Beiträge von Kyra

    Mein Mann hat sich sehr über die Eismaschine gefreut. In 2 Stunden werden wir Eis herstellen. :)

    Außerdem haben wir vorhin den ganzen harten Alkohol (Ouzo, Portwein, Sekt, Metaxa etc.), der in der Abstellkammer stand, entsorgt. So einiges war bereits abgelaufen.
    Ich hatte meinen Mann gefragt, ob wir da entrümpeln könnten. Seine Reaktion: „Wenn du ja keinen Alkohol mehr trinkst, wann soll ich denn die Sachen trinken? Da können wir sie auch wegkippen.“ Und wir haben sofort Nägeln mit Köpfen gemacht.
    Es fühlte sich richtig gut an. Ich habe jede leere Flasche innerlich gefeiert.

    … aber es könnte Alkohol geben. (…)

    Pass auf dich auf.

    Lieben Dank Nayouk für deine Fürsorge.

    Nun, wir treffen uns lediglich am 1. Weihnachtstag mit den Kindern und Enkeln vormittags zum gemütlichen Beisammensein und Wichteln. Angesichts der Tageszeit und da alle nachmittags wieder nach Hause fahren, weil sie weitere Familientreffen haben, wird es keinen Alkohol geben. Darüber hinaus trinken alle Kinder sehr selten Alkohol.
    Bisher waren es immer mein Mann und ich, die sich bei diesen Treffen irgendwann ein Bier holten. Sollte das mein Mann auch diesmal machen, wovon ich nicht ausgehe, werde ich, den Raum verlassen. Denn ich möchte nicht mich gegenüber allen als Alkoholikerin outen. Vielleicht sage ich einfach, dass es mir nicht gut gehe und ich an die frische Luft müsse. Mein Mann wird dann wissen, warum ich rausgehe. Aber wie gesagt, ich gehe davon aus, dass er auch keinen Alkohol trinken wird.

    Am 2. Weihnachtstag werden wir meine Mutter im Altersheim besuchen. Da gibt es auch keinen Alkohol.
    Und das war’s dann mit Aktivitäten.

    Ansonsten werden wir uns ein leckeres Esen kochen und hoffentlich Eis herstellen.

    LG

    du gehst sehr geordnet und strukturiert vor. Das hört sich auf jeden Fall klasse an!

    Lieben Dank Mattie, auch wenn es mir nicht so vorkommt.
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    Nun ist Tag 28 ohne jeglichen Alkohol - wow 4 Wochen - und es geht mir gut.

    Als wir heute für den 1. Weihnachtstag - unsere Kinder kommen zu Besuch - die Einkaufsliste erstellten, kam bei Getränken das Thema alkoholische Getränke gar nicht zur Sprache.

    Heute Mittag habe ich unseren Baum geschmückt. Als meine jüngere Tochter noch bei uns wohnte, war es immer ein Ritual von uns beiden mit „Freut euch Weihnachtskinder“ - CD. Ich muss mich nun jedes Jahr regelrecht dazu aufraffen, aber heute hat es schließlich doch Spaß gemacht. Ich habe die Musik laufen lassen, lauthals mitgesungen und meiner Tochter Fotos vom Fortschritt geschickt.

    Heute Nachmittag war ich dann beim örtlichen Sportverein, um mich nach geeigneten Sportkursen für mich zu erkundigen. Leider sind die passenden Kurse voll belegt, aber mit etwas Glück werde ich Anfang nächsten Jahres einsteigen können. Ich freue mich, dass ich den ersten Schritt in Richtung Sport gemacht habe - und ich komme raus aus dem Haus. In der Vergangenheit habe ich mich sehr stark eingeigelt, nicht weil ich eine Fahne gehabt hätte, sondern weil ich keinen Antrieb hatte.

