Beiträge von Hartmut

    An der Uni in Texas sucht man nach den "spezifischen synaptischen Mechanismen, die im Gehirn den Übergang von der Kontrolle in die Sucht verursachen"

    Alles gut und wenn es jemand interessiert, ist das doch wunderbar.

    Aber hilft es raus aus der Sucht?

    Ich brauchte keine Erklärung, warum und wieso ich süchtig wurde. Mich interessierte nur wie ich da herauskomme. Etwas stoppe, was mich dem Tode nahe brachte.

    Nicht auch noch zu komplizieren. Zudem es dann mehr Fragen aufwirft als sie dienlich sind. Es hilft mir nicht, welche biochemischen Botenstoffe sich an die Synapsen hängen und als Überträger eines Nervenimpulses für die Sucht dienen. Wie Neutransmitter ticken:)

    Mir reichte es, die Erkenntnis zu haben, ich bin süchtig. Dass es mit Willen allein nicht klappt und dazu einen vernünftigen Fahrplan, der mir aufzeigt, wo die nächste Haltestation ist.

    In einem der diversen Ratgeber zum abstinent werden habe ich gelesen: Alkoholiker sind überhaupt nicht willensschwach, ganz im Gegenteil, sie haben einen sehr starken Willen zu Trinken....

    Zu Ratgeber. Klar, am Anfang muss man sich auch irgendwie orientieren. Ich hatte am Anfang auch vieles davon gelesen und auch etwas gefunden, was mich schnurstracks wieder in den Rückfall trieb.

    Meine Ratgeber waren danach Erfahrungen von Langzeittrockene, die sie freiwillig ohne einen kommerziellen Hintergrund zur Verfügung stellten und mich zu meinem besten Ratgeber werden ließ.

    Mir geht es hier nicht um Schuldumkehr oder ob man als Co. handeln soll oder nicht, oder sich um sich selbst kümmern sollte.

    Aber hier in diesem Forum geht es darum. Ob es dir nun mal passt oder nicht. Hatten wir doch alles schon. Ist das so schwer zu verstehen? Dann kann ich dir wie damals nur den Vorschlag machen, dir etwas anderes passendes für dich zu suchen.

    Weitere Diskussionen darüber sind nicht erwünscht. Es reicht .

    Habe ihm auch gesagt, dass es mit uns beiden ohne Therapie für ihn nicht weiter geht.

    Was erhoffst du dir von einer Therapie? Wie würdest du reagieren, wenn du zu einer Therapie gezwungen würdest, obwohl du keinerlei Notwendigkeit dahinter siehst?

    Er sagt nur, es sei ja jetzt alles gelöst: er trinke ja nicht mehr. Wie beurteilt ihr so was?

    Gar nicht. Was hättest du denn von einer Beurteilung? Es ändert ja nichts. Die Zeit des miteinander Redens ist doch schon längst vorbei und dich schätze deinen Mann nicht so bescheuert ein, dass er nicht weiß worum es geht.

    Also bleibst jetzt nur noch du übrig. Mach was aus deinem Leben und lasse es nicht von andere bestimmen. Sei es dir wert.

    Wenn ich hier, nachdem ich ganz verzweifelt bin, Nägel mit Köpfen mache, mich trenne und scheiden lasse und es hier mitteile, bekomme ich bestimmt hunderte von Likes etc.

    Nein, verkehrtes Denken. Der Like muss aus dir, für dich kommen.

    Wenn ich hier poste, habe ich nichts davon, ob der Co sich trennt, der Alkoholiker trocken bleibt. Ich maße mir auch nicht an, immer richtigzuliegen. Oder jemand in den Kopf zu greifen, um zu wissen, was da nun los ist.

    Ich muss ja auch nicht die Konsequenzen für eine Trennung oder sonst was tragen. Das ist alles dem User seins.

    Ich finde es wirklich eine Katastrophe, dass kein lückenloser Übergang von der Entgiftung in eine Langzeittherapie erfolgt ist.

    Warum? Bringt doch nichts. Ob sie jetzt säuft oder in einem halben Jahr ist, doch wurscht. Sie will nicht aufhören und fertig. Dir würde es auch nur eine endlose Zeit verkehrter Hoffnungen bringen.

    Was ich gut finde, dass du dich trotz allem wieder meldest. Sei mal so hartnäckig zu dir selbst, dann wird das was mit deinem eigenen Wohlbefinden. ;)

    gibt es dein Thema wie du gestartet bist auch noch hier zu lesen?

    Einiges ist noch da. Einiges ist leider durch ein misslungenes Update verschwunden und vieles in den Archiven oder im geschützten Bereich.

