Beiträge von Pantun

    Willst Du überhaupt wirklich ein (dauerhaft) abstinentes Leben führen? Für mich kommt das nicht glaubhaft rüber?

    Ja, will ich.

    Trotzdem ist mir ein "normales" Leben wichtig. Ich bin nicht gewillt alles über Bord zu schmeißen was mein bisheriges Leben ausgemacht hat. Vielleicht muss ich lernen, daß dies so nicht funktioniert, wer weiss. Sagen kann mir das keiner, nur Wahrscheinlichkeiten und ja, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, wenn man die Foren, Statistiken und auch Erfahrungswerte anderer liest, dass es schief geht. Ich mache ja auch keinen Hehl darum, das ich mir das Risiko immer wieder bewusst mache.

    Aber ich kann Dich irgendwie verstehen, ich dachte die ersten Wochen und Monate auch, dass ich mir noch "einen Rückfall aufhebe". So blöd das jetzt klingt, das hat mich aber irgendwie beruhigt. Mittlerweile hab ich nicht mehr vor, ihn noch einzulösen.

    Nein, so denke ich nicht. Ich versuche nur ein, für mich, normales Leben weiter zu führen. Dazu gehört eben auch eigene Erfahrungen zu sammeln. Ich hatte nie den Gedanken mir einen Rückfall als "Joker" zu setzen aber ich habe auch keine Angst davor, wahrscheinlich ist das der Fehler in meiner Planung, es ist und bleibt eben eine Tür, da hast du Recht.

    Übrigens: Deine Frau ist weder Dein Aufpasser, noch Dein Vormund. Du allein bist für Deine Abstinenz verantwortlich, nicht andere. Also gebrauche Sie nicht als Schutzschild. ;)

    So war das auch nicht gemeint 😉 sollte nur heißen , dass ich ihre Unterstützung habe und sie sich auch um mich sorgt. Sie sitzt jetzt nicht ständig neben mir und "bewacht" mein Tun. Ist mir schon bewusst, dass ich alleine für mich verantwortlich bin.

    Bei dem was ich hier im Forum gelesen habe war meine Frau auch nie ein Co in dem Sinn. Sie hat es gewusst aber mich nicht gedrängt, gedeckt oder unterstützt während der nassen Jahre, natürlich gab es auch bei meiner Frau und mir Knatsch und auch entfremdete Phasen.

    Auf der Drogentherapie habe ich gelernt JEGLICHEN Kontakt zu Junkies zu vermeiden.

    Da Alkohol eine Droge ist, ist es das selbe

    Nur weil andere Menschen, welche mir lieb und teuer sind, trinken und ich das eben nicht mehr kann, kann ich diese doch nicht aus meinem Leben verbannen. Den Kontakt einschränken, ja das geht aber soll ich etwa auf jeder Familienfeier auf jeden Geburtstag auf jede Hochzeit usw.. nicht erscheinen? Es ist riskant, ja, dennoch habe ich gerne Kontakt zu meiner Familie und zu langjährigen Freunden (nicht Saufkumpane der letzten Jahre) die ich zum Teil schon aus dem Kindergarten kenne.

    Ob das auf Dauer funktioniert weiss ich nicht, wird die Zeit zeigen. Für mich funktioniert es derzeit gut, rechtzeitig einen Abflug machen und mit ein bisschen Vorbereitung ist auch für fast alle Situationen eine lösung parat, außerdem habe ich ja meinen Aufpasser in Form meiner Frau auf solchen Events auch meistens dabei 😉

    Es kam die Frage auf ob ich die Kapitulations Verhandlungen ausgefochten habe, ich glaube ich bin noch mittendrin, ich bin ein Frischling und werde wohl noch die eine oder andere Erfahrung machen müssen. Vielleicht bin ich etwas übermütig vielleicht kann ich es auch ab, ich weiss es nicht. Sollte es schief gehen heißt es aufstehen Krönchen richten und das ganze nochmal von vorne.

    Den einen Schluck Sekt sehe ich jetzt nicht als Unterbrechung meiner Nüchternheit, es ist passiert und es hat sich nichts geändert an meiner Einstellung außer einem großen Schreck

    Mir geht es gut, nach dem das Erschrecken erst mal vorbei war und ich aus der Situation raus war hat sich das auch ganz schnell wieder normalisiert.

