Beiträge von Aurora

    Hallo,

    liebe Renate und liebe WinterSonne, ich danke euch sehr für eure lieben Wünsche und Umarmungen. Das tut sehr gut!

    Ich hatte eine ganz gute Zeit. Der Tag vor Heiligabend war schlimm, da habe ich sehr viel geweint. Und durch die ersten Therapiegespräche kocht da auch schon was in mir hervor. Da ist so viel, was ich noch nicht "verdaut" habe, auch aus der Ehe mit meinem Exmann zum Beispiel. Immernoch sind da Dinge. Und durch diese emotionalen Ausnahmezustände bei mir bin ich so viel in altem Verhalten. Ich bin froh, dass ich Dante habe. Dass er mir zur Seite steht, mich versteht und mich auch anstubst. Rausholt aus den Löchern, in denen ich dann teilweise versinke. Und nicht noch ausnutzt, wie ich jetzt bin.

    Der Heiligabend war gut. Mein Sohn war da, Schwiegersohn, Erbse, Dante und ich. Wir haben Fondue gemacht. Und vorher Bescherung. Und es war eine ruhige, gemütliche Stimmung. Ohne Hochs oder Tiefs. Meiner Tochter hätte es auf jeden Fall gefallen, glaub ich. Sie fehlt so sehr, die Lücke war schon zu spüren. Ist immer zu spüren. Ohne Frage. Aber wir leben ja und müssen lernen, mit dieser Lücke zu leben.

    Der 1. Feiertag war traditionsgemäß bei meinen Eltern. Auch da eher eine ruhige Stimmung. Nicht mehr dieses Laute der vergangenen Jahre. Und früher kam auch da ja noch Unmengen an Alkohol dazu. All das ist nicht mehr.

    Der 2. Feiertag war noch ruhiger, da kam Dantes Mutter zum Kaffee und meine Eltern auch nochmal. Das war nun ganz ruhig. Wohltuend. Und den späten Nachmittag und Abend hatten wir dann für uns, das war sehr kuschelig dann. Wir haben zur Zeit wenig voneinander, da Dante sehr viele Dienste hat und hatte. Gestern war ein freier Tag mal, der nächste wird erst am Sylvester sein...

    Sylvester gehen wir in die Oper, da Dante Neujahr Frühschicht hat. Also da ist nix mit Sylvesterball, wie letztes Jahr z.B. bei den Guttemplern, unserer realen SHG. Da bimmelt der Wecker um ca 4 h morgens, also dann, wenn andere erst in's Bett gehen... Ich liebe aber diese Neujahrstage, seit ich selbt alkoholfrei in einem alkoholfreien Umfeld lebe. Wie schön ist es, das neue Jahr frisch und klar zu begrüßen.

    Ja, so ist das zur Zeit hier. Ich schwebe immernoch zwischen den Zeiten herum. Und versuche, all die Dinge, die mir 2012 widerfahren sind, einzuordnen. Das ist schwere Arbeit, und ich bin zur Zeit oft am Limit und schrecklich müde. Zumal ich auch öfter so Angstattacken habe, depressive Zustände. Aber da gehe ich durch. Nehme es erstmal an, als was es ist. Emotionaler Ausnahmezustand, irgendwo, noch immer. Aber es geht ja zu verändern und zu verbessern. Ich habe nicht vor, darin zu verharren und umzukommen!

    Aurora

    Hallo Nilay,

    erstmal willkommen im Forum!

    Dieses:
    erst werd du mal mit deinen Problemen fertig, bevor du meine bemängelst,
    kenne ich auch und es sind gleich wieder Erinnerungen in meinem Kopf. So lief das jahrelang zwischen meinem Exmann und mir auch ab. Ich war damals noch Raucherin. Und immer, wenn ich sagte, hör mal mit dem Gesaufe auf, hatte er das Argument, na klar, und du? Mit deiner Qualmerei? Ich muss dazu sagen, ich habe ca. 7 - 8 Ziggis am Tag geraucht...

    Trotzdem hat mich das immer getroffen und mir vor Augen geführt, dass ich doch gar kein Recht habe, was zu fordern. Weil ich doch selbst voll drinnen hänge. Irgendwann, vor 8 oder 9 Jahren, habe ich aufgehört zu rauchen...

