kati50 - Trennung von meinem alkoholkranken Partner

  • Ich bin seit 1,5 Jahren mit ihm zusammen. Es war am Anfang eine wunderschöne Zeit. Bis ich das erste Mal gemerkt habe, er versucht einen Streit zu provozieren.

    Am Anfang war überhaupt nichts von Alkohol zu sehen oder zu riechen. Eher im Gegenteil, er trank Cola oä. Dann ist er bei mir eingezogen, und hat mir viel geholfen im Haushalt, handwerklich usw.

    Wir haben immer mal wieder was gemeinsam unternommen( ich habe eine Tochter 11 Jahre).

    Bis ich abends nach der Arbeit gemerkt habe, er hat was getrunken, nicht jeden Abend, dachte ich.

    Irgendwann war es soweit das er jeden Abend schon zuviel hatte oder am schlafen war wenn ich nach Hause kam.

    Er hat mit ganz banalen Dingen einen Streit angefangen und mich dann einfach tagelang ignoriert. Bis zum letzten Streit vor 2 Wochen, auch erst Ignoranz, dann immer wieder die Drohung von ihm: ich halte das hier nicht mehr aus, ich ziehe aus.

    Ich habe ihm dann gesagt, es wäre vielleicht gut wenn er sich eine Wohnung sucht und wir ein bisschen mehr Distanz haben, wenn ihn soviel hier in meinem Umfeld nicht gefällt.

    Ab dem Moment gab es Stunden wo er mir Vorwürfe macht wie blöd hier zu Hause alles läuft und dann wieder Gespräche , das aus seiner Sicht eine Beziehung mit zwei Wohnungen nicht funktioniert.

    Bis gestern, da hat er mir erst Stundenlang Nachrichten geschickt auf meinHandy, bis er mir einen Zettel hingelegt hat, er würde sich umbringen, da er die Liebe seines Lebens verloren hat.

    Mir blieb nur , die Polizei zu benachrichtigen.

    Ich weiß eigentlich wie es weiter gehen soll für mich. Aber ich bin mittlerweile so emotional angegriffen.

  • Hallo Kati,

    herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe. Es ist gut, dass du dir Hilfe suchst, und ich kann deinen angegriffenen Zustand sehr gut verstehen.
    Das Zusammenleben mit einem nassen Alkoholiker hat nichts verlässliches mehr, es wird zur Achterbahn der Gefühle.
    Es ist gut, dass du die Polizei geholt hast, er sollte die Konsequenz seiner Ankündigung spüren, denn du bist nicht dafür verantwortlich.

    Wenn du dich hier austauschen möchtest, klicke unten auf den Link, wir werden dich dann für den Austausch im Forum freischalten. Dabei wird es um dich gehen, wie es dir und deinem Kind besser gehen kann.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Danke, ich brauche ein wenig Zuspruch, da ich weiß, ich kann ihm da nicht helfen, er muss sich selbst helfen. Aber er ist auch ein ganz liebevoller,emotionaler Mensch. Der mich unterstützt. Wenn er nicht soviel getrunken hat.

  • Aurora 19. Juni 2026 um 20:44

    Hat den Titel des Themas von „Trennung von meinem alkoholkranken Partner“ zu „kati50 - Trennung von meinem alkoholkranken Partner“ geändert.
  • Ich weiß jetzt das er gestern 1,7 Promille hatte. Trotzdem noch gerade laufen konnte. Ich hatte keine Ahnung wieviel man dafür trinken muss. Es sind 5-8 Liter Bier. Ich bin zuletzt von ca 8 Flaschen ausgegangen. Ich hatte keine Ahnung.

  • Hallo kati, herzlich willkommen.

    Ich hab dich freigeschaltet und du kannst dich jetzt hier überall austauschen. Bitte schreibe nur die ersten 4 Wochen noch nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern, die noch nicht freigeschaltet sind. Erkennbar sind sie an den roten Nicknamen.

