Beiträge von Dulcinella

    Sind es wirklich die Jahreszeiten und deren typische Getränke, die triggern? Ist es nicht eher die Sucht, die nach ihrem flüssigen Futter verlangt? Ich habe rund ums Jahr gesoffen, die jeweiligen Gepflogenheiten waren mir wurscht, Hauptsache ich bekam den Stoff.

    Ja, natürlich, in der nassen Zeit hab ich alles gesoffen, ohne jeglichen Wert auf Style und schöne Gläser. Tetrapack Wein hat´s gelegentlich auch getan. Sturm, Aperol Spritz, Glühwein hab ich nie zu Haus getrunken, sondern nur in Gesellschaft. Und ich denke genau das ist die hinterlistige Botschaft des Suchthirns, wenn es mich beim Anblick solcher Getränke triggert. Es geht nicht um mich und dass ich jetzt Saufdruck hab und meinen Stoff will, sondern es geht um "die anderen". Die trinken gemässigt, gesellig und haben kein Alkproblem. Somit will das Suchthirn mir subtil vermitteln "das kannst du doch auch wieder irgendwann, ". NANANA, jetzt mal schön STOP. Kann ich NICHT. Ich bin nicht "die anderen", ich bin trockene Alkoholikerin. Das haben wir doch schon geklärt, liebes Suchthirn. Willst mich verarschen? Das Suchthirn ist wie eine Werbeagentur: Es sucht sich nicht den geächteten Tetrapak Wein aus, um mich zu triggern sondern Getränke die gesellig sind. Beim Sturm (Federweisser) kommt dann noch "regional und saisonal" dazu, der allerbeste Werbeslogan unserer Zeit. Ich hab mir jetzt den Satz eingeprägt: Kinder haben ohne Alkohol auch jede Menge Spaß! Ich kenne Erwachsene die wirklich glauben, ganz ohne Alkohol kann man keinen Spaß im Leben habe. Dann geht auf einen Spielplatz und schaut den 3 bis 5 jährigen zu! Die haben es viel lustiger als ihr!

    Genau, im Winter der Glühwein, im Sommer Aperol Spritz. Das Suchthirn will mir einreden, ich sei arm weil ich keinen Sturm trinken kann. Ich trauer dem nicht hinterher, das sind nur Suchthirn Ausraster. Ich bin so froh dass ich endlich wieder Autofahren kann, das Auto ist viel zu lange nur herumgestanden, da ich besoffen war. Also hab ich jetzt einen großen Drang, Ausflüge zu machen. Der Alkohol hat mich zu Hause eingesperrt, also will ich jetzt nichts wie raus!

    Jede Menge Nebenwirkungen, die niemand braucht!
    Ich wurde im Supermarkt kurz getriggert. Es gibt den ersten Sturm (Federweisser heißt das in Deutschland). Und schon raunzt das Suchthirn "Jöööö, Herbst, bunte Blätter, roter und weisser Sturm, wie idyllisch, du arme, den darfst du auch nicht mehr trinken, schluchz". Diese Gedanken musste ich aktiv bekämpfen. Es gibt andere herbstliche Kultprodukte, an denen ich mich erfreuen kann. Es lebe der Kürbis! Aber so schnell ist man getriggert. Bilder und Verknüpfungen im Kopf von Herbstidylle und "was unbedingt dazu gehört", über die sich das Suchthirn freut.

    Wäre hier nicht die Bezeichnung Entzugserscheinungen viel angebrachter. Denn der Kater klingt irgendwie verniedlichend.
    Dies, weil du an anderer Stelle schriebst:

    Wo ist für dich der Unterschied: Du mit dem "Kater", morgens trinkend vs. einen "echten" Spiegeltrinker? Das Stadium an sich hattest du erreicht. Es sind nur noch Nuancen?!

    Ein Kater ist eigentlich auch eine Entzugserscheinung. Die aber nach einem Tag bewältigt ist. Ich hatte aber keine anderen Entzugserscheinungen bei Abstinenz. Ich weiß, kalter Entzug kann gefährlich sein. Aber da war nie auch nur die geringste Entzugserscheinung. Im Volksmund nennen wir bald jemanden einen Spiegeltrinker, aber ein Spiegeltrinker ist "eine Person mit einer schweren körperlichen Alkoholabhängigkeit. Sie können oft keinen einzigen Tag komplett ohne Alkohol auskommen, da sonst schwere Entzugssymptome einsetzen." Das war bei mir Gott sei Dank NOCH nicht der Fall. Aber mir ist schon bewusst, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis ich dort lande, wenn ich so weitermache. Also da gibt´s nichts zu verniedlichen.

    Da war ich eine davon. Ich konnte nicht rechtzeitig "Nein, danke" sagen. Zittern, Schweißausbrüche, Panikattacken, volles Programm.

    das ist ein Albtraum! Ich hab nur schon am Vormittag angefangen, wenn ich verkatert war, da nicht gewillt den Kater nüchtern auszuhalten. Das war nicht jeden Tag, aber mit der Zeit immer öfter. Zum Schluss dann auch 3 Wochen lang täglich, das war mein Höhepunkt. furchtbar!

