Beiträge von Niyati

    Hallo Botika,

    ich schließe mich mit meiner Meinung meinen Vorrednern/innen an. Wenn ich dieses Forum schon gekannt hätte bevor ich mit meinem Freund zusammengezogen wäre – wäre mein Leben anders verlaufen und mir wären viele sehr unangenehmen Dinge erspart geblieben.

    Weshalb ich Dir schreibe: auch in der Theorie war mir nicht wirklich klar was Co-abhängigkeit bedeutet und mir hat es jedenfalls geholfen immer mehr aus meinem Helfertraum aufzuwachen. Dies wünsche ich Dir auch

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    links sind nicht erwünscht
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    Liebe Grüße

    Niyati

    Hallo Czasa,

    Du fragst nach hilfreichen Tips von uns – hast uns aber auch mitgeteilt, dass Du in einen Familienforum bist wo Du schon einen Tip erhalten hast. Zitat: „In meinem Familienforum sagen Sie geh von Ihm er hat Dir und den Kindern genug angetan. Ich sehe das auch ein und möchte die Kids nicht noch mehr reinziehen“

    Ist dieser Tip nicht hilfreich? Was sollen wir Dir anders raten? Mir hat einmal eine Bekannte erzählt was der Hausarzt vom alkoholkranken Ehemann gesagt hat: Sie haben die Wahl weiter zusammenzuwohnen und mit dem Ehemann kaputt zu gehen oder sich zu trennen und für ihre eigene Gesundheit zu sorgen. Ihr Ehemann hat die Wahl aufzuhören oder weiter zu trinken.

    Czasa, es ist nicht möglich, dass Du das Problem, welches Dein Mann mit dem Alkohol hat, lösen kannst.

    Du brauchst Deine Kraft für Dich und die Kinder und Du bist Deinen Kindern ein gutes Leben schuldig – erst recht wenn schon Gewalt im Spiel war.

    Grüße

    Niyati

    Hallo 2L84U,

    wenn Dein Vater seine Probleme nicht erkennt und ihr als Familie keinen Zugang zu ihm habt weil er nicht einsichtig ist – kann ich Euch wirklich einen gerichtlich bestellten Betreuer empfehlen. Er regelt dann alles und so wie die Sache bei Euch aussieht wird kein Richter der beim Eurem Vater vor Betreuerbestellung eine Anhörung machen muss, die Betreuerbestellung ablehnen. Ein Betreuer muss nur dann bezahlt werden, wenn die Person über 2600 Euro Vermögen (die Betreuungsbehörden können hier beraten) in der Regel wird bei Mittellosigkeit der Betreuer aus der Staatskasse gezahlt.

    Grüße

    Niyati

    Hallo,


    es gibt in Deutschland Betreuer bzw. Betreuerinnen. Dies sind die Nachfolger der Vormünder. In Deinem Fall halte ich es für angebracht eine Betreuung für Deinen Vater einrichten zu lassen – da er offensichtlich seine Angelegenheiten nicht mehr selber regeln kann. (wenn eine Person die eigenen Angelegenheiten nicht mehr selbständig regeln kann, bekommt sie einen Betreuer/in) Am Besten wendet man sich als Angehöriger an die Betreuungsstelle. Oder direkt ans zuständige Amtsgericht. Es wird allerdings ein Attest von einem Arzt/Psychiater benötigt, der attestiert, dass die Person ihre Angelegenheiten nicht mehr selber regeln kann und Hilfe benötigt. Der Betreuer kümmert sich dann um alles was nötig ist. Heim oder Versorgung durch Pflegedienst, Vermögenssorge, Gesundheitssorge (ggf. Einweisung/Entgiftung) u.s.w.

    Die Gerichte wollen natürlich Geld sparen und versuchen die Familienmitglieder als Betreuer einzusetzen. Da er nicht Einsichtig ist, halte ich das für keine gute Idee – argumentiert entsprechend – dass keiner dies in der Familie machen kann.

