Beiträge von hopeless

    Hallo releaseme,

    tut mir leid, dass ich euch wieder zutexte mit meinen Gefühlen

    Du musst dich nicht entschuldigen. Das hier ist dein Tagebuch und du wirst hier gelesen.

    Mir hat das Schreiben geholfen, Gedanken und Gefühle besser zu sortieren und das tut es noch.

    Es ist schlimm, wenn man nur als Zuschauer daneben steht und einfach nix tun kann.

    Diese Hilflosigkeit ist kein schönes Gefühl.

    Und es macht wütend, wenn der Partner einem die Schuld gibt und die Trinkerei verharmlost.

    Es tut so weh, immer noch!!

    Das wir auch noch eine ganze Zeit weh tun.

    Ich denke immer noch sehr oft an den Mann von damals und dieser Mann fehlt mir sehr, aber es ändert nichts daran, wie es jetzt ist. Das zu akzeptieren ist nicht leicht, vorallem wenn man alles hatte was man eigentlich je wollte.

    Als ich hier ins Forum kam, haben mir viele geschrieben, das nur der komplette Kontaktabbruch hilft. Ich wollte das nicht wahr haben und hab daran selbst fest gehalten. Ich hab mich damit aber selbst kaputt gemacht.

    Den Schritt den Kontaktabbruch durch zu ziehen ist nicht leicht. Aber ich hab gemerkt das es besser wird. Ich denke noch sehr oft an Ihn, wie es ihm geht, was er macht und wieviel er noch trinkt oder daran wie es war und welch schönes Leben wir ohne diese Sucht hätten haben können.

    Aber je weniger Kontakt ich zu alledem habe, desto besser wird es. Es kommt nach und nach die Energie zurück und der Wunsch mein eigenes Leben zusammen mit meinen Kindern, wieder nach unseren Wünschen zu gestalten.

    Hast du nicht die Möglichkeit dich soweit wie möglich von alle dem abzugrenzen? Die Kinder z.B. über deine Eltern ihm zu übergeben? Nachbarn und Freunden und Familien darum zu bitten, dir nichts mehr von all dem zu erzählen? Nicht mehr ans Telefon zu gehen, wenn die Kinder bei dir sind und er dich anruft. Den Nachrichten Chat zu sperren und Nachrichten erst dann lesen, wenn du dich gefestigt fühlst?

    Mit jedem Kontakt machst du dich von seinem Verhalten und seinen Launen nur wieder neu abhängig und deine Emotionen fahren Achterbahn und kommen nicht zur Ruhe.

    Huhu Sonnenschein,

    Diese uneindeutigen Signale von der anderen Seite, diese innere Zerissenheit, die Trauer und Erschöpfung.

    Diese innere Zerissenheit kann sehr heftig sein. Und es ist sehr schwer die Gedankenspirale zu stoppen.

    Ich höre aber auch heraus, wie es dir besser geht, du Sport machst und Pläne und wieder Zeit für dich und die Kinder findest. Das freut mich sehr für euch

    Dankeschön. Genau so ist es. Es geht mir besser.

    Es hilft mir aber auch sehr, die Beziehung nicht als verschenkte Zeit oder verlorene Zeit zu sehen, sondern eher als Spiegel für mich selbst.

    Er hat mich mit seinem Verhalten gezwungen näher bei mir selbst hinzusehen. Und genau das ist es was ich mir immer wieder versuche in Erinnerung zu rufen, wenn das Loch mal wieder endlos erscheint.

    Hallo Zusammen,

    Ich hab hier im öffentlichen schon lange nichts mehr geschrieben.

    Ich bin aktuell mehr im "geschlossenen" unterwegs.

    Es war ein langes hin und her, aber ich habe mich vor einem Monat von ihm komplett verabschiedet.

    Ich bin kein Mensch der eine Beziehung einfach auslaufen lässt oder ghostet.

    Vor einem Monat hatten wir uns getroffen.

