Elara - Befreiung – ich lasse dich los, um mich nicht zu verlieren.

  • Guten Morgen,

    mein Mann ist seit seiner Entlassung aus der Entgiftung am 04.12. immer noch abstinent und es geht ihm aus meiner Sicht gut. Er isst endlich vernünftig und geht lange mit unserem Hund spazieren. Das Thema „Alkohol“ schweigen wir momentan aus. Im Januar hat er einen Termin beim Hausarzt und er möchte hier versuchen eine psychosomatische stationäre Therapie zu bekommen. Leider bekommt er bei der Einweisung immer das Thema „Alkohol“ mit eingetragen. Mal sehen, ob es mit der Bewerbung in der Psychosomatik klappt. Aber ich kümmere mich nicht mit darum, weil es sein Ding ist. Abends beim Einschlafen hab ich nur oft Panik vor dem Rückfall. Ja klar, soll man an den Partner glauben, aber ich habe wie viele andere einfach schon zu oft erlebt, wie schnell der Rückfall kommen kann.

    Soll ich mich jetzt schon gedanklich darauf vorbereiten, wie ich nach dem nächsten Rückfall reagieren soll (ausziehen und trennen), oder soll ich die Zeit einfach mal genießen und abwarten, was passiert? Ich weiß, dass das eine blöde Frage ist, aber es geht einem oft so viel durch den Kopf, mit dem man in der Regel alleine ist, weil ich mit meinen Kindern, Freunden etc. über sowas gar nicht reden kann. Deren Antwort kenne ich nur zu gut, um mein realer Kopf sagt ja auch, dass ich ohne Beziehung freier bin, weil ich mich nur um mich zu kümmern brauche. Aber nachdem er momentan „normal“ ist, hoffe ich halt doch immer noch auf eine dauerhafte Änderung.

    In den vielen Fäden, die ich mittlerweile gelesen habe, sehe ich oft viele Ähnlichkeiten und wie schwierig es ist, die richtige Entscheidung zu treffen bzw. eine Trennung wirklich durchzuziehen.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Soll ich mich jetzt schon gedanklich darauf vorbereiten, wie ich nach dem nächsten Rückfall reagieren soll (ausziehen und trennen)

    Ich bin mit dieser Strategie sehr gut gefahren!!!


    Und habe trotzdem die Zeit der Abstinenz sehr genossen. So sehr, dass mich der Schlag getroffen hat als der Rückfall da war, weil ich ihn zu dem Zeitpunkt schlicht schon ausgeschlossen hatte. Es war doch „alles so schön“.

    Da hat mir der klare Entschluss: „noch eine Runde drehe ich nicht mit“ - extrem geholfen, mich in Sicherheit zu bringen.


    Denken konnte ich da nämlich erst mal nicht mehr. Und handeln auch kaum. Ich stand unter Schock.


    Deshalb mein Rat: Definitiv genau überlegen, was Du tun wirst bevor es passiert.

  • er möchte hier versuchen eine psychosomatische stationäre Therapie zu bekommen. Leider bekommt er bei der Einweisung immer das Thema „Alkohol“ mit eingetragen

    Wieso "leider"?

    Das kann seine Chancen auf eine Reha nur erhöhen. Und das eine lasst sich vermutlich gar nicht vom anderen getrennt betrachten.

    Warum beantragt er keine Entwöhnungsreha? Sieht er sich denn nicht als Alkoholiker und meint, mit der Entgiftung ist "das Thema" durch und man möchte ihn bitte damit in Ruhe lassen?

    So funktioniert das nicht, wie Du hier bei uns Alkoholikern nachlesen kannst. Darum ist ein Plan B für Dich sicher nicht verkehrt.

  • Zum Thema „psychosomatische Therapie“: er war letztes Jahr 15 Wochen in der Langzeittherapie und ihm wurde nicht nur dort, sondern auch bei anderen Aufenthalten von den Therapeuten und Ärzten immer gesagt, dass er dringend eine psychosomatische Therapie braucht.

    Und momentan ist es auch so, dass er angeblich erst wieder in 3 oder 4 Jahren eine Langzeittherapie beantragen kann.?.

    Er weiß, dass er Alkoholiker ist und ihm ist auch klar, dass er nur mit Abstinenz weiterkommt.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

    Einmal editiert, zuletzt von Elara (27. Dezember 2025 um 20:40)

  • Liebe Mitglieder im Forum.

    Ich muss mich jetzt hier mal auskotz…. Normalerweise versuche ich, alle meine Probleme alleine zu bewältigen, aber momentan ist es einfach so viel, dass ich mal darüber schreiben muss.

    Und ja, ich weiß, dass ich als sog. Co teilweise mit Schuld an dem Dilemma bin und dass es eine Möglichkeit gibt, da raus zu kommen….. nämlich „einfach“ zu gehen.

    Wie ich aus vielen Fäden gelesen habe, dauert es bei vielen lange Jahre, bis sie endlich soweit sind und es wirklich durchziehen.

    Mein Mann war letzten November nach meinem Fahrradunfall 10 Tage in der Klinik und hat mich mit meiner luxierten Kniescheibe einfach alleine mit unseren 5 Tieren gelassen.

