Beiträge von Boss

    Sorry, ich bin immer für einen guten Austausch zu haben und sicherlich nicht beratungsresistent. Aber hier steht nur Müll drin. Den ich bis auf den letzten Satz unkommentiert lasse. Nichts für ungut. Trotzdem danke.

    Hi Hartmut ,

    ich finde deinen Beitrag im Allgemeinen ziemlich gut und da sind ein paar Betrachtungsweisen drin, die ich so noch nicht hatte.

    Genau deshalb braucht Craving Vorbereitung.

    […]

    Für die Sucht zählt nur eines, ihren alten Platz zurückzuerobern. Sie flüstert dir zu „Mensch, Boss, sauf endlich wieder.“

    Wieder saufen. Oder doch nicht ?

    Genau diese Vorbereitung findet seit zwei bis drei Tagen statt. Das Rechnen bei R/ no im Faden hat etwas freigesetzt.

    Nämlich diesen Gedanken:

    Junge… die Leute hier im Forum haben zwei, drei Flaschen Wein drin. Zehn, fünfzehn Bier. Oder ein, zwei Flaschen Wodka. Zwanzig Bier und mehr.

    Und ich?
    Ich soll Alkoholiker sein?
    Vier, fünf Bier am Tag?
    Manchmal weniger, manchmal mehr?

    Wenn du mal hin und wieder trinkst, dann…

    Tja. Was dann?

    Bisher habe ich versucht, den Gedanken nicht zuzulassen. Was passiert, wenn ich jetzt trinke?

    Wieder saufen? Oder doch nicht?

    Also spiele ich es mal durch.

    Trinke ich heute?
    Dann stehe ich morgen auf. Leicht verkatert. Voller Scham.
    Mit einem richtig kaputten Gewissen.
    24 Tage?
    Weg.

    Aber gut. Angenommen, es wäre so.

    Wie geht es dann weiter?
    Trinke ich dann wieder drei Wochen nicht?
    Oder trinke ich direkt morgen Abend wieder?Wie wahrscheinlich ist es, dass ich morgen überhaupt standhalte, wenn das nächste Craving kommt?
    Kommt das Craving wieder?

    Und was dann?
    Wieder trinken?
    Und was ist übermorgen?
    Wieder trinken?
    Wieder den Abend wegsaufen?
    Wieder das Leben beenden, sobald die Sonne untergeht?

    Also nochmal: Wieder trinken? Oder nicht?

    Und was ist mit dem, was jetzt schon besser ist?

    Ich konnte am Anfang gar nicht mehr einschlafen. Während des Trinkens konnte ich nicht mehr durchschlafen. Bin jeden Morgen aufgewacht mit diesem Gefühl:

    „Oh Gott… was hast du gestern wieder getan?“

    Also?
    Zurück?
    Wieder trinken?
    Wieder rein in den Kreislauf?
    Und dann?
    Noch mal zehn Jahre so weiter?

    Die Antwort:

    Ich komme aus der Nummer nicht mehr raus.
    Ich habe mir die Krankheit angesoffen.
    Wenn ich weitermache, füttere ich sie.
    Ich halte sie am Leben.
    Tag für Tag.

    Schachmatt.

    Gehe ich zurück?
    Dann geiselt mich die Scheiße weiter.
    Gehe ich nach vorne?
    Dann muss ich mit diesen Situationen leben.

    Na gut.
    Wenn es so sein muss.
    Dann bitte schön.
    Cravings. Kommt vorbei.
    Dann muss es wohl so sein.
    Zurück gehe ich aber nicht mehr.

    nein es löst keinen alarm aus. aber warum wartest du wenn es anfängt holperig zu werden?

    dafür ist das forum da;)

    Der Tag:

    Alles fing entspannt an.

    Kind in den Kindergarten gebracht, Rechner hochgefahren, ein bisschen im Forum geschrieben, parallel gearbeitet.

    Erster Anruf: der Versicherungsmakler.

    Den habe ich seit drei Monaten hingehalten, weil ich zum Jahresbeginn in die PKV wechseln will. Wollte mir erst Angebote einholen, mich einlesen, und er stand sowieso auf meiner To-do-Liste. Wir haben uns für 17 Uhr verabredet. Telefonisch. Dachte ich zumindest. Dazu gleich mehr.

