Beiträge von Aurora

    Hallo Verzweifelt,

    erstmal "Hallo" hier im Forum.

    Du bist hier, um deinem Partner zu helfen? So in etwa habe ich das verstanden. Wenn du hier, wie du schreibst, schon ein wenig "geschmökert" hast, hast du vielleicht auch schon gelesen, dass du ihm nicht helfen kannst. Ein Abhängiger muss von selbst den Gedanken, den dringenden Wunsch haben, aufzuhören. Er muss sich selbst Hilfe suchen. Von Fachleuten. Vom Arzt, z.B., der als erstes eine Entgiftung einleiten wird.

    Wenn du hier im Forum gelandet bist, kannst du aber durchaus für dich Hilfe bekommen. Denn auch Angehörige brauchen das ja. Merkst du ja selbst, wie hilflos du der Situation zum Teil gegenüber stehst. Das ging mir ja mal auch nicht anders.

    Zitat

    aber welche Erfahrungen habt ihr zu dem Thema wie man reagiert, was macht man wenn XY es wieder mal nicht lassen kann? Sauer reagieren? Drohen? Oder an Vernunft appellieren?

    Ich kann dir sagen, wie das bei mir war...
    Ich habe gebettelt "hör doch mal auf, trink nicht so viel, denk auch an mich, die Kinder..."
    Später habe ich geheult, gefleht, mit den gleichen Worten in etwa.
    Noch später habe ich geheult, gebettelt und geschrien, gebrüllt, voller Hass und Hysterie und Hilflosigkeit...
    Noch später ihn angeschrien, gebrüllt, geheult, geschüttelt, geboxt oder Alkohol über ihm ausgeschüttet...
    Noch später hatte ich die Gedanken, ich könnte ihn abmurksen, da war nur noch Abscheu, Hass, Wut...

    Ich habe gedroht. Na klar, auch gedroht. "Ich werde dich verlassen! Ich werde nix mehr für dich machen! Ich werde es allen erzählen!"
    Bei den Drohungen blieb es erstmal, er hat mich später nur noch ausgelacht, weil er ja wusste, es passiert eh nix...

    Ja, ich habe auch an seine Vernunft appelliert, na klar. Er hat mir dann in diesen Momenten versprochen, was zu machen. Aufzuhören, all sowas. Manchmal hielt das auch ein paar Tage an, einmal sogar einige Wochen. Bis ich dann beim Nachhausekommen sah, er sitzt wieder besoffen auf dem Sofa...
    Da kam dann wieder das Betteln, Drohen, Flehen, Heulen...

    Ein ewiger Kreislauf, der immer mehr in Richtung abwärts ging. Er hat abgestritten, ein Problem zu haben. Er hat mich ausgelacht, bestritten, betrunken zu sein. Er hat mich blöd genannt, bescheuert und dass ich spinnen würde. Ich hatte ja das Problem. Mein ganzes Denken drehte sich nur noch um ihn und darum, was er wo wieviel und wann wieder getrunken haben könnte. Wie er beim Nachhausekommen sein würde. Ich hatte kein Eigenleben mehr, nur noch ihn und seinen Suff. Keine Freude mehr, nicht wirklich. Nur noch Angst und Frust.

    Irgendwann wusste ich, entweder ich trenne mich und lebe, oder ich bleibe und krepiere mit ihm zusammen...

    Das ist einfach so. Beziehungen mit jemandem, der abhängig ist, sind keine lebenswerten Beziehungen. Der Strudel der Sucht wird dich mitreißen und immer weiter abwärts drehen.

    Daher ist es gut, dass du hier her gekommen bist. Um Hilfe zu suchen. Die du hier bekommen kannst, für dich. Hier kannst du dich sortieren, überlegen und dir klar werden.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Miezekatze,

    gestern habe ich dir was darüber geschrieben hier, wie es war, mit meinem Exmann. Da war dann die Trennung das Einzige, was für mich gut war. Und es hat einiges an Zeit gekostet, bis ich das zugeben, durchsetzen und leben konnte. Während dieser Phase habe ich mit meinem Exmann nicht zusammen gelebt, ich hatte mir ja eine Wohnung genommen. Manches Mal war ich drauf und dran gewesen, alles hinzuschmeißen und zurück zu gehen. Der Druck, den ich spürte, Verantwortungen, die ich glaubte zu haben und Schuldgefühle waren ganz schön heftig. Und der Ex haute da voll in die Kerbe und tat sein's dazu. Diese Zeit hat er auch nicht getrunken...

    Ich war dann ja hier im Forum und da schrieb in mein Fädchen öfter ein "Dante" was rein. Seines Zeichens Alkoholiker. Und er kommt auch aus Berlin und suchte jemanden, der ab und an mal mit ihm mitging in die Oper oder zu Veranstaltungen. Er hat mich gefragt und irgendwann, das ist jetzt Ende Oktober 5 Jahre her, traute ich mich, da mal mitzugehen.

    Und da lernte ich auch kennen, wie Alkoholiker auch sein können, wenn sie es ernst meinen. Ich war ja damals noch dabei, mich loszulösen vom Exmann. Und hatte einen Vergleich. Ex, der machte nix. Gruppe, braucht er nicht. Therapie schon garnicht. Drüber reden erst recht nicht. Und all sowas. All das, was ich hier bei den Alkis als "Grundbausteine" kennen gelernt hatte, kam für meinen Ex nicht in Frage. Wohl aber für Dante! Wir sind z.B. damals essen gegangen, da schaute er selbstverständlich auf die Zutaten bzw. fragte nach (das war neu für mich und erstaunlich, vom Ex kannte ich das garnicht so...). Er hatte seine Gruppe und das Forum. Therapie gemacht. Er lebte immer mehr seine Trockenheit, ist ganz offen damit.

