Beiträge von Hartmut

    Nun hast du dich in eine Situation begeben, die unübersichtlich war.

    Mit mehr Offenheit, vorher ein klärendes Gespräch mit der Freundin, dass du Alkoholiker, bist, dann wäre dir einiges erspart geblieben. Es wird auch nie aufhören, solange man es verheimlicht, die Alkoholkrankheit auf die leichte Schulter nimmt und mehr darüber sinniert als sich selbst zu schützen.

    Es geht auch nicht darum, was andere saufen oder welche Beweggründe es gibt auf Kindergeburtstage Alkohol auszuschenken oder ob die Freundin einen Säufer hat. Das ist alles shit egal. Am Ende hängst du im Saufdruck oder an der Flasche! Du bist für dich alleine verantwortlich.

    Ich lese immer wieder, warum oder wieso es zu Rückfälle kommt. Das sich einige es sich nicht vorstellen können, weil sie denken es mit Verstand zu lösen.


    Verhalten hast du dich gut in der Situation, aber sie wäre eventuell auch vermeidbar gewesen.

    Mitwirkung hast du. Du schreibst fast jeden Tag ein Update. Stabilität kannst nur du wissen. Zumindest bist du rückfallfrei. Der Zugang wird jedoch nicht alleine von mir entschieden, da muss das ganze Team zustimmen.

    Alles andere Fragen musst du dir selbst beantworten.

    Das ist richtig. Es ist auch so das es morgens hell wird und abends dunkel. Es nutzt nur nichts, wenn ich am Nord oder Südpol lebe, da ist es dann schon mal 3–6 Monate dunkel.

    Nur welchen Nutzen hat diese Information für mich und meinen eigenen Weg? Wieso beziehe ich mich denn auf die Individualität des Weges? Woher weiß ich denn am Anfang, welcher individuelle Weg für mich der richtige ist? Austesten bis hin zum Saufen? Spielen mit der Sucht?

    Wenn ich mich am Anfang auf die Individualität des Weges berufe, ist das eine Alibiaussage, um etwas zu rechtfertigen, was ich noch gar nicht wissen kann. Ich kann keinen einen individuellen Weg vorschlagen. Selbst wenn ich ihn gegangen bin. Ist mir zu unverantwortlich.

    Bin ich eigentlich schon jemand für den geschützten Bereich? Ich vermute mal, dass ihr meine Trockenheit alles andere als stabil bezeichnen würdet.

    Da ist sie wieder, die Unsicherheit. :mrgreen: Es wird sich gefragt und im Kopf mangels Wissen negativ ausgemalt :)

    Schaue mal, das steht alles in den Regeln. Einfach mal nachschauen.

    https://alkoholiker-forum.de/faq/#entry-3

    Hallo Mona

    wir sind hier eine unabhängige Selbsthilfegruppe und da verwundert es mich, dass du hin und wieder mal die AA vorschlägst. Unabhängig davon, dass es auch andere Gruppen gibt, die jede ihre Berechtigung haben, hat das den faden Beigeschmack jemanden wegzuschicken.

    Als Ergänzung ist das für den einen und anderen nicht schlecht. Deswegen haben wir hier im Forum auch alle regional Gruppen aufgelistet. Da kann sich jeder informieren. Aber direkt für eine einzelne Gruppe werben, wollen wir hier nicht .

    Ich hoffe auf dein Verständnis.

    Jeder ist individuell, es gibt verschiedene Wege.

    Für mich der Klassiker hier. ;) Unabhängig von dir. Die berühmte Individualität und die Wege. Für mich ein Schein oder Möchtegern-Totschlagargument, um mir nur etwas rauszupicken, was mir auch in den Kram passt. Unabhängig ob es sinnvoll ist oder nicht.

    Der Mensch mag individuell sein. Der Weg auch.

    Aber nie die Sucht. Da ist irgendwas in Hirn gestört, irreparabel durch das Saufen verändert worden. Alle Sinne ausgerichtet, endlich wieder saufen zu können. Was meinst du, warum es eben eine Krankheit mit weit über 90 % Rückfallquote ist?

    Ein Beispiel. Wenn mein Weg heißt. „Ich lasse alles so wie es ist, ich saufe nur nicht“ ist der Weg auch individuell. Ist er jedoch zielführend? Je mehr ich bekannte Risiken eingehe, um so näher bin ich nun mal am Rückfall.

    Ich frage mich auch immer wieder, woher ein frisch trocken werdender Alkoholiker überhaupt für sich einschätzen kann, was in der Sucht individuell ist.

    Die Priorität 1 muss heißen, nie wieder zu saufen. Sonst kann ich alles andere individuelle Vorhaben vergessen.

