Beiträge von Hartmut

    Vielleicht wurde ich oft ja auch falsch verstanden, wenn ich psychologische Hilfe befürwortet habe.
    Ich bin grundsätzlich ein Freund davon, das ist kein Geheimnis.

    Nein, das hat nicht immer etwas mit Missverständnissen zu tun. Ein eigener Beitrag wird auch aus der eigenen Perspektive geschrieben, da kann sich schon mal etwas überschneiden. Es darf auch mal als Bestätigung dessen gesehen werden, was "man" selbst geschrieben hat.

    Hin und wieder ist ein Baum auch nur ein Baum.:mrgreen::whistling:

    Hat denn jeder der Kritiker incl. einiger Mods denn eine solche Therapie gemacht?

    Nun zähle ich mich auch zu den kritischen Menschen, in dieser Hinsicht sind wir uns ähnlich.

    Eine Suchttherapie hatte ich nicht, aber eine ambulante Therapie aus anderen Gründen. Außerdem habe ich durch mehrere Reha- und Krankenhausaufenthalte ähnliche Erfahrungen gemacht.

    Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen ambulanter und stationärer Therapie. Der Begriff" Käseglocke" ist sicherlich bekannt.

    Reicht 17 Jahren Erfahrung im Umgang mit Alkoholikern nicht aus, um sich ein Bild über Therapie zu machen?

    Es ist nicht die Frage, ob eine Therapie stattfindet, sondern vielmehr, wie vorteilhaft sie für die betreffende Person ist. Es ist zumindest zu hinterfragen, inwieweit die Maßnahmen in der Therapie anhand der Rückfallquote wirksam sind.

    Du hast es für dich notwendig erachtet, an dir gearbeitet und wahrscheinlich auch den richtigen Therapeuten gefunden, sonst wärst du nicht so lange trocken .

    Die hypothetische Frage, ob es ohne Therapie geht, kann ich nur anhand meines eigenen Beispiels in den Raum schmeißen.

    Und vor allem ist es kein Wettbewerb, wer Therapie macht oder dagegen ist. Am Ende muss trocken stehen

    Man geht doch trotzdem noch in Restaurants essen, oder nicht? Man läuft doch auch durch die Stadt und sieht Leute in Cafés sitzen.

    Nun kommt meine Standardfrage, wer ist man? ;)

    Im ersten Jahr hatte ich alles darangesetzt, zunächst stabil trocken zu werden. Dazu gehörte auch, keine Kneipenbesuche oder Cafeteria-Aufenthalte zu machen.

    Mir war klar, dass ich dem Alkohol nicht vollständig ausweichen kann, aber ich bin auch nicht bewusst darauf zugelaufen. Diese Zeit habe ich genutzt, um mir fernab alter nassen Gewohnheiten ein neues Leben aufzubauen, das eine größtmögliche Risikominimierung beinhaltete.

    Heute, nach vielen Jahren, besuche ich wieder Restaurants und gehe essen, in Cafés genieße ich die Zeit, nehme jedoch immer noch nicht an Trinkfesten teil. Nicht, dass ich es mir nicht zutraue, aber es ist einfach nicht mehr mein Leben.

    Zu Hause habe ich ein alkoholfreies Umfeld,

    und

    Dass man nicht mehr in eine Kneipe geht oder an die Bar oder zu anderen Quellen, wo man früher den Alkohol bezogen hat und wo es zu einer automatischen Konfrontation kommt, das kann ich völlig nachvollziehen und handele auch entsprechend,

    Das war zuvor nicht ersichtlich, oder ich habe es überlesen. Das finde ich gut.

    Und leider verhalten sich auch Süchtige nicht konsequent beim Arzt.

    Die eigene Scham kann einen manchmal verstummen lassen.;)

    Schnell hin und schnell raus und bloß nicht offen über die Sucht sprechen. Besonders dann nicht, wenn man es selbst jahrelang es als Schwäche angesehen hat und jedem, der es hören wollte oder nicht, postuliert hat. Ich kann immer aufhören; ich bin nicht süchtig, oder es ist nur eine Wellensache .

