Hallo, was ich hier lese kenne ich.
Mein Freund ist Alkoholiker. Er trinkt täglich zwischen 6 und 8 Bier. An extremen Tagen manchmal auch 10 Flaschen. ( Wie bei MoniSi auch zuhause) Er hat seit bestimmt über 6 Jahren keinen komplett nüchternen Tag mehr verbracht.
Ich habe auch schon versucht ihm einzureden er solle sich ein Limit setzten , er selbst hat es sich auch schon vorgenommen. Alles erfolglos.
Ich weiß auch, dass ich ihn nicht überreden kann, nicht kontrollieren kann oder irgendwas.
Das Gefühl von Hilflosigkeit bzw. Hoffnungslosigkeit ist schrecklich.
Wenn mein Freund zu laut oder aggressiv wird, und ich es noch rechtzeitig erkenne bevor es eskaliert, versuche ich mich mit der Stimmung nicht mitreißen zu lassen und gelassen ruhig zu bleiben im Gespräch . Manchmal kommt er dann selber etwas runter.
Leider kann ich bis jetzt auch nicht wirklich Tipps geben , sondern bin hier eher auch auf der Suche nach Hilfe…
Beiträge von Steevie
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„Vorteil“ ist echt schlecht ausgedrückt!!
Ich meine nur, dass das Bier bei mir nichts auslöst…Mhmm…
Ich weiß auch, dass ich mich in einer echt schwierigen Lage befinde, es ist auch nicht immer leicht, aber da geht es tatsächlich eher um Situationen beim Einkaufen, wenn ich an den Alkoholregalen vorbeilaufe ( immer steht der Alkohol da wo man zwangsläufig langläuft; wer kommt auf sowas!?)
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Hallo Stern
Es ist ein bisschen Zeit vergangen…und es ist für mich nicht wirklich entspannt.
Die ersten Tage konnte ich das alles gut ausblenden. Ich habe nicht darauf geachtet wieviel er trinkt. Das er trinkt weiß ich ja sowieso. (…) Mein Partner hat mir auch nichts mehr angeboten oder ähnliches.
Mit dem ‚Wollen‘ ist das so eine Sache bei der Alkoholsucht. Da geht es nicht mehr um ‚wollen‘.
‘Gewollt‘ habe ich so viele Jahre…. Erst, als ich akzeptiert habe, dass ich als Alkoholiker keinen Alkohol mehr trinken kann, konnte ich endlich aufhören mit dem Alkohol.Da hast du echt total recht!!!
Das habe ich nun für mich endlich auch begriffen, dass ich keinen Alkohol trinken ‚kann‘!
Aufjeden Fall waren die kreisenden Gedanken um seinen Konsum die letzten Tage wieder sehr präsent . Ist ja auch klar, wenn ich jeden Tag am immer leerer werdenden Bierkasten vorbeilaufe.
(Ich habe kein Bedürftnis nach Alkohol! Und die Tage, an denen ich Bier getrunken habe ist schon lange her, in den letzten Jahren bin ich auf Sekt umgestiegen, deshalb ist das Bier kein Trigger für mich! Beim Geruch vergeht es mir schon. Da habe ich zum Glück ein Vorteil was eben meine Trockenheit angeht, bzw. Beeinflusst mich das Bier zuhause zuhaben nicht. )
Aber es ist irgendwie genauso anstrengend so zu tun als ob mir es nichts ausmacht , wie darauf aktiv zu achten, wie viel er trinkt.
Jetzt hoffe ich eher wieder, dass er selbst darauf kommt, weil ich ja nichts beeinflussen kann. ..und weiß gleichzeitig das der Gedanke mir auch nichts bringt.
…keine Ahnung!..Was ist denn deine Konsequenz, sollte er dir doch noch mal Alkohol anbieten? Hast du da eine klare Vorstellung?
Ich habe keine klare Vorstellung! Hast du oder jemand da eine Idee oder Tipps für mich?
Liebe Grüße und danke fürs lesen 😌 -
Das stimmt!
Ich sehe mich und meine Gesundheit jetzt und in Zukunft als Priorität Nummer Eins! -
Huhu, brauchst du so dringend ein Auto? Du arbeitest doch sogar von Zuhause.
Ich habe meines vor einem dreiviertel Jahr verkauft. Spart ne Menge Geld. Meine Bahnanbindung ist aber recht gut. Und mit dem Fahrrad ist es nicht weit zum Einkaufen.
Die regelmäßige Notwendigkeit besteht tatsächlich nicht, aber es ist so, dass ich in Situationen , wo es doch nötig wird dann auch fahren kann…( Notfall.., oder wirklich mal zum einkaufen, oder für mich selber mal wohin fahren) Wir wohnen ländlich und da gibt es keine Öffis. Ich glaube das Autofahren würde mich einfach an sich stärken.