    Zweiter Anruf: Finanzamt.

    Letzte Woche habe ich den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausgefüllt. Dreißig Seiten? Keine Ahnung. Gefühlt hundert. Und ehrlich gesagt habe ich 90 Prozent davon nicht verstanden. Also musste ich jeden einzelnen Punkt googeln. Für eine einfache freiberufliche Tätigkeit eigentlich völlig übertrieben.

    Naja. Die Dame vom Finanzamt hatte meinen Fall auf dem Tisch und Rückfragen. Im Formular gab es die üblichen Schätzfragen: Umsatz dieses Jahr, Umsatz nächstes Jahr, Gewinn dieses Jahr, Gewinn nächstes Jahr.

    Ich dachte, ich bin schlau und trage einfach überall null ein. Weil ich es tatsächlich nicht weiß. Und weil ich – ganz ehrlich – hoffte, dass ich die vierteljährlichen Vorauszahlungen erstmal umschiffe, wie es bei vielen Gründern passiert.

    Pustekuchen.

    Für dieses Jahr konnte ich ihr noch glaubhaft machen, dass ich nur Minus mache. Betriebskosten, Lizenzen, Versicherungen. Also hat sie 100 Euro eingetragen – weniger lässt das System nicht zu.

    Aber beim nächsten Jahr hat sie mich nicht vom Haken gelassen.

    Und Hand aufs Herz: Woher zur Hölle soll ich wissen, was ich im ersten Jahr verdiene?

    Wenn es gut läuft, lande ich vielleicht bei 200.000 €. Wenn es schlecht läuft bei 100.000 €. Und wenn es richtig schlecht läuft, vielleicht bei zeroooo.

    Es fühlte sich an wie Feilschen auf einem Basar.

    Wir haben uns bei 80k Umsatz und 70k Gewinn „geeinigt“. Und ja: Das bedeutet Vorauszahlungen ab Q4 2025. Super Start.

    Ich habe zwar vier bis sechs Monate Puffer. Aber Vorauszahlungen fressen mir davon locker ein bis zwei Monate weg.

    Und dann kam 17 Uhr.

    Es klingelt. Nicht mein Handy. Sondern meine Haustür.

    Makler.

    Ich mit einem Berg Bierflaschen im Flur. Konnte ihn unmöglich reinlassen. Ich improvisiert: “Ich renoviere gerade.”

    Kein Café offen in der Nähe. Also ihn in die Stadt geschleppt. Unterwegs fiel mir ein Hotel ein, da gab’s mal ein Café. Natürlich zu. Also haben wir uns einfach in die Lobby gesetzt. Kennt mich ja eh keiner. Hat alles funktioniert, aber mein Stresslevel war komplett jenseits von gut und böse. Trotzdem ziemlich gut funktioniert. In Stresssituationen funktioniere ich tatsächlich am besten. Keine Ahnung warum.

    Als ich wieder zuhause war und das Adrenalin runterging, kam’s:

    BÄM.

    Ein richtig fettes Craving.

    So ein „Jetzt ein Bier und alles wäre gut“-Moment.

    So ein richtiger automatischer Gedanke.

    Ich habe alles in Frage gestellt. Eine Stunde lang lief mein Kopf Amok. Dann wurde es langsam besser. Ganz weggegangen ist es aber nicht.

    Ich habe dann einfach weitergearbeitet: Buchhaltung, Papierkram – das ganze Zeug, das null Spaß macht und trotzdem erledigt werden muss.

    Aber ich habe nicht getrunken.

    Nur hatte ich weder Kraft fürs Forum noch für irgendwas anderes. War einfach durch.

    Fazit des Tages:

    Ich weiß jetzt ziemlich genau, was mich triggert: Stress.

    Alkohol habe ich benutzt, um runterzukommen. Das ist jetzt weg.

    Aber was jetzt?
    Weihnachtsmarkt kann ich meiden.
    Silvester kann ich meiden.
    Aber den Alltag? Geht nicht.
    Scheiße.

