Beiträge von hopeless

    warum können es Coabhängige nicht einfach so sehen, dass da zwei Leute völlig unterschiedliche Interessen und Wertvorstellungen haben

    Wenn jemand keine Kinder will, gehe ich davon aus, das er dies dann bereits im Vorfeld sagt und dann kann man für sich entscheiden ob man überhaupt eine Beziehung mit dieser Person eingehen will.

    Ein Alkoholiker sagt aber bestimmt nicht im Vorfeld, das er süchtig ist und nicht aufhören will. Oder gibt es hier jemanden der tatsächlich, bevor er die Beziehung einging, dem Partner klar gesagt hat: ich bin Alkoholiker und werde es definitiv nicht ändern?

    Hätte mein Ex damals zu mir gesagt, als ich ihn kennen lernte, er ist Alkoholiker und möchte das definitiv auch bleiben, wäre ich definitiv nicht mit ihm zusammen gekommen, weil ich es als Kind schon mit meinem Papa selbst erlebt hatte. Dann hätte ich im Vorfeld gewusst was auf mich zu kommt wird und ich hätte mich zwar auf eine Freundschaft eingelassen aber nicht auf eine Beziehung.

    Bei uns kam die Sucht aber schleichend in unser Leben, da waren wir schon ein paar Jahre zusammen. Wir hatten eine Beziehung auf Augenhöhe und ich habe meinen Partner ja ohne Sucht kennen gelernt. Es gab gemeinsame Interesse und Werte. Das man mal zusammen trinkt oder mit Freunden trinkt, war für mich normal. Da hab ich keine Sucht drin gesehen und es war ja auch eine funktionierende Beziehung.

    Als mir sein Trinkverhalten dann tatsächlich aufgefallen ist, weil es immer mehr wurde, habe ich versucht ihn darauf aufmerksam zu machen und ihm versucht erstmal zu erklären, wie ich mich damit fühle. Ich hab ihm nicht direkt gesagt, er muss sofort damit aufhören, sondern ich wollte das er versteht, was dies bei mir auslöst. Also hat er versucht zu reduzieren. Hätte er kontrolliert trinken können, wäre das für mich kein Thema gewesen. Das er das nicht mehr konnte und ein ernsteres Problem damit hat, hab ich erstmal selbst nicht wahr haben wollen und er ja auch nicht. Er war ja überzeugt das er kein Problem hat. Warum legt ein Alkoholiker Trinkpausen ein? Doch um sich selbst und vielleicht auch der Familie zu beweisen, das er es noch kontrollieren kann und kein Problem mit dem Trinken hat. Oder liege ich da falsch?

    Was mich so lange in der Co Abhängigkeit gehalten hat? Die Liebe zu meinem Partner. Das Wissen, das er auch anders sein kann und ich ihn anders kennen gelernt habe. Die Hoffnung das er es doch noch erkennt, Das Wissen, das es eine Krankheit ist und das Gefühl ihn im Stich zu lassen, wenn ich ihm nicht helfe . Ich wollte nicht aufgeben.

    In guten wie in schlechten Zeiten!

    Zum Thema Sucht nach dem Partner: Ich war ganz klar süchtig, nach jeder noch so kleinen Aufmerksamkeit, nach jeder noch so kleinen Zuneigung, nach jeder noch so kleinen Liebesbekundung, weil auch das durch die Sucht immer weniger wurde. Ich habe ihn geliebt. Er war für mich ein Geschenk und ich wollte den Mann wieder zurück, den ich kennen gelernt hatte. Ich hab alles versucht um es ihm recht zu machen, ihm zu beweisen, das ich liebenswert bin und mich selbst dabei aufgegeben. Die Erkenntnis keine Chance mehr zu haben und ihn an den Alkohol verloren zu haben, hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Und ja ich hatte Entzugserscheinungen.

    Hallo Sternie,

    (Je länger er schweigt, umso mehr rede ich, weil ich hoffe, ihn irgendwie doch zu erreichen)...