    Natürlich kenne ich die Grundregeln und ich weiss auch, dass es ein Risiko ist auf solche Veranstaltungen zu gehen, trotzdem gibt es eben im Leben Situationen die man nicht umschiffen kann und eben auch nicht will, es war keine Veranstaltung mit alten Saufkumpanen sondern ein, mir wichtiges, großes Familienfest.

    Das mit dem alkoholfreien Sekt war ein klarer Fehler der mir nicht mehr passiert. Auch das mit den Händen muss ich mir merken, immer besser als das Glas erst mal in der Hand zu haben. Was auch immer dabei ist, ist mein kleiner Notfallkoffer und eben auch die mentale Vorbereitung auf die Situation.

    Übrigens: Ein frisch Abstinenter, der erst ein paar Tage oder Wochen clean ist, hat m.E. bei alkoholastigen Veranstaltungen nichts verloren.

    Da hast du natürlich Recht, nur möchte ich lange vor geplante Fortbildungen und auch Familienfeiern die mur wichtig sind nicht absagen, so ein kleines bissel soziales Leben möchte ich schon noch habe. Alles andere aus der alten Zeit ist ja weg, keine Saufkumpane mehr, keine Kneipe mehr und auch der Haushalt ist inzwischen alkoholfrei, trotz das mein Sohn am Feiertag da war.

    Danke mal an alle die darauf geantwortet haben, hat mich wie immer zum Nachdenken gebracht.

    So, jetzt sind es über vier Monate. Geändert hat sich nicht mehr viel seit dem letzten post, es gab keine Medaille, es sind keine Wunder passiert, nein das Leben geht einfach weiter. Nüchtern, ohne Übelkeit am Morgen, ohne Unkonzentriertheit am Tag. Im allgemeinen geht es mir gut, gesundheitlich und körperlich vor allem. Aber wunder? Nein wunder sind nicht passiert und das ist glaube auch gut so, zuviel Aufmerksamkeit und Anerkennung schadet eher als das es hilft, zumindest wenn die ersten paar Wochen vorbei sind, ist aber nur meine Erfahrung bisher. Einfach normal weiter machen, ohne Alkohol.

    Es gab ein paar Situationen in denen ich mich nur bedingt wohlgefühlt habe, abends beim Essen nach der Fortbildung zum Beispiel. Am Anfang war alles gut aber umso später es wurde und umso mehr der Pegel stieg umso schwieriger war es sich normal mit den Leuten zu unterhalten. Bin dann früh ins Bett gegangen, das sind die Situationen in denen ich immer noch denke, dass ich was verpassen könnte. Am nächsten Tag ist dann schnell klar, dass man nichts verpasst hat, wenn man in die zerknautschten Gesichter schaut, aber im ersten Moment ist das eben immer noch so.

    Die Trigger an sich lassen nach, sind aber immer noch präsent, irgendwie leichter zu kontrollieren aber nie ganz aus der Welt.

    Habe ausversehen einen Schluck richtigen Sekt getrunken, war auf einer großen Feier wo alkoholfreier Sekt ausgeschenkt wurde zum Anstoßen, habe das Glas mit dem meiner Frau verwechselt. Bin erst mal zu Tode erschrocken und dachte ach du Scheisse, dann erst mal weg aus der ganzen Situation ein großes Glas Wasser getrunken, Chili Bonbon rein und alles war wieder gut, zum Glück. Werde wohl auch bei solchen anlässen zukünftig mit Wasserglas anstoßen.

    Ja, Deine Worte sind nicht in Watte gepackt und verblümt, bin anfangs auch erst mal etwas erschrocken ;).

    Aber es hilft ungemein eine ehrliche und erfahrene Meinung ohne beschönigen zu erhalten, mach weiter so :thumbup:

    Das für immer ist meinem Empfinden nach ungewohnt, zumal mein Lebensmotto schon zu früheren Zeiten "nichts ist für die Ewigkeit" war und auch immer noch ist. Aufgrund diesem Motto muss ich wohl oder übel den Entschluss immer wieder neu fassen, was aber auch den Vorteil hat, dass man nie vergisst was war und warum man diese Entscheidung täglich neu trifft.