    Danach habe ich Zutaten für ein Bio-Vanilleeis besorgt. Morgen schenke ich nämlich meinem Mann und (ehrlicherweise ein bisschen mehr) mir eine Eismaschine. Ich trug mich schon lange mit dem Gedanken, selbst Eis herzustellen, aber auch hier hatte ich nie den ausreichenden Antrieb für die Umsetzung.
    Eine sehr gute Freundin, die leider weiter entfernt wohnt, ist eine begeisterte Eisherstellerin, kreiert mittlerweile ausgefallene Sorten und steht unseren ersten Schritten hilfreich zur Seite. Dann kann es morgen oder übermorgen Nachmittag losgehen. Ich freue mich schon darauf, unser selbst gemachtes Eis zu probieren und mit dem im Gefrierschrank lagernden gekauften Eis zu vergleichen.

    Morgen werde ich noch etwas aufräumen, dann kann Weihnachten kommen. Da keine alkohollastigen Familienfeiern auf unserem Plan stehen, werden es hoffentlich stressfreie Feiertage.

    Ich wünsche euch allen besinnliche Feiertage.

    LG

    Entschuldigung, ich wollte in meinem Ausgangspost das Datum des Beginns meiner Abstinenz auf den (richtigen) 26.11. ändern und habe irgendwie den ganzen Post hierhin kopiert. Und ich wusste nicht, wie ich einfach diese Kopie komplett löschen konnte.

    Daher vergesst diesen Beitrag.

    (Könnte jedoch einer der Moderatoren das Datum ändern? Im Moment freue ich mich nunmal über jeden Tag mehr mit meiner Abstinenz.)

    Hallo Rennschnecke,

    ich verstehe deine Einwände, ich bin leider noch nicht zur Konfrontation bereit, da ich davon ausgehe, dass auch mein Mann zumindest missbräuchlich trinkt. (Nicht nur wenige) Versuche in der Vergangenheit, über unseren gemeinsamen zu hohen Alkoholkonsum zu reden, schlugen immer fehl. Vorschläge, gemeinsam mehrere Wochen auf Alkohol zu verzichten, um zu sehen, ob und wie der Alkohol unser Leben bestimmt, wurden mit dem Hinweis abgelehnt, das brauche er nicht, er habe kein Problem und er lasse sich sein Bier nicht verbieten, das gehöre für ihn zum genussvollen Leben dazu. Zur Zeit stelle ich fest, dass er zum Wochenende hin immer gereizter wird.

    Er wird meine Forderung nach einem alkoholfreien Zuhause ebenfalls ablehnen und als übertrieben abtun, da er sich ein Leben ohne Alkohol nicht vorstellen kann. Bisher akzeptiert er ja auch nicht, dass ich Alkoholikerin bin.
    Ich lege daher meine Hoffnung in die Suchtberatung, dass auch er ins Grübeln kommt, zumindest von dritter Stelle gesagt bekommt, wie wichtig ein alkoholfreies Zuhause ist. Wenn er dann weiterhin das ablehnt, muss ich weiter schauen.

    Wahrscheinlich rede ich mir selbst die Situation schön, will das Ausmaß meines Problems selbst noch nicht in völliger Konsequenz wahrhaben.
    Nur ihn jetzt vor die Wahl zu stellen, entweder ich und alkoholfreies Zuhause oder räumliche Trennung, schaffe ich nicht. Da würde ich, wie ich mich kenne, in eine erneute Depression schlittern.

    Deshalb ist die Anschaffung eines Schrankes für mich weiterhin eine vorübergehende Lösung. Wir können ihn ja später anderweitig verwenden oder wieder verkaufen.

    Zumindest befinde ich mich gerade in einem ganz schönen Gefühlschaos.

    LG

    Hallo Bolle,

    Ich finde es gut das du alles was dich bewegt und auch ein Risiko für dich bedeutet aussprichst.oder ansprichst.

    Nun ja, ich spreche gerade einiges an, aber immer nur in dosierten Mengen. Denn mein Mann muss ja auch, wie du ebenfalls schreibst, in das Thema eintauchen. Und es bringt mir wiederum nichts, wenn ich ihn abrupt vor den Kopf stoße und er dicht macht, weil ihm das Ganze noch gar nicht richtig bewusst ist.