    Nur habe ich weit über 20000 Beiträge für das Forum geschrieben. Deswegen meist beim Nachlesen aus dem Kontext. Alleine daran sieht man jedoch auch die eigene Weiterentwicklung vom unschlüssigen Hau-Drauf, bis zu dem teilweise, heutigen Erfahrenen.

    Aber die beste Geschichte, die du nachlesen kannst, ist immer deinen eigene. Sorge dafür, dass sie gut wird. Solange sie nicht mit Rückfällen, jedoch mit kleinen Unebenheiten geschmückt ist, kann das die Triebfeder zum Langzeittrockenen werden.

    Hall Meks

    solange ich mir noch Gedanken machte, was leichter, was schwerer war, so lange musste ich noch ein paar Runden drehen. Das war mein Stammtisch Geschwätz. Auch das Denken, dass es einer leichter oder schwerer hat, brachte mir nichts. Außer, dass ich den Blick von mir auf andere gelenkt hatte.

    Als trocken werdender Alkoholiker musste ich erstmal ein verdammter Egoist werden. Hatte mein eigenes Denken wie man es schaffen kann in den Müll geschmissen und bin sukzessive nach den Grundbausteinen den Weg gegangen.

    Du musst deine Mischung finden und nichts ausschließen, was dir helfen kann.

    Marathon, du erinnerst dich? ;) Alles braucht seine Zeit, besonders anders und trocken denken zu lernen.

    Zu den ersten vier Monate gratuliere ich.

    das macht mich schon ein wenig glücklich.

    Lese ich da ein leichtes enttäuscht sein dabei? Hast du ein bisschen mehr erwartet?

    Ich weiß nur von mir, dass ich mich in der Anfangsseiten nicht so richtig darüber freuen konnte. Hatte ja alles abgebrochen, von Saufkumpanen hin bis zu gewissen Veranstaltungen. Da kam dann schon mal der Verzicht dazwischen.

    Ich war zwar zufrieden nicht mehr saufen zu müssen, aber sonst hätte ich schon irgendwie mehr erwartet. Wa,s weiß ich heute noch nicht. :)

    , eher so das wenn jemand noch nass ist es fast unmöglich ist aufzuhören wenn’s rundherum nicht passt

    Das ist doch das nasse Denken.

    Passt genau in dieselbe Schublade. Nur, weil ich als Alkoholiker die Birne wegen äußere Zustände zuhaue, ändert nichts daran. Ich entziehe mich ja nicht dem Alkohol, sondern suche in ihm eine Lösung. Immer wieder Tag für Tag bis der lichte Moment des Aufhörens kommt.

    Ich kenne sehr viele harte EKA Geschichten, aber nicht jeder EKA wird zum Säufer.

    Ich spreche von Alkoholiker, nicht von jemand, der sich mal kurzzeitig die Birne wegen der Wirkung wegbeamt. Der findet zeitnah eine Lösung.

    Willkommen bei uns.

    Und wie immer, habe ich versucht alles alleine zu regeln. Das wurde irgendwann zu viel und so gab es Abends auch mal ein Gläschen, um den Kopf auszuschalten. Erst mit Radler, dann wurde es Bier und zack letzt Woche habe ich dann alles getrunken, was mir unter die Finger kam. Bis zum Blackout.

    Uppps, ich bin im 17. Jahr trocken und seit Anbeginn hier im Forum und du beschreibst genau das, was einige Langzeit trocken zuvor auch berichteten. Ein Verhaltensrückfall, der im Kopf beginnt und mit dem Rückfall endet. Du wolltest ja saufen.

    Dass du so schnell da wieder raus bist, ist ungewöhnlich, aber gut. Hut ab.

    Was anderes, hattest du keine Selbsthilfegruppe bei deinen du dich vor den trinken melden konntest?

    Serevus Meks

    habe mal quer gelesen und in einem anderen Thread hast du eine Aussage getroffen, die dir genau das zeigt, wo du gerade noch stehst. In einem tiefen nassen (sucht orientiertes) Verständnis.

    Nicht im Wortlaut, aber so ähnlich "du wunderst dich nicht, dass der Partner säuft ? ". Darüber, wie du es dort gemeint hast keine Diskussion, darum geht es mir nicht.

    Es geht um dich hier. Und so, wie du es (noch) siehst.

    Für mich liest es sich so, dass es für dich Gründe von außen gegeben haben, die dich zum Säufer werden ließen? Dass andere an deiner Sucht mit Schuld sind? Dass es berechtigt ist, wenn es mal nicht so dolle läuft, dir die Sucht den Alkohol noch als Lösung anbietet.

