Beiträge von Aurora

    Hallo Suzy,

    solche Gespräche, wie du sie hast mit deinem Mann, kenne ich ja auch. Es dreht sich dabei alles immer im Kreis. Und dir werden da Schuldgefühle eingeredet und Verantwortlichkeiten übertragen, die du ja garnicht hast. Solche Gespräche kosten dich sicher sehr viel Energie und bringen dir nix, oder...

    Ja klar fühlt er sich provoziert durch die Bücher, die du liest und offen rumliegen lässt. Denn da bekommt er wohl einen Spiegel vorhgehalten und muss wo hinsehen, wo er nicht hinsehen will. Und mein Exmann hat auch immer behauptet, er wäre nicht Alkoholiker, das sind ja die Anderen. Die trinken viel mehr als er, wären asozial und so. Damit wird ja auch nur von ihm selbst abgelenkt, vielleicht beruhigt er sich auch damit selbst, weil, er merkt ja sicher selbst, dass er den Alkohol nicht mehr im Griff hat, sondern der ihn. Denke ich mal.

    Und Kinder bekommen eben doch viel mehr mit, als man denkt. Ich habe ja meine kleine Enkelin, sie wird demnächst 4. Und die erzählte letztens Dante, ihre andere Oma müsse ja immer Auto fahren, weil der D. so viel Bier trinkt... Da dachte ich, wow, sooo oft sieht sie ja die andere Oma auch nicht und auch nicht deren Lebensgefährten. Was sie da in der kurzen Zeit so mitbekommt, ist enorm, oder?

    Einen schönen Urlaub wünsch ich dir
    Aurora

    Huhu,

    und wieder ist eine Woche rum...

    Momentan bin ich ein wenig zugange, in meinen Fädchen zu blättern. Hier im offenen Bereich habe ich gestern ein wenig zurück gelesen. Im geschlossenen Bereich, da ist mein Büchlein mehr als 400 Seiten dick :shock: , da habe ich auch schon geschmökert. Interessant ist das. Wie ich so vor 5 Jahren getickt habe. Wie ich noch rumgeeiert habe. Mein Exmann war da noch viel zu präsent in meinem Leben.

    Er hatte ja mit dem Trinken aufgehört, als ich mich getrennt hatte. Und das machte mir die Sachen ganz schön schwer. Denn er pochte nun darauf, dass ich ja immer gesagt hätte, ich würde dann zurück kommen, wenn er nicht mehr säuft.

    Aber - und das war das Fatale für mich, ich wollte eigentlich garnicht mehr zurück. Zu viel war kaputt gegangen in den vielen Jahre, und nun hatte ich "frische Luft" geschnuppert und fühlte mich alleine immer besser. Es fiel mir aber unglaublich schwer, da nun Grenzen zu setzen. Meine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Nicht mehr in alte Muster zu fallen. Ich war dauernd in alten Mustern.

    Er redete mir Schuldgefühle ein, machte mich nach gewohnter Art klein, ließ mich minderwertig fühlen, falsch, verkehrt. Er übertrug mir nach wie vor Verantwortungen für seine Bedürfnisse, für sein Wohlbefinden und sein Leben. Und ich andersrum ließ zu, dass er das alles konnte. Nicht wahr, es sind ja immer 2 Seiten, einer, der macht, und einer, der machen lässt :? .

    Ich jammerte und eierte rum, aber andererseits war ich auch nicht mehr passiv. Die frische Luft, die ich geschnuppert hatte, hatte wohl magische Kräfte. Und so konnte ich endlich lernen, mich nach und nach zu befreien. Das hat vielleicht gedauert. Und Energie gekostet, und es hat weh getan. Aber das Ergebnis war's allemal wert!

    Ja, es ist interessant, diese alten Dinge auch zu lesen, ich mag das. Es zeigt mir ja auch was. Was ich erreicht habe und wie ich das erreicht habe. Und es zeigt mir, ich war auch nicht immer so sicher, wie ich jetzt manchmal vielleicht erscheine. Und es zeigt, die Dinge dauern, solange sie dauern, Geduld ist wichtig. Aber vor allem ist wichtig, zu machen. Nicht stehen zu bleiben und nur zu lamentieren. Als ich das noch machte, da kam ich ja nicht vorwärts, klar, oder? Tun muss man tun, ist auch so'n guter Spruch, Hartmut hat den kreiert und er hat Recht, finde ich.