    Liebe Grüße

    Niyati

    Hallo Heiko,

    Du fragtest nach der Therapie von meinem Freund: Mein Freund kann, so hat er mir es zumindestens gesagt, im Knast keine Therapie machen. Es gibt dort zwar eine Gruppe (ich glaube so was wie AA Meeting) aber da kann er nicht hin gehen weil: „dort kann man nichts privates erzählen, weil die wenigen die im Knast in diese Gruppe gehen - dies dann nachher weitererzählen und es dann der ganze Flur weiß und es dann gegen einen verwenden werden kann“ „ Und da man dort lebt – geht dass nicht“.

    Dies hört sich für mich ziemlich komisch an und er hat versucht es mir zu erklären warum diese Gruppe im Knast was ganz anderes ist als eine Gruppe außerhalb vom Knast und das Gefühle zeigen eh nicht angesagt ist im Knast und das er gar nicht in eine Gruppe gehen braucht wenn er keine Gefühle zeigen kann. (falls jemand mit Knast Erfahrung hierzu was sagen kann – wäre gut)

    Was ich verstehe ist: er hat keine Lust auf eine Gruppe und setzt sich mit der Sache so auseinander wie er es will. Das fühlt sich nicht so gut an.
    Allerdings möchte er einen Antrag stellen, dass er nach 2/3 der Strafe „Therapie-statt-Strafe machen kann. Ob diesem Antrag stattgegeben wird – werden wir sehen. Das ist der Stand der Dinge.

    Er war schon mehrmals im Knast bevor ich ihn kennen gelernt habe und er hat mindestens schon 3 bis 5 Therapien gemacht, früher wegen härteren Drogen – alles bevor ich ihn kennen gelernt habe. Er war auch schon mal in einer Selbsthilfeeinrichtung ähnlich Synanon.
    Ich hätte ihm den Leitfaden zur Trockenheit gar nicht schicken brauchen, er weiss dies tatsächlich alles selber. Und es hört sich in den Gesprächen jetzt am Telefon (ca 30 Minute 1 x die Woche) und Besuche (ca 1 Stunde 2 x im Monat) auch alles so an als wolle er nach dem Knast wirklich sein Leben umkrempeln und die alten Fehler nicht mehr machen.

    Heiko, Du hast ja geschrieben „.. warum sollte es ihm nicht gelingen.“

    Ja, es hat sich nun auch ein Wandel in seinen Gedanken vollzogen (obwohl ich mir nicht ganz sicher bin ob er mir dies alles nur vorspielt – weil er ja auch genau weiss wie man was vorspielt) Er meint im Knast keinen Alkohol zu trinken. Was ich nicht verstehe ist: das er gar keine Entzugserscheinungen hatte – obwohl er schon über Jahre 20 - 30 Litter Bier in der Woche getrunken hat. Er tut so als sei das Aufhören mit dem Trinken gar kein Problem. Ich kann dies nicht glauben.

    Lese das Buch: das Zen der Gesundung und dies tut total gut.

    Hallo Lavendel,

    einfach nur danke für Deine Antwort bzg. meiner Geschichte mit dem „Dazugehörigkeitsgefühl im Forum“ – Fühlt sich auch schon ganz anders an.

    Und ich habe noch was ganz schönes zu berichten: Der polnische Arbeiter hat superschnell hier zwei Wände aus dem Haus herausgenommen und alles so gemacht wie der Schreiner – der nächste Woche die Schiebtüren liefert - es haben wollte. Somit ist nun bald ein Teil vom Wohnzimmer offiziell abgetrennt und kann Wintergarten genannt werden und ich habe dem Bauamt erst mal genüge getan. Für die anderen Sachen habe ich wieder 2 Jahre Zeit. Es ist mir unverständlich warum ich so viel Angst davor hatte die Sache mit dem Haus hier selber in die Hand zu nehmen. Kann es sein, dass frau es in Co-Abhängigkeit genießt, hilflos zu sein?

    Grüße

    Niyati

    Hallo Leominda,

    für mich hört sich das so an, als wolle Dein Freund eine einfache Lösung: Dich ein bisschen zufrieden stellen und alles beim alten belassen, aber auf jeden Fall den heißgeliebten Alkohol nicht loslassen.

    Du stehst immer noch an 2. Stelle und es hat sich nichts geändert.

