Beiträge von Angler

    Ich weiß ja, dafür, dass vor 5 Wochen alles zu Bruch ging, habe ich schon sehr viel erreicht:

    Kein Alkohol mehr

    Eigene Wohnung

    Finanziell wieder auf dem guten Weg

    Mit Sport wieder angefangen

    Umzug bzw. Auszug erledigt

    Therapeutin gefunden


    Die Zeichen stehen wirklich auf Zukunft und Bergauf. Auch gesundheitlich ist alles super. Meine Darmspiegelung war ohne Befund (hatte vor 4 Jahren Darmkrebs den ich überlebt habe)

    Sie Liebe zu einem Menschen stellt jedoch alles in den Schatten. War heute viel unterwegs, an alten Orten und hab ihr Auto gesehen.

    Selbst da nur leichter Puls, kein Craving. Nicht mal die Option für zu Hause.

    Ich schalte auch im Bruchteil einer Sekunde bei sowas auf Geiz, dass ich kein Geld für Gift mehr ausgeben werde.

    Ich sag ja, meine größte Baustelle kommt mir grad wie die Kleinste vor.

    Meine Hoffnung ist der Wendepunkt und dann habe ich wenigstens kein akutes Alkoholproblem, weil ich das genauso wie meine Seele von Grund auf aufgearbeitet habe.

    Aber dazu brauche ich einen Fachmann/Frau. Das geht nicht mit Austausch und Reden, oder von Freunden gut Zureden.

    Hey, also ich hab immer wieder im meinem Leben gedacht, schon wieder Bier.

    Partys, nach dem Sport mit den Jungs, am Wochenende beim Fußball usw.

    Dann der Feierabendschoppen.

    Im Urlaub mit der Familie dann gar nichts, weil wir waren wandern und da muss man ja fit sein. Da waren die Prioritäten immer andere.

    2022 hab ich allein gewohnt und ohne Meckern und Kontrolle ist das natürlich angenehm, aber kann gefährlich werden. Da bekam ich Angst, dass ich es irgendwann nicht mehr ohne kann und Leberzirrhose bekomme. Dann hab ich aufgehört. Ziel war nicht für immer, aber erstmal für ne Zeit. Und das war so toll, dass dann erst ein, dann zwei bis zu drei Jahren wurde. Ein Jahr davon war die Beziehung toll, dann kamen Einsamkeit, lange Weile, Liebesfrust usw. dass ich wieder anfing.

    Wie gesagt in guten Zeiten dann wieder nicht, weil war ja nix zum Kompensieren.

    Jetzt nach der Trennung und Ortswechsel kommt es für mich auch nicht in Frage weil ich wieder Sport machen, mein altes Ich zurück will und die Depressionen mich runterziehen. Da der Alkohol zwar kurz wirkt, am nächsten Tag wieder alles doppelt so schlimm ist, hab ich es einfach wieder gelassen.

    Da aber das Thema mit dem Bier immer wieder hochkam und es für sie auch der springende Punkt (für mich als Reaktion auf Verhaltensweisen und Einsamkeit) war, habe ich mir das schon zu Herzen genommen. Keiner will nen Besoffenen als Freund.

    Und ich mich selber ja auch nicht, weil ich mich dann selber eklig finde.


    Ich habe aber nie getrunken wenn ich was vorhatte, zur Arbeit musste, beruflich usw.

    Eigentlich war das Thema Alkohol eher in der Beziehung ein Thema, meist am Ende wenn irgendwas nicht passte. Für mich vorallem fehlende Körperliche Nähe und eher fehlende Wertschätzung als Mensch, so nach dem Motto: der ist ja eh da, egal was ich mache.

    Meine Frauen sind meist alle dominanter als ich gewesen. Das war auch gut, weil ich bei Entscheidungen nicht immer aus dem Bauch heraus entscheide.

    Vorallem auch kann ich nicht allein sein, also ohne Partnerin. Dann kommt Angst hoch, ich finde nie jemanden oder auch hat es nie so gefunkt. Und diese Abende allein mit dem Bier vor dem TV haben mich dann am Ende genervt, weil die Frau klingelt ja nicht an der Tür und angetrunken funktioniert eh nichts. Das hin und her überlegen, hast du heute schon was? War gestern was passiert? Usw hatte ich irgendwann auch satt. Seitdem haben der Scham und die Selbstzweifel schlagartig aufgehört.

    Es gab in der nüchternen Phase nicht einen Punkt, der negativ war. In Alkoholzeiten kaum ein positiver. Ich sehe es bis heute nicht als Verzicht, da ich keine 20 mehr bin und was verpassen würde. Für mich ist es eine Befreiung. Ich rauche auch seit 5 Jahren nicht mehr und Trauer dem ja auch nicht hinterher.

    Ich sehe meine Zukunft eher schwierig weil ich mich ja als Mann in einer Beziehung nicht wirklich umpole. Wenn ich wen liebe mache ich alles für sie. In dem Fall war der Ortswechsel und das Abschalter der eignen Interessen ein Problem.

    Uns ich kann beim Kennenlernen auch nicht erkennen, welchen Charakter die Person hat, das kam erst im Laufe der Zeit. Dachte das umgarnen, ständig Nachrichten und Aufmerksamkeit bleibt... Dass das über Tage dann einschläft und sie nicht mal an mich dachte, ich jede Sekunde, hat mich dann verletzt.

    Medizinisch bin ich Alkoholiker weil der Alkohol eine Bedeutung für gewisse Situationen ist/war, die Nichttrinker ja nicht zum Alkohol greifen lassen. Der Grad der Abhängigkeit und das Verlangen, das sehe ich tatsächlich als sehr schleierhaft. Ich habe nie des Trinken Willens getrunken, sondern nur in Situationen mit seelischer Angespanntheit und Traurigkeit.