    Da meinte er, er würde seit drei Monaten nicht mehr jeden Tag trinken und es würde ihm gut tun. Es würde ihm aktuell besser gehen und er würde viel Sport machen.

    Er hat mir und der Gesamtsituation die Schuld gegeben, das er jeden Tag trinken musste. Der Alkohol wäre sein Anker gewesen um die Situation besser ertragen zu können und gleichzeitig meinte er, er wäre mit mir glücklich gewesen.

    Genauso meinte er das er mich noch lieben würde und er oft einsam ist, aber es ihm aktuell trotzdem so besser geht und er hätte so viel zu tun und so viele Projekte und keine Zeit, deswegen konnte er sich auch nicht bei mir melden, auch wenn es für mich wie eine Ausrede klingen mag.

    Er meinte jedesmal wenn wir uns sehen, würde es bei uns beiden nur wieder Wunden aufreißen, er würde mich noch lieben aber wüsste nicht wie es weiter gehen soll und ob es wirklich so gut ist, wenn es so weiter läuft.

    Ich habe ihm gesagt, das ich definitiv keine Freundschaft plus brauche, sondern ihn als Partner an meiner Seite wollte.

    Er hat zugegeben, dass der Alkohol die Beziehung irgendwo kaputt gemacht hat und er mich vernachlässigt hat und mich zum Schluss nicht mehr gesehen hat, aber er hätte keine andere Lösung als den Alkohol mehr gesehen.

    Und dennoch trinkt er auch jetzt noch. Bei dem Treffen habe ich die leeren Flaschen gesehen. Von Einsicht ist das noch weit entfernt.


    Letzendlich, habe ich mich an diesem Tag von ihm verabschiedet. Ich habe ihm gesagt, das ich für diese Beziehung gekämpft habe, aber keine Kraft mehr habe. Das ich ihn Liebe, aber ihn gehen lasse und das es eine der schwersten Entscheidungen ist, die ich für mich treffe.

    Ich wünschte ihm von ganzem Herzen, das er glücklich wird, woraufhin er meinte, das er mit mir glücklich war. Ich habe ihm noch gesagt, dass ich ihm die Tage den Schlüssel zurück gebe. Er wollte nach meinem Auszug, das ich diesen behalte, weil er gehofft hatte, das ich vielleicht öfter mal vorbei kommen würde, aber so ohne Anmeldung wäre es ihm ja auch nicht recht gewesen.

    Dann bin ich gefahren.

    Zu Hause bin ich dann weinend zusammen gebrochen und war einfach nur fertig.

    Es war ein Gespräch voller Widersprüche und es war das letzte mal, das wir uns gehört, gelesen oder gesehen haben.

    Seinen Chat habe ich archiviert und seine Sachen und Erinnerungen aus meinem Sichtfeld entfernt.

    Das war jetzt alles vor einem Monat.

    Ich stecke definitiv mitten in der Verarbeitung und es gibt Situationen und Trigger, wo alles wieder nach oben kommt. Sowohl positive als auch negative Erinnerungen. Die Phasen wechseln sich ab von Trauer über das was war und das was hätte sein können, das Gefühl versagt zu haben und ob ich noch mehr hätte tun können, in Wut und Zorn auf ihn, auf die schei... Sucht und auch auf mich selbst, das ich so viele Situationen so lange mit gemacht und mich und die Kinder dem ausgesetzt hab. Ebenso wechseln Sie von "es ist für uns alle jetzt wirklich viel besser" in tiefe Enttäuschung das er nicht für uns gekämpft hat und es für mich den Eindruck macht, als wären ihm die ganzen Jahre der Beziehung und alles was noch hätte sein können sche...egal.

    Auch habe ich vermehrt Träume in denen er und der Alkohol drin vor kommen. Manche davon sind so hirnrissig und ergeben noch nicht mal wirklich Sinn. Solche Phasen und Träume ziehen mich dann wieder derart nach unten, das ich mich am liebsten nur noch verkriechen möchte und es macht mich sooo unendlich müde und ich könnte nur noch schlafen.

