Beiträge von Aurora

    Hallo Moana,

    willkommen im Forum!

    Wie könnt ihr helfen?
    Der Schwester könnt ihr nicht helfen, wenn sie es nicht will. Das ist schlicht und ergreifend Fakt. Selbst Zwangseinweisungen oder ähnliches werden sie nicht davon abhalten können, sich tot zu saufen, wenn sie es so will. Leider ist es so.

    Aber die Kinder!

    Da muss was passieren. Haben sie einen Vater? Was macht der? Lebt die Schwester alleine? Wenn ja und überhaupt ist es sicher das Beste, sich einem Amt, Jugendamt oder psychiatrischen Dienst oder sowas anzuvertrauen. Oder sie kommen erstmal zu euch oder den Großeltern, wenn das geht. Denn die Kinder müssen da weg. Da geht kein Weg dran vorbei. Es ist sicher sehr schwierig, sie ist eure Verwandte, die Schwester deines Mannes. Da sich zu trauen, behördliche Dinge einzuleiten ist sehr schwer. Aber es ist der einzige Weg für die Kinder!

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Renate, ich danke dir für deine Worte! Ja, ich ziehe manchmal meine Rückblicke und Résumés, das tut gut zu sehen, ich hab ja was bewegt. Und wenn ich dann, was nur noch sehr selten vorkommt, auf meinen Exmann treffe, sehe ich, wie gut es war, auszusteigen. Zu sagen, ich verlasse den Suchtkreisel, auch wenn es weh tut, erstmal, denn Veränderungen sind immer unangenehm. Aber wenn ich dann jetzt spüre, in mich reinhorche, kann ich sehen, es war das einzig Richtige, was ich tun konnte. Damals, als ich endlich, endlich mal auf meine eigenen Bedürfnisse, auf diese Fragmente, die da noch von da waren, zu hören begann.

    Und nun warte ich auf meine kleine Enkelin. Die wird heute hier wieder mal nächtigen, denn Schwiegersohn möchte sich heute abend mal mit den Freunden kinderlos treffen. Das muss ja auch mal sein. Also sind heute in Berlin einige Omis und Opis mit ihren Erbsen beschäftigt, während sich die Mamas und Papas einen schönen Abend machen. Ach, wir werden es noch viiiiel schöner haben :D:lol:8) .
    Was gibt's besseres, als Erbsen hüten?

    Aurora

    Hallo Georgina,

    wow, hier findet eine Menge Kampf statt...
    So liest es sich zumindest für mich gerade. Du kämpfst und machst und tust. Für die Beziehung, um die Beziehung, für's Trockenwerden... Da legst du so viel Energie rein.

    Natürlich, es ist klar, du möchtest dein Leben nach deinen Vorstellungen gestalten. Das ist ja auch nicht verkehrt. Aber wenn du ständig um irgendwas kämpfen musst, dann ist das doch eher komisch? Und vor allem, wenn du aus jedem Kampf erschöpft hervorgehst und dich als Verliererin fühlst. Und trotzdem hältst du fest und beginnst die nächste Runde.

    Anstatt auszusteigen und zu sagen:" Hey, jetzt verkämpfe ich mal meine gute Energie nicht an irgendwelchen Dingen, die ich nicht erreiche. Aus welchen Gründen auch immer. Jetzt setze ich meine gute Energie mal ein, um es mir schön zu machen!"

    Klar, schön erscheint dir dein Leben auf der einen Seite nur mit deinem XY zu sein, glaubst du. Aber andererseits musst du dauernd um was kämpfen, was er dir nicht geben kann oder will... Und dann wiederum, was ist daran schön?

    Du rennst einer Illusion nach, deiner Idealvorstellung, wie du es dir wünschst. Aber dieser Wunsch geht nicht in Erfüllung. Kann er nicht, weil es einseitig ist, denn dein Partner hat andere Wünsche und Vorstellungen. Sonst würde da ja eine gemeinsame Basis entstehen. Durch Reden, z.B., durch gemeinsames Verarbeiten auch, durch das Mitteilen der Gedanken und der Dinge, die er beim Trockenwerden spürt. Und du bei deinem Weg aus der Coabhängigkeit.

    So aber kommt es mir vor, als kreist du noch immer nur um ihn. Und er will seine Ruhe haben. Du versuchst, ihn in deine Richtung zu ziehen. Er will aber garnicht dahin :roll: . Also - Kampf für dich. Energieverschwendung. Coabhängigkeit, immernoch.

