theel, Erfahrungen gesucht :)

  • Wenn ich mich mit anderen Menschen in meinem Alter vergleiche sehe ich, dass ich an die 15 Jahre geschlafen habe und jetzt da bin wo andere mit 25 sind.

    Hi Theel,

    diese Gedanken kann ich absolut nachvollziehen, aber sie bringen einen halt einfach nicht weiter.

    Klar denkt man oft an dieses "mein Haus, mein Auto, mein Boot" aus der Sparkassen-Werbung, aber das ist auch einfach nicht die Realität. Ich habe auch sehr oft in Bezug auf meine Freunde, die das alles haben, gedacht "schön für euch, dass Ihr keine Probleme habt", ich hatte ja hunderte und musste deswegen trinken (hab ich mir eingeredet)

    Auch die Menschen, die du zum Vergleich nimmst, haben sicher ihre Probleme und nirgends ist immer eitel Sonnenschein. Auch dort gibt es Probleme mit den Finanzen, mit der Gesundheit, mit den Kindern, mit dem Chef oder oder oder, aber damit geht wohl niemand gern hausieren.

    Darum versuche ich mittlerweile, so gut es geht, bei mir zu bleiben und auch mal daran zu denken, dass andere Leute viel weniger haben. Gelingt mir nicht immer, dies muss ich schon zugeben. Aber wenn es gelingt, geht es mir besser. Diese Vergleiche machen wirklich nur unglücklich, weil man sich ja doch meistens "nach oben" orientiert.

    Und mit 40 ist die Türe ja wirklich noch nicht zu, weder beziehungstechnisch noch im Job oder sonstwo. Du kannst Dich weiterbilden, vielleicht nen anderen Job mit mehr Verantwortung finden o.ä., wenn Dir das fehlt. Und wenn Du den Alkohol weglässt, ändert sich sicher auch in Zukunft was an Deiner Eifersucht und Deiner Beziehungsfähigkeit, davon bin ich überzeugt!

    Und wenn die Gedanken partout nicht verschwinden, dann einfach nochmal ne Runde ins Fitnessstudio, das mach ich auch gerade und ich merke dabei, dass mich das auch selbstbewusster macht. Nicht im Sinne von "schaut mich an, ich seh aus wie Cristiano Ronaldo", sondern einfach im Sinne von "ich kann mich tatsächlich wieder zu etwas aufraffen, das wäre vor nem halben Jahr noch undenkbar gewesen ".

    Soweit mal einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Woche morgen!

    VG Soapstar

  • Ja, Fitness Studio hilft wirklich. Sport allgemein. Schüttet Dopamin aus und man baut die Anspannung ein bisschen ab. Ist wirklich zu empfehlen selbst wenn man nur wenig schafft am Anfang.

    Bin halt noch nicht durch den Liebeskummer durch denke ich. Ich sehe andere Frauen im Fitnessstudio, aber denk immer wieder dran was ich mir da verbockt hab. Und der Selbstwert ist bei mir halt echt im Keller nachdem was passiert ist.

  • Bin halt noch nicht durch den Liebeskummer durch denke ich. Ich sehe andere Frauen im Fitnessstudio, aber denk immer wieder dran was ich mir da verbockt hab. Und der Selbstwert ist bei mir halt echt im Keller nachdem was passiert ist.

    das selbstwertgefühl kommt wieder. momentan hat dein kopf tausend sachen abzuarbeiten. eins nach dem anderen, ein tag nach dem anderen.lad dir nicht zuviel auf und schalt auch mal einen gang runter;)

    gruss eternal

  • Das Selbstwertgefühl kommt wieder. Gerade eine Trennung kann das bei vielen Männern – und ich zähle mich dazu – komplett zerschießen. Aber ey, das Leben ist nicht vorbei. Mein Vater hat mit 50 noch meine kleine Schwester gezeugt.

    Ich habe auch gemerkt, wie der Alkohol Stück für Stück mein Selbstbewusstsein zerstört hat. Früher war ich extrem selbstbewusst. Mittlerweile schwanke ich da. Aber das kommt wieder.

    Die Basis dafür ist die Abstinenz. Mit einem betrunkenen Kopf kommst du definitiv nicht weiter. Und allein die Erkenntnis gibt dir schon den ersten Boost.

    Fitnessstudio ist sicher auch etwas, das über die Zeit Selbstbewusstsein aufbaut. Du musst nicht viel machen. Drei Mal die Woche, knackige 45 Minuten – mehr braucht es nicht. Da gilt: Viel hilft nicht viel.