    Es ist ein auf und ab und ich weiß von mir selbst, dass wenn ich den Kontaktabbruch nicht strickt einhalte und ihn sehen würde, dass ich vermutlich nicht standhaft bleibe. Ein Grund weshalb ich auch noch nicht fähig war den Schlüssel zurück zu bringen. Einfach in den Briefkasten werfen möchte ich diesen jedoch nicht. Ich möchte sicher sein können, das er diesen auch tatsächlich erhalten hat. Daher werde ich das Thema Schlüssel erst in Angriff nehmen, wenn ich mich wirklich stabil genug dafür fühle.

    Ich hab noch einiges bei mir selbst auf zu arbeiten und Muster die ich definitiv ablegen möchte und knabbere noch ganz schön an dem was alles war. Es geht doch weit über das hinaus, was ich hier im öffentlichen geschrieben habe.

    Aber es gibt auch Phasen da geht es mir gut und ich fühle mich als wäre ich auf einem guten Weg, bekomme langsam meine Energie wieder zurück. Fühle mich ruhiger, fitter und ausgeglichener. Werde wieder vermehrt für meine Kinder und mich tätig.

    Ich habe wieder mit dem Laufen angefangen. So schmeiße ich mich jeden zweiten Tag in die Sportklamotten und schnappe mir den Hund und powere mich im Wald aus. Das tut mir sooo dermaßen gut und ich merke wie mir auch das gefehlt hat. Etwas was ich früher schon gerne gemacht hatte und welches ich in der Suchtbeziehung hab schleichen lassen bzw. einfach keine Zeit mehr hatte. Ich hab mich da nur noch gehetzt und gestresst gefühlt.

    Zeit. Ein kleines Wort mit großer Bedeutung. Mir fällt auf, wieviel Zeit ich auf einmal habe ohne diesen ständigen Druck und diese ständige Angst und das ich auch wieder vermehrt Interesse habe wieder alte Hobbys aufleben zu lassen.


    Ich hatte mich so sehr in mein Schneckenhaus verkrochen und zurück gezogen, wollte nur noch Ruhe und einfach die Tage irgendwie überstehen.

    Aber es wird von mal zu mal besser und ich traue mich langsam wieder da raus.

    So ist demnächst ein Probetraining für meine Kids und mich in Selbstverteidigung gepant. Die Kinder wollten dies auch ausprobieren und da freuen wir uns alle drei schon drauf und ich vermutlich besonders. Das ist etwas was ich schon sooooo lange für mich machen wollte.

    Ich habe ein halbes Jahr nach räumlicher Trennung noch um diese Beziehung gekämpft und gehofft, das es irgendwie doch noch klappt und es hat mich fertig gemacht.

    Ich habe mich selbst damit fertig gemacht.

    Gegen die Sucht hat man als Partner einfach keine Chance,

    Alles Liebe

    -hopeless-

    Hallo releaseme

    Ich hätte es mir so gewünscht...einfach mal ein Entschuldigung...

    Das hatte ich mir auch gewünscht.

    Statt dessen hagelte es Vorwürfe und mir wurde die Schuld gegeben, dass er jeden Tag trinken muss.

    Auf eine Entschuldigung brauchst du nicht hoffen. In seiner Wahrnehmung bist du Schuld. Das wird sich auch so schnell nicht ändern.

    jetzt gerade sehe ich wieder nur alles was ich verloren habe... Es fühlt sich einfach schrecklich an... mein Mann hat keine Einsicht und mir bleibt nicht übrig als zu gehen, obwohl ich es gar nicht wollte...:-(

    Dieses Gefühl ist schrecklich. Mir ging es da nicht anders. Die Enttäuschung ist riesig und tut verdammt weh. Du hälst wie ich auch noch bis vor kurzem, an der Vergangenheit fest, an dem wie es mal war und wie ER mal war.