    Hi Marli,

    ich glaube, du reagierst gerade ein bisschen zu sensibel. Klar, aufmerksam sein ist wichtig, aber wie ein Detektiv hinterherzuspionieren würde ich echt nicht. Du willst gar nicht wissen, was ich meinem Sohn manchmal durchgehen lasse und was wir zusammen anstellen. Wenn das die Mutter wüsste… na jut, lieber nicht.
    Aber im Ernst: Ich denke, vieles will man als Elternteil gar nicht so genau wissen.

    Man kann ruhig grob fragen, was die Kinder gemacht haben, aber jedes Detail auseinanderzunehmen bringt nur unnötig Stress.

    Und ganz ehrlich:
    Das Thema Alkohol sollte komplett raus aus den Gesprächen mit den Kindern. Sowas gehört nicht in ihre Köpfe und macht den Papa nur unnötig schlecht. Das hilft keinem am wenigsten den Kindern.

    LG

    Mir ging gestern noch durch den Kopf, wie oft ich im Suff mit anderen Besoffenen über den Sinn des Lebens philosophiert habe. Geradezu lächerlich. Der Sinn im Leben bestand ja nur aus Saufen. Das machte verdammt viel Sinn. Unglaublich.

    Haha, da ertappe ich mich doch glatt selbst wieder 🙃👍🏻

    Wen es interessiert, einfach besoffener Waschbär in die Suchmaschine tippen.

    wenn ich besoffene Waschbären(oder Waschlappen) sehen will, dann muss ich nur zum Hauptbahnhof fahren. 😅

    Ja, ich denk da liegt mein Problem. Will einfach zu viel in kurzer Zeit und das auf einem möglichst leichten Weg. Ich hatte schonmal eine Depression und bin da wieder rausgekommen. Sollte eher daran denken anstatt mich selbst fertig zu machen.

    Na klar. Wahrscheinlich versprichst du dir davon, dass, wenn du jetzt alles möglichst schnell auf die Kette bekommst, deine Herzdame dich wieder nimmt.

    Kannst du aber knicken.

    Sie liebt dich nicht mehr, und genau das hat sie dir auch gesagt. Sie ist da längst raus und macht innerlich drei Kreuze, dass du nicht mehr Teil ihres Lebens bist.

    Erzähl mal was ist deine Motivation. Knall hart ohne drumherum zu reden.

    Ja, ich werde das in der Psychotherapie auch ansprechen. Die Frage ging eher in die Richtung, ob es überhaupt sinnvoll ist, die Depressionen "ruhig" zu stellen für eine Weile. Klar muss man sich mit sich selbst auseinander setzen und die Realität aushalten, aber Selbstgeißelung muss ja auch nicht sein.

    Die Frage ist ehrlich gesagt Quatsch. Eine Depression stellt dich ruhig. Punkt. So wie eine Grippe dir Fieber verpasst. Das ist ein Zustand, den du nicht einfach mit einer Tablette abschaltest.

    Kein Medikament macht eine Depression weg. Benzos schon gar nicht. Die würden dich noch mehr sedieren und den ganzen Müll verstärken. Die nimmt man im Notfall bei einer Panikattacke. Nicht um den Alltag „ruhig zu stellen“.

    Antidepressiva brauchen Zeit, um zu wirken. Und sie schalten die Depression nicht aus. Sie sorgen dafür, dass deine Grundstimmung stabiler wird, damit du überhaupt wieder ins Handeln kommst. Und selbst da wirken sie nicht bei jedem. SSRIs helfen ungefähr einem Drittel der Patienten. Dazu gibt es reichlich Studien.

    Ich verstehe den Wunsch, jetzt irgendwas einzuschmeißen, das den Schmerz wegdrückt. Ein kleiner Zaubertrank, einmal Ruhe im Kopf. Aber genau das hast du jahrelang mit Alkohol versucht. Und das war nicht die Lösung. Das war das Problem.

    Auf gut Deutsch. Du musst deinen Arsch hochbekommen und etwas tun. Medikamente können unterstützen. Sie können aber nicht dein Leben für dich aufräumen. Das gibt es nicht.

