Beiträge von Bibitor 66

    Hi Bibi,

    nur mal ein Gedanke, innere Unruhe muss nicht perse die Folge Deiner Abstinenz sein. Oder etwas zugespitzter, ich wäre sehr vorsichtig damit, etwas mit Alkohol zu verbinden. Denn das birgt die Gefahr, das sich der Gedanke weiter festsetzt, innere Unruhe, na klar, dann trinke ich mal wieder, dann geht das weg. Ich weiß nicht, ob Du verstehst, was ich meine.

    Ich persönlich verbinde mit meiner Sucht nur, das, was ich unbedingt muss. Nicht ein Fitzelchen mehr.

    Und zum Schluss ich finde es sehr gut, dass Du Dich trotz Waschung weiter austauscht.;)

    Hi Kazik,

    ja ich bin trotz Waschung noch hier. Aber diese Waschung hat mir trotzdem zugesetzt. Muss ich jetzt schreiben, denn vielleicht bin ich ja gestern auch deshalb so hibbelig gewesen. Ihr habt ja mit allem recht, aber ich habe berechtigte Gründe für mein Vorgehen. Gerne würde ich Euch die Hintergründe erklären. Das werde ich in ein paar Wochen tun. Ich bin hier um zu bleiben und die OP findet frühestens im März 2026 statt. Euch werden die Augen bluten. :) Nicht wegen der Hintergründe, sondern weil ich dazu etwas ausholen muss. Und wahrscheinlich auch wegen der Hintergründe.

    So long

    Bibi

    Ich bin kein alte Häsin, bei mir war das nach ein paar Monaten vorbei. Ich hatte das oft zu meinem Trinkzeiten, also am Wochenende. Jetzt genieße ich die Mehrzeit am Wochenende sehr.

    Danke Rina. Ja ich genieße die "Mehrzeit" und vor allem "die innere Ruhe-Zeit" sehr. Wenn das bei Dir nach ein paar Monaten weg war, beruhigt mich das sehr. :) Ich werde mich jetzt auch nicht mehr reinsteigern, sollte dieses Gefühl wieder auftauchen.

    LG

    Bibi

    Tag 115

    Heute bin ich schon früh wach geworden. Gestern war einfach nicht mein Tag. Es kann ja auch nicht jeden Tag "eitel Sonnenschein" herrschen. Zu meinen Unruhegefühlen habe ich gestern noch sehr lange nachgedacht. Ich kam dann darauf, dass ich diese Unruhegefühle auch in meiner Saufzeit hatte. Nämlich dann, wenn ich gehetzt und saufend versucht habe mein Tagespensum zu erfüllen. Aber durch das Feierabendbier, Belohnungsbier, Frustbier, Schlecht-Wetter-Bier usw. konnte ich meine Gefühle ja überhaupt nicht richtig wahrnehmen. Das übergeordnete Gefühl war immer RAUSCH. Nun mit dem trockenen Kopf muss ich lernen mit den Gefühlen umzugehen. Und das werde ich. Dann ist mir gestern auch noch klar geworden, dass wenn man seine Geschichte hier in "Stein meißelt" und das selbst wieder liest, merkt man wie unbarmherzig man mit sich und seinem Leben umgegangen ist. Jahrelanger Selbstmord auf Raten. Man hat sich saufend dies alles ja nicht vor Augen geführt. Aufgeschrieben hat man erst recht nichts. Außer den nächsten Strich auf dem Bierdeckel.

    Dann dachte ich auch noch, hier kommen so viele jüngere Menschen an. Das ganze Leben noch vor sich. Hoffentlich bleiben sie und lernen von den langjährig Trockenen. Ich habe darüber nachgedacht, warum ich das Forum nicht schon viel früher für mich genutzt habe (gibt es ja schon einige Jahre). Ganz einfach, weil ich nicht nach Hilfe gesucht hatte. Ich hatte meine vermeintliche Hilfe ja in einer Flasche. Leider musste ich einen so langen saufenden Weg auf mich nehmen, um an einem Punkt anzukommen, wo mir klar wurde, entweder weiter Saufen oder Sterben.

    Das war nun sozusagen mein "Wort zum Sonntag."

    Heute geht es mir gut. Die Sortierung meiner Gedanken und Eure Beiträge gestern haben mir sehr geholfen.