Aber du hast recht Alex_aufdemweg ! Das ist erstmal nicht so wichtig wie meine dauerhafte Abstinenz! ☺️ -
Ich habe nun über das Wochenende in Ruhe mit meinem Freund sprechen können. Es hat sich in einem Gespräch sehr gut ergeben und garnicht schlimm, wie in meiner Vorstellung!
Ich habe ausdrücklich gesagt, dass ich keinen Alkohol mehr trinken mag und ihn auch gebeten mir nichts anzubieten und ihm auch erklärt, dass ich mit Alkohol einfach nicht umgehen kann! Er hat dem sogar zugestimmt! Er selbst sagte, dass es für ihn jeden Tag ein Kampf ist…
Es ist vorerst klargelegt und wenn nötig werde ich es auch wiederholen zu sagen!
Wir haben uns geeinigt: wenn er es respektiert, dass ich keinen Alkohol trinke werde ich zu seiner Trinkerei auch nichts mehr sagen.
Das hat die Situation sehr entspannt.
Mal sehen, wie es weiter geht. -
Hallo Kazik ,
Ja , das werden wahrscheinlich sehr viele sehen wie du. Und ich verstehe es auch, das dass für meine Abstinenz das richtige wäre und auch wichtig wäre .
Das könnte ich tun, wenn ich vorher schon ein Selbstständiges Leben geführt hätte.
Es ist jedoch nicht so einfach.
Um es kurz zu erklären: ich bin mit 16 Jahren mit meinem Freund zusammengekommen ; das sind nun 13 Jahre. Meine Eltern haben mich rausgeworfen, weil ihnen (vorallem meiner Mutter) das nicht gepasst hat.(Die ersten Jahre waren überhaupt keine Drogen oder Alkohol im Spiel) Also habe ich bei meinem Freund und seinen Eltern gewohnt.
Nachdem ich meine Ausbildung gemacht habe , habe ich auch den Führerschein gemacht. Danach hat sich das mit dem Alkohol aber immer mehr eingeschlichen. Somit bin ich bis jetzt insgesamt gerademal 3x circa im Auto gesessen, ganz kurze Strecken gefahren , und das auch mehr schlecht als recht.
Naja, das ist auch ein Thema , was ich noch nachholen muss.(wahrscheinlich nochmal Fahrstunden nehmen) aber das ist ein anderes Thema. Aber soviel zur Selbstständigkeit… 😣Wahrscheinlich würden viele denken, dass ich total abhängig bin von dieser Beziehung. Was vielleicht auch so ist, aber selbst wenn das nicht da wäre, würde ich mich wahrscheinlich nicht trennen, selbst wenn es ‚nur‘ räumlich ist…
In dem Haus in dem wir wohnen/welches wir ausbauen, wohnen wir mit seinen Eltern zusammen, aber in getrennten Wohnungen.
Seine Mutter besorgt ihm immer die Kästen Bier. Das macht mich echt wütend! (…)Ich habe sie auch schonmal gebeten kein Bier mehr zu kaufen, weil ich finde das muss er schon selber, wenn er es braucht, dann würde er vielleicht auch merken wieviel er trinkt.
Aber sie kauft fleißig weiter sein Bier. Wie soll ich damit umgehen?!Mir ist durch das Schreiben hier aufgefallen, dass ich ganz dringend mit meinem Partner nochmal sprechen muss. Ich muss ganz klar sagen, dass ich nichts mehr trinken will! Dafür werde ich ihn auch nicht mehr kontrollieren.
Ich glaube aus falscher Vorstellung und Angst vor seiner Reaktion habe ich es immer vermieden Klartext zusprechen und aus Vermeidung, eher ihn dazu bringen zu wollen aufzuhören. -
Und auf die Frage von Rennschnecke
Muss er denn gar nicht arbeiten gehen? Und seine Versuche, Dich wieder zum Trinken zu animieren ...
Wir arbeiten beide von Zuhause aus und sind in der Zeiteinteilung ziemlich flexibel…wahrscheinlich auch einer der Gründe warum das soweit ging mit der Sauferei…
Also er zwingt mich ja nicht oder so zum Trinken, ich denke ich habe wirklich noch nicht richtig mein Problem/oder meinen Plan kommuniziert…(wie Hera schrieb)
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Hallo liebe Leute!
Vielen Dank erstmal für die Feedbacks und das Interesse!
Das stimmt natürlich, dass die Vorraussetzungen für mich mehr als schlecht sind für eine Abstinenz.
Jedoch würde ich meinen Partner nie wegen seiner Trinkerei verlassen. Er ist für mich ja nicht nur ‚der Alkoholiker‘.