    Guten Morgen R/no

    Man verharmlost schnell

    Ich kenne das von mir selbst, darum denke ich einmal grob zusammen zählen und gut ist es. Da gibt es keinen Spielraum mehr, "4-10 Bier am Wochenende meist mehr", da gibt es nur die eine Zahl. Kein rumgeeier, ich hab "meistens" "des öfteren" oder "ein bisschen viel oder zuviel"

    Das ist vollkommen richtig. Ich habe mich aber nicht so sehr mit meiner Trinkmenge auseinandergesetzt. Ich habe kein Umfeld, das mir irgendwie sagt: Hömma, datt reicht jetzt aber, Kollege. Ich hatte also den "Luxus", mir immer etwas hinzustellen und so zu trinken, wie ich es brauchte.

    Wie gesagt, die Rechnung haben wir ja in deinem Faden gemacht. Es war schon erschreckend zu sehen, dass es hunderte Kilos pro Jahr an reinem Alkohol sind, die man da zu sich nimmt. Aber es bringt mir nichts. Es ist halt nur etwas für den Hinterkopf. Aber das heißt ja nicht, dass es für dich eine andere Wirkung hat. Ist halt nice to know, aber das war’s dann.

    Heute habe ich das zum Beispiel alles im Traum verarbeitet. Ich hatte in den ersten beiden Entzugsnächten Albträume und seitdem nicht aktiv bewusst geträumt. Heute zum ersten Mal wieder. Und da habe ich getrunken. Komischerweise aber kein Bier, es war irgendwas anderes. Ein bisschen wirr der Traum, und ich erinnere mich auch gar nicht so richtig daran.

    LG

    OK, ich begreife langsam, dass ich mir alles positive schlecht rede. Hat jemand Erfahrungen mit Antidepressiva in der Zeit des psychischen Entzugs? Will keine Benzodiazepine nehmen. Oder glaubt ihr ein Umbau des Gehirns ist einfach von der Zeit abhängig? Mir fällt es schwer da ein Ende zu sehen.

    Nicht nur das du bist eigentlich schon richtig auf deinem Weg:

    Du trinkst nicht.
    Du setzt dich aktiv mit dir selbst auseinander.
    Du hast dich bereits um eine Therapie gekümmert.

    Ich hatte dir gestern nicht mehr geantwortet, weil du sehr im Selbstmitleid versunken bist. Aber eigentlich hast du schon alle wichtigen Werkzeuge in der Hand – du siehst nur gerade nicht, wie weit du schon gekommen bist.

    Zu den Medikamenten:
    Das gehört immer in die Hände eines Arztes. Ich glaube nicht, dass du Benzodiazepine brauchst. Dafür müsstest du entweder eine wirklich schwere depressive Episode, haben oder mitten in einem akuten körperlichen Entzug stecken. Benzos sind Notfallmedikamente und sie machen extrem schnell abhängig.

    Gerade weil du bereits eine Suchtproblematik hast, solltest du auf keinen Fall riskieren, die Abhängigkeit einfach zu verlagern.

    Und denk dran:
    Sag einem Arzt ab jetzt immer offen, dass du Alkoholiker bist.
    Nur so kann er entscheiden, was er dir gefahrlos verschreiben kann – und was lieber nicht.

    Bei einer mittelgradigen Depressionen werden häufig SSRIs verschrieben. Das kann zur Unterstützung sinnvoll sein aber keines dieser Medikamente löst das eigentliche Problem. Wenn du unzufrieden bist oder innerlich festhängst, musst du aktiv etwas verändern. Wenn Du die Erwartungshaltung hast ich muss nur Medikament XY nehmen und dann ist deine Depression weg, dann bist Du bereits gescheitert. Bin noch kein Profi, aber ich denke, dass das sogar eine Art Nassesdenken ist.

    LG

    Hallo Sonnenschein,

    ich kenne deinen ganzen Faden nicht, aber eines steht fest. Das mit deinen Kindern tut mir wirklich leid. Die können nichts dafür und tragen trotzdem die ganze Situation mit. Genau deshalb ist es wichtig, dass du deinen Weg gehst und dich und die Kinder schützt. Was er macht oder nicht macht, kannst du nicht beeinflussen. Was du machst, bleibt. Und das zählt.