    Aber…. er kam nach Hause und war mal wieder voller Euphorie, dass es diesmal funktionieren wird und er nie wieder Alkohol trinken wird. Er hatte dann noch eine Tablettenumstellung für seine Depressionen und es ging ihm gut.

    Ja, es ging ihm dann irgendwann zu gut, und dann kam wieder das erste Bier. Nach über 9 Wochen Abstinenz. Die Zeit seiner Abstinenz war einfach nur schön, wir sind zusammen im Rahmen meiner Möglichkeiten nach der Knie-OP mit dem Hund spazieren gegangen, hatten guten Gespräche, viele Pläne für das neue Jahr usw.

    Meine Anmerkung, dass er jetzt ein Leben wieder aufgibt, in dem es ihm nie morgens schlecht war, er keine körperlichen Probleme/Schmerzen hatte, er motiviert war, mit dem Hund jeden Tag kilometerlange Spaziergänge gemacht usw. wurden wie bei so vielen anderen weggewischt. Bier erst nach vier ….. blablabla.

    Dann natürlich nahm die Trinkmenge wieder rasch zu und das Leid nahm seinen Lauf. Er war dieses Jahr einmal in der Klinik zur Entgiftung und aktuell ist er wieder in einer anderen Klinik (auch wieder Alkohol). Aber aus seiner Sicht ist ja die familiäre Thematik schuld, weil es ihn so mitnimmt, dass meine ungeborene Enkelin diese Woche sterben wird, weil sie schwerstbehindert ist. Ich komme ja alleine damit zurecht und er bekommt einen Nervenzusammenbruch und geht in die Klinik.

    Es ist noch nicht mal das erste Quartal vorbei und wir sind schon wieder beim zweiten Klinikaufenthalt. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft er letztes Jahr in der/den Kliniken war (6 mal, 7 mal?).

    Nach der ersten Entgiftung dieses Jahr war ich am Freitag mit meiner Musikgruppe unterwegs und er wollte in seine frühere Stammkneipe gehen (ich hatte schon meine Bauchschmerzen, aber ich bin nicht seine Aufpasserin). Abends habe ich ihn dann abgeholt (er wollte eigentlich noch, dass ich mit reinkomme, aber ich war einfach nur müde), er kam aus der Kneipe und konnte nicht mehr gerade laufen. Da ist mal wieder jegliche Hoffnung verloren gegangen. Und nein, er hat nicht zuviel getrunken, er kann doch noch gut laufen usw. Zu Hause bin ich einfach nur ins Bett, er wollte noch kuscheln, aber ich habe mich weggedreht, weil es mich nur geekelt hat. Und am nächsten Morgen dann natürlich wieder, dass es ihm leid tut usw. Und dann nachmittags wieder das nächste Bier.

    Ja, er hat auch eine Langzeittherapie hinter sich, die er aber nicht auffrischen, wiederholen will, weil es ihn nicht weiterbringt, weil er weiß ja, dass er mit dem Trinken aufhören muss. Aber er ist ja leider zu schwach dafür und es sei eine Krankheit, die man leider nicht therapieren kann (ja, es gibt halt nicht den Gips oder die Pille wie bei anderen Krankheiten, aber ich bin zweimal die Woche beim Gerätetraining und zweimal beim Physio, mache zu Hause Sport und Dehnübungen, damit ich mit meinem operierten Knie wieder fit werde). Aber vielleicht ist gerade das auch das Problem, dass bei mir ja immer alles funktioniert, weil ich ja stark bin und mit allen Problemen einfach so fertig werde. Aber wie einsam ich oft bin, weil ich über ihn und sein Problem mit niemandem reden kann, weil ich niemanden habe, mit dem ich mal über meine Sorgen und Ängste sprechen kann (weil es ihm sonst gleich wieder zuviel ist und er einen Nervenzusammenbruch hat).

    Toll, er ist in der Klinik und hat so viele Menschen, mit denen er sich so gut unterhalten kann, weil die ihn ja verstehen.

    Und ich bin mit der ganzen Rotze alleine zu Hause, kümmere mich um Hund, Katze, Maus, Haus, gehe ich in die Arbeit, bin noch für meinen Sohn und seine Frau da, wegen dem ungeborenen Baby, weil ich bin ja so stark und brauche keinen.

    Dann kommt wieder das Argument, dass er ja Ende der Woche wieder zu Hause ist (und natürlich nie wieder etwas trinken wird außer Wasser und Tee) und er mir dann Rückhalt geben wird. Bin mal gespannt, was er damit meint.

    In ein paar Wochen ist ein Konzert von meiner Musikgruppe. Und er hat sich angeboten, beim Catering etc. mitzuhelfen. Eigentlich sollte ich mich freuen, aber ich habe Panik, dass er aufgrund der stressigen Situation dann doch wieder das eine oder andere Bier trinkt und dann gegen abends mal wieder komplett voll ist. Das schlimme ist, dass ich mich dann für sein Verhalten schäme, ich habe schon überlegt, dass ich ihn dann einfach stehen lasse und nach Hause fahre, wenn er wieder trinkt. Weil ihm ist es ja nicht peinlich, „voll zu sein wie ein Eimer“, wie er öfter über andere lästert, die torkelnd irgendwo rumhängen.