    Wie ich dieses Schweigen kenne. Es ist soo zermürbend und schmerzhaft. Du versucht zu reden, aber es kommt einfach nicht an oder irgendwas zurück.

    Ich habe regelrechte Monologe geführt und ihm versucht zu erklären wie ich mich damit fühle, keine Chance.

    Cadda

    Erstmal Danke für diesen Text.

    Danach bildete ich mir ein, ich könne mit ihm eine Beziehung weiterführen, nur eben räumlich getrennt, weil ich ja nichts mehr von seinem Saufen mitbekommen würde und mich nur mit ihm treffen würde, wenn er nicht trinkt.

    Aber es drehte sich in Gedanken trotzdem alles um ihn und das Trinken. Ich fragte mich, ob wir uns wohl sehen können oder ob er sich nicht an die Abmachung hält und trinkt. Ich überlegte, was er wohl gerade macht, ob es ihm gut geht oder ob er schon irgendwo zusammengebrochen rumliegt. Ich habe mich ständig mit dem Thema beschäftigt, es hat mir Kraft geraubt und ich war ständig abhängig davon, wie er sich verhält, ob es mir und der Beziehung gut geht oder nicht.

    Gerade bei diesen Aussagen finde ich mich sowas von wieder.

    Danke das du mir das gerade nochmal so deutlich vor Augen geführt hast.

    Und hier finde ich liegt genau der Punkt.

    Sobald aber das innere Gefühl sich wünscht, dass es anders laufen würde und man sich trotzdem nicht trennen "kann",

    Man merkt innerlich, es stimmt was nicht, man ist so nicht glücklich, möchte aber nicht alles hinschmeißen und gleich aufgeben. Also versucht man alles damit es besser wird. Man kämpft. Man macht und tut, redet, bittet, etc.

    Der Partner beschwichtigt oder gelobt Besserung und es ändert sich für kurze Zeit etwas. Ob das jetzt Manipulation war oder ernst gemeint, man bekommt wieder Hoffnung. Träumt von einer glücklichen Zukunft.

    Aber dieses eigentliche innere Gefühl, ist dadurch nicht weg. Es wird nur unterdrückt.

    Bis es dann wieder von vorne los geht und das innere Gefühl wieder schreit und man wieder alles versucht den schönen besseren Zustand herzustellen.

    Ob das jetzt eine Beziehung mit einem Alkoholiker ist oder eine andere Art toxischer Beziehung.

    Es ist ein ewiger Kreislauf, wenn man nicht selbst was für sich ändert.

    Er versteht nicht, warum ich damit ein Problem habe, da er ja nicht ausfallend wird und ich dadurch keine Nachteile hätte. Ich finde darauf einfach keine standfeste Antwort, außer, dass es sich für mich nicht richtig anfühlt, mir Unbehagen bereitet, weil ich dem Alkohol nicht vertraue und ich diesen Ausdünstungs-Geruch am Tag danach einfach widerlich und abstoßend finde.

    Da liegt für mich schon eine ordentliche Portion Manipulation drin. Er redet dir ein keine Nachteile zu haben, aber dein Nachteil liegt schon darin, dass du den Geruch abstoßend findest und dich damit abfinden sollst.

    Du zweifelst bereits langsam an deinem Empfinden und die Grenze beginnt sich zu verschieben. So liest sich das für mich.

    Hab vertrauen in dein Empfinden und in dein Gefühl und in deine Grenze.

    Hallo Zusammen,

    Ich gebe mal hier ein kleines Update.

    Seit Weihnachten habe ich mit meinem Partner keinen Kontakt mehr. Er hat morgens noch Weihnachtsgrüße geschrieben und mich mit Guten Morgen mein Schatz begrüßt, um mich anschließend dann bis Silvester komplett zu ghosten. Es fühlte sich für mich, wie eine stille Trennung an.

