Beiträge von Honighummel7

    Ist Dein Leidensdruck noch nicht groß genug?

    Über diese Frage habe ich lang nachgedacht.. weil ich hätte vor ein paar Tagen noch lautstark "Doch, das ist er!!!" gerufen. Aber so blöd es auch immer wieder klingt, ich will es eigentlich nicht. Ich will eigentlich einfach meine glückliche Familie haben. Und jede gute Phase zeigt mir, wie sie sein könnte und was ich verlieren würde. Auch wenn ich weiß, dass diese Vorstellung schon längst verloren ist und mit dem Alkohol als Familirnmitglied dafür keine Chance besteht.

    Weihe ihn am besten erst in Deine Pläne ein, wenn diese ausgereift sind und es gar nicht mehr anders geht. Evtl. Können Dir dabei Freunde oder Verwandte zur Seite stehen?

    Ich hatte jetzt den Plan, wenn es so weit ist, ihm in einem Gespräch zu erklären, dass es seine Entscheidung ist, beim Alkohol zu bleiben, aber es auch meine Entscheidung ist, so nicht mehr leben zu wollen. Organisatorisch ist das tatsächlich gar nicht so schwer für mich. Mir gehört die Wohnung, ich bin Hauptverdienerin und meine Eltern stehen immer bereit, wenn ich Hilfe brauche. Und er könnte erst einmal bei seinen Eltern unterkommen bzw. hatte ich nicht vor, ihn direkt rauszuwerfen. Ich hoffe sehr, dass das alles relativ entspannt über die Bühne gehen wird und er sich in Ruhe um eine Bleibe kümmern kann.

    Weil du ja mehr Erfahrung im Forum hast: Hast du konkrete Dinge im Kopf, die ich gerade nicht mit bedacht habe?

    Es fühlt sich gerade so sehr nach hintergehen an, wie du auch schon gesagt hast, darüber zu schreiben, obwohl er absolut nichts ahnt. Vor allem weil gerade wieder eine gute Phase ist. Ich würde ihm gern von meinen Gedanken erzählen, aber ich habe Angst, dass ich es dann nicht durchziehen kann oder wie du auch schon gesagt hast, das Gespräch in eine ganz andere Richtung läuft.

    Vielen Dank euch allen! Ich glaube, ich bin wieder einigermaßen in der Spur. Es macht es gerade alles so viel schwerer, dass sich mein Mann teilweise sehr fürsorglich um uns kümmert. Ich versuche mir vor Augen zu halten, dass das nur kurze Phasen sind, die den ganzen restlichen Mist nicht ausgleichen können und die vor allem nicht repräsentativ dafür stehen, wie er ist - weil das bringt immer wieder die Zweifel hoch.

    Ich träume ansonsten so gern von einem Leben, in dem ich mich nicht für die Stimmung einer anderen Person verantwortlich fühle und vor der ich nicht alles rechtfertigen muss, was ich tue. Ich möchte so gern ein Leben, in dem ich nicht ständig klein geredet werde und in dem ich mich nicht für sein uneinfühlsames Geplapper schämen muss.

    Das und der Zweifel. Wie ein Ping Pong Spiel. Ich wünschte, mein Mann wäre einfach nur durchgehend mies. Dann wäre das alles so viel leichter...

    So, wie im letzten Beitrag angekündigt: Ich glaube, ich brauche ein wenig Zuspruch. Eigentlich schreit alles in mir, dass ich wieder Blödsinn denke, aber ich glaube mir selbst irgendwie einfach nichts mehr. Ich habe null Vertrauen in meine Intuition und kann mich selbst, trotz besseren Wissens, nicht selbst überzeugen.

    Ich habe gerade wieder zunehmend den Gedanken, dass ich mir das alles vielleicht nur einrede und durch das Lesen der Fäden hier Dinge herbeirede, die vielleicht gar nicht so sind - er vielleicht gar kein Problem hat und ich nur auf alles sensibel reagiere?

    Aber wenn man 5/6 Flaschen Bier, also 3 Liter Bier am Tag trinkt und trotz meiner Bitte, es zu reduzieren, weil es mich belastet, nichts tut, ist das auffällig oder (+ ein sich stark verändernder Charakter + alles und jeden schlecht reden + fast den ganzen Tag nichts sinnvolles tun + Diskussionen, bei denen ich mich frage, was gerade in seinem Kopf vorgeht, weil es fast irrsinnig klingt)?