    Und darüber hinaus gibt es ja noch andere Bereiche, die man stärken kann: Finanzen, Job, Gesundheit.

    Was treibt dich an? Was würdest du gerne verbessern?

    LG

  • das selbstwertgefühl kommt wieder. momentan hat dein kopf tausend sachen abzuarbeiten. eins nach dem anderen, ein tag nach dem anderen.lad dir nicht zuviel auf und schalt auch mal einen gang runter;)

    gruss eternal

    Kennst du Übungen wie man den Selbstwert aufbauen kann? Ich hab da echte Probleme. Hoff die Psychotherapie kann da helfen, aber ich weiß auch, dass das aus mir kommen muss.

  • Kennst du Übungen wie man den Selbstwert aufbauen kann? Ich hab da echte Probleme. Hoff die Psychotherapie kann da helfen, aber ich weiß auch, dass das aus mir kommen muss.

    Ich bin kein Therapeut;)du hast aber schon den grundstein gelegt für dein selbstwert, in dem du dich entschieden hast abstinent zu leben.:thumbup:der rest kommt von allein.werde dir klar wer du bist, mit deinen stärke und mit deinen schwächen und mit einem klaren kopf kannst du viel besser an dir arbeiten.also eins nach dem anderen. Stabilisiere dich erst einmal, es braucht zeit. Du wirst sehen das es besser wird:)steck den kopf nicht in den sand, du bist auf einem guten weg:thumbup:

    Gruss eternal

  • Kennst du Übungen wie man den Selbstwert aufbauen kann? Ich hab da echte Probleme. Hoff die Psychotherapie kann da helfen, aber ich weiß auch, dass das aus mir kommen muss.

    Der Begriff Selbstwert sagt eigentlich schon alles. Es bedeutet, dass du dir selbst etwas wert bist. Und genau das beginnt sich gerade bei dir zu verändern. Der wichtigste Schritt dafür ist schon gemacht. Du trinkst nicht mehr. Mit einem betrunkenen Kopf kann kein Mensch ein stabiles Selbstbild aufbauen. Mit einem klaren Kopf aber sehr wohl. Das ist deine neue Grundlage.

    Am Anfang geht es gar nicht darum, „etwas aufzubauen“. Es geht darum zu verstehen, was in dir arbeitet. Jeder Mensch hat innere Stimmen, die behaupten, man sei zu wenig, zu viel, nicht gut genug oder irgendwie „falsch“. Diese Sätze sind meist alt. Sie kommen aus Erziehung, Erfahrungen, Beziehungen, manchmal auch aus Momenten, in denen man verletzt wurde. Und wenn man lange getrunken hat, verstärkt sich das alles. Alkohol frisst am Selbstwert. Immer. Bei jedem.

    Der Punkt ist: Diese Gedanken definieren dich nicht. Sie sind Gewohnheiten. Reflexe. Altes Material. Mehr nicht.

    Selbstwert entsteht nicht durch große Aktionen. Er wächst durch kleine, klare Schritte. Dinge wie: Du triffst Entscheidungen. Du ziehst sie durch. Du stellst dich deinen Gefühlen statt sie wegzusaufen. Du kümmerst dich um dich. Du suchst Antworten. Du schreibst hier. All das sind Anzeichen dafür, dass du gerade aktiv an dir arbeitest, bewusst oder unbewusst.

    Und genau daraus wächst Selbstwert. Nicht aus Perfektion. Sondern aus dem Gefühl: Ich lasse mich nicht hängen. Ich übernehme Verantwortung für mich. Ich bewege mich in die richtige Richtung. Auch wenn es mühsam ist.

    Wenn du verstehen willst, was deinem Selbstwert gerade im Weg steht, kannst du dich fragen: Welche Sätze tauchen automatisch in meinem Kopf auf. Was erzähle ich mir selbst, ohne es zu merken. Und stimmen diese Sätze wirklich. Oder sind sie nur alte Muster, die längst überholt sind.

    Du bist jetzt an dem Punkt, an dem Selbstwert wieder Platz hat. Der Alkohol ist raus. Klarheit kommt zurück. Und damit auch die Fähigkeit, dich selbst wieder zu erkennen. Das ist viel wert. Mehr, als du gerade vielleicht siehst.