    LG

    Bibi

    Elly   Hartmut Ja Elly ich kenne den Notfallkoffer. Bei mir ist es wirklich ein kleiner silberner Koffer wo ich für mich wichtige Dinge reingepackt habe. Oft schon gebraucht, heute nicht. Trotzdem vielen Dank nochmal.

    Danke Hartmut. Das Forum hilft mir sehr. Und ich bleibe stark. Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich und meine Gesundheit zählen.

    Ich melde mich morgen wieder.

    Gute Nacht Euch allen + auch morgen trinke ich nichts!!!! Es geht mir gut.

    Spürst du echten Saufdruck oder ist es eher "nur" eine innere Unruhe?

    Manchmal ist es nicht der direkte Drang zu trinken, sondern eher diese innere Unruhe, die sich ausbreitet. Kennst du das vielleicht auch noch von früher? Manchmal hilft es einfach, dagegenzuhalten. Auf die Zähne zu beißen. Mit dem Wissen: Der Saufdruck ist temporär. Er geht vorbei.


    Ich selbst hatte nur einmal eine richtig schwere Phase, im ersten Jahr. Sonst war es das Übliche: Die Suchtstimme meldet sich, ich halte dagegen, tausche mich aus und blieb trocken.

    Es ist nur so eine innere Unruhe. Hibbelig. Als ob ich eine Kanne Kaffee getrunken hätte. Unangenehm einfach. Im Vergleich zu der totalen inneren Ruhe die ich inzwischen empfinden kann, ist dies das krasse Gegenteil davon. Mir kommt auf keinen Fall in den Sinn Alkohol zu trinken, aber das Gefühl nervt. Es ist schon weniger geworden. Manchmal tritt es 2 Tage nicht auf und dann wieder 2x am Tag.

    Ein zentraler Punkt, den du gut erkannt hast. Zeiten neu besetzen.

    Wenn Saufdruck aufkommt, ist das im Grunde nichts anderes als früher , ein Moment, in dem ich in der nassen Zeit einfach zum Glas gegriffen hätte. Diese Zeiten, in denen früher gesoffen wurde sollte bewusst und dauerhaft mit etwas anderem gefüllt werden.

    Nicht nur bei einem akutem Saufdruck, sondern auch dann, wenn bestimmte Rituale mit dem Trinken verbunden waren.

    So. Bibi ist wieder unten. Vorhin als ich schrieb, war das Gefühl gerade da. Dann turnte ich etwas auf meinem Stepper rum und nun kehrt meine geschätzte innere Ruhe wieder ein. Habt Ihr "alten Hasen" Erfahrungswerte, wie lange es dauert bis diese Unruhezustände aufhören? Ich vermute es ist unterschiedlich. Ich lasse mich natürlich nicht aus meinem Konzept bringen, aber das möchte ich nicht für immer haben.

    Grüße

    Bibi

    Hallo,

    ich bin noch nicht stabil. Ich hoffe das ich es werde. Zu Beginn hatte ich ja Suchtdruck. Es muss Suchtdruck gewesen sein, da mir dann auch immer das Suchthirn suggerierte "Trink was, dann geht es Dir besser." Habe ich nicht getan. Diese Unruhezustände bekomme ich immer noch. Nur das Suchthirn ist leiser. Es kann mich nicht dazu bewegen Alkohol zu trinken. Hier im Haushalt befindet sich seit Beginn keiner. Aber ich muss immer sofort in Bewegung kommen und etwas machen. Sonst geht diese Unruhe nicht weg. Es ist nicht ständig da. Es kommt meistens, wenn ich eben gerade nichts mache. Also auf dem Sofa liege. Ich lenke mich immer ab. Neuerdings auch wieder mit Stricken. Aber das Gefühl mag ich gar nicht. Ich hoffe es kommt irgendwann gar nicht mehr. Ich bleibe eisern. Ich trinke nichts. Basta.

    LG

    Bibi

    Hallo Bibitor 66 , bevor ich mich gleich für die Arbeit fertigmache will ich Dir rasch einen Willkommensgruß da lassen. :)

    Viele Grüße,

    ST

    Hallo Seiltaenzerin,

    Danke für den Willkommensgruß. Auch Dich habe ich immer wieder gelesen. Es sind doch wirklich alles so interessante Lebensläufe mit der Sucht. Überall kann ich für mich etwas rauspicken. Viele starke Worte bzw. Zitate habe ich mir vor dem Start in die Abstinenz aufgeschrieben und habe sie mir an meinen Kühlschrank geheftet. Damit ich sie immer wieder lesen kann.

