Beiträge von Toffifee

    Meine Mutter hat es leider nie hinbekommen mit dem Trockenbleiben.

    Danke für Deinen Zuspruch!

    Das ist auch einer meiner Gründe, trocken werden zu wollen. Ich selbst wuchs mit einem Alkoholiker-Elternteil auf. Für einen Nicht-Abhängigen muss das total paradox scheinen, dass man selbst Ankoholiker wird, man sollte es ja besser wissen.

    Ich möchte ein Elternteil sein, wie ich als Kind gebraucht hätte.

    Lieber Hartmut,

    Danke für Deinen Beitrag. Ich lese Dich auch in den anderen Fäden oft und Deine direkte Art fühlt sich anfangs tatsächlich etwas schroff an, aber ich sehe es mittlerweile als Denkanstöße, mal irgendwo genauer hin zu schauen.

    Steht dann eine Sektflasche vor ihm, passiert etwas. Die Gedanken kommen vielleicht nicht sofort, aber sie kommen.

    Das hat mich in Bezug auf gestern heute beschäftigt und mir fiel auf, wie oft man tatsächlich Alkoholflaschen sieht. Bestes Beispiel ist der Supermarkt: Süßigkeitenfreie Kassen gibt es, aber alkoholfreie? Den Zusammenhang oben habe ich noch nicht verinnerlicht, das fiel mir ja schon bei der Wodkaflasche auf der Straße auf.

    Aber wer Situationen beschönigt oder abwertet, erhöht das Risiko, bei andern alkoholhaltigen Veranstaltungen wieder einzusteigen.

    Das ist etwas, was ein Sargnagel meiner jahrelangen Abstinenz war. "Das war ja gut gegangen, kann ich ja nochmal machen!" Irgendwann ging es schief und ich habe auf dem Heimweg eine Flasche Wein geholt. Das waren Veranstaltungen, die für mich mittlerweile tabu sind. Ich hoffe ja mal, dass uns nicht noch mehr Kollegen verlassen, ich sah es gestern eher als Glücksfall, Alkohol nicht thematisieren zu müssen. Ansonsten gehört meine Firma glücklicherweise nicht zu denen, die auf jedes Ereignis anstoßen muss. Aber Vorsicht ist angebracht, da stimme ich Dir zu.

    Guten Abend!

    Tag 22 betrachte ich als beendet und ich bin nüchtern :)

    Ich möchte mir angewöhnen, abends zu schreiben. Ich plane, ab 2.1. wieder zu arbeiten und jetzt schon eine Tagesstrukrur üben, die zur Werktätigkeit passt. Da wird morgens schreiben zu knapp.

    Der Tag lief recht gut. Ich hatte wieder etwas mehr Antrieb, weiter auszumisten und habe noch ein paar der tausend kleinen Handgriffe gemacht, die einzeln nicht auffallen, aber sich anhäufen, wie z.B. endlich mal die Hose reparieren, die ich so gerne trage. Dann war ich heute wieder bei meiner Suchtärztin und das hat mir auch nochmal einen ordentlichen Motivationsschub gegeben. Trotzdem muss ich aufpassen, nicht übermütig zu werden und wieder zu viel auf einmal zu wollen. Den Rest des Tages ging ich ruhig an und werde auch nicht mehr lange wach bleiben.

    Morgen freue ich mich auf Mini-Toffis Weihnachtssingen und das Basteln danach.

    Habt eine gute Nacht!

    Ich melde mich wieder, wenn ich an einen Punkt kommen sollte, an dem die Sucht bei mir im Mittelpunkt steht

    Ich bin zwar auch erst frisch getrocknet, hierzu möchte ich sagen, dass ich nach meiner Langzeit den Fehler gemacht habe, mich nur auf die Ursachen meines Rückfalls konzentriert zu haben und die Sucht an sich nicht ernst genug genommen zu haben. Da war der nächste Rückfall vorprogrammiert.

    Ob psychische Belastungen oder Sucht zuerst da waren, spielt m.E. keine Rolle, Fakt ist aber, solange die nasse Zeit noch zu nah ist, ist es (zumindest für mich) viel zu riskant, z.T. traumatische Erlebnisse aufzuarbeiten. Bei mir ist das ein Scheunentor für die Sucht. Dass die Sucht sich von alleine erledigt, wenn ich das andere geklärt habe, war ein Trugschluss. Aufarbeitung ist Stress und der hat den Suchdruck im Schlepptau.