    Und wenn ich dann sagte, hör auf mit dem Gesaufe, dann hatte auch mein Exmann wieder eine andere Sache, die er dann bei mir bemängeln konnte. Es gab immer was, das ist doch klar, welcher Mensch ist schon makellos!

    Mich hat das aber immer sehr unter Druck gesetzt, mir vor Augen geführt, wie blöd ich doch war, also zu blöd, um mein Leben zu regeln. Und ich Blöde konnte doch nun nicht verlangen, dass er was Geliebtes aufgibt, also das Gesaufe, wenn ich selbst ja im Prinzip noch schwächer, viel schlimmer wäre als er... :roll: . Das war doch keine gemeinsame Basis, sondern mein Ex versuchte doch so, auch ziemlich erfolgreich für viele Jahre, mich klein zu machen und als unglaubwürdig hinzustellen. Als "zu blöd". Indem er meine eigenen Dinge in den Vordergrund rückte, machte er seine eigenen damit irgendwo kleiner. Und so versuchte er dann, eine sehr schiefe gemeinsame Basis zu schaffen. Die dann ja auch da war. Wir waren eben beide zu blöd...

    Dabei hat doch das Eine mit dem Anderen meiner Meinung nach nix zu tun. Wenn du willst, dass deine Beziehung zu deinem Partner ohne Alkohol ist, dann ist das doch eine klare Sache. Die Beziehung zu deinem Exfreund hat doch da erstmal überhaupt nichts mit zu tun. Das ist doch völlig was ganz anderes. Also in der Beziehung zu deinem jetzigen Partner.

    Welche psychologischen oder emotionalen Dinge da für dich mitspielen, dass du noch immer an der alten Beziehung irgendwie hängst, ist ja erstmal was ganz anderes. Etwas, was du auch extra für dich klären kannst.

    Darum kannst du doch, meiner Meinung nach, klipp und klar ansagen, was du von dieser jetzigen Beziehung erwartest. Und das ist, wenn ich recht verstehe, dass er aufhört, zu trinken. Klarer Fall! Und er holt dann seine Kamellen da raus und eiert rum. Und du dann auch... Also gilt es doch da für dich, jetzt Nägel mit Köpfen zu machen.

    In der jetzigen Beziehung möchtest du, dass er nicht trinkt. Punkt. Wenn dein Partner aber meint, er will aber trinken, dann ist das seinerseits auch eine klare Ansage. Punkt.

    Und dann kannst du überlegen, welche Konsequenz da für dich entsteht. Ganz einfach, oder :roll: .

    Das waren mal meine Gedanken beim Morgenkaffee. Ich hoffe, da ist was für dich dabei.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, jetzt habe ich dir noch garnicht auf deinen Beitrag geantwortet. Die letzten Tage waren sehr schwierig für mich, ich habe sehr viel Trauer in mir und sehr viele Emotionen. Ich hol das aber nach!

    Ich wünsche jetzt allen, die hier vorbei schneien in meinem Fädchen, ein gutes Weihnachtsfest!

    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, es freut mich, wenn dir das, was du mir schreibst, auch beim Sortieren und Nachdenken hilft! Mir geht es ja auch so. Wenn ich was hier schreibe, bei mir oder anderen, denke ich auch immer über mich selbst nach. Das ist gut so.

    Auch meine Beziehung zu meinem Exmann war ähnlich geprägt. "Wir", so stelle ich mir eine Ehe vor. Mein Exmann hatte andere Vorstellungen, ein "wir" verstand und versteht er einfach anders. Das habe ich zuletzt sogar noch jetzt gemerkt, wo es um bestimmte Dinge finanzieller Art, noch aus unserer Ehe, ging. Wo es für ihn "ich" (also er) heißt, mich klammert er da aus, als wäre ich nie seine Frau, sondern eher etwas wie eine Haushälterin gewesen... Und ich sag dir ganz ehrlich, das hat mich auch jetzt noch verletzt! Zu sehen, wieder zu spüren, er hat und hatte eine ganz andere Vorstellung vom "wir", als ich sie habe. Und darum ist es gut, dass er sein Leben nun lebt und ich mein's. In meiner Ehe jetzt gibt es auch ein"wir". Eine andere Art der Beziehung hätte ich nicht so eng mit jemandem mehr gelebt! Das habe ich gelernt und ich weiß, dass ich jetzt auch in der Lage wäre und bin, da für mich drauf zu achten.

