Hallo Zusammen,
Ich hab hier im öffentlichen schon lange nichts mehr geschrieben.
Ich bin aktuell mehr im "geschlossenen" unterwegs.
Es war ein langes hin und her, aber ich habe mich vor einem Monat von ihm komplett verabschiedet.
Ich bin kein Mensch der eine Beziehung einfach auslaufen lässt oder ghostet.
Vor einem Monat hatten wir uns getroffen.
Da meinte er, er würde seit drei Monaten nicht mehr jeden Tag trinken und es würde ihm gut tun. Es würde ihm aktuell besser gehen und er würde viel Sport machen.
Er hat mir und der Gesamtsituation die Schuld gegeben, das er jeden Tag trinken musste. Der Alkohol wäre sein Anker gewesen um die Situation besser ertragen zu können und gleichzeitig meinte er, er wäre mit mir glücklich gewesen.
Genauso meinte er das er mich noch lieben würde und er oft einsam ist, aber es ihm aktuell trotzdem so besser geht und er hätte so viel zu tun und so viele Projekte und keine Zeit, deswegen konnte er sich auch nicht bei mir melden, auch wenn es für mich wie eine Ausrede klingen mag.
Er meinte jedesmal wenn wir uns sehen, würde es bei uns beiden nur wieder Wunden aufreißen, er würde mich noch lieben aber wüsste nicht wie es weiter gehen soll und ob es wirklich so gut ist, wenn es so weiter läuft.
Ich habe ihm gesagt, das ich definitiv keine Freundschaft plus brauche, sondern ihn als Partner an meiner Seite wollte.
Er hat zugegeben, dass der Alkohol die Beziehung irgendwo kaputt gemacht hat und er mich vernachlässigt hat und mich zum Schluss nicht mehr gesehen hat, aber er hätte keine andere Lösung als den Alkohol mehr gesehen.
Und dennoch trinkt er auch jetzt noch. Bei dem Treffen habe ich die leeren Flaschen gesehen. Von Einsicht ist das noch weit entfernt.
Letzendlich, habe ich mich an diesem Tag von ihm verabschiedet. Ich habe ihm gesagt, das ich für diese Beziehung gekämpft habe, aber keine Kraft mehr habe. Das ich ihn Liebe, aber ihn gehen lasse und das es eine der schwersten Entscheidungen ist, die ich für mich treffe.
Ich wünschte ihm von ganzem Herzen, das er glücklich wird, woraufhin er meinte, das er mit mir glücklich war. Ich habe ihm noch gesagt, dass ich ihm die Tage den Schlüssel zurück gebe. Er wollte nach meinem Auszug, das ich diesen behalte, weil er gehofft hatte, das ich vielleicht öfter mal vorbei kommen würde, aber so ohne Anmeldung wäre es ihm ja auch nicht recht gewesen.
Dann bin ich gefahren.
Zu Hause bin ich dann weinend zusammen gebrochen und war einfach nur fertig.
Es war ein Gespräch voller Widersprüche und es war das letzte mal, das wir uns gehört, gelesen oder gesehen haben.
Seinen Chat habe ich archiviert und seine Sachen und Erinnerungen aus meinem Sichtfeld entfernt.
Das war jetzt alles vor einem Monat.
Ich stecke definitiv mitten in der Verarbeitung und es gibt Situationen und Trigger, wo alles wieder nach oben kommt. Sowohl positive als auch negative Erinnerungen. Die Phasen wechseln sich ab von Trauer über das was war und das was hätte sein können, das Gefühl versagt zu haben und ob ich noch mehr hätte tun können, in Wut und Zorn auf ihn, auf die schei... Sucht und auch auf mich selbst, das ich so viele Situationen so lange mit gemacht und mich und die Kinder dem ausgesetzt hab. Ebenso wechseln Sie von "es ist für uns alle jetzt wirklich viel besser" in tiefe Enttäuschung das er nicht für uns gekämpft hat und es für mich den Eindruck macht, als wären ihm die ganzen Jahre der Beziehung und alles was noch hätte sein können sche...egal.
Auch habe ich vermehrt Träume in denen er und der Alkohol drin vor kommen. Manche davon sind so hirnrissig und ergeben noch nicht mal wirklich Sinn. Solche Phasen und Träume ziehen mich dann wieder derart nach unten, das ich mich am liebsten nur noch verkriechen möchte und es macht mich sooo unendlich müde und ich könnte nur noch schlafen.
Es ist ein auf und ab und ich weiß von mir selbst, dass wenn ich den Kontaktabbruch nicht strickt einhalte und ihn sehen würde, dass ich vermutlich nicht standhaft bleibe. Ein Grund weshalb ich auch noch nicht fähig war den Schlüssel zurück zu bringen. Einfach in den Briefkasten werfen möchte ich diesen jedoch nicht. Ich möchte sicher sein können, das er diesen auch tatsächlich erhalten hat. Daher werde ich das Thema Schlüssel erst in Angriff nehmen, wenn ich mich wirklich stabil genug dafür fühle.
Ich hab noch einiges bei mir selbst auf zu arbeiten und Muster die ich definitiv ablegen möchte und knabbere noch ganz schön an dem was alles war. Es geht doch weit über das hinaus, was ich hier im öffentlichen geschrieben habe.
Aber es gibt auch Phasen da geht es mir gut und ich fühle mich als wäre ich auf einem guten Weg, bekomme langsam meine Energie wieder zurück. Fühle mich ruhiger, fitter und ausgeglichener. Werde wieder vermehrt für meine Kinder und mich tätig.
Ich habe wieder mit dem Laufen angefangen. So schmeiße ich mich jeden zweiten Tag in die Sportklamotten und schnappe mir den Hund und powere mich im Wald aus. Das tut mir sooo dermaßen gut und ich merke wie mir auch das gefehlt hat. Etwas was ich früher schon gerne gemacht hatte und welches ich in der Suchtbeziehung hab schleichen lassen bzw. einfach keine Zeit mehr hatte. Ich hab mich da nur noch gehetzt und gestresst gefühlt.
Zeit. Ein kleines Wort mit großer Bedeutung. Mir fällt auf, wieviel Zeit ich auf einmal habe ohne diesen ständigen Druck und diese ständige Angst und das ich auch wieder vermehrt Interesse habe wieder alte Hobbys aufleben zu lassen.
Ich hatte mich so sehr in mein Schneckenhaus verkrochen und zurück gezogen, wollte nur noch Ruhe und einfach die Tage irgendwie überstehen.
Aber es wird von mal zu mal besser und ich traue mich langsam wieder da raus.
So ist demnächst ein Probetraining für meine Kids und mich in Selbstverteidigung gepant. Die Kinder wollten dies auch ausprobieren und da freuen wir uns alle drei schon drauf und ich vermutlich besonders. Das ist etwas was ich schon sooooo lange für mich machen wollte.
Ich habe ein halbes Jahr nach räumlicher Trennung noch um diese Beziehung gekämpft und gehofft, das es irgendwie doch noch klappt und es hat mich fertig gemacht.
Ich habe mich selbst damit fertig gemacht.
Gegen die Sucht hat man als Partner einfach keine Chance,
Alles Liebe
-hopeless-