    Nein, also die Quartalsäufer hab ich nie verstanden. Ich hab Jahrzehnte lang täglich getrunken, fast immer nur am Abend. Erst mit der Zeit wurde es immer mehr und die letzte Zeit eben auch den ganzen Tag. Ich nenne das Rückfälle da das Ziel war, abstinent zu bleiben. Trinkpausen sind ja schon von vornherein mit Ablaufdatum geplant, wie dry january oder Fastenzeit. Wenn man sich vornimmt komplett aufzuhören aber wieder trinkt nenn ich es Rückfall, aber egal wie man es nennt, es ist ein Scheitern. Aber auch lehrreich, denn nach ein paar mal weiß man, dass man garantiert nicht "weniger trinken" kann sondern das Suchthirn auf eine gewisse Menge programmiert ist. Das nächste Stadium wäre dann Spiegeltrinker mit körperlichen Entzugserscheinungen, die weit über einen Kater hinausgehen, gegen die man trinken muss, damit man den Tag überlebt? Zitternde Hände und so?... Nein Danke, eine Horrorvision!

    Ich hoffe jedenfalls, dass mein Suchthirn mir auch auf Dauer nichts mehr einreden kann. Denn nicht nur endet jeder Schluck immer in einem Wochenlangen durchsaufen (muss ja schon in der Früh anfangen, gegen den unerträglichen Kater...) sondern es wurde auch jedes mal immer mehr Wein! 3 Rückfälle zwischen Mai und Juli waren wirklich eine nachhaltige Lektion im Scheitern. Nein Danke! Es darf nur nicht sein dass ich das irgendwann vergesse. Aber jetzt steht es ja hier, dokumentiert für immer.

    Wie alt bist du? Wegen deinem Schlafproblem

    Ich bin 62, also man kann schon von "seniler Bettflucht" sprechen, haha. Was ich wirklich nicht mehr kaufen darf ist Erdnussbutter und Nutella!!!!! Aber Hunger hab ich derzeit ordentlich, und das war bei jeder Trinkpause so. Aber es ist eigentlich nicht so tragisch, Hauptsache ich saufe nicht mehr und habe ENDLICH kapiert, dass JEDER Schluck in einem wochenlangen Besäufnis enden würde. Diese Einsicht hat viel zu lange gedauert! Aber jetzt kann mir mein Suchthirn nichts mehr vormachen. Dutzende male probiert "nur wenig zu trinken" und jedes mal gescheitert.

    Ja also Durschlafstörungen hatte ich auch besoffen. Und diese mit grausamen Schweißausbrüchen! Im Winter werde ich besser schlafen, denn wenns um 16 Uhr stockfinster ist, bleib ich sicher nicht bis Mitternacht auf. Und ich darf wirklich nicht dauernd fressen. Wie soll ich einschlafen, wenn ich um 11 Uhr Nachts noch ein Käsebrot reinstopfe? Immer dieser Heisshunger...die Kalorien vom Alk fehlen ;)

    Gestern hab ich um Mitternacht mein Medi genommen und heute bin ich super fit und werke im Garten herum. Ich glaub das Problem wird sich im Winter lösen, wenn es länger dunkel ist. Bei mir hilft auch abdunkeln nichts, mein Biorhythmus ist wie in der Steinzeit auf die Sonne programmiert ;) Ich hatte schon einmal eine Trinkpause im Winter, da gab es keine Aufwachprobleme um 5 Uhr früh. Also ich freu mich nun mal schon auf den Herbst. Heute Abend probiere ich die viel beworbenen Baldrian-Passionsblumen Tropfen. Jetzt muss dann auch noch jeglicher Einkauf von Chips und Süssigkeiten gestoppt werden.....

    Früh aufgewacht bin ich immer, auch als Trinkerin. Im Sommer wenn es früh hell wird, dann kann es auch sein dass ich schon um 5 putzmunter bin, aber meistens um 6. Im Winter geht´s bis 7 :) Der Unterschied zu jetzt ist nur dass ich besoffen schon um 21 Uhr vorm TV eingedöst bin, oder spätestens um 22 Uhr ins Bett gefallen. Und nüchtern bin ich um Mitternacht noch hellwach, bzw den ganzen Tag müde und erst wenn ich schlafen soll richtig wach... Deswegen wache ich aber trotzdem um 5:30 auf und kann nicht weiterschlafen. Ich bin zwar dann den ganzen Tag wie stoned und müde, aber gleichzeitig völlig überdreht und kann wieder nicht einschlafen......

    das verordnete Medikament scheinst Du nicht so gut zu vertragen.

    Doch, das ist ja das einzige was wirkt. Ich nehme es aber nur gelegentlich, sonst würde es abhängig machen. Melatonin hab ich auch probiert, das wirkt auch. Aber ist auch nicht unproblematisch und auf keinen Fall eine Dauerlösung, wie ich gelesen hab. Ich probier jetzt noch mal Baldrian, Passionsblume und co. Bis jetzt war das immer wirkungslos, aber vielleicht wirkt es ja nun, da ich nüchtern bin. Werd ich noch heute besorgen.