    Ein ganz neuer Mensch kann aus mir nicht werden. Ich werde immer meine Strukturen haben. Nur ich kann sie jetzt erkennen und kann dafür sorgen, dass es mir gut geht damit. Ich werde nie ein Mensch sein, der egoistisch ist. Aber ich kann schon auch egoistisch sein. Ein Widerspruch? Nö! "Egoist", der Begriff ist ziemlich negativ belegt. Es kommt ja aber immer auf das Maß der Dinge an. Ein gesunder Egoismus ist echt nicht zu verachten und hat eben mit "Grenzen ziehen" und "Achtsamkeit sich selbst gegenüber" viel zu tun.

    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, bei mir war es ähnlich, wenn Menschen es bis zu einem bestimmten Punkt geschafft hatten, zu mir vorzudringen, dann hatten sie Freifahrschein...

    Ich war eher immer ein zurückhaltender Typ, ich bin nicht so extrovertiert. Ich hatte immer Angst, andere zu nerven, nicht dazu zu gehören, ich wollte nicht aufdringlich sein usw. Daher habe ich mich nicht getraut, schnell Kontakte zu knüpfen. Ich fühlte mich nicht wert dafür...

    Wenn also jemand freundlich zu mir war, Interesse bekundete und so, war ich schnell bereit, zu glauben, das wäre echte Freundschaft bzw. Liebe. Und ich tat dann alles dafür, sie zu behalten. Ich habe alles gegeben dafür, und noch mehr. Ich habe mich regelrecht aufgeopfert, war für alles bereit und zu haben, habe nur zu allem "Ja" und "Amen" gesagt. Keine Grenzen! Ich war der Meinung, ich müsse froh sein, dass gerade "dieser" Mensch mich mochte, sein/ihr Wort war immer mehr wert als meins, meine Gefühle eher unwichtig. Ich tat alles, damit dieser Mensch mich lieben sollte...

    Und dabei trat ich mich ja selbst in den Dreck, war garnicht ich selbst. Und ich war gegen alle meine Gefühle, oft. Vertraute mir nicht.

    Im Falle der Sippe meines Exmannes war es schlussendlich so, dass ich sie in einer Hauruck-Aktion aus meinem Leben schleuderte. Nach ca,. 26 Jahren Dauergrinsens... Sie haben es bis heute nicht gerafft, warum. Der Druck in mir war einfach unerträglich groß geworden. Und meine Verzweiflung. Ansonsten habe ich mich von überflüssigen "Freunden" erst nach und nach auf meinem Weg verabschiedet. Und heute habe ich Menschen um mich, die mich mögen, lieben, so wie ich bin. Ich verstelle mich nicht mehr, ich weiß, ich habe das nicht nötig. Ich kann inzwischen Grenzen setzen, bin mir selbst wichtig.

    Das klappt soweit auch super! Nur bei Menschen, die sehr nahe an mir sind, z.B. mein Sohn, Schwiegersohn, da fällt mir das schwer. Vor allem nach dem Tod meiner Tochter und ihres Babys. Durch diesen Schicksalsschlag sind eh viele alte Muster wieder aufgetaucht. Aber ich bin nicht am Punkt "Null".

    Ich erkenne diese Muster, mal ganz schnell, mal schneller. Und ich gehe dagegen an, denke darüber nach. Rede darüber. Mein Mann ist mir eine super Unterstützung dabei. Und auch der Therapeut.

    Liebe Renate, nun hab ich ja was abgelassen in meinem Fädchen :lol: , dein Beitrag hat das wieder bewusst gemacht. Das alles zu erkennen und auch zu bearbeiten gehört meiner Meinung nach mit dazu, auf dem Weg aus der Coabhängigkeit. Denn in meinen Augen hat Coabhängigkeit sehr viel mit Selbstwert, Selbstbewusstsein zu tun. Mit Grenzen setzen und achtsam sein gegenüber den eigenen Gefühlen.

    Ja, mit meiner Erbse habe ich immer viel Spaß :wink: . Und sie freut sich auf den Weihnachtsmann...