    Ich habe nicht mehr reagiert und es dabei belassen.

    Ohne dieses Forum wäre ich vermutlich noch lange nicht soweit gewesen.

    An Silvester kam dann eine Standart Nachricht mit Neujahrswünschen, die er wohl an alle Bekannte geschickt hat. Eine Freundin von mir hat exakt die gleiche Nachricht bekommen. Na ja ich hätte noch nicht mal mehr damit gerechnet.

    Abends hat er mir dann noch eine schlimme Nachricht mitgeteilt, die mich selbst sehr geschockt und traurig gemacht hat.

    Ich mache mir echt Sorgen, das ihn dies noch weiter in die Sucht treibt.

    Ich habe ihm Hilfe angeboten, aber er hat es dankend abgelehnt.

    Seit dem ist auch wieder Funkstille.

    Es bringt mich aber gerade mächtig wieder ins wanken und ich kämpfe seit dem gegen den Drang ihm zu schreiben und zu fragen, wie es ihm geht.

    Hallo releaseme

    Ja Kinder bekommen viel mehr mit, als wir selbst vermuten.

    Das war bei meinen beiden Kindern nicht anders.

    Dein Mann sieht seine Erkrankung einfach nicht.

    Es ist traurig, wenn man alles aufgeben muss, aber Du gewinnst auch wahnsinnig viel wieder zurück.

    Du kannst dein Leben und das deiner Kinder wieder selbst bestimmen und nach euren Wünschen gestalten. Du hast Unterstützung deiner Eltern. Du stehst nicht mehr unter seiner Kontrolle.

    Was er dir bieten wollte, war kein goldener Käfig, sondern nur ein Käfig.

    Ich wünsche Dir viel Kraft für die weiteren Schritte.

    Du hast bereits jetzt schon unglaublich viel Stärke bewiesen. Und genau das spüren deine Kinder auch.

    Hallo Jump,

    Das Co-Abhängigkeit keine Sucht ist, hast du gut erklärt. Dafür danke ich Dir. Hier sehe ich für mich selbst doch etwas klarer und hilft mir tatsächlich wieder einen anderen Blickwinkel zu bekommen.

    Nur mit der Aussage stimme ich nicht ganz überein.

    Natürlich tut eine Trennung weh. Das als Entzug zu bezeichnen finde ich jedoch vollkommen unpassend.

    Eine Trennung tut weh ja, aber mit einer plötzlichen Trennung gehen auf einen Schlag alle Glückshormone verloren.

    Das ist in der ersten Phase ein Entzug auf emotionaler Ebene und kann ähnliche Entzugserscheinungen hervorrufen wie bei einer Sucht.

    Bitte verstehe mich nicht falsch.

    Du hast recht was das Thema Liebeskummer angeht, aber die Symptome die ich zum Zeitpunkt hatte, waren denen eines Entzuges sehr ähnlich.

    Daher habe ich es schon als Entzug vom Partner und als Sucht nach dem Partner empfunden.

    Hallo Zusammen,

    Co ist doch auch eine Art Sucht, wenn ich das richtig verstanden habe. Wenn ich hier so quer lese, ist das sogar eine sehr schlimme, selbstzerstöreriche Sucht bei die / der Süchtige auch erst einmal den eigenen, induvellen Tiefpunkt erreichen muss um bereit zu werden, sich selber zu schützen.

    Der Meinung bin ich auch. Was für den Alkoholiker der Alkohol ist, ist für den/die Co der Partner/die Partnerin.

    Zumindest empfinde ich das für mich so.

    Durch die Alkoholsucht ist er/sie nicht mehr fähig die Liebe, die Aufmerksamkeit, die Zuneigung, die Nähe, die Wertschätzung und den Respekt zu geben, wie es vor der Sucht war.

    Und um das wieder zu bekommen wird alles dafür getan um ihm zu helfen.

