Beiträge von Lizzy01

    Das braucht halt noch Zeit, aber es ist nicht mehr der Mann in den wir uns einst verliebt haben. So einen hätte ich nie wollen. Ich mach schon lange Urlaub, Freizeit meist alleine. Zusammen gehts selten, er schaut mich auch nicht mehr an und der gemeinsame Zeitvertreib ist selten und meist stumm. Es ist eine Trennung, aber ja nicht von einem geliebten Menschen. Was uns hindert ist m.E. nur das Wunschdenken es könnte mal wieder werden wie früher. Und schwupps ist wieder ein Jahr vorüber und man schwimmt im selben Brei.

    Hallo Yve2006, sei froh Du hast den Absprung geschafft. Da hab ich noch einiges vor mir. Es bringt ja nichts wenn so gar nichts gemeinsames mehr da ist. Ich fühle mich eher wie eine Haushälterin, Sekretärin, ab und zu Friseuse. Da kommt nichts zurück, keine Umarmung wenn es mir mal schlecht geht. Wenn ich krank im Bett liege, muss ich mich selber versorgen. Eigentlich weiß ich gar nicht was diese Ehe eigentlich noch soll. Weil es sich den Alk immer nur spät abends reinschüttet, kommt dann auch mal eine Aufforderung ich soll doch ins Bett gehen. Vielleicht fühlt er sich dann nicht so beobachtet. Es ist nicht mehr derselbe wie früher. Ich hab oft das Gefühl ich bin nur noch praktisch für ihn.

    Er war nicht besoffen, das war beim Frühstück. Ich mache schon lange meine Freizeitplanung ohne ihn. Meine Interessen, meine Freunde- taugt für ihn alles nichts. Es waren mal unsere gemeinsamen Freunde und Hobbies. Die Freunde fragen auch nicht mehr nach ihm.

    Wieder ein Sonntag von dem es so viele gab und immer wieder gibt wenn ich nicht bald die Reißleine ziehe und meine Koffer packe. Gestern wars schon ganz knapp davor, wenn nur die Frage nach dem wohin schon klar wäre. Ein Sonntag voll mit so blödem Verhalten mir gegenüber- inzwischen muss ich wenigstens nicht mehr heulen sondern gehe einfach. Immer dasselbe, es beginnt mit einer Lüge, ich hinterfrage, Mann wird unsicher, am Ende kapier ich nichts, verdrehe alles, kann man mit mir nicht reden, mache ich Psychoterror, dann wirds lauter und er muss was zerschlagen und meist rennt er dann davon und ist erstmal weg. Das Wochenende, wie schon so viele ist somit gelaufen. Dann kommt der Gedanke- jetzt reichts und ich hau ab. Aber wohin- ich möchte keine Freundin mit 'reinziehen. Ist auch eine Geldfrage - teure Übernachtungen gehen auch nicht. Sehr von Nachteil, wenn man von seinem Partner auch noch finanziell abhängig ist. In meinen Gedanken hab ich schon festgehalten, was ich unbedingt mitnehmen muss. Die wichtigsten Papiere packe ich schon mal in eine Tasche sollte es mal schnell gehen müssen.

    Bei einer Veranstaltung kam ich zufällig mit einer netten Frau ins Gespräch. Irgendwann erzählte sie mir ihre Geschichte. Es war der Hammer, ich dachte sie erzählt mir meine Geschichte. Bei jedem Satz ging es um Situationen, die sie erlebt hat mit Ihrem alkoholabhängigen Ex- Mann. Sein Verhalten ihr gegenüber - 1 zu 1 wie bei mir. Die Schlafstörungen, Eßstörungen, Konzentrationspeobleme- die ständige Angst, auch Existenzangst. Ihre gesamte Geschichte wie die letzten 35 Jahre an seiner Seite hörte sich an wie meine Geschichte. Sie hat es geschafft, ist ausgezogen und seither lebt sie wieder. Ich war schockiert so viel über mein Verhalten zu erfahren, das ihres war.Immer mehr sich aufhalsen, immer mehr Aufgaben übernehmen, zu meinen ohne dieses ganze Tun bricht alles zusammen, sich benachteiligen, unterwerfen, die eigenen Wünsche zu vernachlässigen.Dieses Gespräch hat mir einiges klargemacht. Wie geht es nun weiter mit dieser Erkenntnis. Ich muss wieder lernen mich und meine Wünsche, meine Gesundheit, Hobbies in Vordergrund zu stellen. Das ist nicht einfach hat man zig Jahre funktioniert. Üben "nein" zu sagen, jeden Tag ein bisschen mehr sich wieder gegen die alten Verhaltensmuster stellen. Sich der Problematik stellen und so Schritt für Schritt wieder (auf)leben.

    Hallo Honighummel,

    Auch ich bin seit 40 Jahren mit einem Alkoholiker zusammen. Ich möchte noch etwas mehr im Leben, Spaß haben anstatt total erschöpft dasitzen und nicht wissen wie es weitergeht. Soll ich gehen, bleiben, geht er ? Aber wohin ? Es ist alles schwierig. Einen Plan hab ich im Moment noch nicht, werde aber durch das Lesen hier in der Gruppe stärker und es tut gut zu sehen, dass man nicht alleine in so einer Situation ist.