    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, ja, es ist schon eine Menge gelebtes Leben, was du ja auch hast. Natürlich, denn mit Mitte 50 ist das einfach so. Und du hast ja auch eine Menge für dich erreicht, hast deine Kinder auf den Weg gebracht, zum Beispiel. Und hast einen Alltag gelebt, in dem du deine Frau gestanden hast. Du hast durchaus ja auch was vorzuweisen.
    Ja, immer wieder umorientieren kostet Kraft. Aber es kann durchaus ja auch spannend sein. Wenn du dich darauf einlassen möchtest. Und hinterher springt bestimmt noch was ab für dich, was gut ist. Denn Entwicklung kann doch sehr positiv sein. Wichtig ist doch, dass du bei allen Dingen nicht mehr deine eigenen Bedürfnisse aus den Augen verlierst.

    Ich habe damals angefangen, so zu denken. Ich habe gemerkt, ich habe es ja auch selbst in der Hand, mit wem ich möchte und mit wem nicht. Ich muss niemandem was beweisen, am wenigsten mir. Mir soll es einfach nur noch gut gehen, soweit es geht. Ich darf "Nein" sagen und "Stopp", ich darf Grenzen setzen. Auch wenn ich damit rechnen muss, dann, dass Menschen mich nicht mehr haben wollen. Aber auf solche Menschen kann ich ja dann gut und gerne auch verzichten.

    Dieses Lebensmuster klappt bei mir auch nicht immer, das ist Utopie. Zu sehr habe ich auch meine alten Muster verinnerlicht. Aber ich merke viel schneller und überhaupt, wenn etwas nicht passt, mir nicht gut tut. Und ich kann dann schneller was verändern. So wie mit meinem letzten Job zum Beispiel. Ich habe da 1/2 Jahr dran gehangen, nicht mehr 10 Jahre oder noch länger, so in etwa.

    Was will ich eigentlich sagen?

    Ich bin momentan irgendwo äußerst lahm gelegt. Ich freue mich auf Weihnachten, auch wenn ich furchtbar traurig bin. Ich kann diese Traurigkeit endlich zulassen und weine viel, was mich erleichtert. Und morgen werde ich wieder meine Kleine hüten, nach der Kita. Das bringt mir viel an Lebensfreude, aber auch eine gewisse Struktur, Aufgabe. Ein gebraucht Werden.

    Ja, das war's erstmal aus dem Hause Aurora.

    Aurora

    Hallo Tedda,

    das erinnert mich stark an meine eigene Situation, damals. Ich habe meinem Exmann die Pistole auf die Brust gesetzt und ihn extrem genervt. Er hat dann nichts getrunken, keinen Alkohol meine ich, jedenfalls nicht, dass ich es gesehen oder gemerkt hätte. Und daran meinte er immer mir beweisen zu können, er wäre ja nicht abhängig...

    Und mit mir hat das gemacht, dass ich dachte, ich spinne ja wirklich, er kann ja ohne. Und ich habe an mir und meinen Wahrnehmungen gezweifelt. Sah mich als verkehrt und böse an, weil ich ihm doch unterstellte, er wäre alkoholabhängig. Habe gehofft, dass er nichts mehr trinkt, nie wieder...

    Das hat nie angehalten, dass er ohne konnte. Und all meine Träume platzten, fielen zusammen wie ein Kartenhaus. Und dass er mit seiner Gesundheit spielte, indem er dann einen kalten Entzug machte, war mir auch nicht bewusst. Aber vielleicht hat er ja heimlich auch wenig weiter getrunken, wer weiß...?

    Du möchtest ihm eine zweite Chance geben, na gut. Du hast hier mit Sicherheit genug Geschichten gelesen und weißt, worauf du dich einlässt. Ich dachte damals ja auch, bei uns wäre es anders... Ich wollte es einfach so sehen.

    Wie geht es dir aber jetzt damit? Schleichst du hinter ihm her, bewachst du ihn? Oder wühlst in seinen Dingen rum, um eventuell doch eine Pulle zu finden? Also ich habe das gemacht, geb ich zu. Schnupperst du an ihm? Stellst du ihm Dauerfragen ? Bist du unentspannt, weil du unsicher bist? Also mir ist es so ergangen... Und ich hatte beim Nachhausekommen schon Schweißausbrüche vor Angst. Ob er nicht eventuell doch wieder...