    LG


    PS.: Du musst jetzt nicht sofort mit einem Bleistift losrennen und ein leeres Blatt füllen. Entscheidend ist, dass du begreifst, dass du längst auf dem Weg bist. Du bewegst dich, du entwickelst dich und genau das zählt. Bleib dabei, denn jeder Schritt, den du jetzt machst, arbeitet für dich und nicht mehr gegen dich.

  • Hmm, im Endeffekt alles :) Also kurz zu meinem Hintergrund. Ich hab erst 2020 meinen Bachelor (Soz. Päd.) gemacht und bin noch nicht lang in meinem Beruf. Daher hab ich auch keine Rücklagen oder hab gelernt mein Geld zu investieren. Der Job macht mir Spaß, aber man bekommt recht wenig Gehalt. Und ja, theoretisch sollte ich als Sozialpädagoge wissen, wie man wieder einen Weg ins Leben findet oder es zumindest stabilisiert, aber ich kann das irgendwie nicht was mich selbst angeht. Wenn ich mich jetzt als Klient sehe, würde ich sagen, dass ich mir Zeit geben soll und an der Veränderung von dem was mich stört Schritt für Schritt arbeiten soll. Und dann halt einen Plan machen und auch kleine Erfolge würdigen. Hauptsache daran arbeiten und nicht aufgeben.

    Aber in meinem Kopf klappt das irgendwie nicht. Hab dieses Jahr z.B. meinen Führerschein nach 12 Jahren wieder gemacht, den ich verloren hatte (natürlich auch durch den Alkohol) und ich dachte ich freu mich, aber als ich ihn dann hatte, hab ich irgendwie nichts empfunden oder eher gedacht, dass ich Depp das jetzt auch mal endlich hinbekommen hab. Aber ja, ich hoff ich kann das in der Psychotherapie irgendwie aufarbeiten und diesen Selbsthass irgendwie los werden.

    Ich denk die Beziehung hat mir auch gezeigt wo ich eigentlich stehe. Sie war eine Frau die in sich investiert hat, also gesund leben, Sport machen, Finanzen aufbauen (war aber verschuldet :) ), auf seine Psyche achten, ... Also kein Selbstzerstörungsmodus. Also will mich jetzt nicht mit ihr vergleichen, aber hab halt gesehen wie ein Lebensentwurf auch aussehen kann. Sie hat auch verlangt, dass ich mich ändern soll. Ich weiß das sowas eigentlich ein NoGo ist, aber es ging um positive Veränderungen, die ich selbst wollte. Also ins Fitnessstudio, abnehmen, fit werden, Geld auch mal sparen und für die Zukunft planen und kein Rauchen mehr. Und sie hat mir Zeit gegeben und hatte viel Geduld. Ich hab es aber nur halbherzig gemacht und dann irgendwann begriffen, dass der Alkohol das Problem ist. Dann hab ich versucht zu reduzieren, es aber immer noch nicht ganz begriffen und manchmal eben zu viel getrunken, was dann die Eifersucht unkontrollierbar gemacht hat. Warum ich so bescheuert war kann ich heute nicht mehr verstehen, aber ich war halt total vernebelt vom Trinken. Jedenfalls sehe ich jetzt halt noch deutlicher was ich verpasst hab und manches davon kann ich nicht mehr nachholen.

  • OK, ich begreife langsam, dass ich mir alles positive schlecht rede. Hat jemand Erfahrungen mit Antidepressiva in der Zeit des psychischen Entzugs? Will keine Benzodiazepine nehmen. Oder glaubt ihr ein Umbau des Gehirns ist einfach von der Zeit abhängig? Mir fällt es schwer da ein Ende zu sehen.

  • Hat jemand Erfahrungen mit Antidepressiva in der Zeit des psychischen Entzugs? Will keine Benzodiazepine nehmen. Oder glaubt ihr ein Umbau des Gehirns ist einfach von der Zeit abhängig? Mir fällt es schwer da ein Ende zu sehen.

    Ich kann deine „Ängste“ verstehen, aber medizinische Fragen sollten immer mit den Ärzten besprochen werden, da es individuell ist. Darauf achten wir hier genau. Erfahrungen lassen sich ja nicht einfach übertragen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • OK, ich begreife langsam, dass ich mir alles positive schlecht rede. Hat jemand Erfahrungen mit Antidepressiva in der Zeit des psychischen Entzugs? Will keine Benzodiazepine nehmen. Oder glaubt ihr ein Umbau des Gehirns ist einfach von der Zeit abhängig? Mir fällt es schwer da ein Ende zu sehen.