    Es haben jetzt hier schon alle geschrieben, geh raus, was mach für dich. Erkenne, welche Perönlichkeit du bist, was dir Spaß macht. Genieße das Leben, auch ohne ihn, das geht! Wieso gibst du die Verantwortung für deine Zufriedenheit, für dein Glück, an ihn ab? Du bist erwachsen, du bist selbst dafür verantwortlich. Du bist immer um ihn rum, immer am Kämpfen. Tu es doch einfach mal nicht mehr, vielleicht erkennt er ja dann auch was?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    am Montag hatte unser Schwiegersohn Geburtstag...

    Noch paar Tage vorher meinte er, er wolle nix feiern oder so, am liebsten würde er sich irgendwo verkriechen. Am Sonntag aber packte es ihn und er lud doch die engsten Verwandten zum Essengehen ein. Seine Mutter plus Lebenspartner, seinen Vater, Bruder mit Frau. Meine Eltern und uns. Und meinen Exmann...

    Wir kamen gleichzeitig da an. Und ich sah und roch sofort, was los war mit dem Ex. Ich sehe das sofort, das ist jahrelanges Training, sozusagen :? , das werde ich wohl immer drauf haben bei ihm. Ex setzte sich dann auch genau uns gegenüber...

    Und bestellte erstmal ein Bier. Das ist neu, bisher hat er, wenn Dante und ich dabei waren, immer Unalkoholisches getrunken. Er tut sich da jetzt keinen Zwang mehr an. Und er wurde immer betrunkener, hatte anscheinend mächtig vorgeglüht. Und ich sah ihn mir so an. Zitternde Hände, er kriegte kaum einen Bissen vom Essen problemlos in den Mund. Und sein Geruch, den er verströmte, zeigte mir, er ist auf dem Weg in die Ungepflegtheit, ihm ist das realtiv wurscht geworden, wie er wirkt.

    Erbse war erst angetan vom Opa, aber ziemlich schnell mied sie ihn. Ich meine, die Kleinen bekommen da mehr mit, als du denkst. Es hat ihr garnicht gepasst, und als er sie anfasste, am Ohr, da hat sie sehr heftig reagiert. "Lass das Opa, ich mag das nicht!" Sie ist da sehr selbstbewusst, gut so!

    Im Laufe des Abends dachte ich, wie gut ist es, da raus zu sein! Aus diesem ganzen Suchtkreislauf. Und ich sagte laut:" Ich bin echt froh, dass mein Mann nüchtern ist, welche Wohltat!"

    So viele Erinnerungen kamen zum Vorschein, aber sie waren ohne den Schmerz, den ich mal verspürte. Es waren einfach Erinnerungen, so wie ich mich an bestimmte Lebensdinge erinnere. Die mir nichts mehr bedeuten. Ich dachte, wie hast du dich damals gegrämt in solchen Situationen. Wieder einmal zerstörte Hoffnung war dann da, wieder mal der Gedanke, er hat sich nicht an die Absprache gehalten. Wieder mal die Scham vor den anderen Leuten. Wieder mal Wut und Frust, wieder mal hätte ich den Abend nicht genießen können.

    Das kann ich jetzt. Ich habe meine Enkelin geknuddelt und mit ihr ein wenig geredet. Ich habe mein Essen genossen und der Jasmin-Tee dort war Spitze! Wir sind in's Auto gestiegen und in Ruhe nachhause gefahren, voller Freude, dass es dem Schwiegersohn anscheinend ganz gut ging mit seinem Geburtstag, der erste, seit 14 oder 15 Jahren oder so ohne "Sie".

    Wieder einmal mehr sehe ich, wie die Sucht ist. Mein Exmann ist nur noch eine Karikatur seiner selbst. Das ist schade, ich kenne ihn nunmehr seit 31 Jahren und ich weiß, wie er mal war, damals. Davon ist kaum noch was zu merken. Ich habe ihn mit Interesse angesehen, denn ich sehe ihn nun mit Abstand. Ich sehe, wie Sucht ist, ich sehe das ganz deutlich. Sucht macht kaputt, macht stinkend, macht blöde redend. Macht zitternd und aufgedunsen. Und macht einsam. Denn es hat kaum jemand mit ihm reden wollen, können. Also die Sippe vom Schwiegersohn hat da eh kein Interesse, die sind mit ihrem eigenen Alkoholkonsum beschäftigt :? , meene Jüte, auch die... Aber Dante und ich oder meine Eltern, der Schwiegersohn, niemand hatte Lust zu einem "Gespräch", was ja auch nicht wirklich möglich war. Und die Kleine meidet ihn.