    Mein Freund hat es nie länger als 2 Tage geschafft kontrolliert zu trinken. Wegen einer Arbeit hat er es mal 4 oder 5 Tage geschafft – allerdings hat er sich danach absolut die Kante gegeben und ist 2 Nächte nicht Nachhaus gekommen.

    Habe vor 2 Wochen mit dem Rauchen aufgehört, allerdings habe ich am 5. Tag geglaubt ich könne eine Zigarette rauchen. Dann hat sich ganz leicht wieder eine Gier nach Zigaretten eingeschlichen und schnorren und Plätze aufsuchen wo man schnorren kann und schwupp – habe ich mir eine Packung gekauft, weil das Schnorren auf die Dauer nervt. Am nächsten Morgen habe ich genau sehen können das ich die Wahl habe: jetzt mit dem Aufhören weiter zu machen oder mit dem Rauchen. Ein bisschen Rauchen geht nicht. Dann habe ich mir die DVD: Nichtraucher in 5 Stunden nochmals angeschaut und diesmal viel tiefer aufgenommen. Der wichtigste Satz den ich aufgenommen habe: Lass Dich von dem Nikotin nicht noch mal anfixen. Und dieser Satz gibt mir so ein gutes Gefühl – ich fühle mich wirklich frei – wenn ich der Entscheidung treu bleibe mich nicht mehr von Zigaretten anfixen zu lassen.

    Du hast keine Chance ihm die Einsicht einzutrichtern. Er muss es selber einsehen. Lass die ganze Geschichte um ihn los und richte Deine Aufmerksamkeit auf Dich. Du willst ein gutes Leben – gib Dir selber ein gutes Leben. Lass Dich nicht so leicht wieder von ihm einfangen, oder willst Du weiter die Nr. 2 bleiben?


    Grüße Niyati

    Hallo,

    bin heute wieder abgestürzt – in Tränen. Habe den Thread von Freund gelesen im Alkoholikerforum mit dem Thema: Leitfaden zur Trockenheit.

    Meine Traurigkeit kam daher, dass ich mir es nur sehr schwer vorstellen kann, dass mein Freund wirklich seine gesamte Lebensumstände ändert und eine Position bei der Außenwelt bezieht. Bei mir kommt da einfach kein Bild hoch und das tut mir weh.

    Heute habe ich dann den Thread von Freund (Leitfaden zur Trockenheit) kopiert und ihn mit einem Brief von mir an meinen Freund geschickt. Dort habe ich mitgeteilt habe dass ich denke, dass er noch sehr weit weg ist von der Lebenseinstellung die im Thread geschildert wird und mich dies traurig macht.

    Mir wird klar wie viele Situation ich mitgetragen habe die ich im Grunde genommen blöd finde: Kneipenbesuche mit zuviel Alkohol und weil ich selber nichts oder wenig trinke sind Gespräche mit Besoffenen einfach öde oder hohl. Andere Unternehmungen die im Grunde genommen schön waren, wenn das Trinken nicht gewesen wäre. Etliche peinliche Situationen auf Feten und Festen. Das hab ich gar nicht nötig und ist nicht mehr in meinem Leben seit er in Haft ist, weil mein Freundeskreis anders ist.

    Jetzt kommt bei mir die Frage hoch: Was will ich von diesem Forum? Das Forum hilft mir meine Klarheit zu stärken und das wirkt sich auf die Beziehung zu meinem Freund aus. Ich kippe nicht mehr um: Mein Freund hat verstanden dass ich es Ernst meine das er bei mir nicht mehr einziehen kann, nach der Haft. Er macht Pläne in die Richtung von Trockenheit und eigene Wohnung in 20 km Nähe. Das ist schon mal ein guter Erfolg. Alles ist aber jetzt bis zur Entlassung eine reine Fiktion. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass er einfach nur jetzt mal so die Wogen glättet und er dann gar nicht so kooperativ ist wie er das jetzt ist. Bei mir kommt immer wieder der Wunsch hoch mehr zum Forum dazuzugehören. Was kann ich dafür tun? Vielleicht schreibe ich nicht regelmäßig genug und lese zuviel? Vielleicht ist meine Geschichte auch zu langweilig, weil es nicht viel zu erzählen gibt?

