Hallo Grazia,
hm...
Ich hatte schon lange keine Liebe mehr zu meinem Ex. Ich wusste das, insgeheim, obwohl ich nach außen so tat, als ob. Heile Welt spielte, sozusagen. Ich weiß nicht genau, wann die Liebe weg war, so völlig, keine Ahnung. Es war schleichend. Ab ca. 1988. Da war es immernoch wieder auch Gefühl dabei, zwischendurch, was man als Liebe bezeichnen könnte. Ab den 90gern nicht mehr. 2007 konnte ich mich trennen.
Und obwohl da nur noch Verachtung war und Schmerz, Hass und Wut und sowas, konnte ich mich erst so schwer trennen. Also ich bin ausgezogen, aber der Ex kreiste ja noch ca 1 Jahr lang durch mein Leben. Weil ich nicht loslassen konnte, nicht konsequent genug war, den endgültigen Schlussstrich zu ziehen. Obwohl da keine Liebe war, nicht meinerseits. Was bei ihm war, weiß nur er allein. Hat sich aber für mich auch nicht wie Liebe angefühlt. Wie sich Liebe anfühlt, weiß ich erst jetzt!
Die Liebe wurde abgetötet durch sein immer stärkeres Abgleiten in die Sucht. Und als Dinge an ihm sichtbar wurden, die ich nicht mochte. Also wir hatten total gegensätzliche Lebensauffassungen, nicht nur der Suff war da maßgebend. Aber die Sucht hat letztendlich alles kaputt gemacht, sozusagen. Das, was alles so passierte durch das Trinken. Verletzungen der Seele, Unzuverlässigkeit, all das.
Ich weiß nicht, in wie weit Liebe im Spiel sein kann, wenn die Sucht sichtbar wird. Kann ich einen Menschen lieben, wenn er sabbernd und brabbelnd vor mir liegt? Stinkt wie eine Eckkneipe? Wenn er sich peinlich macht und mich gleich mit? Also, nicht nur, sagen wir mal, 1 mal im Jahr, sondern dauernd. Ich weiß nicht, was dann Liebe ist, nach einer Weile. Ob da nicht was verwechselt wird, immer wieder.
Ich hoffe, ich konnte deutlich machen, was ich meine...
Viele Grüße
Aurora