    Gut, dass Du das hier alles so ehrlich aufschreibst, Pantun, das ist auch für andere lehrreich, vor allem aber für Deine Abstinenzsicherung wichtig .

    Danke, dafür ist es auch gedacht und um mich auch daran zu erinnern wie alles anfing.

    Zudem möchte ich mal ein Dankeschön an alle die sich an meinem Faden und auch im Forum allgemein beteiligen aussprechen, vieles davon hat mich zum Nachdenken bewegt und auch hilfreiche Tipps waren dabei, ihr seid eine große Hilfe in vielen Situationen, danke.

    Ich habe das Bier ja selber gekauft für die Family. Das Bier da ist hat keinen gewundert, dass ich immer noch nichts trinke hat allen sehr gefallen aber gefragt ob es mich stört hat keiner. Was mir aufgefallen ist, es hat keiner viel getrunken, zwei oder drei Bier und gut war's.

    Hatte noch ein paar Bier übrig, die habe ich gerade meinem Sohnemann ins Auto gepackt, somit bis auf meiner Frau ihren Wein, in ihrem Schlafzimmerschrank sicher verwahrt, wieder alkfrei.

    Meine Mutter hat mir gestern eine Flasche jägi mitgebracht und war dann sehr betreten, als ich ihr das ganze zum fünften Mal erklärt habe, die hat jetzt auch mein Sohnemann in München, also nicht meine Mutter sondern den jägi.

    Das mit dem hohen Stellenwert kenne ich und habe ich noch immer, da hast du schon Recht, möchte halt nicht der Spielverderber sein und denke mir dann immer das eine mal geht das schon, das dies ein gewisses Risiko birgt ist mir klar und ich treffe auch gewisse Vorkehrungen (Notfallplan ist dann was scharfes süsses oder mit dem Hund raus) und stimme mich im Vorfeld bereits auf die Situation ein, daher auch meistens der Bammel vor solchen Tagen.

    Ich habe lange darüber nachgedacht was ich schreibe und ob ich überhaupt etwas schreiben soll.

    Ihr habt natürlich Recht, dem kann und will ich nicht widersprechen. Ich bin wahrscheinlich noch nicht so weit mein Leben komplett umzukrempeln und alles zu ändern und hinter mir zu lassen.

    Was ich bisher geschafft habe ist den Kreis der Saufkumpane zu verlassen, mir mit Sport und Entspannungsübungen vom Alkohol einen Ausgleich zu schaffen mich datüber zu freuen am nächsten Tag fit zu sein, wieder mehr Elan an den Tag zu legen und auch über das Gefühl mich einfach besser und gesünder zu fühlen.

    Was ich nicht geschafft habe ist, dass ich möchte, dass sich alle an mich anpassen, ich habe es ja selbst verbockt. Denn Sprung nur an mich und die Krankheit zu denken, mich komplett darauf zu fokussieren, schaffe ich nicht, auch wenn ich weiss, dass es der richtige Weg ist.

    Meine Familie weiß von meiner Krankheit.

    Es gibt dort keinen Alkohol ansonsten komme ich nicht.

    Das klär ich jedes Mal vorher ab und es war bisher auch kein Problem

    Das ist genau diese Situation zu der ich nicht in der Lage bin, natürlich weiss meine Familie von dem Problem und versteht es auch, ich glaube auch nicht, dass es für meine Familie ein Problem wäre keinen Alkohol zu trinken aber in meinem Hirn will das nicht ankommen.

    Es gibt keine Ausrede dafür, ich zweifle nicht an der Aussage, dass ich Alkoholiker bin aber ja, ich habe den richtigen Weg für mich noch nicht gefunden. Ich muss mir wohl doch Hilfe von einer realen SHG oder auch einem Psychotherapeuten suchen um das Problem in den Griff zu bekommen.

    Was mir wichtig ist, ist dass ich heute nichts getrunken habe und morgen nichts trinken werde.

    So, 3 Monate sind um, nichts getrunken und siehe da, es geht!

    Gestern kam mein Sohnemann aus München zu Besuch und bleibt über die Feiertage, es fühlte sich zum ersten Mal nicht komisch an, dass andere trinken und ich nicht. Haben lange am Tisch gesessen Junior der noch da wohnt meine Frau Sohnemann aus MUC und seine Freundin alle haben was getrunken, außer ich und ich habe nicht einmal wirklich darüber nachgedacht.