    Liebe Grüße

    Niyati

    Hallo Caro,


    Du hast an mich geschrieben und ich habe dies einfach mal in Deinen Thread kopiert, weil wie Du schon sagst ...sehr von Thema abgeschweift bist und dies mehr in Deinen Thread gehört anstatt in meinen.

    Habe oft überlegt, was ich Dir schreiben kann... es ging irgendwie nicht. Ich empfinde Dich als wirr. Was meinst Du damit: „Ich kann dir ein Bild zu jeder Jahreszeit neu übermalen. Aus jedem Grübchen und Hügel entsteht etwas neues. Diese Gabe hat mir bis heute auch in meinem Leben gedient. Aber einmal möchte ich auf weissem glatten Untergrund beginnen.....“

    Willst Du damit ausdrücken, dass Deine Situation mit Deinem Freund gar nicht so schlimm ist?

    Grüße

    Niyati


    “Danke für deinen Eintrag zu meinem Thema. Tut gut das ich das Gefühl loswerde der Fehler könnte doch bei mir liegen. Bei mir ist es nun die 5 Beziehung mit Sucht. Nicht alle waren Alkohol. Einer davon trocken und einer Cannabis. Das hin und her kenne ich nur zu gut. Aber wenn du dir und ihm sagst so nicht mehr. Bist du schon weiter. Bleib dabei. Wie er darauf reagiert ist der Spiegel seiner Seele. Anders ist es ihm nicht möglich. Darauf zu warten das sich durch das trocken sein auch gleich der Charakter ändert ist utopisch. Die Erfahrungen die er nun trocken macht. Also bewusst. Prägen in im weiteren.
    Ich selbst suche Heilung in mir. Meinen eigenen Spiritualität. Wenn ich einen Siebten Sinn habe weiss ich das die Fieseleinen und Demütigungen hilflose Rundumschläge sind. Den Menschen die trinken ist überhaupt nicht wohl dabei. Auch wenn sie das manchmal meinen. Ich hatte das Gefühl mein Freund wird von einem Teufel ( Alkohol) festgehalten.
    Noch dann kann und will ich nichts entschuldigen. Habe ich lang genug getan!
    Ich habe noch vier Kinder. Mit seinen sechs. Für die ich da bin und ich meine Kraft brauche. Und auch von Herzen gern gebe.
    Gestern Nacht um 24oo Uhr rief mein 18 Jähriger an.“ Mami Komm“! Ich fragte warum? Ist egal komm einfach. Ich war so stolz. Der Autounfall. Alles sind doch Penats. Niemand ist verletzt und mein Sohn hat Vertrauen zu mir auch seine Kumpels.
    Dieser Sohn ging zu seinem Vater und sagte ihm „ wenn du weiter so saüfst komme er ihn nicht mehr besuchen. Sein Vater trinkt zum Morgenessen ein Bier.
    Ich bin so froh ist mein Sohn standhaft. Kann seine Gefühle zeigen und dazu stehen.
    Auch er hatte schon Phasen wo er trank. Fand aber danach .Das ist es nicht! Er wird immer aufpassen müssen mit Alkohol. Für jede Erfahrung die er jung macht bin ich sehr dankbar.
    Nun bin ich doch sehr vom Thema abgeschweift. Muss mir wahrscheinlich selbst manchmal zeigen das ich nicht alles falsch mache.
    Bleib dabei und lass dich nicht weich klopfen.
    Ich geniesse das allein sein bewusst. Nie ganz allein wegen der Kinder aber nicht unter Druck.
    Ich kenne auch keine Langeweile. Da ich sehr kreativ bin. Ich kann dir ein Bild zu jeder Jahreszeit neu übermalen.
    Aus jedem Grübchen und Hügel entsteht etwas neues.
    Diese Gabe hat mir bis heute auch in meinem Leben gedient. Aber einmal möchte ich auf weissem glatten Untergrund beginnen........................

    Liebs Grüessli Caro


    Hallo Caro

    Hallo Spedi,

    die Frage stellt sich für mich nicht mehr mit dem Schluss machen und ob es fair ist - war wohl gestern. Ich spüre es steht für mich jetzt nicht an die Beziehung zu beenden.