    Als Alkoholiker kann ich dir sagen: Ein trinkender Mensch ist nicht glücklich. Da fühlt man entweder gar nichts oder nur Extreme. Schmerz, Panik, Absturz.

    Zum Gericht: Mach dir da nicht zu viele Horrorszenarien. Die Richter sehen solche Fälle ständig. Die wissen genau, wie Alkohol Familien zerstört. Bleib ruhig, sag klar, was Sache ist, und bleib bei den Fakten.

    Du machst das gut. Und du wirst da durchkommen. Auch wenn es sich gerade schwer anfühlt. Und am Ende werden deine Kinder sehen, wer sie wirklich getragen hat.

    LG

    Ehrlich gesagt wünsche ich mir nichts mehr, als einen Vater für die Kinder, auf die ich mich verlassen kann, dem ich vertrauen kann. Wie bereits gesagt, die Kinder sind pro Woche 10-12 Stunden bei ihm. Ich bin berufstätig, wohne weiter im Haus mit Garten. Sämtliche Termine, Arzt, Geburtstage, Feiertage, Kindergarten, Schule nehme ich mit wenigen Ausnahmen wahr.

    Das ist absolut nachvollziehbar. So sollte es ja auch sein. Aber gerade zeigt dein Mann leider sehr deutlich, dass er dazu noch nicht in der Lage ist. Er hat im Moment ein massives Problem und steht offensichtlich noch ganz am Anfang, falls überhaupt irgendwo ein Ansatz zur Veränderung da ist. Und genau deshalb ist DEIN Verhalten gerade richtig. Du schützt die Kinder und du schützt dich.

    Der Grund, warum ich dir meine eigene Geschichte erzählt habe, war genau dieser: In meiner Trennungssituation haben beide Seiten irgendwann begriffen, dass eine echte Elternschaft nur funktioniert, wenn beide bereit sind Verantwortung zu übernehmen. Das braucht Zeit. Und Einsicht. Vor allem aber braucht es einen nüchternen Vater. Und an diesem Punkt ist dein Mann gerade noch weit entfernt.

    Nein, das kann ich nicht. Aktuell fährt er nicht mit den Kindern, er hat ja keine Fahrerlaubnis. Aber er fährt alleine. Ich glaube nicht, dass er so blöd ist, die Kinder ins Auto zu laden. Aber ganz ehrlich: ich hätte auch nicht gedacht, dass er so blöd ist, ohne Führerschein zu fahren. Ich kann mittlerweile nicht mehr mit voller Sicherheit sagen, dass er nicht doch mit den Kindern fährt.

    Das ist ein absoluter Alarmpunkt. Er gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen im Straßenverkehr und im schlimmsten Fall eure Kinder. Das ist nichts, was man „mit Bauchgefühl“ lösen kann. Das gehört klar und deutlich auf den Tisch. Und ja. Das Jugendamt MUSS das wissen. Nicht um ihn zu bestrafen, sondern um deine Kinder zu schützen.

    Das ist hier leider anders. Er ist mehr als einmal mit einer Fahne hier aufgetaucht, wenn er die Kids zurückgebracht hat.

    Auch das ist eine klare Kindeswohlgefährdung. Wenn er tagsüber schon eine Fahne hat, dann kannst du dir vorstellen, wie der Rest des Tages aussieht. Die Kinder dazwischen pendeln zu lassen, ist weder stabil noch gesund. Bleib bei deiner Linie. Du machst das richtig.

    Ich fürchte, diesen Punkt haben wir bereits erreicht. Ich tue mein bestes, den Kindern gegenüber neutral zu bleiben. Aber auch die Kinder bekommen viel mit, wahrscheinlich zu viel.

    Das merkt man. Und das ist unglaublich wichtig. Aber ja, die Kinder bekommen trotzdem viel mehr mit als man denkt. Und je weniger Rechtfertigungen und Erklärungen hin und her fliegen, desto besser. Halte den Raum für sie stabil. Das ist gerade das Wertvollste, das du tun kannst.