    Ja, warum trenne ich mich nicht „einfach“? Wenn jemand gehbehindert ist, verlässt man ihn auch nicht einfach, nur weil man sich vielleicht ein einfacheres Leben wünscht?

    Zum Jahreswechsel hatte ich mir eine Eigentumswohnung angesehen, die ich mir zur „Sicherheit“ kaufen wollte, wenn es mit ihm vorbei ist. Natürlich hat er das dann irgendwann mitbekommen und war komplett enttäuscht, weil ich ja mal wieder nicht an ihn glaube und doch keine Wohnung brauche. Das war noch in der abstinenten Phase und ich hab mich Scheiße gefühlt.

    Wie Aurora geschrieben hat, das Leid hinter den Türen sieht kaum jemand und wie schwer es ist, sich daraus zu lösen.

    Ich schaffe es einfach nicht, mich von ihm zu trennen, weil er immer noch oder wieder am kämpfen ist und versucht, abstinent zu werden. Vielleicht nicht mit der richtigen Ernsthaftigkeit, aber er säuft ja nicht einfach vor sich hin.

    Leider bin ich nicht so abgebrüht, einfach die Beziehung zu beenden und meiner Wege zu gehen.

    Ich hoffe, ich werde hier nicht wieder rasiert wegen meiner Schwäche und dass ich die Alkoholabhängigkeit unterstütze, aber ich hab momentan keine andere Möglichkeit, über meine Gedanken, Sorgen, Ängste zu reden/schreiben.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Hallo Elara,

    ich hab nicht vor dich zu rasieren. Warum auch? Ganz vielen Cos, auch mir damals, fällt eine Trennung schwer. Aus vielerlei Gründen.

    Aber diese Ansicht hier:

    Und ja, ich weiß, dass ich als sog. Co teilweise mit Schuld an dem Dilemma bin ...

    ... dass ich die Alkoholabhängigkeit unterstütze,

    teile ich nicht. Ob du da bist oder nicht, ob du ihn versorgst oder nicht macht für mich keinen Unterschied. Es ist die Sucht, die Schuld daran ist, dass der Abhängige trinkt.

    Und nichts anderes. Na klar ist es für den Abhängigen toll wenn nach außen eine gewisse Fassade aufrecht erhalten wird. Oder jemand seine Wäsche wäscht. Aber dadurch unterstützt du nicht seine Sucht oder bist schuld. Trinken tut er ganz alleine ob du da bist oder nicht.

    Wenn jemand gehbehindert ist, verlässt man ihn auch nicht einfach, nur weil man sich vielleicht ein einfacheres Leben wünscht?

    Dieser Vergleich hinkt. Alkohol verändert den Menschen, schädigt alle Organe. Alkohol macht wirr im Kopf und der Abhängige wird zu einer Marionette seiner Sucht. Alles richtet sich nur danach aus und der Alltag wird immer mehr vernachlässigt, das soziale Leben schläft ein usw.

    Ein Gehbehinderter kann nur nicht laufen wie ein Wiesel aber er kann klar denken. Verantwortung übernehmen. Im Leben stehen, daran teilnehmen.

    Ich hab ja selbst lange durchgehalten und alles hingenommen, mich selbst verloren. Und hinterher konnte ich mich selbst nicht verstehen. Warum ich das so lange mitgemacht und mein Leben so lange so stark eingeschränkt hatte. Du hast doch schonmal geschafft dich zu trennen. Also kannst du das auch, weißt, wie es gehen kann.

    Dass du hier alles rausgelassen hast ist gut und hoffentlich ein wenig erleichternd. Im ersten Moment. Aber du verzichtest zum ziemlich großen Teil auf dein Glück, Freiheit, Ausgelassenheit und vielleicht auch auf angemessene Trauer um deine kleine Enkelin. Weil du beschäftigt bist mit Gedanken an deinen Partner und doch ihn nicht ändern kannst.