    Ja, ja es ist mein gutes Recht so zu leben und ich will auch keine Diskussion mehr mit ihm darüber. Leider habe ich mich auf eine eingelassen. Er hat mir über seine Familie (indirekt) und er selber ziemliche Vorwürfe gemacht – weil er ja jetzt in Haft ist und ich mit solch Hämmern komme... er hat richtig gekämpft darum dass ich meine Meinung ändere und wir danach wieder zusammenziehen. Aber ich bin ganz cool geblieben. Er hat jetzt wohl im Knast eine Therapie beantragt hat (weis nicht so genau ob die dann danach stattfindet, oder ob er dann bei 2/3 Strafe rauskommt wg Therapie statt Strafe). Er meint wenn er trocken ist – sind alle Probleme gelöst. Es ist für mich total klar – dass jetzt von ihm Taten folgen müssen – keine Worte und genauso sage ich ihm dies auch.

    Ja, er versucht mich für seine Gefühle die er hat verantwortlich zu machen und hier muss ich ganz wachsam sein.

    Grüße

    Niyati

    Hallo Stolze Rose,

    Deine Geschichte hört sich sehr ähnlich an wie meine. Ich kenne meinen Freund auch ca 2 Jahre und er hat in dieser Zeit auch mehrfach ins Bett gemacht.
    Ich bin noch nicht lange hier im Forum. Was mir geholfen hat zu hören von anderen Teilnehmern:
    „Was willst du denn überhaupt mit so einem Mann? Du hast keinerlei Verpflichtungen ihm gegenüber... Bleib hart - wenn du ihn dadurch verlieren solltest, dann ist er es auch nicht wert... er möchte dich emotional unter Druck setzen. Lass es nicht zu und geh deinen Weg...“ und: „du musst für dich entscheiden, ob du das willst. ob das für dich eine ausgeglichenen partnerschaft ist. ob das ihn bei dir haben alles andere aufwiegt. die entscheidung kann dir keiner abnehmen“

    Diese Fragen gebe ich einfach mal so an Dich weiter. Mir hat es geholfen mir darüber klarer zu werden: was will ich von ihm? Behandele ich ihn eigentlich als Mensch oder als ein Ding, was mir hilft meine Angst vorm alleinsein nicht spüren zu müssen. Und was will ich für eine Partnerschaft.

    Wenn er nichts einsehen will, dann kannst du nichts machen. (für ihn) Für Dich kannst Du eine Menge machen.

    Liebe Grüße

    Niyati

    Letzten Mittwoch kam seine Antwort auf meinen Brief. Er meint ... Trocken zu sein wäre ja gut für ihn aber nach der Entlassung allein wohnen - das will er nicht.... Dann wäre es besser die Beziehung zu beenden ... um uns voreinander zu schützen...
    Irgentwie war es ein zweideutiger Abschiedsbrief.... wegen anderen Formulierungen.

    Ich bin dann einen Tag total in meinen Schmerz gegangen, habe nur geheult - und mich leider bei seiner Mutter ausgeheult und habe auch mit der Freundin seines Bruders telefoniert. Habe dann leider auch über die Familie von ihm versucht herauszubekommen, ob das wirklich sein Ernst ist. Dann war ich am Wochenende im Schweigeretreat, was mir sehr gut getan hat.

    Heute hat er angerufen und mich gefragt, ob es mein Ernst ist mit dem nicht mehr zusammen wohnen und ich bin nicht umgekippt. Leider war das Gespräch sehr kurz und er ist wohl beleidigt.

    Es wühlt mich unheimlich auf, aber durch das Retreat am Wochenende habe ich auch viel Kraft. Und ich finde er manipuliert mich mit seinem scheinbaren Abschiedsbrief. Im Moment bin ich stark und habe das Gefühl - ich lasse mich da nicht manipulieren. Ein Stück habe ich ihn losgelassen - ich nehme in Kauf dass er jetzt Schluss macht - wenn ich meine Meinung nicht ändere.

    Mir geht es die ganze Zeit im Kopf herum, ob es nicht von mir besser wäre, wenn ich Schluss mache. Ich weiss nicht ob ich auf ihn warte, ich will danach nicht mehr mit ihm zusammen leben. Ist das von mir überhaupt noch fair? Was meint ihr?