    Und versprochen, ich bleibe dran. Dafür ist mir meine Abstinenz viel zu wichtig. Mein Körper verspürt mittlerweile die positiven Veränderungen. Der morgendliche Würgereiz ist nicht mehr da, ich habe sogar schon 2 kg abgenommen, ich fühle mich frischer, habe mehr Elan, achte wieder auf mich. Das will ich nie wieder aufgeben.


    Hallo Alex

    mir ist gerade spontan eine Idee gekommen. Vielleicht kann er den Alk in einen Schrank einschließen, zu dem nur er den Schlüssel hat?

    Das ist eine gute Idee. Ich dachte ja schon an einen abgeschlossenen Kellerraum, aber in die Räume muss ich auch rein. Und den Wein im Regal im Keller kann mein Mann schlecht im Auto verstauen, solange wir noch keine dauerhafte Lösung gefunden haben.
    Wir können uns ja gemeinsam nach einem passenden stabilen Schrank umschauen und ich lade ihn danach zu einem Essen ein.

    Insgesamt fühle ich mich gerade wieder sehr gut, meine negativen Gefühle hielten Gott sei Dank nur eine gute halbe Stunde an.

    LG

    Lieben Dank Stromer für deine Wünsche.

    Ich möchte das Verhalten meines Mannes hier nicht schön reden, aber er trinkt nur noch am Samstag Abend und war vorhin ohne jegliches Murren sofort bereit, das Wohnzimmer zu verlassen. Insoweit nimmt er ja durchaus Rücksicht auf mich.
    Ich gehe davon aus, dass ihm die Konsequenzen meiner Krankheit gar nicht richtig bewusst sind. Ihm ist nicht klar, dass bei mir aufgrund eines Triggermoments (sogar noch zu einem späteren Zeitpunkt) Saufdruck entstehen kann, der bei freiem Zugang zu irgendwelchem Alkohol im Haus dann zur Gefahr werden kann. Ich glaube, er geht davon aus, dass einfach nicht mehr trinken wollen für eine dauerhafte Abstinenz ausreicht.
    Mir wird das alles ja auch erst gerade bewusst, nachdem ich viel über Alkoholismus gelesen und mir eure Berichte hier im Forum durchgelesen habe. Deshalb hoffe ich auf die Beratung, Ich möchte, dass er mich beim zweiten Mal begleitet und von einer Expertin erfährt, wie wir unser gemeinsames Leben umgestalten müssen.

    Vielleicht versteht er mich dann und wird den notwendigen Änderungen zustimmen, da er mich durchaus liebt. Er stand mir bisher bereits in mehreren emotionalen Tiefpunktphasen ohne Einschränkungen zur Seite.

    Heute habe ich Lasagne ohne den obligatorischen Rotwein gekocht.

    Gestern sprach ich meinen Mann direkt an, ob er mein Problem ernst nehme oder es als vorübergehende Episode sehe.
    Er meinte, dass er durchaus das Problem sehe, ich aber nach seiner Auffassung nicht süchtig sei.
    Ich erklärte ihm, wieviel ich mittlerweile fast täglich getrunken hätte, dass ich nach dem ersten Bier keine Kontrolle mehr über meinen Konsum habe, dass ich definitiv Alkoholikerin sei, auch wenn ich tagsüber nichts trinke, und dass ich nie wieder Alkohol zu mir nehmen wolle, um nicht wieder dort zu enden, wo ich vor knapp 4 Wochen war.
    Er meinte, er fühle sich schlecht, wenn er neben mir sitze und trinke. Er finde es wiederum schei.., dass wir nicht zu Silvester mit Sekt anstoßen, dass wir im Urlaub nicht gemeinsam was trinken werden. Für ihn sei der Alkohol Genuss, der zu seinem Leben dazu gehöre. Da wird mir wohl noch einiges an Arbeit bevorstehen.