    Freude und Zufriedenheit da- auch schön. Keine Kater und Entzüge

    Naja, Freude fehlt noch ein wenig, aber ich merke, dass meine Zufriedenheit wächst. Zumindest in Hinsicht auf Abstinenz und, dass mein Gehirn wieder besser funktioniert und nicht durch Schuld- und Schamgefühle und Angst blockiert ist. Mit meinen anderen Leistungen werde ich wohl noch eine ganze Weile nicht zufrieden sein. Aber ich arbeite nicht mehr daran, mehr leisten zu wollen, sondern mit weniger zufrieden - oder zumindest einverstanden zu sein.

    Guten Morgen!

    Tag 21 ist vorbei, ich bin seit 3 Wochen nüchtern! :)

    Gestern verlief so ziemlich wie geplant.

    Der Abschied des Kollegen war weniger stressig, als ich befürchtet hatte. Mir wurde kein Sekt angeboten, ich sah zwar Flaschen, das berührte mich aber nicht. Erst, als ich das Gebäude verließ und die Tränen wenigstens bis zum Auto zurück halten wollte, klopfte die Sucht an: "Oh, Du bist traurig, komm, ich helfe Dir!" Mein Verstand war aber präsent genug und ich meinte nur "Halt die Klappe, der einzige, dem Du helfen willst, bist Du selbst!" Im Auto konnte ich dann aber wieder nicht mehr weinen. Ich kann mich nicht erinnern, wann das zum letzten Mal ging, ist ewig her. Ich wünsche mir, dass ich irgendwann mal wieder weinen kann, statt dieses ekelhafte Gefühl zu haben, kurz davor zu stehen und es geht einfach nicht.

    Ich fuhr dann wie geplant zu meiner Mutter und wir haben nett geschwatzt. Nachdem wir für die Schule geübt hatten, fuhr ich mit Mini-Toffi zum Kindersport und schmökerte dort in meinem Krimi. Danach gab es die obligatorische Mittwochspizza und ich ging mit Mini-Toffi ins Bett. Das war alles in allem recht angenehm, schön im üblichen Ritual. Das gibt mir Stabilität.

    Fazit des Tages: 1. Manche Situationen sind weniger schlimm, als man vorher befürchtet und 2. Meine Sucht meldet sich nicht zwangsläufig bei Alkoholpräsenz, sondern auch bei großen Gefühlen


    Habt einen guten Tag!

    Obwohl die Entscheidung klar ist, wird sie in diesem Moment in Millisekunden endgültig getroffen.
    Pass auf dich auf.

    Danke!

    Die gefüllten Sektgläser fielen mir nachdem ich meinen Eintrag abgeschickt habe, auch ein. Im Büro weiß man zwar, dass ich keinen Alkohol trinke (ich nannte aber andere Gründe), aber "Komm, heute mal ausnahmsweise!" kennen wir, glaub ich, alle.

    Sobald ich da raus bin, werde ich, bis ich Mini-Toffi abhole, zu meiner Mutter fahren (alkoholfreier Haushalt), ich habe mich schon angemeldet. Da bin ich nicht alleine und verringere das Risiko, auf dumme Gedanken zu kommen.

    Guten Morgen!

    Tag 20 ist vorbei und ich bin nüchtern :)

    Gestern verlief relativ unspektakulär. Ich vermisse ein wenig den Schwung, den ich in den ersten Tagen der Nüchternheit hatte. Das war vermutlich die Euphorie der Entschlossenheit, nun bin ich scheinbar der "echten" Toffifee näher. Ich schleppe aber auch schon seit ca. 2 Wochen eine Erkältung mit mir rum, die einfach nicht weggehen will und ich friere gefühlt den halben Tag. Das nervt unglaublich! Ich weiß, dass ich da aufpassen muss, denn bei mir sieht die Sucht da ein Türchen. Das verrammele ich mit viel Tee, bestimmtem Honig und schön einmummeln.

