Beiträge von Angler

    Danke. Es gibt kaum noch Tage, andere ich so bewusst mir das vorhole. Ist zu lange schon her. Die Tage sind für mich alle normal geworden, ein Trott. Seitdem ich gelernt habe auf meine Gefühle zu achten und damit auch umzugehen, ist weiterhin immer noch kein Verlangen da. Also dieses „aaaaeg, ich brauch erst mal ein Bier-Gefühl“

    Ich halte es echt einfach aus, es passiert ja nichts. Schon komisch, dass man früher immer dann, kurz bevor es eh vorbei ist, nicht mehr konnte, oder was „wollte“. Also sich förmlich dazu zwang, es doch zu machen obwohl gar keine Lust da war.

    Mit dem Drang der Gefühle ist gemeint, dass bei einem bestimmten Bauchgefühl es so heftig war, eine innere Unruhe, dass ich was getrunken habe.

    Ich musste raus aus der Situation um eine Erleichterung zu bekommen. Das waren heftige Streits, unausgesprochen und allen gelassen sein.


    Diese Gefühle kommen jetzt auch, es fühlt sich genauso an, Aber ich habe kein Verlangen nach Bier. Daher ist das Filtern nicht möglich. Es knallt auf mich ein und ich bekomme es nicht weg. Am liebsten würde ich ganz weit wegrennen und die Gedanken da lassen.

    Wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich eine jungen Mann der sehr müde aussieht. Nein, ich kann mir nicht verzeihen, nicht Vergessen. Egal ob es nun ein 1/4 Jahr ist oder ein ganzes Jahr. Dieser aktuelle Zustand ist ja mein Normalzustand, nicht das andere, wie ich mich gegeben habe. Und das es so war, das ist eben etwas was mich trifft, egal warum und ob es eine Krankheit ist. Ich hab mich selbst enttäuscht.
    Und wenn ich in die Augen sehe kommt alles, aber nicht Bier. Nicht bei dieser Person.

    Ich fechte seit Monaten was mit mir aus, aber nicht was die Abstinenz betrifft. Für mich war beim letzten Schluck klar, dass dieses Kapitel keine Zukunft mehr hat. Seitdem kann ich es nicht mehr nachvollziehen, was da alles mit mir passiert ist, dass es dazu kam. Der Kopf ist einfach Matsche. Es ist auch so, dass die Nerven unter Dauerbelastung sind, da ist gar keine „Freude“ da, dass es so gut läuft. Wie gesagt, es ist für mich nichts besonderes mehr, wieder zurück zu mir zu kommen. Wahrscheinlich belastet mich das deswegen so sehr.

    Moin. Heute in drei Wochen lebe ich endlich in meiner eigenen Wohnung. Es ist Wahnsinn, wie die Zeit rennt. Gedanklich bin ich noch im Januar. Es ist unwirklich, ich habe viele Gefühle verloren.

    Meine Trauerbewältigung hält noch an. Manche Tage überstehe ich, an einigen ist es ganz heftig.

    Die vorrübergende Unterbringung bei meinen Eltern ist heftig. Wir stoßen mittlerweile an Grenzen, die nicht mehr einfach so sind.

    Oft rast mein Herz, dann meine Probleme, Job, mein Kind auch noch dabei. Die Nerven sind einfach fertig. Das ist eine Höchstbelastung.
    Ablenkung funktioniert kaum, ich habe nach kurzer Zeit keine Lust mehr, verfangenmixh in Gedanke und Schuld mit Scham, mit Ängsten und emotionaler Leere.

    Es kommt immer häufiger vor, dass ich diese Enge spüre, wie ein Druck der mir die Kehle zuschnürt. Ich kenne dieses Gefühl mehr als gut. Das ist das Gefühl raus zu müssen, an den Waldrand und Bier trinken, bis das Leben wieder schön ist.

    Die Gefühle sind alle ungefiltert, was nicht da ist, ist der Drang auf Bier.

    Mein Kumpel hat am Freitag zum Eishockey mitgenommen. Da waren wir früher immer. Sowohl mit Bier als auch ohne. War lieb gemeint, bisschen Ablenkung. Aber der Kopf will einfach ich Freude empfinden. Neben mir der hat einfach nur nach Bier gestunken. Ich konnte den Geruch bei anderen noch nie ab. Ich weiß, was meine Ex ertragen musste und noch lächerlicher, alsob ein Fisherman dagegen hilft. Das hat mich noch mehr getroffen. Diese Scham und die Erkenntnis, was ich gemacht habe.

    Der Blick in den Spiegel zeigt mir, dass ich gesundheitlich auf dem richtigen Weg bin, ich erkenne mich nicht mehr wieder. Auch der Blutdruck dürfte wieder normal sein, die roten Wangen bei Stress und Anstrengung treten nicht mehr auf. Langsam bekommt es mehr Struktur, liegt aber auch am Sport.

    Die Therapie tut gut, aber ich finde es auch sehr kräftezehrend. Man kommt sich wie ein kranker Psycho mit ganz vielen Problemen vor, während alle um einen rum locker drauf sind.

    Eigentlich bin ich auf einem guten Weg. Ich trinke nicht weil es normal ist und ich gar keine Grund empfinde es zu ändern. Ich reflektiere mich und finde hoffentlich irgendwann zu mir. Ich mache Sport und baue mir eigene feste Strukturen auf, die unabhängig von Personen sind.