    Für das, was deine Tochter und dein Schwiegersohn, du da gerade erleben haben sie und hast du mein größtes Mitgefühl. Ein Kind, einen Enkel zu verlieren ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Niemand weiß das besser als ich.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Elara, ich habe Deinen Beitrag gelesen und ich schreibe hier als Betroffene.
    Die Sucht sucht immer nach Gründen zum Trinken. Da konnte das Wetter schön sein, mir eine „ Laus über die Leber laufen“ oder ein Sack Reis in China umfallen…es waren immer andere Gründe dafür Schuld. Die Wahrheit ist, ich war selbst dafür verantwortlich. So ist es bei Deinem Mann auch, er will trinken. Er selbst öffnet die Flasche und führt sie zum Mund. Wie oft habe ich gesagt, ich trinke nicht mehr nachdem ich morgens einen Kater hatte. Spätestens am übernächsten Tag ging es mir besser… ach 1 Glas Wein geht doch, aber dann ging die Lampe an und die Weinflasche musste leer werden. Das ist die Sucht, der Kontrollverlust, nicht aufhören zu können…Als mein 2. Partner ( trinkt nicht) mich auf mein Problem ansprach, fing ich heimlich an zu trinken. Erst als ICH die Verantwortung für MICH übernahm und mir Hilfe suchte, konnte ich „ trocken“ werden.
    Ich war selbst auch Co und habe bei meinem Expartner ( er trinkt) immer alles getan, damit es ihm gut geht. Dabei ging es nicht nur unbedingt ums Thema Alkohol, ich habe ja dann selbst mitgetrunken. Ich gab mir die Schuld, wenn etwas schief lief und mein Ex konnte mich da auch sehr gut manipulieren. Ich habe mich selber aufgegeben. Heute weiß ich, dass ich andere nicht ändern kann (wozu auch? nur damit es mir besser geht? ) Das ist übergriffig. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Genau wie Du auch für Dich verantwortlich bist, für Dein Wohlergehen kannst nur Du selbst sorgen, nicht andere.
    Hast Du schon mal daran gedacht, in eine reale Gruppe für Angehörige oder gemischte Gruppen zu gehen?
    Dort hast Du einen Org nur für Dich, Dir alles von der Seele zu reden, lernst Menschen kennen, die Deine Sorgen verstehen, weil sie alle die gleichen Erfahrungen gemacht haben…und es wäre ein Ort und Zeit nur für DICH.

    Das mit Deiner Enkelin tut mir sehr leid, ich wünsche Euch viel Kraft. 🙏

    Tabsi, Alkoholikerin

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Tabsi ,

    Hast Du schon mal daran gedacht, in eine reale Gruppe für Angehörige oder gemischte Gruppen zu gehen?
    Dort hast Du einen Org nur für Dich, Dir alles von der Seele zu reden, lernst Menschen kennen, die Deine Sorgen verstehen, weil sie alle die gleichen Erfahrungen gemacht haben…und es wäre ein Ort und Zeit nur für DICH.

    Natürlich kann jeder auch mehrere SHG aufsuchen, ohne Frage. Aber hier ist ja auch eine Selbsthilfegruppe. Elara kann sich hier alles von der Seele reden, wird verstanden, hier sind Menschen, die selbst mit Coabhängigkeit Erfahrungen haben, hier ist ein Ort für sie, ihre Selbsthilfegruppe.

    Der einzige Unterschied ist, dass hier alles virtuell abläuft und nicht face to face. Dafür aber jeden Tag rund um die Uhr. Wir sind eine Online-Selbsthilfegruppe.

    Wollte ich nur mal gesagt haben, ist nicht böse gemeint.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • @ Aurora ich weiß, dass nicht böse gemeint ist. Bevor ich in eine reale Gruppe gegangen bin, war eine Onlinegruppe ( nicht diese hier) der erste Anlaufpunkt. Zu groß war ja meine Scham und Angst, es könnte mich jemand kennen in einer realen S H G ( ich wohne ländlich) und ich wollte die Sucht erstmal verstehen und hab erkannt, dass es vielen anderen genauso geht durch alle Gesellschaftsschichten.
    Heute ist die f2f Gruppe 1x wöchentlich ein 2. Standbein für mich, da ich dort im sozialen Kontakt bin und für die Welt da draußen „ üben“ kann, z. Bsp in Konfliktsituatonen. Hier kann ich mein geschriebenes Wort korrigieren, in der realen Gruppe nicht. Ich übe mich im Reden und dadurch wird auch mein Auftreten und die Kommunikation sicherer.
    Natürlich mag ich die Vorteile einer Online-SHG, 24/7 und ich kann erst mal sacken lassen….oder mehrmals durchlesen…
    Für meine Abstinenz ist es wichtig, mehrere Stützpfeiler zu haben.

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Tabsi ,

    es ist ja okay, 2 SHGs zu haben. Das haben hier etliche Mitglieder. Ich bin vor vielen Jahren auch für einige Jahre in eine reale SHG zusätzlich zum Forum gegangen. Und das war auch für mich eine ganz wichtige und gute Erfahrung.

    Für mich hatte sich das nur so komisch gelesen, als wären wir hier nicht wirklich eine Selbsthilfegruppe.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke Aurora und Tabsi für die lieben Worte.

    Ja, ich weiß, dass ich vielleicht viele schöne Momente verpasse, aber momentan schaffe ich es einfach nicht mich zu trennen.

    Vielleicht braucht es noch mehr „leere“ Versuche von meinem Mann, um es wirklich zu realisieren, dass er es nicht schafft, diesen verdammten Alkohol einfach stehen zu lassen.

    Und vielleicht ist es auch die Angst vor dem Alleinesein, wenn man sich trennt und niemand mehr da ist, wenn man von der Arbeit nach Hause kommt. Bei meiner ersten Trennung war ich psychisch so am Boden, dass es die einzige Chance für mich war, zu überlegen. So war zumindest mein Gedanke. Im Nachhinein erschreckt es mich, dass ich damals „einfach“ alles so zurückgelassen habe. Aber ich war wie in einem Tunnel und wollte nur noch weg.

    Soweit bin ich momentan noch nicht.