    Und nun? Mir geht es nicht gut zur Zeit. Nicht wegen der Rücklese, sondern wegen der vielen Dinge, die mir dieses Jahr passiert sind. Da ist so viel loszulassen. Ich schaffe das nicht. Erst die Arbeit in dem Reformhaus. Ich habe diesen Laden geliebt, das war "mein" Laden. Und ich wurde da so rausgekickt, unglaublich, nach 16 Jahren. Da ist zu viel passiert und ich habe mich garnicht richtig gewehrt, denn es war nicht alles soooo korrekt, was da ablief. Ehe ich da beginnen konnte zu verarbeiten, passierte das mit meiner Tochter und dem Baby. Ein Supergau. Immernoch unglaublich :cry: . Und dann dieser neue Job. Ebenso unglaublich, was es alles gibt. Psychobude nannte Dante das, Recht hat er. Ich kann es nicht beschreiben, wie es da zuging. Unglaublich, eben.

    Und nun ist das weg und ich beginne, zuzulassen und zu verarbeiten. Habe Zeit dazu. Nun nur auf mich zu hören. Ich bin unfähig, gerade, mich um neue Arbeit zu kümmern, das kriege ich nicht hin. Und ich muss das auch nicht, zum Glück. Ja, ich hab ja auch Glück! Und ich habe riesige Verlustängste, was meinen Mann, Sohn, Erbse und Schwiegersohn betrifft. Am Montag endete das in einer regelrechten Panikattacke. Da war ein Strudel, selbst Dante konnte mich da nicht mehr festhalten. Es zog mich einfach rein... :cry: .

    Ich werde nun mit meinem Arzt reden, vielleicht mache ich eine Therapie. Eine Kur. Ich schaffe es nicht, alleine fertig zu werden. Ich habe auch schon meine Fühler zwecks SHG ausgestreckt, ich war bisher in einem anderen Forum, für Trauer, aber das hat mir nix gebracht. Also suche ich mir was passendes. Ja, ich muss aktiv werden für mich, so geht das nicht.

    Und das habe ich eben gelernt. Tun muss man tun, es serviert mir niemand was auf dem goldenen Tablett. Also mach ich mal. Langsam, in meinem Tempo. So hat sich das bewährt bei mir.

    Aurora

    Liebe Suzy,

    doch, es kann auch ohne Trennung gehen.

    Aber das setzt voraus, dass der Abhängige den ganz dringenden Wunsch hat, aufzuhören. Dass er sich Hilfe sucht und behandeln lässt, Wege geht, um trocken zu sein und bleiben zu können.

    Und dann ist es auch nicht immer einfach. Der Partner, Coabhängige muss auch was für sich tun. Trotzdem. Beide müssen an sich arbeiten, um wieder eine gemeinsame Basis erreichen zu können. Viele Beziehungen gehen dann in dieser Phase auseinander. Weil der Abhängige, Trockenwerdende, sich so sehr verändert. Weil ersichtlich ist, dass da eben auch andere, grundlegende Beziehungsprobleme waren und sind.

    Aber wenn der Abhängige nicht aufhört, nicht seine Sucht zum Stillstand bringen will und kann, dann ist Trennung der einzige Weg. Wenn der Partner, Coabhängige und eben auch die Kinder, andere Angehörige nicht mit untergehen wollen. Denn das passiert dann. Du gehst mit unter. Die Kinder sind ihrer Kindheit beraubt, werden es schwer haben, im Leben Normalität zu finden. All sowas.

    So sieht's mal aus...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe retnug, ich danke dir für deine Worte und deine Anteilnahme.

    Momentan habe ich zu tun. Schwiegersohn und Erbse sind ja zur Kur. Letztes Wochenende waren wir sie auch besuchen, auf Rügen. Es war so schön dort, das Wetter traumhaft. Diese paar Tage waren wie 2 Wochen Urlaub. Ja, und ich habe zu tun. Da gibt es ja den Garten, meine Tochter und Schwiegersohn haben den letztes Jahr bekommen. Es war ja Tochters großer Wunsch, einen Garten zu haben.