    Alles soweit gut und normal.

    Nur immer wieder kommen diese Panikattacke hoch: wenn du nicht getrunken hättest, dann wäre alles gut gegangen, dann wärst du nicht da, wo du bist.

    Meine Psychologin sehe ich manchmal als kritisch an. Vor meiner Beziehung war ich stabil, ausgeglichen und nüchtern. Weder anfällig noch sonstwas

    Und trotzdem kippte etwas in mir, was zu all dem geführt hat. Sie argumentiert, dass das Problem nicht der Alkohol war, sondern Beziehungsstrulturen. Ich hätte auch was anderes machen können, die Probleme waren da. Bier war ein erlerntes Heilmittel dagegen. Weil ich ab der Trennung es nicht mehr ändern konnte, war diese Art von Lösung keine Option mehr, dadurch war das Verlangen weg, weil es nichts mehr brachte.

    Jetzt kommt stundenlanges mit Selbstliebe, innere Stabilität, Grenzen usw

    Aber es ergibt für mich keine richtige Lösung, weil normale instabile Menschen ja auch nicht immer zum Alkohol greifen

    Mir ist schon klar, dass es weit verbreitet ist, dass es zur Bewältigung von Problemen genutzt wird. Mir macht es eher Sorgen, mit welcher „Logik“ ich nach Jahren danach es wieder genommen habe um es dann wieder abzustellen, als für mich alles kaputt war.

    Und bis heute finde ich nicht zu mir und meinem Seelenfrieden und habe ehrlich gesagt Angst, dass es wieder Jahre gut geht und irgendwann es wieder kippt. Also was aktuell für mich unvorstellbar ist, aufeinmal wieder da ist, weil ich keine Ausweg aus meinen Gefühlen finde.

    Seitdem ich nichts mehr trinke, kann ich nicht mehr weinen. Das Bier war oft mein Mittel um für mich im ruhigen am Wald richtig loszu heulen, den ganzen Druck abzulassen. Ich kenne danach das Gefühl auch, wenn wie ein großer Klotz weg ist. Aufgestauter Balast. Und trotz Therapie, Reden, Sport empfinde ich trotzdem eine seelische Unzufriedenheit.

    Hallo,


    so in etwa finde ich mich in deiner Geschichte wieder, weil ich selbst seit 4 Monaten da durchgehe.

    Man könnte jetzt sagen, lernen durch Schmerzen aber eines ist leider wahr: es gibt selten Wege zurück und noch weniger sind sie erfolgreich, wenn man es für andere macht, als für sich. Weil dann wird der ganze "Erfolg" immer von außen sein.

    Meiner Ex war es am Ende auch zu viel, nicht mehr tragbar. Ich war vorher öfters zur Beratung und sie sah mein Bemühen. Da war immer Hoffnung.

    Den Schlüssel habe ich jedoch erst mit psychologische Unterstützung gefunden. Und ja, ich gehe seit der Trennung durch die Hölle mit den größten innerlichen Konflikten die man sich vorstellen kann. Da waren die Momente des Trinkens ein Witz gegen, um diese Gefühle zu überdecken. Das krasse jedoch ist, dass ich gemerkt habe, dass mir der Alkohol nicht dabei hilft. Das eine innere Stabilität ihn um Welten schlagen kann. Das ermöglicht es mir auch in dieser kurzen Zeit von nur wenigen Monaten ohne Rückfall, Verlangen und "jetzt ist eh egal" damit umzugehen.

    Die Suchtberatung hilft bei der Abstinenz, die Nachsorge mit dem Umgang im Alltag und Lebensphasen.

    Die Psychologin nach dem Warum. Ich weiß, dass wird hier zum Teil kritisch gesehen, mir hat aber erst diese Person die Augen geöffnet und den Blick dahin verschoben, wo ICH mein inneres Gleichgewicht verloren habe. Und erst als ich das erkannt habe.. es war nicht sofort gerade gerückt.. war diese riesen Wolke auf einmal ganz klein. Was das aber ist, ist von Person zu Person unterschiedlich. Mir hat es jedenfalls geholfen.


    Wie sich das auf das restliche Leben auswirkt, sag ich dir kurz vor meinem Tod ;) entscheidend, und das ist das einzige was für MICH zählt, dass jeder Tag seitdem erfolgreich war. Nicht ein einziges Mal kam die Versuchung.

    Und ja, ich denke auch immer dran: wenn sie mich jetzt sehen könnte, mein wahres Ich, wie wir uns kennenlernten, dann sieht sie mich wieder anders. Alkohol hinteerlässt jedoch Spuren und wenn es einmal zu spät ist, dann wird das Vertrauen für immer kaputt sein. Es kann 1 Jahr gut gehen, 2 oder 10 aber der Druck wird auf beiden Seiten immer indirekt da sein. Der Vertrauensbruch wiegt schwerer als das Trinken an sich selbst.


    Ich wünsche dir jetzt aber erstmal ganz viel Kraft und auch wenn es nicht sofort ankommt:

    Du kommst nackig allein auf die Welt, du geht's auch allein wieder. Was dazwischen ist, kannst du entscheiden. Manches mehr und manches weniger. Aber lerne dich zu schätzen und wenigstens ein bisschen mehr zu lieben als einen anderen Menschen. Lass dir dein Leben nicht wegen einer Substanz kaputt machen. Du hast jeden Tag die unglaubliche Chance es zu ändern. Nicht nur heute oder morgen, jeden Tag in deinem Leben! Und das kannst nur allein du bestimmen. Das ist eine unglaubliche Macht, die dir keiner nehmen kann.