    Obwohl ich besuche ihn gern und schreibe auch gern.

    Liebe Paulinchen,

    ich verfolge seit Tagen Deine Geschichte weil sie mich an meine Geschichte erinnert. Ich habe den Fehler gemacht und meinen Freund bei mir einziehen lassen, weil ich einfach naiv war und die gesamten Auswirkungen der Krankheit nicht kapiert habe. Damit habe ich zugelassen, dass er mir meine Kraft nimmt.

    Wenn Dein Freund keine Einsicht von selber hat – dann wird er diese auch nicht haben, wenn er bei Dir wohnt.
    Beim Zusammenleben mit einem Alkoholiker ist es noch viel schwerer bei sich selber zu bleiben. Seit mein Freund in Haft ist, kommt meine Kraft nach und nach zurück. Ja, es kommen auch schmerzhafte Gefühle hoch, aber auch ganz viel Neues, weil ich so sehr auf mich selber zurückgeworfen bin. Ich nehme diese Situation an, mache das Beste daraus und ich weis (falls ich immer noch mit ihm zusammen sein werde ) wenn er entlassen wird: Es ist seine Angelegenheit was gegen diese Krankheit zu machen oder daran zugrunde zu gehen. Und meine Angelegenheit ist es zu entscheiden ob ich dabei mit drauf gehen will oder das Leben zu leben was ich liebe. Ich habe mich dafür entschieden, das Leben zu leben was ich liebe.

    Ich glaube Du hast Deine Absicht, dass Du nicht mehr weiter mit ihm zusammen sein willst, wenn er weitertrinkt, nicht wirklich ernst gemeint. Ich meine für Dich ernst gemeint. Du willst ihn mit der Trennung manipulieren was zu machen. Das geht nicht. Du kannst nur für Dich entscheiden: Willst Du dabei mit drauf gehen oder Dein Leben leben.

    Liebe Grüße

    Niyati

    Hallo,

    möchte mich mal melden und schreiben was bei mir gerade geschieht: Habe ihm besucht und er war nüchtern und sah sehr gut aus. Zu meiner Frage an ihn, ob er mit den Entzugserscheinungen klar kommt hat er nur lapidar geantwortet: Ich habe Dir schon früher gesagt, dass ich keine habe und dies kein Problem ist. Die Stunde Besuchszeit war so kurz und wir hatten viel zu besprechen, dass ich ihn nicht darauf angesprochen habe – wie ich mir die Wohnsituation nach der Entlassung vorstelle. Dann habe ich ihm einen Brief geschrieben und ihm ganz klar mitgeteilt, dass er nach der Entlassung nicht mehr bei mir wohnen kann. Davon werde ich nicht mehr abweichen. Auch wenn ich ihn dadurch verliere.

    Ich habe ihm auch nie versprochen, dass ich auf ihn warte obwohl er mir oft ein Versprechen abluchsen wollte. Ein, zwei Jahre sind eine lange Zeit – niemand weis was in so einer langen Zeit geschieht.

    Irgendwie scheint mein Problem im außen ja damit gelöst zu sein. Mein emotionales Grundmuster von Co-Abhängigkeit ist damit bestimmt noch nicht gelöst – da mache ich mir nichts vor und deshalb möchte ich hier auch weiter lesen und schreiben. Es fällt mir auch schwer darüber zu berichten wie es mir innen geht. Ich vermisse ihn sehr und in manchen Stunden habe ich einfach Angst. Wenn ich mir diese Angst genauer anschaue – steckt dahinter das Verlassen sein. Kann es sein, dass wir als Co-abhängige unsere Liebe auf den Partner projizieren und dann glauben der Partner könne uns das geben was wir glauben selber nicht zu haben? Was ist eigentlich reife Liebe?

    Liebe Grüße

    Niyati

    Hallo Oscarchen,

    ich glaube auch in normalen Beziehungen (die, die Gesellschaft für gesund hält) gibt es viel Co-Abhängigkeit.