    So war/ist es bei mir. Ich wollte/ will von ihm wieder gesehen werden, das Gefühl haben ihm wichtig zu sein, ihm mehr zu bedeuten, von ihm gebraucht zu werden. Ich habe gefleht, gebettelt, geheult, versucht ihm alles Recht zu machen, gehofft das er es sieht, gekämpft bis zu Selbstaufgabe.

    Ich kann nur von mir reden, aber als ich an diesem Tiefpunkt war und erkannt habe, das Alkohol wichtiger als die Liebe ist und ich keine Chance mehr habe, hatte ich regelrechte Entzugserscheinungen und die habe ich teilweise auch noch heute.

    Bei dem kleinsten lieben Wort, der kleinsten Versprechung flammt der Funke Hoffnung wieder auf, es könnte ja doch nochmal so wie früher werden und man steckt wieder in der Co Spirale fest.

    Hallo releasme,

    Als ich deinen Text eben gelesen habe, kam mir als erster Gedanke: Er hat es noch nicht begriffen. Er macht das nicht, weil er es für sich selbst wirklich will.

    Für mich liest sich das eher so, als wenn er direkt wieder zur Flasche greift, wenn du erstmal wieder bei ihm bist. Und das wird dann garantiert kein schönes Leben, so wie er es dir versucht einzureden. Es klingt nicht so als hätte er wirklich Einsicht. Eher im Gegenteil, versucht er dir damit ein schlechtes Gewissen zu machen.

    Du musst nicht mit ihm zusammen Essen nur weil er es will. Du kannst immer noch absagen, wenn du das Gefühl hast, dass es sich für dich gerade nicht richtig anfühlt.

    Eine Chance geben bedeutet nicht, dass du direkt nach seinen Bedürfnissen agieren musst und ihr jetzt wieder jeden Tag gemeinsam verbringen müsst. Höre auf dich selbst und auf das was du fühlst und wie es dir damit geht.

    Hallo Ihr Lieben,

    Ich wollte mal ein kleines Update im öffentlichen Bereich da lassen.

    Ich bin nicht verschwunden nur in die "Geschlossene" gewandert.

    Mein Partner und ich haben immer noch Kontakt, allerdings nur schriftlichen.

    Meine Tochter musste vor ca 2 Wochen ins Krankenhaus und da ich bei ihr im Krankenhaus war, hatte er sich bereit erklärt, sich um den Hund zu kümmern. Gesehen haben wir uns also zuletzt, als er mir meinen Hund zurück gebracht hat.

    Ich hab gemerkt, egal welche Fragen ich stelle, er fühlt sich anscheinend direkt kontrolliert und reagierte gereizt. Da reichte schon die Frage aus, wie es ihm geht und was er die Tage schönes gemacht hat.

    Ich muss also sehr genau überlegen, was ich sage und vorallem wie. Irrgendwie war das echt anstrengend.

    Er wollte nicht rein kommen, weil mein Sohn da war. Wir haben uns daher im Flur kurz unterhalten. Er ist dann auch sehr schnell wieder gegangen und ich stand etwas verwirrt da uns hab mich gefragt, was das jetzt eigendlich war und sollte.

    Die Art wie er schreibt ist so ganz anders, als die Art wie er sich verhält, wenn wir uns gegenüber stehen.

    Die Weihnachtszeit macht es mir schwer im Moment bei mir und den Kindern zu bleiben, da doch viele Erinnerungen gerade an vergangene Weihnachten wieder hoch kommen.

    Auch fehlt mir seine Familie sehr. Ich hab seine Familie echt gemocht.

    Es ist ein komisches Gefühl, das erste Weihnachten ohne ihn und seine Familie, aber ich versuche das Beste aus der Situation zu machen, ändern kann ich es nicht.

    Ich wünsche allen, trotz der schweren Zeiten, eine schöne Weihnachtszeit.

    Hallo releasme,

    Erstmal möchte ich dich ganz doll drücken.

    Das muss gerade richtig schwer für Dich sein.