    Und plupp, oft genug war es ja dann auch nach einer Weile wieder so.

    Es ist doch jetzt so. Wenn du ihm vertrauen willst und glaubst, er wird es schaffen, ein zufriedenes, trockenes Leben zu erreichen, dann ist doch gut. Dann läuft es jetzt so weiter.

    Du kannst aber auch für dich weitersehen. Dir Gedanken machen, wie du dir eine gute Partnerschaft vorstellst und ob er das erfüllen kann, was du dir wünschst. So uneingeschränkt. Also, kannst du ihm vertrauen? Liebst du ihn? Ist da eine gemeinsame Basis?

    Was im Endeffekt passieren wird, kann keiner hier wissen. Also ob dein Mann demnächst wieder trinken wird oder nicht. Ob es eine Phase ist oder nicht. Nur die Erfahrungen hier sind eben, wie sie sind. Und meine sind, dass mein Exmann immer wieder gesoffen hat, nach einiger Zeit... Weil er nichts veränderte, nichts machte. Er trank nur nicht.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, "fossiles altes Weib", och nöööööööööö, soweit ist's noch lange nicht. :wink:
    Ich gebe dir in vielen Dingen Recht. Es ist alles schnelllebig und viel unverbindlicher geworden. Und die Dauerberieselung überall ist auch nix für mich. Vor allem nicht diese Werbedinger an den Straßenkreuzungen, die finde ich ziemlich gefährlich, ehrlich gesagt.

    Familienverbund, Zusammengehörigkeit. Ja, diese Sehnsucht haben Menschen, ich glaube, auch heute noch. Ob nun das alte System da besser war :roll: . Hm. Es gab sicher früher Familienbunde, die waren stabil und gut. Aber es war bestimmt auch oft genau das Gegenteil und der blanke Horror. Da wurde nicht sich getrennt, wenn es unerträglich war, weil es einfach nicht in das damalige Weltbild passte. Weil es verpönt war. Weil auch Frauen abhängig waren von den Männern, finanziell, zum Beispiel. Und weil sie verachtet wurden, wenn sie sich trennten. Da wurde durchgehalten, ausgehalten. Weil es eben so war. Da gab's nix. Da wurde "in Familie" gemacht, weil es sich so gehörte. Basta. Ja, es gab Regeln, wie ein Gerüst zum Festhalten war das, jeder hatte seinen Platz. Aber diese Regeln, dieses Gerüst, war vielleicht oder ganz bestimmt für viele auch ein Gefängnis...

    Echte Freundschaft, sich aufeinander verlassen können, Familienbande pflegen, das gibt es auch heute noch. Dafür muss ich was tun. Und ich habe heute die Freiheit, dass ich es freiwillig machen kann und wie es zu mir passt. Ich bin selbstbestimmt dabei. Ich bin nicht starr und warte ab, sondern ich bin aktiv und traue mir was zu.

    Da sehe ich für mich einen Vorteil im Gegensatz zu früher, als ich nach den alten Regeln lebte. Denn da lebte ich so. Ich bin so geprägt worden und aufgewachsen. Und habe mein ganzes Leben bis zur Trennung vom Ex so gelebt. Da war ich 49...

    Es hat alles so Vor- und Nachteile. Und oft sage ich ja auch "damals war alles ruhiger, besser, anders...". Und so empfinde ich das dann auch. Ob es wirklich so war? Meine Kinder sind jedenfalls in diese Zeit jetzt reingewachsen. Und empfinden es als ok, wie es ist. Sie kennen es ja nicht anders. Und wer weiß, wie sie selbst in 30 Jahren darüber denken... :roll: .

    Nööö, fossiles altes Weib is nich... Ich habe es selbst in der Hand, was aus meinem Leben zu machen, du auch. Heutzutage ist es nicht mehr verpönt, als Frau alleine auszugehen. Auch sich zu trauen, andere Menschen anzusprechen. Kontakte zu knüpfen. Und auch "Nein danke" zu sagen".

    Ja, und bei uns kommt heute die Erbse eingeschneit, bis morgen. Das wird wieder ein Spaß. Mal sehen, was sie so alles vorhat, sie hat ja immer konkrete Pläne, was wir machen sollen. Ich habe lila Folie zum Sterne Basteln. Ich kann mir denken, dass sie da scharf drauf ist. Lila, da kann sie nicht wiederstehen. Ich kenn sie doch :lol: .