    Aurora es ist ein weiterer guter und wichtiger Schritt gewesen, mich in dieses Forum anzumelden. Es geht jetzt im Moment um mich, was schon ewig nicht mehr der Fall war. Zuviel Zeit und Energie vergeigt und es wurde immer schlimmer. Und ich immer leiser. Auch von der Erziehung her. Meine Großmutter und Mutter haben immer vorgelebt dass man den Mann schonen muss. So wurde ich die letzten Jahre auch, hab lieber nicht mehr gekontert, bin lieber ins Bett als zu streiten. Die Beratungen die ich in Anspruch nehme stärken mich. Komm mir vor wie ein Maulwurf der so in die Welt spickelt, dann wieder abtauchen kann. Es braucht noch etwas Zeit bis ich ganz auf dem Haufen stehe. Ich hänge auch an meinem Zuhause, seh nicht ein auszuziehen. Dennoch spiel ich ab und zu mit dem Gedanken und versuch mir das vorzustellen. Jedesmal wenn ich am Flughafen vorbeifahr denk ich immer ich bieg ab und sitz in nächsten Flieger. Eine Vorstellung die mich dann zum Lachen bringt, was äußerst selten geworden ist .

    Lebenskuenstler hab zufällig ein konzertticket von 96 gefunden, da ist er nachts im Suff völlig ausgerastet, hat mal wieder was zusammenschlagen müssen. Ich hab ihm damals gesagt dass seine Sauferei einen Keil zwischen uns treibt. Mich hat der Schlag getroffen realisieren zu müssen wielange das nun so geht. Erst jetzt wirds klar - ich will noch bisschen mehr vom Leben, ihm ists nicht wichtig. In der Suchtberatung kam die klärende Frage für mich : Ihr Mann trinkt schon länger ? Ja, eigentlich seit ich ihn kenne und das sind schon knapp 40 Jahre. Habe erfolglos alles versucht, einmal auch die Polizei gerufen, alles sinnlos weil er nicht aufhören will. Mit seiner Gewalt kann er mich nicht mehr erpressen. Ich hab nun angefangen mit Beratung, Therapie und informiere mich, will die Sucht kapieren warum er mich so schlecht behandelt. Aber lange mach ich es nicht mehr mit weil das Leben nun an nem Punkt ist, wo es mir nicht mehr Spaß macht mit ihm. Kontrolliert werden auf Schritt und Tritt, alles was ich denke, vorschlage ist doof von vornherein, falsche Behauptungen am laufenden Band und die Diskussionen mit endlos Schleife wo er dann behauptet ich würde schreien, während ich wortlos gegenüber sitze. Daher meide ich seine Gesellschaft nach den ersten 2 Bier - es wird dann immer schlimmer.

    Ja, ich möchte nicht mehr still zusehen, schweigen damit nichts eskaliert, die vielen Aufgaben die ich mehr und mehr übernommen habe wieder halbiert sehen. Ich möchte auch mal wieder in den Arm genommen werden. Ich wünsche mir wieder gemeinsame Aktivitäten, gemeinsam Lachen und sich freuen können. Ich möchte nicht mehr runtergebuttert werden bei allem. Ich wünsche mir fairen Umgang . Wie ich es ändern soll weiß ich noch nicht so recht. Bin eigentlich völlig planlos.

    Wenn ich abends zu später Stunde nochmal losgehe und mir ne Flasche hol, ist das kein Genuß mehr. Wenn man sich von Freunden zurückzieht und sich alleine die Kanne gibt, ist das nicht aus Spaß. Es gibt keinen Tag mehr ohne diese Menge, seit vielen Jahren. Es hat vieles verändert, es gibt kein zusammen mehr weil ich nichts trinke. Sinnvolle Konversation ist da auch nicht mehr möglich. Ja, und ich hab ein Problem wenn ich dann Ausraster erleben muss.

    Es ist die tägliche Menge am Abend. Ohne 1 Flasche Wein und 2,3 Bier vorweg ist keine Entspannung, kein Einschlafen möglich. Wenn der Vorrat aufgebraucht ist, was sehr selten vorkommt, gehts auch manchmal noch zur Tanke. Es gibt keinen Tag ohne. Und das seit Jahren.

    Mir gehts ähnlich. Die Abende braucht er für sich und seinen flüssigen Partner. Gemeinsame Aktivitäten gibt's kaum noch, Freunde kommen auch nicht mehr. Auf Urlaub mit ihm hab ich keinen Bock mehr- ist wie zuhause, ab bestimmter Uhrzeit braucht er seinen Alkohol und ich verschwinde dann schnell im Bett da eine Kommunikation nicht mehr möglich ist, er komisch reagiert auf alles was man sagt, unfair wird und aggressiv. Ein Zusammenleben wie in ner WG mit nem komischen Mitbewohner.

    Hallo miteinander,

    Nach vielen Jahren bin ich aufgewacht, Scheuklappen sind weg und ich realisiere dass mein Mann Alkoholiker ist. Seitdem ich mich nun mit dem Thema auseinandersetze, wird mir vieles klarer und verständlicher. Ich suche nun hier Austausch und Hilfe, bin dabei für mich mehr zu sorgen um wieder frei atmen und leben zu können.