    LG

    Bibi

    Hallo Hartmut,

    schön das Du Dich meldest. Deine Beiträge sind mir, vor der Anmeldung hier, am meisten aufgefallen. Sie sind mahnend und sprechen aus langer Erfahrung. Deshalb erst mal herzlichen Glückwunsch zu Deinen 18 Jahren. Ich rede mir nicht ein "ich funktioniere", ich wollte einfach nur schreiben wie sich bei mir alles verhielt. Ich behaupte auch nicht ich bin zu 100% stabil. Das wäre wirklich total überheblich und die sogenannte "Blitztrocknung". Nein ich muss weiter an meinem nüchternen Leben arbeiten. Das tue ich jeden Tag. Denn nur nichts Trinken reicht nicht.

    Bei mir schleicht sich immer mehr die Freude an der Nüchternheit ein. Natürlich muss ich weiter an mir arbeiten. Ich will nie wieder in den stressigen Alltag zurück, den ich geführt habe. Es ist alles leichter geworden. Trotzdem bin ich wachsam und werde es bleiben. Deshalb bin ich hier. Mit dem Lesen und nun auch mit Euch schreiben, fühle ich mich sehr sicher, es endlich zu schaffen.

    LG

    Bibi

    Dann überlege Dir schon mal eine gute Ausrede, wieso zu das nächste verschriebene Medikament nicht nehmen kannst, weil es Alkohol enthält.

    Hallo Alex,

    das wäre echt das kleinste Problem. Da würde ich nach einer Alternative ohne Alkohol fragen. Mein Arzt würde mich nicht mal fragen warum und würde für mich nach einer Alternative schauen. Ich achte ständig auf die Inhaltsstoffe seit 114 Tagen. Gleich zu Beginn habe ich 2 meiner liebsten Bodysprays entsorgt, die rochen auf einmal nach Alkohol. Bei dem einen stand es tatsächlich auch auf der Rückseite. Bei dem anderen konnte ich nichts entdecken und habe trotzdem beide entsorgt. Meine Nase ist sowieso sehr empfindlich geworden.

    LG

    Bibi

    Mein Leben mit der Sucht:

    als es bei mir mit 15 Jahren los ging, war es gleich heftig, begrenzte sich aber auf die Wochenenden. Party hier und Party da. Niemals wäre mir in den Sinn gekommen, in einem Club, Diskothek oder Kneipe was anderes zu trinken als Alkohol. Da waren immer viele vermeintliche "Freunde" um mich, die sich auch an allen Spirituosen erfreuten. (Einige haben ihren Weg nicht überlebt). Unmengen Tequila hat man da gesoffen. Es war ja so cool an der Zitrone zu lutschen. Schon da bin ich in der Öffentlichkeit nie aufgefallen. Bevor mir die Lichter ausgingen, habe ich mich immer nach Hause fahren lassen, oder habe mir ein Taxi bestellt. Ich muss dazu schreiben, dass ich mit 15 schon mein eigenes Geld verdient habe. Da steckte ich noch in der Ausbildung. Dieses Treiben setzte sich bis bis zu meinem 23 Lebensjahr fort. Da erfuhr ich dann von meiner ersten Schwangerschaft und habe den Alkohol sofort eingestellt. Als das Kind da war, war es rum mit Partyleben. Die vielen Verpflichtungen konnte ich nur nüchtern erfüllen. Mit 25 bekam ich mein zweites Kind. Ab da hatte ich erst recht keine Zeit mehr für wilde Partys und sie haben mich auch nicht interessiert. Als meine Kinder dann in den Kindergarten und die Schule gingen, begann meine Sekt-Zeit. Ich liebte Sekt. Schon wenn die Kids morgens aus dem Haus waren, knallte der Korken. Ich begann mit der Hausarbeit und was so zu erledigen war und trank bis 13 Uhr die Flasche leer. Da kamen die Kinder nach Hause. Ich war nie völlig out of order, aber gut angeschiggert. Es kam am Abend auch nichts mehr hinzu. Immer schön eine Flasche Sekt.

    Als die Kinder größer waren, bin ich an den Wochenenden auch mal wieder in hiesige Kneipen. Dort war der Konsum immer höher, als wenn ich alleine zu Hause trank.