    Es wäre das unwiederrufliche Eingeständnis, dass ich gescheitert bin. Es allein nicht wieder raus schaffe. Hilfe brauche.

    Nun bist du hier, in einer realen SHG (wenn ich es richtig verstanden habe), in der Suchtberatung, informierst dich. Alles Hilfe.

    Bist du bis jetzt auch „gescheitert“? Unabhängig das ich nicht von scheitern spreche, wenn die Krankheit wieder zuschlägt.

    Ich verstehe den Zusammenhang nicht.

    Ich würde mich eher fragen, wieso ich noch zusätzliche Hilfe brauche. Was sie mir jetzt bringt.

    Ich bin hier nur in unsere online SHG. Besuche keine reale Gruppe, habe nie eine Therapie gemacht. Ich zwinge mich auch nicht dazu mich zu „über-therapieren“ nur weil es an jeder Ecke Angebote gibt. Es muss ja passen.

    Was ich für mich bisschen grenz wertig finde, ist die info, dass jeder einen Klinikaufenthalt benötigt. Finde das für eine bestimmt Personengruppe demotivierend. Sicher gibt es Alkoholiker bei denen ein kalter Entzug gefährlich ist, aber bei manchen ist der körperliche Entzug eben noch nicht so gravierend.

    Jeder , der aufhören möchte, sollte dies tun..

    Sollen wir Ferndiagnose machen oder dem User eine Selbstdiagnose stellen lassen? Wo bleibt da die Verantwortung?

    Jeder alkoholkranke Mensch, der aufhört zu saufen, kann zu einem Arzt gehen und überprüfen lassen, inwieweit ein Entzug notwendig ist. Es ist auch nicht eine Frage des Wollens oder Demotivation. Es ist überhaupt grenzwertig, solche Thesen in den Raum zu schmeißen.

    Nur, weil du eventuell kein Delir oder Ähnliches erfahren musstest und dadurch selbst dein Leben damit auf das Spiel gesetzt hast, ist das doch keine Blaupause für andere.

    Ist wie beim Rauchen aufhören. Manche wollen den kalten Entzug, manche Pflaster und Lutschtabs.

    Bei aller Liebe und Verständnis, das ist jetzt ein absurder Vergleich.

    Das plötzliche Absetzen von Alkohol endet schon mal tödlich, nicht weil er die Wahl zwischen Lutsch-Tabs oder Pflaster hatte, weil eben die Entzugserscheinungen ohne Vorwarnungen auftreten können. Er dadurch ins Delir fällt oder unkontrollierte Krampfanfälle bekommt.

    Hier nochmal der Link und ich bitte solche Spekulationen und Mutmaßungen zu lassen. Wir diskutieren hier keinen kalten Entzug!

    Das Forenteam
    14. Mai 2021 um 22:29

    Bei soviel Selbstzweifel würde ich mir auch Sorgen machen.

    .ich sehe mich als schwach an

    Dass ich hin und wieder mal zart, sehr mitfühlend und hoch empathisch widerspreche, ist bekannt ;)

    Das ist absoluter Bullshit, das musst du nicht von dir denken. Mal in meinen Worten ausgedrückt. Du hast bisher etwas geschafft, wovon zig tausend Säufer nur träumen können. Du hast es erkannt, hast dich auf den Weg gemacht und was daraus wird, liegt nicht in der Zukunft. Es passiert heute. Übrigens ist morgen dann auch nur heute.

    Wichtig für mich war zu erkennen, egal wie ich mich fühle oder welchen Zustand, Die Sucht bietet mir immer als Lösung das Saufen an. Um mich selbst zu schützen, baute ich mir erstmal ein absolutes alkoholfreies Umfeld auf. Das ist zwar nur billiger Pragmatismus gewesen, aber ich wusste, dass die Zeit für mich arbeitet, wenn ich mich an gewisse Regeln halte.

    Die hatte ich aus dem Forum. Da war nicht viel mit nachdenken, sich hinterfragen. Da war einfach mal tun.

    Ich frage mich oft, warum sollte ich überhaupt rückfällig werden?

    Was verändere ich damit? Geht es mir dann besser, schlechter?

    Warum sollte ich wieder saufen „können“ , was bringt es mir?

    Die Antwort finde ich immer recht schnell.

    Oft oder situationsabhängig?

    Das frage ich mich nicht. Ist das gleiche wie beim Saufdruck. Da gibt es ja auch die Methode, den „Alkoholgedanken zu Ende zu denken!“ Ich bin ja süchtig, ich habe es für mich akzeptiert und weiß wie ein Rückfall enden kann.