    Auch als ich von ihrer Seite aus "durfte", habe ich es nicht gemacht und kein Verlangen gehabt.

    Ist die Welt in Ordnung, geht es mir gut. Aber wehe sie wackelt.

    Und gerade jetzt erlebe ich mit 40 Jahren die Hölle auf Erden. Da ich weiterhin nichts trinke muss es mir immer eine Warnung bleiben, dass es mit Alkohol nie besser wird und ich jetzt alles nüchtern verarbeiten muss.

    Psychologisch soll es mir für das weitere Leben Kraft, Wissen uns Selbstbewusstsein geben, wenn diese Phase überstanden ist. Dass ich eben nicht wieder Fehler mache sondern bewusster mich mit Situationen auseinandersetze.

    Ich sollte auch langsam mal lernen, mehr für mich zu leben, ein Gedanke der mit seit der Kindheit ausgetrichtert wurde.

    Stattdessen Sparsamkeit, für andere da sein, eigene Interessen hinten anstellen, immer freundlich und hilfsbereit.

    Leider ist das Leben anders. Ich werde zwar immer gemocht, habe aber nie gelernt eigene Gefühle und Interessen durchzusetzen.

    Immer nur für andere funktioniert.

    Guten Morgen,

    es läuft weiterhin gut und ich denke an alles, aber nicht an Alkohol. Es ist so wie früher. Ich beschäftige mich mit dem Alltag und wende da meine Energie auf.

    Allerdings zermürbe ich mich innerlich selbst.

    Ich sehe das Beziehungsende ausschließlich bei mir in der Schuld, weil Alkohol dazu geführt hat, dass es zu Ende ist.

    Die tollste Frau im Leben ist weg, meine Nähe und die Liebe zu ihr. Das bringt mich fast um. Die Nächte sind am schlimmsten.

    Meine Therapeutin meinte, Alkohol ist nur eine Reaktion auf die Beziehung gewesen, da es in mir viel Unsicherheit und Angst vor Verlusten gelindert hat. Mein abstinentes Leben davor zeigt, dass ich keinen Alkohol für Probleme brauchte, es im Beziehungsverlauf dazu kam. Fehlende Selbstachtung und Fixierung auf den Partner mit der Hoffnung auf Gegenliebe.

    Das wäre ungesund und letztendlich alles eine schwere Basis.

    Wie geht ihr mit so etwas um? Ich suche die Schuld allein bei mir. Ich hätte mir Hilfe suchen sollen, ich hätte es doch lassen können. Jetzt geht es ja auch. Bei dem Gedanken, das Bier hat es nur zerstört, könne ich nur schreien, so eine Wut habe ich. So gern würde ich sie Zeit zurückdrehen und schauen, ob es dann besser wäre.

    Leider bringt es mir nichts zu hören: lern drauß und mach es besser.

    Der Stellenwert und der Nutzen des Alkohol macht mir solche Sorgen. Wieso ich getrunken habe bzw wieso ich trank wenn ich mit den Gefühlen am Ende war. Ich blende die vielen negativen Ereignisse aus, sehe nur das positive. Wäre es besser geworden, wäre ich glücklicher oder hätte ich nüchtern selbst das Ende der Beziehung gesehen?

    Meine Baustellen sind derzeit viele auf einmal, dass meine Nerven total überfordert sind:

    Beziehungsende

    Alkoholverzicht

    Antidepressiva

    Therapie

    Sport als Ausgleich

    Keine eigene Wohnung

    Job der frustriert

    Antriebslosigkeit


    Es reden mir auch fast alle ein, dass ich ja vorher ein fröhlicher Mensch war und im Laufe der Zeit gebrochen wurde. Alkohol als Reaktionsmittel genutzt habe, weil es immer Phasenweise ist. Ich aber nie gegen sie angekommen wäre, mich mehr und mehr aufgegeben habe, verbogen und angepasst, bis es für sie langweilig wurde.

    Dieser Scham und Selbsthass sind aktuell wirklich sehr heftig. Weil ich die Verantwortung allein trage. Und trotzdem greife ich nicht wieder zum Alkohol, weil ich ihn wirklich nicht mehr brauche und möchte.

    Eine solche Erschöpfung und Lustlosigkeit auf das Leben hatte ich noch nie und es macht mich so traurig, obwohl ich derzeit alles gut steuern kann und es nur positives gibt.

    Ich gehe langsam offener mit meiner Situation um. Das Herz gehört noch immer der Person. Wahr haben will ich es leider wirklich noch nicht. Ihre Nähe fehlt mir.


    Dann denke ich aber daran, dass sie mich abends immer rausgeworfen hat, weil ich Schnarchen würde, obwohl ich noch wach war.

    Das ermutigt mich wieder in meinem Sport, noch mehr Gewicht zu verlieren, Muskeln aufzubauen und gesund zu leben.

    Mein Gesicht sieht mittlerweile wieder normaler aus, wenn es mir auch noch nicht gefälllt.

    Heute habe ich wieder eine Nachricht bekommen, die meinen Puls locker auf 160 gebracht hat. Ihr neuer Freund war da.... Ich bekomme die Infos, weil ich mit den Nachbarn bis heute ein total gutes Verhältnis habe.

    Und jetzt kam für mich was besonderes, was mich selbst erstaunt hat: ich dachte: ich muss sofort in den Sport, ab reagieren. Erst ca 1 min später kam der Gedanke: du willst ja gar kein Bier. Ich hatte sogar Durst aber wollte lieber ein Isostar. Beim Biergeschmack-Gedanke ekelte es mich.

    Auch wenn ich im Moment nichts trinke und auch kein Verlangen habe, war das ein wirklich besonderes Zeichen für mich. Es war nicht erzwungen oder Zurückhaltung. Es war gar nicht im Kopf sofort drin. Erst als ich mich mit meinem Problem beschäftigt habe, kam Alkohol in die Gedanken und auch nur, weil ich in solchen Phasen black Outs hatte und getrunken habe.