    Tatsächlich ist es so, dass es mir in den überwiegenden Fällen völlig egal ist, ob andere Menschen um mich herum Alkohol konsumieren oder nicht, es sei denn sie betrinken sich offensichtlich. Dann fühlt sich das Ignorieren immer noch anstrengend an.

    Warum tust du dir das an? Warum gehst du auf Konfrontation mit trinkenden Menschen und warum gerätst du in Situationen, in denen du einen Schnaps ablehnen musst? Wir empfehlen ein alkoholfreies Umfeld. Hast du das nicht?

    Oberstes Gebot ist, mich und meine Familie nicht zu enttäuschen.

    Ich bleibe nur für mich selbst trocken , daher kann ich nur mich selbst enttäuschen. Wenn ich für andere trocken wäre, könnte es passieren, dass ich wieder saufen würde, sobald diese nicht mehr da sind.

    Leider gar nicht. Deshalb meinen ja auch so viele Alkoholiker, dass sie "einfach" eine Therapie machen und der Rest würde sich dann schon zurecht laufen.

    Wenn Sie es nicht wissen, dann sollten doch Ärzte und Beratungsstellen die richtigen Ansprechpartner sein. Das System zeigt jedoch Schwächen, wenn Ärzte nach der Diagnose einfach den Behandlungskatalog öffnen und eine Therapie vorschlagen. Nicht jeder Arzt ist auf Sucht spezialisiert. Nicht jede Beratungsstelle hat ausschließlich trockene Alkoholiker da sitzen, die wissen, wie es funktioniert.

    Es wird pauschalisiert und der Alkoholiker erhält keine individuelle Beratung. Jedoch sollte der Alkoholiker auch hinterfragen. Es ist ja nicht so, dass er völlig unbeteiligt ist und ihm das eigenständige Denken abgenommen wird. Zumindest, wenn er sein Hirn nicht gänzlich versoffen hat.

    Für eine Therapie benötigt es ein klares Denken, bereits nüchtern zu sein, ist die Voraussetung für eine Therapie. Und damit meine ich nicht, das Nüchtern-Sein, wenn man gerade eine Trinkpause macht. Nein, ich meine "trocken"sein. Also bereits alles in die Wege geleitet zu haben, eine lebenslange Abstinenz anzustreben und das auch bereits zu leben!

    Ich frage mich, wie es ein Alkoholiker ohne Vorwissen erkennen kann, dass es nur so funktioniert? Als ich das Glas aus einem Tiefpunkt weggestellt hatte, war ich noch pitsche patsche nass in meinen Gedanken. Da war nichts mit klar denken.

    Ansonsten sehe ich es ähnlich.

    Zudem stehe ich auch bei einer laufenden Therapie in bestimmten Aspekten kritisch gegenüber. Zielführend ist sie nicht, wenn sie aufgezwungen wurde. Damit meine ich nicht nur Ärzte und Therapeuten, sondern auch alle, die mit Halbwissen glänzen und salopp in den Raum schmeißen . Mach eine Therapie, der braucht eine Therapie.

    Ich habe keine Therapie gemacht. Es handelt sich lediglich um meine Meinung und nicht um eine Erfahrung. Dennoch hat mir der jahrelange Austausch mit Alkoholiker diesen Eindruck vermittelt.

    Und ein CO sollte sich da grundsätzlich heraushalten. Viele stehen nur vor dem Problem, dass sie nicht einmal wissen, dass sie CO sind.

    Was mir gerade durch den Kopf geht.

    Niemand kann mich aufhalten, wenn ich entschlossen bin, so weiterzumachen wie bisher und turnusmäßig über Wochen, Monate oder Jahre hinweg den Kopf über dasselbe zerbreche, weil das Handeln so herausfordernd ist.

    Es ist immer meine eigene Zeit, die dabei verloren geht, die dabei mein Leben abbremst. Ich bin ja genau wie jeder Alkoholiker, auch nur für mich selbst verantwortlich. Wenn ich mich dabei wohlfühle, alles gut.