    Ganz ehrlich, ich bin heilfroh, meinem Leben eine Wendung gegeben zu haben. Eine Wendung in die Freiheit und Selbstbestimmtheit. Eine Wendung in das Leben! Ich muss nicht mehr abhängig sein von den Befindlichkeiten des Säufers. Nur angespannt, was nun wieder kommen mag. Mich verantwortlich, schuldig, unwert fühlen. Zum Schluss mittrinkend... Ich bin so sehr traurig und voller Trauer um meine Tochter und den Kleinen. Wäre ich jetzt noch in diesen Suchtstrukturen, ich glaube, ich wäre schon zerbrochen. So aber kann ich die Trauer fühlen und weinen, aber ich kann auch das Leben genießen. Das geht beides nebeneinander, ich hätte es nicht gedacht.

    Ich fühle sehr große Erleichterung darüber, habe auch schon viel mit meinem Mann darüber geredet. Wir wissen beide, um was es uns geht, nämlich um Leben. Leben, Lachen, Lieben. Liebe! Und um Klarheit. Um Vertrauen. Um Zusammenhalt in Lebenskrisen, die dich aus den Latschen hauen, erbarmungslos. Und das geht nur ohne Abhängigkeit. Ohne Suff, Drogen. Das Leben ist klar, das tut weh und es vernebelt nicht den Schmerz. Ich muss und darf alles spüren, die Freude genau so wie den Schmerz. Aber nur dadurch lebe ich doch.

    Heute ist wieder beides in mir, die Trauer und die Freude. Ich gehe nachher meine langjährige Freundin besuchen. Und ich bin weiterhin krank geschrieben und warte nun darauf, dass die Therapie beginnen kann. Dafür habe ich alles in die Wege geleitet. Das Leben lebt so. Es puckert, es kitzelt, es schmerzt und kneift. Aber all das spüre ich.

    Aurora

    Hallo Flower,

    ich mag auch nicht, wenn Menschen leiden. Und heule bei Liebesschnulzen, sentimentalen Filmen..."Ghost, Nachricht von Sam" z.B. kann ich garnicht sehen :oops: .

    Bin ich, bist du deshalb ein Weichei?

    Ich empfinde es für mich nicht so. Ich muss bloß auf bestimmte Dinge aufpassen. Mitleid haben, hm. Es ist gut, Anteil zu nehmen und im Rahmen meiner Möglichkeiten zu unterstützen. Aber Mitleid ist so'ne Sache. Wenn ich mitleide, mache ich das Ding doch zu meiner Sache. Und helfen... Es ist gut, Hilfe anzubieten, zu geben. Aber ich muss eben aufpassen, da nicht über die Stränge zu schießen. Hilfe geben, wenn es erwünscht ist, wenn es auch in meinen Plan passt, ohne mich abzudrosseln, das ist o.k. Meinem Exmann aber z.B. habe ich meine Hilfe aufgedrängt. Weil ich meinte, er bräuchte sie. Aber er war ja ganz anderer Meinung...

    Und wenn ich mich immer in den Problemen anderer verliere, meine eigenen Probleme, mein eigenes Leben, mein Wohlbefinden hinten anstelle, dann ist das schon so'n Ding. Das ist dann in meinen Augen schon nicht mehr gut. Wenn ich abhängig werde davon, dass andere Menschen mich nur mögen würden, wenn ich immer da bin, ist das schlecht. Wenn ich denke, ich muss immer da sein, helfen, weil es ohne mich nicht geht, ist das zwiespältig. Wenn ich denke, ich muss doch immer da sein, sonst lieben mich die anderen ja nicht mehr...Dann bin ich auch irgendwo abhängig. Vom Urteil und von der Zuwendung anderer, weil ich mich selbst nicht genug zu lieben und zu schätzen weiß.