    Ab meinem 40 Lebensjahr konnte ich keinen Sekt oder Wein mehr trinken. Mein Magen vertrug die viele Kohlensäure überhaut nicht mehr. Auch alle "Kurzen" kamen nicht mehr in meine Kehle. Selbst beim guten Griechen verzichtete ich auf den obligatorischen Ouzo und gab ihn an meine Begleitung weiter.

    Mein oberstes Gebot war immer "behalte Deine Fassade". Wenn öffentliche Feste in unserer Umgebung waren, waren wir dort auch immer wieder mal, aber dort trank ich keinen Alkohol. Mir hätte ja sonst wer von der Arbeit begegnen können. Auch bei der Arbeit war es vor paar Jahren noch üblich, an Jubiläen, Geburtstagen usw. gemeinsam Sekt zu trinken. Ich habe immer nur Orangensaft getrunken. Ich wollte nicht mit einem roten Kopf auffallen.

    Ich glaube was ich da gelebt habe, nennt sich "funktionierender Alkoholiker". Ja ich habe funktioniert. Aber es war mehr als anstrengend. Auch wenn ich häufig dann alleine zu Hause trank (ohne Verharmlosung = Bier), war ich nicht immer komplett abgeschossen. Wenn ich es aber war, bin ich auch nicht an unser Festnetztelefon wenn es klingelte oder an die Haustüre. Man hätte ja hören oder sehen können das ich voll bin. Furchtbar alles.

    Der hier immer wieder auftauchende Spruch "das erste Glas stehen lassen" ergibt für mich einen großen Sinn. Denn nach dem ersten Glas konnte ich nie aufhören.

    LG

    Bibi

    Bibitor, salve in nostro circulo!

    Der sehr treffenden Nick und Deine ersten Beiträge lesen sich für mich wie gut durchdachte Planung & Durchführung.
    Wie bist Du auf dieses alte und seltene Wort gekommen?

    Nach einem ersten abstinenten Vierteljahr ist eine gewisse Stabilisierung erreicht. Ob noch unter (Rest)Euphorie oder bereits durchgehender Ausgeglichenheit - das kannst nur Du selbst richtig abschätzen. Bei mir begann etwa ab da eine sehr vorsichtige Zuversichtlichkeit, die sich bis zum nächsten Etappenziel ½ Jahr spürbar verfestigte.

    Was ich früher mal von den AA mitnahm, war das Tag für Tag/nur für heute/für 24 Stunden ... das erste Glas stehen zu lassen. Das wichtigste Wort hier aus dem Forum war und ist das Wort RESPEKT - vor der Sucht/vor dem Alkohol. Das lege ich Dir ganz besonders für die nächsten Monate nah - im Sinne des Beitrags von Carl Friedrich .

    Guten Morgen Oskar,

    ich musste Dich nun noch mal zitieren. Denn ohne das Zitieren bekommst Du gar nicht mit, dass ich Dir in meinem Faden geantwortet habe. :) Auch wieder so eine Erkenntnis am frühen Morgen. Schaust Du bitte noch mal in meinen Faden, falls Du meine Antwort nicht doch schon gesehen hast.

    LG

    Bibi

    Was hast Du denn für einen Arzt? Ich dachte, alle Ärzte haben Schweigepflicht.

    Auch bei einer OP ist es sehr wichtig, das anzugeben. Ich hatte eine und habe das nicht angegeben. Weil ich mir ja sicher war, dass ich gar kein Alkoholiker bin. Die Bestäubung hat nicht gewirkt und ich habe mir die Lunge aus dem Hals geschrien vor Schmerzen.

    Das ist also eine Erfahrung. Kein "ich habe irgendwo gehört...".

    Hallo lieber Alex,

    es tut mir sehr leid, dass Du so schlimme Erfahrungen machen musstest. Bei mir war es nicht so. Ich mag hier jetzt auch nicht über meine "ePA" sprechen, aber ich hatte in meinem Leben schon einige OP´s und musste nie so etwas erleben. Ich bin bei meinen Ärzten gut aufgehoben.

    LG

    Bibi

    Das klingt einerseits kompliziert, andererseits erscheinst du sehr durchdacht und stabil. Ich wünsche dir, dass alles bald wieder in die Spur kommt und deine Abstinenz deine Stärke bleibt.