    Es ist nicht neu, dass das Positive, die Liebe, das Zusammenhalten und der Wunsch, dass alles gut ausgeht, das vergangene Negative erstmal übertüncht. Bei Sucht zeigt sich jedoch, dass irgendwann die alte Farbe wieder durch das Übermalen hindurchscheint.

    Dazu wünsche ich dir auch die notwendige Weitsicht nicht zu verlieren.

    Eine gemeinsame Reha halte ich nicht für nicht zielführend. Ich habe einige Rehas aufgrund anderer Indikationen hinter mir, und der Druck, es zwischen den Anwendungen sowohl dem Partner oder Familie recht zu machen, wäre belasten gewesen. Die Taktung zwischen den Anwendungen sind sehr engmaschig.

    Es ist besser, eine Reha in der Nähe zu wählen, damit man sich an den Wochenenden gegenseitig besuchen kann.

    Euch alles Gute

    Zunächst ziehe ich meinen Hut vor dir, denn nicht jeder hinterfragt seine Ansichten nochmal, wenn er dieses Forum verlässt. Geschweige denn, er kommt dann zurück.

    Natürlich bist du ihm fremdgegangen, wäre es nicht so, wäre sein Kartenhaus zusammengebrochen und er müsste sich allen anderen erklären, dass der Alkohol schuld war. ;) Ein ganz normales Suchtdenken: sein Revier schützen und alles von außen Kommende abwehren.

    Das Traurige daran ist, dass ihm niemand seine Absurditäten absprechen kann; im Alkoholrausch glaubt der Alkoholiker sie sogar noch. Jeder Vorwurf verfliegt wie Schall und Rauch.

    Nun ist es an der Zeit, dein Leben so zu gestalten, wie du es dir immer vorgestellt hast. Nur Mut!. Du hast nun das Rüstzeug, dich zu schützen, bevor jemand neues in dein Leben tritt.. Und das wird es.

    Für deine aktuelle schwierige Phase wünsche ich dir Gelassenheit.

    Natürlich, wenn er nach der Therapie entlassen wird, gut aufgebaut wurde, dann kommt die Ignoranz und Überheblichkeit der eigenen Sucht gegenüber.

    Therapie ist lediglich eine Tür, die jeder Alkoholiker selbst öffnen muss. Er muss sich selbst aufrichten. Voraussetzung er erkennt den Sinn für sich und dann hat er erst eine Chance. Sie ist zwar nicht groß, aber zumindest geht es von dort aus weiter.

    Ich war auch jahrelang in meiner Sucht gefangen.

    Obwohl räumlich getrennt, bist du immer noch in seiner Sucht gefangen. Schon mal darüber nachgedacht?

    Ich weiß es nicht warum, echt nicht…

    Müsste ja eigentlich uninteressant sein, wenn ich mir sicher bin, nie wieder saufen zu können. Oder? Oder ich bin mir eben noch nicht sicher und trauere dem allem noch nach. Wenn du bestimmte Lebensmittel nicht essen kannst, achtest du dann auch auf den Preis?

    Natürlich haben auch Gewohnheiten einen Einfluss, und die innere Stimme der Sucht macht sich bemerkbar. Lass es einfach mal sein und mit der Zeit spielt es sich auch ein.

    Wenn ich das in meinem Umfeld jemandem sage, wird das nicht ernst genommen sondern komplett bagatellisiert.

    Inwieweit haben die denn Ahnung von er Alkoholkrankheit? Ist das eine reale Gruppe oder Menschen die mit Halbwissen glänzen wollen?

    Erstmal. Alles, was in meinem Leben um mich herum passiert, hat nichts mit Sucht zu tun. Diese Verbindung ist erstmal im Kopf zu kappen. Ob es mir gut oder schlecht geht, sind Faktoren, die an das Suchtgedächtnis anknüpft, da es über Jahre hinweg darauf trainiert wurde.

    Aber das Gute daran, einiges davon kann auch teilweise wieder wegtrainiert werden. Damit die Angst vor einem Rückfall nur noch Respekt bedeutet. Strategien hatte ich hier in meiner SHG erlernt.