    Du bist nicht allein. Hier gibt es sehr viele, die deine Zweifel verstehen.

    Und deine Frage

    Wie schaffe ich es weiterzugehen? Ist von euch wer gegangen trotz Liebe?

    Ich bin trotz Liebe gegangen.

    Auch er saß Ende Mai vor mir und hat sich tausendmal entschuldigt und hätte es jetzt eingesehen, mit dem kleinen Unterschied, dass er nur eine Trinkpause eingelegt hatte, nicht wirklich aufhören wollte und versuchen wollte kontrolliert zu trinken. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ebenfalls eine Wohnung in Aussicht und der Termin zum unterschreiben, des Mietvertrags stand in greifbarer Nähe.

    Damals habe ich ihm gesagt, dass ich den Mietvertrag dennoch unterschreiben werde und mir die Wohnung einrichten werde, aber bei ihm wohnen bleiben möchte. Er hatte dafür Verständnis. Hat mir sogar noch beim Möbelaufbau geholfen.

    Es war nie angedacht, das ich dort komplett einziehen werde. Es war für meine Kinder und mich lediglich eine Sicherheit. Auch wenn wir vielleicht niemals in dieser Wohnung übernachtet hätten, so hatte ich ein besseres Gefühl, weil ich wusste, ich kann jederzeit mit den Kindern dorthin, falls es eskaliert.

    Na ja letztendlich ist es dann doch so gekommen. Die Wohnung hatte ich ab 01.07. gemietet. Er hatte ganze 20 Tage nix getrunken. Dann ging das tägliche trinken wieder los und es wurde immer schlimmer und im betrunkenen Zustand kam dann dieser alles entscheidene Satz, der mich hat kapitulieren lassen. Seit 11.September sind wir fest in dieser Wohnung und ich bin froh, dass ich bereits die Wohnung hatte und nicht erneut hab suchen müssen.

    Ich empfinde nach wie vor Liebe für ihn. Ich hatte gehofft, das er mehr um die Beziehung und mich kämpfen würde, aber seine Worten entsprechen nicht seinen Taten. Er fehlt mir nach wie vor sehr und tatsächlich bei mir zu bleiben fällt mir nicht leicht.

    Aber es war die richtige Entscheidung, allein schon für meine Kinder.

    Ich hätte ab Anfang Jänner eine Wohnung - das war furchtbares Glück!! Es ist massiv schwierig was zu finden

    Letztendlich kann dir keiner die Entscheidung abnehmen, die Wohnung zu mieten.

    Aber wenn es das finanziell zulässt, die Wohnung trotzdem zu mieten, würde ich es tatsächlich zur eigenen Sicherheit wieder so machen. Denn diese Entscheidung für mich und die Kinder hier Vorzusorgen, habe ich nicht bereut.

    Würde ich wieder mit ihm zusammen ziehen? Aus heutiger Sicht vermutlich erst dann wieder, wenn seine und meine Kinder selbst ihr eigenes Leben haben und nicht mehr bei uns wohnen würden. Würde ich dann meine Wohnung wieder kündigen. Nein selbst dann nicht. Denn nochmal irgendwann komplett neu anfangen zu müssen, möchte ich für mich nicht mehr. So lange ich die Wohnung finanziell halten kann, werde ich diese auch behalten.

    Fühl dich gedrückt.

    Ich bin mir sicher, du wirst für Dich und deine Kinder die richtige Entscheidung treffen.

    Hallo Zusammen,

    Ich lese nach wie vor hier in allen Bereichen viel mit und auch einige Bücher die in den Buchempfehlungen auch erwähnt wurden.

    Es hilft mir tatsächlich die aktuellen Situationen besser einzuschätzen und zu akzeptieren und auch immer mehr bei mir zu bleiben. Auch verstehe ich mein eigenes Verhalten immer besser. Ja manchmal tut es noch verdammt weh, aber ich kann es besser einordnen und damit wird der Schmerz auch wieder weniger.