    Ich hoffe, dass er die Kurve kriegt. Aber aktuell scheint das ganz weit entfernt zu sein. Es erschreckt mich teilweise selber, dass ich mir das kaum noch vorstellen kann…

    Genau das ist der Punkt. Für JETZT zählen nur du und die Kinder. Wenn er irgendwann nüchtern wird und Verantwortung übernimmt, kann man über eine neue Form der Elternschaft sprechen. Aber nicht vorher. Und nicht als „Paar“, sondern als Team für die Kinder. Du musst gerade vom worst case ausgehen. Alles andere wäre Wunschdenken. Und du bist längst an dem Punkt, an dem du die Realität siehst.

    Für den Moment ist das Wichtigste: ruhig bleiben. Nicht mit in die Emotionen reinrutschen. Trennungen und Sucht bringen alles zum Überkochen. Aber mit jedem Tag, den du klar bleibst, wird es für dich leichter. Gut wird es erst dann, wenn er wirklich nüchtern ist. Davor gibt es kein „wir“. Nur Chaos.

    Du machst das unglaublich gut. Und du schützt, was geschützt werden MUSS.

    Vor zwei Wochen ist mein Mann an den Folgen seines Alkoholkonsum verstorben ich fühle mich mitschuldig weil ich ihm nicht helfen konnte. Ich fühle jetzt eine grosse Leere in mir

    Hallo Lennox,

    mein aufrichtiges Beileid. Es tut mir unendlich leid zu lesen. So ein Verlust reißt ein Loch ins Leben und nichts fühlt sich plötzlich mehr richtig an. Es ist gut, dass du hier bist und nicht allein damit bleibst.

    Bitte glaub mir eines. Alkoholabhängigkeit ist eine grausame Krankheit. Sie nimmt dem betroffenen Menschen die Kontrolle über sein Leben und über vieles, was ihm eigentlich wichtig ist. Von außen kann man das nicht verhindern, so sehr man es auch möchte. Du bist nicht schuld daran. Wirklich nicht.

    Du hast getragen, so gut du konntest. Und du darfst jetzt trauern, ohne dir Vorwürfe zu machen.

    Ich drücke dich in Gedanken.

    Ob es sinnvoll ist, im trockenen Zustand auszurechnen, was man früher gesoffen hat? Für mich nicht. Die Mengen sind vorbei und lassen sich durch keine Rechnung der Welt verändern.

    Du hast ja recht. Ich habe es im zweiten Satz, den du nicht mit zitiert hast, ja selbst schon angedeutet. Es hat mir nichts gebracht. Und ich habe für mich gemerkt, dass genau solche Rechnereien meine Aufmerksamkeit wieder auf den Alkohol ziehen. Und zwar auf eine Art, die mir nicht guttut. Für andere kann das vielleicht hilfreich sein. Mir bringt es nichts. Ich bleib dabei: Ist auch 'ne Erkenntnis.

    Schön von dir zu hören.
    Ich hatte tatsächlich gerade an dich gedacht und deinen Thread gesucht, weil du länger nichts geschrieben hattest.

    Samstagabend erreicht mich dann eine Nachricht von meinem "Partner", ob ich noch wiederkommen würde und ob ich bei Familie oder wem anderes sei. Mich hat die Frage sehr irritiert und er hat dann explizit gesagt, dass er "paranoid" sei, dass ich wen anderes gefunden haben könnte und dass das sein Problem sei, aber das gerne wissen möchte. Ich habe ihm eine saure Nachricht zurückgeschickt, in der ich ihn daran erinnert habe, dass der einzige Grund warum ich nicht zuhause sei, sein Trinkverhalten und seine Untätigkeit sind.

    Was er da getan hat, war im Grunde ein Test. Er wollte herausfinden, wie sehr du noch an ihm hängst. Er wollte wissen, ob er dich emotional noch packen kann. Und ja, deine Antwort hat ihm vermutlich bestätigt, dass er immer noch eine gewisse Macht über dich hat. Das gibt ihm die innere Erlaubnis, sich wieder zurückzuziehen und in seinem Kinderzimmer weiter zu saufen wie bisher.

