Hi Hartmut ,
ich finde deinen Beitrag im Allgemeinen ziemlich gut und da sind ein paar Betrachtungsweisen drin, die ich so noch nicht hatte.
Genau deshalb braucht Craving Vorbereitung.
[…]
Für die Sucht zählt nur eines, ihren alten Platz zurückzuerobern. Sie flüstert dir zu „Mensch, Boss, sauf endlich wieder.“
Wieder saufen. Oder doch nicht ?
Genau diese Vorbereitung findet seit zwei bis drei Tagen statt. Das Rechnen bei R/ no im Faden hat etwas freigesetzt.
Nämlich diesen Gedanken:
Junge… die Leute hier im Forum haben zwei, drei Flaschen Wein drin. Zehn, fünfzehn Bier. Oder ein, zwei Flaschen Wodka. Zwanzig Bier und mehr.
Und ich?
Ich soll Alkoholiker sein?
Vier, fünf Bier am Tag?
Manchmal weniger, manchmal mehr?
Wenn du mal hin und wieder trinkst, dann…
Tja. Was dann?
Bisher habe ich versucht, den Gedanken nicht zuzulassen. Was passiert, wenn ich jetzt trinke?
Wieder saufen? Oder doch nicht?
Also spiele ich es mal durch.
Trinke ich heute?
Dann stehe ich morgen auf. Leicht verkatert. Voller Scham.
Mit einem richtig kaputten Gewissen.
24 Tage?
Weg.
Aber gut. Angenommen, es wäre so.
Wie geht es dann weiter?
Trinke ich dann wieder drei Wochen nicht?
Oder trinke ich direkt morgen Abend wieder?Wie wahrscheinlich ist es, dass ich morgen überhaupt standhalte, wenn das nächste Craving kommt?
Kommt das Craving wieder?
Und was dann?
Wieder trinken?
Und was ist übermorgen?
Wieder trinken?
Wieder den Abend wegsaufen?
Wieder das Leben beenden, sobald die Sonne untergeht?
Also nochmal: Wieder trinken? Oder nicht?
Und was ist mit dem, was jetzt schon besser ist?
Ich konnte am Anfang gar nicht mehr einschlafen. Während des Trinkens konnte ich nicht mehr durchschlafen. Bin jeden Morgen aufgewacht mit diesem Gefühl:
„Oh Gott… was hast du gestern wieder getan?“
Also?
Zurück?
Wieder trinken?
Wieder rein in den Kreislauf?
Und dann?
Noch mal zehn Jahre so weiter?
Die Antwort:
Ich komme aus der Nummer nicht mehr raus.
Ich habe mir die Krankheit angesoffen.
Wenn ich weitermache, füttere ich sie.
Ich halte sie am Leben.
Tag für Tag.
Schachmatt.
Gehe ich zurück?
Dann geiselt mich die Scheiße weiter.
Gehe ich nach vorne?
Dann muss ich mit diesen Situationen leben.
Na gut.
Wenn es so sein muss.
Dann bitte schön.
Cravings. Kommt vorbei.
Dann muss es wohl so sein.
Zurück gehe ich aber nicht mehr.