    Ich habe in Gesellschaft nie getrunken und wenn immer nur ein oder zwei Bier, weil ich nachts noch heimgefahren bin.


    Mein Alkoholkonsum war stets allein, stets ungeplant. Ein Tag der gut war konnte durch Streit, Druck, innere Leere kippen. Dann wollte ich für mich allein sein, ging weg und habe in Ruhe getrunken um mich runterzufahren. Es war stets ein erlerntes Mittel was schnell wirkte und den Puls senkte.

    In Gesellschaft waren diese Spannungen nicht da.

    Auch nicht wenn ich heim ging, dass ich dann alles "nachholte" weil ich ja den Schein wahren wollte. Ne, ich wollte wirklich kein Bier trinken.

    Und das war ja auch nicht jeden Tag. Das waren immer so Spitzenzeiten.

    Die therapeutin meinte ja, ich hätte noch Jahre zur Beratung gehen können. Das Ziel ist dort eine Abstinenz zu erreichen, da geht es nicht um das Warum.

    Das kam alles erst später und auf die Frage: " wenn sie in dem Augenblick nicht getrunken hätten, was wäre anders gewesen? Was hätten Sie verändert? Genau, nichts. Weil es nicht in Ihrer Hand lag. Sie konnten nichts damit bewirken."

    Das hat mir viel gesagt, dass ich gar kein Hilfsmittel haben muss, weil es ja eh nichts ändert, außer nur neue Probleme schafft. Eigenschutz und innere Stabilität waren nicht vorhanden. Das lerne ich alles Schritt für Schritt aufzubauen.

    Von daher ist mir bei Bekannten, Freunde usw. echt egal, ob die was trinken, da ich ganz anders an die Dinge herangehen muss. Und das sind Prozesse die sehr langwierig sind aber der einzige Weg für ein stabiles Leben aus dem Innen heraus. Dass ich mich auf mich verlassen kann, unabhängig was um mich herum geschieht

    Ich habe mein Leben lang nie beigebracht bekommen mit negativen Gefühlen umzugehen..mit Druck, mit Enttäuschungen, mit falscher Hoffnung und mit Langerweile. vorallem aber wurde mir immer Verantwortung abgenommen. Mit dem Start ins Erwachsenwerden, mit Partnerschaften kamen aber all diese Sachen. Ein Aushalten, einen Umgang auch wenn es Konsequenzen hat wurde immer umgangen. Wurde es innerlich so angespannt: Bier zur Beruhigung.

    Das waren erlernte Muster.

    Fehler bei sich suchen? Ganz schwierig. Die anderen haben ja auch... Also verdrängen und beim nächsten Mal wird es anders.

    Lief es gut, brauchte ich die Muster ja nicht abrufen.

    Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mal den Finger in die eigene Wunde gesteckt bekommen. Und das tut weh. Das tut richtig weh. Vorallem was die Wahrheit betrifft. Und wieso? Weil damit ich die Möglichkeiten habe es anders zu machen. Nicht richtig oder falsch sondern eine eigene Stabilität aufbauen die von innen kommt. Nicht von außen, wie es immer bei mir war. Und wenn das Außen wegbricht oder wackelt, schwanke ich noch mehr.

    Täglich hinterfrage ich mich, analysiere mich und mein Verhalten. Ja es ist mehr als schmerzhaft sich eigene Fehler einzugestehen, für die man selber verantwortlich ist. Und jedesmal stelle ich fest, dass ich dazu aber keinen Alkohol brauche. Nicht weil ich dran denke, sondern weil ich nicht dran denke.

    Die Probleme sind weder ertragbarer, was in der Vergangenheit war, noch bietet es mir eine Zukunft. Natürlich spreche ich aus meiner heutigen Sicht, mit meinen jetzigen Gefühlen. Und die werfen auf das Thema einen ganz großen Schatten, den ich Stand heute absolut nicht mehr greifen kann. Es kommt kein Bedürfnis des nebligen Daseins mehr hoch. Kein Gefühl vor etwas zu fliehen, nur für den Augenblick.

    Noch nie war ich so nah bei mir und trotzdem so weit weg, wer ich eigentlich bin.

    Hallo, ich melde mich mal wieder. Aktuell läuft mein Leben so vor sich hin.

    Gesundheitlich ist es gut, innerlich sehr angespannt. Das reden tut zwar gut, aber ich habe das Gefühl, ich drehe mich im Kreis und komme aus dem Dunklen nicht raus.

    Mit der Therapie geht es ganz ok. Das Thema Alkohol, weshalb ich hin ging, ist Recht wenig geworden.

    Seit dem letzten Bier sind es bald 100 Tage. Es kommt mir aber nicht so vor. Es ist eher so, alswenn es nie existiert hätte. Ich war jetzt viel bei Freunden und zum Grillen, wo die mächtig Bechern. Gedanklich bin ich oft woanders. Beim abräumen und auflesen der Kronkorken denke ich eher mal bewusst dran, dass es ja Bier war. Und das alles klebt.

    Gibt es sowas, dass durch "Schockmomente" ein früheres Verlangen oder eine Abhängigkeit sich umkehrt?