    Weshalb ich nicht zu einer f2f Gruppe gehe, ist eigentlich die Angst, dass alle einem vermutlich raten werden, ihn zu verlassen. Aus den vielen Fäden die ich gelesen habe, weiß ich, dass es viele nicht schaffen oder jahrelang dazu brauchen. Zu dieser Gruppe gehöre ich wohl, auch wenn es für mich schmerzhaft ist und mich viel Kraft kostet.

    Ich bin froh, diese Online-SHG gefunden zu haben und werde mir hier jetzt öfter meine Sorgen von der Seele schreiben (wie eine Art Tagebuch).

    Heute ist meine Enkelin gegangen und ich habe sie mit einer Meditation begleitet. Aber die Trauer ist da, auch wenn ich sie nicht kennenlernen durfte. ;(

    Morgen kommt mein Mann aus der Klinik und ich hoffe, dass er wenigstens bis zu dem Konzert trocken bleibt. Ich bin ja schon für kleine Schritte und Momente dankbar.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Liebe Elara,

    du hast mein tiefstes Mitgefühl zum Tod deiner kleinen Enkelin.

    Bei mir wird es am 14.3.jetzt 14 Jahre her sein, dass mein Enkel tot zur Welt kam und meine Tochter dann auch nach der Geburt verstorben ist. Das ist ein so unendlich tiefer Schmerz.

    Meine Gedanken sind auch bei den Eltern des kleinen Mädchens.

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Dankeschön für die lieben Worte. Es ist einfach eine irreale Situation, die man vielleicht nur nachvollziehen kann, wenn man es selbst erlebt hat. Ich habe tiefes Mitgefühl, was dir damals passiert ist. Die Erinnerung an die lieben Menschen wird immer bleiben <3

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Liebe Elara,

    ich möchte dir auch mein Mitgefühl aussprechen.
    Trauer und der Schmerz sie nie kennen gelernt zu haben ihre Berechtigung, und du kannst dir alle Zeit dafür nehmen.
    Alle guten Gedanken auch für die Eltern.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Da bin ich wieder. Und jetzt ist es soweit, dass ich mich trenne. Die letzen Wochen haben sich in einer endlosen Spirale immer wiederholt. Mein Mann war in der Klinik wegen Alkoholentzug, war in der geschlossenen Psychiatrie, weil er versucht hat, sich die Pulsadern aufzuschneiden usw. Psychisch war und bin ich am Ende, weil ich auch einfach keinen Partner habe, der mich mal in den Arm nimmt. Klar habe ich meine Kinder, aber man will ja auch nicht immer bei denen vorbeikommen und seine Probleme abladen, zumal sie durch den Tod der ungeborenen Enkelin genug selbst zu bewältigen haben.

    Und dann waren da die ständigen Vorwürfe…. wenn ich länger gearbeitet habe, weil ich ein wichtiges Projekt fertig machen musste und danach noch meine Musik hatte, dann hat mir mein Mann vorgeworfen, dass ich mich bei allem zu wichtig nehme und ihn immer alleine lasse. Dass ich für alles und jeden Zeit habe, nur für ihn nicht und dass er immer alleine zu Hause bleiben muss und sich um alles kümmert. Tatsache war jedoch, dass ich z.B. am Wochenende alles sauber gemacht habe, sein Bett frisch überzogen habe, er eigentlich den Rasen mähen wollte, aber mal wieder nach 10 min. das Handtuch geworfen hat und sich zwei Stunden Schlafen gelegt hat. Ich habe dann den Rasen zu Ende gemäht (es war ja nur noch 15 Minuten zu mähen), ich dann noch die Ränder mit der Handschere gekürzt habe, er dann aus seinem Nachmittagsschlaf aufwacht, mich frägt, warum ich so rot in Gesicht bin (waren ja nur gefühlte 30°C im Schatten und ich hatte den steilen Bereich im Garten gemäht). Dann wurde mir vorgeworfen, dass ich mich nicht zu ihm setze und dass er mal wieder alleine ist (dann kann er ja gleich komplett alleine sein usw.). Ich habe dann noch den Bereich fertig gemacht und er hat versprochen, den Rest am Montag zu machen (was er natürlich nicht gemacht hat). Das Ende des Samstags war dann, dass wir gemeinsam Formel 1 angeschaut haben (was mich null interessiert) und er dann um 18 Uhr ins Bett gegangen ist. Am Sonntag wollten wir eigentlich mal zusammen mit dem Hund spazieren gehen, aber er hat es dann solange hinausgezögert, bis wieder Formel 1 war und er sich dann vor die Glotze gesetzt hat. Ich war dann mit dem Rennrad unterwegs, weil ich sonst wahrscheinlich ausgerastet wäre und bin später alleine mit dem Hund gegangen. Er geht ja schließlich jeden Tag unter der Woche mit dem Hund und er ist froh, wenn er mal nicht gehen muss. Dass es für mich aber um gemeinsame Zeit gegangen ist, hat er gar nicht verstanden. Er wirft mit immer vor, dass ich nicht für ihn da bin, aber er will eigentlich nichts gemeinsames machen, sondern nur, dass ich neben ihm sitze und ihm beim Daddeln am Tablet oder beim Biertrinken zusehe.

