Beiträge von Bibitor 66

    Ein zentraler Punkt, den du gut erkannt hast. Zeiten neu besetzen.

    Wenn Saufdruck aufkommt, ist das im Grunde nichts anderes als früher , ein Moment, in dem ich in der nassen Zeit einfach zum Glas gegriffen hätte. Diese Zeiten, in denen früher gesoffen wurde sollte bewusst und dauerhaft mit etwas anderem gefüllt werden.

    Nicht nur bei einem akutem Saufdruck, sondern auch dann, wenn bestimmte Rituale mit dem Trinken verbunden waren.

    So. Bibi ist wieder unten. Vorhin als ich schrieb, war das Gefühl gerade da. Dann turnte ich etwas auf meinem Stepper rum und nun kehrt meine geschätzte innere Ruhe wieder ein. Habt Ihr "alten Hasen" Erfahrungswerte, wie lange es dauert bis diese Unruhezustände aufhören? Ich vermute es ist unterschiedlich. Ich lasse mich natürlich nicht aus meinem Konzept bringen, aber das möchte ich nicht für immer haben.

    Grüße

    Bibi

    Hallo,

    ich bin noch nicht stabil. Ich hoffe das ich es werde. Zu Beginn hatte ich ja Suchtdruck. Es muss Suchtdruck gewesen sein, da mir dann auch immer das Suchthirn suggerierte "Trink was, dann geht es Dir besser." Habe ich nicht getan. Diese Unruhezustände bekomme ich immer noch. Nur das Suchthirn ist leiser. Es kann mich nicht dazu bewegen Alkohol zu trinken. Hier im Haushalt befindet sich seit Beginn keiner. Aber ich muss immer sofort in Bewegung kommen und etwas machen. Sonst geht diese Unruhe nicht weg. Es ist nicht ständig da. Es kommt meistens, wenn ich eben gerade nichts mache. Also auf dem Sofa liege. Ich lenke mich immer ab. Neuerdings auch wieder mit Stricken. Aber das Gefühl mag ich gar nicht. Ich hoffe es kommt irgendwann gar nicht mehr. Ich bleibe eisern. Ich trinke nichts. Basta.

    LG

    Bibi

    Hallo Bibitor 66 , bevor ich mich gleich für die Arbeit fertigmache will ich Dir rasch einen Willkommensgruß da lassen. :)

    Viele Grüße,

    ST

    Hallo Seiltaenzerin,

    Danke für den Willkommensgruß. Auch Dich habe ich immer wieder gelesen. Es sind doch wirklich alles so interessante Lebensläufe mit der Sucht. Überall kann ich für mich etwas rauspicken. Viele starke Worte bzw. Zitate habe ich mir vor dem Start in die Abstinenz aufgeschrieben und habe sie mir an meinen Kühlschrank geheftet. Damit ich sie immer wieder lesen kann.

    LG

    Bibi

    Hallo Hartmut,

    schön das Du Dich meldest. Deine Beiträge sind mir, vor der Anmeldung hier, am meisten aufgefallen. Sie sind mahnend und sprechen aus langer Erfahrung. Deshalb erst mal herzlichen Glückwunsch zu Deinen 18 Jahren. Ich rede mir nicht ein "ich funktioniere", ich wollte einfach nur schreiben wie sich bei mir alles verhielt. Ich behaupte auch nicht ich bin zu 100% stabil. Das wäre wirklich total überheblich und die sogenannte "Blitztrocknung". Nein ich muss weiter an meinem nüchternen Leben arbeiten. Das tue ich jeden Tag. Denn nur nichts Trinken reicht nicht.

    Bei mir schleicht sich immer mehr die Freude an der Nüchternheit ein. Natürlich muss ich weiter an mir arbeiten. Ich will nie wieder in den stressigen Alltag zurück, den ich geführt habe. Es ist alles leichter geworden. Trotzdem bin ich wachsam und werde es bleiben. Deshalb bin ich hier. Mit dem Lesen und nun auch mit Euch schreiben, fühle ich mich sehr sicher, es endlich zu schaffen.

    LG

    Bibi

    Dann überlege Dir schon mal eine gute Ausrede, wieso zu das nächste verschriebene Medikament nicht nehmen kannst, weil es Alkohol enthält.