    Ich weiß gar nicht, welcher Tag heute ist, aber er ist wieder vorbei, ohne, dass ich irgendwie kämpfen müsste oder es mir schwer fiel.

    Eine riesen Last auf meinen Schultern ist weg.

    Es ist nicht der 1. Tag oder der 2. Es sind schon so viele und von Tag zu Tag wird es ja noch besser! Die Veränderungen kommen ja alle noch. Am meisten freue ich mich auf die Wesensveränderung, Dinge lockerer zu sehen, nicht als Hürde oder unbezwingbar. Mein Lachen kommt bald wieder. Und zwar das vom Herzen und nicht ein erzwungen es.

    Manchmal hab ich so ein Gefühl, alswenn meine Seele so langsam in die sterbliche Hülle zurückkehrt. Das ich langsam wieder spüre, wer ich eigentlich bin.

    Die Antidepressiva wirken wie Alkohol. Man wacht morgens auf, der Mund ist trocken, Kopfschmerzen, Müdigkeit und antriebslos. Am liebsten liegenbleiben.

    Da ich aber weiß, dass es nicht der Alkohol ist, spüre ich jetzt mit klarem Kopf, was der immer mit mir gemacht hat.

    Ich bin jetzt 40, ich habe meine Partys gefeiert, ich sehe darin keinen Verzicht oder Traurigkeit, weil andere es ja machen. Aktuell sehe ich nur Dankbarkeit, es nicht mehr zu müssen, dass ich mich nicht selber bestrafen muss.

    Die Gefühle sind natürlich durcheinander, damit umzugehen ist wichtig. Es gibt für mich nur zwei Wege: wieder trinken, jammern, alles zerstören und es wird schlechter, oder es sein lassen und alles wird anders (nicht unbedingt besser) aber es geht voran.


    Irgendwann will ich ja auch mal wieder wen Kennenlernen und zwar nicht, wenn ich gerade mal 3 Tage nichts getrunken habe.

    Mein Ziel für die nächsten Monate ist die Persönlichkeitswiederherstellung. Die hat ganz klar unter dem Alkohol gelitten. Egal ob täglich oder quartalsmäßig, ich merke es, dass ich mich verändert habe. Und dazu darf es nie wieder Alkohol geben.

    Ich melde mich nur ab und an, im Moment denke ich gar nicht an mein Problem.

    Die Woche war bisher sehr durchwachsen.

    Ich habe immer noch totale Verlustängste und trauer Uhr hinterher.

    Heute hat sie sich gemeldet, weil noch was zu regeln war. Sie hat meine Sprachnachricht, als ich angetrunken war allen Leuten gezeigt, ich wäre ein Psycho und würde keine Hilfe annehmen wollen. So eine schlechte Laune und Aggression ist schon heftig. Jedem dem ich das gezeigt habe hat mich unterstützt, dass es ohne sie besser ist. Und ich Idiot wünsche sie mir einfach nur zurück.

    Ich lag abends im Bett und sagte mir: Schluss jetzt, jetzt kommst du! Gesagt getan, ich bin wieder im Fitnessstudio gelandet. 2 Jahre war ich nicht mehr da. Da war wieder dieser Wow Moment. Sport, gutes Gefühl und Happy. Bei jedem Satz dachte ich an damals, als ich nüchtern war, es mir gut ging. Freiheit und Selbstliebe. Alswenn ich gerade auf dem richtigen Weg bin. Und das tolle: ich hab das entschieden, ich Steuer es. Ich kann es so machen. Total einfach eigentlich, oder?

    Wieder ein Tag auf dem Kalender mehr .. wobei ich nicht mehr zähle. Ich will mich nicht den ganzen Tag damit beschäftigen, wenn ich weder dran denke oder Craving hätte. Bis jetzt kam noch gar nichts. Teu teu teu.


    Hatte die Woche auch Therapiesitzung und das war auch gut. Wir sind so verblieben, dass ich noch einmal hingehe und dann zum Psychologen. Hauptursache ist fehlendes Selbstvertrauen und Zweifel. Also genau das, was ich selber immer gesehen habe. Und das wäre dann so schön, wenn ich wieder sage: och Guck mal, wieder ein Jahr, gar nicht gemerkt.

    Gut, so war es bei mir ja auch. Ich weiß sogar, dass ich wusste, es kann in die Hose gehen, aber mir war es egal. Ich wollte in diesen Situationen einfach nur weg. Das liegt einfach an meinem mangelnden Selbstbewusstsein. Der Alkohol ist eine Hilfskrücke, die mich "stark" gemacht hat.

    Der Schwachsinn ist ja, dass dann das hervor kam, was eigentlich in mir steckte. Und das will ich auch leben, nur ohne Hilfsmittel. Aber da hilft nur professionelle Hilfe, das kann ich nicht allein und schon gar nicht übers Internet.

    Denke auch, jeder muss das mit sich selber ausmachen, solang man nüchtern bleibt und gut lebt. Für mich ist es wieder eine Befreiung, da ich im Kopf weiß, dass der schwerste Schritt: Das Beginnen - erfolgt ist. Ich bin wieder im Spiel und muss nicht erst starten. Seit ein paar Wochen habe ich die Möglichkeit bekommen weiter zu machen. Tag für Tag. Es liegt jetzt nur an mir. Ich bin eigentlich frei, kann alles machen was ich will und mir vornehme. Es hindert mich gar nichts, außer die alltäglichen Verpflichtungen. Diese Freiheit und das Glück muss aber auch erstmal im Herzen ankommen. Solange Liebeskummer obendrauf kommt, ist das ne Doppelbelastung. Ansonsten wär ich schon wieder im Fitnessstudio und würde mich auspowern.

