Beiträge von Aurora

    Hallo Avalonpe,

    Hut ab, du hast was in's Rollen gebracht. Gut! Ich finde es gut, dass du zum Anwalt gehen wirst, um dich zu informieren. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie gut das tut, informiert zu sein. Das gibt unheimlich Sicherheit und du weißt dann, worauf du dich einrichten musst.

    Ich freu mich, wenn mein Weg dir etwas aufzeigen kann. Und ich sag dir, es lohnt sich...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Taro,

    ob Trennung immer die einzige Lösung ist - es ist doch jeder "Fall" anders. In meinem Fall war's die einzige Lösung! Denn ich war einfach ehrlich zu mir selbst und sah, als ich mich trennte und mein Ex aufhörte zu trinken, dass uns eigentlich schon lange nichts mehr verband. Und dass er mir so ohne Alkohol auch nicht besser gefiel. Und dass eben zu viel kaputt gegangen war.

    Und wenn mich jemand fragen würde, wie ich dass sehe, wenn der Partner nicht gewillt ist, aufzuhören, würde ich immer zur Trennung raten. Denn ein Leben an der Seite eines aktiven Süchtigen ist kein Leben. Sich da 100 % abgrenzen zu können erscheint mir sehr, sehr schwierig. Also, das ist meine persönliche Meinung.

    Was bei dir sein wird, hm... Das wird sich herausstellen. Spedi hat es schon geschrieben, viele Beziehungen überleben nicht, weil der trockene Partner plötzlich ganz anders drauf ist, als vorher. Weil dem Co die Grundlage für das Ausüben seiner eigenen Sucht genommen ist. Weil der trockene Partner immer selbstbewusster wird, immer eigenständiger, selbstbestimmter.

    Wichtig ist doch nun für dich, dass du siehst, was dir gut tut und was du vom Leben verlangst. Dass du deine eigenen Bedürfnisse entdeckst. Dass du deinen Partner machen lässt. Dass du redest, dich ihm auch mitteilst, deine Ängste, die du noch hast, ihm auch sagst. Dass du aktiv auch was für dich machst, deine eigene Coabhängigkeit, diese Verhaltensmuster, erkennen lernst und lernst, damit umzugehen bzw. sie zum Stillstand zu bringen. Das kannst du momentan machen. Und die Zukunft wird zeigen, was dann ist.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Huhu Lütte,

    ja, seufz, schon Donnerstag, was'n Glück :wink: . Feiertag ist hier auch nicht... :?

    Bauchgrummeln ist doch ok. Das sind ja alles ganz neue Situationen. Gut, dass du da gelassen rangehen wirst. Er wird schon reagieren auf das, was du ihm als "Brocken" hingeworfen hast.

    Mein Exmann war dann z.B. super verständnisvoll. Und hat dann auch das Trinken sein lassen. Und hat daran gearbeitet, mir ein schlechtes Gewissen einzureden, mir einzureden, ich wäre ja völlig verkehrt.
    Oder er hat Druck ausgeübt, das war dann schon eine Stufe weiter. Da hat er ganz deutlich was gesagt. Schuldgefühle versucht zu erzeugen.

    Es gibt viele Facetten. Ich bin gespannt, wie es bei dir sein wird, dieses Wochenende. Du bist vorbereitet. Gut so!

    Liebe Grüße
    und ich freu mich, im geschlossenen Bereich weiter von dir zu lesen
    Aurora

    Huhu Lütte,

    Zitat

    Einfach für mich als Bestätigung, dass ich mir das alles nicht nur einbilde - egoistisch?


    Nein, egoistisch ist das nicht. Ich kann das gut nachvollziehen. Du bist dir unsicher in deinen eigenen Empfindungen. Dir gefällt sein Alkoholkonsum nicht und du hast Probleme damit. Er spricht dir diese Gefühle immer wieder ab, stellt dich als neurotisch hin, als spinnert. Na klar macht er das, er will ja von sich ablenken. Ich kenne das nur zu gut...

    Und du willst nun auf Nummer Sicher gehen, willst deine Empfindungen bestätigt haben, weil du dir nicht traust, deinen Gefühlen nicht traust.

    Warum ist das so? Wovor hast du Angst, was macht dich da so unsicher? Du fühlst, wie du fühlst. Und das ist dann richtig. Dein Gefühl ist für dich richtig und wichtig. Und nur das zählt.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Sally,

    du schreibst

    Zitat

    .,ich fühl mich einfach so allein ...eine unbeschreibliche Leere ...klingt zwar blöd,.....