    Hinter jedem nassen Alkoholiker steckt ja auch noch der Mensch, das ist klar. Aber die Sucht hat immer das Kommando und viele Seiten des Menschen verschwinden im betrunkenen Zustand dahinter.

    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es irgendwann so ist, dass der Mensch, in dem Fall war es mein erster Mann, irgendwann garnicht mehr wirklich nüchtern war. Er hat fast rund um die Uhr getrunken, morgens hatte er noch immer viel Restalkohol im Blut.

    Ein vernünftiges Gespräch war kaum noch möglich.

    Ich weiß eigentlich wie es weiter gehen soll für mich. Aber ich bin mittlerweile so emotional angegriffen.

    Eine Trennung tut erstmal weh. Das ist doch normal. Aber der Schmerz wird weniger werden. Die Trennung ist der Weg dafür. Ein Zusammenbleiben würde den Schmerz auf andere Art nur noch verlängern.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Aber ich würde ihm auch wünschen das er nicht untergeht. Da ich auch weiß was er für ein toller Mensch ohne Alkohol ist.

    Er denkt wahrscheinlich auch, das ich das ganze Ausmaß noch nicht bemerkt habe. Da ich ein Harmonie Mensch bin und wenn er provozieren wollte, ich immer beruhigend auf ihn eingeredet habe um es nicht hochkochen zu lassen.

    Ich weiß auch, wieviel Angst ich oft hatte aus der Spätschicht nach Hause zu kommen und nicht zu wissen mit welchen Anschuldigungen er auf mich wartete. Wenn er am schlafen war, habe ich ihn schlafen lassen, damit er erstmal den ersten Rausch überstanden hatte. Dafür war er dann meist nachts ab 1 Uhr total wach und konnte nicht schlafen.

  • Hallo Kati50,

    willkommen hier im Forum.
    Lies Dich hier ein, viele Geschichten ähneln sich. Du bist hier nicht allein mit Deinen Ängsten.

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Kati,

    Zitat

    Aber ich würde ihm auch wünschen das er nicht untergeht

    Das ist sehr verständlich, aber als Partnerin bist Du mit all Deinen Wünschen auf verlorenem Posten, solange er keine Notwendigkeit für eine Veränderung sieht.

    Du beschreibst einen stressigen Alltag mit ihm, ein Leben auf rohen Eiern, und klar macht einen so eine Beziehung emotional fertig. Den Partner beruhigen, Sorge vor immer neuen Anschuldigungen, ständig Streit, erstmal Rausch ausschlafen lassen, bloß nicht wecken, zum Schluss sogar Selbstmorddrohungen...

    Vielleicht hilft es, Dir klarzumachen: Du bist nicht verantwortlich für Deinen erwachsenen Partner, auch wenn er Dir das mit seinem alkoholbedingten Verhalten immer wieder versucht hat, einzureden. Seine Probleme muss er selbst angehen, wenn er das denn will. Aber für Dich und vor allem für Deine Tochter trägst Du Verantwortung, für Euch beide solltest Du in erster Linie sorgen. Wie geht es Deinem Kind mit der Situation?

    Liebe Grüße

  • Erstmal ganz ganz lieben Dank für die Worte, ich habe innerlich auch schon angefangen mein Leben neu aufzubauen. Ich muss leider noch warten bis er ausgezogen ist. Das wird noch eine anstrengende Zeit werden. Mein Bruder und ich hatten ein Mehrfamilienhaus gekauft, er ist mit bei mir eingezogen. Der Mietvertrag für ihn ist gekündigt, solange soll ich mich laut Polizei von ihm fernhalten. Somit wohne ich in meinem Haus im Gästezimmer. Meine Tochter ist immer gut mit ihm zurecht gekommen, aber versteht genauso wenig wie ich, das ein Mensch sich so verändern kann und so rücksichtslos handelt. Vor allem, da er ja das 1. Jahr völlig anders war. Sie ist richtig froh das der Streit und dieses, psst er schläft gerade endlich vorbei sind und ich bin froh das ich sie habe, ohne sie weiß ich nicht wo ich gelandet wäre. Sie freut sich wahnsinnig drauf, unser Reich endlich so gestalten zu können wie wir es haben wollen. Er war nämlich immer ein knausriger, ich weiß jetzt auch warum, wenn man jeden Tag 1 Kiste Bier braucht, dann ist das nicht ohne. Er wollte aber immer gemeinsam mit mir die Wohnung richtig einrichten und hat es immer wieder vor uns hergeschoben.

