Wenn jemand Hilfe braucht in welcher Form auch immer dann bin ich der letzte der sie verweigert.
Wie sieht denn diese „Hilfe“ konkret aus? Du empfiehlst jemandem etwas, das du selbst nie erlebt hast und hoffst, dass er es trotzdem umsetzt? Woher kennst du den Alkoholiker, der sich hier anmeldet? Welche Eigenschaften oder Qualifikationen hast du, um überhaupt helfen zu können? Am Ende geht’s doch nur darum, Erfahrungen weiterzugeben, die jemand selbst gemacht hat oder etwa nicht?
Oder habe ich das falsch verstanden? Vielleicht auch falsch ausgedrückt?
Hilfe bei der Sucht ist Selbsthilfe. Wer das nicht versteht, hat seine eigene Sucht nicht verstanden.
Höchstens hat der Alkoholiker nicht aus eigenem Antrieb aufgehört, sondern wegen anderer und das hält selten. Denn wer trocken bleiben will, muss es selbst wollen. Nicht für andere, nicht aus Pflicht, sondern aus seiner eigener Notwendigkeit heraus.
Mein Weg ist nicht der das ich trocken bleiben will, egal zu welchem Preis, wer das so machen will soll es tun er wird schon sehen wo das hinführt.
Nun ja, der Wunsch nach lebenslanger Abstinenz ist im Forum üblich, das wäre also ein Widerspruch. Lieber wieder saufen, nur weil die angebotene Hilfe nicht passt? Oder war das einfach missverständlich formuliert?
@all. Grundsätzlich werden hier keine Gruppen gegeneinander ausgespielt. Das war auch nicht das Ziel von R/no Zumindest habe ich das so für mich herausgelesen.
Ich kann mir auch mal ehrlich anschauen, welche Ansprüche ich eigentlich an mich selbst stelle. Denn jede dieser Gruppen funktioniert auf freiwilliger Basis. Jede will dem Alkoholiker unterstützen –nicht bekehren. Egal ob christlich, nicht-christlich oder sonst wie verankert. Es geht nicht um Glaubensfragen, sondern um die "Erstunterstützung"
Die Gruppen können ja dann irgendwann gewechselt werden, aber dazu muss erst mal mein Grundgerüst stehen.
Worum geht’s im Kern? Es geht darum, die Sucht zu stoppen. Jeden Tag sterben Menschen an Alkohol – nicht weil keine Hilfe da war, sondern weil sie nicht angenommen wurde. Die Frage ist nicht, ob die Hilfe meinem Geschmack entspricht. Die Frage ist, bin ich bereit, sie zu nutzen, bevor es zu spät ist? Oder soll später auf meinem Grabstein stehen: „Hilfe war da, aber ich war zu wählerisch“?