    Abgesehen von Begleitumständen oder ein soziales Umfeld, die den Weg in die Sucht begünstigen können, ist es Humbug einen Schuldigen für die Sucht auszumachen. Tipp, versuche bei solchen nassen Gedanken etwas umzudenken. Das Verinnerlichen braucht auch seine Zeit.

    Servus Carl

    willkommen zurück. in den letzten Jahren schlugen immer wieder rückfällige Langzeittrockene auf.

    Der Hauptgrund kurz und knapp begann mit einem Verhaltensrückfall. Das fing mit der Vernachlässigung der Trockenarbeit und das Einschleichen einer trügerischen Sicherheit an.

    Mit den Jahren ist auch das Beschäftigen mit dem Thema ermüdend und spielte eine "Ich habe es jetzt kapiert" Mentalität vor. Einige griffen dann in Gesellschaft explizit zu 0,0 % Getränke und der Rest nahm seinen Lauf.

    Was zuletzt auch immer wieder Langzeittrocknen ins Forum trieb, ist das Unterschätzen der Emotionen im Zusammenspiel mit der Sucht.

    Ich denke, du wirst hier auch einige treffen, die es aus erster Hand und vor allem aus Erfahrung heraus erzählen können.

    Ich bin so wie du bisher ohne Rückfall. Deswegen nur eine Zusammenfassung

    Es wird gesagt, dass der Willen nicht ausreicht, um trocken zu werden und zu bleiben. Etwas Entscheidendes wird aber im gleichen Atemzug aus meiner Sicht nicht gesagt: … da man den Alkohol nicht mehr willentlich kontrollieren kann.

    Nur der Wille allein reicht nicht aus, beinhaltet doch auch das der Wille daran beteiligt ist. Oder reden wir aneinander vorbei?

    Diese Eckpfeiler erschaffst Du Dir doch durch Deinen bewussten Willen, das ist ja kein Autopilot in Dir, der dafür sorgt, dass Du z.B. Risikominimierung betreibst,

    Solange ich den Willen umsetzen. Dann passt das.

    In der nassen Zeit hatte ich den Willen ein Tag lang nichts zu saufen. Die Sucht jedoch hebelte den Willen aus.

    Hallo mami

    Bei allem Verständnis, wie würdest du dich fühlen, wenn dein Partner persönliche Nachrichten von dir veröffentlichen würde, damit es das ganze Internet mit lesen kann?

    Zudem achte mal etwas mehr darauf, dass dein Erkennungswert nicht zu hoch wird. Es dient zu deiner und vor allen den Unbeteiligten, ihre Sicherheit.

    Beziehungsprobleme können wir hier nicht lösen, das gehört in eine andere Schublade. Es sind dir soviel Erfahrungen wegen er CO Abhängigkeit geschrieben worden. Frage dich doch mal. Was hast du da für dich umgesetzt?

    Bei den Begriffen"Kapitulation" und "machtlos" hat sich bei mir aber immer etwas widersetzt. Das waren immer Worte, bei denen ich mich klein gefühlt habe, die ich für mich nicht verwenden wollte. Vor allem nicht beim Weg in die Abstinenz und Genesung...

    Mir ging es nicht anders, bis ich verstanden hatte, dass es eine Stärke ist, die den Weg in die Abstinenz viel entspannter machte.

    Den Starken heraushängen lassen, herausposaunen, dass der Wille allein ausreicht aufzuhören und trocken zu bleiben beinhaltet ein Widerspruch in sich. Hätte dieser Wille ausgereicht, wäre dann irgendjemand überhaupt Alkoholiker geworden? Willentlich?

    Im Kontext muss ich das richtig denken:mrgreen: Aber du beantwortest zumindest so, wie es gemeint war :mrgreen:

    Das finde ich nicht richtig gedacht.
    Ich habe mich ja nicht willentlich in die Sucht gesoffen. Ich denke, niemand wird willentlich zum Alkoholiker.
    Ich habe Alkohol missbraucht. Ich habe Alkohol so lange missbraucht, bis aus Missbrauch Sucht wurde. Übergangslos.

    Also eine komplette Umprogrammierung musste stattfinden!

    Bei aller Euphorie nicht vergessen, dass trocken werden ein Marathon und kein Sprint ist. Es braucht alles seine Zeit, manchmal Jahre, bis es verinnerlicht wird .

    Nun hat auch ein Bein-amputierter eventuell den Willen irgendwann wieder joggen zu gehen, aber es wird nie wieder wie zuvor.