    Ich war gestern in der Innenstadt und habe noch ein paar kleine Geschenke gekauft. Um den Weihnachtsmarkt habe ich aber einen Bogen gemacht, nicht nur wegen des Glühweins (der ja schon am Vormittag fließt), es war mir auch viel zu voll. Beim Geschenke kaufen fühlte ich mich erst richtig gut, dann kam aber das Gefühl wieder auf, dass ich oft in der Vorweihnachtszeit habe: Es ist nicht genug, ich möchte/ muss mehr schenken. Ich weiß, dass das Blödsinn ist, aber wissen und fühlen sind bei mir zwei Paar Schuhe (noch). Ich denke, ich möchte mit den Geschenken meine emotionale Abwesenheit in der nassen Zeit ausgleichen. Aber auch das ist Blödsinn, das funktioniert nicht (hat es bei mir als Kind ja auch nicht). Ich versuche, mich da nicht rein zu steigern.

    Ich muss heute nochmal zur Arbeit. Ein Kollege, den ich sehr mag, verlässt die Firma und ist heute zum letzten Mal da (wir haben privat keinen Kontakt, ich trenne Arbeit und privat strikt). Ich möchte ihm noch ein kleines Abschiedsgeschenk machen. Ich habe vor der Sitiation in zweierlei Hinsicht ein wenig Schiss, erstens gehöre ich zu den Trotteln, die sich schämen, wenn sie krank geschrieben sind. Zweitens ist seine Kündigung wieder eine erhebliche Veränderung, womit ich ja echt Probleme habe und außerdem fallen mir Abschiede sehr schwer. Ich versuche, es kurz und knackig zu halten, aber ich möchte ihn verabschieden.

    Ich werde mich in der Zeit bis zur Abfahrt mit Hausarbeit ablenken, das hilft immer. Und ich versuche, ein wenig milder mit mir zu sein und nicht von mir zu erwarten, Bäume auszureißen und mir bewusst zu machen, dass es auch ruhige Tahe geben muss.

    Habt einen schönen Tag!

    Ich vergaß etwas:

    Ich sah gestern eine Sendung über Alkohol. Ich fand sie sehr interessant, auch, weil ich feststellte, dass ich sie recht kritisch sah.

    Manche Infos waren interessant, andere Aussagen und Therapieansätze empfand ich als sehr grenzwertig (Kontrolliertes Trinken: Blödsinn und Hinter-Scheunentor und Konfrontationstherapie, die sehr weit ging, mein Suchgedächtnis hätte vor Vergnügen in die Hände geklatscht).

    Aber das gab mir das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.


    Ich habe den Eintrag geändert, weil mir der Gedanke kam, was ich schrieb, könnte jemanden triggern.

    Guten Morgen!

    Tag 19 ist vorbei und ich bin nüchtern! :)

    Der gestrige Tag war durchwachsen. Ich hatte ein paar Startschwierigkeiten und habe meine Aufgaben recht lustlos erledigt, aber erledigt - immerhin. Das Erlebnis mit der Wodkaflasche begleitete mich noch ein Weilchen. Ich hatte zwar keinen Suchtdruck, aber das Gefühl, das ich hatte, beunruhigte mich ein wenig. Hinzu kam ein Anruf der Chefin, ob ich zur Weihnachtsfeier käme. Ich hatte da für mich ja schon einen Haken dran gemacht und nun musste ich nochmal sagen, dass ich nicht teilnehme.

    Nachmittag war ich mit Mini-Toffi unterwegs, das war gut und die Schulübungen liefen auch reibungslos und ohne Ausflipper (beiderseits). Als Mini-Toffi dann schlief, telefonierte ich mit einer Freundin, das war sehr erfrischend. Es war alles in allem ein recht harmonischer Tagesausklang.

    Vielen Dank für Eure Antworten gestern!

    kennst du den (bzw. "deinen") Notfallkoffer und die HALT- Regel?