    Es war ganz anders als beim Exmann. Ich sah, da passierte was bei diesem Mann "Dante". Er nahm (und nimmt) sich selbst ernst, ist achtsam. Weiß um das, was er hat an seinem Leben, ohne Alkohol. Und will das auch behalten. Also macht er was dafür.

    Ein Jahr nach unserem ersten Treffen wurden Dante und ich ein Paar, seit April 2011 sind wir verheiratet. Ich lebe also mit einem Alkoholiker zusammen. Das geht ja auch! Aber es gab und gibt da eben auch das "etwas andere".

    Damit meine ich, als Dante und ich beschlossen, er zieht zu mir, war Dantes Forderung, dass der Haushalt alkoholfrei sein muss. In der Wohnung hatte ich keinen Alkohol mehr, aber im Keller standen noch Reste von meinem 50ten Geburtstag. Die verschenkte ich. Seitdem leben wir abstinent, ich also auch. Hier gibt es nichts mit Suff, auch nicht in Lebensmitteln, und wenn wir Besuch einladen, bieten wir auch nichts Alkoholisches an. Warum auch? Inzwischen gehe ich mit Dante zusammen zu den Guttemplern, das ist unsere reale Gruppe. Er lebt aktiv sein trockenes Leben. Und ich?

    Nun habe ich als Co wieder einen Alki, oder?

    Nööö, im Grunde kann man es so nicht sagen. Er achtet auf sich und darauf, trocken zu bleiben. Dafür macht er was. Ich achte darauf, meine alten Muster mehr und mehr abzulegen. Denn eine Coabhängige kann mein Mann nicht gebrauchen.

    In der 4 Jahren unserer Beziehung habe ich einiges an Mustern erlebt. Die noch aus meiner 1. Ehe stammen. Die immer mal hervor kommen. Einmal, z.B., blitzte was hinter unseren Büchern. Mein Exmann hat immer hinter den Büchern sein Bier versteckt. Sofort lief was in meinem Kopf ab, und ich dachte, das darf doch nicht wahr sein... :( . War's auch nicht, das, was so blitzte, war ein Lesezeichen...

    Oder z.B. letztes Jahr im Urlaub. Da hatte unsere Vermieterin eine Flasche Sekt auf's Zimmer gestellt. Ehe wir die zurück geben konnten, lief erstmal Kopfkino ab, als ich unter der Dusche stand. Und ich sah im Geist jemanden, der diese Pulle vor dem Hals hatte... So wie der Ex damals. Aber Dante hat das nicht gemacht. Das sind so alte Dinge, die passieren, werden mir immer wieder mal passieren. Aber grundsätzlich habe ich Vertrauen zu meinem Mann und seiner Trockenheit. Und ich liebe ihn. Das sind Dinge, die konnte ich mit meinem Exmann nicht mehr spüren. Ging nicht, war alles kaputt.

    Gut, Dante kenne ich nun auch nur trocken. Aber ich sehe eben auch, dass er was tut. Dass er aktiv ist für sich. So, wie ich es für mich eben bin. Er weiß, einen nassen Alkoholiker an meiner Seite wird es nie mehr geben! Nie! Das wäre das Aus!

    Es geht also, mit einem trockenen Alkoholiker ein wunderschönes, glückliches und zufriedenes Leben zu führen. Wenn gegenseitiges Vertrauen herrscht, Toleranz, Achtung. Und Liebe. Aber das ist doch die Grundbasis für jede Beziehung, oder? Eine gemeinsame Basis zu haben, Augenhöhe.

    So, das war jetzt mal mein Roman :wink: , irgendwie wollte ich das auch hier noch mitteilen. Denn die Frage war ja schon irgendwie auch, ob ein gemeinsames Leben mit einem Alkoholiker, der trocken ist, möglich ist. Gut, wir sind nicht in der Nassphase von Dante zusammen gewesen. Aber ich habe einen Vergleich, Exmann und Dante, wie es laufen kann. Oder auch nicht. Denn mein Exmann trinkt seit 1 Jahr wieder...

    Warum, das weiß nur er. Ich weiß nur, dass ich auf mein Bauchgefühl gehört habe, damals. Dass ich hingesehen habe und gesehen habe, was ich will und was nicht. Ich habe erkannt, was ich vom Leben verlange und was ich nicht mehr tolerieren will. Ich nehme mich ernst. Es hat schon einiges gekostet, an Zeit, an Schmerz, Tränen, Auseinandersetzung. Aber schlussendlich hat es mir was gebracht.

    Aurora

    Hallo Mietzekatze,

    es gibt ja nicht nur immer Trennungen. Es gibt auch Beziehungen, wo es klappt. Aber - es müssen beide daran arbeiten! Es muss bei beiden der starke Wunsch dasein, das Leben langfristig zu ändern. Sich selbst zu verändern und etwas zu tun. Der Alkoholiker muss das machen für sich, der Partner muss das machen, auch für sich. Und dann kann sortiert werden, ob es wieder klappen kann. Oft sind Trennungen dann trotzdem unvermeindlich, weil einfach die Veränderungen zu stark sind. Der Alkoholiker, wenn trocken, ist dann ja für den Partner z.B. garnicht mehr "behandelbar". Er wird wieder selbstständig, selbstbewusst, eigenverantwortlich. Das ist ein großer Punkt! Und deshalb ist es eben wichtig, dass beide was machen für sich. Auch der/die Coabhängige!