    Für ihn wünsche ich mir, das er vielleicht endlich erkennt das er was ändern muss, da ich laut seiner Aussage seine absolute Traumfrau bin, die er nun verloren hat. Das ist die einzige Hilfestellung die ich ihm geben, ich verlasse ihn, vielleicht wacht er dadurch auf.

  • Heute ist es wieder ein schwerer Tag für mich. Wahrscheinlich weil keine Ablenkung da ist und ich viel grübeln tue.

    Warum habe ich das nicht am Anfang der Beziehung gemerkt, verstanden oder gesehen.

    Dann wäre es einfacher gewesen.

  • Ich habe heute einige Sachen aus meiner Wohnung geholt die ich benötige für die nächsten Tage. Er hat die Kündigung zum 30.6. Bis dahin muss ich noch aushalten.

    Es kommen immer wieder Gedanken hoch an die schönen Zeiten die wir hatten. Das vermisse ich so sehr.

    Ist sein Gehirn schon soweit geschädigt das er das überhaupt nicht sieht. Ich glaube das er da ziemlich tief drinhängt. Seine Haut ist gelblich, er hat extreme Schlafprobleme und umgekehrt schläft er auch egal wo von der einen Sekunde zur nächsten ein. Morgens hat er Probleme mit dem Magen. Er führt Selbstgespräche, als ob noch jemand da ist. Er kann sich an viele Dinge nicht erinnern, verdreht Sachen die er selbst gesagt hat und auch Sachen die ich gesagt habe.

    Es ist das erste Mal das ich mich so intensiv mit diesem Thema beschäftige.

    Ich hatte keine Ahnung was der Alkohol alles anrichtet. Da ich fast nie Alkohol trinke. Klar weiß ich das es die Krankheit gibt.

  • Hallo kati,

    Warum habe ich das nicht am Anfang der Beziehung gemerkt, verstanden oder gesehen.

    Irgendwann hab ich mir diese Frage auch gestellt. Warum - einfach weil ich es nicht wusste, nicht damit gerechnet hatte. Weil ich erstmal meine rosarote Brille aufgesetzt hatte. Weil ich es ein Stück weit nicht wahrhaben wollte... Weil ich dachte dass es okay so war, wie es war.

    Es ist irgendwie mühselig, darüber lange rumzugrübeln. Denn es war so und ist nicht mehr zu ändern.

    Es kommen immer wieder Gedanken hoch an die schönen Zeiten die wir hatten. Das vermisse ich so sehr.

    Nach einer Trennung gehört auch das dazu. Es ist ein Zeichen von Trauer und du hast ja auch etwas verloren. Schöne Zeiten, die es gab. Wünsche, Gedanken an eine gute, gemeinsame Zukunft. Das darf traurig machen. Für eine gewisse Zeit.

    Ich hatte keine Ahnung was der Alkohol alles anrichtet.

    Alkohol ist eine Droge, ein Nervengift. Das ist noch immer vielen Menschen garnicht so bewusst. Alkohol greift alles im Körper an. Und wenn die Sucht nicht gestoppt wird ist die Lebenserwartung schon verkürzt.

    Mein erster Mann war irgendwann, da waren wir schon lange getrennt, nur noch ein Wrack. Gelb, aufgedunsen, zitternd. Als ich ihn mal so getroffen habe tat es mir in der Seele weh aber ich wusste, dass es seine Entscheidung war. Und nix und niemand außer er selbst das ändern konnte.