Und weil ich das Gefühl selber ja auch kenne würde ich ihn nie im Stich lassen. Ich will da sein wenn er meine Unterstützung braucht und möchte.Wenn ich nichts trinke streiten wir selten, und wenn sind es Kleinigkeiten (wahrscheinlich wie in jeder anderen Beziehung

Höchstens wenn ich ihn immer wieder auf den Konsum anspreche oder Andeutungen zum Thema mache usw…Nach dem lesen, auch von anderen Beiträgen,
denke ich, ist es am Besten, wenn ich mich wirklich auf mich konzentriere. Ich möchte nichtmehr ihn kontrollieren oder versuchen zu überreden, denn das klappt nicht.
Wenn ich mit ihm über das Thema spreche, werde ich in Zukunft nur noch von MIR sprechen.
Es sollte normalerweise ja auch kein Streitthema sein, wenn ich nichts trinke…….
Ich machte ihm im Laufe der ersten Zeit klar, dass ich keinen Alkohol mehr trinken dürfe, da ich ansonsten sofort wieder im alten Alkoholkonsum sei,
….. aber vielleicht kannst du ihn zumindest für deine Alkoholsucht sensibilisieren, dass er wenigstens seine Fragen unterlässt.
Ich denke, dass ist ein guter Ansatz, den ich (diesmal) ernsthaft ansprechen werde! Danke Kyra !Das kann man so nicht pauschal sagen aber es gibt grundlegende Spielregeln. Ich bin seit fast 9 Monaten trocken und mein Mann ist Alkoholiker. Bei uns ist es aber so, dass mein Mann stolz auf meine Abstinenz ist und mich niemals an meinem eingeschlagenen Weg hindern würde.
Das macht mir Mut 😉 ! Das nehme ich jetzt mal als Vorbild.
Ich werde weiter auf mich acht geben!
Es tut aufjeden Fall gut hier im Forum zu schreiben! So kann ich meine Situation viel besser reflektieren, gerade weil ich sonst keinen hab, mit dem ich darüber sprechen kann.
Kennen einige bestimmt. -
So habe ich das ehrlich gesagt noch nie formuliert.
Er weiß, dass der Konsum..auch von ihm kritisch ist (bei ihm vorallem körperlich), aber wenn ich das Thema ‚Alkoholproblem/Alkoholsucht/Alkoholiker‘ anspreche, tut er es eher ab, für ihn ist der Gedanke unausstehlich und lächerlich, dass ich oder er als Alkoholiker gelten. (Ich glaube er versteht die allgemeine Definition davon nicht) Ich würde gern viel mehr mit Ihm sprechen darüber, aber z.B. wenn ich nur sage, dass er weniger trinken könnte (weil er schlecht schläft oder Muskelschmerzen hat), ist das gleich ein Streitpunkt.
Sorry, ich schreibe hier mehr über meinen Partner, als über mich… Aber das beschäftigt mich gerade sehr… -
Ich habe es ja oben schon ein bisschen beschrieben,
dass ich immer wieder Phasen schon gehabt habe, in denen ich auf Alkohol verzichtet habe. (17.Tag nüchtern), (ich habe keinen Suchtdruck gehabt bisher )…Aber diesmal fühlt es sich viel realer an. Ich nehme das jetzt noch klarer wahr. Ich weiß diesmal extrem wie wichtig die Abstinenz für mich ist. Und vielleicht sieht mein Partner auch, wie gut es mir geht…vielleicht ist das ja auch eine Motivation für ihn…(?!).
Es ist trotzdem irgendwie schwer, jeden Tag mein ‚eigenes Ding‘ zu machen. Ich meine nicht gegenüber mir selbst, sondern Ihm gegenüber.
Ich habe natürlich auch einen anderen Schlaf-Wach-Rythmus als er und wenn ich zu anderen „normalen“ Zeiten wach bin, schaut er mich aus dem Halbschlaf an und fragt was ich da mache. Sauer kommt er mir dann auch ein bisschen vor. Ich bin schon immer leise und versuche ihn nicht zu wecken.(Wir sind immer noch in der Hausbauphase und haben nur einen Raum) Und wenn ich einschlafe, steht er auf, schaut fernsehen und weckt mich manchmal auch, weil er nicht weiß oder versteht, dass ich einen normalen Schlaf brauche. Deshalb komme ich manchmal nur auf 5h Schlaf die Nacht und das nichtmal am Stück. Beim Einkaufen fragt er meistens auch, ob ich mir noch was zum Trinken mitnehmen will, das habe ich in den letzten 3 Wochen aber immer abgelehnt. Er sagt dazu weiter nichts, außer manchmal dass mich ein bisschen ja nicht gleich ‚umbringt‘. Er weiß eigentlich dass ich keinen Alkohol ‚vertrage’. Wir haben auch schon oft in der Vergangenheit über meinen Konsum gesprochen, weil ich , wenn ich getrunken habe(es musste nicht mal bis zum Rausch kommen) immer extreme Stimmungsschwankungen bekomme oder vorhandene hormonellbedingte Schwankungen extrem verstärkt haben, genauso wie ich dann voll eifersüchtig und paranoid geworden bin. Wir haben sehr viel gestritten. Und am nächsten Tag wusste ich nur noch zu ca.25% was los war. Das war und ist auch der Hauptgrund, warum ich keinen Alkohol mehr trinken will und kann.