    Und vorallem alles hintermir lassen, vorallem die Scham und Selbstzweifel

    Nein. Das ist es nicht. Denn:

    Du hältst mit diesen Aktionen Deine Suchtstimme am Leben. Es geht darum Dein Leben neu zu gestalten.

    Und gerade erst recht, wenn Du 6 Monate rum hättest, würdest Du erkennen, dass der Ort dort nichts mehr für Dich ist. Weil Du noch besser erkennen würdest was Deinem Denken und Deiner Gefühlswelt schadet.

    Es gibt viele andere Möglichkeiten zum Einkaufen. Das ist mein Rat.

    Naja also ich werde sicher kein Einkaufen meiden. also so krass ist es jetzt nicht, dass ich gleich an Alkohol denke oder Verlangen bekomme. Mir ist das schon bewusst, was er mit mir gemacht hat. Für mich Klammer ich das eher aus, dass es mich nicht interessiert. Unterm Strich ist das ja eine Kopfsachen bzw. Einstellung.

    Wenn ich mich zwingen müsste oder sage, ich DARF nicht, dann wird das ja nie was. Ich bin gerade froh, dass nach vielen Stolpersteinen ich eben nicht dran denke oder kein Verlangen habe.

    Entscheidend ist halt einfach, egal wie, nix zu kaufen. Und das kann ich ja nur selber entscheiden. Ich hoffe einfach, dass es wieder wird. Im Moment ist halt Tag für Tag nur mein Ziel, und am schönsten, wenn ich mich nicht die ganze Zeit mit dem Thema beschäftigen muss

    Um das kurz zu beenden: die Dame hat ein sehr großes Selbstbewusstsein und stellt ihre Ansprüche über die der anderen. Es ist weniger ein herzlicher Umgang als mehr ein miteinander. Anfangs war es ein umgarnen, genauso wenn sie Lust hat. Ist es nicht so, spielt es keine Rolle ob man da ist oder weg. Sie hat nie gesagt, ich vermisse dich.

    Ich kämpfe immer noch mit den Gedanken, meist ist es sehr phasenweise. Es gibt Stunden da fühle ich mich frei, habe wieder Ziele, wenn auch weit weg, aber eine innere Ruhe die einkehrt.

    Dann folgen Stunden die zum zerreißen sind. Angst, Panik, Liebeskummer, Selbsthass, heftige Stimmungsschwankungen.


    Ich weiß nicht, ob es gerade die Biochemie ist, die durch den fehlenden Alkohol durcheinander gerät, oder die Antidepressiva.

    Am schlimmsten ist die Arbeit, was eine totale Folter ist. Weder Ablenkung noch Freude.


    Als ich heute Abend meine Tochter abgeholt habe bin ich die alte Strecke gefahren, die ich 2 Jahre nicht mehr gefahren bin. Damals zu trockenen Zeiten.

    Mir kam ein Gefühl hoch, wie in einer Glocke voller Nebel zu sein. Kennt ihr die Truman Show? Alswenn ich sehe, dass es eine Welt dahinter gibt. Ich habe sie durch den wiederkehrenden Alkohol weggetrunken, das Leben ertragbar gemacht.

    Innerlich kam sowas wie ein sprudelndes Kribbeln hoch- das Nüchternsein ging mir gerade nicht schnell genug. Ich hätte gern 3...4.. ach was 6 Monate schon gern hintermir.

    Ich dachte an meinen Bauch der wieder weg ist, das Gesicht wieder markanter und nicht so rot vom Blutdruck. Vorallem aber die Entspanntheit ohne, dass mich Dinge gleich auf 180 bringen.

    Ich war auch in dem Getränkemarkt wo ich über viele Jahre eingekauft habe. Gedanken vom Bierkaufen mit dem Fahrrad, von alkohlfreien Getränken bis hin zu einem Kotzreiß bei dem Gedanken an Bier.

    Für mich ist das im Moment sehr gut und hilfreich, da durch den seelischen Schaden und das Bewusstsein, WEM ich das zu verdanken habe, eine Art Hass entstanden ist.

    Leider grübel ich dann und popel in meinem gesamten Leben rum. Von der Jugend, von Partys usw. Ich lasse es nicht hintermir, ich nehme es gerade alles mit. Den falsch abgebogenen Weg werde ich nicht finden, der ist zu weit in der Vergangenheit. Aber die Gedanken helfen mir, kurz inne zu halten und sich zu sagen: das Bier hat dich benutzt. Es war kein Freund, er hat sich dahin gebracht wo du jetzt bist und nicht sein willst. Du kannst es nicht ändern, du kannst jetzt nur deinen Weg allein gehen, ohne ihn. Es gab natürlich schöne Zeiten aber die letzten vielen Jahre waren es zerstörerische, die alle Menschen von dir entfernt hat an denen du hingst. Du hattest es selbst in der Hand. Und das der Weg vielleicht nicht ganz einfach wird aber eins wird er: besser, alles andere ist der Weg ist den Abgrund.

    Das hatte ich nach der langen Pause jetzt nicht.

    Als ich damals aufhörte, das war in Corona, erwischte ich mich morgens schon mit einem Bier - vor dem Frühstück und das ballerte natürlich. So startete der Arbeitstag locker, bis um 10 Uhr die ersten Tippfehler kamen. Da war mir dann auch klar, dass das nicht mehr normal ist und alles andere als gesund.

    Ich hatte auch nie Vorräte zu Hause, habe immer unterwegs getrunken und bevor ich zu Hause war, alles entsorgt. Das lag aber an den Verstecken und ich wollte nicht auffliegen.

    Da bis zum Aufhören 2022 ich eher ein Alltagstrinker war, war ich ab 2024 eher der Quartalstrinker, jedoch mit höheren Mengen.

    Ich habe auch selten über Tage getrunken, da ich immer Angst vor Leberzirrhose hatte.