    Ich meine jetzt nicht durch bewussten Verzicht oder so, dass man weiß was es bewirkt, sondern sowas wie einen kompletten Reset und Ablehnung? Ich rede nicht von wieder normal trinken oder probieren, nein. Sondern dass das Verlangen oder die Gedanken völlig absurd vorkommen? Also vergleichbar mit: da liegt ne Nadel und Heroin aber man käme nie auf die Idee das zu machen.

    Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Also alswenn man nie getrunken hat und es auch nie machen will und würde.


    So in etwa fühle ich mich und kann daher heute mein Verlangen oder wie man das beschreibt nicht zuordnen. Alswenn ich ein fremder Mensch gewesen wäre.

    Vielen Dank! Es ist schon krass, wenn man so tief in sein inneres geht und alles rausholt. Ich muss auch sagen, es tut weh. Nicht wegen Erfahrungen sondern darin, dass man eigene "Fehler" und Verhaltensweise analysiert.

    Letztendlich ist es aber alles, was man selbst in der Hand hat. Ich fange an Dinge ganz anders zu betrachten, von außen mal auf mich.

    Auch was den Alkohol betrifft, der immer wieder vorkommt. Man nimmt ihm richtig sie Macht wenn man erkennt, dass all das in einem steckt, was man versucht hat damit rauszuholen.

    Es ist eigentlich schade, dass ich erst 40 Jahre alt werden musste um meine wahren Probleme zu erkennen. Da hätte ich noch 5 Selbsthilfegruppen und Rehas besuchen können, wäre immer in das gleiche Muster gerutscht.


    LG

    Vielen Dank für die ganzen Antworten. Ich mache hier jetzt erstmal Pause. Es belastet mich tatsächlich sehr stark. Ich hatte so ein wenig gehofft: das ist der Hebel, das musst du machen, dann ist alles gut.


    Nach meinen therapeutischen Sitzungen heute Morgen ist das Problem nicht eins, sondern viel tief Sitzendere.

    Da bin ich hier etwas falsch, das wird keinen Erfolg bringen, weil das Pferd von hinten auf gezäumt wird. Ich will auch keinem damit die Energie rauben.


    Es sind seit Jahren depressive Gedanken, innere Rastlosigkeit und Unzufriedenheit. Funktionieren ohne Lebensfreude.

    Deswegen klammer ich mich an Beziehungen, weil sie kurzfristig diese Leere füllen. An Aktivitäten, die aber keine Freude bereiten. Kommt die Routine rein, verschwindet wieder die Befriedigung und es entsteht Leere. Obwohl alles gut ist. Wenn dazu aber auch noch Probleme kommen, dann wird es richtig kritisch. Und dieses Muster kommt immer vor, und immer dann mit Alkohol gedämpft, dass das Gefühl wieder kommt.. diese Anspannung und seelische Leere verschwindet.

    Aus diesem Grund gibt es Phasen inden ich kein Verlangen habe oder auch nicht dran denke, weil ich Befriedigt bin. Ich suche stets aber das Glück, Freude im Außen, weil ich von innen nicht aufbauen kann. Das ist jedoch schon seit meiner Kindheit so, nicht erst seit den letzten Jahren.

    Es ist jedoch auch entscheidend, dass ich für mein Leben Alkohol umgehen sollte, weil der das ganze verstärkt. Genauso ist es, dass ich kein Online Shopping machen sollte, wenn es mir nicht gut geht, um Glücksgefühle zu bekommen, die nur kurzfristig wirken. Deswegen helfen die Antidepressiva auch nicht, weil sie das Innere nicht heilen können. Ich falle immer wieder in das alte Muster zurück.

    Obwohl ich jetzt nicht trinken, sehr gut finanziell aufgestellt bin, gute Freunde habe, eine neue Lebensperspektive ist es in mir so, alswenn ich bald sterbe.

    Die Reise wird jetzt über eine Langzeittherapeuthische Maßnahme gehen.


    Der Ort hier ist jedoch nicht die richtige Anlaufstelle. Deswegen kann ich mich nur für die Unterstützung von allen bedanken, melde mich vielleicht mal, wenn mir danach ist... Aber ich muss den Fokus jetzt auf mein inneres richten, weg von dem Gedanken, es ist nur der Alkohol und dann wird alles wieder gut.

    Da habe ich mal sehr interessante Berichte zu gesehen. Das war nämlich nicht immer so.

    Am Anfang hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts kaum einer Zigaretten geraucht. Edward Bernays gilt da als Urvater. Er vermarktet das so, dass in den Köpfen es für besonders galt, zu rauchen. Männlich, stark, entspannend usw. Er wurde damals von der Tabakindustrie angeheuert.


    Die selbe Strategie wurde mit Alkohol gemacht. Jeder kennt das Becks-Schiff von Freiheit und Abenteuer. Der harte Kommissar, der im Dienst schon das Dosenbier wegknallt und mega erfolgreich ist.


    Das ist alles ein Bild, was der Wahrheit in keinster Weise entspricht, sondern eine reine Gehirnwäsche ist. Diese Bilder werden aber über Generationen weitergegeben weil es in den Köpfen so verankert ist.

    Das ist ganz schwer zu erkennen, weil man ja eher der Verzichtet auf das ist, statt die Freiheit zu wollen.

    Der Wandel kommt langsam, ist aber noch recht rückständig. Wenn man in den 80er Jahren Serien schaut, rauchten die im Krankenhaus und es standen die Cognac Flaschen bei Prof. Brinkmann im Arztzimmer.