    Und selbst, wenn es noch nicht so schlimm sein sollte, wie bei anderen, ist es sehr sicher, dass es schlimmer wird, weil er nicht aufhören möchte zu trinken, richtig?

    Und selbst wenn ich es mir einreden sollte (was ich eigentlich nicht mehr so richtig glauben mag), wären so krasse Stimmungsschwankungen, ständig herumstehende Bierflaschen und das schlecht machen von mir und anderen Menschen schädlich für meinen Sohn, richtig?

    Und eigentlich kann ich doch nicht so schief laufen, dass meine Wahrnehmungen alle so falsch sind oder?

    Ich bin dann im Kopf immer meine Liste mit Gründen und schlimmen Erlebnissen durchgegangen, weshalb das doch nicht geht.

    Ja, so eine Liste wollte ich mir auch mal anlegen, also auch so richtig auf Papier, damit mir nichts mehr durch die Lappen geht. Ich bin gerade wieder arg am Zweifeln. Dazu erstelle ich aber vermutlich gleich einen eigenen Beitrag. Vielleicht hätte mir die Liste da aber schon geholfen.

    zum Glück habe ich durch das Lesen hier erkannt, dass mein Mann Alkoholiker ist, dass nur komplette Abstinenz die Krankheit stoppen kann, dass sich die Spirale ohne Abstinenz immer weiter nach unten dreht und alles immer schlimmer wird und das Wichtigste - dass ich fast gar nichts tun kann, um das zu ändern (außer Hilfe durch Nichthilfe) und dass mein Mann von selbst und für sich selbst trocken werden muss.

    Genau diese Erkenntnisse, haben auch bei mir ein Klick verursacht. Das blöde ist nur, dass mein Hirn sehr überzeugt davon ist, diese Dinge schnellstmöglich wieder vergessen zu wollen. Gefühlt habe ich diese Erkenntnis alle paar Stunden (z.B. jetzt gerade glücklicherweise durch deine Nachricht wieder), weil ich es total schwer finde, mir das bewusst zu halten. Aber vielleicht, schaffe ich es irgendwann. Ich fühle mich mit jedem mal ein bisschen stärker.

    Du bist auf dem richtigen Weg, wenn du hier weiter viel liest und dir dadurch hoffentlich auch vieles klarer wird.

    Danke, das macht mir Mut. <3

    Wow, danke BuyMyselfFlowers für deine Mühe, Zeit und generell, dass du all das mit mir teilst! Ich nehme mir super viel daraus mit. Also ganz großen Dank an dich! Und vor allem auch meinen Respekt. Ich hoffe, ich finde die selbe Stärke, wie du sie für dich und deine Tochter gefunden hast.

    Mein fester Wille etwas zu verändern führte also zur Trennung. Ich bin sicher, sonst würde er heute noch betrunken im Wohnzimmer sitzen.

    Ich habe das Gefühl auch mehr und mehr dort hin zu kommen. Vor ein paar Wochen noch waren alles nur diffuse Gedanken und Gefühle. Durch meine Therapie und das Lesen im Forum habe ich das Gefühl, stärker zu werden und klarer sehen können, wie schief alles tatsächlich läuft.

    Ich bin auch kurz davor, den Kontakt abzubrechen, habe aber Angst, dass es dann noch schlimmer wird, da ich ihm sehr wichtig bin.

    Hallo Schwester87,

    leider kann ich dir nur aus der Theorie heraus erzählen, da ich es selbst noch nicht geschafft habe, mich aus meinem Co-Verhältnis zu lösen. Aber als ich meiner Therapeutin genau das sagte, was du geschrieben hast (dass mein Gehen ihn zu Fall bringen könnte), fragte sie mich: Und was, wenn er deswegen beginnt, sein Trinkverhalten zu hinterfragen?

    Diese Frage hat mich lang beschäftigt und ich persönlich habe mir daraus genommen, dass wir einfach nicht in der Hand haben, was passiert. Auch wenn wir bleiben, kann es sein, dass wir damit nur den derzeitigen Zustand legitimieren, anstatt zu "unterstützen", wie ich es auch eine lange Zeit lang sah.

    Trau deiner Wahrnehmung u gehe die notwendigen Schritte an. Es wird, mit längerem Abwarten, auch für mich/die Angehörigen, nicht leichter.