    Wenn ich nicht trinken dürfte/ könnte, habe ich auch Recht schnell mich damit abgefunden, nichts zu trinken. Jede Ausrede uns Edeka wäre ja aufgefallen. Wenn ich doch dann mal was holen müsste, habe ich nichts getrunken, damit es ja nicht riecht. Selbstbeschuss vom aller feinsten.

    In den trockenen Phasen über Monate fiel mir immer ein Stein vom Herzen: ich alle nicht, ich rieche nicht, man findet keine leeren Dosen und ich weiß alles von gestern. Das war sehr schön, eine Freiheit.

    Ich habe. Ie des Trinken Willens getrunken, sondern immer als Reaktion auf etwas.

    Ich rege mich ja selten wo auf. Aber dieser Satz ist absoluter Müll.

    Naja, so blöd ist es jetzt eigentlich nicht. Klar ist es eine Krankheit mit gewissen Auslösern.

    Wenn du in einer Beziehung unglücklich wirst, wie gegen Windmühlen kämpfst und durch deine Art dich nicht behaupten kannst, vereinsamt man. Bei Nicht-Abhängigen gibt es andere Reaktionen, das ist klar. Nicht jeder verliert sich im Alkohol.

    Wenn ich aber mich von außen betrachte, und abstinent gelebt habe, dann aber wieder angefangen habe, dann war ich ja nicht so stabil, wie ich dachte bzw. hoffte. Da kommt nur die Frage auf: ist das überhaupt möglich oder nur bis zu einem gewissen Grad? Sollte man dann nicht den Selbstschutz aktivieren und das ganze beenden, bevor man wieder tief drin steckt?

    Wieso schlief der Dämon fast 3 Jahre und wurde dann geweckt? Ich hätte ja beim 1. Mal aufschrecken müssen und alles dafür tun, dass es nicht wieder vorkommt. Mit Unterstützung, Reden und einem liebevollen Umgang ging es ja auch wieder gut voran. Keine Geheimnisse, Verlässlichkeit.. Trotzdem gab ich die Verantwortung sozusagen ab. Wider besserer Belehrung und Wissen habe ich es trotzdem gemacht.Der Umgang mit negativen Gefühlen ist für mich sehr schwer auszuhalten, da ich ein totaler Kopfmensch bin. Ein dickeres Fell wächst aber nicht über Nacht. Wenn ich nicht heute Morgen und jetzt dran gedacht hätte, was hier gepostet wurde, habe ich heute nicht an Alkohol gedacht. Und das macht mich nach langer Zeit wieder glücklich, dass es ein weiterer Tag ist, den ich gut gemeistert habe.

    Guten Morgen,

    das Trinken kam in der Beziehung hoch, ja.

    Wie gesagt, davor hatte ich es sogar ausgeblendet. Ich habe weder Lebensmittel vermieden, noch kam sofort ein Rückfall. In einem Sommer war ich mit Freunden unterwegs, es war heiß und außer Bier war nichts mehr zu trinken da. Ich hatte so einen Durst, die Kehle klebte schon. Hab einen großen Schluck genommen, mich gewundert wie bitter und eklig das eigentlich ist, das war es dann aber auch schon. Hatte nicht mal Gedanken daran, dass ich es nicht darf oder noch mehr will. Ich hatte es damals nicht mal als Rückschlag verbucht. Alkohol spielte keine Rolle mehr für mich. Ich war damals aber auch sehr stabil und seelisch mit mir im reinen.


    Das Suchthirn geht bei mir meistens an wenn:

    -Tiefe Einsamkeit und Lustlosigkeit

    - Stress in Beziehungen, wenn es kein Versöhnen gibt

    - innere Leere

    - Eifersucht/ Hilflosigkeit


    Da das Craving Recht kurz ist, lenke ich mich meist ab. Am besten hilft körperliche Betätigung.

    Ich bin auch kein Mensch, der völlig allein sein kann und damit glücklich. Klar ich hab meine Hobbys und davon auch nicht weniger, aber eine Partnerin an meiner Seite ist für mich soooo wichtig.

    Da ich jetzt auch kein Supermodel bin, der ohne Aufwand gleich Frauen abschleppt, fiel mir das immer schwer, auch die richtige Partnerin zu finden.

    Mit der besagten Person war das wie ein 6er im Lotto.

    Nur wenn ein sachlicher, liebevoller Mensch auf eine Löwin mit Temperament trifft, wird das eine Herausforderung. Wir haben uns daher gut die Waage gegeben. Irgendwann war ich aber auch überfordert und habe nie mit der Faust auf den Tisch gehauen.

    Vielleicht auch, weil wir nicht gemeinsam in eine neue Wohnung gezogen sind, war immer das unterbewusste, was sie auch sagte, es sei ihre Wohnung.

    Es gab einige Situationen, als der Alkohol wieder Einklang fand: auf ner Geburtstagsfeier usw. Aber das waren alles Tage, ohne, dass ich wieder Verlangen hatte. Nur ich merkte, dass es nicht mehr so meins war, eher gesellschaftlich. Auch das abendliche Bier wollte ich nicht, da mir klar war, dass ich eben nur trocken bin, es aber keine Heilung gibt. Hatte das damals also noch gut steuern können, indem ich es weiterhin unterlassen habe.

    Da mein Kopf an nichts anderes denken kann als an sie, und wie es dazu kam (wieder: was hätte ICH) ändern können, kommt mir eins hoch: nach Monaten des abendlichen alleinseins, mit Streit und schlechter Laune ist sie in die Nachtschicht, saß ich abends allein da und wollte mich nur runterfahren. Ich kam mir wie in einem Käfig vor, oben Fluchtmöglichkeit. Wir reden hier nicht über 2 oder 3 Abende, wir reden über JAHRE der Launen. Wir haben sie dazu gebracht, dass sie wieder in den Tagdienst geht, in der Hoffnung, sie wird ruhiger und entspannter. Das war im April 25 seitdem war es auch besser, bis sie anfing, nach Feierabend zu Hause noch 2 Stunden mit ihren Kollegen zu quatschen, dann Badewanne und allein ins Bett. Wieder saß ich da allein. Ich hab ihr auch gesagt, so lieb wie sie mit ihrem Kollegen redet, so lange und so viel lacht, das würde ich mir auch mal wieder wünschen.