    1975 erkannte man jedoch die Probleme des Rauchens wo Zigarettenwerbung zum Teil verboten wurde. Da die Alkohollobby hier stark ist und unter dem Deckmantel Kultur das tarnt, geht man das nicht an. Da sind die Amerikaner weiter.


    Du kämpfst also nicht nur für ein besseres Leben, du kämpfst auch gegen ein Bild, was dir immer eingetrichtert wurde und nie in Frage gestellt wurde.

    Hallo

    Vielleicht ist es doch die Sucht, oder das suchtgedächtnis, das dich solange durch das Gedankenkarussel jagt, soweit bis du nicht mehr weiter weißt, erschöpft bist von den vielen Gedanken und "hätte,wäre wenns"

    Und dann die Flasche hinstellt, auch wenn du weißt das es nicht guttut, dich ekelt oder abstößt,und ein scheißegal Gefühl aufkommt, oder Zweifel, das du doch alles steuern kannst.

    Also ich kann gerade mir alles vorstellen aber das ist das allerletzte, was ich im Moment machen würde oder woran ich denke.

    Es kann gerade alles um mich rum geschehen, aber jetzt Bier trinken wäre die reinste Folter. Das ist sogar noch schmerzhafter als der Liebeskummer. Lieber würde ich den ertragen statt was trinken "zu müssen".

    Wie würde es bei dir aussehen, wenn du die Beziehungsgeschichte komplett ausblendest und nur diese eine Frage beantwortest?

    Wenn ich als Basis nehme, ich bin glücklich mit mir oder auch glücklich mit der Partnerin. Es gibt keine Sorgen.

    Nein, da käme kein Alkohol ins Spiel. Weder gedanklich noch vom wollen. Selbst wenn ich es DÜRFTE, also was trinken ohne mehr zu wollen oder so, würde ich nicht trinken wollen. Das liegt nicht daran, dass ich es jetzt alles anders sehe, sondern wirklich kein Verlangen hätte. Das hat sich in meinem Leben nie geändert, bis heute. Ein Verlangen danach war es nie, eher ein Zwingen für das Gefühl der Leichtigkeit und Vergessen.

    In guten Zeiten war das duselige Gefühl nicht gewollt. Aktuell fühlt es sich auch genauso an, wie ich mein Leben ohne kenne. Ich muss mich nicht zwingen oder ablenken. Es ist nicht vorhanden, eher unvorstellbar.

    Und nein, das ist nicht nur gesagt um es schön zu reden, dann würde ich mich ja selbst belügen. Ich bin ja hier weil ich mich damit auseinander setzen will.

    Zu trinken. Ich war aus der Wohnung geflogen, es war aus. Zum einen gab es kein Zurück, egal was ich mache, zum anderen wusste ich, dass ich jetzt nur für mich bin.

    Das was alles verursacht hat, hätte die nächsten Probleme gebracht. Vielleicht wärs der Führerschein gewesen.

    Es ergab ja keinen Sinn mehr. In de Beziehung wäre es irgendwann wieder besser geworden, irgendwann wieder Harmonie. Also temporär die Zeit weg trinken bzw. Die Spannungsspitzen zur Beruhigung.

    Ich hänge halt fest. Wenn dich deine Partnerin rausschmeißt, weil du immer trinkst. Man vergisst gerne die Abende, wo die Tränen flossen weil mein altes Leben weg war und die Einsamkeit da.


    Heute bin ich auf einem Flohmarkt, nachher zum Sport. Ich habe zwei Hosengrößen weniger und fühle mich fit. Der Bauch ist flach, die Arme werden dicker. Ich käme gar nicht auf die Idee oder Lust jetzt Bier zu trinken. Eben bei der Bratwurst gab's Cola. Kam sofort Erinnerung an meine Kindheit hoch, wie geil das schmeckte. Ich hab nicht mal gemerkt, dass die gar kein Bier verkauft haben. Ja ich genieße es zum Teil, vorallem dass ich mich nicht zu Grunde gerichtet habe und es mir wieder besser geht. Dass ich es gleich gelassen habe und nicht den Kummer ertränkt habe. Das kam für mich gar nicht in frage

    Also ich werde gerade nicht schlau aus dir, vorher hast du das geschrieben

    Das erste war meine Frau damals. Da habe ich mir noch nicht viel bei gedacht. War Anfang oder Mitte 20, es war sowas wie Wochenende. In den Jahren danach war eh keine Alkohol im Spiel. Oder nicht wirklich nennenswert. Wir wurden Eltern, haben viel mit Freunden und den kleinen gemacht, da hatte man andere Sachen im Kopf. Da gab's auch kein Partyleben mehr und Bier hatten wir eh kaum daheim. Wenn man ne Flasche Sekt wenn Besuch kam. Aber der Kasten stand nie bei uns daheim rum.


    Das andere und zu letzt, ist meine letzte Partnerschaft.

    Durch meine Krebserkrankung und erstmals bewusst entschieden, dass ich gänzlich auf Alkohol verzichten möchte, weil ich nicht mehr rankam, lernte ich sie damals kennen. Da war ich 1,5 Jahre ohne Rückfall oder sonstiges. Nach einem Jahr Beziehung, also gute 2,5 Jahre habe ich wieder angefangen mir Bier bewusst zu kaufen.