    Und der Partner muss sehen, ob die Verletzungen, die das Leben an der Seite eines nassen Alkoholikers mit sich gebracht haben, zu tief sind. Ob da noch Liebe ist.

    Es ist sehr komplex. Und sehr individuell. Und wenn der Alkoholiker nicht aufhört zu trinken, ist es eh klar. Da kannst du dir aussuchen, ob du gehst und lebst oder bleibst und mit krepierst...

    Bei mir war es so. Ich habe mich getrennt, mein Exmann hörte auf zu trinken. Ich habe ca. 1 Jahr gebraucht, um da was für mich sehen und klären zu können. Ich habe gesehen, mein Exmann macht als Nichttrinker nicht die Dinge, die ich dachte, die er machen sollte um nüchtern bleiben zu können. Er hatte, meiner Meinung nach, nur mit dem Saufen aufgehört. Das hat mich sehr misstrauisch gemacht. Ich konnte kein Vertrauen mehr zu ihm aufbauen. Und ich selbst machte sehr viel für mich, war und bin ja hier im Forum, habe eine Therapie begonnen, all sowas.

    Und ich merkte aber auch, wie schnell ich mit dem Ex zusammen trotzdem wieder in meine alten Muster kam. Ich war einfach zu misstrauisch, es war einfach zu viel an Verletzungen gewesen. Ich schnupperte an ihm, verdächtigte ihn, wenn er nicht pünktlich zu Verabredungen kam, all sowas. Und ich hatte oft Angst, er könnte wieder trinken, weil ich mich falsch verhielt.

    Und vor allem, ich erkannte immer mehr, ich liebe ihn garnicht mehr!

    Auch den nüchternen Mann liebe ich nicht mehr. Er geht mir auf den Geist und wir haben garkeine gemeinsame Basis mehr. Da ist nix. Nur 2 Kinder, von denen eins leider inzwischen nicht mehr lebt :cry: . Ich bin damals nicht zu ihm zurück gezogen. Zu viel Angst und Misstrauen, zu viel Veränderungen auf meiner Seite, zuwenig auf seiner, in meinen Augen. Zu viel Unsicherheit. Keine Liebe.

    Es ist sehr individuell, wie sowas abläuft. Bei mir war es eben so. Und heute bin ich froh, dass ich nicht zurück gegangen bin, obwohl ich zwischendurch mal drauf und dran war. Ich habe einen Mann, der ist einfach der beste. Ich bin ja seit letztes Jahr wieder verheiratet. Und mein Exmann trinkt inzwischen wieder...

    Es ist nicht unmöglich oder Wunschdenken, ob es klappt, weiter zusammen zu bleiben. Es kommt halt bei jedem auf die Situation drauf an. Ich kenne deine Geschichte, ich lese dein Fädchen, seit du hier bist, mit. Es ist noch ganz am Anfang, und du bist gerade dabei, die ersten Schritte zu machen. An eine gemeinsame Zukunft in Trockenheit zu denken, finde ich einfach zu früh! Wichtig ist doch erstmal, dass du nun deinen Weg findest. Deine Veränderungen und Aufarbeitungen beginnst. Heute und morgen. Das kannst du beeinflussen, mehr nicht.

    Was in einem oder zwei, drei Jahren ist, das steht in den Sternen. Du kannst heute die Basis dafür beginnen, dass das Leben für dich wieder gut wird. Ob dein Mann dabei sein wird, ist noch völlig unklar und darüber solltest du dir heute noch keine Gedanken machen. Denn du kannst das nicht beeinflussen, es ist ja alles offen.

    Ob du mit ihm zusammen bleiben kannst, ob er trocken wird, wer weiß das? Wissen kannst du ja nur, was du nicht mehr willst. Und was du als nächstes planst, um damit es dir wieder mehr und mehr Spaß macht, zu leben.

    Eure Wege fangen erstmal an, sich zu trennen. Das müssen sie auch, irgendwo. Das ist gut so. Ob sie wieder irgendwann mal zusammen führen, wird die Zeit bringen.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Miezekatze,

    du schwallst hier keinen zu. Du lässt deine Gedanken hier. Das ist gut, denn beim Aufschreiben kann sich ja auch schon was klären und sortieren.

    Was meinst du damit

    Zitat

    bestrafe mich gerade wieder selber, ich bin so gemein zu mir,

    ... ?

    Dass du durcheinander bist, kann ich verstehen. Es ist ja auch schwierig, da sind auf einmal die Konsequenzen zu spüren. Du hast gesagt: Stopp, ich will nix von dir hören.
    Und er hält sich daran. Das ist doch gut, denn er scheint dich ja somit auch ein Stück weit ernst zu nehmen. Mein Exmann hat das zum Beispiel irgendwann nicht mehr gemacht.

    Du schreibst über deinen Mann

    Zitat

    Ich bin ja nicht daheim bei ihm, braucht er dann nicht meine Unterstuetzung?


    Worin braucht er deine Unterstützung? Waschen und Anziehen kann er sich alleine, oder, und bestimmt auch ein Brot selbsr schmieren... Das hört sich gemein an, von mir, nicht wahr. Aber er ist doch erwachsen! Unterstützung... Wenn er echte Hilfe braucht, kann er sie sich einfordern, holen. Bei Fachleuten, bei Suchtberatern, Ärzten, Caritas oder so.