    Das klingt jetzt garnicht blöd. Auch das ist ja Co-Anteil. Da ist nun niemand und nichts mehr, was deinen Alltag bestimmt, worauf du dich fokussieren kannst. Der ganze Trubel, das Kümmern und Sorgen und das Theater, das ist jetzt weg und du bist mit dir alleine...

    Und das ist erstmal massig schwer. Nun ist da noch dein Sohn zum Kümmern, das ist auch völlig richtig. Und dann bist ja du da noch...Und was nun? Was fängst du nun an mit dir? Die Person Sally, was findet die denn so alles schön, oder wollte sie schon immer mal machen? So, wie Topas das beschreibt, sich einfach um sich selbst kümmern und entdecken, was dir gut tut und wo deine Interessen sind. Lernen, dich selbst ernst zu nehmen, deine Gefühle zu spüren. Wenn deine Gefühle momentan sind, dich zurück zu ziehen und zur Ruhe zu kommen, ist das auch erstmal ok.

    Ich habe das am Anfang auch gebraucht. Und fand das ganz schön schwierig, aber dann auch richtig toll. Vorher war immer Trubel um mich, Jahre lang. Immer Theater mit dem Ex und seiner Sucht. Immer für alle präsent sein und es allen Recht machen... außer mir. Als ich dann alleine war, war da erstmal nix :roll: , und es war so komisch und leer und ich wusste nicht, was ich mit meiner Zeit anfangen sollte. Und andersrum war da so viel, was mir auf einmal einfiel, dass ich mich garnicht entscheiden konnte. Und ich ließ mich dann einfach auch mal treiben, in meiner Freizeit, hab nichts getan außer Musik hören, z.B. Oder ich bin rumgelaufen und habe Fotos mit meiner kleinen Kamera gemacht.

    Und manchmal hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich dachte, da fehlt was oder ich hab was versäumt oder so. Dabei habe ich dann immer irgendwann danach gemerkt, wie wohl es mir ging und wie ich immer entspannter werden konnte. Und mich spüren, wahrnehmen konnte, meine eigenen Bedürfnisse sehen konnte. Denn auf einmal hatte ich wieder welche...

    So, Ende des Romanes :lol: .

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Ayki, ich danke dir sehr für deine Anteilnahme!

    Nein, vorstellbar ist es nicht, diese Gefühle. Das, was ich spüre, ist so intensiv, wie ich noch nie etwas gespürt habe. Solch Schmerz. Ich nehme ihn wahr, ganz klar und pur. Und ich darf all meine Energie für mich, für mein Leben, für meine Trauer verwenden. Energiefresser in Form von z.B. Exmann gibt es ja bei mir nicht mehr. Das ist das Gute in all dem Schlimmen.

    Aurora

    Hallo Lütte,

    toll! Das ist doch ein guter Anfang! Auch wenn es nicht gleich perfekt gelaufen ist, das ist doch nicht zu erwarten. Die kleinen Schritte sind die, die dich vorwärts bringen. Und die hast du gerade gemacht, ein paar kleine Schritte.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Sally,

    gibt es denn so garnix, was dein Leben heller machen könnte?
    Etwas, was dir gut tut? So kleine Dinge. Neuer Lippenstift. Ein gutes Buch. Eine schöne Körperlotion. Spaziergänge in der Sonne. All sowas. Das Leben ist bunt. Du musst nur hinsehen, nicht immer auf das, was du hattest, sondern auf das, was sich dir jetzt bieten kann.

    Daraus kannst du Kraft schöpfen.

    Die dunklen Tage gehören auch dazu, dann heulst du eben. Auch gut. Aber danach scheint auch wieder die Sonne.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Eklisee, hab ja gut entspannt, Fotos gab's ja im Geschlossenen, von meiner Erbse und mir :wink: .

    Ich bin immernoch dabei, mich in meinem Leben zu orientieren. Mit der Arbeit klappt das auch immer besser. Damit, dass meine Tochter nicht mehr lebt und ich meinen Enkel nie im Arm haben darf, nicht immer so gut :cry: , klar. Ich bin weiterhin achtsam unterwegs und lasse einfach zu, was an Gefühlen über mich kommt.