    Hier gab es auch eine Diskussion ob es sinnvoll ist sich als Alkoholiker zu bezeichnen oder nicht.

    Ich muss sagen, ja ist es und zwar auch für die Co-Seite. Die Akzeptanz der Erkrankung ist damit eine ganz andere.

    Zumindest ist das mein Empfinden.

    Ich selbst hab auch die meiste Zeit vom Alkoholproblem meines Partners gesprochen. Zwar habe ich ab und an ihn als Alkoholiker bezeichnet, aber insgeheim es nur als Alkoholproblem gesehen. Damit habe ich mir selbst als Co auch noch Türen offen gelassen, in dem ich gehofft habe ihm Helfen zu können oder ihm einen Schubs in die richtige Richtung geben zu können. Es irgendwie kontrollieren und selbst in den Griff bekommen zu können.

    Mittlerweile habe auch ich mir, als Co wirklich eingestanden, das es kein Alkoholproblem ist, sondern mein Partner Alkoholiker ist. Damit bekam das für mich wieder eine ganz andere Bedeutung. Es wurde mir klarer, dass ich ihm nicht helfen kann und nur er sich selbst helfen kann.

    Wir haben immer noch Kontakt und er wird mir auch vermutlich niemals egal sein, aber es fällt mir leichter, mich in bestimmten Situationen abzugrenzen und bei mir zu bleiben und besser damit um zugehen.

    Der Weg mir das selbst einzugestehen war lange und schmerzhaft. Die Einsicht kam tatsächlich erst diese Woche.

    Und wenn ich zurück blicke, wann ich mir tatsächlich das erste mal Sorgen über seinen Konsum gemacht habe, es aber nie angesprochen hatte, war der Weg wirklich lang, um genau zu sein 7 Jahre lang. Es gab immer wieder Situationen die mich tatsächlich gestört haben, ich aber nix gesagt habe, mir sein Konsum selbst versuchte zu entschuldigen, vielleicht weil ich mich auch selbst damit beruhigen wollte. Vielleicht weil man auch nicht als die nörgelnde Partnerin oder Spaßverderberin auftreten wollte und es als harmlos abgetan hat.

    Ich stelle mir immer mehr die Frage, ob ich nicht im geschützten Bereich mal meine Geschichte aufarbeiten sollte und mich dafür bewerben sollte. Dann kommt die Frage, wo es sinnvoller ist. Im EKA oder im CO Bereich?

    Auf beiden Seiten gibt es eine ganze Menge und ehrlich gesagt wüsste ich nicht, wo ich gerade zuerst anfangen sollte.

    Aber eins ist definitiv Fakt. Ohne dieses Forum, wäre ich jetzt nicht an dem Punkt, wo ich mich aktuelle befinde.

    Vermutlich würde ich immer noch verzweifelt versuchen die Erkrankung für Ihn in den Griff zu bekommen.

    Ich möchte daher nochmal allen danken, ob Co, EKA oder Alkoholiker. Eure Geschichten haben mir schon sehr geholfen.

    Danke Sonnenschein.

    Vermutlich hast du recht und es gibt keine wirkliche Normalität in diesen Situationen.

    Diese Zweifel kommen und gehen.

    Bei mir bleiben ist gar nicht so leicht, aber ich versuche es.

    Ändern kann ich sein Verhalten tatsächlich nicht, das kann nur er.

    Heute Morgen hatte ich mich mit einer guten Freundin ausgetauscht. Wir hatten uns vor langer Zeit aus den Augen verloren. Sie erzählte mir das ihr Opa und ihr Vater am Alkohol gestorben sind und ihr Bruder lange gebraucht hat um die Kurve zu bekommen.

    Das hatte mich wirklich erschreckt.

    Wenn man dies so hört, kommt es einem echt so vor, das in jeder 2 Familie jemamd an dieser Sucht leidet.