    Für dich ist es wichtig, dass du nun was für dich machst, erstmal. Ich finde es gut, dass du dich auf Arbeit abgemeldet hast. Und nun therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen willst! Das ist ein guter Schritt. Siehst du, und genau so kann er es ja auch machen, oder?

    Viele Grüße
    Sylvia

    Hallo Miezekatze,

    du fühlst das ganz richtig. Dein Kopf weiß Bescheid, wie es sein sollte, aber dein Bauch ist noch nicht hinterher gekommen. Sozusagen. Das ist ganz schön anstrengend.

    Ja, das ist echt schon erschöpfend, aber das ist leider nicht zu ändern. Und den Weg kannst nur du alleine gehen, wär ja schön, dass mit dem Wachwerden und "Peng", alles tutti, alles schick, und vielleicht klingelt gerade noch ein Frosch an der Tür, der sich in einen Prinzen verwandelt :wink::lol: . Oh, das habe ich mir auch so manches Mal gewünscht. Leider ist eben die Realität anders.

    Du fürchtest dich, was noch auf dich zukommt. Mal sehen. Denk einfach nicht zu weit voraus, das ist alles viel zu vage und fern. Deine Zukunftsgedanken sollten sich jetzt nur darauf konzentrieren, was du morgen Schönes für dich machst. Und dass du das Telefon ausstellst oder eben nicht rangehst, wenn er durchbimmelt.

    Viele Grüße und gute Nacht
    Aurora

    Hallo,

    liebe Elfriede, ja, das ist gut ausgedrückt. Ich meine, ich werde immer die Erinnerung an meine Tochter in mir haben wie einen wertvollen Schatz. Bis zu meinem letzten Atemzug! Aber ihre Gegenwart, ihr Da-Sein, das muss ich lernen loszulassen. Ich werde nie wieder ihre Stimme hören, nie wieder all die Dinge tun, die wir zusammen getan haben. Quatschen, shoppen, lästern, kichern... :cry: . Und das ist brutal, das loszulassen. Ich bin dabei zu lernen, eben diese Gegenwart meiner Tochter und auch des kleinen Jungen loszulassen. Zu akzeptieren, nie das Lachen mehr zu hören, nie zu sehen, wie der Kleine wächst und zum Mann heranwächst. Das muss ich loslassen. Und ich darf die Erinnerungen an meine Tochter festhalten und hüten. Und sie irgendwann nicht mehr als Schmerz zu empfinden sondern als Dankbarkeit. Dass wir immerhin fast 30 Jahre uns haben durften. Ich muss diesen Schmerz loslassen, damit ich auch sehen kann, dass ich ja lebe. Dass ich mich nicht schuldig fühlen brauch, wenn es mir gut geht. Es ist schwer zu beschreiben...

    Hallo Melanie, du hast völlig Recht, wie du das Loslassen von Co-Mustern beschreibst und die Notwendigkeit. So läuft Loslassen meiner Meinung nach immer ab, dass ich lerne, eine Gegenwart zu akzeptieren, wie sie ist. Um weiter leben zu können.

    Die Geburtstage sind erstmal vorbei. Mein Bruder hatte ja, und einen Tag später meine Schwiegermutter. Der Brudergeburtstag war recht ruhig. Die Saufgelage meiner Ursippe sind im Großen und Ganzen Geschichte. Trotzdem werden Dante und ich immernoch misstrauisch beäugt. Wir sind schon Exoten :roll: . Oder es fällt manch dummer Spruch. Weil wir eben keinen Alkohol brauchen, um uns fröhlich, sicher und wohl zu fühlen. Ist mir Wurscht, inzwischen. Und Dante sowieso.

    Der Schwiegermuttergeburtstag war ruhig, wie schon gedacht. Meine Eltern waren ja da und wir beide. Die "Alten" haben ihre Jugenderinnerungen ausgetauscht, über Krieg und so. Und wie Dante und ich es uns schon dachten, wurde auch die eine oder andere "Anekdote" aus unserer Kindheit zum Besten gegeben :? . Das Übliche...

    Nun sehen wir mal, was das Wochenende so bringt. Küche streichen... Morgen kommen Schwiegersohn und Erbse, zum Möbelrücken.

    Aurora

    Hallo,

    liebe Elfriede, pass mal schön auf, dass du nicht aus den Latschen kippst :roll: . Ich hoffe, dass für dich bald mal solche Nichtstun-Woche kommt...

    Hallo Melanie, und auch Elfriede, Loslassen... Es kann auch brutal sein, das Loslassen, finde ich. Wenn ich was loslassen muss, was ich garnicht loslassen möchte, ist das auch brutal, bzw. ich kann es auch als "schmerzlich " bezeichnen oder "schwierig" oder so in der Art. Es ist nur eine Frage der Wortwahl, finde ich, ich glaube ich weiß, was Elfriede damit meint. Loslassen ist aber auch immer irgendwo notwendig und in allen Lebensbereichen anzutreffen. Bis hin zum Loslassen der Hose in Größe 38, in die ich nie mehr reinpassen werde... Das fällt mir zugegebener Maßen leichter, als mir das Loslassen meiner Kinder gefallen ist, als sie flügge wurden. Und das Loslassen meines Exmannes, als ich mich endlich trennen konnte. Nun muss ich meine Tochter und meinen Enkel loslassen, irgendwo, Elfriede ihren Mann. Das fühlt sich dann auch schon mal brutal an. Denn es ist so überaus endgültig und unfreiwillig und nicht mehr reparierbar. Es ist ein ziemlicher langer Prozess. Denn ich lasse ja auch nicht was los, was mich kaputt gemacht hat, sondern etwas, was mein Leben bereichert hat, es bunt gemacht hat, meine Zukunft war...
    Liebe Melanie, ich danke dir für deine Gedanken über's Loslassen, du hast ja auch Recht, ich glaube, es gibt viele Möglichkeiten, das Loslassen zu betrachten, da gibt es viele Perspektiven.