    Ja, und da nun den Spagat zu schaffen zwischen Hilfe, Unterstützung sinnvoll geben, ohne mich zu verlieren dabei, und mich aufopfern, damit andere mich als "Engel" sehen, ich selbst aber mich nicht mehr sehe, das ist schwierig und will langsam gelernt werden. Dazu ist es immens nützlich, Selbstvertrauen aufzubauen, Selbstbewusstsein. Zu lernen, Grenzen zu setzen und mal "nein" zu sagen. Ohne Angst davor, nicht mehr geliebt, gebraucht zu werden.

    Das waren jetzt mal meine ganz spontanen Gedanken beim Morgenkäffchen... Ich hoffe, du kannst was damit anfangen.

    Liebe Grüße und einen schönen Tag wünscht
    die Aurora

    Hallo Miezekatze,

    beim Lesen deines letzten Beitrages hatte ich bissi Gänsehaut... Genau so Situationen habe ich immer und immer und immer wieder erlebt.

    Immer wieder Hoffnung, großartige Versprechungen. Immer wieder beginnendes Vertrauen und das Gefühl, bei uns ist es anders, er ist doch nicht abhängig, wir schaffen das, ich werde wieder mich an ihn annähern, all sowas. Und immer wieder genau dann der Absturz...

    Das kannst du so noch Jahr um Jahr weiter machen. Ich habe es jedenfalls so gemacht, viele Jahre lang. Jahrzehnte... Empfehlen kann ich das niemandem, ehrlich.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Seekrank, lieber Matthias, liebe Herbstsonne, danke für eure Beiträge. Ja, liebe Seekrank, genau so war das immer. Ich habe etwas gemacht, früher, von dem ich dachte, es wird von mir erwartet. Ein klitzeklein wenig habe ich das noch. Aber ich kann trotzdem jetzt das so machen, wie es für mich gut ist, wie es sich gut anfühlt.
    Lieber Matthias, diese Jobangebote "einfach so" haben sich für mein Selbstwertgefühl gut angefühlt. Ich bin gerspannt, was dann da jetzt noch so auf mich wartet...
    Liebe HerbstSonne, ja, ich denke auch, es ist jetzt richtig so, wie ich es mache. Obwohl da doch noch immer mal so'n Teufelchen in mir rumort.

    Freitag habe ich meine Enkelin von der Kita abgeholt. Dann sind wir zum Stellwerk gefahren, auf dem Dante Dienst hatte und haben auch ihn abgeholt. Erbse findet es spannend, wenn Dante "zurückbleiben bitte" sagt, denn auf diesem Stellwerk muss er auch die S-Bahn Abfertigung mitmachen.

    Wir haben den Nachmittag genossen und abends Buletten gefuttert und gemütlich zu dritt unter großen Bettdecken gelegen und Dante hat aus dem "Hexenbuch" vorgelesen. Gestern war Dante dann zum Seminar bei der realen SHG und Enkelin und ich haben uns mit diversen Dingen beschäftigt. Und Gespräche gehabt. "Tod", das ist das Thema zur Zeit für die Kleine, immer wieder. Ich hätte pausenlos weinen können... :cry: . Wir waren dann noch im Garten beim Schwiegersohn und haben Giersch rausgerissen, Kaffee getrunken und lecker Kuchen gemampft. Schwiegersohn kann gut backen, fast so gut wie meine Tochter das konnte...

    Es war ein schöner Nachmittag, abends kam noch Dante dazu und wir haben es gemütlich ausklingen lassen. Heute ist Faulenzertag, muss ja auch mal sein.

    Aurora

    Hallo,

    liebe Nici, ja, du hast Recht, alles muss schnell gehen, heutzutage. Es soll doch bitte alles immer wieder ratzfatz in Ordnung sein, bitteschön. So mag es das Umfeld. Und eine trauernde, traurige Frau will so wirklich niemand sehen, glaube ich, nur nicht damit sich auseinander setzen müssen, mit so schmerzenden, schmerzlichen Dingen. Ich mach das aber jetzt, ganz in Ruhe, versprochen :wink: .

    Am Montag hatte ich Besuch von einer ehemaligen Kollegin, die mal vor etlichen Jahren ihre Ausbildung in dem Geschäft machte, wo ich damals gearbeitet habe. Die ganzen Jahre war immer ein wenig Kontakt, nun haben wir mal Käffchen getrunken. Und sie hat mich gefragt, ob ich da anfangen möchte zu arbeiten, wo sie gerade ist. Schon lange ist. Sie möchte endlich jemanden, der weiß, wo es langgeht, sozusagen... Ich hätte da gute Chancen.