    Nicht nur das du bist eigentlich schon richtig auf deinem Weg:

    Du trinkst nicht.
    Du setzt dich aktiv mit dir selbst auseinander.
    Du hast dich bereits um eine Therapie gekümmert.

    Ich hatte dir gestern nicht mehr geantwortet, weil du sehr im Selbstmitleid versunken bist. Aber eigentlich hast du schon alle wichtigen Werkzeuge in der Hand – du siehst nur gerade nicht, wie weit du schon gekommen bist.

    Zu den Medikamenten:
    Das gehört immer in die Hände eines Arztes. Ich glaube nicht, dass du Benzodiazepine brauchst. Dafür müsstest du entweder eine wirklich schwere depressive Episode, haben oder mitten in einem akuten körperlichen Entzug stecken. Benzos sind Notfallmedikamente und sie machen extrem schnell abhängig.

    Gerade weil du bereits eine Suchtproblematik hast, solltest du auf keinen Fall riskieren, die Abhängigkeit einfach zu verlagern.

    Und denk dran:
    Sag einem Arzt ab jetzt immer offen, dass du Alkoholiker bist.
    Nur so kann er entscheiden, was er dir gefahrlos verschreiben kann – und was lieber nicht.

    Bei einer mittelgradigen Depressionen werden häufig SSRIs verschrieben. Das kann zur Unterstützung sinnvoll sein aber keines dieser Medikamente löst das eigentliche Problem. Wenn du unzufrieden bist oder innerlich festhängst, musst du aktiv etwas verändern. Wenn Du die Erwartungshaltung hast ich muss nur Medikament XY nehmen und dann ist deine Depression weg, dann bist Du bereits gescheitert. Bin noch kein Profi, aber ich denke, dass das sogar eine Art Nassesdenken ist.

    LG

  • Ich kann deine „Ängste“ verstehen, aber medizinische Fragen sollten immer mit den Ärzten besprochen werden, da es individuell ist. Darauf achten wir hier genau. Erfahrungen lassen sich ja nicht einfach übertragen.

    Ja, ich werde das in der Psychotherapie auch ansprechen. Die Frage ging eher in die Richtung, ob es überhaupt sinnvoll ist, die Depressionen "ruhig" zu stellen für eine Weile. Klar muss man sich mit sich selbst auseinander setzen und die Realität aushalten, aber Selbstgeißelung muss ja auch nicht sein.

  • Ja, ich werde das in der Psychotherapie auch ansprechen. Die Frage ging eher in die Richtung, ob es überhaupt sinnvoll ist, die Depressionen "ruhig" zu stellen für eine Weile. Klar muss man sich mit sich selbst auseinander setzen und die Realität aushalten, aber Selbstgeißelung muss ja auch nicht sein.

    Die Frage ist ehrlich gesagt Quatsch. Eine Depression stellt dich ruhig. Punkt. So wie eine Grippe dir Fieber verpasst. Das ist ein Zustand, den du nicht einfach mit einer Tablette abschaltest.

    Kein Medikament macht eine Depression weg. Benzos schon gar nicht. Die würden dich noch mehr sedieren und den ganzen Müll verstärken. Die nimmt man im Notfall bei einer Panikattacke. Nicht um den Alltag „ruhig zu stellen“.

    Antidepressiva brauchen Zeit, um zu wirken. Und sie schalten die Depression nicht aus. Sie sorgen dafür, dass deine Grundstimmung stabiler wird, damit du überhaupt wieder ins Handeln kommst. Und selbst da wirken sie nicht bei jedem. SSRIs helfen ungefähr einem Drittel der Patienten. Dazu gibt es reichlich Studien.

    Ich verstehe den Wunsch, jetzt irgendwas einzuschmeißen, das den Schmerz wegdrückt. Ein kleiner Zaubertrank, einmal Ruhe im Kopf. Aber genau das hast du jahrelang mit Alkohol versucht. Und das war nicht die Lösung. Das war das Problem.

    Auf gut Deutsch. Du musst deinen Arsch hochbekommen und etwas tun. Medikamente können unterstützen. Sie können aber nicht dein Leben für dich aufräumen. Das gibt es nicht.

  • Ja, deshalb will ich Benzodiazepine ja vermeiden. Als ich damals auf Entgiftung war, wurden sie mir angeboten und ich bin froh nein gesagt zu haben. Damals wusste ich noch nicht was das ist.

