Ich bin seit 1 Monat hier in diesem Forum, habe mitgelesen und kommentiert.
Heute möchte ich mal denen Mut machen, die vor schwierigen Situationen im Leben stehen.
Als ich im letzten Jahr ca. 1 Jahr abstinent gelebt habe, bekam meine Tochter die Diagnose Magenkrebs. Eine Welt brach für mich zusammen. Sie hatte gerade ihr Studium beendet, ihren Arbeitsvertrag frisch unterschrieben und wollte nun beruflich durchstarten.
Ich hatte das Gefühl wieder in eine Depression zu fallen. Hab nur noch im Bett gelegen und geheult. Meine Gedanken haben sich das schlimmste Szenario ausgemalt. Zudem kam auch der Krebs ihres Freundes wieder. Eine große Belastungssituation für uns alle. Untersuchungen, Chemos, Operationen nahmen kein Ende.
Ich suchte mir bei der Krebshilfe Unterstützung für Angehörige, ging regelmäßig in meine reale SuchtselbsthilfeGruppe, in die für KrebsAngehörige, zu meiner Therapeutin und schrieb mir in einer anderen Onlinegruppe die Finger wund. Zu Saufzeiten wäre das überhaupt nicht möglich gewesen, verkatert irgendwelche Termine wahrnehmen und Gefühle zu benennen…
Die Erkenntnis der radikalen Akzeptanz ( gibt es auch Bücher dazu) und der Gelassenheitsspruch ( Dinge, die ich nicht ändern kann) halfen und helfen mir auf meinem Weg. Kein Tropfen Alkohol hätte die Situation geändert und besser gemacht.
Im Gegenteil, ich konnte und kann für meine Tochter und Schwiegersohn da sein, wenn sie mich brauchen - ohne vernebelte Brausebirne, könnte jederzeit Auto fahren.
Nach der Trennung von ihrem Vater hatten wir nicht immer eine gute Zeit. Vertrauen zwischen mir und meiner Tochter war verloren gegangen… Heute können wir wieder auf Augenhöhe miteinander reden.
Deshalb bin ich dankbar und demütig, trocken zu sein.
Gefühle dürfen sein, auch schlechte…sie dürfen mich nur nicht übermannen und mich vereinnahmen. Irgendwann darf auch wieder die Sonne in meinem Herzen scheinen…. und heute scheint sie.