    Ich ging im Sommer so viel allein wandern, weil sie entweder arbeitete, schlief, oder bei ihrer Familie war, wenn wir endlich mal frei hatten. ich war keine Priorität für sie, so kam es mir vor. Und dann hab ich mir Wegbiere gepackt, weil's mir fast schon egal war. Ich sah keine Zukunft mehr, hab einfach diesen herrlichen Wald genossen und dabei Bier getrunken. Ich war dann in diesem Moment echt gücklich. Das war mein Partner-Ersatz. Rest steht alles oben, wie wir uns nochmal versuchten.

    Irgendwie war alles schon kaputt, weil es eine toxische Liebe war. Ich hätte gehen müssen, und zwar nach einem Jahr, als ich merkte, du suchst Flucht im Alkohol.

    Aktuell bin ich stabil, kein Verlangen aber seelisch kaputt. Ich kann es immer noch nicht so wahrhaben, Klammer mich gedanklich an sie und bedauer meine Sucht. Mir ist bewusst, dass ich wieder von neu Starte, mit mehr Problemen, für mich allein und trotzdem mit dieser Krankheit. Deswegen diese Depressionen. Ich bin neidisch auf ihr Leben, weil sie nicht süchtig ist und nur Action mit vielen Freunden machen kann. Sie hat einen Job, den sie liebt. Und dieses Jammern und Selbstmitleid muss ich ablegen, weil von allein kommt es nicht. Das Aufraffen fällt schwer, weil ich über die Jahre (Scheidung, zwei Kinder, Finanzen usw.) so vom Leben ausgesaugt wurde. Die Energie ist gerade nicht da. Okay, der Alkohol verursacht Depressionen und Selbsthass, das wird noch Wochen/ Monate dauern, bis das Hirn wieder einigermaßen arbeitet.

    Mein Ziel ist einfach wieder abstinent bleiben und das Glück wieder finden. Mit mir und meiner Tochter.

    Ich hoffe, dass bald auch der Abstand zu dem Mädel kommt. Solange ich noch ihr nachtrauer ist mein Selbstwert halt nicht da, es ist jämmerlich und "unmännlich".

    Das ist natürlich richtig, sie hat mir ja nicht die Pulle hingestellt und gesagt: trink.

    Etwa ein Jahr, mein 3. jahr der Abstinenz, gingen diese Phasen los, der Launen, der persönlichen Angriffe und das egoistische Verhalten. Ich bin dann immer in den Wald und hab tief durchgeatmet. Ein Craving hatte ich nicht, eher nur so ein leichtes: ach, jetzt KÖNNTEST du ein Bier trinken. Hab ich nicht gemacht, weil ich es a) nicht wollte und b) auch eher Angst hatte, was passiert. Die Rückfälle kamen dann immer schleichend und auch unregelmäßig. Wären sie Launen über Tage, hab ich mich dann verkrochen. Ich muss ja nicht erklären, dass der Körper sofort runterfährt und eine Beruhigung einsetzte.

    Vor genau einem Jahr war ich zur Reha, weil ich mal Darmkrebs hatte. Da kam Heimweh, Verlustängste und nur die Sehnsucht nach meiner Frau. Hatte den ganzen Tag keine Behandlungen und hab mich schon morgens mit Bier im Lidl eingedeckt. Schön gelaufen, jeden Tag meine 15km weil ich ein Naturmensch bin. Hab dann die Reha abgebrochen, weil ich dem Arzt sagte, ich hab Angst nach 3 Wochen als wieder-Alki rauszukommen. Endlich daheim: ganzer Stress weg, kein Verlangen, wieder ein halbes Jahr trocken. Und dann ging es so alle 6 Wochen weiter. Immer wieder wenn daheim was nicht stimmte. Im Oktober hatte ich das Gefühl, meine Partnerin geht fremd. Es waren soooo viele Anzeichen da. Durch die fehlende Nähe und ihren Rückzug, auch in die Arbeit saß ich jeden Abend allein da und am grübeln. Auch das beruhigte sich und ich hatte wieder eine saubere Phase. Im November ein rieeeesen Krach und ich am Ende mit 4,6 Promille in die Notaufnahme. Sie gab mir wieder ne Chance, wieder 6 Wochen Clean. Tolle Zeit, auch optisch war ich wieder da.


    Habe mich viel mit Abhängigkeit von Beziehungen beschäftigt. Mangelndes Selbstvertrauen, keine Selbstliebe. Aufgabe der eigenen Interessen und Ansprüche zum Wohl des Partners. Sie war nicht nur meine Frau, sie war MEIN Leben. Wenn's ihr schlecht ging, ging es mir auch schlecht und ICH machte alles, damit es besser wurde. Aber diese Liebe mir gegenüber, wie es mir geht, das kam da nicht so wirklich. Und so steigert man sich da rein, bis die Belastungen immer größer wurden. Das meinte die Therapeutin zu mir, das ist eine toxische Beziehung. Durch den Alkohol kommen Depressionen, mangelndes Selbstvertrauen, finanzielle Sorgen und Frust auf das Leben. Mein Hilferuf ist dann der Alkohol, weil ansonsten ich innerlich platze. Während mir alle Leute sagten, dass ich zu Grunde gehe und die Beziehung beenden soll, hielt ich dran fest. Mein Manko mit dem Alkohol war dann für sie natürlich am Ende zu viel. Sie will einen gesunden Mann und keinen Alki. Und das frisst mich bis heute so auf. All die Probleme, die ich vorher gut gelöst habe und nicht hatte entwickelten sich so dermaßen, dass ich auch am Ende Unmengen Bier tank. Während ich damals mit sagte, du kannst nicht 6 Bier abends trinken, nach dem Training mit den Jungs, bei Feiern usw. Hör auf! Wären es an Spitzentagen locker mal 13..14 Dosen. Natürlich war ich da bumsevoll. Die Menge machte mir aber Angst. Das war wirklich absolutes Frust trinken. Und bei guten Tagen halt kompletter Verzicht.