    Er ist dann auch 3 Monate oder so später verstorben. Und ehrlich, ich bin froh, dass ich mich getrennt hatte und diesem langsamen Verfall nicht länger zugeschaut hatte. Nicht mehr diese Hilflosigkeit, Machtlosigkeit hatte spüren müssen und diese Bösartigkeit, die er irgendwann an sich gehabt hatte.

    Denn auch das direkte Umfeld ist ja mitbetroffen. Wie du selbst merkst. Seine Sucht beeinflusst dich sehr, hat dich beeinflusst.

    Ich habe auch lange auf die Sucht meines ersten Mannes reagiert weil ich dachte, dadurch etwas bei ihm bewirken zu können. Dass er aufhört mit dem Trinken. Und gleichzeitig habe ich krampfhaft versucht, ein normales Familienleben aufrecht zu halten.

    Dass ich meine Kinder und mich damit auch schädigte, wusste ich da noch nicht. Es entstehen sehr ungesunde Dynamiken in Suchtbeziehungen.

    Es ist gut, dass du da rausgehen konntest, er hoffentlich bald ausgezogen ist.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Meine Traurigkeit ist heute in Wut umgeschlagen, ich habe auf Arbeit viel nachgedacht und mir sind immer mehr Dinge eingefallen die damit zusammen hängen, das ich mir sowas habe gefallen lassen. Ich arbeite 8 Stunden am Tag, er war teilweise ganz zu Hause oder spätestens 14.30 Uhr. Wenn ich nach Hause kam, war nichts passiert in den letzten Monaten. Ich habe mich dann hingestellt, Abendessen gemacht, aufgeräumt, Müll weg, Wäsche gewaschen. Er ist pünktlich aufgestanden wenn alles fertig war und der Tisch gedeckt war. Und dann immer die gleiche Erklärung, ich wollte Fernsehen gucken und bin eingeschlafen. Ich habe gedacht, naja, dann war es wohl anstrengend bei der Arbeit. Als es das erste Mal passiert ist, war er total sauer und meinte, ich wäre sauer und wütend weil er geschlafen hat. Und er hat stundenlang ohne Grund nicht mit mir gesprochen. Ich habe ihn immer wieder angefleht mit mir zu reden. Bis er mir das gesagt hat und ich ihm gesagt habe, wenn er kaputt ist von der Arbeit, ist es völlig ok mal zu schlafen. Ab dann war das für ihn wie ein Freifahrtschein und er hat jeden Nachmittag geschlafen. Ich habe gemerkt, wenn er zu früh wach wird ist er ungenießbar, als bin ich durch die Wohnung geschlichen um ihn nicht zu wecken. Vielleicht hätte ich da schon einen Schlussstrich ziehen sollen. Weil nach mir hat ja auch niemand gefragt.

    Dann gab es wieder die schönen Zeiten mit viel Einfühlungsvermögen, kuscheln. Ich bin so froh wenn es nächste Woche Mittwoch ist. Da muss er raus, eigentlich Dienstag zum 30.6., aber ich glaube wir werden das mit der Polizei durchziehen müssen. Weil es hat sich hier nichts bewegt in Sachen packen.

  • Das mit dem schlafen kenne ich nur zu gut. Mein Mann ist morgens zur arbeit. Kam besoffen nach Hause, hat für eine Stunde geschlafen, dann wieder getrunken und immer im Wechsel. Durch den Alkohol hat er massive Schlafstörungen. Nur durch den Flur gehen hat ihn geweckt. Drücke dir die Daumen, dass alles gut geht

  • Es wird gut gehen, ich habe meinen Bruder an meiner Seite, die Polizei hat ihm auch schon mitgeteilt das er bis zum 30.6. Zeit zum ausziehen, ansonsten sind sie auch da am 1.7. Ich bin bin so froh wenn das vorbei ist.

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