Beiträge von Boss

    Mir hilft da die errechnete Menge des reinen Alkohols den ich in der Woche konsumiert habe ganz gut. Wenn man + - 4-6 Flaschen Spiritus im Monat trinkt sollte das eine ausreichende Warnung sein.

    In Bier gerechnet, falls es auch wirklich nur Bier war, wird schnell verharmlost, jedenfalls hab ich das immer so gemacht, denn wenn Ich ehrlich bin hab ich alles getrunken wenn nichts anderes da war, auch Radler. Der reine Alkohol steht da irgendwie wie ein Turm den vergisst man nicht so schnell.

    Gruß R/no

    Ja, selten etwas anderes. De facto nur in Runden, wo es einfach „auf den Tisch kam“, also an Geburtstagen, in Discos oder Silvester. Das kann ich aber an einer Hand pro Jahr abzählen. Und das waren dann auch immer die beschissensten Tage. Und es sind die Situationen die ich definitiv meide! Ich rechne das jetzt mal:

    0,5 Liter, 5 Prozent Alkohol.

    • 0,5 L × 5 % = 0,025 L reiner Alkohol = 25 ml
    • Ethanol hat eine Dichte von 0,789 g/ml

    Also:

    • 25 ml × 0,789 g/ml = ca. 19,7 g Alkohol pro Bier

    5 Biere pro Tag

    • 19,7 g × 5 = ca. 98,5 g Alkohol pro Tag

    Wie viel im Jahr?

    • 98,5 g × 365 = ca. 35.900 g pro Jahr

    Also etwa:

    • 36 Kilogramm reiner Alkohol im Jahr

    Umgerechnet auf Wodka (40 %):

    • Rund 0,3 Liter Wodka pro Tag
    • 112 Liter Wodka pro Jahr

    Hmmm…

    Guten Abend zusammen,

    zunächst wünsche ich euch allen einen schönen zweiten Advent.

    Mir geht’s heute ganz gut, auch wenn ich bis morgens um sechs an meinen Themen gearbeitet habe. Eigentlich wollte ich mit meinem Sohn in einen Freizeitpark, für den wir beide eine Dauerkarte haben. Ärgerlich, dass das nicht geklappt hat, weil ich ausschlafen musste. Für den Moment ist es aber okay, weil ich mir gerade mein Fundament für die Selbstständigkeit aufbaue. Das soll noch vor Weihnachten stehen. Danach möchte ich nämlich ein paar Tage wirklich abschalten, bevor es nächstes Jahr hoffentlich zügig mit Projekten losgeht.

    Das Thema Alkohol ist wirklich ein Phänomen. Mal habe ich absolut keine Cravings, mal nicht einmal Gedanken daran. Und dann kommt plötzlich ein Tag wie heute. Ich habe gestern viel gearbeitet und dabei wieder diesen Druck im Kiefer aufgebaut. Ich habe mich zum ersten Mal intensiv mit meinen Finanzen und den Auswirkungen der Selbstständigkeit beschäftigt. Geld ist eigentlich gar nicht mein Thema, aber das, was steuerlich auf mich zukommt, hat mich schon beschäftigt. Ich habe verstanden, dass es viele Selbstständige genau daran zerreißt.

    Und dann kommen plötzlich diese verdächtigen Gedankengänge. Eben hatte ich zum ersten Mal so richtig einen Rückfall-Gedanken. Ich habe darüber nachgedacht, wie es wohl für jemanden wäre, den ich noch nie trinken gesehen habe, wenn er „mal ein Bier“ trinkt. Das hat mich völlig aus dem Nichts getriggert und für einen kurzen Moment war da dieser Wunsch zu trinken. Zum Glück hat sofort der Verstand eingesetzt: „Hier stimmt gerade etwas nicht in deiner Birne.“

    Heute ist Tag 22. Drei Wochen. Ohne euch und ohne das tägliche Reinschauen ins Forum wäre das nicht möglich gewesen.

    Die Situation eben im Kopf war richtig, richtig mies. Deshalb mache ich heute nichts mehr. Ich starte gleich Battlefield, das ich seit Tagen nicht angerührt habe, und versuche einfach mal abzuschalten. Vielleicht hole ich mir später noch ein Gyros.

    Aber eines passiert heute ganz sicher: Ich werde nichts trinken.

    LG

    Wenn ich dann einmal in eine Situation kommen sollte bei der ich Alkohol ablehnen müsste und darauf hin die Frage "Warum denn" gestellt wird, werde ich sagen das ich Alkoholiker bin also gleich "weil ich Alkoholiker bin"

    Dann brauch ich nicht rumeiern a lá, "ich habe vor einiger Zeit gemerkt das ich zuviel trinke" oder irgend sowas schwammiges. Ich spiel damit den Ball ja gleich wieder zurück und das gegenüber darf dann entscheiden ob es weiter fragen will.