    Da es kein Zurück mehr gibt, ich dem Alkohol und mir ausschließlich (auch typisch für die Beziehung lt. Fachfrau) die Schuld geben, habe ich natürlich damit aufgehört. Ich leide wahnsinnig unter Liebeskummer, bekomme Antidepressiva. Habe absolut kein Verlangen, keinen Druck. Bei Stress an der Arbeit atme ich durch aber selbst diese Belastung ist nicht ansatzweise so hoch, wie der Trennungsschmerz, sodass ich nicht mal Lust auf Alkohol habe.

    Ich suche noch meine Trigger, weil nur Partnerin kann es ja nicht sein.

    Da ich noch meinen Psychologen vor mir habe, der das Innere mal aufräumen muss, grübel ich natürlich die ganze Zeit, wieso ich es gemacht habe.. was wäre wenn nicht. Wären wir glücklicher geworden, wäre ICH glücklicher gewesen, oder hätte ich seelisch doch gelitten, nur weil ich Angst vorm Alleinsein habe?

    Komme mir so schwach, unmännlich, gescheitert und als totaler Looser vor.

    Das einzige, was ich im Moment halt machen kann, das einzige was auch wirklich was bringt, das einzige was ICH allein in der Hand habe:

    Nicht trinken.

    Ich habe mich seit 15 Jahre. Damit beschäftigt. Erst gewollt, nie durchgehalten.. der Klassiker, bis ich nicht mehr wollte. Diesen Punkt gibt es nur einmal im Leben denke ich. Glücksgriff. Weil ohne Sorgen und ohne Angst. Danach ist es Arbeit. Daher ärger ich mich so über einen Menschen, der alles missbrauchte und mich allein ließ. Er hat mich nie gezwungen sondern die Sucht wieder hochgeholt. Wäre ich sauber, würde ich nie auf den Gedanken gekommen sein. Ich bin jetzt wie ein abgeschlossenes Reh, was will aber nicht kann. Diese Freiheit fehlt mir, das unbescholtene

    Ich möchte wieder mein Leben ohne Alkohol! Keine Trinkpause oder so ein Mist. Ich kenne doch mein Leben. Also Alkoholiker habe ich gut gelebt und durch einen Menschen, den ich über mein Leben gestellt habe, mich seelisch kaputt gemacht, dass ich zur Flasche griff. Das letzte Mal war letzte Woche, als ich sie sah. Da bekam ich einen Nervenzusammenbruch. .eine Therapeutin meinte, Toxische Liebe sei der absolute Hardcore. Obwohl ich es ja kognitiv weiß, dass alles vorbei ist, denkt das Herz, da ist noch was. Ne Freundschaft, Gespräche oder sonst was.obwohl ich viel rede und mir auch Gedanken über alles mache, holf nur der Alkohol um es zu betäuben. Also das, was alles kaputt machte - für sie. Für mich war die Beziehung eher ein Anpassen und Selbstaufgabe. Etwas nicht rückgängig machen können ist am heftigsten. Dem sich zu stellen. Jetzt war es die Beziehung, dann der Führerschein und dann de Job. Mit Alkohol gewinne ich nichts, absolut nichts. Und das weiß ich und hab trotzdem mit dem Feuer gespielt. Gegen sie und gegen mich.

    Hallo,

    ich kam recht spät mit Alkohol im Berührung. Anfang der 20er war das Bier reiner Genuss. Auf Festen oder so hab ich mal ein oder zwei getrunken. Durch meine Autoleidenschaft war das dann nie ein Thema, immer nüchtern am Steuer. Auf die Freunde, die zum Trinken animierten haben mich nicht wirklich in den Konsum getrieben.

    Nach meiner Ausbildung hatte ich eine Fernbedziehung. In der Bahn habe ich dann schon deutlich mehr getrunken, hauptsächlich zur Entspannung und Freude auf meine Partnerin. Nachdem wir dann zusammen gezogen sind, kamen immer mehr höhere Mengen ins Spiel, aber nie jeden Tag.

    Nachdem wir eine Tochter bekamen, kam für mich das Rad zum Einsatz, da der PKW gebraucht wurde. So gab es nach Feierabend auf der Parkbank noch 2 oder 3 Bier, bevor ich heim bin. Eigentlich kann man sagen, ab da war so täglicher Konsum angesagt. Ich hab aber immer drauf geachtet, dass ich nicht zu viel trinken, wollte ja meine Gesundheit nicht zerstören.

    Irgendwann zerbrach die Ehe und ich hatte recht schnell wen neues. Da hält man sich zurück und macht es dann schon heimlich bzw wenn sie nicht da war. Auch das hielt nicht auf Dauer, nicht in erster Linie wegen dem Alkohol, sondern weil es kein gemeinsames Lebensziel gab. Von nun an war ich Single und müsste keine Pressbetankung mehr machen, da mich ja keiner nötigte, irgendwann irgendwo zu sein. Freunde und Familie hatte ich noch, die merkten aber, dass ich Abrutsche. Für mich war es einfach die Einsamkeit. Wenig Selbstbewusstsein wen kennenzulernen. In Discos hat es nie geklappt, im Internet zwar schwer aber das war einfacherer.