    Ich will das ja nicht dauerhaft nehmen. Geht mir eher darum mich zu stabilisieren emotional, merke schon, dass die Tendenz in ein Loch zu fallen da ist. Ich bin mir nicht sicher, ob das Selbstmitleid ist, irgendwie zementier ich damit eher, wie schlecht ich bin. Aber werde das mit dem Psychologen und dem Arzt besprechen. Morgen gehts wieder mit Arbeiten los und Donnerstag ist der Termin beim Psychologen.

  • OK, ich begreife langsam, dass ich mir alles positive schlecht rede.

    Als ich nüchtern war, habe ich nach und nach vieles realisiert, was eigentlich geschehen war, als ich noch getrunken hatte.
    Der Aufarbeitungsmodus war im vollen Gange. Scham, Selbstvorwürfe und Selbstmitleid waren die Gefühle.
    Das ist normal, darf aber nicht zum Dauerzustand werden. Was war kann ich nicht mehr rückgängig machen, aber ich kann noch vorne blicken und meine Zukunft gestalten und für sie die Verantwortung übernehmen. Tag für Tag.

    Ich war aus einer tiefen, dunklen Gletscherspalte hochgeklettert. Gleisende Helligkeit umgab mich, aber ich konnte die Schönheit des Lichtes noch nicht erkennen.
    Zuerst musste ich lernen, sicher am Grad der Spalte zu gehen, bis ich mich immer weiter von ihr entfernen konnte. Die Schönheit des Sonnenscheins konnte ich bald wieder erkennen.

    Oder glaubt ihr ein Umbau des Gehirns ist einfach von der Zeit abhängig? Mir fällt es schwer da ein Ende zu sehen.

    Bis ich Positives hinter dem Licht wahrnehmen konnte, hat es gedauert. Im Gehirn werden durch absolute Abstinenz neurologische Prozesse in Gang gesetzt, und die reversiblen Schäden werden wieder korrigiert, nicht alle aber viele. Durch jahrelanges Saufen hatte ich meinen Endzustand erreicht, jetzt konnte ich nicht erwarten, dass alles in ein paar Tagen oder Wochen wieder hergestellt ist. Diese Prozesse sind individuell und dauern viele Monate oder länger.
    Auch das Belohnsystem ist gestört und nun, durch die Abwesenheit von Alkohol, erneut gezwungen sich neu anzupassen. Traurigkeit, Letargie waren bei mir die Folge.
    Ich wusste, dass ich schon einiges geleistet hatte, aber es stimmte mich nicht so positiv, wie ich es gerne gehabt hätte.
    Zeit, Geduld und kleine Schritte machen die Wirkung.

    Und jetzt zu Benzos.
    Diese sind sehr starke Psychopharmaka und deren Anwendung gehört ausschliesslich(!) in professionelle Hände.
    Im Klinikentzug habe ich sie wohldosiert die ersten Tage bekommen und am 4. Tag waren sie wieder ausgeschlichen. Die Ärzte haben akribisch darauf geachtet. Jede Einzeldosis musste ich mir im Stationszimmer abholen, begleitet von der Überwachung meines Gesamtzustandes.
    Benzos haben ein sehr starkes Suchtpotential in sehr kurzer Zeit. Du bist längst über diese Anfangsphase hinaus.
    Akzeptiere und wertschätze, was du bisher schon geleistet hast, denn für Körper und Geist ist es Schwerstarbeit.
    Und wenn du der Meinung bist, dass du weitere Unterstützung brauchst, dann besprich das offen und ehrlich mit deinem Arzt.

    Da ich in einer Suchtklinik war, habe ich Benzopatienten kennengelernt. Manchmal war ich froh, dass ich "nur" Alkoholiker bin.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Die Frage ist ehrlich gesagt Quatsch. Eine Depression stellt dich ruhig. Punkt. So wie eine Grippe dir Fieber verpasst. Das ist ein Zustand, den du nicht einfach mit einer Tablette abschaltest.

    Kein Medikament macht eine Depression weg. Benzos schon gar nicht. Die würden dich noch mehr sedieren und den ganzen Müll verstärken. Die nimmt man im Notfall bei einer Panikattacke. Nicht um den Alltag „ruhig zu stellen“.

    Antidepressiva brauchen Zeit, um zu wirken. Und sie schalten die Depression nicht aus. Sie sorgen dafür, dass deine Grundstimmung stabiler wird, damit du überhaupt wieder ins Handeln kommst. Und selbst da wirken sie nicht bei jedem. SSRIs helfen ungefähr einem Drittel der Patienten. Dazu gibt es reichlich Studien.