    Ja, und nun bin ich dann da zugange, ich hab ja jetzt Zeit. Und da Schwiegersohn zur Kur ist, widme ich mich nun dem Giersch, der dort prächtig wächst und gedeiht :? . Es tut mir sehr gut, diese Gartenarbeit. Meine Gedanken fließen dort, ich atme die vielen Düfte ein und ich sehe, was ich geschafft habe. Es tut mir einfach gut.

    Ich kann viel verarbeiten zur Zeit. Diese Arbeitslosigkeit ist garnicht mal so schlecht. Zumindest bei diesem elenden Job, den ich da zum Schluss jetzt hatte.

    Das Wochenende steht bevor. Ich freue mich drauf. Auf Ruhe und auf gemeinsame Unternehmungen mit Dante. Ich genieße es nach wie vor, diese Beziehung. Ohne den Alkohol, der immer dazwischen stand, früher. Ohne Sorgen und Ärger und Frust und zerstörten Hoffnungen. Ich kann mich verlassen auf ihn. Und wir können uns gegenseitig sehr viel geben.

    Mal sehen, was wir morgen veranstalten, das haben wir uns frei gelassen. Sonntag wollen wir zum Garten, noch bissi Gierschbekämpfung machen. Und ich brauche meinen großen, bösen Dante dann, um die vielen Säcke mit ausgerupften Wildkräutern nach vorne zu schleppen :lol:8) .

    Aurora

    Liebe Suzy,

    erstmal willkommen im Forum!

    Du hast ja nun schon einige Beiträge hier bekommen, im Prinzip steht da alles. Wenn dein Partner nicht die Bereitschaft hat, aufzuhören mit dem Trinken und sein Leben grundlegend zu ändern, bleibt dir tatsächlich nur die Trennung.

    Es ist unmöglich, ein lebenswertes Leben an der Seite eines Abhängigen zu führen. Und du hast deine Tochter, Kinder sehen, merken viel mehr, was los ist, als du denkst. Für Kinder ist ein Leben in einer Familie mit Abhängigen die Hölle.

    So, das sind erstmal klare Fakten, sozusagen. Und die emotionale Seite?
    Du schreibst, es fehlt dir - noch - der Mut für diesen letzten Schritt, obwohl du die Notwendiugkeit schon sehen kannst. Das ist schon viel wert, wenn du das klar erkennst!

    Nun ist es an der Zeit zu überlegen, welchen Schritt du als nächstes machen kannst. Es ist sehr schwer, von heute auf morgen ein ganzes Leben umzukrempeln. Aber Schritt für Schritt kannst du es schaffen, aus der Beziehung raus zu gehen.

    Es gibt Beratungsstellen, da kann dir gesagt werden, welche rechtlichen Möglichkeiten du hast, zum Beispiel. Es ist wichtig, da gut informiert zu sein. Und für die emotionale Seite kannst du das Forum nutzen, hier sind ja sozusagen Fachleute :wink: . Ich habe zum Beispiel mich nach 26 Jahren von meinem Exmann getrennt, und es gibt hier viele Menschen, die können verstehen, wie es in dir aussieht. Und wir können dir Anstöße geben, Denkanstöße. Es gibt also schon eine Menge Möglichkeiten, wie du Hilfe für dich bekommen kannst.

    Hast du dir denn schon mal überlegt, wie dein nächster konkreter Schritt aussehen kann? Was meinst du bist du in der Lage zu machen. Du schreibst, dir fehlt der Mut für den letzten Schritt, für die Trennung. Wofür hast du aber Mut, gerade? Was traust du dir zu, konsequent durchzuziehen?

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe BC, ja, ich kenne das Gedicht. Es ist wunderschön. Und da ist so viel an Wahrheit drin. Danke, dass du mich daran erinnerst, ich werde es mal wieder rauskramen!

    Hallo Matthias, danke für die Erholungswünsche. Ich bin gut dabei, werkel viel im Garten beim Schwiegersohn. Das tut unheimlich gut. Den Gruß an meine bessere Hälfte :wink: hab ich überbracht.

    Aurora

    Liebe Topas,

    du lässt deine Kollegen nicht hängen, weil du krank geschrieben bist! Du bist ja krank, weil du verletzt bist am Rücken. Das ist doch einfach mal Tatsache. Was könntest du denn machen auf der Arbeit, mit höllischen Schmerzen und so? Kurier dich mal in Ruhe aus und höre auf deinen Körper. Denn deine Gesundheit ist unbezahlbar!