    Momentan geht es ihm gesundheitlich sehr schlecht, weil er nichts isst und nur Bier trinkt. Seine Verdauung ist dann natürlich entsprechend und er hat Magenschmerzen. Das liegt aber daran, weil er ja todkrank ist und sowieso bald sterben wird, aber ich kümmere mich ja nicht darum. Er war dieses Jahr so oft im Krankenhaus, wo er komplett durchgecheckt wurde, und es war immer nichts. Im Gegenteil, wenn er dann keinen Alkohol getrunken hat und normal gegessen hat, waren die Beschwerden ja auch immer weg.

    Und jetzt wollten wir eigentlich gemeinsam mit dem Wohnmobil in Urlaub fahren, aber er hat im Vorfeld die ganze Zeit gemeckert, dass er eigentlich gar nicht da hin will, wo ich eine Freundin besuchen wollte, weil ihn die Gegend ankotzt usw. Nach dem Streit mit meiner Arbeit hat er mir an den Kopf geworfen, dass wir sowieso nicht zusammen passen und er in die leere Wohnung im Haus ziehen wird. In den nächsten Tagen hat sich dieser Plan von ihm langsam wieder in Luft aufgelöst und er hat so getan, als ob es keinen Streit gegeben hat. Aber ich habe ihm dann auf seine Frage, ob er mitfahren soll geantwortet, dass ich das nicht mehr möchte. Nach den letzten gemeinsamen Ausflügen mit dem Wohnmobil hat er mir vorgeworfen, dass ich mich um nichts kümmere, weil er um 5 Uhr aufsteht und den Hund füttern muss (der schläft bei mir auch bis 8 Uhr) und er dann schon fix und fertig ist, wenn ich dann um 8 Uhr aufstehe. Entschuldigung, wenn ich Wochenende habe, ist er der Meinung, ich sollte um 6 Uhr aufstehen, den Hund füttern und mit ihm am Campingplatz eine Runde laufen, nur weil er um 5 Uhr nicht mehr schlafen kann? Ich erwarte von ihm nicht, dass er sich um unseren gemeinsamen Hund kümmert, aber er macht es und wirft es mir dann vor?

    Am Wochenende bin ich dann zweimal zu meiner Tochter gefahren, um mich um ihren alten Hund zu kümmern. Ich bin am Abend nochmal hin und es wurde halb zehn, weil er einen Krampfanfall hatte und ich schon dachte, dass er stirbt. Ich hatte dann noch mit meiner Tochter telefoniert und ich war fix und fertig. Als ich dann nach Hause komme, wirft er mir vor, dass ich ja mal wieder für alle Zeit habe, er aber alleine ohne Essen zu Hause sein muss (er ist ja ein kleines Kind, das sich nichts selber machen kann, wenn der Kühlschrank voll ist). Es könne sich doch jemand anders um den Hund kümmern, z.B. die Eltern vom Freund meiner Tochter, die im gleichen Ort wohnen. Als ich dann gesagt habe, dass die momentan im Urlaub sind, kam als Antwort, dass sich ja die Großeltern (sind ja nur über 80 Jahre alt) darum kümmern könnten. Ich habe darauf nichts mehr gesagt, obwohl ich kurz vor dem Platzen war. Aber was soll ich da sagen, ohne loszubrüllen. Das ist der Hund meiner Tochter und da sollen sich die Großeltern des Freundes kümmern?

    Für mich war da eigentlich die letzte Entscheidung getroffen. Er kam dann später nochmal zu mir und hat getan, als ob nichts wäre und ich dachte ich wäre im falschen Film.

    Am Sonntag bin ich dann mit meinem Wohnmobil los und bin zu meinem Sohn gefahren, um mit ihm zu reden. Und er hat mir klar gesagt, dass ich mich trennen soll und aufschreiben soll, warum ich mich von ihm trenne, damit ich es immer vor Augen habe.

    Es ist mit jetzt klar, dass sich nichts ändern wird, weil sich mein Mann nicht ändern möchte. Weder seinen Alkoholkonsum beenden möchte, noch seine Depressionen behandeln lassen will. Ach ja, er war auf der Warteliste für eine psychiatrische Klinik und das hat er mir am Samstag Abend dann auch noch gesagt, dass sie ihn angerufen hätten, dass er am Montag kommen kann, er dann aber abgesagt hat, weil er da nicht mehr hinmöchte. Er hat es so gesagt, als ob er mir damit eins auswischen möchte. Aber es ist doch seine Psyche unter der er angeblich seit Jahren so leidet und keiner kümmert sich um ihn. Ich hätte meinen Urlaub abgebrochen, um mich um unsere Katzen zu kümmern, aber er hat sich ja mal wieder geopfert und abgesagt.

    Am Montag habe ich mir eine Wohnung angeschaut und es verdaddelt. Ich hätte den Mietvertrag gleich unterschreiben sollen, aber das war mir in dem Moment einfach zu viel. Und dann hat die Vermietern die Wohnung natürlich an einen anderen vergeben. Mein Sohn sagt, dass wir gemeinsam weitersuchen und ich aber auf alle Fälle ausziehen soll.