    War ein sehr schöner entspannter Abend, um 22 Uhr sind die anderen noch auf Tour gegangen, habe sie noch hingefahren, danach noch entspannt einen Tee getrunken Film geschaut und ins Bett. Hatte etwas Bammel vor dem Besuch, jetzt bin ich total entspannt und zufrieden, alles gut gelaufen.

    Euch schöne Feiertage.

    Rennschnecke Nein, den Anblick suche ich nicht, bei mir ist es eher so, dass ich mich bewusst Situationen ausgesetzt habe in denen andere trinken, das hat sich aber derzeit durch den sozialen Rückzug erübrigt. Der Anblick ansich triggert mich auch nicht, wenn dann der Zustand von trinkenden Personen oder Bekannten. Im Supermarkt kann ich problemlos an den speziellen Kisten und Regalen vorbei gehen ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden.

    Mein Versand hat schon begriffen, dass ich Alkoholiker bin, glaub mein Unterbewusstsein noch nicht so richtig, es ist noch keine Standart Situation ohne Alkohol zu sein, noch nicht.

    ich bin noch da 😉 ich lese viel in der Gruppe mit, habe aber derzeit wenig Lust zu schreiben.

    Was mich derzeit umtreibt und beschäftigt:

    Das mit der wenigen Lust auf Gesellschaft und soziales Umfeld zieht sich derzeit durch meinen kompletten Tagesablauf. Habe eine Phase in der ich mich, abgesehen von meiner Familie, komplett einigle und abschotte. Beschäftige mich viel mit Lesen, Zockencken, Hund und meinen Autos und kann niemanden fremden, oder auch bekannten außerhalb der Familie um mich brauchen. Es gibt glaub keinen wirklichen Grund dafür, zumindest finde ich keinen, ich brauche das im Moment einfach nicht. Bin mir selbst glaub genug Gesellschaft derzeit, hoffe das bessert sich wieder, will kein "grantlger alter Sack" werden.

    Habe in letzter Zeit immer wieder das Verlangen nach einem Bier, so nach dem Motto eines wird schon nicht schaden. Oder auch der Gedanke, dass 3 Monate jetzt so gut wie um sind, da kann man doch mal was trinken, usw.. kennen wahrscheinlich die meisten von euch auch, fällt mir echt gerade schwer das zu ignorieren und ich fange immer wieder an denn Sinn der Abstinenz zu hinterfragen. Habe eine Liste angefangen wo ich pro und Kontra immer mal wieder aufschreibe auf der pro Seite steht da nicht viel und es hilft mir diese Liste immer mal wieder zu lesen. Auch die köperlichen Veränderungen sind sehr positiv, 8 Kilo abgenommen, habe fast wieder einen athletischen Body, Ausdauer viel besser, das Schlafen normalisiert sich auch zusehends, meine Laune ist ausgeglichener als vor ein paar Wochen, somit eigentlich alles gut und nur Vorteile, trotzdem nagt der Teufel derzeit immens an mir. Es sind keine Triggersituationen, die Gedanken kommen oft einfach so aus dem Nichts, beim Lesen, Schrauben, auf der Areit oder sogar auf der Toilette letztens. Auch träume ich vermehrt von Partys und Bier.

    Da muss ich wohl durch, es sagte niemand, dass es einfach wird.

    Hey Absti. Vorbereitung hat mir bisher geholfen, mental und auch Dinge dabei zu haben die im Notfall helfen, bei mir ist das zum Beispiel ein scharfes Bonbon, was Süsses (hab ich immer am Mann) oder auch einfach auf die Brust klopfen, soll bei Stress und Unruhe helfen, bei mir funktioniert es, nicht immer aber oft.

    Gut reagiert mit rausgehen aus der Situation. Training um den Druck rauszulassen und sich abreagieren ist auch einer meiner besten Helfer. :thumbup:

    Hat dich diese ominöse Willenskraft nicht auch süchtig werden lassen? Nur mal so zum Nachdenken. ;)

    Hm, schwer zu sagen, ich glaube nicht, dass ich mit Absicht und Willen zum Trinker wurde, aber ein gewisser Erfolgsdruck war da am Anfang schon mit dabei. Wer verträgt mehr? Wer bleibt länger? Also einen gewissen falschen "Ehrgeiz" gab es da schon.

