. Mich gibt es nur einmal. Gute Nacht (hoffentlich)

    Danke für eure Reaktionen.

    Er bombardiert mich mit Liebeserklärungen dazu 40 Anrufe bis 17.00 Uhr. Seitdem ist Ruhe - schläft wahrscheinlich.

    Ich versuche schonmal nur auf jeden 7. Anruf zu antworten, so wenig wie möglich auf die Nachrichten - das ist hart. Sind nur kurze Gespräche - er will zu mir kommen, ich sage nein, er sagt ich brauche dich, ich sage, du bist betrunken, ruf den Arzt an, dann ist das Gespräch schnell vorbei. 2 Minuten später klingelt es wieder.

    Ich kann mich auf nichts konzentrieren, bin nur am Heulen.

    Ich vermute, wenn ich es ihm klar sage, dass ich das nicht mehr möchte, dann wird er es sein lassen. Aber das schaffe ich noch nicht. Kopf hat verstanden - es gibt keine andere Möglichkeit, aber emotional hab ich das für mich noch nicht klar genug. Ich schaff noch nichtmal das Händy leise zu stellen.

    Ich habe viel im Forum gelesen - viele ähnliche Geschichten. Glück im Unglück, dass wir keine Kinder zusammen haben, nicht zusammen wohnen und auch die Zeit, die wir zusammen sind, noch nicht so lang ist.

    Jetzt gerade ist hier Maifeier vor der Haustüre. Viele Freunde sind da, aber ich geh nicht hin - hab Angst, ihn da sturzbetrunken zu treffen.

    Ich kenne meinen neuen Freund erst seit ein paar Monaten. Ich bin so verliebt wie nie zuvor in meinem Leben.

    Er hat schwere gesundheitliche Schäden – an Lunge, Leber und Niere – infolge einer früheren Blutvergiftung. Dazu kommt eine Leberzirrhose im Anfangsstadium, die, wie ich heute vermute, auch durch langjährigen und exzessiven Alkoholkonsum entstanden ist.

    Der Alkohol war von Anfang an Thema. Aber ich habe die Tragweite seines Problems nicht erkannt – oder nicht erkennen wollen. Vielleicht war ich auch einfach überwältigt von der Nähe, der Liebe, der Wärme zwischen uns. Er ist so ein feiner Mensch – mit Humor, Tiefe und einer ganz besonderen Sensibilität.

    Dann bekam er eine Grippe. Sein Körper war zu schwach, um damit fertigzuwerden. Er wurde plötzlich ganz gelb und musste für zwei Wochen ins Krankenhaus.
    Als er vor etwa vier Wochen entlassen wurde, war er sehr geschwächt – und nun hieß es: Leberzirrhose Grad 2. Trotzdem besserte sich sein Zustand allmählich. Er trank zwei Monate lang keinen Alkohol – einschließlich des Krankenhausaufenthalts. Diese Zeit war wunderschön. Wir haben gemeinsame Pläne geschmiedet, unsere Familien kennengelernt, Zukunft gedacht.

    Dann kam der Rückfall.
    Ich habe es am letzten Freitag bemerkt – seitdem ist er durchgehend betrunken. Morgens, abends. Er redet wirr, ist kaum noch erreichbar. Und ich bin am Ende. Ich habe die letzten drei Tage nur geweint. Ich weiß nicht, wohin mit meiner Liebe, mit meiner Angst. Ich habe solche Panik, dass er sich innerhalb kürzester Zeit zu Tode trinkt.

    Ich habe ihm geschrieben, dass ich Abstand brauche. Dass ich für ihn da bin, wenn er raus will aus diesem Kreislauf – aber dass ich mit diesem Zustand nicht klarkomme. Seitdem bombardiert er mich mit Nachrichten. Ich habe es geschafft, erst beim siebten Anruf ranzugehen.

    Heute. Er war sturzbetrunken und wollte sich ans Steuer setzen. Ich habe ihn nach Hause gefahren.
    Er wollte zu mir, aber ich habe Nein gesagt – so sehr ich ihn liebe, ich kann ihn in diesem Zustand nicht bei mir haben.

    "Ich brauche dich", "du bist eiskalt", "du lässt mich im Stich" und "wenn du mich jetzt nicht mit zu dir nimmst, ist es vorbei."
    Ich habe ihn trotzdem zu Hause abgesetzt. Er stieg wortlos aus dem Auto.

    Vielleicht erinnert er sich morgen nicht mehr daran. Vielleicht meldet er sich nie wieder.
    Ich glaube trotzdem, dass es richtig war.

    Und doch sind da diese Gedanken:
    Was, wenn er sich jetzt noch mehr zuschüttet?
    Was, wenn er stirbt?
    Was, wenn ich morgen nicht genug Kraft habe und nachgebe?

    Ich bin total verwirrt und alles tut einfach nur weh.