    Ich will da jetzt auch gar nicht mehr alles breiteten, das geht in eine sehr psychologische Richtung die ich derzeit aufarbeite. Manche machen das, andere sagen ich bin Süchtig und das weiß ich. Für mich ist aber wichtig Muster zu erkennen. Weil man wirft nicht einfach ein glückliches Leben nach einer langen Pause so weg. Ich kann jetzt 5 Jahre trocken und Single sein, im 6. Jahr fange ich wieder an weil sich das Spiel wiederholt und ich nicht merke woran? Das ist für mich .ist das gefährlichste überhaupt. Es ist nicht das es die Verfügbarkeit ist, dass in Gruppen getrunken wird usw. Es sind bestimmte Ereignisse, Phasen was auch immer, die ausschließlich in Beziehungen vorkommen. Meine Psychologin hat es Recht einfach runtergebrochen, was mir aber im Umgang und jetzt sowieso wenig hilft. Das ist immer die Sichtweise hinterher auf Dinge die passiert sind, ich sie aber in dem Moment gar nicht wahrnehme.

    Angler, du schreibst, dass du Alkoholiker bist.

    Deshalb eine konkrete Frage. Ab welchem Punkt würdest du sagen, ist aus deinem Konsum eine Sucht geworden? Und woran machst du fest, dass es heute keine Rolle mehr spielt?

    Ganz einfach: manche Leute trinken ein Bier und das wars. Manche trinken im Gespräch, das Bier wird nach einer Stunde schaal und sie geben das halb volle Glas zurück.

    Wenn ich nach langer Zeit wieder Bier getrunken habe, merkte ich sofort die Wirkung und mir wurde schlecht. Ich war auch über mich enttäuscht, weil ich es ja nicht mehr wollte und die Wirkung mich an böse Zeiten erinnerte. Der Schock war so groß, dass ich Angst bekam und es ganz schnell weggemacht habe. Aus Respekt und Folgen.


    Das ich merkte, dass da was nicht stimmt war, als ich mir bewusst was gekauft habe, mehrere Dosen, um in einer ruhigen Phase mich runter zu fahren. Also z.b..bin ich in den Wald gefahren, hab mich auf einen Hochsitz gesetzt oder auf eine Wiese. Dann hab ich getrunken und es kam eine Ruhe rein. Die innere Anspannung war weg. Ich dachte mir: die Probleme und die Menschen (die Frau) sind es nicht wert, lass dich nicht so fertig machen. Du hattest ohne sie auch ein tolles leben.

    Wenn es dann Monate später wieder heftig wurde sagte ich mir: du kannst mich mal, jetzt mache ich es eben, ich halte das nicht aus.

    Es kam irgendwann natürlich raus, das führte zu richtigen Spannungen. Ich fühlte mich in die Ecke gedrängt, war wie in einem golden Käfig. Zum einen wollte ich niemandem weh tun, zum anderen auch keinen Alkohol trinken. Also suchte ich Beratungen auf und sprach alles durch. Kennt jeder, was den Umgang, Gehirn, Trigger usw macht. Oft kam ich gestärkt da raus, ich wollte es ja nicht. Partnerin war stolz, Harmonie. Alles gut. Ich dachte mir: geht doch, wenn alles läuft. Nur Beziehungen sind nicht immer harmonisch, gerade nicht, wenn man einen sehr dominanten uns Selbstbewussten Part neben sich hat, dem man sich über Jahre gebeugt hat. Die Energie war irgendwann raus, ich habe meine weniger freie Zeit einfach für mich "genossen" kein Streit, keine Kontrolle. Verlustängste runtergekippt. An mein altes Leben gedacht, wo ich frei war, ohne Angst vor Trennung, schlechter Laune, Fremdgehen von ihr.

    Da es ein rotes Tuch für sie war (sie selbst trinkt und kifft, aber sie hat es ja im Griff...) habe ich genau drauf geachtet, dass KEIN Leergut mehr zurückblieb. Ich habe es richtig akkurat entsorgt und immer drauf geachtet, dass ich nicht völligst betrunken war und was übersehen habe.

    Mir war klar, dass das nicht normal ist. Andere schaffen es ja auch und haben nicht die Probleme. Habe mich engsten Freunden und auch der Beraterin anvertraut. Wirklich die Karten auf den Tisch gelegt. Die haben alle gesagt: Lauf jung, geh weg, die Macht doch krank.

    Ich hielt fest und war in diesem Rad drin.

    Es endete 2025 im Krankenhaus. Letzte. Chance von ihr, ich zog es durch. Sie war so liebevoll, bemüht, es gab wieder nähe. Sie war mein Droge. 7 Wochen lang, bis zum Weihnachtsfest. Ich könnte nicht mehr, ich wollte sowas wie ein Ende ohne es wirklich zu wollen. Mein inneres war fertig. Und damit trank ich am Tag der Trennung richtig was.

    Ich hätte es lassen können. Ich hätte es retten können, ich hätte es mir beweisen können. Ich hätte ich hätte ich hätte.

    Ich habe es nicht. Meine Welt brach ein, meine ganze Hoffnung, meine Liebe. endgültig weg. Und in tiefster Trauer, tagelang nur in Embryoatellung erblickte ich mich und sah durch mich durch, dass ich die letzten Jahre nicht mehr ich war. Ich sah mich als Kind, als junger Mann und als lieber netter Kerl, der ich mal war. verändet durch einen Druck, dem ich in diesem aleben nie standgehalten habe weil mein inneres unruhig war. Es fehlte irgendwas, was nur Bier ruhig gestellt hat.