    Ja, ich denke auch noch öfter an unser Treffen, ist ja auch schon wieder eine ganze Weile her. Es war gut, dich auch persönlich mal kennen lernen zu können. Du bist in echt genauso pur wie hier. Umwerfend, irgendwie. Also positiv gesehen. Du bist so lebendig und weiß ganz genau, was du willst und kannst. Und ja, ich habe meine Arbeit im Reformhaus geliebt und auch das ist ein riesiger Loslass-Brocken für mich.

    Dante hat jetzt Urlaub und wir lassen es uns gut gehen. Die Küche soll gestrichen werden, Flur und Bad. Man gönnt sich ja auch sonst nichts :wink: , muss halt sein.

    Ich bin bis Ende Oktober weiter krank geschrieben und habe nächste Woche einen Termin beim Neurologen, Psychiater. Und ich bin auf Therapeutensuche. Mir geht es soweit mal so und mal so.

    Jetzt gehen wir erstmal zu Dantes Mutter, die hat Geburtstag.

    Aurora

    Liebe Melanie,

    ja, ich finde es auch so, dass es ein Stück weit doch auch normal ist, sich Gedanken um die Eltern zu machen. So wie das jetzt bei dir ist. Auch mit dem Hintergrund. Vielleicht empfinde ich es auch falsch, aber es kommt für mich so rüber, als hättest du große Angst, zu sehr in's Co zu rutschen. Das kann ich gut verstehen, denn auch ich mache mir ja öfter da so meine Gedanken, also für mich und mein Leben natürlich.

    Es ist klar, wenn du einmal da drinnen gesteckt hast und erfolgreich den Ausstieg geschafft hast, willst du da nie wieder hin. Bloß, ich glaube, das kann auch nicht mehr passieren. Dazu hast du zu viele Entwicklungen hinter dir. Und du bist mit der Situation jetzt gut umgegangen, finde ich.

    Na dann wünsche ich dir einen schönen Urlaub mit deinem Liebsten!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Miezekatze,

    auf den 4 Seiten deines Fädchen lese ich nur ein Rumeiern...

    Du um ihn, er um dich. Und jeder schiebt dem anderen irgend eine Verantwortung zu. Da wird manipuliert und auch Druck ausgeübt. Und keiner von euch beiden kann eine klare Grenze setzen, die aber notwendig wäre, um da nun mal Klarheit zu bekommen.

    Das eiert und steigert sich ja richtig hoch bei euch, diese Spirale...

    Weißt du denn ganz klar, was du nun willst und was nicht (mehr)? Und weißt du, wie du das erreichen willst? Du bist ausgezogen, lebst bei deinen Eltern zur Zeit, so verstehe ich das. Also hast du doch schon mal eine Entscheidung getroffen. Räumliche Trennung. Weil dir alles zu viel wurde. Gut so.

    Dann muss es dir aber nun auch mit aller Konsequenz egal sein, was dein Mann nun macht, denn er ist ja schon groß... Er hat die 2 Möglichkeiten, einmal, er kann sich Hilfe suchen und mit dem Trinken aufhören. Oder er trinkt weiter, weil er es sich anders nicht vorstellen kann. Gut, es ist sein Leben und seine Sache, ob er das macht oder nicht. Du hast dich doch für dich nun erstmal zur Trennung entschieden.

    Diese Trennung heißt ja nun noch nicht, dass es auf ewig sein muss, aber sie kann dazu dienen, dass da für dich auch ein Durchblick entsteht und sich was sortiert. Dass sich Gedanken ordnen und neue Eindrücke entstehen. Dass du deine Wünsche erkennst und das, was du von Leben verlangst. Und von einer Partnerschaft auf Augenhöhe. Und wenn du da deine Klarheit hast, dann kannst du sehen, ob dein Mann noch dazu passt, in deine Lebensvorstellung. Und dann kannst du weitere Schritte machen.

    So wird da ein Schuh d'raus, denke ich. Diese ganze Rumeierei, das Geschrei, der Stress, wird doch ganz klar, wenn einer von euch, also du, denn um dich geht es ja hier, eine ganz klare Ansage macht. Und wenn du dich dann auch daran hältst! Sonst hat das keinen Wert. Das geht doch ganz klar. Z.B. kannst du sagen, "ich brauche diesen Abstand. Ich mag so nicht mehr leben und will mich sortieren und sehen, was ich überhaupt vom Leben verlange. Und dafür brauche ich eben Ruhe und diese Trennung. Wir werden uns soundsolange nicht mehr sehen oder hören."

    Und das wichtigste daran ist dann, dass du dich dann auch um dich kümmerst! Um dich! Dass du diese Kontaktsperre konsequent einhältst. Nichts anderes wirst du beeinflussen können. Was dein Mann daraus dann macht, ist seine Sache und unterliegt nicht deiner Macht. Denn er ist ja schon erwachsen...