    Meine Arbeitskollegin meinte heute zu mir, die guten Zeiten wirst du nicht mehr zurück holen können. Schreib Dir mal auf, was wirklich gut war und was schlecht, als das mit der Sucht los ging. Wie du dich dabei gefühlt hast und wie du dich seit deinem Auszug und jetzt fühlst und du wirst erkennen wie viel du eigentlich gewonnen hast.

    Und Sie hat recht.

    Keine ständige Kontrollen mehr, ob alles im Haushalt erledigt ist.

    Keine ständige Kritik mehr, wenn du eben nicht alles geschafft hast, so wie er es möchte.

    Keine ständige Alkoholfahne mehr.

    Und vorallem kein Druck und keine Angst mehr, wieviel trinkt er heute und wie ist seine Stimmung auf dich und die Kinder.

    Und das ist nur ein Teil davon.

    Vielleicht hilft es Dir dies ebenfalls mal ehrlich aufzuschreiben.

    Hallo Releasme,

    Das klingt ja richtig heftig. Du hast mal geschrieben, dass du vermutest das er ein Narzisst ist.

    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, das es echt nicht leicht ist, sich von einem Narzissten zu trennen.

    Ein Narzisst wird niemals verlassen und wenn doch, dann lässt er das nicht einfach auf sich sitzen. Da werden sämtliche Geschütze aufgefahren.

    Und so wie das aus deiner Nachricht klingt, ist das bereits voll im Gange.

    Ich hab das in ähnlicher Weise auch erlebt. Auch die Steine die dir bzgl. Deiner Wohnung versucht wurden in den Weg zu legen.

    Zu dem Zeitpunkt wusste ich aber nicht, mit was ich es zu tun hatte. Ich wusste nur, ohne Hilfe schaffe ich es nicht. Ich hatte mehrere Beratungsstellen und auch das Jugendamt mit im Boot um da raus zu kommen.

    Aber er steht mit diesem "Bonbon" vor mir - komm zurück und du hast keine Sorgen mehr! Was er mit mir gemacht hat die letzen Wochen war echt heftig

    Dieses Bonbon ist kein Bonbon, es ist eher eine Kette an die er dich legt. Es wird nicht besser wenn du zurück gehst, sondern nur noch schlimmer. Damit kann er dich erst recht komplett kontrollieren und an seiner Sucht wird er nix ändern.

    Es ist ein ewiger Kampf und ich hoffe, dass ich irgendwann diese Erleichterung spüren kann von der viele hier reden.

    Du kämpfst für dich und deine Kinder, für ein besseres Leben ohne Alkoholsucht und für dein Glück und für das Glück deiner Kinder. Vergiss das bitte nicht. Du hattest einen Grund zu gehen.

    Du hast bereits so viel Kraft und Stärke bewiesen. Ich ziehe da echt den Hut vor Dir. Halte durch. Du schaffst das.

    Ich sende dir viel Kraft. Bleib weiterhin stark.

    Ich lasse Dir mal eine Umarmung da.

    Hallo CartierRoyal

    schön das Du hier ins Forum gefunden hast.

    Der Austausch hier wird Dir sicher helfen.

    Mein Partner trank Anfangs nicht jeden Tag Alkohol, es wurde schleichend immer mehr bis er zum Schluss jeden Abend 2 Liter Wein trank. Er war keinen Tag mehr nüchtern.

    Ich hab mich auch oft gefragt, ob ich übertreibe und den Konsum zu eng sehe.

    Wenn ich es richtig raus lese trinkt dein Partner mittlerweile auch jeden Tag und die Tendenz geht bereits auch in die Richtung, das es schleichend mehr wird. Du kannst seinen Konsum nicht steuern, du kannst nur für dich selbst entscheiden.

    Frag dich nicht ob du übertreibst.


    Viel wichtiger ist doch die Frage, was macht es mit Dir? Wie geht es Dir dabei? Fühlst du dich dann in seiner Nähe noch wohl?

    Hallo Halbmond,

    Da kommt mir vieles bekannt vor.

    Ich hab das in ähnlicher Weise auch so erlebt.