    Für mich habe ich festgestellt: In meiner vorletzten Beziehung war ich in der Rolle der Abhängigen. In dieser Beziehung habe ich es zugelassen, dass der Mann sich nur um meine Probleme kümmert und er meinte er habe ja keine bzw. er hatte ja meine und konnte toll, unbeteiligt u.s.w. sein. Hier bin ich nach 3 Jahren an einen Punkt gekommen wo ich so nicht mehr weiter machen wollte und je mehr ich angefangen habe, mir die Wahrheit über die Beziehung zu sagen und nicht mehr zurückgefallen bin – und auch das Ende akzeptiert habe – weil er sich nicht änderte – damit war ich dann frei. Das hört sich jetzt so einfach und schmerzlos an, war es nicht.

    Jetzt bin ich an den Punkt in der Rolle als Co. Ich fühle nicht, dass ich an einem totalen Tiefpunkt angekommen bin. Es könnte immer noch viel tiefer gehen. Mein alkoholkranker Partner ist nun im Gefängnis und ich weis wenn ich ihn nach der Entlassung wieder bei mir wohnen lasse bin ich wieder in der alten Rolle. Ich glaube den totalen Tiefpunkt braucht der Co-Abhängige nicht. Bei mir ist es so, dass ein Punkt erreicht werden muss – wo ich kapiere – es reicht – so nicht – dass ist nicht gut für mich. Und sich selber über die Situation die Wahrheit zu sagen, dass öffnet die Augen. Und das Forum hilft die Augen zu öffnen und mir wurde gesagt: was willst Du von so einem Mann....,er interessiert sich nicht die Bohne dafür dass du mit einem trockenen Mann zusammensein willst u.s.w.

    Zu Deiner Frage von einer gesunden Beziehung zu sich selbst und zu einer anderen Person. Die Umsetzung klappt bei mir ja auch nicht, kenne aber drei gute Bücher die sich mit Co-Abhängigkeit und Beziehung beschäftigen.
    Liebeskummer lohnt sich doch.
    Lebendige Beziehungen von Frank Natale
    Gelegenheit macht Liebe.

    Aus dem letzten Buch habe ich die Sache mit den Zwiegesprächen mit meinem Freund phasenweise regelmäßig gemacht. Es ging uns während dieser Zeit viel besser und wir konnten viel liebevoller miteinander sein. Ich für mich gehe den Weg: je mehr ich von den guten Sachen für mich in mein Leben bringe, desto weniger werden die Verwicklungen.

    Grüße

    Niyati

    Hallo Lavendel,

    es ging mir zwischenzeitlich erst mal ganz gut - heute Abend fühle ich mich voller Angst und hilflos. Das Haus überfordert mich und ein Ende der Arbeiten ist noch nicht in Sicht. Und ich steh jetzt ganz allein da - heute Abend macht mir das viel aus.

    Es stimmt er hat von mir gelebt - es war ein Tauschgeschäft, er hat alle Arbeiten die ich selber nicht kann gemacht. Ich brauchte dafür keine Handwerker zu bezahlen (die um ein vielfaches teuerer gewesen wären) und die Arbeiten die er gemacht hat - hat er auch sehr gut gemacht. Trotz seiner Sucht ist er super geschickt. Auch den Restwert des Autos hat er mir auf Raten zurückgezahlt. Ich kann hier nicht sehen dass er mich in dieser Sache mehr benutzt hat - als ich ihn.

    Emotional ist dies eine andere Sache: Ich habe viel zu viel für ihn geregelt (z. B. wöchentliche Geldeinteilung von seinem eigenen Geld, Schriftverkehr, Termine einhalten, Insolvenzverfahren) oder ihn angehalten es zu regeln. Ich finde mich wieder in der Beschreibung einer anderen Frau hier im Forum, die Ihren Mann als weiteres Kind bezeichnet hat.

    Habe heute auch mit einem Freund geredet und dieser hat sehr ähnlich wie Du geantwortet und mir auch Mut gemacht - da er selber schon einmal in so einer Situation war. Er hat es geschafft - er hat ihr klar gemacht, das er so nicht weiter mit ihr zusammenbleibt und da sie sich nicht geändert hat - sind beide nicht mehr zusammen.

    Ich kann meine Änderung nicht innerhalb von 5 Tagen vollziehen und ich habe Glück - das Leben gibt mir jetzt ganz viel Zeit für mich.