    Jetzt bin ich im Urlaub bei meiner Freundin, der ich natürlich nichts von der ganzen Schei…. erzähle und mein Mann hat wieder so getan, als ob nichts wäre, und ob er im September mit nach Kroatien fahren kann. Ich habe dann geantwortet, dass ich das nicht mehr möchte und dass ich mich trenne. Dann wieder, dass man so etwas nicht am Telefon macht usw, aber wenn es jemand einfach nicht kapiert, dass es aus ist?

    Und jetzt kommen ständig Nachrichten und Anrufe, die zwischen Beschimpfungen und Heulkrämpfen pendeln. Und ich wäre ja so abgebrüht, er wäre ja immer der Dumme, der von allen abgezockt und mies behandelt wird. Und ich hätte ja einen Neuen, den hat er auf einem Foto gesehen und über Satellit hätte er einen Mann mit Bart um mein Wohnmobil gehen sehen und er ja nicht blöd ist und weiß was da abläuft. Es ist nur so, dass da niemand ist und ich froh bin einfach mal niemand um mich zu haben, geschweige denn wieder in die nächste Beziehungsschei…. zu fallen.

    Ich kann auf seine Vorwürfe immer gar nichts sagen, weil ich sonst losbrüllen würde. Vielleicht sollte er mal objektiv darüber nachdenken, was er unter einer Beziehung versteht und was da eigentlich dazu gehört. Wenn ich bisher mal meine Meinung geäußert habe, dann hat er immer gesagt, warum ich streiten will, aber ich wollte einfach nur meine Sichtweise darstellen, aber das ist scheinbar nicht erlaubt.

    Manchmal erinnert mich das an meine erste Ehe mit einem Narzisten, der es auch immer geschafft hat mir die Schuld an allem zu geben.

    Aber ich habe jetzt wirklich jahrelang versucht, für ihn da zu sein, alles zu ertragen, mich um vieles zu kümmern (z.B. wenn er dann plötzlich wieder 10 Tage in der Entgiftung war und ich alles umorganisieren musste, unseren Hund mit in die Arbeit genommen habe und die ganze Arbeit in Haus und im Garten alleine gestemmt habe, aber das zählt alles nichts).

    Und dann immer nur Vorwürfe, Eifersuchtsszenen auf meine Kinder (aus erster Ehe), Beschuldigungen, Kränkungen, dann danach um 7 Uhr am Abend ins Bett zu gehen und ich war dann wie so oft alleine. Und meine Sorgen oder Probleme konnte ich sowieso nicht ansprechen, weil es ihn einfach nicht interessiert hat, weil es immer nur um ihn gegangen ist. Wie schlecht es ihm doch geht und keiner kümmert sich um ihn usw. Dabei hat er wirklich eine gute Hausärztin, die sich noch um ihn wirklich kümmert, aber ich denke irgendwann wird sie auch sehen, dass er sich nicht helfen lassen möchte.

    Er wirft mir vor, ich hätte ihn niemals geliebt, aber letztes Jahr nach seinem Alkoholabsturz ist irgendwas in mir zerbrochen und ich habe ja geschrieben, dass es mich vor ihm geekelt hat. Und das ist leider jetzt teilweise auch noch so. Wenn sich jemand nicht pflegt, tagelang nicht duscht, dann nur apathisch rumhängt und morgens schon Bier trinkt, ist das sicherlich kein Anreiz für eine Liebesbeziehung. Wir hatten am Schluß eine Zweckgemeinschaft, aber ich muss mich nicht beschimpfen lassen und darf meine Selbstachtung nicht vergessen.

    Also bin ich jetzt auf Wohnungssuche und hoffe, dass es nicht zu lange dauert. Mein Mann geht jetzt nächste Woche ins Krankenhaus (weil er ja todkrank ist) und danach wird er in die andere Wohnung ziehen. Aber ob er das dann wirklich macht, ist ja die andere Frage. Deshalb steht mein Plan fest, dass ich ausziehe, sobald ich etwas habe. Und wenn es mir zuviel wird, kann ich immer noch vorübergehend im Wohnmobil wohnen. Ist bloß die Frage, wie ich das mit meinen Katzen mache.

    Es ist einfach alles so verfahren und oft habe ich Angst, dass ich das alles gar nicht schaffe, aber mein Sohn und meine Tochter haben mir gesagt, dass sie hinter mir stehen und mir helfen, wenn ich sie brauche.

    Jedenfalls steht für mich fest, dass ich mich scheiden lasse, um hier ein für alle Mal einen Schnitt zu machen. Und ich brauche nie mehr einen Mann in meinem Leben, weil ich vermutlich beziehungsunfähig bin und mich immer vom falschen Typen einlullen lasse. Einmal Co, immer Co?