    Und die Dunkelziffer, weil man aus Scham nicht darüber spricht oder dem Betroffenen nicht schaden möchte, ist wohl noch viel höher.

    Hallo Zusammen,

    Ich wollte mal wieder ein kurzes Update geben.

    Was das schreiben angeht bemüht er sich tatsächlich immer noch. Ich hatte eigentlich schon längst damit gerechnet, dass auch das weniger wird oder ganz aufhört. Aber er schreibt seit 2 Wochen regelmäßig. Gesehen haben wir uns seit dem Spaziergang nicht mehr. Ehrlich gesagt, habe ich es auch nicht erwartet. Zeit hätte er gehabt. Hätte ich es mir gewünscht?- ja irgendwie schon. Habe ich es erwartet?-nein tatsächlich nicht. War ich enttäusch?-tatsächlich auch nicht.

    Ich merke wie ich oft die Worte in seinen Nachrichten anzweifel, ob dies tatsächlich so stimmt, was er schreibt.

    Ich merke aber auch, dass ich mich tatsächlich zu einem kompletten Kontaktabbruch zwingen müsste um mich selbst zu schützen, sollte es doch wieder in die andere Richtung gehen. Ob ich ihn jemals ganz loslassen kann bezweifel ich, da er immer der Mann sein wird, mit dem ich alt werden wollte.

    Dennoch, ich lese hier immer noch sehr viel mit und merke wie mir immer mehr bewusst wird, dass eine Zukunft, so wie ich es mir mit ihm gewünscht hätte auch dann nicht mehr funktionieren wird, selbst wenn er von heute auf morgen nüchtern wäre.

    Es ist viel Vertrauen verloren gegangen und es würde für uns beide verdammt viel Arbeit bedeuten.

    Es ist seltsam, dass ich mir darüber Gedanken mache, obwohl die Einsicht bei ihm ja noch in weiter Ferne liegt.

    Ich bin immer davon ausgegangen, dass wir die Vorstellung von einer gesunden Beziehung gemeinsam haben, aber oft frage ich mich ob es nur allein meine Vorstellung war.

    Mir kommen immer wieder Situationen in den Sinn, bei der mich tatsächlich Zweifel plagen, ob es nur meine Wunschvorstellung war.

    Das sind teilweise Situationen, bei denen ich mich dann Frage, warum ich das damals nicht erkannt oder übersehen hatte.

    Irgendwie fängt man nach und nach an gewisse Situationen in Frage zustellen.

    Ist das normal?

    Teilweise sind dies Situationen die ich in ähnlicher Form auch in der Narzisstischen Beziehung mit meinem Ex erlebt habe.

    Vielleicht kommen diese auch deshalb wieder so hoch, weil die Manipulationen seitens meinem Ex über meinen Sohn wieder enorm present sind und er bei meinem Sohn gerade das arme Opfer spielt. Er weiß das der Rückhalt meines Partners weggefallen ist und nutzt aktuell jede Chance um mich wieder zu kontrollieren, selbst wenn er damit seinem eigenen Kind schadet. Mein Sohn ist voll in der Pubertät und alle 14 Tage habe ich hier Diskussionen über Dinge die mein Ex über mich und meinen Partner abgelassen hat.

    Und tatsächlich war dies seltener der Fall, als ich meinen Partner noch an meiner Seite hatte.

    Das sind oft Momente, in denen ich merke wie sehr mir dieser Halt von meinem Partner geholfen hat und auch tasächlich fehlt.

    Einerseits kommen dann Zweifel ob meine Entscheidung zu gehen richtig war, weil es auch viele gute Erinnerungen gab und andererseits kommen wieder Erinnerungen hoch bei denen die Manupulationsversuche ähnlicher Natur waren.

    Dieses einerseits Zweifeln an bestimmten Situationen und andereseits Zweifeln an der Entscheidung zu gehen ist echt anstrengend.

    Es ist schwer zu erklären, aber versteht ihr was ich meine?

    Ist das wirklich normal?