    Und dann kam der berühmte Februar. Ich trank ein Bier und sagte: Schluss. Alswenn ein Schalter im Kopf sich umlegte. Erst wunderte es mich über die ersten Tage, dann die erste Woche... Nach drei Monaten zählte ich nicht mehr. Es gab keine Trigger, kein Verlangen, gar nichts. Alswenn nie was war. Ich beschäftigte mich dann mit Videos wegen Stabilität usw. Und war so froh, schon den Start geschafft zu haben. Es begann die schönste Zeit meines Lebens, bis ich an Krebs erkrankte. Aber auch den überwand ich und hatte meine Tochter, ein tolles Zuhause und eine glückliche Zeit. Was fehlte war eine Frau.

    Ich wagte wieder den Schritt und wieder war es sehr schwer. Durch Zufall lernte ich jemanden kennen uns wir tragen uns spontan. Für uns die liebe auf den 1. Blick. Besser konnte das Leben nicht sein! Bereits nach 3 (!) Monaten zogen wir zusammen. Ich hab mein ganzes Leben auf, die Wohnung, möbel usw. Und zog zu ihr. Wir machten es uns gemütlich, waren jeden Tag draußen, hatten 5 mal am Tag den perfekten Sex, alles wie im Märchen. Meine Tochter vergötterte diese Frau.

    Etwa ein Jahr ging es gut, ohne das groß was war. Klar mal Meinungsverschiedenheiten aber alles harmonisch. Sie steht kurz vor den Wechseljahren und immer vor ihrer Periode kamen Ausraster. Sie zerstörte die Wohnung, verbannt mich aus dem Schlafzimmer und ignorierte mich. Da ich in der neuen Wohnung keinen Rückzugsort hatte, saß ich oft allein und traurig auf dem Sofa, ging spazieren oder guckte TV. Dann war wieder alles gut bis zur nächsten Periode. Es wurde auch verbal und Kleinigkeiten regte sie auf. ich entwickelte Angst und war mit Ihren Forderungen überfordert. Jetzt wissen es alle: ich ging raus, holte mir Bier und entspannte am Waldrand und genoss die Landschaft. So kam das immer häufiger vor und es waren schnell mal 8 Bier.

    Ich habe auch einen Beruf, den ich nicht mag, bin aber durch die Schwerbehinderung unkündbar und hab Vorteile mit Home-Office usw. Irgendwann sprach sie mich an, ich habe ein Alkoholproblem. Zum ersten Mal haben wir tiefgründig geredet und ich wollte mir Hilfe suchen. Natürlich hörte ich sofort auf, ich liebe diese Frau abgöttisch. Bei der Diakonie konnte ich über alles reden. Allerdings würden die Launen heftiger, sie interessierte sich absolut nicht für mein Leben, wir verschuldeten uns und die Körperlichen Stunden waren gen 0, da sie nur noch für ihre Arbeit lebte. So würde ich zum Quartalstrinker und schämte mich. Sobald ich aber was getrunken hatte, war es mir egal, weil der Schmerz war weg.

    Im November 25 hatten wir so einen Streit, ich freute mich den ganzen Tag auf sie und sie behandelte mich wie Dreck, dass ich einen ganzen Rumtopf austrank, umkipte und mit 4,6 Promille im Krankenhaus landete. Eine Woche war ich dann bei meinen Eltern, gedanklich die Trennung und am Boden zerstört. Wir wollten uns kurz noch absprechen und nach 3 Stunden landeten wir im Bett und sie gab mir eine Chance, wenn ich was mache. Mir ging es wieder so gut! Ich habe mir einen Psychologen gesucht, wie redeten wie am Anfang unserer Beziehung. 6 Wochen Paradies. Und dann Weihnachten, wieder schlechte Laune, Unterstellungen usw. Da deutet sie an, wenn meine Tochter wieder bei ihrer Mutter ist, dann reden wir. 2 Tage hat sie nicht mit mir gesprochen, bei Umarmungen sich weggedreht. An dem Tag wusste ich was kommt und habe natürlich getrunken, weil ich Angst hatte und einfach seelisch fertig war. Ich war nicht mal in der Wohnung, da sagte sie, dass ich ausziehen soll, ich habe alle meine Chancen vergeigt.

    Mittlerweile habe ich fast alle meine Sachen rausgeholt und Versuche die Entwicklung aufzuarbeiten. Die Nachbarn und Freunde von uns raten mir bereits vor 1,5 Jahren mich zu trennen, da ich irgendwann zu Grunde gehe.

    In der Beratung mit der Diakonie wurde mir von Beginn an gesagt, es ist eine Toxische Beziehung, in die ich immer mehr reinrutschen.


    Ich steh jetzt ohne Wohnung und ohne die große Liebe da. Ich Frage mich so oft, wie ich als so glücklicher Mensch, der auch nüchtern gelebt hat, wieder reinrutsche. sie hat mich nie zum Alkohol gezwungen, was ist wenn ich es nicht gemacht hätte... Wie lange hätte ich gelitten? Wäre es irgendwann anders gekommen? Mein Selbstwert ist in den Jahren völlig abhanden gekommen. Zudem sie jetzt ihr Leben ganz normal weiterlebt und wieder Spaß hat. Das zieht mich jetzt noch mehr runter.

    Ich selbst trinke nicht mehr, lebe bei meinen Eltern, bis ich wieder auf die Beine komme. Was mir fehlt sind Ziele, Freude und wahnsinniger Liebeskummer. Ich hasse mich für die Trinkerei, wobei ich auch weiß, dass ich bei einer früheren Trennung vielleicht sogar drum rumgekommen wäre. So groß ist die Seelische Abhängigkeit von ihr. Im Februar gehe ich zum Psychologen, weil ich trotz Zustimmung und Wissen keine Motivation mehr habe.

    Ich bin 40 Jahre