    Gestern hatte ich ein kurzes Gespräch mit einer Kundin, einer Frau, die kenne ich garnicht. Sie war ihre Tochter besuchen, die gerade entbunden hatte... Und so kamen wir in's Gespräch. Sie hat mich umarmt. Und mir tat das gut, ich spürte eine Menge Gefühle für mich. Es wäre mir damals unmöglich gewesen, dass jemand Fremdes mich umarmt. Dass ich Anteilnahme zulassen. Dass ich zeige, ich bin nicht stark, ich bin schwach.

    Das tut irgendwie gut in all dem Schmerz. Ich gehe immernoch vorwärts...

    Aurora

    Hallo Lütte,

    ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen!
    Das sind so echte Co-Gedanken. Du nimmst die Schuld auf dich, denkst, du bist falsch und zweifelst an deinen Gefühlen. Du stellst dich in Frage, denkst, alles bricht zusammen, wenn du gehst.

    Diese ganzen Gedanken-Teufelchen werden dich schon noch verfolgen. Das geht nicht von heute auf morgen weg. Ich finde es gut, dass du dich dem stellen wirst, jetzt! Also, deine Gedanken sind erstmal "normal" für deine jetzige Situation und für deinen Stand auf deinem Weg. Nun kannst du langsam vorwärts gehen. Und die Gedankenteufelchen ernst nehmen und nach und nach ausschalten.

    Das kannst du, indem du immer mehr deinen Gefühlen und Empfindungen vertraust. Indem du bei dir ehrlich hinsiehst und dich ernst nimmst in deinen Empfindungen. Und indem du dich nicht mehr für andere verdrehst. Du hast ein Recht auf ein gutes Leben. Das darfst du dir nehmen, immer Stück für Stück.

    Und du musst loslassen, Stück für Stück. Verantwortung hast du für dich. Nicht für ihn. Er ist schon groß :wink: . Für ihn scheint es in Ordnung zu sein, wie er lebt, mit seinen flüssigen Freunden. Das musst du einfach akzeptieren. Du wirst nichts ändern können daran. Ändern kannst du was für dich. Und das wird bedeuten, du musst eine Menge loslassen. Aber du wirst auch eine Menge Neues dafür bekommen.

    Ich bin gespannt, ob dir die Suchtberatung was bringen kann. Auch der Austausch hier kann dir viel bringen. Ich hab's ja selbst so erlebt, schon seit 5 Jahren. Ich bin seit damals auch im Geschlossenen Bereich, da ist der Austausch noch intensiver, bzw. offener.

    Ich freue mich, wenn mein Weg dich dazu animieren kann, dich auch auf den Weg zu machen. Es lohnt sich einfach.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Avalonpe,

    willkommen im Forum! Hier kannst du, wenn du möchtest, einen guten Austausch finden, hast du ja schon ein bisschen gemerkt. Und ich geb nun auch mal bissi Senf dazu :wink: .

    Du schreibst, du bist getrennt, dein Mann ist ausgezogen. Da hast du schon einige Schritte gemacht! Gut so. Du erkennst, was du willst und was nicht (mehr). Auch das ist wichtig und gut, dass es so ist.
    Ich habe mich vor 5 Jahren von meinem Exmann getrennt, nach 26 Jahren... Ich bin ausgezogen. Trotzdem waren wir dauernd zusammen, denn er hörte ja mit dem Trinken auf, als ich ging. Und da begann meine, unsere Rumeierei.

    Und deshalb frage ich dich, warum hängt er jeden Tag bei dir rum, wenn er doch ausgezogen ist? Dann hätte er ja auch bleiben können, oder? So wirst du doch ständig mit seiner Sucht konfrontiert, und somit auch mit deiner Coabhängigkeit. Das macht den Prozess des Loslassens und zu dir Kommens doch so viel schwerer für dich. Und deine Energie brauchst du doch für dich selbst.

    Kein Wunder, dass alle Gedanken ständig um diese Beziehung kreisen, das ist dann so. Und du darfst natürlich auch nicht vergessen, dass ihr ja auch lange Jahre zusammen ward. Da geht das Loslösen ja auch nicht soooo schnell. Aber wenn du ihn ständig vor Augen hast, ist es noch sehr schwerer. Weil er immer wieder an deinen Coknöpfen drehen wird!

    Ich weiß das zu gut, ich war ja mal in der gleichen Situation. Aus vielen Gründen hatte ich meinem Ex viel zu viel Platz in meinem neuen Leben eingeräumt, den er auch großzügig eingenommen hat. Das richtige Loslassen ging dadurch sehr schwer. Und es wurde erst leichter, als ich da Grenzen setzen konnte.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Lütte,

    hallo hier im Forum! Schön, dass du da bist.