    Seit diesem Tag habe ich nicht mehr getrunken. diese Anspannung weg war. Sie kam auch nicht wieder. Es war Trauer und seelische Schmerzen, bis heute verfolgt mich alles, aber ich habe kein Gefühl von seelischer unzufriedenheit mehr verspürt. Es war mir egal wie andere mich bezeichneten, was sie von mir dachten. Der Gedanke du musst jetzt was trinken, dann hört das auf kam nicht mehr. Das Gefühl war ein völlig anderes.


    Vom kognitiven ist wie gesagt seitdem Alkohol mit Schmerz, Trauer, Wut und Hass verbunden. Selbst bei dem Wissen, dass meine Ex einen neuen hat kam alles hoch, aber nicht die Flasche. Zum ersten Mal überhaupt bin ich in meinem Leben durch Trauer, Wut und Verletztheit nüchtern gegangen.

    Hallo,

    als ich das Mädel damals kennenlernte war gar kein Gedanke an Alkohol. Ich wollte gut riechen, wir haben lange telefoniert, bis in die Nacht. Ich war immer fit und abends bin ich zu ihr gefahren, teilweise wieder heim. Da passte Alkohol überhaupt nicht rein. Nicht mal Gedacht mich zu schwächen. Ich war körperlich und geistig total fit. Energy Drinks, das war immer so ne Zeit ein Laster von mir, wenn ich kein Wasser mal sehen konnte. Dieser klare Kopf, den hab ich jetzt auch und im Dezember, wo ich wirklich so gehofft habe es wird alles gut, da war auch kein Bier mehr im Spiel.

    Nein, ich habe nie getrunken weil ich das Verlangen nach Alkohol hatte. Wenn ich was getrunken habe, habe ich auch teilweise das Bier weggekippt, weil es mich geeklelt hat und ich an meine Gesundheit gedacht habe. Natürlich war es nicht das erste Bier, aber ich habe nicht alles weggetrunken. Gut, kein Alkoholiker trinkt gern. Ich habe meine Wesensveränderung gemerkt und war immer froh, dass ich allein war bzw bis zum nächsten Tag wieder alles weg war.

    Moin,

    dass da was nicht stimmt, ist mir klar. Sonst hätte ich es ja nicht gemacht. Ich wollte ja nicht absichtlich sie Beziehung kaputt machen oder mir mein Leben verbauen.

    Klar gehört das zum Therapeuten und die hat ja auch gesagt, ich habe mich abhängig gemacht. Und wenn dann was war, was ich selbst nicht ändern konnte, also in dem Fall dann in der Rolle drin war, habe ich sie Flucht gesucht. Raus, Ruhe, Bier.

    Ist das weg oder es ist Harmonie pur, kein Bier, kein Bedürfnis. Damit habe ich aber meine eigene Verantwortung abgegeben. Das ist schleichend, das ist Entwicklung. Da kommen noch Faktoren wie Unzufriedenheit, mangelnde Selbstverwirklichung und kein Seelenfrieden dazu.

    Den hatte ich über Jahre und am Anfang der Beziehung, daher kam da nie Alkohol vor. Ich war auch nicht in einem Verzichtsmodus weil ich wusste, ich vertrage das eh nicht, noch nie tat es mir gut.

    Habe von Anfang an gesagt, ich trinke nichts mehr, habe damit aufgehört. Hat mich auch nie gejuckt, wenn wir auf Feiern waren. Ich war ja eh der Fahrer und immer froh, nicht die Schnapsleiche zu sein.

    Das war auch nie ein Gedanke: jetzt trinkst du mal ne Zeit lang nichts und dann darfst du wieder. War es nie, war keine auferlegte Pflicht. Als ich mit dem Rauchen aufhörte und so froh war, das nicht mehr zu wollen, habe ich ja auch nicht gedacht: och, demnächst darfst du mal wieder eine rauchen.

    Für mich war es irgendwann erschreckend, dass ich merkte, das bringt mich runter und ich brauche das, wenn es mir nicht gut geht, wenn keine Ablenkung mehr half, wenn ich immer Trennungsangst hatte. Das machte es natürlich noch schlimmer als besser.

    Wenn ich nicht trinken durfte, habe ich es auch nicht gemacht. Also damit meine ich Autofahren, Arbeit, Familientreffen usw.

    Es ist schwer anzunehmen, weil man immer einen Grund und eine Erklärung haben will, damit man es greifbar machen kann. Was wäre wenn das und das.

    Unterm Strich trifft mich die Trennung hart, aber das Hauptproblem lag in meinem Inneren, dass ich mich angepasst und aufgegeben habe. Und diese Leere wusste ich zu füllen.

    Es ist jetzt auch richtige Leere und die wird morgen noch sein und übermorgen usw. Aber ich kann sie nicht füllen, auch nicht mit Alkohol. Deswegen kommt kein Verlangen nach der Stille, weil die Stille im Inneren nicht kommen wird.

    Der Alkohol war ein Hebel in der Beziehung, für den dominanten Part von uns natürlich das Todesurteil. Er überdeckte aber nur mein inneres, nicht die wahren Probleme. Hätte ich nicht gesoffen, wäre es was anderes gewesen. Schwierig.

    Ich beschäftige mich viel damit, weil es für meine Zukunft wichtig ist. Und egal wo ich nun stehe oder so, es zeigt eins ganz klar: Alkohol und ich verträgt sich nicht. Er bringt nur noch mehr Probleme.