    Genau so möchte ich es auch handhaben. Ich merke nur, dass in meinem Kopf nach dem Satz „Ich bin Alkoholiker“ immer noch eine automatische Relativierung auftaucht. So etwas wie „so schlimm war es doch nicht“.

    Hey,

    du schwärzt ihn nicht an. Du schützt deine Kinder. Das Kindeswohl steht immer an erster Stelle. Wenn du ihm nicht einmal zutrauen kannst, nüchtern mit den Kindern Auto zu fahren, dann liegt ein großes Problem vor und dein Verhalten ist absolut richtig.

    Achte nur darauf, dass es nicht irgendwann komplett giftig wird. Vielleicht bekommt dein Mann ja doch noch die Kurve. Und erst dann ist es wichtig, dass die Kinder auch wieder ihren Papa haben können.

    Als die Mutter meines Sohnes sich von mir getrennt hat, war es am Anfang ebenfalls schwierig. Die Themen waren andere, aber der Mechanismus ist ähnlich. Ich wollte nicht der „McDonald’s Papa“ sein und habe darum gekämpft, möglichst viel Umgang mit meinem damals sieben Monate alten Sohn zu haben. Am Anfang war viel Gift im Spiel, von beiden Seiten.

    Das Jugendamt sagte damals einen Satz, den ich nie vergessen habe:

    „Was möchten Sie. Wollen Sie künftig nur noch über Anwälte kommunizieren und dabei das Kind völlig außer Acht lassen“

    Das war ein Wendepunkt. Am Ende blieb es bei diesem einen Termin. Wir haben eine Umgangsvereinbarung getroffen, die für beide Seiten nicht perfekt war, aber fair.

    Wir haben uns fast immer daran gehalten. Mit der Zeit entstand wieder ein gutes Verhältnis, das im Sinne unseres Kindes funktioniert. Wir sprechen alles Wichtige ab. Wir informieren uns gegenseitig. Jeder fährt auch mal allein in den Urlaub. Wir haben ein Wechselmodell etabliert. Spielzeuge und Kleidung wandern quer zwischen den Haushalten. Es gibt kein „meins“ oder „deins“.

    So schwierig der Anfang war, so gut ist es heute. Unser Kind ist ein fröhlicher, aufgeweckter kleiner Kerl und liebt Mama und Papa gleichermaßen. Das wünsche ich dir und deinen Kindern auch.

    Da ich selbst Alkoholiker bin, sage ich es ehrlich. Ich konnte mich damals zumindest so weit im Griff haben, dass ich beim Umgang nie angetrunken war. Getrunken habe ich erst, wenn er schlief. Das war auch schlimm genug, aber so war es.

    Fazit: Du machst alles richtig. Mach dir keinen Kopf.

    LG

    Danke Boss. Du klingst aber auch sehr motiviert in Deinem Faden. Deshalb gehe ich davon aus, dass Du es auch schaffen kannst. Aber als Vorbild brauchst Du mich trotzdem noch nicht zu nehmen. Nicht das ich mich wackelig fühle, aber von den vielen Trockenen hier die schon viel länger dabei sind, kann man noch mehr lernen um eben für immer trocken zu bleiben.

    "Immer" klingt für mich immer noch utopisch irgendwie, aber genauso will ich es. Deshalb zähle ich auch gerne die Tage, in der Hoffnung das ich durch das zählen mal bei Immer ankomme. :)

    Also bleib dran.

    LG

    Bibi

    Nicht falsch verstehen. Du bist mit deinen 150 Tagen für mich viel greifbarer als jemand wie Hartmut mit seinen Jahrzehnten. Aber am Ende gilt für mich: Jeder, der sein Leben abstinent lebt und es ernst meint, ist ein Vorbild. Egal ob 150 Tage oder 18 Jahre.

    Ich hab gestern die drei Wochen voll gemacht. Fühlt sich aber noch nicht erwähnenswert an. Die 150 Tage oder 5 Monate schon 😬.

    Kennst du Übungen wie man den Selbstwert aufbauen kann? Ich hab da echte Probleme. Hoff die Psychotherapie kann da helfen, aber ich weiß auch, dass das aus mir kommen muss.

    Der Begriff Selbstwert sagt eigentlich schon alles. Es bedeutet, dass du dir selbst etwas wert bist. Und genau das beginnt sich gerade bei dir zu verändern. Der wichtigste Schritt dafür ist schon gemacht. Du trinkst nicht mehr. Mit einem betrunkenen Kopf kann kein Mensch ein stabiles Selbstbild aufbauen. Mit einem klaren Kopf aber sehr wohl. Das ist deine neue Grundlage.