    Deine "Luxusprobleme" kann ich sehr gut verstehen. Ich stand ja mal genau so da. Und habe gedacht, "bin ich falsch? Rede ich mir alles nur ein? Mache ich es verkehrt?" Und mein Exmann hat in die Kerbe reingehauen und bestätigt, dass ich alles völlig verkehrt sehe, dass er alles im Griff hätte, dass ich wohl bescheuert wäre... Und die Alkoholiker, das sind ja wohl gaaaanz andere...

    Nein, es sind keine Luxusprobleme, die du hast. Es sind deine Empfindungen, die dich betreffen und die dein Leben gerade bestimmen und dich mehr als unzufrieden machen. Und du hast Recht, dass du dir jetzt Hilfe suchst und dich auf den Weg machst, da Klarheit reinzukriegen. Für dich, denn für ihn ist ja soweit alles klar. Das ist das Fatale, du wirst ihn nicht überzeugen können oder sonstwas, du kannst was für dich machen, nicht für ihn. Aber das ist eine Menge.

    Mich hat es damals sehr erleichtert, als ich anfing, loszugehen. Zu spüren, ich kann was für mich machen, ich kann aktiv werden und dadurch wieder immer mehr Freude am Leben und Selbstbestimmung bekommen. Mich unabhängig machen von seiner Sucht. Das war ein gutes Gefühl! Ist es noch!

    Zitat

    Wieder zu viel geschrieben? Aber dies hier ist im Moment mein Ventil


    Gut so! Du kannst garnicht genug schreiben und hier rauslassen, hier ist eine gute Stelle dafür. Diese Ventilwirkung hatte ich auch, als ich hier ankam, ganz doll sogar. Es tat so gut, endlich verstanden Menschen meine "Luxusprobleme", hielten mich nicht für gaga. Und das ist noch so. Ich bin schon 5 Jahre dabei, und es tut noch immer gut.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    und huhu MaryLou, danke für die Glückwünsche! Na ja, "jung" ist dehnbar, ich bin so jung, wie ich mich fühle 8). Heute morgen, als der Wecker um kurz nach 4 bimmelte, weil mein Mann zur Arbeit musste, hab ich mich wie mindesten 98 gefühlt... :roll::lol: .

    Hallo Matthias, ja!

    Hallo Susanne, ich freue mich sehr über deinen Gruß!

    Heute hat meine Mutter Geburtstag. Sie wird 77. Und mein Sohn hat auch Geburtstag heute, er wird 27... Leider ist er nicht in Berlin, er wollte auch nicht herkommen. Er ist durch die ganze tragische Todessache mit seiner Schwester und dem Baby etwas aus dem Tritt geraten. Sein Studium hat schon auch erstmal darunter gelitten, nun möchte er langsam alles aufholen. Es ist der erste Geburtstag, seit er geboren wurde, dass ich ihn nicht sehe... :( . Mein "Kleiner". Überall ist loslassen angesagt bei mir, ist schon anstrengend.

    Nachher gehe ich zu meinen Eltern, meine Mutter feiert im Garten. Das Wetter ist ja super. Mal sehen. Ich habe ja ein etwas zwiespältiges Verhältnis zu meiner Ur-Sippe. Seit ich selbst auch keinen Alkohol mehr trinke, bin ich denen noch ungreifbarer geworden, anscheinend. Wobei die Saufgelage in meiner Sippe, die es früher immer gab, auch wesentlich weniger geworden, ja im Prinzip fast verschwunden sind. Ein Glück! Es wird nur noch wenig konsumiert. Diejenigen, die da so zugeschlagen haben früher, leben alle nicht mehr...

    Aurora

    Hallo Zoolander,

    ich sag dir mal "Hallo" im Forum.
    Du hast da inzwischen einige Dinge erkannt für dich. Z.B., dass kontrolliertes oder nur wenig Trinken nicht funktioniert, wenn du alkoholkrank bist. Da gibt es nur entweder - oder. Entweder, du beginnst ein lebenswertes Leben ohne Alkohol, oder du säufst dich tot...

