Da bin ich wieder. Und jetzt ist es soweit, dass ich mich trenne. Die letzen Wochen haben sich in einer endlosen Spirale immer wiederholt. Mein Mann war in der Klinik wegen Alkoholentzug, war in der geschlossenen Psychiatrie, weil er versucht hat, sich die Pulsadern aufzuschneiden usw. Psychisch war und bin ich am Ende, weil ich auch einfach keinen Partner habe, der mich mal in den Arm nimmt. Klar habe ich meine Kinder, aber man will ja auch nicht immer bei denen vorbeikommen und seine Probleme abladen, zumal sie durch den Tod der ungeborenen Enkelin genug selbst zu bewältigen haben.
Und dann waren da die ständigen Vorwürfe…. wenn ich länger gearbeitet habe, weil ich ein wichtiges Projekt fertig machen musste und danach noch meine Musik hatte, dann hat mir mein Mann vorgeworfen, dass ich mich bei allem zu wichtig nehme und ihn immer alleine lasse. Dass ich für alles und jeden Zeit habe, nur für ihn nicht und dass er immer alleine zu Hause bleiben muss und sich um alles kümmert. Tatsache war jedoch, dass ich z.B. am Wochenende alles sauber gemacht habe, sein Bett frisch überzogen habe, er eigentlich den Rasen mähen wollte, aber mal wieder nach 10 min. das Handtuch geworfen hat und sich zwei Stunden Schlafen gelegt hat. Ich habe dann den Rasen zu Ende gemäht (es war ja nur noch 15 Minuten zu mähen), ich dann noch die Ränder mit der Handschere gekürzt habe, er dann aus seinem Nachmittagsschlaf aufwacht, mich frägt, warum ich so rot in Gesicht bin (waren ja nur gefühlte 30°C im Schatten und ich hatte den steilen Bereich im Garten gemäht). Dann wurde mir vorgeworfen, dass ich mich nicht zu ihm setze und dass er mal wieder alleine ist (dann kann er ja gleich komplett alleine sein usw.). Ich habe dann noch den Bereich fertig gemacht und er hat versprochen, den Rest am Montag zu machen (was er natürlich nicht gemacht hat). Das Ende des Samstags war dann, dass wir gemeinsam Formel 1 angeschaut haben (was mich null interessiert) und er dann um 18 Uhr ins Bett gegangen ist. Am Sonntag wollten wir eigentlich mal zusammen mit dem Hund spazieren gehen, aber er hat es dann solange hinausgezögert, bis wieder Formel 1 war und er sich dann vor die Glotze gesetzt hat. Ich war dann mit dem Rennrad unterwegs, weil ich sonst wahrscheinlich ausgerastet wäre und bin später alleine mit dem Hund gegangen. Er geht ja schließlich jeden Tag unter der Woche mit dem Hund und er ist froh, wenn er mal nicht gehen muss. Dass es für mich aber um gemeinsame Zeit gegangen ist, hat er gar nicht verstanden. Er wirft mit immer vor, dass ich nicht für ihn da bin, aber er will eigentlich nichts gemeinsames machen, sondern nur, dass ich neben ihm sitze und ihm beim Daddeln am Tablet oder beim Biertrinken zusehe.
Momentan geht es ihm gesundheitlich sehr schlecht, weil er nichts isst und nur Bier trinkt. Seine Verdauung ist dann natürlich entsprechend und er hat Magenschmerzen. Das liegt aber daran, weil er ja todkrank ist und sowieso bald sterben wird, aber ich kümmere mich ja nicht darum. Er war dieses Jahr so oft im Krankenhaus, wo er komplett durchgecheckt wurde, und es war immer nichts. Im Gegenteil, wenn er dann keinen Alkohol getrunken hat und normal gegessen hat, waren die Beschwerden ja auch immer weg.