    Am Anfang geht es gar nicht darum, „etwas aufzubauen“. Es geht darum zu verstehen, was in dir arbeitet. Jeder Mensch hat innere Stimmen, die behaupten, man sei zu wenig, zu viel, nicht gut genug oder irgendwie „falsch“. Diese Sätze sind meist alt. Sie kommen aus Erziehung, Erfahrungen, Beziehungen, manchmal auch aus Momenten, in denen man verletzt wurde. Und wenn man lange getrunken hat, verstärkt sich das alles. Alkohol frisst am Selbstwert. Immer. Bei jedem.

    Der Punkt ist: Diese Gedanken definieren dich nicht. Sie sind Gewohnheiten. Reflexe. Altes Material. Mehr nicht.

    Selbstwert entsteht nicht durch große Aktionen. Er wächst durch kleine, klare Schritte. Dinge wie: Du triffst Entscheidungen. Du ziehst sie durch. Du stellst dich deinen Gefühlen statt sie wegzusaufen. Du kümmerst dich um dich. Du suchst Antworten. Du schreibst hier. All das sind Anzeichen dafür, dass du gerade aktiv an dir arbeitest, bewusst oder unbewusst.

    Und genau daraus wächst Selbstwert. Nicht aus Perfektion. Sondern aus dem Gefühl: Ich lasse mich nicht hängen. Ich übernehme Verantwortung für mich. Ich bewege mich in die richtige Richtung. Auch wenn es mühsam ist.

    Wenn du verstehen willst, was deinem Selbstwert gerade im Weg steht, kannst du dich fragen: Welche Sätze tauchen automatisch in meinem Kopf auf. Was erzähle ich mir selbst, ohne es zu merken. Und stimmen diese Sätze wirklich. Oder sind sie nur alte Muster, die längst überholt sind.

    Du bist jetzt an dem Punkt, an dem Selbstwert wieder Platz hat. Der Alkohol ist raus. Klarheit kommt zurück. Und damit auch die Fähigkeit, dich selbst wieder zu erkennen. Das ist viel wert. Mehr, als du gerade vielleicht siehst.

    LG


    PS.: Du musst jetzt nicht sofort mit einem Bleistift losrennen und ein leeres Blatt füllen. Entscheidend ist, dass du begreifst, dass du längst auf dem Weg bist. Du bewegst dich, du entwickelst dich und genau das zählt. Bleib dabei, denn jeder Schritt, den du jetzt machst, arbeitet für dich und nicht mehr gegen dich.

    Das Selbstwertgefühl kommt wieder. Gerade eine Trennung kann das bei vielen Männern – und ich zähle mich dazu – komplett zerschießen. Aber ey, das Leben ist nicht vorbei. Mein Vater hat mit 50 noch meine kleine Schwester gezeugt.

    Ich habe auch gemerkt, wie der Alkohol Stück für Stück mein Selbstbewusstsein zerstört hat. Früher war ich extrem selbstbewusst. Mittlerweile schwanke ich da. Aber das kommt wieder.

    Die Basis dafür ist die Abstinenz. Mit einem betrunkenen Kopf kommst du definitiv nicht weiter. Und allein die Erkenntnis gibt dir schon den ersten Boost.

    Fitnessstudio ist sicher auch etwas, das über die Zeit Selbstbewusstsein aufbaut. Du musst nicht viel machen. Drei Mal die Woche, knackige 45 Minuten – mehr braucht es nicht. Da gilt: Viel hilft nicht viel.

    Und darüber hinaus gibt es ja noch andere Bereiche, die man stärken kann: Finanzen, Job, Gesundheit.

    Was treibt dich an? Was würdest du gerne verbessern?

    LG

    Aber ich habe immer noch ein hohen Blutzuckerspiegel, ich nehme morgens und abends eine ganze Tablette , beginnend mit Buchstaben M

    Bei dem Medikament sollte man auch hin und wieder den B12-Spiegel kontrollieren lassen. Mein Vater hat das damals von seiner Hausärztin verschrieben bekommen, und sie hatte das überhaupt nicht auf dem Schirm. Das kann aber einen ziemlich starken Mangel verursachen. Danach hat er sofort Depotspritzen bekommen.


    LG

    Ja da ist auch etwas wahres dran aber mit Bonos Ansicht komm ich auch klar, es ging mir ja um das Wort Krankheit. Deine Erklärung mit dem Fahrradfahren ist aber auch super👌

    Ich konnte gleich losfahren ohne große Übung und ohne Stützräder

    Genau, und deshalb kannst du auch sofort wieder trinken wie früher, sobald du nur einmal unvorsichtig wirst.