    Nein, dass ihn bei mir haben – wiegt alles andere nicht auf. Auf jeden Fall kann er nicht mehr bei mir wohnen – soweit bin ich schon. Allerdings muss ich dann bald auch seine Sachen aus meinem Haus tun. Ist ja auch so eine Frechheit das er einfach alles zurücklässt und sich überhaupt nicht dafür interessiert.

    Liebe Grüße

    Niyati

    Hi Ayki,

    Du hast geschrieben: Was will ich eigentlich von solch einem Mann?

    Wir hatten neben den Dramen auch eine gute Zeit. Ich will diese gute Zeit mit ihm und ein Leben mit ihm ohne Alkohol.

    Ich weiß, vom Kopf her, dass ich ihm zu nichts verpflichtet bin, allerdings fühle ich auch, dass dies bei mir auf einer emotionalen Ebene noch nicht wirklich tief angekommen ist.

    Jetzt erst, seit ich allein bin, sehe ich die tiefen Verwicklungen in die ich hineingeraten bin und meine Tränen rühren nicht nur von dem Verlust her - das er nicht mehr da ist - sondern weil ich mich selbst verlassen habe. Bevor wir uns kennengelernt haben, war ich auf einem spirituellen Weg und ich habe dies in den letzten Monaten mit ihm nicht wirklich weiter gepflegt. Habe jetzt wieder damit angefangen.

    Ich möchte trotz allem diese Beziehung noch nicht hinschmeissen, so weit bin ich noch nicht. Werde ihn nächste Wochen im Gefängnis besuchen.

    Hallo, ich bin neu hier und möchte gerne wissen wie ich mich am besten verhalte wenn mein Freund wieder aus dem Knast entlassen wird.
    Meine Geschichte: Ich lebte bis vor kurzem mit meinem Freund zusammen, jetzt mußte er ins Gefängnis weil er mir am Anfang unserer Beziehung verschwiegen hatte, dass er keinen Führerschein hat. Er hat mein Auto volltrunken kaputtgefahren und dafür eine Strafe von 4 Monaten bekommen und diverse Bewährungen wurden widerrufen, so dass er zwischen eins bis zwei Jahren absitzen muss.

    Ich kenne ihn knapp 2 Jahre, er ist Alkoholiker, hat bei mir gewohnt. Er hat mir bei den Arbeiten in meinem Haus wirklich sehr geholfen - dafür habe ich keine Miete von ihm verlangt und auch kein Geld für Lebensmittel. Ich wollte letztes Jahr schon mal, dass er sich hier in der Nähe eine eigene Wohnung nimmt und wir diesen ungesunden Deal beenden, ich war aber nie so stark wirklich ernst damit zu machen. Seit er sitzt geht es mir nicht wirklich schlecht. Klar hatte ich auch erst einen Schock weil ich allein bin - ich kann allerdings mein Alleinsein auch geniessen - da die letzten Wochen bevor er in den Knast ging sehr stressig waren. Er war sehr aggressiv und wir haben uns viel gestritten. Ich habe weniger Probleme damit das er im Knast ist - als damit das er trinkt. Im Knast kann er ja jetzt nicht trinken und ich hatte zuvor auch ein Gespräch mit ihm, indem ich angekündigt habe - dass er nach der Entlassung nicht mehr bei mir wohnen kann - wenn er weiter trinkt. Darauf wollte er von mir, dass ich die Beziehung beende - weil ich ihn ja nicht so nehme wie er ist und er wolle weniger trinken wenn er rauss kommt - aber dieses Gespräch wurde dann ein Streitgespräch und ich habe es auslaufen lassen - weil er nicht mehr klar war.

    Ich möchte nach seiner Entlassung nur noch seine Geliebte sein und die anderen Rollen (Vermieterin, Jobgeber u.s.w.) nicht mehr sein und ich möchte auch nur noch mit ihm zusammensein wenn er nüchtern ist. Ich gehe am Montag in die Al anon Gruppe. Jetzt wo mir durch mein Schreiben vieles bewußt wird - werde ich von mir selber darauf gestossen: dass ich Angst habe ihn zu verlieren wenn ich so hart bin.