    Als mein Mann nun vorhin gegen 21 h sein erstes Bier trank, wurde ich innerlich aggressiv. Mir kam zwar nicht der Gedanke, auch ein Bier trinken zu wollen, es war irgendwie eine diffuse Wut. Und ich empfand den Geruch des Bieres als Gestank.
    Nach einer halben Stunde habe ich die Reißleine gezogen und ihm gesagt, dass ich nach oben gehe. Das sei für mich ok. Er ist jetzt stattdessen nach oben gegangen und als ich ihn nicht mehr trinkend neben mir sah, verschwand meine Aggressivität, meine Wut ziemlich schnell. Er kam nochmal ins Wohnzimmer, um mich was zu fragen. Ich machte ihm dabei nochmals begreiflich, wie es mir geht, wenn er neben mir sitzt und trinkt (dass ich unruhig, wütend, aggressiv werde und das nicht brauche).
    Jedenfalls herrscht keinerlei dicke Luft.
    Als er sich vorhin Nachschub holte, bat ich ihn, das Bier, das er noch trinken wolle, nicht in den Kühlschrank in der Küche (in meinem Blickfeld) zu legen, sondern direkt mit nach oben zu nehmen. Ich will ihn nicht sehen, wie er sich regelmäßig Bier aus dem Kühlschrank nimmt.
    Mir ist klar, dass ich für mich lediglich die jetzige Situation entschärft habe. Aber es war heute zumindest das erste Mal seit meiner Abstinenz, dass ich überhaupt Konsequenzen gezogen habe.

    In einem ruhigen Moment werde ich ihm das mit dem alkoholfreien Zuhause erklären und ihm vorschlagen, dass er seine Kiste Bier statt in der Garage in den Kofferraum seines Autos verstaut.
    Ich weiß, dass ich nur an mich denken soll, dass ich keine Rücksicht auf meinen Mann nehmen darf. Aber ich bin noch nicht soweit, von ihm jeglichen Verzicht auf Alkoholkonsum zu Hause zu verlangen.
    Ich bin froh, wenn ich meinen Gesprächstermin bei der Suchtberatungsstelle habe, um dort mein weiteres Verhalten zu besprechen.

    LG

    Auch meine Sucht will nüchtern bleiben, um sich wohl zu fühlen

    Ja, das klingt ähnlich.
    Verstehe ich dich richtig? Du hast deine Sucht dazu gebracht, dass sie nüchtern bleiben will, um sich wohl zu fühlen, weil du sie als einen natürlichen Teil von dir siehst mit der Folge, dass es ihr schlecht gehen muss, wenn es dir schlecht geht?

    Ich dachte bisher, die Sucht existiere nur um ihrer selbst Willen, ihr einziger Daseinszweck sei, dem Süchtigen mit der Droge zu versorgen. Wie ein Virus, der auch keine Rücksicht auf den befallenen Gastkörper nimmt.

    Das könnte ich nicht als Süchtiger

    Ich denke, dass mir im Moment mein unbedingter Wille hilft. Ich werde daher sehr achtsam sein müssen, dass ich nicht leichtsinnig werde, weil mir die bisherige Abstinenz relativ leicht gefallen ist.


    Heute Morgen nach dem Aufwachen kam auch der erste Angriff meiner Suchtstimme. Plötzlich war der Gedanke da, dass ich vielleicht gar nicht abhängig sei, da ja bisher alles reibungslos lief. (Bei einem Bierkonsum von fast täglich 1,5 bis 2 Liter und am Wochenende auch bis zu 3 Liter bin ich jedoch definitiv Alkoholikerin.)
    Mein Zensor (andere nennen es Eltern-Ich oder Über-Ich) reagierte recht schnell und rief in seiner gewohnt strengen Art „Hau ab“. Dieser Befehl hat gewirkt, die Suchtstimme verschwand ziemlich schnell.
    Ich habe irgendwann im Rahmen einer Therapie diese kalte unbarmherzige verletzende Stimme als einen Teil von mir akzeptiert und mit ihr eine Vereinbarung getroffen. Da sie mir ja mit Aussagen wie „Lass das.“, „Nun mach endlich.“ durchaus auch was Gutes tun will, allerdings ihre Mittel kontraproduktiv sind, erlaubte ich ihr, es sich in mir gemütlich zu machen, solange sie ihre Einwände freundlich formuliert. Andernfalls würde ich mit einem „Halt“ reagieren und sie in einen Winkel meiner selbst schieben. Und komischerweise hat das geholfen. Ich habe wesentlich seltener diese destruktiven Herabwürdigungen. Und bei einem „Halt“ formuliert mein Zensor (bzw. meine eigenen Gedanken) seine Befehle, Vorbehalte, Verbote um in Bitten, Denkansätze. Insoweit habe ich mich mit mir arrangiert.