    Hallo Alex,

    das wäre echt das kleinste Problem. Da würde ich nach einer Alternative ohne Alkohol fragen. Mein Arzt würde mich nicht mal fragen warum und würde für mich nach einer Alternative schauen. Ich achte ständig auf die Inhaltsstoffe seit 114 Tagen. Gleich zu Beginn habe ich 2 meiner liebsten Bodysprays entsorgt, die rochen auf einmal nach Alkohol. Bei dem einen stand es tatsächlich auch auf der Rückseite. Bei dem anderen konnte ich nichts entdecken und habe trotzdem beide entsorgt. Meine Nase ist sowieso sehr empfindlich geworden.

    LG

    Bibi

    Mein Leben mit der Sucht:

    als es bei mir mit 15 Jahren los ging, war es gleich heftig, begrenzte sich aber auf die Wochenenden. Party hier und Party da. Niemals wäre mir in den Sinn gekommen, in einem Club, Diskothek oder Kneipe was anderes zu trinken als Alkohol. Da waren immer viele vermeintliche "Freunde" um mich, die sich auch an allen Spirituosen erfreuten. (Einige haben ihren Weg nicht überlebt). Unmengen Tequila hat man da gesoffen. Es war ja so cool an der Zitrone zu lutschen. Schon da bin ich in der Öffentlichkeit nie aufgefallen. Bevor mir die Lichter ausgingen, habe ich mich immer nach Hause fahren lassen, oder habe mir ein Taxi bestellt. Ich muss dazu schreiben, dass ich mit 15 schon mein eigenes Geld verdient habe. Da steckte ich noch in der Ausbildung. Dieses Treiben setzte sich bis bis zu meinem 23 Lebensjahr fort. Da erfuhr ich dann von meiner ersten Schwangerschaft und habe den Alkohol sofort eingestellt. Als das Kind da war, war es rum mit Partyleben. Die vielen Verpflichtungen konnte ich nur nüchtern erfüllen. Mit 25 bekam ich mein zweites Kind. Ab da hatte ich erst recht keine Zeit mehr für wilde Partys und sie haben mich auch nicht interessiert. Als meine Kinder dann in den Kindergarten und die Schule gingen, begann meine Sekt-Zeit. Ich liebte Sekt. Schon wenn die Kids morgens aus dem Haus waren, knallte der Korken. Ich begann mit der Hausarbeit und was so zu erledigen war und trank bis 13 Uhr die Flasche leer. Da kamen die Kinder nach Hause. Ich war nie völlig out of order, aber gut angeschiggert. Es kam am Abend auch nichts mehr hinzu. Immer schön eine Flasche Sekt.

    Als die Kinder größer waren, bin ich an den Wochenenden auch mal wieder in hiesige Kneipen. Dort war der Konsum immer höher, als wenn ich alleine zu Hause trank.

    Ab meinem 40 Lebensjahr konnte ich keinen Sekt oder Wein mehr trinken. Mein Magen vertrug die viele Kohlensäure überhaut nicht mehr. Auch alle "Kurzen" kamen nicht mehr in meine Kehle. Selbst beim guten Griechen verzichtete ich auf den obligatorischen Ouzo und gab ihn an meine Begleitung weiter.

    Mein oberstes Gebot war immer "behalte Deine Fassade". Wenn öffentliche Feste in unserer Umgebung waren, waren wir dort auch immer wieder mal, aber dort trank ich keinen Alkohol. Mir hätte ja sonst wer von der Arbeit begegnen können. Auch bei der Arbeit war es vor paar Jahren noch üblich, an Jubiläen, Geburtstagen usw. gemeinsam Sekt zu trinken. Ich habe immer nur Orangensaft getrunken. Ich wollte nicht mit einem roten Kopf auffallen.

    Ich glaube was ich da gelebt habe, nennt sich "funktionierender Alkoholiker". Ja ich habe funktioniert. Aber es war mehr als anstrengend. Auch wenn ich häufig dann alleine zu Hause trank (ohne Verharmlosung = Bier), war ich nicht immer komplett abgeschossen. Wenn ich es aber war, bin ich auch nicht an unser Festnetztelefon wenn es klingelte oder an die Haustüre. Man hätte ja hören oder sehen können das ich voll bin. Furchtbar alles.

    Der hier immer wieder auftauchende Spruch "das erste Glas stehen lassen" ergibt für mich einen großen Sinn. Denn nach dem ersten Glas konnte ich nie aufhören.

    LG

    Bibi

    Bibitor, salve in nostro circulo!

    Der sehr treffenden Nick und Deine ersten Beiträge lesen sich für mich wie gut durchdachte Planung & Durchführung.
    Wie bist Du auf dieses alte und seltene Wort gekommen?