    Liebe Grüße

    Mattie

    Liebe Mattie,

    ja es ist kompliziert. Ich kann hier aber die ganzen Hintergründe nicht schreiben, weil ich es sonst gleich in unser "Dorfblättle" setzen könnte und erkannt werde. Ich habe mich ja aufgrund der Anonymität hier angemeldet. Tatsächlich habe ich alles durchdacht und fühle mich stabil. Meine Trockenlegung hat schon vor der Trocknung begonnen. Mit meiner Sauferei habe ich schon mindestens 5 Jahre ständig gehadert. Immer wieder aufgehört zu trinken. Aber das bekannte Suchthirn kam doch wieder an. Die letzten 3 Jahre dachte ich, ich bin besonders schlau und hielt mich an die Vorgaben der BZgA (jetzt BIÖG)2 Tage in der Woche nicht zu trinken. Das hat prima geklappt. Dienstag und Donnerstag gab es nichts. Aber das machte auch keinen Sinn, wenn man sich die restlichen 5 Tage der Woche abschießt. Ich habe nur gute Ärzte um mich rum. Deshalb wundere ich mich auch, das nie einer etwas bemerkt hat. Ich halte mich nicht für einen besseren "Alki", doch konnte ich zu wichtigen Terminen die ich wahrnehmen musste (auch beruflich) immer auf Alkohol verzichten. Mein Versteckspiel eben. Und mit diesem muss Schluss sein, da ich mich nur selbst belüge. HEUTE TRINKE ICH NICHTS!

    LG

    Bibi

    Hi Bibi,

    leider muss ich Dich diesbezüglich enttäuschen.;)

    Das wage ich zu bezweifeln. Denn Deine Ärzt*innen können Gefahren nur erkennen, wenn sie von Deiner Alkoholkrankheit wissen. Und wie geschrieben, die haben alle Schweigepflicht. Und ich bin auch nicht sicher, ob Du verstanden hast, das Du mit verschweigen schon an diesem ersten Punkt anfängst Dir gewaltig die Karten zu legen. Dann geht die Heimlichkeit weiter und weiter und eine solche Chance lässt sich die Sucht nicht entgehen.

    Zu dem mal aus meiner Sicht. Wenn Du es nicht schaffst stabil abstinent werden, wirst Du Dir über die anderen Punkte, die Du aufzählst, eher früher als später nicht nur Sorgen machen, sondern Du kannst sie gleich in die Tonne treten. Denn die Sucht holt sich das alles. Oberste Priorität heißt eben genau das.

    Mit was musst Du mich enttäuschen? Das nun doch noch der Fön ums Eck kommt. Ich habe doch erklärt das die Sache kompliziert ist. Ich kann jetzt nicht noch mit meiner Alkoholerkrankung (die nie erkannt wurde) ums Eck kommen, da mir dann der Geldhahn zugedreht wird. Ich bin auch nicht auf der Suche nach einem Hintertürchen. Oberste Priorität hat meine Abstinenz. Klar wenn ich von nirgends mehr Kohle her bekomme, wenn ich mich jetzt unpassend beim Arzt oute, hätte ich auch keine Kohle für Alk. Lass es bitte gut sein. Ich muss sonst jedes meiner geschriebenen Worte auf die Goldwaage legen. Das möchte ich aber nicht. Ich möchte ehrlich zu Euch sein. Und das bin ich.

    LG

    Bibi

    Hallo Oskar,

    bibitor aus dem latain für Alkoholiker fand ich sehr passend. Im Moment denke ich tatsächlich noch so, heute trinke ich nicht. Ich zähle die einzelnen Tage. Jeden Abend wenn ich zu Bett gehe, sage ich mir, so und morgen trinkst Du auch nichts. Ich habe kein Verlangen nach Alkohol. Im Gegenteil. Ich habe regelrechte Angst vor ihm. Ich bin aber nicht am Kämpfen. Es fällt mir leicht. Einen täglichen Kampf hatte ich als ich noch trank. Ich nehme mir Deine Worte sehr zu Herzen. Auch die Worte von Carl Friedrich habe ich verinnerlicht. Ihr Langzeittrockenen seid meine Vorbilder. Ihr wisst von was Ihr redet. Durch Eure Erfahrungen hoffe ich endlich die Kurve zu kriegen. RESPEKT vor der Sucht habe ich. Das muss Grundvoraussetzung sein um Trocken zu bleiben.

    Danke + LG

    Bibi