    Heute Morgen habe ich dann meinem Zensor für seine schnelle Reaktion gedankt, dass er gut auf mich aufgepasst hätte, und ihm erlaubt, diese andere parasitäre Suchtstimme, die wohl leider auch ein Teil von mir bleibt, mit seiner gewohnten Härte in ihre Schranken zu weisen, damit ich mir danach die Situation in Ruhe anschauen kann.

    Nun werde ich aber meine Überweisung an die Bücherei machen, danach eine Zeugenaussage für die Polizei schreiben (mein Mann und ich waren Zeugen einer Unfallflucht mit Blechschaden), die ich bisher immer vor mich hin geschoben habe.

    LG

    Hallo Nayouk24,

    herzlichen Dank für die Freischaltung.

    Ja, ich habe mich bereits eingelesen.
    Ich habe auch angefangen, einige Verhaltensweisen zu ändern. So mache ich abends im Bett autogenes Training, damit mich mein Gedankenkarussell nicht am Einschlafen hindert. Auch gehe ich nun peu à peu etwas früher ins Bett, um wieder zu einem normalen Tagesrhythmus zu kommen (ich war bei Schlafenszeiten erst ab 4 h morgens und kam mittags nicht aus dem Bett.) Nun bin ich zumindest schon bei meistens 1 h und stehe vor dem Mittag auf.

    Ich weiß auch, dass ich meine typischen Verhaltensweisen, die mich bisher getriggert haben, ändern muss. Bisher war das überwiegend am Fernseher mit meinem Mann Fußball oder Formel 1 schauen. Da überlege ich, ob ich stattdessen zunächst mal einfach ein Buch lese, da ich normalerweise eine Leseratte bin. Also nehme ich mir für morgen vor, die Gebühr für meinen Büchereiausweis zu überweisen.

    Bewegung/Sport ist ebenfalls wichtig. Nur das fällt mir als Coachpotatoe schwer. Da weiß ich noch nicht, wie ich das in Angriff nehmen soll.

    Ich habe auch angefangen, mir einen Notfallkoffer zu packen:

    - eine Liste darüber, was alles für meine Abstinenz spricht (kein Kater, keine Übelkeit morgens, Gewichtsabnahme, Gesundung der Leber, Ich habe die Kontrolle über meinen Geist und Körper etc.)

    - Telefonnummern für Notfälle

    - positive Gedanken über mich selbst (ich ziehe mich schnell runter, mein innerer Zensor bezeichnet mich sogar als „blöde Kuh“, sagt mir, ich solle mich nicht so anstellen)

    Mhm, ich werde mir ein kleines Köfferchen besorgen, in dem ich die Listen, Gedanken auf Papier visualisiert legen kann. Das macht es realer.

    Jetzt gibt es erstmal Abendessen.

    LG


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    Hallo Kadett,

    lieben Dank für deine Willkommensgrüße.

    Mein größtes Problem wird die Minimierung der Risikofaktoren sein in Bezug auf ein alkoholfreies Zuhause. Zwar sind in der Vergangenheit stark alkoholhaltige Getränke (z.B. Ouzo vom Griechenlandurlaub) regelmäßig „schlecht“ geworden, aber in der Garage steht weiterhin Bier für meinen Mann.
    Ich werde das Problem bei meinem ersten Termin in der Suchtberatungsstelle ansprechen und gemeinsam überlegen, ob eine Teilnahme meines Mannes an dem nächsten Gespräch sinnvoll ist, um von einem Experten zu hören, dass der Alkohol zu Hause für mich ein unkalkulierbares Risiko darstellt.
    Im Moment habe ich den Eindruck, dass er meine Abstinenz als vorübergehende Marotte, mein Alkoholproblem nicht als so schwerwiegend ansieht. Denn, wenn ich das Thema, wie z.B. nie wieder mit Rotwein in der Soße kochen, anspreche, reagiert er mit Schweigen. Oder er sagt, dass sei meine Sache, und solange ich ihn am Wochenende ohne grimmige Blicke sein Bier trinken lasse, könne ich machen, was ich wolle.