    Es ist schwer Vertrauen aufzubauen, wenn man eigentlich gar nicht mehr wirklich in das Leben mit eingebunden wird. Diese versuchte Nähe und dann wiederum Distanz ist sehr zermürbend.

    Du kannst nur für Dich entscheiden, ob du weiterhin damit umgehen kannst.

    Ich konnte es irgendwann nicht mehr.

    Fühl dich mal gedrückt.

    Huhu Sonnenschein,

    Das einem der ganze schei..der da läuft zu viel wird, ist mehr als verständlich. Dein Noch-Mann lässt halt nicht locker.

    Kann du nicht über den Anwalt erwirken, dass er dich nicht mehr kontaktieren darf?

    Oder ihn über die dienstliche Mail als Spam melden?

    Lass Dir die Schuld von ihm nicht einreden. Du hast definitiv richtig gehandelt.

    Hast du Freundinnen in der Nähe die dich auffangen können, wenn es Dir so schlecht geht?

    Vielleicht kannst du auch mal mit einem Arzt sprechen. Das was Du von Dir beschreibst klingt sehr nach Erschöpfung.

    Gib nicht auf Sonnenschein. Du bist immer noch ein Stein in der Ritterrüstung. Aber auch ein Ritter braucht mal eine Pause und muss seine Energien wieder neu aufladen.

    Du bist eine starke Frau und du kannst stolz sein auf das was Du schon erreicht hast. Das war es definitiv Wert.

    Ich schicke Dir mal eine virtuelle Umarmung. 🫂

    Huhu releaseme

    Da hat sich ja doch schon einiges getan bei Dir.

    Es ist schwer wenn man gleichzeitig funktionieren muss und eigentlich verarbeiten müsste. Aber du bist wirklich stark.

    So sehr er Dir mit seinen Handlungen zusetzt, du bist bis jetzt bei Dir und den Kindern geblieben und das ist gut.

    Für die Wohnung und den Gerichtstermin drücke ich Dir und deinen Kindern die Daumen.

    Hallo Ich 82,

    Was du beschreibst finde ich ziemlich heftig. Beim lesen bekam ich Gänsehaut.

    Es ist gut, das Du die Reißleine ziehst. Gerade weil er dir auch körperliche Gewalt antut, musst Du aus der Situation raus. Du hast die Wohnung zwar gekündigt, aber noch seid ihr zusammen in der Wohnung, lese ich das richtig?

    Hast du die Moglichkeit vorher schon woanders unter zu kommen? Bei Familie oder Freunde?

    Ich würde dir gerne das Buch "Warum tut er das? von Lundy Bancroft empfehlen. Vielleicht hilft Dir das klarer zu sehen. Auch weil du schreibst, das Du Ihn immer noch liebst. Zum Thema Gewalt und Liebe steht sehr viel in dem Buch, was Dir vielleicht tatsächlich helfen könnte. Ich glaube nämlich nicht, dass die körperliche Gewalt alleine vom Alkohol ausgelöst wird.

    Du hast schon mal einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan, aber du solltest weiterhin vorsichtig sein.

    Für mich klingt er unberechenbar. Pass auf dich auf.

    warum können es Coabhängige nicht einfach so sehen, dass da zwei Leute völlig unterschiedliche Interessen und Wertvorstellungen haben

    Wenn jemand keine Kinder will, gehe ich davon aus, das er dies dann bereits im Vorfeld sagt und dann kann man für sich entscheiden ob man überhaupt eine Beziehung mit dieser Person eingehen will.

    Ein Alkoholiker sagt aber bestimmt nicht im Vorfeld, das er süchtig ist und nicht aufhören will. Oder gibt es hier jemanden der tatsächlich, bevor er die Beziehung einging, dem Partner klar gesagt hat: ich bin Alkoholiker und werde es definitiv nicht ändern?

