Kennst du Übungen wie man den Selbstwert aufbauen kann? Ich hab da echte Probleme. Hoff die Psychotherapie kann da helfen, aber ich weiß auch, dass das aus mir kommen muss.
Der Begriff Selbstwert sagt eigentlich schon alles. Es bedeutet, dass du dir selbst etwas wert bist. Und genau das beginnt sich gerade bei dir zu verändern. Der wichtigste Schritt dafür ist schon gemacht. Du trinkst nicht mehr. Mit einem betrunkenen Kopf kann kein Mensch ein stabiles Selbstbild aufbauen. Mit einem klaren Kopf aber sehr wohl. Das ist deine neue Grundlage.
Am Anfang geht es gar nicht darum, „etwas aufzubauen“. Es geht darum zu verstehen, was in dir arbeitet. Jeder Mensch hat innere Stimmen, die behaupten, man sei zu wenig, zu viel, nicht gut genug oder irgendwie „falsch“. Diese Sätze sind meist alt. Sie kommen aus Erziehung, Erfahrungen, Beziehungen, manchmal auch aus Momenten, in denen man verletzt wurde. Und wenn man lange getrunken hat, verstärkt sich das alles. Alkohol frisst am Selbstwert. Immer. Bei jedem.
Der Punkt ist: Diese Gedanken definieren dich nicht. Sie sind Gewohnheiten. Reflexe. Altes Material. Mehr nicht.
Selbstwert entsteht nicht durch große Aktionen. Er wächst durch kleine, klare Schritte. Dinge wie: Du triffst Entscheidungen. Du ziehst sie durch. Du stellst dich deinen Gefühlen statt sie wegzusaufen. Du kümmerst dich um dich. Du suchst Antworten. Du schreibst hier. All das sind Anzeichen dafür, dass du gerade aktiv an dir arbeitest, bewusst oder unbewusst.
Und genau daraus wächst Selbstwert. Nicht aus Perfektion. Sondern aus dem Gefühl: Ich lasse mich nicht hängen. Ich übernehme Verantwortung für mich. Ich bewege mich in die richtige Richtung. Auch wenn es mühsam ist.
Wenn du verstehen willst, was deinem Selbstwert gerade im Weg steht, kannst du dich fragen: Welche Sätze tauchen automatisch in meinem Kopf auf. Was erzähle ich mir selbst, ohne es zu merken. Und stimmen diese Sätze wirklich. Oder sind sie nur alte Muster, die längst überholt sind.
Du bist jetzt an dem Punkt, an dem Selbstwert wieder Platz hat. Der Alkohol ist raus. Klarheit kommt zurück. Und damit auch die Fähigkeit, dich selbst wieder zu erkennen. Das ist viel wert. Mehr, als du gerade vielleicht siehst.
LG
PS.: Du musst jetzt nicht sofort mit einem Bleistift losrennen und ein leeres Blatt füllen. Entscheidend ist, dass du begreifst, dass du längst auf dem Weg bist. Du bewegst dich, du entwickelst dich und genau das zählt. Bleib dabei, denn jeder Schritt, den du jetzt machst, arbeitet für dich und nicht mehr gegen dich.