    Als Angehörige eines Alkoholiker mit Depressionen bitte ich euch aber, immer auch an die Angehörigen zu denken und was ihr damit anrichtet, wenn ihr weitertrinkt.

    Liebe Elara,

    ich verstehe deinen Groll und deinen Appell. Wirklich. Aber du sprichst hier gerade zu Menschen, die bereits nicht mehr trinken.


    Und als Alkoholiker kann ich dir sagen:

    Solche Appelle gehen uns während der aktiven Phase ehrlich gesagt ziemlich am arsch vorbei. Nicht aus Bosheit. Nicht, weil wir unsere Angehörigen verletzen wollen. Sondern weil wir krank sind. Jeder weiß irgendwo, dass er Schaden anrichtet und trinkt trotzdem weiter. Genau das ist das Tragische an der Sucht.

    Was ich dir aber versichern kann:

    Das Lesen hier, sowohl im Co-Bereich als auch im Eka-Bereich, ist für mich ein absoluter Augenöffner. Erst hier begreift man richtig, was man sich selbst und seinen Liebsten antut. Und man versteht, dass man genauso endet wie viele der Geschichten, die Angehörige hier teilen, wenn man nicht die Reißleine zieht.

    Genauso wie Co und Eka hier voneinander lernen können, lernen auch wir Alkoholiker viel über die Folgen unseres Handelns. Das ist ein Austausch. Ein ehrlicher, manchmal harter, aber hilfreicher.

    Der Alkoholiker kann die Co’s nicht retten und die Co’s nicht den Alkoholiker.

    Wenn das so wäre, bräuchten wir dieses Forum nicht.

    LG

    Ich finde wir haben einen Fehler in der Genetik

    Sehe ich absolut nicht so. Für mich ist es ein erlerntes Verhalten. Es ist wie Fahrradfahren:

    Wenn du einmal gelernt hast, die Balance zu halten, verlierst du diese Fähigkeit nie wieder. Selbst nach Jahrzehnten kannst du dich wieder draufsetzen und losfahren – das Programm läuft automatisch ab.

    Und genau wie beim exzessiven Fahrradfahren entstehen mit der Zeit Schäden: überlastete Gelenke, kaputte Knie, verschlissene Bänder.

    Beim Alkohol sind es eben Leber, Psyche und Lebensqualität, die verschleißen.

    Das Verhalten ist das Gleiche: Erlernt, automatisiert, wiederholbar und langfristig schädlich.

    Naja, ich habe nicht aufgehört, weil der Alkohol krank macht. Sondern weil er kontrolliert. Eine Pille die die schädlichen Auswirkungen eliminiert wäre für mich kein Grund wieder anzufangen, denn sie war auch nicht der Grund aufzuhören. Das mag bei anderen anders sein.

    Ich hatte Eifersuchtsprobleme, die ich durch den Alkohol nicht unter Kontrolle hatte. Wenn ich betrunken war, hab ich ihr Vorwürfe gemacht und das ist immer wieder passiert. Hab mich zwar erklärt und entschuldigt, weil ich es wirklich bereut habe, so wie nun auch, aber es war eben zu oft für sie und sie wollte sich das nicht mehr antun. Muss auch sagen, dass ich sie verstehe. Sie hat mir mehrere Chancen gegeben, aber es ist trotzdem wieder passiert. Und jetzt glaubt sie mir natürlich nicht mehr. Wir waren auch nicht so lang zusammen (etwa 7 Monate), damit wir hätten eine Basis aufbauen können. Sie hat mir gesagt, dass sie ihre Gefühle verloren hat und ein anderes Leben will und das ist endgültig für sie.

    Kenn ich auch irgendwoher. Die Nummer ist durch, was Dir jetzt hilft ist abstand und den Kontakt komplett abbrechen. Jede kleinste Kontakt verlängert das "Leiden". Aber weißt Du, am Ende war es auch ein Geschenk. Denn Du bist jetzt hier und bereit dir dein Leben zurück zu holen. Ich bin relativ Jung geworden. Mein Vater hat es sogar mit 50 noch vollbracht meine kleine Schwester zu zeugen. Du hast noch Zeit. Aber die läuft Dir ganz sicher weg, wenn Du jetzt nichts änderst.

    Mir ist das gestern tatsächlich nicht in den Kopf gekommen und quäle mich Stunden mit Diskussionen ^^. Danke für das Lesen.

    Hab das Gefühl, je öfter man solche Situationen bewusst erlebt und sich dann auch Gewahr wird, dass da gerade im Kopf gesabbelt wird, desto einfacher kann man das unterbinden.