    Die HALT-Regel fand ich hier gleich am Anfang, ich hatte so einen Plan schon länger latent, aber jetzt habe ich einen Zettel an der Wohnungstür und denke kurz drüber nach, wenn ich die Wohnung verlasse. Hunger kann ja schnell beseitigt werden (ich hatte auch schon mal gemerkt, dass die Sucht mir Hunger einredet, obwohl es eigentlich "Durst" ist), Anger habe ich mittlerweile relativ gut im Griff, ich spreche mir dann immer das Gelassenheitsgebet der AA vor und überlege, ob ich an der Situation etwas ändern kann. Wenn ja, mache ich es, wenn nein, akzeptiere ich das und sehe zu, dass ich die Situation für mich lösen kann. Loneliness ist bei mir ein größeres Thema, als ich dachte. Es klingt komisch, aber ich fühle mich auch in Gesellschaft manchmal einsam. Das war aber schon seit meiner Jugend so, ich fühlte mich nie irgendwo zugehörig und versuchte immer, meine Probleme alleine zu lösen. Ich hatte immer das Gefühl, meine Gedanken interessieren niemanden und bin auch dazu erzogen, keine Schwäche zu zeigen und immer die Contenance zu wahren. Dass letzteres nur dazu führt, dass ich immer mehr aufgeladen bekomme, habe ich mittlerweile begriffen und ein, zwei Leute wissen, wie es um mich steht. Das kommt aber auch immer auf deren Tagesform an. Tired ist so eine Sache. Ich bemühe mich, mindestens 7h zu schlafen. Das geht 2-3 Tage, dann muss ich mit Mini-Toffi ins Bett und mal 8-9h schlafen. Anders geht es kaum, denn ich muss ja auch mal ein paar Sachen ohne Mini-Toffi machen.

    Mein Notfallkoffer ist physisch. Ich habe immer eine kleine Tasche mit Zetteln, einem kleinen Notizbuch und ein paar Skills dabei. Das hatte ich in der Langzeit auch gelernt. Gestern hatte ich sie nicht dabei, war ja "nur kurz zur Schule und zurück". Das war ein Fehler, heute war sie wieder mit. Danke, für die Erinnerung. Nur mit Gedanken geht zwar auch, aber mit Skills ist es einfacher.

    In welchem Laden kauf ich heute was und welches andere Zeug dazu, damit es nicht auffällt, dass ich schon wieder Wein kaufe...leere Flaschen verstecken, damit es meinem Mann nicht auffällt, umschütten, dass keiner merkt, dass es schon die zweite Flasche ist, Leergut unauffällig entsorgen, tanken gehen, obwohl der Tank noch halbvoll war, um dort was zu holen usw..

    Oh man! Das klingt nach mir. Ich habe bislang immer "nur" an die Tage danach, an die Unruhe, die Scham und die Schuldgefühle und die Paranoia, dass man es mir ansieht gedacht. Die ganze komplexe "Logistik" hatte ich schon ausgeblendet. Danke, dass Du sie mir nochmal ins Gedächtnis gerufen hast. Die (meine) Liste davon kommt in mein Notfallkofferbüchlein.

    Heute muss ich ein paar Wege erledigen, Lust habe ich keine, aber ich sehe zu, dass ich jeden Tag aus dem Haus komme.

    Ui. Das war viel heute...

    Habt einen guten Tag!

    Tag 18 ist vorbei und ich bin nüchtern!:)

    Ich schlafe seit 2 Nächten auch wieder besser, meine Schwägerin lieh mir zum Testen eine Gewichtsdecke und das fühlt sich richtig gut an. Ich werde mir eine zu Weihnachten schenken.

    Gestern verlief noch recht entspannt. Ich freute mich riesig, dass Mini-Toffi wieder da war, auch wenn das Kind nach dem Wochenende wieder auf Werkseinstellung zurückgesetzt ist. Aber das bekommen wir wieder hin. Das ist eine Zuversicht, die ich lange nicht hatte. Da steigerte ich mich lieber in Ungerechtigkeitsgedanken rein und war auch dementsprechend angespannt. Dieses Mal kann ich mir sagen, dass ich die Ursache nicht ändern kann, aber die Art und Weise, wie ich damit umgehe. Das finde ich richtig gut.

    Ich stellte gestern fest, dass ich weniger Kopfschmerzen habe. Ich beiße die Zähne aufeinander, wenn ich angespannt bin und scheinbar hat das nachgelassen. Ich merke es zwar ab und an und entspanne den Kiefer, aber oft fällt es mir erst auf, wenn ich Kopfschmerzen habe.