    Du bist hier mit deinem Fädchen in der Co-Abteilung gelandet, in der Sparte für Angehörige. Ist ja nicht schlimm, aber vielleicht verschiebt dich ein Mod. in die Abteilung für Alkoholiker. Da wirst du einen für dich sinnvollen Austausch finden können, wenn du magst.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    lieber Matthias, neue Aufgaben, so in etwa ist das. Mein Leben und Dantes Leben sind am verändern. Es ist immer alles in Bewegung bei uns, irgendwie ja auch gut :roll: . Stagnation hatten wir lange genug, damals... Ja, auch neue Erbsen-Aufgaben sind da. Gestern war Dante z.B. beim "Oma- und Opanachmittag" in der Kita. Die Großmütter konnten nicht, mussten arbeiten, die Tick Tack Großeltern konnten auch nicht (Rentner haben nie so Zeit :lol::wink: ), der eine Großvater (mein Ex) ist beschäftigt mit der Pulle, der andere wohl auch, also blieb der Stief-Opa übrig. Und der hat sich gefreut wie'n Schneekönig.

    Ja, es gibt neue Aufgaben. Aber ich darf mich selbst dabei auch nicht aus den Augen verlieren. Da dachte ich mal, ich wäre nun Oma und gesetzteren Alters und so... nix da. Das Leben fordert mich. Und irgendwie ist das auch gut. Ich bin glücklich, der Erbse eine aktive Oma zu sein.

    Aber ich bin auch eine Frau und immernoch doll verliebt in meinen Mann. Gerade im April hatten wir ja ersten Hochzeitstag. Und wir sind beide keine unbeschriebenen Blätter, jeder hat ja auch sein Päckchen. Ich meine Coabhängigkeit, er seine Trockenheit. Achtsamkeit wird hier groß geschrieben. Behutsamkeit. Und viel reden. Und vor allem Liebe.

    Aurora

    Hallo,

    langsam, ganz langsam, kommt wieder etwas Struktur in meinen Alltag. Ich habe mich an die neue Arbeit, an die veränderten Arbeitszeiten, ein wenig gewöhnt. Das ist nun zumindest nicht mehr ganz so anstrengend. Ich werde immer sicherer in meinem Job.

    Als ich im Januar die Kündigung bekam, war ich fassunfslos... Heute sehe ich, dass es irgendwo auch eine Chance war. In meinem neuen Job habe ich so viel mehr Möglichkeite. Ich werde anerkannt mit dem, was ich leiste, meine Kollegen sind nett. Ich bekomme positive Meldungen, wie gut ich wäre. Kompetent. Das tut mir gut! Denn meine Ex-Kollegin hat mich ja systematisch klein gemacht.

    Ich habe mich dagegen zwar gewehrt, aber so richtig geschafft habe ich das nicht. Wie oft war's so, dass ich was gemacht habe, und sie hat's 5 Minuten später umgeräumt... Oder dieses Einmischen in Kundengespräche... ääätzend! Ich habe geredet, mich abgegrenzt, ich habe alles mögliche versucht. Ging nicht... Sie war nicht bereit, ein Stück weit was bei sich zu verändern. Oder hinzusehen...

    Es war so ähnlich wie in meiner Ehe mit Ex und mit dessen Sippe. Die Verhaltensweisen, die da waren, waren dann auch bei der Kollegin zu sehen. Und da gab es für mich Trigger über Trigger. Im Grunde hatte ich mit ihr ein breites Übungsfeld, ich versuchte ja ständig, meine neuen Verhaltensweisen anzubringen. Hm, mit wenig Erfolg, aber irgendwie doch erfolgreich für mich :roll: . Ich glaube, in meinem neuen Job bin ich dadurch gleich ganz anders eingestiegen...

    Die Trauer ist auch noch immer da, aber es hat sich schon verändert. Es tut weh in mir und ich habe viele Gedanken an meine Tochter und auch an das Baby. Da mein Laden, in dem ich arbeite, gleich neben der Geburtsstation liegt, bin ich ständig mit hochschwangeren Frauen oder glücklichen jungen Müttern mit Säuglingen konfrontiert. Eine Zeit lang konnte ich dann nicht bedienen. Es tat zu sehr weh. Aber inzwischen geht das. Ich hatte am Anfang Wut wie verrückt auf diese Frauen, und Neid, aber wie. Langsam sind diese Gefühle nun abgeebbt. Das tut mir gut und gibt mir Ruhe innerlich. Aber ich habe wohl diese Wut- und Neidgefühle auch irgendwie gebraucht, um was zu verarbeiten. Am Dienstag waren Schwiegersohn, Dante und ich in dem KH, da fand eine Andacht statt für sämtliche, im letzten halben Jahr in diesen KH verstorbenen Menschen. Ich habe die ganze Zeit geheult... Aber irgendwie hat auch das gut getan.

    So geht es also hier gerade, im Hause Aurora...

    Aurora