Wenn die Erinnerung so hoch kommen, ist es für mich was anderes, als wenn ich Erinnerung bewusst hervorhole, um dem Vergangen noch irgendwelche Emotionen zuzuordnen. In einem Austausch bleibt es auch nicht aus, sich da und da zu erinnern.
Ich musste mir auch nicht verzeihen oder in mich schauen, weil ich wegen meines übermäßigen Saufens erkrankt bin. Ich muss mir auch nicht dankbar sein, dass ich trocken werden durfte. Ich konnte aus vollen Bewusstsein, aus einem Tiefpunkt heraus, die Sucht stoppen.
Für mich war es auch keine Rückfallprävention, darin herumzuwühlen. Bei mir fängt diese mit dem Heute an, dass ich die Signale erkenne, die mich rückfällig werden lassen können. Wenn Erinnerungen an einem nassen aufgedunsenen Gesicht oder diverse andere Peinlichkeiten dazu beitragen trocken zu bleiben ist ja erstmal nichts Schlimmes. Nur wäre ich weit weg von einer zufriedenen Trockenheit. Zumindest in meinem Selbstbild.
Je weniger ich meine Alkoholkrankheit emotionalisierte, um zufriedener wurde auch mein Weg. Das mit dem notwendigen Eigenschutz, was die Krankheit vor sich gibt.