    Ich schäme mich so, dass ich zwar alles auf die Reihe bekomme, beruflich erfolgreich bin usw., aber scheinbar einfach zu doof bin, eine Beziehung zu haben. ||

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

    Einmal editiert, zuletzt von Elara (19. Juni 2026 um 04:30)

  • Guten Morgen Elara, danke erstmal dass Du Dich rausgeschrieben hast. Ich konnte förmlich Deinen inneren Druck, Deine Anspannung und Verzweiflung lesen.
    Ich war in einer ähnlichen Beziehung mit Schuldzuweisungen und Eifersuchtsdramen.
    Die Trennung war das Beste was mir passieren konnte. Es war eine aufwühlende Zeit, aber es hat sich gelohnt. Ich konnte heilen und wieder zu mir finden.
    Heute ärgere ich mich fast darüber, dass ich nicht eher den Schlussstrich gezogen habe, da ich selbst mit alkoholabhängig und depressiv wurde. Lass Dich nicht weiter zum Opfer machen, weil DU bist es Dir wert, ein anderes besseres Leben zu führen. Deine Entscheidung Dich zu trennen hast Du in Deinem Herzen doch schon getroffen, der Rest sind Taten.
    Gut, dass Deine Kinder hinter stehen.
    Alles Gute auf Deinem Weg.

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Liebe Elara, puh, wie ich das kenne, da bekomme ich Gänsehaut.

    Ich denke dein Mann ist tatsächlich todkrank, aber im Kopf. Obwohl es organisch ja auch nicht mehr lange gut gehen kann.

    Vielleicht sollte er mal objektiv darüber nachdenken

    Objektiv nachdenken wird er nicht mehr können, schätze ich. Ich habe damals auch immer versucht rational und vernünftig mit Argumenten zu überzeugen, aber das ist ja völlig absurd bei jemandem, der komplett suchtgesteuert ist.

    Du liest dich, als brauchst du ganz ganz viele Argumente und Beispiele, um deine Trennung zu rechtfertigen. Obwohl das schon so viel ist, dass es auf keine Kuhhaut mehr geht. "Rette dich so schnell du kannst" - will ich dir zurufen.

    Ich bin ja jetzt schon eine Weile hier dabei und werde daher sehr hellhörig, bei diesem Muster mit Eifersuchtswahn, Drohungen, So-tun-als-war-nix, Opfer-Gejammer... Da baut sich ein Tsunami auf, da solltest du unbedingt auf dich aufpassen.

    Du erwähnst im Nebensatz er hatte einen Krampfanfall und du dachtest er stirbt. Ich hab das auch erlebt. Daher wundere ich mich, dass das quasi bedeutungslos geblieben ist. Auch für dich anscheinend nix mehr, was dich schockt? Das zeigt wie sehr du schon dauerhaft im Notfallmodus läufst, denke ich. Ich war damals komplett am Ende und das war der Auslöser mich hier anzumelden.

    Mein Gefühl ist, dass du nicht mehr in euer Zuhause zurück gehen solltest. Auch nicht kurz. Dass du dich in Sicherheit bringst. Wenn er in die Klinik geht, kannst du vielleicht deine Dokumente, Sachen etc. sichern.

    Pass' gut auf dich auf, Jump! 🏵️

  • Jump! - das mit dem Krampfanfall war der Hund der Tochter.


    Puh, da hast du wirklich jahrelang sehr viel mitgemacht. Sehr sehr wichtig für dich ist die Erkenntnis, dass es nicht an dir liegt, dass er trinkt und dass es egal ist, was du sagst, machst oder tust, du hast keinerlei Einfluss darauf, ob er trinkt. Er müsste für sich alleine aufhören wollen, soweit scheint er aber lange nicht zu sein. Es ist aber seine alleinige Verantwortung.

    Du versuchst anscheinend noch häufig mit ihm zu reden, ihm deine Gefühke, Meinung und Ansuchten mitzuteilen und denkst, dass er das doch irgendwie verstehen müsste. Solange er trinkt, kannst du aber gar nicht vernünftig mit ihm, er lügt, tarnt und trickst und steckt voll im ich arme Sau Modus. Alle sind Schuld, nur er nicht. Er glaubt das wahrscheinlich wirklich, denn sonst müsste er sich ja eingestehen, dass nur er selbst verantwortlich ist.
    Deswegen wäre es sicher einfacher für dich, wenn du so wenig mit ihm diskutierst wie möglich. Und nimm nichts ernst, was er dir sagt, hast du ja selbst beschrieben, dass er sich an keine Vereinbarung hält, die ihr getroffen habt.

  • Ich habe noch mal kurz Deinen Faden rückwärts überflogen. Im Dezember 25 hast Du Dich hier angemeldet. Hast im letzten Jahr 2 Wohnungen verstreichen lassen, jetzt die 3.

    Worauf wartest Du noch?
    Du hängst genauso an dem Säufer, wie er an der Flasche.
    Du machst Androhungen, Dich zu trennen, setzt es aber nicht um.
    Genau wie er schwafelt, sich Hilfe zu holen oder trocken zu werden und alles bleibt beim Alten.
    Das macht unglaubwürdig, wenn ich Konsequenzen androhe und sie nicht umsetze. Deine Kinder stehen hinter Dir, aber irgendwann glauben sie Dir vielleicht auch nicht mehr.
    Und mein Güte, soviele Entgiftungen und Therapieangebote, Chancen die er bekommen hat…er will nicht. warum auch, solange Du es ihm bequem machst. Und glaub mir, ich kenne das Manipulationsgesusel- da platzt mir echt die Hutschnur.

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!