    Dankeschön, es fällt mir tatsächlich oft schwer nicht in den Gedanken zu fallen, dass es ja vielleicht doch auch irgendwann wieder besser oder zumindest nicht schlechter werden könnte.

    und habe ihn noch ungewollt unterstützt da ich nie konsequent war.

    Er ist an seiner Sucht verstorben ich habe lange gebraucht bis es mir wieder besser ging. Im Nachhinein tut es mir leid daß ich nicht früher die Kurve bekommen habe, aber ändern kann ich es auch nicht mehr.

    Das tut mir sehr leid, zu hören. Aber ich kann es verstehen, nicht konsequent zu sein. Mein Mann ist zeitweise ein wundervoller Mensch. Ich möchte diesen Menschen eigentlich nicht loslassen. Aber die Perspektive, die du mir hier gibst, bestärkt mich wieder sehr darin, es doch zu tun. Ich halte den Zustand, wie er ist, so aufrecht. Danke fürs Augen öffnen. Auch wenn ich befürchte, dass es nicht das letzte mal war, dass ich sie geschlossen halte.

    habe mich insbesondere zum Schutz meiner Tochter für die Trennung entschieden. Ich hatte so viel versucht unsere Beziehung zu retten und bin (wie so viele) gescheitert.

    Darf ich dich fragen, wie du das dann angegangen bist? Hast du deinen Mann vor vollendete Tatsachen gestellt? Und wusste er schon vorher, dass die Trennung im Raum stand?

    Ich denke zur Zeit oft über die Trennung an sich nach und kann den Gedanken schwer fassen, einfach zu sagen: Das wars, tschau.

    Habt ihr dazu Erfahrungen/Gedanken? Habt ihr euren Partner vorher darauf vorbereitet bzw. seid ihr vorher in Bezug auf eure Trennungsgedanken transparent geworden?

    Ich hab gerade die Variante im Kopf, meinem Mann zu sagen, dass ich die Situation, wie sie ist, nicht mehr möchte. Und ich deshalb über meine Möglichkeiten nachdenke - ihn damit also irgendwie vor die Wahl stelle. Ich weiß aber gar nicht, ob ich das machen möchte. Mein Gefühl sagt mir gleich einen Strich zu ziehen.

    Hallo an alle!

    Ich bin die Frau eines alkoholabhängigen Mannes. Ich war mir lang nicht sicher, ob er tatsächlich alkoholabhängig ist. Aber da trotz des Wissens darum, dass ich mich nicht gut fühle, seinerseits keine nachhaltigen Schritte unternommen wurden und er beginnt zu trinken, sobald er weiß, dass er nicht mehr aus dem Haus muss (3-6 Bier pro Tag), bin ich mir mittlerweile doch recht sicher. Seine Persönlichkeit hat sich stark verändert und wir schwanken fast täglich zwischen einem fast sogar wirklich tollen Mann am Vormittag zu einem gereizten Menschen, für den alles mist und alles falsch ist.

    Trinkpausen von 1-2 Wochen gibt es, aber nichts, was mich hoffen lassen würde, dass der Groschen gefallen ist. Er weiß, dass ich ihn als Alkoholiker sehe. Er selbst weiß meiner Meinung nach auch, dass er zu viel trinkt, kann sich aber nicht eingestehen, dass er alkoholkrank ist.

    Wir haben einen wundervollen Sohn, der mein Hauptgrund ist, weswegen ich ein Weiterlaufen der Situation nicht mehr legitimieren kann. Sein Vater hat häufig wechselnde und nicht vorhersehbare Stimmungsschwankungen, die bei Kindern bekanntlicherweise großen Schaden anrichten können.

    Seit dem Beginn meiner Auseinandersetzung mit dem Thema habe ich bereits gelernt, dass die Trinkspirale in der Regel immer weiter abwärts geht und alles mit sich reißt, was in naher Umgebung ist.

    Aus diesem Grund versuche ich gerade, mich stark zu machen, um für mich und meinen Sohn einstehen zu können. Mir werden meine Co-Verhaltensweisen mehr und mehr bewusst und ich versuche mich aus diesen Verhaltensweisen zu lösen. Mir ist auch bewusst, dass der Schritt einer Trennung höchstwahrscheinlich notwendig sein wird. Allerdings halten mich noch viele Gedanken und Einstellungen davon entfernt. Aber genau das ist es, woran ich hier vor allem arbeiten möchte. Ich möchte die vielen "Aber" hier teilen, die mir im Kopf herum schweben, um sie dann vielleicht beseitigen zu können.