Und jetzt wollten wir eigentlich gemeinsam mit dem Wohnmobil in Urlaub fahren, aber er hat im Vorfeld die ganze Zeit gemeckert, dass er eigentlich gar nicht da hin will, wo ich eine Freundin besuchen wollte, weil ihn die Gegend ankotzt usw. Nach dem Streit mit meiner Arbeit hat er mir an den Kopf geworfen, dass wir sowieso nicht zusammen passen und er in die leere Wohnung im Haus ziehen wird. In den nächsten Tagen hat sich dieser Plan von ihm langsam wieder in Luft aufgelöst und er hat so getan, als ob es keinen Streit gegeben hat. Aber ich habe ihm dann auf seine Frage, ob er mitfahren soll geantwortet, dass ich das nicht mehr möchte. Nach den letzten gemeinsamen Ausflügen mit dem Wohnmobil hat er mir vorgeworfen, dass ich mich um nichts kümmere, weil er um 5 Uhr aufsteht und den Hund füttern muss (der schläft bei mir auch bis 8 Uhr) und er dann schon fix und fertig ist, wenn ich dann um 8 Uhr aufstehe. Entschuldigung, wenn ich Wochenende habe, ist er der Meinung, ich sollte um 6 Uhr aufstehen, den Hund füttern und mit ihm am Campingplatz eine Runde laufen, nur weil er um 5 Uhr nicht mehr schlafen kann? Ich erwarte von ihm nicht, dass er sich um unseren gemeinsamen Hund kümmert, aber er macht es und wirft es mir dann vor?
Am Wochenende bin ich dann zweimal zu meiner Tochter gefahren, um mich um ihren alten Hund zu kümmern. Ich bin am Abend nochmal hin und es wurde halb zehn, weil er einen Krampfanfall hatte und ich schon dachte, dass er stirbt. Ich hatte dann noch mit meiner Tochter telefoniert und ich war fix und fertig. Als ich dann nach Hause komme, wirft er mir vor, dass ich ja mal wieder für alle Zeit habe, er aber alleine ohne Essen zu Hause sein muss (er ist ja ein kleines Kind, das sich nichts selber machen kann, wenn der Kühlschrank voll ist). Es könne sich doch jemand anders um den Hund kümmern, z.B. die Eltern vom Freund meiner Tochter, die im gleichen Ort wohnen. Als ich dann gesagt habe, dass die momentan im Urlaub sind, kam als Antwort, dass sich ja die Großeltern (sind ja nur über 80 Jahre alt) darum kümmern könnten. Ich habe darauf nichts mehr gesagt, obwohl ich kurz vor dem Platzen war. Aber was soll ich da sagen, ohne loszubrüllen. Das ist der Hund meiner Tochter und da sollen sich die Großeltern des Freundes kümmern?
Für mich war da eigentlich die letzte Entscheidung getroffen. Er kam dann später nochmal zu mir und hat getan, als ob nichts wäre und ich dachte ich wäre im falschen Film.
Am Sonntag bin ich dann mit meinem Wohnmobil los und bin zu meinem Sohn gefahren, um mit ihm zu reden. Und er hat mir klar gesagt, dass ich mich trennen soll und aufschreiben soll, warum ich mich von ihm trenne, damit ich es immer vor Augen habe.
Es ist mit jetzt klar, dass sich nichts ändern wird, weil sich mein Mann nicht ändern möchte. Weder seinen Alkoholkonsum beenden möchte, noch seine Depressionen behandeln lassen will. Ach ja, er war auf der Warteliste für eine psychiatrische Klinik und das hat er mir am Samstag Abend dann auch noch gesagt, dass sie ihn angerufen hätten, dass er am Montag kommen kann, er dann aber abgesagt hat, weil er da nicht mehr hinmöchte. Er hat es so gesagt, als ob er mir damit eins auswischen möchte. Aber es ist doch seine Psyche unter der er angeblich seit Jahren so leidet und keiner kümmert sich um ihn. Ich hätte meinen Urlaub abgebrochen, um mich um unsere Katzen zu kümmern, aber er hat sich ja mal wieder geopfert und abgesagt.
Am Montag habe ich mir eine Wohnung angeschaut und es verdaddelt. Ich hätte den Mietvertrag gleich unterschreiben sollen, aber das war mir in dem Moment einfach zu viel. Und dann hat die Vermietern die Wohnung natürlich an einen anderen vergeben. Mein Sohn sagt, dass wir gemeinsam weitersuchen und ich aber auf alle Fälle ausziehen soll.
Jetzt bin ich im Urlaub bei meiner Freundin, der ich natürlich nichts von der ganzen Schei…. erzähle und mein Mann hat wieder so getan, als ob nichts wäre, und ob er im September mit nach Kroatien fahren kann. Ich habe dann geantwortet, dass ich das nicht mehr möchte und dass ich mich trenne. Dann wieder, dass man so etwas nicht am Telefon macht usw, aber wenn es jemand einfach nicht kapiert, dass es aus ist?