    Viele Grüße
    Aurora

    Liebe Duza,

    Zitat

    Hmm, eigentlich geht es garnicht schnell, mit dem Gedanke spiele ich schon seit Monaten, wenn nicht sogar seit Jahren rum. Nur jetzt habe ich beschlossen ernst zu machen.


    Ich habe ca. 15 Jahre mit dem Gedanken gespielt... :shock: , aber als ich dann entschlossen war, ging es ab wie nix. Und das ist wichtig. Schritt für Schritt nun zu machen.

    In dir sind nun zwei Seiten. Die alte und die neue. Und beide zerren da rum. Die alte Seite ist die vertraute, bekannte, sichere. Da weißt du, was du hast. Auch wenn's schlecht ist. Und die neue, unbekannte, macht vielleicht ein wenig Angst. Und da ist nun das Hin und Her.

    Das ist eben so. Denn wie Lindi schon schrieb, du musst ja nun eine Menge loslassen. Eine Lebenszeit geht zuende und das tut auch weh. Abschied nehmen ist angesagt, Abschied von Wünschen und Träumen ja auch, ein Stück weit. Und dazu kommen dann noch die Rennereien jetzt, die rechtlichen Dinge, die geklärt werden müssen. Und die Angst, wie wird "er" reagieren, wenn er raus soll, aus seiner Wohnung? Da ist es schon verführerisch auch, alles sausen zu lassen und sich wieder in dem Alten zu wiegen...

    Du wirst das machen!

    Ich wünsche dir ein gutes Wochenende
    Aurora

    Hallo,

    ich kann mich euch nur anschließen!
    Ich bin seit mehr als 5 Jahren jetzt dabei. Seit so ziemlich am Anfang auch schon im geschlossenen Bereich. Dort ist der Austausch noch intensiver, persönlicher. Es gibt dort sogar Fotos, Treffen usw. Ich habe schon einige Menschen kennen gelernt, unter anderem ja auch meinen Mann :wink: .

    Und der Austausch ist nach wie vor einmalig und sehr gut für mich. Zugegebener Maßen im geschlossenen Bereich für mich noch mehr als im offenen. Aber ich durfte hier so viel Denkanstöße, Unterstützung und Hilfestellung erfahren. Ich habe viel für mich nehmen können und was d'raus gemacht. Für mich ist hier die perfekte SHG.

    Danke Karsten, mal wieder!

    Aurora

    Huhu Duza,

    wow, das geht ja richtig schnell bei dir, super!

    Du wirst mit Sicherheit noch Zweifel bekommen. Das ist auch ganz normal, irgendwo. Es ist ja ein ziemlicher Schritt, den du da machen willst. Und das ist nicht einfach. Du wirst ja schon einen Lebensabschnitt beenden und einen neuen anfangen, das geht nicht ohne Schmerz, Zweifel, auch Wut.

    Lass dich also nicht beeindrucken von den Teufelchen, die da kommen werden und dir Dinge in's Ohr flüstern. Du bist auf einem guten und richtigen Weg. Und anwaltlicher Beistand ist super, du wirst dann alle nötigen Infos erhalten und wissen, worauf du dich einstellen kannst. Es wird einfach mal vorwärts gehen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Nici, schön, dass du mich hier besuchst :wink: . Ja, die alten Muster... Ich bin sehr erleichtert jetzt, auf eine Art. Dass ich mir Hilfe suchen werde, dass ich das kann. Denn es macht mir Angst, noch 'ne Angst mehr, was da mit mir passiert.

    Liebe Topas, morgen werde ich bei meinem Hausarzt sein. Mal sehen, was er so sagt. Auf alle Fälle werde ich ihm meine Dinge schildern und ansprechen, eine Therapie zu machen. Diese Klinik habe ich mal kurz gego...t. Sie ist ziemlich weit weg von dort, wo ich wohne. Ich lasse mich mal überraschen morgen. Vielen Dank aber für deinen Tipp!

    Aurora

    Hallo duza,

    ja, das mit der Prozesskostenhilfe ist doch super! Mein Sohn hat das auch schon in Anspruch genommen.

    Es ist ja wirklich schwierig, wenn er nie nüchtern ist, mit ihm dann zu reden. Denn wenn er betrunken ist, hat das ja tatsächlich keinen Sinn :? . Diese Anschuldigungen und Beleidigungen kenne ich auch gut. Es steigerte sich dann immer regelrecht, bis ich schon manchmal fast hysterisch rumheulte.

    Ich finde es gut, dass du jetzt was unternehmen wirst, auch wegen der Kinder. Für euch eben.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo Duza,

    erstmal willkommen im Forum!

    Ja, auch ich habe das hinter mir. Die vielen Jahre des Festhaltens, Hoffens, der Enttäuschungen. Dann Trennung zuerst, 3 Jahre später die Scheidung.

    Rechtliche Ratschläge dürfen wir hier nicht erteilen. Vielleicht ist es sinnvoll, dich zu informieren, welche Institutionen du da ansprechen kannst, die dir da klipp und klar Auskünfte geben können. Die Caritas, Suchtberatungsstellen, z.B. Oft werden da kostenlose rechtliche Beratungen angeboten. Da hast du erstmal eine Grundlage. Du schreibst, du verdienst kein Geld. Na ja, aber dir steht doch da was zu von dem Verdienst deines Mannes, oder? Ich bin damals zu einem Fachanwalt für Familienrecht gegangen. Da hatte ich eine Erstberatung, die kostete nicht soooo viel. Es gibt da feste Sätze, wieviel Anwälte nehmen dürfen dafür. Da findest du mit Sicherheit was im Net.