    Damit ich meinen Sohn und mich retten kann und idealerweise mein Mann durch diesen Schritt vielleicht sogar auch in Richtung seiner Rettung gehen wird.

    Danke, dass ich hier sein darf.

    Es ist tatsächlich schwierig für mich, die Situation einzuschätzen und deshalb denke ich, ich übertreibe. Ich möchte ihm nichts falsches unterstellen

    Hallo Schmetterling85.

    Deine Worte sind zu 100% die Gedanken, die sich immer wieder auch bei mir einschleichen. Aber genau, wie du deine Gedanken und die ganzen "Aber" ernst nimmst, müssen wir als Cos auf unsere Intuition und unsere Gefühle vertrauen. Und wie Aurora bereits geschrieben hat, wenn du dich nicht gut fühlst, muss das der Ausgangspunkt der Überlegung sein. Du fühlst dich aufgrund seines Verhaltens schlecht - das ist keine falsche Unterstellung. Das sind die Gefühle, die du hast und das ist eine ernst zu nehmende Tatsache.

    Ich weiß aber auch, wie schwer das ist. Immerhin bin ich selbst noch co und kann diesen Gedanken leider noch nicht immer anwenden.

    Liebe Grüße.

    Meine Welt und Zukunft bricht gerade zusammen, aber ich will hier nicht jammern, sondern mich erklären, welchen Weg ich einschlagen werde, auch zur Bestärkung.

    Hallo Issi,

    ich weiß um die wichtige Rolle der Bestärkung. Da ich selbst noch tief in der Co-Abhängigkeit stecke und tückische Gedanken noch nicht immer als solche entlarven kann (was mich nicht in die Position für Ratschläge bringt), möchte ich dir nur sagen, dass die Entscheidung, sich zu trennen, viel retten kann (vordergründig für deine mentale Gesundheit, aber tatsächlich auch bei allen Beteiligten) und ich großen Respekt vor deiner Entscheidung habe. Ich wünsche dir viel Kraft!

    Liebe Grüße

    Liebe Cocotac,

    ich kann das bisher geschriebene nur bestätigen und möchte noch ergänzen, dass ich als Coabhängige zum Beispiel selbst manchmal keine Ahnung habe, weshalb ich mich nicht löse oder auch kritische Worte von außen abgelehnt habe. Selbst in der Therapie musste ich mich der Tatsache stellen, dass ich aus irrationalen Gründen immer wieder versuche, die Trennung zu umgehen und trotzdem konnte ich bis jetzt nicht herausfinden, was es ist. Also trotz der immer mal wieder aufblitzenden Einsicht, verfalle ich immer wieder in alte Muster.

    Je nachdem, wie lang man schon in solch einer Beziehung steckt, hat man sich Verhaltensweisen und Einstellungen "antrainiert", die einen gefangen halten, ohne dass sie einem bewusst sein müssen.

    Auch wenn meine Mutter mit mir über das alles sprechen wollte, habe ich es lang als zusätzliche Last angesehen, diese Situation jetzt noch neutral halten zu müssen. Jetzt ist sie und alles was sie gesagt hatte, mein Anker, weil ich sehen kann, dass jemand anderes ebenfalls etwas bemerkte, wenn ich an mir selbst zweifle. Auch wenn das oft nicht reicht, um wach für meine Situation zu bleiben, glaube ich, dass auch du mit deinen ehrlichen Gesprächen unglaublich viel für deine Freundin getan hast. Ich glaube auch: Mehr, als ihr zu zeigen, dass du da bist, kannst du nicht tun. Und das hast du in meinen Augen wirklich gut gemacht.

    Vielleicht hilft es dir, wenn du dir ein paar Fäden im Co-Bereich ansiehst. Hier schreiben viele, welche Gefühle und Gedanken sie hatten bzw. noch haben.

    Liebe Grüße

    Denkst du denn er ist süchtig?

    Puh, das kann ich sowas von gar nicht einschätzen. Dafür weiß ich zu wenig über ihn und ich bin ja selbst noch recht frisch in der ganzen Materie. Ich kann nur sagen, dass ich solches Verhalten bei meinem Mann beobachtet habe und dass ich das für einen möglichen Erklärungsansatz halte. Aber für die Einschätzung, inwieweit das hier wahrscheinlich ist, fehlen mir Einblick, Fachwissen und Erfahrung.