    Bei mir ist es so, dass ich die einfacheren Probleme schon immer mit der direkten Konfrontation gelöst habe, wurden die Probleme größer und konnten nicht auf die schnelle gelöst werden hat die Sucht übernommen, Alkohol und zum Teil auch andere Mittelchen, Gott sei dank die anderen Mittelchen nur ganz selten. Den Ehrgeiz hatte ich schon als Kind, grösser weiter besser schneller, damals war es noch Sport und auch Leistung in der Schule, hier habe ich das erste mal bemerkt das ich Grenzen habe ;) und dann kam die Aufnahme in die Welt der Erwachsenen, unter anderem Arbeit, Alkohol, Stress, da waren die Grenzen dann oft schnell erreicht, wo das hingeführt hat sehe ich ja. Ich hatte im Erwachsenenalter wohl keine Ideen für Ausgleich, daher habe ich den einfachsten Weg gewählt, kurzzeitige Entspannung mit Hilfsmitteln, Betonung liegt auf kurzzeitig. Natürlich gibt es auch noch viel andere Gründe für das Trinken, aber einer davon war sicherlich die Entspannung und Vergessen. So gesehen kann man schon sagen, dass mich meine "ominöse" Willenskraft (einfach weiter zu machen, entspannen geht auch mit Hilfsmitteln) zum Teil an diesen Punkt gebracht hat. Da hast Du schon recht. Bin aber auch der Meinung, dass ein gewisser Teil an Willenskraft notwendig ist um aus diesem Kreislauf auch wieder auszubrechen.

    Mache es dir doch einfacher. Warum alles schwerer machen?

    Wenn es nur so einfach wäre ;) Es fühlt sich an wie eine weitere Sucht, ist es wahrscheinlich auch oder eine Zwangsstörung. Ich versuche ja schon Entspannungsübungen und auch Herausforderungen im Sport aber es kommt immer wieder der, sagen wir mal, Zwang an dem ich die Konfrontation mit dem eigentlichen Gegner suche nur um mir zu beweisen, dass ich das locker ertrage und wegstecke. Am nächsten Tag und auch unmittelbar danach fühle ich mich meistens richtig gut.

    Wenn ich das Geschriebene so lese sollte ich wohl doch mal einen Verhaltenstherapeuten aufsuchen.

    Rauchen, ja das leidige Thema. Ich dachte mir versuchst es mit der E-Zigarette, viele die ich kenne haben damit endgültig das Rauchen aufgehört, ich nicht.. Ich nuckel jetzt schon seit Jahren an der E-Zigarette und komm jetzt davon nicht mehr los, trotz Senkung des Nikotins (teilweise schon auf 0,0) usw, ist eben eine schlechte Angewohnheit, noch. Da ich aber erst seit etwas mehr als zwei Monaten nix mehr trinke ist das Thema derzeit nicht ganz so groß in meiner ToDoListe, eines nach dem anderen, aber auch das werde ich in Angriff nehmen.

    Drücke Dir die Daumen :thumbup:

    Hallo zusammen, habe gerade den Beitrag über Risiko gelesen und mir so meine Gedanken dazu gemacht. Ich wollte nicht direkt in den Faden schreiben, da Hartmut etwas anderes meinte, als bei mir zutrifft, daher schreibe ich es hier.

    Ich hin noch nicht lange dabei, bissel mehr als 2 Monate. Risiko ist für mich momentan noch fast alles und, gefühlt, auch nicht. Mir kommt es fast zu einfach vor wenn ich Alkohol vor und neben mir habe. Natürlich triggert es mich aber mit etwas Willenskraft und innerem "Stop, das braucht ich nicht!!!!" Geht das meistens schnell vorbei. Meine kleinen Hilfen (süsskram, scharfes, etc.) sind auch immer am Start.