    Da gäbe es nur eine Option für mich. Ich will es. Liegt eventuell auch schon an der Dauer meiner Trockenheit.

    Und das siehst du vollkommen richtig. Denn ich war ja gerade erst noch dabei mir ein frisches Netzwerk an Heimlichkeiten und allem was so nötig ist, um ein nasses Leben zu führen aufzubauen. Das jetzt einreißen zu können und einfach ehrlich zu sein, wird hoffentlich dabei helfen wieder mehr Stabilität in meine Lebensführung und Entscheidungsfindung bringen.

    Ich würde mich erstmal als längerer Trockener fragen. Da ist es übrigens egal, ob ein Jahr oder 15.

    Wie nahe sehe ich mich vor einem Rückfall stehen. Ist es, weil andere rückfällig geworden sind oder spielen da schon eine längere Zeit Gedanken eine vorherrschende Rolle, mal wieder saufen zu können.

    Ansonsten sind überall Rückfälle..... Ein Gefühl der Sinnlosigkeit macht sich breit. Hoffnungslosigkeit. Ich versuchs beiseite zu schieben. Mich abzulenken. Werde standhalten!

    Ich würde mich fragen, warum ich es beiseite schiebe? Wieso ich mich ablenken muss? Ist es mir nur unangenehm oder stehe ich gerade im Kampf mit einem Rückfall.. Und zu guter Letzt. Was lässt mich nun unsicher werden, wenn ich doch der festen Überzeugung bin eine, der wenigen zu sein die es schafft.

    Ich würde mich das fragen, da es Gründe für so ein Denken gibt und ich ein sehr akribischer Mensch bin, wenn es um mein Überleben geht.

    Nasse Alkoholiker scheinen es echt nicht zu begreifen bzw. sehr erfolgreich zu verdrängen, was es für Auswirkungen hat für Partner bzw. Familie. Nicht unbedingt absichtlich - das ändert aber nichts an den Fakten.

    So sieht es aus. . Begreifen schon, aber die Sucht und das folgende Saufen übertüncht es rechtmäßig. Für das Verhalten ist die Sucht verantwortlich, es entschuldigt es jedoch nicht.

    Hallo Lust for Live,

    ich mache mir da schon meine Gedanken, nicht wegen der Suchtverlagerung, das ist nicht unüblich.

    Sondern über das Schönreden von Suchtstoffen, das folgende Verharmlosen, sich irgendwie in die Opferrolle zu flüchten und auf Verständnis zu hoffen. Du rechtfertigst dein Kiffen, als vermeiden eines Alkoholrückfalls. Das sind nasse, Sucht orientierte Gedanken.


    Hättest kein Gras da oder bekommen, würdest dann wieder saufen?

    Was Alkohol angeht: Ich bin staubtrocken

    Deswegen sehe ich das nicht so.

    Mal Tacheles. Die meisten User melden sich doch hier speziell in einem Alkoholiker Forum an, um ihre Sucht zu stoppen. Wissen, dass Rückfälle nicht auszuschließen sind. Deswegen ist es doch wichtig, es mitzuteilen. Es gibt keine Vorwürfe von außen. Es gibt nur die eigene Scham, die abhält. Die eigenen Vorwürfe, die man sich selbst macht. Die Angst, dass sein Außenbild bröckelt, weil man eventuell nur einen geschönten Weg zum Besten gab. Nur die beste Seite gezeigt hatte.

    Offen und ehrlich mit mir selbst und so darstellen wie es ist und nicht wie es sein sollte ist ein wichtiger Schritt trocken zu bleiben. Nicht nur für einen selbst, auch für andere in der Selbsthilfegruppe. In einer Selbsthilfegruppe ist man nie mit einem Rückfall allein. Es sind alle davon betroffen.

    Zur Sperrung. Du hattest keinen Rückfall. Wir sind ein Alkoholiker Forum. Es wird hier keiner automatisch gesperrt, wenn er rückfällig wird. Es werden höchsten auf Rücksicht der Situation seine Schreibrechte auf den Vorstellungsbereich begrenzt.

    ich hatte gerade einen Rückfall. Eigentlich wollte ich das hier ehrlich hier beichten, aber dann habe ich Deinen Beitrag gelesen und dachte mir, nee, das kannste nicht bringen. Ich wollte nicht demotivieren

    Du musst nicht beichten, Du bist für Dich alleine verantwortlich. Es ist passiert und wir sollten nicht vergessen, dass wir alle nicht davor gewappnet sind. Es hat seine Gründe, aber wenn Du gerade einen Rückfall hattest, bitte ich Dich erst davon zu berichten, wenn Du nicht mehr trinkst und Dich auf den Weg machst , trocken zu werden.