    Hätte mein Ex damals zu mir gesagt, als ich ihn kennen lernte, er ist Alkoholiker und möchte das definitiv auch bleiben, wäre ich definitiv nicht mit ihm zusammen gekommen, weil ich es als Kind schon mit meinem Papa selbst erlebt hatte. Dann hätte ich im Vorfeld gewusst was auf mich zu kommt wird und ich hätte mich zwar auf eine Freundschaft eingelassen aber nicht auf eine Beziehung.

    Bei uns kam die Sucht aber schleichend in unser Leben, da waren wir schon ein paar Jahre zusammen. Wir hatten eine Beziehung auf Augenhöhe und ich habe meinen Partner ja ohne Sucht kennen gelernt. Es gab gemeinsame Interesse und Werte. Das man mal zusammen trinkt oder mit Freunden trinkt, war für mich normal. Da hab ich keine Sucht drin gesehen und es war ja auch eine funktionierende Beziehung.

    Als mir sein Trinkverhalten dann tatsächlich aufgefallen ist, weil es immer mehr wurde, habe ich versucht ihn darauf aufmerksam zu machen und ihm versucht erstmal zu erklären, wie ich mich damit fühle. Ich hab ihm nicht direkt gesagt, er muss sofort damit aufhören, sondern ich wollte das er versteht, was dies bei mir auslöst. Also hat er versucht zu reduzieren. Hätte er kontrolliert trinken können, wäre das für mich kein Thema gewesen. Das er das nicht mehr konnte und ein ernsteres Problem damit hat, hab ich erstmal selbst nicht wahr haben wollen und er ja auch nicht. Er war ja überzeugt das er kein Problem hat. Warum legt ein Alkoholiker Trinkpausen ein? Doch um sich selbst und vielleicht auch der Familie zu beweisen, das er es noch kontrollieren kann und kein Problem mit dem Trinken hat. Oder liege ich da falsch?

    Was mich so lange in der Co Abhängigkeit gehalten hat? Die Liebe zu meinem Partner. Das Wissen, das er auch anders sein kann und ich ihn anders kennen gelernt habe. Die Hoffnung das er es doch noch erkennt, Das Wissen, das es eine Krankheit ist und das Gefühl ihn im Stich zu lassen, wenn ich ihm nicht helfe . Ich wollte nicht aufgeben.

    In guten wie in schlechten Zeiten!

    Zum Thema Sucht nach dem Partner: Ich war ganz klar süchtig, nach jeder noch so kleinen Aufmerksamkeit, nach jeder noch so kleinen Zuneigung, nach jeder noch so kleinen Liebesbekundung, weil auch das durch die Sucht immer weniger wurde. Ich habe ihn geliebt. Er war für mich ein Geschenk und ich wollte den Mann wieder zurück, den ich kennen gelernt hatte. Ich hab alles versucht um es ihm recht zu machen, ihm zu beweisen, das ich liebenswert bin und mich selbst dabei aufgegeben. Die Erkenntnis keine Chance mehr zu haben und ihn an den Alkohol verloren zu haben, hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Und ja ich hatte Entzugserscheinungen.

    Hallo Sternie,

    (Je länger er schweigt, umso mehr rede ich, weil ich hoffe, ihn irgendwie doch zu erreichen)...

    Wie ich dieses Schweigen kenne. Es ist soo zermürbend und schmerzhaft. Du versucht zu reden, aber es kommt einfach nicht an oder irgendwas zurück.

    Ich habe regelrechte Monologe geführt und ihm versucht zu erklären wie ich mich damit fühle, keine Chance.

    Cadda

    Erstmal Danke für diesen Text.

    Danach bildete ich mir ein, ich könne mit ihm eine Beziehung weiterführen, nur eben räumlich getrennt, weil ich ja nichts mehr von seinem Saufen mitbekommen würde und mich nur mit ihm treffen würde, wenn er nicht trinkt.