Und jetzt kommen ständig Nachrichten und Anrufe, die zwischen Beschimpfungen und Heulkrämpfen pendeln. Und ich wäre ja so abgebrüht, er wäre ja immer der Dumme, der von allen abgezockt und mies behandelt wird. Und ich hätte ja einen Neuen, den hat er auf einem Foto gesehen und über Satellit hätte er einen Mann mit Bart um mein Wohnmobil gehen sehen und er ja nicht blöd ist und weiß was da abläuft. Es ist nur so, dass da niemand ist und ich froh bin einfach mal niemand um mich zu haben, geschweige denn wieder in die nächste Beziehungsschei…. zu fallen.
Ich kann auf seine Vorwürfe immer gar nichts sagen, weil ich sonst losbrüllen würde. Vielleicht sollte er mal objektiv darüber nachdenken, was er unter einer Beziehung versteht und was da eigentlich dazu gehört. Wenn ich bisher mal meine Meinung geäußert habe, dann hat er immer gesagt, warum ich streiten will, aber ich wollte einfach nur meine Sichtweise darstellen, aber das ist scheinbar nicht erlaubt.
Manchmal erinnert mich das an meine erste Ehe mit einem Narzisten, der es auch immer geschafft hat mir die Schuld an allem zu geben.
Aber ich habe jetzt wirklich jahrelang versucht, für ihn da zu sein, alles zu ertragen, mich um vieles zu kümmern (z.B. wenn er dann plötzlich wieder 10 Tage in der Entgiftung war und ich alles umorganisieren musste, unseren Hund mit in die Arbeit genommen habe und die ganze Arbeit in Haus und im Garten alleine gestemmt habe, aber das zählt alles nichts).
Und dann immer nur Vorwürfe, Eifersuchtsszenen auf meine Kinder (aus erster Ehe), Beschuldigungen, Kränkungen, dann danach um 7 Uhr am Abend ins Bett zu gehen und ich war dann wie so oft alleine. Und meine Sorgen oder Probleme konnte ich sowieso nicht ansprechen, weil es ihn einfach nicht interessiert hat, weil es immer nur um ihn gegangen ist. Wie schlecht es ihm doch geht und keiner kümmert sich um ihn usw. Dabei hat er wirklich eine gute Hausärztin, die sich noch um ihn wirklich kümmert, aber ich denke irgendwann wird sie auch sehen, dass er sich nicht helfen lassen möchte.
Er wirft mir vor, ich hätte ihn niemals geliebt, aber letztes Jahr nach seinem Alkoholabsturz ist irgendwas in mir zerbrochen und ich habe ja geschrieben, dass es mich vor ihm geekelt hat. Und das ist leider jetzt teilweise auch noch so. Wenn sich jemand nicht pflegt, tagelang nicht duscht, dann nur apathisch rumhängt und morgens schon Bier trinkt, ist das sicherlich kein Anreiz für eine Liebesbeziehung. Wir hatten am Schluß eine Zweckgemeinschaft, aber ich muss mich nicht beschimpfen lassen und darf meine Selbstachtung nicht vergessen.
Also bin ich jetzt auf Wohnungssuche und hoffe, dass es nicht zu lange dauert. Mein Mann geht jetzt nächste Woche ins Krankenhaus (weil er ja todkrank ist) und danach wird er in die andere Wohnung ziehen. Aber ob er das dann wirklich macht, ist ja die andere Frage. Deshalb steht mein Plan fest, dass ich ausziehe, sobald ich etwas habe. Und wenn es mir zuviel wird, kann ich immer noch vorübergehend im Wohnmobil wohnen. Ist bloß die Frage, wie ich das mit meinen Katzen mache.
Es ist einfach alles so verfahren und oft habe ich Angst, dass ich das alles gar nicht schaffe, aber mein Sohn und meine Tochter haben mir gesagt, dass sie hinter mir stehen und mir helfen, wenn ich sie brauche.
Jedenfalls steht für mich fest, dass ich mich scheiden lasse, um hier ein für alle Mal einen Schnitt zu machen. Und ich brauche nie mehr einen Mann in meinem Leben, weil ich vermutlich beziehungsunfähig bin und mich immer vom falschen Typen einlullen lasse. Einmal Co, immer Co?
Ich schäme mich so, dass ich zwar alles auf die Reihe bekomme, beruflich erfolgreich bin usw., aber scheinbar einfach zu doof bin, eine Beziehung zu haben. 