    Heute früh hatte ich auf dem Schulweg ein blödes Erlebnis: Auf einem Festerbrett stand eine halbe Flasche Wodka. Sofort war ein Suchtgedanke da: "Das gute Zeug!" Den konnte ich ganz gut weg wischen, auch wenn ich überrascht war, wie schnell der Gedanke da war. Auf dem Rückweg ging ich dann anders, weil ich noch Obst für die Woche holen wollte, da kam der Gedanke wieder. Meine Sucht wollte mir die Tage schönreden, an denen ich frei hatte und auf dem Rückweg von der Schule eine Flasche Wein holte, um mich "runterzutrinken" und wie entspannt und ruhig ich an den Tagen war. Ich merkte, wie die Sucht versuchte, mich an dieses Gefühl zu erinnern und es wieder haben zu wollen. Aber ich merkte es und konnte mir sagen, dass die Sucht lügt. Ich war ja entspannt und ruhig und Alkohol hilft nicht, das Gefühl zu konservieren, sondern macht es kaputt.

    Auch wenn ich etwas überrascht war, wie schnell die Gedanken so präsent waren, war ich auch ein wenig froh, dass sie kamen. Denn wenn ich tagelang gar nicht daran denke, werde ich skeptisch, das fühlt sich an, wie die Ruhe vor dem Sturm und ich bekomme Angst, dass dass alles mit geballter Kraft kommt. Da lieber immer mal ein Flüstern, das ich niederbrüllen kann.

    Ich versuche mich dann immer an den Satz zu halten: "Die Sucht lügt!"

    Heute möchte ich ein wenig Budenzauber machen und die Wohnung noch für die Feiertage putzen. Dann steht noch Papierkram an, da wollen noch zwei Anträge ausgefüllt werden.

    Habt einen angenehmen Tag!

    Mahlzeit! Tag 16 und 17 sind vorbei und ich bin nüchtern! :)

    Ich war gestern nicht hier, meine Wochenendplanung wurde über den Haufen geschmissen. Mini-Toffi wurde erst gestern Nachmittag von Papa abgeholt, ihm war etwas dazwischen gekommen. Wir kennen das aber schon und wir sind beide nicht mehr frustriert deswegen. Ich habe akzeptiert, dass ich sein Verhalten nicht ändern kann, auch wenn ich mir den Mund fusselig rede. Es ist nur anstrengend, immer einen Plan B parat haben zu müssen und keine festen Verabredungen treffen zu können.

    Also habe ich am Freitag mit Mini-Toffi Nudeln gekocht und einen Filmabend gemacht. Das war sehr entspannt und mit den vielen Lichtern und Räucherkerzen richtig gemütlich. Die SHG fiel für mich dann natürlich aus, aber in 2 Wochen versuche ich es nochmal.

    Gestern war ich dann bei meinem Bruder. Ich wollte nicht alleine sein, weil es hätte sein können, dass doch ein wenig Frust oder Enttäuschung hoch kommen. Mein Selbstmitleid flüstert manchmal Dinge wie "Jaja, schön, dass alle auf sich achten, aber auf Deine Kosten" oder "Und wann darf ich mich mal um mich kümmern?" Ich kenne das Gelaber schon eine Weile, aber bin auf dem Ohr noch nicht ganz taub, also lieber Ablenkung, damit mache ich ja etwas für mich. Wir waren auf einem Dorf-Weihnachtsmarkt, das war wunderschön. Da es hauptsächlich um die Kinder ging, fuhren wir gleich am Nachmittag und als es dann später wurde und die Glühweintassen präsenter, sind wir wieder los. Am Abend schauten wir Filme aus den 90ern an (Die Griswalds) und das war richtig angenehm.

    Nachher kommt Mini-Toffi nach Hause und alles ist wieder wie es sein soll. Das ist immer ein wenig paradox: Ist das Kind da, nervt es manchmal, ist es bei Papa, fehlt es mir und es ist zu ruhig hier.

    Liebe Grüße!

    Guten Morgen!

    Der 15. Tag ist rum und ich bin nüchtern.

    Allerdings habe ich schlecht geschlafen, gefühlt war ich bis 01:00 Uhr jede Stunde wach. Ich weiß aber auch, woran es liegt, ich habe gestern meine Schlafhygiene nicht eingehalten und bis abends Kaffee getrunken. Ich hatte gestern Abend keine Lust, zu warten, bis der Tee abgekühlt ist und nahm lieber einen Kaffee auf Knopfdruck. Ich muss da wieder aufpassen, das könnte der Anfang des falschen Weges in alte Verhaltensmuster sein. Ich habe jetzt einen Zettel mit "lieber Tee" an der Kaffeemaschine und die erste Kanne Tee zieht schon.