    Es ist gut, dass du dich meldest und deine Bedenken bezüglich eines möglichen Rückfalls mitteilst. Aber ich frage dich direkt: Wie nahe fühlst du dich bereits an der Flasche? Da ein Rückfall im Kopf beginnt, scheinst du bereits mitten drin zu sein.

    Wie kannst du diesen Rückfall -Gedanken entgegentreten? Was unternimmst du, wenn solche Gedanken aufkommen?

    Ist es nicht schön, dass die Sucht dich an ihre Kraft erinnert, aber du mit deinem Wissen dagegenhalten kannst? ;)Diese Erfahrung kann dir niemand mehr nehmen, und du wirst zukünftig routinierter dagegen halten können.

    Das hört sich jetzt vielleicht merkwürdig an, aber ich habe mir angewöhnt mit meiner Suchtstimme zu sprechen, wenn sie sich meldet.
    So wie man mit einem kleinen Kind spricht, welches unvernünftig ist. (Naja nicht ganz so, ich habe meine Kinder immer ersnst genommen, auch wenn sie unvernünftig waren, aber so ähnlich).

    Seltsam mag es für jemanden wie für mich erscheinen.;) Ich gebe der Sucht nicht mehr Raum als notwendig. Unterhaltung zwecklos, da sie immer am längeren Hebel sitzt. Und ich habe den Kampf in eine Co-Existenz umgewandelt.

    Aber , es war nützlich für dich und wenn es wirkt, ist es eventuell deine Vorgehensweise für die Zukunft .

    Unabhängig davon, dass ich nicht ganz verstehe, welche Art von Hilfe du suchst, frage ich mich, warum du in seinem Beisammensein trinken musst. Hast du selbst ein Problem mit Alkohol?

    Ungestoppter Alkoholismus endet tödlich und da gibt es keine Regeln, die dies ändern. Das ist ein Fakt.

    Wer trocken bleibt, sich jedoch einredet, dass es genügt, das Glas nur beiseitezustellen, oder dass Schutzmaßnahmen keine Rolle spielen, hat das wahre Ausmaß der Krankheit nicht erfasst oder gar verstanden.

    In unserem Forum gibt es zahlreiche Geschichten, die genau diese Verharmlosung zum Verhängnis geworden sind. Ende vom Lied. Rückfall und Tod. Es ist auch kein Wunschkonzert, wie man trocken bleiben kann. Es ist nur eine Wunschvorstellung. Sollte man nicht verwechseln.

    Jedoch ist das die Aufgabe des Alkoholikers für sich zu sorgen und nicht dem CO oder des Angehörigen es ihm vorzubereiten.

    Der Unterschied hier im Vergleich zu anderen Plattformen ist, dass wir eine Selbsthilfegruppe sind, die es ernst meint und nicht nur eine soziale Plattform zum Plaudern.

    ch finds nicht so toll , hätte mir eine größere Entfernung gewünscht , aber das ist wohl Schicksal .

    Doch ist es ein Schicksal, das du immer wieder mal verändern kannst. Du bist ja nun uneingeschränkt handlungsfähig, und das allein für dich. Dein Leben im Inneren hast schon verändert, und jetzt geht draußen weiter.

    Vertraue dir.

    Niemand hier trägt die Verantwortung für dich oder muss die Konsequenzen deiner Entscheidungen tragen. Das ist deins. Wenn es mit dem Alkoholiker klappt, ist alles gut; wenn nicht, sehen wir uns gerne hier wieder.

    Ist nicht unüblich in unserer SHG - Und so beginnt es wieder von vorne, solange jemand aus dem Hamsterrad aussteigt

    Mal was anderes .

    Wenn ich beschließe, trocken zu werden, ziehe ich niemanden in diesen Prozess mit hinein. Würde ich es tun, würde ich nicht meinetwegen trocken werden, sondern hätte den CO wieder in meine nasse Welt eingebunden. Bei einem eventuellen Rückfall kann ich dem CO zumindest vorweisen etwas getan zu haben . Es ist ganz einfach, jemandem etwas zu zeigen, das man tun möchte, was jedoch nur als Alibi dient.