Schönen Sonntag, seit meiner Ehrenrunde im Dezember habe ich keinen Alkohol mehr getrunken und auch keine Lust dazu. Aus Vorsicht lese ich täglich hier im Forum um auch nicht leichtsinnig zu werden.
Das war eine sehr schlimme Zeit die Tage, die ich im Suff verbrachte. Depressionen. Schuldgefühle. Versagensgefühle. Ohnmächtig. Geglaubt alles schon gelebt zu haben, für mich wäre das Aus auch OK. Danach die Entgiftung, jetzt Zähne zusammen beißen!, keine Lust auf irgendwas, Medikamente, Schwitzen, Muskelziehen, Ungepflegt, schlaflose Nächte, komplett wirr im Kopf, verrückte Träume. Das überlebe ich nicht nochmal.
Schon triggern ein wenig die Feste im Sommer die jetzt alle im Freien stattfinden bei lauter Musik, Stimmengewirr und Gelächter. Vielleicht reizt gar nicht so der Alkohol sondern im Kopf der Gedanke des geselligen Zusammenseins. Um diese Feste mache ich einen großen Bogen, da wird freilich sehr viel Alkohol getrunken. Und wenn ich mir denke da könnte ich was versäumen, dann erinnere ich mich daran, dass ich in nassen Zeiten auch nicht nachgedacht habe, dass ich was versäumen könnte sondern einfach nur gesoffen habe. Und da war es wirklich Schade um die Zeit.
Daher habe ich die Grundbausteine ohne wenn und aber durchgesetzt.
Mein Zuhause ist alkoholfrei, aber das war es auch vorher schon, wenn nicht IMMER ich den Alkohol nach Hause getragen hätte. Auf Dorffeste gehe ich nicht mehr. Die Einladungen zu runden Geburtstagsfeste sage ich dankend ab. Abends in der Stammkneipe war ich schon ewig nicht mehr, wenn dann nur vormittags zum Kaffee.
Ich muss einfach nicht mehr überall dabei sein und Erwartungen von Anderen erfüllen, mein Mindset zu diesem Thema.
Ich arbeite viel, bewege mich viel in der frischen Luft, lese gerne wieder ein Buch und weiß nachher auch was ich gelesen habe, mache ein update in Englisch, trinke Kaffee mit meinen Eltern auf der Terrasse und kann mich endliche wieder auf ein Gespräch einlassen und auch dem Gespräch folgen.
Früher habe ich oft gedacht, ich möchte die Fenster wieder mal putzen, dann habe ich 1, 2, .... Prosecco getrunken, die Fenster natürlich nicht geputzt. Und heute gehe ich einfach Fenster putzen.
Früher habe ich oft gedacht, ich möchte mal wieder ins Fitness Studio, dann habe ich 1, 2 .... Prosecco getrunken, ins Fitness Studio konnte ich dann nicht mehr. Und heute gehe ich einfach ins Fitness Studio.
Ich habe mein Leben nicht mehr großartig verändert, das habe ich schon vor ein paar Jahren komplett auf den Kopf gestellt, aber für mein Tun und Handeln hab ich Verantwortung übernommen. Das Leben ist jetzt viel schöner und entspannter. Es lohnt sich mit dem Trinken aufzuhören!
Ich würde sagen wir bleiben alle dran und gehen den Weg so weiter!
LG in die Gruppe