    Gestern lief recht gut. Ich hatte aber nicht so viel Schwung, wie am Anfamg der Woche. Trotzdem habe ich mir die nächste Schublade vorgenommen. Über dem Häkelzeug dachte ich nach, wo ich nach meiner Langzeit Ende letzten Jahres falsch abgebogen bin und was jetzt anders ist.

    Ich denke, ein großer Unterschied ist, dass ich mir auch durch das Lesen und Schreiben hier meine Sucht präsent halte. Das hatte ich nach der Langzeit nicht gemacht, sondern mich nur auf die Auslöser und Begleiterscheiningen (Depressionen, alte, falsche Leitsätze) konzentriert und mich ziemlich schnell im Alltag verloren. Ich habe den Fehler gemacht, zu denken, dass ich nach der Langzeit wieder an dem Punkt vor meinem Rückfall bin, als Alkohol kein Thema mehr war (die trockenen Jahre nach der ersten Langzeit). Aber nach der ersten Langzeit habe ich mich noch lange mit der Sucht beschäftigt (Nachsorge, SHG), das hatte ich vergessen. Daran muss ich jetzt denken, ich kann nicht immer die gleichen Fehler machen und andere Ergebnisse erwarten. Ich habe ein wenig zu tun, mich davon nicht runter ziehen zu lassen und mir immer wieder zu sagen, dass vor 15 Tagen ein neuer Abschnitt begonnen hat und ich noch einmal die Chance habe, es besser zu machen.

    Heute Abend geht Mini-Toffi zu Papa, vorher müssen wir noch für die Schule üben.

    Der Plan, danach zu meiner alten SHG zu gehen, steht noch. Eigentlich wollte ich mit der Bahn fahren, um die Gruppe noch nachhallen zu lassen. Aber es ist Weihnachtsmarkt und die Bahnen stinken nach Glühwein. Ich trank das Zeug zwar nur, wenn nichts anderes da war, aber in geschlossenen Räumen besteht die Gefahr, dass mich der Geruch doch triggert, meine Sucht weiß ja, dass da Alkohol drin ist.

    So, jetzt nehme ich mir erstmal den Kühlschrank vor. Da sind noch ein paar Alibi-Käufe drin, die ich eigentlich gar nicht mag. Weg damit!

    Liebe Grüße!

    Lieber R/no,

    Ich lese hier schon ein Weilchen mit.

    Ich denke ebenso, dass eine Mediation eine gute Idee ist, Euch zumindest klar zu werden, ob und wenn ja wie Ihr zusammenbleibt und wie Ihr am Besten mit den Kindern umgeht.

    Ich kann von der anderen Seite sagen, dass die Wechseljahre echt nervig sind. Ich stecke mittendrin und meine Stimmungsschwankungen gehen mir barbarisch auf die Nerven (und der Alkohol machte es noch schlimmer). Ich weiß da manchmal nicht, ob ich Fisch oder Fleisch bin. Vielleicht hilft es dem gegenseitigen Verständnis, dass man(n) als relativ frisch gerockneter eine ähnliche Achterbahnfahrt macht.

    Was ich auch in meiner Langzeit (ambulant) mitbekommen hatte: Da gab es auch einige kriselnde Beziehungen. Da meinte der Therapeut, man dürfe nicht übersehen, dass die Partner/-innen ja jetzt mit einer anderen Person zusammenleben, die sie seit Jahren nicht kannten und vielleicht auch vermissten. Und nicht wenige trauen dem Frieden nicht. Der besoffene Partner war etwas Vertrautes, unangenehm, aber vertraut. Der nüchterne Partner ist neu und ungewohnt.

    Aber ich kann hier viel schreiben, ein Mediator kann da sicher besser vermitteln, selbst wenn es auf eine friedliche Trennung hinausläuft.