    Ich verstehe den Wunsch, jetzt irgendwas einzuschmeißen, das den Schmerz wegdrückt. Ein kleiner Zaubertrank, einmal Ruhe im Kopf. Aber genau das hast du jahrelang mit Alkohol versucht. Und das war nicht die Lösung. Das war das Problem.

    Auf gut Deutsch. Du musst deinen Arsch hochbekommen und etwas tun. Medikamente können unterstützen. Sie können aber nicht dein Leben für dich aufräumen. Das gibt es nicht.

    Ja, ich denk da liegt mein Problem. Will einfach zu viel in kurzer Zeit und das auf einem möglichst leichten Weg. Ich hatte schonmal eine Depression und bin da wieder rausgekommen. Sollte eher daran denken anstatt mich selbst fertig zu machen.

  • Ja, ich denk da liegt mein Problem. Will einfach zu viel in kurzer Zeit und das auf einem möglichst leichten Weg. Ich hatte schonmal eine Depression und bin da wieder rausgekommen. Sollte eher daran denken anstatt mich selbst fertig zu machen.

    Na klar. Wahrscheinlich versprichst du dir davon, dass, wenn du jetzt alles möglichst schnell auf die Kette bekommst, deine Herzdame dich wieder nimmt.

    Kannst du aber knicken.

    Sie liebt dich nicht mehr, und genau das hat sie dir auch gesagt. Sie ist da längst raus und macht innerlich drei Kreuze, dass du nicht mehr Teil ihres Lebens bist.

    Erzähl mal was ist deine Motivation. Knall hart ohne drumherum zu reden.

  • Das Bild mit der Spalte trifft es ganz gut. Will auf jeden Fall nicht mehr zurück. Im Moment will ich halt den Job behalten, daher versuch ich es ambulant hinzubekommen. Bin aber soweit, dass ich in eine Klinik will, wenn ich mich im neuen Jahr immer noch so fühle.

  • Na klar. Wahrscheinlich versprichst du dir davon, dass, wenn du jetzt alles möglichst schnell auf die Kette bekommst, deine Herzdame dich wieder nimmt.

    Kannst du aber knicken.

    Sie liebt dich nicht mehr, und genau das hat sie dir auch gesagt. Sie ist da längst raus und macht innerlich drei Kreuze, dass du nicht mehr Teil ihres Lebens bist.

    Erzähl mal was ist deine Motivation. Knall hart ohne drumherum zu reden.

    Nein, die Hoffnung hab ich beerdigt. Ich denk mittlerweile, dass das auch ein Zeichen war, dass es eh nicht gehalten hätte. Ich weiß wo meine Fehler lagen, aber wenn sie sich sicher gewesen wäre, wäre sie noch da. Hab ihr alles erklärt und gesagt was ich gerade mache. Die Probleme die wir in der Beziehung hatte, wären nicht mehr da, aber wenn sie mich nicht mehr will, muss ich das ja akzeptieren. Bin mir auch eigentlich sicher, dass sie das schon eine Weile geplant hatte und sich nebenher jemand für den Absprung gesucht hatte oder gefunden wurde. Jedenfalls war ihre Liebe schon länger weg als sie sagt. Kann man jetzt so oder so sehen, aber ihre Sicht bringt mir da nicht viel, weil sie davon ausgeht, dass ich mich eh nicht ändere auf Dauer.

    Meine Motivation ist ein nüchternes Leben zu führen und mich wieder wohl zu fühlen mit mir. Anders wirds mit einer Frau eh wieder nur auseinander gehen. Also auf lange Sicht gesehen ist meine Motivation eine Familie, auf kurze Sicht will ich mich mit mir selbst wieder wohl fühlen und mich nicht mehr selbst kaputt machen.

    Einmal editiert, zuletzt von theel (8. Dezember 2025 um 12:11)

  • Bin mir auch eigentlich sicher, dass sie das schon eine Weile geplant hatte und sich nebenher jemand für den Absprung gesucht hatte oder gefunden wurde.

    Hallo theel und erst mal herzlich willkommen,

    wie eigentlich sicher bist Du Dir da denn? Weißt Du es? Oder sagt Dir das Deine Eifersucht?

    Du machst Dich selber ganz schön nieder. Du solltest im Moment nur nach Dir schauen. Mache Dinge die Dir Spaß bereiten. Dein Selbstwertgefühl musst Du Dir wieder aufbauen. Da hilft es nicht, wenn man zu viel über Vergangenes nachdenkt.

    Das Leben geht weiter. Und Du kannst das Beste daraus machen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

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