    Ich habe abgelehnt, erstmal. Momentan kann ich nicht arbeiten. Ich muss endlich mit mir selbst fertig werden. Ich habe es geschafft, das klar und ruhig rüber zu bringen. Ich habe meine Ängste verscheucht, die ich früher gehabt hätte. Angst, dass ich eine Chance verpasse, jemanden vor den Kopf stoße, mich unbeliebt mache, falsch handel. Momentan ist es richtig, wie es ist.

    Und gestern rief mein Exchef vom Reformhaus an, und auch er hätte was für mich gehabt, da wird in einem Geschäft jemand gesucht :shock: . Auch da habe ich klar und ruhig gesagt, wie es ist. Und es geht mir gut damit, obwohl es mich schon gereizt hätte.

    Aber ich brauche endlich diese Zeit jetzt für mich. Um wieder zu mir zu finden. Es geht mir nicht gut, nicht für umsonst bin ich schon so lange aus dem Verkehr gezogen. Und habe meine "Zustände". Das hat ja einen Grund. Und nun denke ich, jetzt verdrehe ich mich nicht, sondern gönne es mir, für mich zu sorgen.

    Aurora

    Hallo je sius,

    er hat bei dir einen kalten Entzug gemacht :shock: , du meine Güte, weißt du, weiß er, dass das lebensgefährlich ist? Du übernimmst da Verantwortung mit, die du nicht übernehmen solltest! Was, wenn er kollabiert wäre?

    Zitat

    Ich sagte ihm, dass ich das nicht mehr aushalte und dass ich das nächste Mal, wenn er wieder trinkt, die Beziehung beende. Ob ich das schaffe, weiß ich nicht


    Ja, solche Androhungen habe ich auch gemacht. Und dann nicht einhalten können. Zum Schluss hat mein Ex mich nur noch ausgelacht. Als ich sagte, ich trenne mich jetzt wirklich, hat er zu unserem Sohn gesagt, so richtig gehässig, "das tut sie ja doch nicht..." (Da war er schier sprachlos, als ich dann wirklich ging...)

    Zitat

    Das Zusehen, wie sich jemand ruiniert, ist extrem schwer auszuhalten und das Loslassen ist noch schwerer, weil ich immer noch irgendwie Hoffnung habe.


    Ja, da stimme ich dir zu. Das Zusehen ist schwer, auf alle Fälle. Aber es zwingt dich ja niemand dazu...
    Das Loslassen ist sehr, sehr schwer. Ich habe auch sehr lange gebraucht, auch als ich schon länger getrennt war, war da immer noch ein Fitzelchen. Immer wieder. Das braucht Zeit und kostet Energie, aber die ist gut angelegt. Jede kleine Faser, die du loslässt, loslassen kannst, macht dich entfesselter und freier.
    Hoffnung... Ja, die hatte ich auch. Na klar. Aber irgendwann war es irgendwie keine Hoffnung mehr, es war was anderes. Es war Verantwortung, die ich dachte zu haben, Angst vor allem möglichen, Schuldgefühl, und bestimmt noch mehr. Getarnt als Hoffnung, denn ich wusste es inzwischen besser. Zu oft war meine Hoffnung geplatzt, irgendwann hatte ich keine echte mehr.

    Fang an, dein Leben nicht hintenan zu stellen, wieder noch mehr an dich zu denken. Das ist vernünftig. Sucht zu verstehen, ihn verstehen zu wollen, kostet unnötig Zeit und Energie. Die kannst du besser in dich selbst investieren.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    @ nici und herzeloyde, den "Nicht mehr kochen Tipp" habe ich anders gemeint. Als Denkanstoß. Ich habe das damals so gemacht, es war einer meiner ersten Schritte, Konsequenz zu üben. Meinen Exmann hat es einen Schiet interessiert, dass er nix mehr zu essen bekam. Er trank da sowieso mehr als er aß. Eher tat er da einen auf "Ich armes Schwein", weil nun ich nicht mehr für ihn sorgte. Aber für mich war das ganz wichtig!

    Denn zum ersten Mal zog ich eine Androhung auch wirklich durch. Das gab mir Mut, ich merkte, auch wenn ich mich schlecht damit fühlte, und das tat ich, konnte ich dabei bleiben, stark bleiben mit meiner Ansage. Dieser Vorgang "Ich koche nix mehr" war eher für mich symbolisch und machte mir Mut. Denn das war die erste wirkliche Konsequenz, die ich durchziehen konnte, wozu ich mich in der Lage sah, damals. Ich merkte, die Welt dreht sich weiter, trotz meiner Konsequenz. Ich kann das durchhalten. Ich lebe noch und er ist nicht anders betrunken als immer. Es passiert nichts weiter, als dass es mir besser geht, weil ich merke, ich kann das!