    Und die Therapie geht voran. Gestern hatte ich meine vorletzte probatorische Sitzung, nun wird die eigentliche Therapie beantragt. Das tut mir alles gut. Ich mache wieder was, ich bin aktiv. Auch in meinem Schmerz, in der Trauer. Auch da will ich nicht stehen bleiben. Denn das hätte fatale Folgen, finde ich. Und so mach ich eben...

    Aurora

    Hallo Miriel,

    Zitat

    Was er damit bezwecken wollte mit dem Gerede von den Frauen keine Ahnung,


    Na, was wollte er wohl bezwecken? Ist doch klar. Er wollte sich ein wenig in's Licht rücken und dir sagen, dass er durchaus Chancen hat und nicht auf dich angewiesen ist. Und du solltest auch ein wenig eifersüchtig werden und sehen, was für einen tollen Burschen du da hergibst.
    Du solltest dich einfach ein wenig schlecht fühlen, das hat er bezweckt.

    Du warst genervt von dem Gespräch? Na, dann weiß ich was. Einfach nächstes Mal bimmeln lassen und denken, "jetzt nicht!". :wink:

    Ich freu mich, dass du für's Wochenende so tolle Pläne hast. Viel Spaß dabei!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, dein Beitrag ist interessant und ruft was in mir hervor... Ja, ich kenne das, mit diesem Zeitgefühl, ganz komisch ist das. Es ist auch erstaunlich, wie schnell die Zeit verrannt ist, morgen ist es 9 Monate her, dass alles passiert ist, und es fühlt sich an wie letzte Woche...und dann wieder, weiß nicht.
    Und ich kenne das auch, auf einmal muss ich noch dies und das überprüfen, bevor ich aus dem Haus gehe, oder ich muss 3 Mal gucken, ob ich das Auto auch wirklich abgeschlossen habe.
    Ich danke dir sehr für deinen Beitrag, da wird mir manches klar.

    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, danke für die lieben Grüße!

    Liebe Grazia, auch dir ein Dankeschön für deine Gedanken und deinen Beitrag an mich!

    Und sonst geht es hier so laaaaangsam hin. Ich bin im Zeitlupenmodus, hab ich das Gefühl, teilweise. Aber ich denke, ich brauch das wohl einfach jetzt.

    Aurora

    Hallo,

    liebe Herze, ja, es hört sich gut an und es fühlt sich noch besser an :D !

    Das Wochenende war gut, trubelig, aufregend. Dante und ich hatten vor einigen Tagen spontan entschieden, an einem Treffen mit einigen anderen Forumsfreunden teilzunehmen. Und so sind wir am Sonnabend früh in den Zug nach Köln gestiegen, hingedüst, und abends wieder zurück. Das geht, Dante arbeitet ja bei der Bahn und so haben wir Freifahrten.

    Es war sehr schön, auf Menschen zu treffen, die ich vorher zwar schon lange, aber nur virtuell und von Fotos kannte. Der Weg hat sich gelohnt! Und mir hat es sehr gut getan, etwas zu tun, um einfach raus zu kommen. Aus dem Trott, mich einzulassen auf etwas Spannendes. Leben zu spüren in mir. Das war gut und der Effekt für mich ist sehr angenehm. Ich lebe ja, und ich konnte gestern genießen, ohne mich deshalb schuldig zu fühlen.

    Heute war es bei uns eher ruhig, wir hatten schon Erholungsbedarf. Und es hat geschneit wie verrückt, was will ich da draußen. Wir mussten nur abends raus, wir hatten Schwiegersohn versprochen, ihn und die Erbse vom Zug abzuholen. Er hat ja noch Urlaub und war eine Woche verreist.

    Aurora

    Hallo Miriel,

    gut, das ist erstmal eine Erkenntnis

    Zitat

    Ich schaffe es einfach nicht, konsequent zu handeln, obwohl ich weiss, wieviel besser es mir gehen koennte.