    Ich finde es gut, dass du jetzt konkret Schritte unternehmen willst. Und dafür sind wir hier dann "Spezialisten". Für die emotionale Seite, zum Mutmachen und Austausch unserer Erfahrungen, wie es uns ergangen ist mit all dem.

    Du fragst

    Zitat

    Wie kriege ich ihn dazu auszuziehen, er will das nähmlich nicht.


    Vor der gleichen Frage stand ich damals auch, vor mehr als 5 Jahren. Steht hier auch in meinem Fädchen. Ich habe ihn nicht dazu gekriegt, wir hatten eine gemeinsame Eigentumswohnung, wie sollte ich ihn da raus kriegen? :? . Er wollte eben nicht raus... Da blieb mir dann nur eins. Ich bin selbst gegangen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Suzy,

    solche Gespräche, wie du sie hast mit deinem Mann, kenne ich ja auch. Es dreht sich dabei alles immer im Kreis. Und dir werden da Schuldgefühle eingeredet und Verantwortlichkeiten übertragen, die du ja garnicht hast. Solche Gespräche kosten dich sicher sehr viel Energie und bringen dir nix, oder...

    Ja klar fühlt er sich provoziert durch die Bücher, die du liest und offen rumliegen lässt. Denn da bekommt er wohl einen Spiegel vorhgehalten und muss wo hinsehen, wo er nicht hinsehen will. Und mein Exmann hat auch immer behauptet, er wäre nicht Alkoholiker, das sind ja die Anderen. Die trinken viel mehr als er, wären asozial und so. Damit wird ja auch nur von ihm selbst abgelenkt, vielleicht beruhigt er sich auch damit selbst, weil, er merkt ja sicher selbst, dass er den Alkohol nicht mehr im Griff hat, sondern der ihn. Denke ich mal.

    Und Kinder bekommen eben doch viel mehr mit, als man denkt. Ich habe ja meine kleine Enkelin, sie wird demnächst 4. Und die erzählte letztens Dante, ihre andere Oma müsse ja immer Auto fahren, weil der D. so viel Bier trinkt... Da dachte ich, wow, sooo oft sieht sie ja die andere Oma auch nicht und auch nicht deren Lebensgefährten. Was sie da in der kurzen Zeit so mitbekommt, ist enorm, oder?

    Einen schönen Urlaub wünsch ich dir
    Aurora

    Huhu,

    und wieder ist eine Woche rum...

    Momentan bin ich ein wenig zugange, in meinen Fädchen zu blättern. Hier im offenen Bereich habe ich gestern ein wenig zurück gelesen. Im geschlossenen Bereich, da ist mein Büchlein mehr als 400 Seiten dick :shock: , da habe ich auch schon geschmökert. Interessant ist das. Wie ich so vor 5 Jahren getickt habe. Wie ich noch rumgeeiert habe. Mein Exmann war da noch viel zu präsent in meinem Leben.

    Er hatte ja mit dem Trinken aufgehört, als ich mich getrennt hatte. Und das machte mir die Sachen ganz schön schwer. Denn er pochte nun darauf, dass ich ja immer gesagt hätte, ich würde dann zurück kommen, wenn er nicht mehr säuft.

    Aber - und das war das Fatale für mich, ich wollte eigentlich garnicht mehr zurück. Zu viel war kaputt gegangen in den vielen Jahre, und nun hatte ich "frische Luft" geschnuppert und fühlte mich alleine immer besser. Es fiel mir aber unglaublich schwer, da nun Grenzen zu setzen. Meine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Nicht mehr in alte Muster zu fallen. Ich war dauernd in alten Mustern.

    Er redete mir Schuldgefühle ein, machte mich nach gewohnter Art klein, ließ mich minderwertig fühlen, falsch, verkehrt. Er übertrug mir nach wie vor Verantwortungen für seine Bedürfnisse, für sein Wohlbefinden und sein Leben. Und ich andersrum ließ zu, dass er das alles konnte. Nicht wahr, es sind ja immer 2 Seiten, einer, der macht, und einer, der machen lässt :? .

    Ich jammerte und eierte rum, aber andererseits war ich auch nicht mehr passiv. Die frische Luft, die ich geschnuppert hatte, hatte wohl magische Kräfte. Und so konnte ich endlich lernen, mich nach und nach zu befreien. Das hat vielleicht gedauert. Und Energie gekostet, und es hat weh getan. Aber das Ergebnis war's allemal wert!

    Ja, es ist interessant, diese alten Dinge auch zu lesen, ich mag das. Es zeigt mir ja auch was. Was ich erreicht habe und wie ich das erreicht habe. Und es zeigt mir, ich war auch nicht immer so sicher, wie ich jetzt manchmal vielleicht erscheine. Und es zeigt, die Dinge dauern, solange sie dauern, Geduld ist wichtig. Aber vor allem ist wichtig, zu machen. Nicht stehen zu bleiben und nur zu lamentieren. Als ich das noch machte, da kam ich ja nicht vorwärts, klar, oder? Tun muss man tun, ist auch so'n guter Spruch, Hartmut hat den kreiert und er hat Recht, finde ich.