    Und dann kam der nächste Schritt, den ich machen konnte. Nicht mehr für ihn waschen. Das war ihm auch wurscht, denn er lag eh nur noch im Bett, nackt... Meistens, außer wenn er los ging, um sich Nachschub zu holen. Wow, ich konnte das, ich konnte konsequent bleiben und meine schlechten Gefühle, diese Schuldgefühle, die ich dabei hatte, aushalten. Und die Welt drehte sich weiter und er soff so wie vorher. Und ich bekam Mut, ich sah, ich konnte das, ich konnte Androhungen machen und sie dann auch aushalten. Und dann konnte ich einige Zeit später den größten Schritt machen und mich trennen, denn anders ging es bei mir damals nicht. Ich musste da weg, eindeutig.

    Ja, so meinte ich das. Für jeden hier kann es was anderes sein, was diese Konsequenz übt und kleine Schritte machen lässt. Und aus diesen kleinen Schritten wird dann ein Weg.

    Liebe angry, nun habe ich das hier geschrieben an nici und herzeloyde. Aber im Prinzip auch an dich. Ich hoffe, es ist ok so.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo je suis,

    Guten Tag im Forum!

    Ich hatte viel Hoffnung, ich hatte Angst, Zweifel, Kummer, Sorge. Schuldgefühle. Deine Gedanken und Sorgen sind mir gut bekannt, ich habe sie ja durchlebt.

    Wie nämlich so üblich in solchen Beziehungen, hatte ich als Coabhängige mein eigenes Leben völlig aus den Augen verloren, alles drehte sich nur um ihn. Es war schwer, das zu ändern, aber ich war ja auch viele, viele Jahre mit ihm verheiratet.

    Ihn zu lassen ist ein guter Punkt. Dein Partner hat sich ja erstmal entschieden, nimmt alles nicht so ernst und trinkt weiter. So verstehe ich es, was du schreibst. Und du bist fertig mit den Nerven deshalb, ganz klar. Hoffnung, gibt es Hoffnung? Weiß ich nicht. Auf alle Fälle lebst du jetzt und hier und es tut dir offensichtlich garnicht gut. Also liegt es an dir, was zu verändern.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Sternchen,

    du fühlst dich schlecht dabei, ihm eine deutliche Grenze zu setzen und nicht mehr an's Telefon zu gehen. Denn du denkst, ihm geht es soooooo schlecht...

    Und du weiß, wenn du ran gehst, dann wirst du nur beleidigt, beschimpft, ein Gespräch ist eh nicht möglich.

    Warum hast du da Angst vor deiner Grenze? Nicht an's Telefon zu gehen. Du nimmst eher in Kauf, dich selbst schlecht behandeln zu lassen, als dass es ihm nicht gut geht...

    Daher ist es gut, dass du diese Grenze auch einhältst. Einfach mal aushältst, was da an Angst ist. Denn wenn du merkst, dass dadurch mehr Ruhe in dein Leben kommst, wird auch die Angst kleiner.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Ayki, schön, dass du mal wieder vorbei schaust :D ! Ja, ich glaube schon, dass ich es schaffen werde, auch diese Lebenssituation wieder zu bewältigen. Denn ich habe was gelernt, was ich jetzt anwenden kann. Ich muss aktiv werden, nur ich kann das! Niemand wird mir was auf dem Silbertablett vorbei bringen. Da muss ich schon selbst was machen. Und das mach ich jetzt...

    Das Shopping war gut, die Erbse hat endlich wieder was anzuziehen :lol: . Wir hatten einen guten Nachmittag. Und der Geburtstag war soweit ok. Für mich eher nicht, aber ich war ja nicht die Hauptperson. Zu viele Gedanken an meine Tochter waren da, zu viel Schmerz. Und dazu dann eine fette Erkältung. Und als "Sahnehäuptchen" sozusagen noch die Anwesenheit meiner Exschwiegermutter, meines Exmannes und seiner Partnerin. Ich meine, das sind selbstverständlich Menschen, die bei Erbschen sein dürfen und können. Aber mir hat es gerade mal nicht gut gefallen. Ich bin äußerst dünnhäutig zur Zeit.