    Und nun beginnt deine Aufgabe, sozusagen. Du kannst dich auf dieser Einsicht ausruhen und als Entschuldigung benutzen. So habe ich das früher gemacht. So: ich bin eben so und ich kann ja eh nix ändern... Und so war das dann auch. Null Veränderung. Logo... Die begann erst, als ich meinen ersten Minischritt machte.

    Du wirst nicht dein ganzes Wesen von heute auf morgen verändern können, niemand kann das, wag ich mal zu behaupten. Aber du kannst schrittweise anfangen. Mit Trippelschrittchen. Aus vielen Trippelschrittchen wird dann nämlich mal ein Weg!

    Du kannst nicht konsequent sein? Du kannst es aber üben und es wird dir immer leichter fallen. Fang doch einfach mit kleinen Konsequenzen, Grenzen an. Wo du weißt, das kannst du auch. Es wird ein blödes Gefühl dann sein, ist klar, aber das musst du aushalten und du wirst das auch aushalten. Und du wirst sehen, die Erde dreht sich weiter und nix passiert. Außer, dass du dich freier fühlen wirst, ganz bissi, innendrin. Und stolz. Das könnte der erste Trippelschritt sein, verstehst du. Ich kenne nicht deinen Tagesablauf oder deine Beziehungen, außer die mit dem Noch-Ex-XY, wie du sie hier beschreibst . Vielleicht wäre eine erste Konsequenz, wenn du schon mit ihm telefonierst, das Gespräch nach 15 Minuten zu beenden, oder irgendwie sowas in der Art. Ich weiß nicht, ob das ein gutes Beispiel ist, dir fällt bestimmt noch was anderes ein.

    Liebe Grüße und viel Mut für die Trippelschrittchen
    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, ich danke dir für deinen Eintrag!
    Ich finde es, ehrlich gesagt, nicht so doll von deiner Therapeutin. Gut, sie mag Recht haben, du hast schon Therapie hinter dir und es scheint ja auch was gewirkt zu haben. Trotzdem gibt es doch manchmal Stillstand oder auch einen Schritt zurück. Schade, dass sie nicht bereit war für ein kurzes Gespräch darüber, vielleicht einen Denkanstoß...

    Sylvia

    Hallo und huch,

    ich sehe gerade, ich hab ja mein Fädchen schon jetzt einige Zeit nicht mehr "gefüttert".

    Ich bin ziemlich mit mir beschäftigt. Die Therapie hat angefangen, bzw. die ersten probatorischen Sitzungen. Und das fühlt sich gut an. Da habe ich gut für mich gesorgt, dass ich das jetzt mache.

    In der Situation, in der ich jetzt bin durch die Trauer merke ich, wie meine alten Muster wieder sehr präsent sind. Diese eingefahrenen Gleise im ollen Kopp. :? . Na gut, ich habe die meiste Zeit meinens Frauenlebens bisher diese Prägungen durch und mit meinem Exmann erhalten, das wird immer da sein. In solchen Situationen wie jetzt die meine ist, kann dann doch wieder alles hervor kommen. Ich weiß das aber. Und ich kann dagegen steuern.

    Aber es schmerzt. Die alten Dinge schmerzen auch. Und ich rede unheimlich viel mit Dante. Er muss ja wissen, was in mir vorgeht. Ich bin schon manchmal bestimmt komisch. Und die Beziehungsmuster, die ich mit dem Ex hatte, drängen auch in die neue Beziehung jetzt. Da ist es wichtig, ehrlich zu sich zu sein. Und zu reden!

    Und in Dante habe ich den besten Partner, den frau sich wünschen kann. Er unterstützt mich, wo es geht. Er kann das, er ist klar und nüchtern, trocken nach wie vor. Das ist die Bedingung. Unter Benebelung ginge da nix! Und es ist einfach wichtig für uns, für unsere Beziehung, dass wir offen und ehrlich reden. Und weiterhin achtsam sind. Mit uns. Ich mit mir.

    Ich bin vorsichtig optimistisch. Ich mache was, und dieses aktiv Sein für mich hilft mir sehr. Ich fühle mich jetzt nicht mehr so ausgeliefert. Dieser Trauer so ausgeliefert. Momentan.

    Die Erbse ist jetzt öfter bei uns oder ich bei ihr. Das erfordert auch eine Umstellung, aber es tut mir sehr gut, diese Aufgabe haben zu dürfen!

    Aurora