    Nach einem ersten abstinenten Vierteljahr ist eine gewisse Stabilisierung erreicht. Ob noch unter (Rest)Euphorie oder bereits durchgehender Ausgeglichenheit - das kannst nur Du selbst richtig abschätzen. Bei mir begann etwa ab da eine sehr vorsichtige Zuversichtlichkeit, die sich bis zum nächsten Etappenziel ½ Jahr spürbar verfestigte.

    Was ich früher mal von den AA mitnahm, war das Tag für Tag/nur für heute/für 24 Stunden ... das erste Glas stehen zu lassen. Das wichtigste Wort hier aus dem Forum war und ist das Wort RESPEKT - vor der Sucht/vor dem Alkohol. Das lege ich Dir ganz besonders für die nächsten Monate nah - im Sinne des Beitrags von Carl Friedrich .

    Guten Morgen Oskar,

    ich musste Dich nun noch mal zitieren. Denn ohne das Zitieren bekommst Du gar nicht mit, dass ich Dir in meinem Faden geantwortet habe. :) Auch wieder so eine Erkenntnis am frühen Morgen. Schaust Du bitte noch mal in meinen Faden, falls Du meine Antwort nicht doch schon gesehen hast.

    LG

    Bibi

    Was hast Du denn für einen Arzt? Ich dachte, alle Ärzte haben Schweigepflicht.

    Auch bei einer OP ist es sehr wichtig, das anzugeben. Ich hatte eine und habe das nicht angegeben. Weil ich mir ja sicher war, dass ich gar kein Alkoholiker bin. Die Bestäubung hat nicht gewirkt und ich habe mir die Lunge aus dem Hals geschrien vor Schmerzen.

    Das ist also eine Erfahrung. Kein "ich habe irgendwo gehört...".

    Hallo lieber Alex,

    es tut mir sehr leid, dass Du so schlimme Erfahrungen machen musstest. Bei mir war es nicht so. Ich mag hier jetzt auch nicht über meine "ePA" sprechen, aber ich hatte in meinem Leben schon einige OP´s und musste nie so etwas erleben. Ich bin bei meinen Ärzten gut aufgehoben.

    LG

    Bibi

    Das klingt einerseits kompliziert, andererseits erscheinst du sehr durchdacht und stabil. Ich wünsche dir, dass alles bald wieder in die Spur kommt und deine Abstinenz deine Stärke bleibt.

    Liebe Grüße

    Mattie

    Liebe Mattie,

    ja es ist kompliziert. Ich kann hier aber die ganzen Hintergründe nicht schreiben, weil ich es sonst gleich in unser "Dorfblättle" setzen könnte und erkannt werde. Ich habe mich ja aufgrund der Anonymität hier angemeldet. Tatsächlich habe ich alles durchdacht und fühle mich stabil. Meine Trockenlegung hat schon vor der Trocknung begonnen. Mit meiner Sauferei habe ich schon mindestens 5 Jahre ständig gehadert. Immer wieder aufgehört zu trinken. Aber das bekannte Suchthirn kam doch wieder an. Die letzten 3 Jahre dachte ich, ich bin besonders schlau und hielt mich an die Vorgaben der BZgA (jetzt BIÖG)2 Tage in der Woche nicht zu trinken. Das hat prima geklappt. Dienstag und Donnerstag gab es nichts. Aber das machte auch keinen Sinn, wenn man sich die restlichen 5 Tage der Woche abschießt. Ich habe nur gute Ärzte um mich rum. Deshalb wundere ich mich auch, das nie einer etwas bemerkt hat. Ich halte mich nicht für einen besseren "Alki", doch konnte ich zu wichtigen Terminen die ich wahrnehmen musste (auch beruflich) immer auf Alkohol verzichten. Mein Versteckspiel eben. Und mit diesem muss Schluss sein, da ich mich nur selbst belüge. HEUTE TRINKE ICH NICHTS!

    LG

    Bibi

    Hi Bibi,

    leider muss ich Dich diesbezüglich enttäuschen.;)

    Das wage ich zu bezweifeln. Denn Deine Ärzt*innen können Gefahren nur erkennen, wenn sie von Deiner Alkoholkrankheit wissen. Und wie geschrieben, die haben alle Schweigepflicht. Und ich bin auch nicht sicher, ob Du verstanden hast, das Du mit verschweigen schon an diesem ersten Punkt anfängst Dir gewaltig die Karten zu legen. Dann geht die Heimlichkeit weiter und weiter und eine solche Chance lässt sich die Sucht nicht entgehen.

    Zu dem mal aus meiner Sicht. Wenn Du es nicht schaffst stabil abstinent werden, wirst Du Dir über die anderen Punkte, die Du aufzählst, eher früher als später nicht nur Sorgen machen, sondern Du kannst sie gleich in die Tonne treten. Denn die Sucht holt sich das alles. Oberste Priorität heißt eben genau das.