    Am Donnerstag geht es therapiemäßig wieder ein Stück weiter. Ich bin sehr erleichtert, dass da was passieren kann, dass ich das angehen kann jetzt.

    Aurora

    Hallo seekrank,

    ich danke dir für deine Worte, die du für mich gefunden hast. Das berührt mich gerade auch sehr und es tut mir sehr gut!

    Du hast ja dann schon einen guten Schritt getan, indem du dich trennen konntest. Es hat bei mir ja auch viele Jahre gedauert, bis ich das konnte. Aber dann hat es sich sowas von gut und richtig angefühlt (meistens :? , ich hatte ja durchaus meine Teufelchen...) . Ich drück dir die Daumen, dass es mit einer passenden Wohnung bald klappt.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Verzweifelt,

    Zitat

    Ich schwenke zwischen blankem Entsetzen, Angst und tiefer Traurigkeit...


    das ist ganz klar! Denn hier hast du ganz viele Erfahrungen, Fakten, Klarheiten anderer Mitbetroffener gelesen und mitgeteilt bekommen. Das ist erstmal schon ganz schöner "Stoff". Das macht auch sehr viel Angst und vielleicht auch Unsicherheit. Denn ich glaube, es tickert ganz schön in deinem Kopf was an...

    Fakt ist einfach, bestimmte Dinge laufen im Zusammenleben mit einem Abhängigen immer wieder fast gleich ab. Mich hat es damals erschreckt, aber auch erleichtert. Als ich hier im Forum ankam, habe ich in jeder Geschichte auch meine sehen können. Da wusste ich endlich, dass ich nicht spinne. Aber da hatte ich schon mehr Weg mit einem Abhängigen hinter mir, als du es jetzt hast. Ich habe 26 Jahre mit meinem Exmann zusammen gelebt und 2 Kinder groß gezogen.

    Alles das, was du schilderst, habe ich auch fast so erlebt, selbst den Wunsch, krank zu sein. Den hatte ich auch immer mal. Einfach, weil ich wollte, dass er sieht, was seine Sucht mit mir anrichtete, wie es mich eben krank machte. Und ich wollte damit Aufmerksamkeit von ihm. Ich wollte einfach etwas spüren. Dass ich doch auch noch wichtig war. Dass er doch mir zuliebe endlich mal aufhörte zu saufen. Damit er sich kümmern könnte...

    Aber jetzt, also nach dem allen, weiß ich, dass er dazu garnicht in der Lage war. Die Sucht ist stärker als alles andere. Der Drang nach der Pulle lässt alles andere vergessen.

    Im Grunde war mein Wunsch nach Krankheit nur ein Hilfeschrei und eine Art Erpressungsversuch an ihn...

    Nun stürzen hier von allen Seiten alle Dinge auf dich ein. Diese ganzen Erfahrungswerte, die sehr wertvoll und hilfreich sind. Die gelebtes Leben beschreiben. Du wirst nicht von heute auf morgen da deine "Erleuchtung" haben. Du kannst jetzt langsam anfangen, genau auf dich und dein Gefühl zu achten. Dich wahr nehmen und vor allem dich ernst nehmen in deinen Sorgen und Bedenken und Gefühlen. Du hättest dir ja kein Forum für Alkoholiker und Mitbetroffene gesucht, wenn da nicht große Zweifel und Unsicherheiten in dir wären. Die solltest du auch ernst nehmen. Und hinsehen und nicht stehen bleiben. Hinsehen, wahr nehmen, ernst nehmen und wenn nötig handeln. Rechtzeitig. Ich meine, ich habe viele Jahre ausgehalten. Das kann ich wirklich niemandem empfehlen, es nachzumachen. Andererseits weiß ich aber auch, dass ich nicht anders sein konnte damals. Ich hatte eben damals noch lange kein Forum, keinen Austausch und keine Erfahrungswerte. Leider. Vielleicht wäre mir dann ja auch so manches erspart geblieben...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Seekrank,

    ich sag dir mal "Hallo" im Forum.

    Du hast ja eine Menge erkannt und dir klar machen können. Deine Geschichte liest sich so ähnlich wie meine. Das langsame Reingleiten in die Sucht und die Coabhängigkeit. Das Verdrängen und Hoffen, das immer tiefer Einsinken in bestimmte Verhaltensmuster und Abläufe. Es gleicht sich schon immer wieder ziemlich...