    Er weiß genau, dass er nichts verändern muss, solange du emotional reagierst. Für ihn bedeutet das Ruhe. Für dich bedeutet es Schmerz.

    Ich habe das Gefühl, er lebt in einer Parallelwelt und nichts was ich sage, dringt richtig zu ihm durch.

    Das tut er. Seine Welt besteht im Moment aus Rückzug, Verdrängung und Sucht. Er sitzt in seinem Kinderzimmer. Tür zu. Realität draußen. Verantwortung draußen. Du draußen. Dort drin erreicht ihn nichts. Kein Appell. Keine Erklärung. Kein Wunsch nach Veränderung.

    er wüsste es nicht (das ist sein Lieblingssatz in letzter Zeit)

    Er weiß sehr wohl, was du willst und was du brauchst. Er weiß auch, was passieren müsste, damit eure Beziehung eine Chance hat. Aber das würde bedeuten, aus seinem Kinderzimmer herauszukommen und aufhören muss trinken. Und das will er nicht. Sucht.

    „Ich weiß es nicht“ ist für ihn eine Decke, unter der er sich verstecken kann.

    Und ganz ehrlich: Du kämpfst gerade mit dem, was du dir wünschst. Nicht mit dem, was real ist. Du hängst an der Version von ihm, die er irgendwann einmal war. Nicht an dem Mann, der heute in seinem Kinderzimmer sitzt und sich verschließt.

    Es tut weh, das zu sehen. Und es tut noch mehr weh, es zuzugeben.
    Aber du bist gerade dabei, aus deiner eigenen emotionalen Starre herauszukommen. Du bewegst dich. Du spürst wieder. Du handelst wieder. Und das ist ein unglaublich starkes Zeichen.

    Deine Laufschuhe, dein Besuch bei deinem Bruder, dein Abstand, deine klaren Ansagen.
    Das sind Schritte einer Frau, die gerade beginnt, sich selbst wieder ernst zu nehmen.

    Die Wahrheit ist schwer, aber sie befreit dich.
    Er bewegt sich nicht.
    Du tust es.

    LG

    War für mich kein Leistungsvergleich, sondern eher ein Versuch, mir nochmal vor Augen zu halten, wie es wirklich war. So war es glaube ich für R/no auch gemeint. Ein paar hundert Kilo reinen Alkohol pro Jahr in sich reinzuschaufeln ist auf jeden Fall abschreckend. Aber was mache ich jetzt daraus? Gar nichts. Es hat mir letztlich nichts gebracht. Ist ja auch 'ne Erkenntnis :S.

    Hallo Boss

    Wie ich vorhin schon bei jemandem schrieb, einfach mal etwas die fahrt rausnehmen und kopf abschalten. Ich kann gut nachvollziehen wie es dir geht;).aber manchmal ist weniger mehr. Auch wenn es schade um den besuch im freizeitpark ist. Aber glaube mir das dein sohn um ein vielfaches mehr stolz sein kann auf dich als du bisher annimmst, wenn du es schaffst trocken und rational dein leben in den griff zu bekommen. Der freizeitpark rennt nicht weg und er wird es verstehen. Schalte ab und zock ne runde:mrgreen: so tankst du neue kraft für kommende aufgaben;)

    Gruss eternal

    Genau so ist es. Er ist mir auch überhaupt nicht böse. Ich habe ihm erklärt, wie es ist, und er weiß ja, dass wir sowieso nochmal dorthin fahren nur eben heute nicht. Zum Glück habe ich ihn bisher noch nicht wirklich enttäuscht, deshalb vertraut er mir. Und gestört hat es ihn ohnehin nicht besonders, er konnte dafür länger Minecraft zocken... :S:S

    Hallo. Das ist keine gute idee solch rechnungen aufzustellen. Es verdeutlicht wie nah dran du an der sache bist. Nur mal so am rande.

    Joa, ich habe den Kram gerade auch durchgerechnet und gemerkt, dass mich das überhaupt nicht weiterbringt. Ich hatte sogar kurz den völlig dummen Gedanken: „Wie, nur 0,3 Liter Wodka pro Tag“


    Ich klinke mich mal aus für heute :/