Ich will meine wieder neu erlangte Gesundheit und das Bewusstsein nicht verlieren! Ich hoffe ich schaffe das! Am meisten habe ich Angst, dass ich nur aus Streitvermeidung wieder was trinke! -
Eine Frage an alle , die gerne antworten möchten! ☺️
Was macht euch glücklich? Was motiviert euch?
Mich motiviert es, ausgeschlafen Nächte zu haben, Die Kraft meinem Körper fit zuhalten, die Zeit Dinge zutun, für die ich betrunken keine Zeit hatte(weil ich schon am schlafen war).
Mich macht es glücklich, dass ich endlich verstehe das ich meine Zufriedenheit selbst in der Hand habe, mich macht es glücklich, jeden Tag die Möglichkeit zu bekommen über mich hinauszuwachsen. -
Hallo Berry !
Mich würde interessieren, ob du nach nüchternen Tagen positive Empfindungen hast.
Mich motiviert das immer, wenn ich eine erholsame Nacht hatte, frisch aufstehe und normalen Appetit habe und weiß, mir geht es nur gut, weil ich nichts getrunken habe.
Wie ist das bei dir? -
Das habe ich mir auch gerade gedacht! 😉 ich denke es ist immer wichtig es positiv zu sehen und auch zu formulieren. Ich sehe es eher als Transformation und eine Möglichkeit mich selbst endlich wieder zu finden.
Alles gute Amun ! -
Ja das stimmt, das ist nicht leicht.. Von mir hast du vollsten Respekt, dass du das so gut meisterst! Ich finde es auch schön, dass dein Mann stolz auf dich ist und ihr einen Weg findet zusammenzusein, trotz den verschiedenen ‚Entscheidungen‘.
Es sind nun diesmal (wiedereinmal) 13 Tage, die ich GELEBT habe, und die haben sich echt gut angefühlt! Ohne Suchtdruck,weil ich ( wie du Lebensmut74 ) die schönen Seiten im Leben endlich wieder genießen kann!Ich wünsche hier jedem-vorallem die, die sich auch noch erst am Anfang des Kapitels befinden-dass wir jeden Tag sehen, wieviel das Leben zu bieten hat und wieviel wir verpassen würden, wenn wir nicht nüchtern wären.
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Hallo Lebensmut,
Wie war das bei dir? Wie konntest du und kannst standhaft bleiben? Konntest du von jetzt auf gleich aufhören oder gab es Rückschläge dadurch das dein Mann den Schritt nicht schafft?
Wie bist du damit umgegangen?Liebe Grüße
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Vielen Dank, Nayouk!
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Ich sehe mich auf jeden Fall als Alkoholiker und möchte ein dauerhaftes freies abstinentes Leben anstreben! Ja!
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Ich wäre sehr dankbar mich in beiden Bereichen einbringen zu dürfen und auch von beiden Seiten wertvolle Tipps zu erhalten.
Ich kann beide Seiten sehen und verstehen. -
Hallo Nayouk!
Ob ich mich eher als Alkoholiker oder Co-Abhängig sehe, ist schwer zu sagen. Das regelmäßige Trinken von mir und meinem Partner hat vor ungefähr 9 Jahren angefangen.
Seit ca. 4 Jahren kämpfe ich schon mit meinem eigenen Konsum. Mit wechselnden Phasen von Abstinenz zwischen 3 Tagen und 2 Monaten und Phasen von unkontrolliertem Konsum. ( einmal angefangen, schwer wieder aufzuhören. ) Nun ist heute der 8. Tag abstinent.
Das Problem ist , dass ich mit meinem Partner in diese Abhängigkeit geraten bin, er aber noch nicht den Punkt erreicht hat und vielleicht auch nicht erreichen kann, sich vom Alkohol zu lösen.
Manchmal habe ich dann doch wieder mitgetrunken , um das er sich selbst nicht alleine vorkommt. ( Ich weiß…total kontraproduktiv!) In anderen Momenten , wo ich ohne Alkohol gut klarkomme ( Abstinentsphase) , kontrolliere ich, wieviel er trinkt, versuche mit ihm darüber zu sprechen, ihm Unterstützung zuzusichern usw…. Ja , und so fällt mir die eigene ‚Trockenheit ‚ schwer. Gleichzeitig mache ich mir sehr große Sorgen um meinen Partner!