    Zum Thema Medikamente: Antidepressiva sind keine Happy-macher oder verändern das Wesen. Daher machen sie auch nicht abhängig und können ein Leben lang genommen werden. Sie reden Spitzen ab, die bei einer Instabilität zum Kollaps führen können, was tiefste Depressionen auslöst. Sie ändern weder die Einstellung zum Leben noch zum Alkohol.


    Ich selbst kann nur immer wieder sagen, dass ich jahrelang, auch zum Beziehungsanfang keinen Alkohol gebraucht habe, es sich entwickelte und ich jetzt wieder in meine alte Bahnen komme, an die ich mich mehr und mehr erinnere. Ich hoffe auch wieder innerlich meine Stabilität und Freude zu bekommen. Die hat mich immer geschützt, solange ich bei mir blieb.

    Selbstmitleid sehe ich etwas anders. Ich sehe mich nicht in der Opferrolle sondern ausschließlich als Verursacher, was natürlich auch zu einfach ist.

    Egal wie viel ich jetzt noch analysiere oder nicht:

    Ich brauche keinen Alkohol, ich mag keinen Alkohol, ich habe kein Verlangen auf Alkohol, ich hatte genug Alkohol, ich habe keinen guten Umgang mit Alkohol, ich kann sehr gut drauf verzichten. Das was nicht zu meinem Leben gehört ist daher Alkohol.

    Hello,


    Also ich gehe wieder zum Sport und treffe mich mit meinen Freunden. Ich habe Projekte zuende gestellt, die seit Jahren in der Ecke standen. Ich habe wieder angefangen zu malen, das beruhigt. Aktuell ist alles noch so in einer Warteschleife bis mein Umzug kommt.

    Ich gehe arbeiten und Abends fahre ich nach dem Sport runter..ich genieße es zu schlafen.


    Das ist so mein Alltag.


    Zum Alkohol. Ich habe nie gesoffen weil Bier da war. Ich habe auch nie getrunken weil ich konnte oder es mir erlaubt habe. Es ist immer in einem Zusammenhang mit innerer Leere gewesen, einer Art Unzufriedenheit. Diese Leere wurde jahrelang durch meine Partnerin gefüllt, bis irgendwas wieder fehlte.

    Heute weiß ich es, aber damals nicht: ich habe mich selber verloren und mein Leben auf sie fixiert. Damit war ich abhängig von allem was mit ihr in Zusammenhang steht.

    Davor hatte ich mein Leben und meine Tochter. Das war fast erfüllend und da gab es nie Alkohol.

    Das Leben was ich jetzt lebe kenne ich. Das nicht benebelt sein, körperlich stark. Ich habe mich betrunken auch nie leiden können. Das was ich jedoch noch nie so oft in meinem Leben hatte sind diese Gefühle. Ich habe mich bei Trennungen meist abgelenkt, war feiern oder sonstwas. Auf jeden Fall war immer Alkohol im Spiel. Bis zur nächsten Partnerschaft und dann hörte es wieder auf, ich war ja wieder Happy.

    Jetzt durchlaufe ich zum ersten Mal bewusst und nüchtern die ganze Realität, beschäftige mich viel mit mir, Suche nicht nach Schuld sondern Muster und Ursachen. Und das ist hart aber ehrlich. Und ich Stelle fest, es tut weh aber ich brauche dazu keinen Alkohol weil ich dann wieder was verdränge und in die gleiche Spirale wieder komme.

    Vielleicht bade ich darin aber genau das ist es, was mich gerade beschäftigt und ich es aufarbeite. Würde ich trinken, würde ich das nicht machen.

    Und genau aus diesem Grund habe ich auch in der Beziehung nach Jahren wieder angefangen zu trinken, diesmal aber richtig trinken, nicht nur zwei Bier oder so.

    Zum einen will ich das nicht nochmal erleben und zum anderen möchte ich Gefühle aushalten können und nicht Angst haben und es ertränken.

    Man sagt ja Sucht ist nicht heilbar, nur Stoppbar. Ich habe für mich festgestellt, dass man erstmal zu sich kommen muss und dann gar nicht die Probleme verdrängen/ ertrinken muss.

    Ich war immer nach außen ein sehr stabiler Mensch, der aber große Zweifel an sich selber hatte. Diese Zweifel sind angelernt und genauso habe ich mir angelernt es zu betäuben oder verschwinden zu lassen.

    Zum ersten Mal gehe ich diesen Weg bewusst mit offenen Augen und stelle fest, ich kann das. Ich brauche keine "Hilfe" dazu.

    Diese Stärke hätte ich mir in der Beziehung gewünscht. Und das frisst mich auf. jaa, ich bin ein wenig stolz auf mich. Aber es ist nicht richtig stolz, es ist mehr sowas wie eine Natürlichkeit die immer in mir war, nur viel zu lange absichtlich kaputt gemacht wurde, weil ich mir selbst nicht getraut habe.

    Auch wenn ich noch ein Wrack bin, glaube ich bin ich stärker als es wirkt. Näher bei mir als je zuvor in den ganzen Jahren.

    Meine Ex Frau sagte mal zu mir, sie sieht in mir den Mann, der ich mal war. Das war in meiner Zeit, als ich es eigentlich für mich längst abgelegt habe. Dieser Mann werde ich wieder sein. Ich will nicht, ich werde.