    Nun interessiert es mich aber doch, wie es bei dir jetzt aussieht. Konntest du denn inzwischen was verändern?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo angry,

    willkommen im Forum!

    Dein Mann sagt, er hätte kein Problem mit dem Alkohol... und
    du schreibst

    Zitat

    Hab es bis heute nicht geschafft, mich damit zu arrangieren und werde es auch niemals akzeptieren können, dass er zu viel trinkt.

    .

    Da gibt es tatsächlich nur zwei Möglichkeiten, Tipps, die ich dir geben kann.

    Entweder du beginnst zu glauben, dass dein Mann wirklich kein Problem hat. Und arrangierst dich dann damit und akzeptierst das. Oder du vertraust deinen Gefühlen und setzt da konkret Grenzen. Sagst ihm klipp und klar, was du von ihm erwartest, dass dich seine Trinkerei verunsichert, dir Sorgen bereitet. Und dass du Konsequenzen daraus folgen lässt, wenn er da nicht mitmacht, nicht aufhört. Die Konsequenzen musst du für dich selbst herausfinden und es muss schon etwas sein, was du dann auch wirklich durchziehst. Wenn du dich (noch) nicht trennen kannst, dann gibt es ja auch anderes, was du machen kannst. Nicht mehr für ihn kochen oder waschen oder irgendwie sowas in der Art. Das wäre ein erster Schritt um ihm zu zeigen, dass du es wirklich ernst meinst.

    Denn

    Zitat

    Ja also meine dringlichste Frage wäre, ob es überhaupt eine Chance gibt, einen Mann, der dem Alkohol zugetan ist soweit zu bringen bzw. ihn dabei zu unterstützen, dass er auf ein normales Trinkmaß kommt ohne gleich den totalen Alkoholentzug machen zu müssen...?


    das kannst du knicken. Solange dein Mann "dem Alkohol zugetan" ist, kannst du alles vergessen. Da gibt es meistens keine Chance, denn er sieht doch das Problem nicht. Das Problem hast du, nicht er! Wenn er abhängig vom Alkohol ist, (was ich nicht beurteilen kann), wird er auch niemals mehr auf ein "normales" Trinkmaß kommen können. Dann gibt es nur trinken oder nicht trinken. Totaler Verzicht auf Alkohol oder weitersaufen. Wenn er also meint, er hat kein Problem, dann ist es so. Er ist erwachsen und kann selbst entscheiden, was er macht.

    Und ebenso kannst du das. Wenn du es nicht akzeptieren kannst, dich nicht arrangieren kannst und willst (was ich gut verstehen kann), dann müssen da Schritte erfolgen, die du für dich machst. Denn das ist der einzige Weg. Du kannst die Situation nur für dich ändern, für dich passend machen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    danke Matthias, für dein Da-Sein und deine Worte!

    Und Nici, gstrichen ist soweit fertig, nur der Flur braucht noch einen Wand-Anstrich. Da müssen wir noch bissi Farbe nachkaufen. Buchen kannste uns leider nicht zum Streichen. Tut mir ja leid :lol::wink: .

    Diese Woche war sehr ereignisreich für mich. Am Dienstag war ich beim Psychiater. Und hatte da ein gutes Gespräch. Medikamente sind zum Glück nicht nötig. Er hat gut zugehört und auch Fragen gestellt. Und mir zu einer Therapie geraten.

    Und, oh Wunder - ich hatte ja Montag einen Versuch gestartet und habe sogar einen Therapeuten. Gestern war ich schon da, zum ersten Vorgespräch. Und gerade hat noch einer angerufen, da kann ich auch kommen :shock: . Sowas... hm...

    Es tut sich was und das ist auch nötig. Ich bin in der Vorstufe einer Depression, da muss ich einfach was für mich tun. Meene Jüte, so schnell kann das gehen. Es ist einfach zu viel passiert dieses Jahr.

    Nachher ist aber erstmal Shopping mit der Erbse angesagt, die morgen 4 Jahre alt wird. 4 Jahre, wie glücklich war meine Tochter damals, wie glücklich Schwiegersohn und ich natürlich. Alle...

    Erbse freut sich jedenfalls schon wie verrückt. Mal sehen, was wir alles ergattern können für die Kleine.

    Aurora