    Aber es drehte sich in Gedanken trotzdem alles um ihn und das Trinken. Ich fragte mich, ob wir uns wohl sehen können oder ob er sich nicht an die Abmachung hält und trinkt. Ich überlegte, was er wohl gerade macht, ob es ihm gut geht oder ob er schon irgendwo zusammengebrochen rumliegt. Ich habe mich ständig mit dem Thema beschäftigt, es hat mir Kraft geraubt und ich war ständig abhängig davon, wie er sich verhält, ob es mir und der Beziehung gut geht oder nicht.

    Gerade bei diesen Aussagen finde ich mich sowas von wieder.

    Danke das du mir das gerade nochmal so deutlich vor Augen geführt hast.

    Und hier finde ich liegt genau der Punkt.

    Sobald aber das innere Gefühl sich wünscht, dass es anders laufen würde und man sich trotzdem nicht trennen "kann",

    Man merkt innerlich, es stimmt was nicht, man ist so nicht glücklich, möchte aber nicht alles hinschmeißen und gleich aufgeben. Also versucht man alles damit es besser wird. Man kämpft. Man macht und tut, redet, bittet, etc.

    Der Partner beschwichtigt oder gelobt Besserung und es ändert sich für kurze Zeit etwas. Ob das jetzt Manipulation war oder ernst gemeint, man bekommt wieder Hoffnung. Träumt von einer glücklichen Zukunft.

    Aber dieses eigentliche innere Gefühl, ist dadurch nicht weg. Es wird nur unterdrückt.

    Bis es dann wieder von vorne los geht und das innere Gefühl wieder schreit und man wieder alles versucht den schönen besseren Zustand herzustellen.

    Ob das jetzt eine Beziehung mit einem Alkoholiker ist oder eine andere Art toxischer Beziehung.

    Es ist ein ewiger Kreislauf, wenn man nicht selbst was für sich ändert.

    Er versteht nicht, warum ich damit ein Problem habe, da er ja nicht ausfallend wird und ich dadurch keine Nachteile hätte. Ich finde darauf einfach keine standfeste Antwort, außer, dass es sich für mich nicht richtig anfühlt, mir Unbehagen bereitet, weil ich dem Alkohol nicht vertraue und ich diesen Ausdünstungs-Geruch am Tag danach einfach widerlich und abstoßend finde.

    Da liegt für mich schon eine ordentliche Portion Manipulation drin. Er redet dir ein keine Nachteile zu haben, aber dein Nachteil liegt schon darin, dass du den Geruch abstoßend findest und dich damit abfinden sollst.

    Du zweifelst bereits langsam an deinem Empfinden und die Grenze beginnt sich zu verschieben. So liest sich das für mich.

    Hab vertrauen in dein Empfinden und in dein Gefühl und in deine Grenze.

    Hallo Zusammen,

    Ich gebe mal hier ein kleines Update.

    Seit Weihnachten habe ich mit meinem Partner keinen Kontakt mehr. Er hat morgens noch Weihnachtsgrüße geschrieben und mich mit Guten Morgen mein Schatz begrüßt, um mich anschließend dann bis Silvester komplett zu ghosten. Es fühlte sich für mich, wie eine stille Trennung an.

    Ich habe nicht mehr reagiert und es dabei belassen.

    Ohne dieses Forum wäre ich vermutlich noch lange nicht soweit gewesen.

    An Silvester kam dann eine Standart Nachricht mit Neujahrswünschen, die er wohl an alle Bekannte geschickt hat. Eine Freundin von mir hat exakt die gleiche Nachricht bekommen. Na ja ich hätte noch nicht mal mehr damit gerechnet.

    Abends hat er mir dann noch eine schlimme Nachricht mitgeteilt, die mich selbst sehr geschockt und traurig gemacht hat.

    Ich mache mir echt Sorgen, das ihn dies noch weiter in die Sucht treibt.

    Ich habe ihm Hilfe angeboten, aber er hat es dankend abgelehnt.

    Seit dem ist auch wieder Funkstille.

    Es bringt mich aber gerade mächtig wieder ins wanken und ich kämpfe seit dem gegen den Drang ihm zu schreiben und zu fragen, wie es ihm geht.