    Ich weiß, ich habe noch viele Baustellen, auch wenn ich das ein oder andere nun angepackt habe.

    LG

    Hallo an alle,

    vorab: ich bin Alkoholikerin und möchte abstinent leben.

    Ich bin ü60, in Rente und verheiratet. Seit über 25 Jahren trinke ich regelmäßig zu viel Alkohol (zu 95 % Bier). Anfangs wegen Stress mit Arbeit und Kindern (ich bin Perfektionistin), zur Belohnung für etwas Geschafftes, weil mein Ex trank oder am Wochenende, weil einfach Wochenende war. Ich trank erst ab abends, am Wochenende auch schon nachmittags.

    Nach der Trennung von meinem Ex war ich fast 1 Jahr trocken und gab auf einer Party dem aufkommenden Verlangen nach. Zwar trank ich danach zunächst noch nicht regelmäßig, aber irgendwann konsumierte ich wieder fast täglich wie vorher und habe keinen ernsthaften Neustart gewagt.

    In den letzten Jahren sprach ich meinen 2. Ehemann öfter auf unser beider hohen Bierkonsum an (ja, auch er trinkt regelmäßig), aber er sah keine Suchtgefahr und lasse sich sein Feierabend- oder Wochenendbier nicht nehmen. Ich versuchte es selbst mit „Ich trinke nur noch am Wochenende, in der Woche mal 1 Bier usw.“. Aber nach dem ersten Bier konnte ich nicht wieder aufhören, fühlte mich im Laufe der Zeit immer schlechter.

    Mittlerweile hat sich eine depressive Episode mit Antriebsarmut und einer Vernachlässigung meiner selbst dazugesellt.

    Am 26.11.2025 habe ich schließlich die Reißleine gezogen und nehme seitdem keinerlei Alkohol mehr zu mir. Eine Blutuntersuchung gestern beim Hausarzt ergab nun, dass sich mittlerweile meine Leberwerte gegenüber dem letzten Jahr verbessert haben. Gegen die Depression hat er mir ein gering dosiertes Antidepressivum verschrieben. Ich habe auch gestern mit der hiesigen Suchtberatungsstelle telefoniert einen Termin zu Anfang Januar erhalten.

    Mein Verlangen hat sich in den nun 3 Wochen ohne Alkohol kaum bemerkbar gemacht. Ich nehme an, dass ich eine „Mittrinkerin“ bin - falls es sowas gibt. -, da mein Mann nur noch samstags abends trinkt und ich dann gereizt bin. Ich will dann zwar nicht trinken, aber empfinde Neidgefühle. Dann hilft mir, mich gedanklich mit der Situation auseinanderzusetzen, da ich ein stark rational gesteuerter Mensch bin. („Lass ihn, du kannst ihn nicht davon abhalten, aber dich selbst. Notfalls ziehst du dich zurück. Halte dir vor Augen, was du bereits geschafft hast, wie gut dir die Abstinenz tut“)

    Entschuldigt, wenn meine Vorstellung etwas umfangreich ausgefallen ist. Irgendwie könnte ich dennoch Seiten schreiben - wie z.B.: meiner ältesten Tochter habe ich unter vier Augen auf einem Geburtstagskaffee mit den Kindern von meiner Abhängigkeit, meiner Abstinenz seit 10 Tagen und meinem Willen zur dauerhaften Abstinenz erzählt. Bisher haben wir meinen Alkoholkonsum nie thematisiert gehabt. Sie nahm mich einfach spontan in den Arm und sagte mir, dass sie stolz auf mich sei und ich sie jederzeit anrufen könne, wenn ich jemanden zum Reden bräuchte. Ihre Reaktion hat mich total berührt.

    Das war’s aber nun wirklich.

    LG