    Liebe Grüße und viel Kraft, Toffifee

    Heute vor 5 Monaten (11.07.2025) war mein erster nüchterner Tag,

    Herzlichen Glückwunsch, Bibi! Das ist eine ordentliche Leistung.:thumbup: Auch wenn ich bis da hin noch etwas vor mir habe, freue ich mich darauf, wenn ich das mal schreiben kann :)

    In der Zwischenzeit lese ich gerne Deine Beiträge, es ist schön, zu lesen, dass Du zufrieden bist! (Ich persönlich sage immer, glücklich muss ich nicht sein, zufrieden reicht mir schon.)

    Mach weiter so!

    Liebe Grüße, Toffifee

    (Und noch nebenbei, ich bin den Dingern auch verfallen. Ich hoffe, Du konntest das Geschenk nachkaufen ;))

    Guten Morgen!

    Tag 14 ist vorbei und ich bin nüchtern. Hey, 2 Wochen ohne Alkohol, das war vor 1 Monat unvorstellbar! Vor 3 Wochen hatte ich Panik, immer weiter trinken und mich von Trinkpause zu Trinkpause hangeln zu müssen.

    Gestern startete recht unmotiviert. Mein Vormittag war sehr ruhig, ich las im Roman und hier und handarbeitete ein wenig. Ich erledigte die eine Aufgabe, die dringend war recht lieblos, aber immerhin, es ist getan. Ich hatte kurz ein bissel Panik, dass uch den Hintern nicht mehr hoch bekomme. Aber: Am Nachmittag holte ich Mini-Toffi früher ab, um die Stunde Zeit für Nachholeaufgaben zu haben. Das lief erstaunlich gut. Ich stellte wieder fest, dass ich geduldiger bin und als Mini-Toffi geschnackelt hatte, wie die Aufgabe funktioniert, machte es sogar Spaß. Ich hoffe, wir können das beibehalten. Danach ging es zum Kindersport, damit Mini-Toffi den Bewegungsdrang ausleben kann und ich erledigte nicht fix den Einkauf wie sonst, sondern blieb dort und steckte die Nase in mein Buch. Das war sehr entspannt. Danach noch zum Pizza-Mann und gemütlich Abendessen. Ich war so k.o., dass ich mit Mini-Toffi ins Bett bin und beim Kinderhörspiel mit einschlief.

    Der Tag zeigte mir wieder eine Aufgabe, mit der ich mich beschäftigen sollte: Ich verwechsele gerne Disziplin (die bei uns wichtig ist) mit Effizienz. Letzteres ist gut, da es schon sinnvoll ist, Aufgaben in der richtigen Reihenfolge zu erledigen, um keine Zeit zu verplempern, aber die gewonnene Zeit sollte ich nicht mit weiteren Aufgaben füllen, sondern (diszipliniert) für etwas verwenden, das mir Freude bereitet. Das wird meine Baustelle für die kommende Woche. Denn solange ich zu Hause bin, klappt das prima, aber sobald ich wieder 8h arbeiten bin, sieht das ja ganz anders aus und für diese Zeit will ich mich vorbereiten. Meine Arbeit fehlt mir. Sie hat für mich einen Sinn und ich mache sie gerne, will sie aber auch ordentlich machen. Das kann ich aber nicht, wenn der Alkohol mir das Hirn vernebelt, entweder, weil ich verkatert bin oder weil ich gegen den Gedanken ankämpfen muss, mir nach Feierabend etwas zu holen. Hinzu kommt die Paranoia, dass alle sehen, dass ich trinke. Das schlaucht...


    Liebe Grüße!

    Ich lese hier schon ein paar Tage mit.

    Ich finde es für mich ebenso gut, mir den vergangenen Konsum immer mal ins Gedächtnis zu rufen. Ich habe allerdings noch nie die Menge reinen Alkohols ausgerechnet, das ist mir zu abstrakt. Aber ich habe mal ausgerechnet, wie viel Geld ich ausgegeben habe. Für den Wein an sich war das schon nicht wenig (Es musste ja halbwegs ordentlicher sein, ich war ja "kultivierter" Trinker ), aber die Alibikäufe habe ich dazu gerechnet. Dazu kamen auch ab und an Liefergebühren (Bei uns muss man ja nicht mal mehr das Haus verlassen, man bekommt den Dreck ja nach Hause geliefert). Da waren schnell mal über 100€ die Woche weg. Da habe ich geschluckt.

    Das hilft auch, weil ich auf einen schönen Urlaub spare. Wenn ich wieder anfange, zu trinken, ist die Kohle weg und der Urlaub wäre auch eine Qual.