    Und nun? Mir geht es nicht gut zur Zeit. Nicht wegen der Rücklese, sondern wegen der vielen Dinge, die mir dieses Jahr passiert sind. Da ist so viel loszulassen. Ich schaffe das nicht. Erst die Arbeit in dem Reformhaus. Ich habe diesen Laden geliebt, das war "mein" Laden. Und ich wurde da so rausgekickt, unglaublich, nach 16 Jahren. Da ist zu viel passiert und ich habe mich garnicht richtig gewehrt, denn es war nicht alles soooo korrekt, was da ablief. Ehe ich da beginnen konnte zu verarbeiten, passierte das mit meiner Tochter und dem Baby. Ein Supergau. Immernoch unglaublich :cry: . Und dann dieser neue Job. Ebenso unglaublich, was es alles gibt. Psychobude nannte Dante das, Recht hat er. Ich kann es nicht beschreiben, wie es da zuging. Unglaublich, eben.

    Und nun ist das weg und ich beginne, zuzulassen und zu verarbeiten. Habe Zeit dazu. Nun nur auf mich zu hören. Ich bin unfähig, gerade, mich um neue Arbeit zu kümmern, das kriege ich nicht hin. Und ich muss das auch nicht, zum Glück. Ja, ich hab ja auch Glück! Und ich habe riesige Verlustängste, was meinen Mann, Sohn, Erbse und Schwiegersohn betrifft. Am Montag endete das in einer regelrechten Panikattacke. Da war ein Strudel, selbst Dante konnte mich da nicht mehr festhalten. Es zog mich einfach rein... :cry: .

    Ich werde nun mit meinem Arzt reden, vielleicht mache ich eine Therapie. Eine Kur. Ich schaffe es nicht, alleine fertig zu werden. Ich habe auch schon meine Fühler zwecks SHG ausgestreckt, ich war bisher in einem anderen Forum, für Trauer, aber das hat mir nix gebracht. Also suche ich mir was passendes. Ja, ich muss aktiv werden für mich, so geht das nicht.

    Und das habe ich eben gelernt. Tun muss man tun, es serviert mir niemand was auf dem goldenen Tablett. Also mach ich mal. Langsam, in meinem Tempo. So hat sich das bewährt bei mir.

    Aurora

    Liebe Suzy,

    doch, es kann auch ohne Trennung gehen.

    Aber das setzt voraus, dass der Abhängige den ganz dringenden Wunsch hat, aufzuhören. Dass er sich Hilfe sucht und behandeln lässt, Wege geht, um trocken zu sein und bleiben zu können.

    Und dann ist es auch nicht immer einfach. Der Partner, Coabhängige muss auch was für sich tun. Trotzdem. Beide müssen an sich arbeiten, um wieder eine gemeinsame Basis erreichen zu können. Viele Beziehungen gehen dann in dieser Phase auseinander. Weil der Abhängige, Trockenwerdende, sich so sehr verändert. Weil ersichtlich ist, dass da eben auch andere, grundlegende Beziehungsprobleme waren und sind.

    Aber wenn der Abhängige nicht aufhört, nicht seine Sucht zum Stillstand bringen will und kann, dann ist Trennung der einzige Weg. Wenn der Partner, Coabhängige und eben auch die Kinder, andere Angehörige nicht mit untergehen wollen. Denn das passiert dann. Du gehst mit unter. Die Kinder sind ihrer Kindheit beraubt, werden es schwer haben, im Leben Normalität zu finden. All sowas.

    So sieht's mal aus...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe retnug, ich danke dir für deine Worte und deine Anteilnahme.

    Momentan habe ich zu tun. Schwiegersohn und Erbse sind ja zur Kur. Letztes Wochenende waren wir sie auch besuchen, auf Rügen. Es war so schön dort, das Wetter traumhaft. Diese paar Tage waren wie 2 Wochen Urlaub. Ja, und ich habe zu tun. Da gibt es ja den Garten, meine Tochter und Schwiegersohn haben den letztes Jahr bekommen. Es war ja Tochters großer Wunsch, einen Garten zu haben.

    Ja, und nun bin ich dann da zugange, ich hab ja jetzt Zeit. Und da Schwiegersohn zur Kur ist, widme ich mich nun dem Giersch, der dort prächtig wächst und gedeiht :? . Es tut mir sehr gut, diese Gartenarbeit. Meine Gedanken fließen dort, ich atme die vielen Düfte ein und ich sehe, was ich geschafft habe. Es tut mir einfach gut.

    Ich kann viel verarbeiten zur Zeit. Diese Arbeitslosigkeit ist garnicht mal so schlecht. Zumindest bei diesem elenden Job, den ich da zum Schluss jetzt hatte.

    Das Wochenende steht bevor. Ich freue mich drauf. Auf Ruhe und auf gemeinsame Unternehmungen mit Dante. Ich genieße es nach wie vor, diese Beziehung. Ohne den Alkohol, der immer dazwischen stand, früher. Ohne Sorgen und Ärger und Frust und zerstörten Hoffnungen. Ich kann mich verlassen auf ihn. Und wir können uns gegenseitig sehr viel geben.

    Mal sehen, was wir morgen veranstalten, das haben wir uns frei gelassen. Sonntag wollen wir zum Garten, noch bissi Gierschbekämpfung machen. Und ich brauche meinen großen, bösen Dante dann, um die vielen Säcke mit ausgerupften Wildkräutern nach vorne zu schleppen :lol:8) .

    Aurora