    Mit was musst Du mich enttäuschen? Das nun doch noch der Fön ums Eck kommt. Ich habe doch erklärt das die Sache kompliziert ist. Ich kann jetzt nicht noch mit meiner Alkoholerkrankung (die nie erkannt wurde) ums Eck kommen, da mir dann der Geldhahn zugedreht wird. Ich bin auch nicht auf der Suche nach einem Hintertürchen. Oberste Priorität hat meine Abstinenz. Klar wenn ich von nirgends mehr Kohle her bekomme, wenn ich mich jetzt unpassend beim Arzt oute, hätte ich auch keine Kohle für Alk. Lass es bitte gut sein. Ich muss sonst jedes meiner geschriebenen Worte auf die Goldwaage legen. Das möchte ich aber nicht. Ich möchte ehrlich zu Euch sein. Und das bin ich.

    LG

    Bibi

    Hallo Oskar,

    bibitor aus dem latain für Alkoholiker fand ich sehr passend. Im Moment denke ich tatsächlich noch so, heute trinke ich nicht. Ich zähle die einzelnen Tage. Jeden Abend wenn ich zu Bett gehe, sage ich mir, so und morgen trinkst Du auch nichts. Ich habe kein Verlangen nach Alkohol. Im Gegenteil. Ich habe regelrechte Angst vor ihm. Ich bin aber nicht am Kämpfen. Es fällt mir leicht. Einen täglichen Kampf hatte ich als ich noch trank. Ich nehme mir Deine Worte sehr zu Herzen. Auch die Worte von Carl Friedrich habe ich verinnerlicht. Ihr Langzeittrockenen seid meine Vorbilder. Ihr wisst von was Ihr redet. Durch Eure Erfahrungen hoffe ich endlich die Kurve zu kriegen. RESPEKT vor der Sucht habe ich. Das muss Grundvoraussetzung sein um Trocken zu bleiben.

    Danke + LG

    Bibi

    Hi Bibi,

    nein es ist nicht kompliziert. Deine Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, von der Deine Ärzt*innen wissen müssen, damit sie Dich richtig behandeln können und Dich gegebenenfalls auch auf Deinem jetzt abstinenten Weg unterstützen können. Sie haben Schweigepflicht.

    Was die Sicherheit und Wirksamkeit angeht. Du kannst in den Fäden einige Berichte davon lesen, dass Mittel nicht oder nicht ausreichend gewirkt haben. Das wäre nicht passiert, wenn die Ärzt*innen Bescheid gewusst hätten. Dazu kommt ja auch noch die Gefahr, das Dir keine Medikamente mit Alkohol gegeben werden dürfen. Und die Tatsache, dass es bei der letzten OP gut gegangen ist, sagt gar nichts. Das können nur Ärzt*innen beurteilen.

    Du bist nicht die Erste, von der ich lese, dass sie sich nicht Ihren Ärzt*innen gegenüber öffnen. Und es werden gerne mal alle möglichen Gründe vorgeschoben. Aber neben den oben genannten medizinischen Gründen, warum Deine Ärzt*innen Bescheid wissen sollten. Ist das eigentliche Problem für Dich ist, dass Du damit anfängst Deine Krankheit zu verstecken und nicht da zuzustehen. Und das ist eine Riesenhintertür für die Sucht. Herausschleichen aus der Sucht funktioniert nicht.

    Hallo Kazik,

    Du hast mit allem recht. Rennschnecke hat auch recht. Ich habe aber gerade genug Sorgen und kann mir aufgrund meiner finanziellen Sicherheit keinen Fehler erlauben. Oberste Priorität hat bei mir, dass ich nüchtern bleibe. Das ich wieder richtig laufen kann und wieder arbeiten kann. Die Hintergründe kann ich Euch gerne in ein paar Wochen erzählen. Mir sind die Gefahren bewusst. Bei keinem der Fachärzte wo ich schon aufschlagen musste, z.B. Neurologe, Kardiologe usw. war etwas auffälliges bei mir zu erkennen. Das sind auch schon Voruntersuchungen wegen der OP. Ich muss da jetzt erst mal so durch.

    LG

    Bibi

    Wieso tust Du Deiner Ärztin mit dieser Info was an?

    Du erleichterst doch damit ihre Arbeit und erhöhst die Sicherheit und Wirksamkeit deiner Behandlung ...