    Liebe Grüße, Toffifee

    Guten Morgen! Tag 13 liegt hinter mir und ich bin nüchtern!

    Der Tag war recht durchwachsen. Ich habe die meisten meiner Aufgaben erledigt, damit bin ich auch recht zufrieden.

    Dann kamen am frühen Nachmittag Stolpersteine: eine Nachricht aus der Schule, dass der Nachwuchs seit einigen Wochen überhaupt nicht mehr mitarbeitet und wir nun echt viel nachholen müssen und es öfter Handgreiflichleiten mit Mitschülern gibt (toll, wenn das Halbjahr so gut wie rum ist...)

    Dann kam noch eine Nachricht vom Hort, dass am Montag wieder ein Kind von einem Fremden angesprochen wurde und ins Auto einsteigen sollte.

    Es war schwer, ruhig zu bleiben, aber ich bekam es hin. Ich sprach noch einmal mit dem Kind, wie man sich verhält, wenn ein Fremder einen anspricht und plante unsere Nachmittage um, damit wir die Nachholeaufgaben schaffen, ohne, dass es uns beiden zu viel wird. Außerdem rief ich dem Kind in Erinnerung, Konflikte nicht körperlich auszutragen.

    Nach dem Abendessen kam dann aber der Gedanke, dass in der Situation vor 2 Wochen in Panik verfallen wäre und getrunken hätte. Der Gedanke, trinken zu müssen, kam mir nicht, ich dachte mir nur: "Bloß gut, ich muss heute nicht trinken, sonst würde es morgen noch schwerer werden, den Berg in Angriff zu nehmen!"

    Es kam dann aber doch ein Gedankenkarussell in Gang: Wäre das auch passiert, wenn ich vor 2,5 Monaten nicht getrunken hätte? Ist der Gedanke "Vor 2 Wochen hätte ich getrunken!" schon ein Versuch der Sucht, sich wieder einzuschleichen?

    Es war schwer, mir nicht die komplette Schuld daran zu geben (Ich höre viel mit dem Appellohr) oder in Selbstmitleid zu verfallen, weil gefühlt wieder alles an mir hängen bleibt.(Schule ist meine Baustelle, Vater und Großies meinen, die Geduld nicht zu haben.) Ich versuchte, die Gedanken statt dessen in eine konstruktive Richtung zu lenken. Denn dass ich getrunken hatte, kann ich nicht mehr ändern, aber seit 13 Tagen läuft ja die Zukunft an und ich kann es anders machen.

    Als dann noch eine Nachricht kam, die meine Planung wieder über den Haufen geschmissen hätte, wäre ich fast ausgeflippt. Es fühlte sich an, als wölle das Leben nicht, dass ich die dringend nötigen festen Strukturen schaffen und halten kann. Heute Hüh und morgen Hott ist für uns beide sehr anstrengend. Ich ließ die Anfrage erstmal liegen und formulierte heute früh eine höfliche Ablehnung.

    Heute ist meine Stimmung etwas gedrückt. Ich habe beschlossen, den heutigen Vormittag ruhig anzugehen. Eine Aufgabe muss heute unbedingt erledigt werden, das mache ich auch. Dann werde ich etwas machen, das mir Freude bereitet. Vielleicht lese ich ein paar Seiten oder fange ein neues Häkelprojekt an oder mache an meinem Diamond-Painting weiter. Und ich werde mein Tagebuch strapazieren, um nicht ins Gedankenkarussell zu geraten. Denn was aufgeschrieben ist, kann aus dem Kopf raus. Meistens funktioniert das.

    Liebe Grüße!

    Ist aber nicht so, dass ich hier im Messi-Haushalt gefangen bin, aber die letzten Jahrzehnte wurde von mir einfach alles in die Schränke gestopft. Nach dem Motto "aus den Augen aus dem Sinn".

    So ist es bei mir auch. Es ist erstaunlich wie viel "Naja, ich heb es mal auf, vielleicht brauche ich es noch mal" sich angesammelt hat. Den "Ach guck, das ist ja auch noch da!"-Moment hatte ich auch :)

    Es fühlt sich ein wenig so an, als würde man auch ein paar Altlasten los werden.

    Liebe Grüße!