    Ich glaube mein Risiko ist eher, dass ich mich zu sicher fühle und hin und wieder auch meine das testen und mir etwas beweisen zu müssen. Es fühlt sich an wie eine Herausforderung die es zu bestehen gilt, ein innerer Kampf. Warum ich das mache? Ich weiß es selber nicht, leider, aber ich scheine es zu brauchen. Die Frage stellt sich nicht was passiert wenn ich diesen Kampf verliere, zum Glück passieren diese Situationen nicht oft

    Ich habe es diesmal (noch nie zuvor probiert) aber tatsächlich als eine Art akute Lösung für mich entdeckt. In Situationen, in denen ich gerade Suchtdruck habe, schenke ich mir statt einem Glas Sekt ein Glas alkoholfreien Sekt ein und habe das Gefühl auch dadurch beruhigt sich mein Nervensystem, vllt durch den Placebo Effekt, eben weil es so schmeckt und dasselbe Ritual bedient.

    So hatte ich mehrfach wochenlang aufgehört aber eben nicht ganz, es kam immer wieder der Punkt wo ich auf alkoholisch umgestiegen bin, da ich an meinem Verhalten ja nichts geändert habe. Das mit dem Placeboeffekt ist sehr trügerisch, da es eigentlich keiner ist, sondern Du nur in alten Gewohnheiten weiter machst ohne etwas zu ändern oder auffallen zu wollen. Ich trinke hin und wieder auch mal ein alkoholfreies Bier weil es mir einfach schmeckt aber nur sehr selten und nicht um alte Gewohnheiten zu ersetzen.

    und alles andere, das man so in seinem Notkoffer hat, mich einfach nicht herunterfahren lässt.

    Den Notfallkoffer zu füllen dauert seine Zeit, ich habe auch noch nicht das perfekte Setting für mich gefunden, gibt ein paar Dinge die mir helfen und sehr viele,die für mich selbst, ohne Wirkung sind. Bei unmittelbarem Verlangen nehme ich meistens etwas süsses oder scharfes oder eben auch mal ne Flasche Mineralwasser mit viel Kohlensäure die ich sehr schnell trinke. Runterfahren ist am Anfang so eine Sache, geht bei mir auch nicht so richtig, meistens Lese ich dann oder höre laute Musik über Kopfhörer, gehe spazieren oder trainieren, einfach irgendwie beschäftigen mit etwas das Spaß macht.

    Findet ihr es also eher gefährlich/schlecht, an den „Trinkgewohnheiten“ festzuhalten, wenn man sie mit alkoholisch-konditionierten Getränken ohne Alkohol ersetzt, wenn das hilft abstinent zu bleiben?

    Du schreibst das schon richtig "Trinkgewohnheiten" es ist eine antrainierte Verhaltensweise, wenn Du diese nicht änderst ändert sich auch sonst nichts...

    Schön länger nichts mehr geschrieben, mal ein kurzer Bericht was sich so getan hat.

    Habe mich jetzt einigermaßen daran gewöhnt nein zu sagen, nein zu Alkohol und auch nein zu anderen Dingen die mir davor einfach egal waren oder ich einfach gemacht habe damit ich meine Ruhe habe.

    Ich spiele wieder am PC nur viel weniger als vorher, bin viel draußen und seit Sonntag darf mein Hobby wieder auf die Straße, neue Hobbys hab ich noch nicht wirklich gefunden, war mal im Fitnesscenter hab dann aber nach ein paar Tagen festgestellt daheim für mich alleine ist es mir lieber und bin ja auch nicht ganz schlecht ausgestattet, da bleibe ich doch lieber bei den alten Gewohnheiten.

    Familientechnisch sind die Grenzen jetzt klar abgesteckt und ich habe, wenn ich ihn brauche, meinen Ruheraum.

    An den Wochenenden bin ich meistens daheim oder mache mal einen Tagesausflug ohne den gewohnten Abschluss in irgen einer Kneipe. Familientreffen waren zwischenzeitlich auch zwei, die Leute waren über mein nein zum Alkohol verwundert, haben aber sehr positiv reagiert, wusste nicht, dass soviele von der Familie wussten, dass ich ein Problem mit Alkohol habe.

    Alles in allem bin ich zufrieden, hin und wieder triggert es mich mal, hauptsächlich wenn ich gestresst bin oder wütend aber meistens Krieg ich das schnell in den Griff (Immer noch Gummibärchen und scharfe Bonbons)