    Letztendlich würde ich mir damit was antun. Kann mir meinen finanziellen Boden nicht abgraben. Ist kompliziert wirklich. Bei mir dreht sich alles um den Bewegungsapparat. Zur Rheumatologin muss ich auch noch. Alles erblich bedingt. In unserer Familie gibt es mehrere Personen mit diesen Erkrankungen. Die nicht Saufen. Klar habe ich mir mit dem Alkohol bestimmt noch einiges mitgegeben. Ist ja bekannt, dass der Alkohol den Knochen Mineralien entzieht. Sicherheit und Wirksamkeit hatte ich bei meiner letzten OP. Es hat alles super geklappt.

    Bibi

    Hallo Rennschnecke,

    ich mag übermütig klingen, aber da ich seit Sept. 2023 sowieso schon in ärztlicher Behandlung bin und von sämtlichen Fachärzten auf den Kopf gestellt wurde, kann ich das meiner Ärztin im Moment nicht auch noch antun. Da hängt bei mir schon zu viel im argen zwischen Ämtern. Ich kann hier leider nicht näher darauf eingehen. Mir ist auf jeden Fall klar, dass die Sucht mich bis zu meinem Lebensende begleiten wird. Ich weiß auch das ich noch ganz am Anfang meiner Abstinenz stehe, aber das kann ich gerade echt nicht machen. Es soll nun für immer sein. Mehrere Versuche scheiterten ja kläglich. Wenn ich es jetzt nicht durchziehe, dann erfährt meine Ärztin alles.

    LG

    Bibi

    Meine Erkenntnisse der trockenen Tage:

    Zu Beginn meiner Trockenheit (vor 113 Tagen) lag ich ich ca. 5 Wochen hauptsächlich auf dem Sofa. Träge, müde und lustlos. Ich las hauptsächlich Bücher. Hatte mir Anregungen aus der Forums-Bücherliste geholt. Als dann ab Woche 6 meine Kräfte wieder zurückkamen fiel mir auf, dass ich ja gar nicht die so perfekte Hausfrau war wie ich dachte. Hier herrschte sozusagen die Grundordnung. "Man kann immer jemanden rein lassen". Ich fing an wie wild zu putzen. Habe mich immer geärgert über zu wenig Stauraum. Ich begann meine Schränke auszumisten. Ein Ende ist noch nicht absehbar. :) Aber es macht mir Spaß. Über jede neue polierte Ecke oder entrümpelte Schublade freue ich mich. Dann dachte ich darüber nach, warum ich das nicht schon viel früher gemacht habe. Dann wurde mir klar, meine Tage waren immer viel zu kurz. Im Geschäft schrieb ich mir immer schon eine Liste. Also was ich alles erledigen möchte. Zu Hause machte ich aber erst mal das erste Bier auf. Wollte ja fertig sein mit dem Saufen bevor mein Mann vom Geschäft kommt. So bekam ich ja nicht mal die Liste für den Tag fertig und lag besoffen auf dem Sofa wenn mein Mann heim kam.

    Ich habe mich Jahre damit nur gestresst. Jetzt habe ich so dermaßen viel Zeit. Innere Ruhe!!!!! Fühle mich nicht mehr gehetzt. Dann fällt mir auf, wie gut ich auf einmal in meinem Online-Scrabble bin. Das spiele ich schon ein paar Jahre. Nun steigt aber mein Score. Bestimmt denken meine würdigen Gegner ich schlafe neuerdings auf dem Duden.

    LG

    Bibi

    Guten Morgen Bibi,

    ich denke es liegt auch an der Erziehung. Als Kind ist es Überlebenswichtig sich anzupassen und im Erwachsenenalter eher schädlich. Darauf muss man aber erst mal kommen. Im Rückblick kann ich sagen, oft habe ich mich nicht getraut für mich einzustehen, da ich angst hatte Freundschaften zu verlieren oder das ich gekündigt werde auf der Arbeit. Ich stehe noch am Anfang damit, jedoch weiß ich wenn sich die Leute dann entfernen, dann waren es auch nicht die richtigen Menschen für mich.

    Lg Chapa

    Hallo Chapa,

    Dein erster Satz gibt mir zu denken. Das ist wahr. Ich war als Kind auch immer angepasst. Zu Hause, in der Schule usw. Als ich ab 15 mehr unterwegs war als zu Hause, ist meine Anpassung in Rebellion übergegangen. Da ging es dann auch los. Die "normalen" Menschen waren für mich "Spießer" und ich suchte immer das Abenteuer und eben die "durchgeknallten" Menschen. Hinterher ist man immer schlauer.

    LG

    Bibi