    Du hast deinen Mann angeschrien? Wow. Da war sicher so viel Druck in dir, dass es regelrecht geplatzt ist, oder? Ich kenne sowas auch von damals. Ich habe immer geschluckt und geschwiegen. War immer ruhig und freundlich und habe eingesteckt. Und dann - bamm... Da kam es wie Explosionen aus mir raus! So, wie du es auch beschreibst. Ich habe mich wirklich nicht gut danach gefühlt. Denn ich dachte, das bin ich ja garnicht...

    Und doch, es ist so. Ich war das und du bist das. Diese Gefühle gehören ja auch zu dir. Wut, Hass, Ärger. Und irgendwann müssen die auch raus. Es wäre besser, sofort zu sagen, was dir nicht passt, so mache ich das jetzt. Denn wenn es sich so anstaut, ist es wirklich wie eine Explosion.

    Durch diese Explosion hat sich aber auch was geklärt in dir. Diese Erkenntnis, die da jetzt ist über dich selbst. Und da ist dann natürlich auch Trauer, große Trauer über Lebensbilder, die Trugbilder sind und waren. Über Vorstellungen, Lebenspläne, die nicht wahr geworden sind. Im Gegenteil... Das zuzugeben und einzusehen tut sehr weh, aber es ist sehr mutig!

    Du hast da riesige Schritte gemacht in letzter Zeit. Siehst jetzt viele Dinge ganz klar. Und du beginnst, dir deinen Weg zu suchen. Das ist toll!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    lieber Matthias, ich freu mich immer total, dass du in meinem Fädchen hier erscheinst! :D . Und ich hab gelesen, welche guten Momente du mit Doro hattest, Doro ist klasse, eh. Wir wollten sie dieses Jahr auch mal wieder besuchen, leider kamen da böse Dinge dazwischen :( . Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

    Nein, ich habe noch nichts in Sicht, arbeitsmäßig. Und ich lass mir da jetzt auch viel Zeit und Ruhe. Ich bin erstmal noch krank geschrieben, bis mindestens Ende September. Das erste Mal in meinem Leben, solch lange Krankschreibung. Und dann ist erstmal meine kleine Erbse wichtig und Schwiegersohn. Ich möchte für sie da sein können, wenn Schwiegersohn wieder arbeiten geht, im Oktober. Das ist mir wichtig. Ich habe meiner Tochter versprochen, auf die Kleine aufzupassen. Für sie da zu sein. Und dieses Versprechen nehme ich sehr ernst. Und deshalb passt das alles irgendwie gerade. Komisch, oder? Bei allem Bösen, gibt es auch die gute Seite. Und finanziell ist das auch erstmal o.k., Dante unterstützt mich da und steht voll hinter mir.

    Wie gut es ist, das alles trocken und klar erleben zu dürfen. Auch für ihn. Nass wäre das nicht möglich, dann wären wir nicht zusammen. Wir haben somit beide was davon.

    Es gibt hier einen Teilnehmer, ich glaube, der Micha war das, der hat mal gesagt:
    Es geht mir gut, auch wenn nicht alles gut ist... Oder so ähnlich.
    So isses.

    Und nun kriegste noch eine liebe Umärmelung zurück
    Aurora

    Hallo,

    es geht mir ganz gut zur Zeit. Die Ruhe kehrt zurück zu mir. Ich bin froh, diesen kurzen Lebensabschnitt hinter mir zu haben, mit diesem Job da... Ich habe da aber auch eine Menge mitnehmen können, an Erfahrungen. Und ich habe gemerkt, wie schnell es doch gehen kann, da wieder in alte Strukturen auch rutschen. Coabhängigkeit gibt es ja auch unter Kollegen... Und ich hatte da schon solch Verhältnis mit meiner Filialleiterin.

    Nur - ich habe es gemerkt. Und auch schnell jetzt handeln können. Das fühlt sich gut an.

    Aurora

    Hallo Miasia,

    nun hast du viele Denkanstöße hier bekommen, Dinge, die dir Menschen schreiben, weil sie selbst damit Erfahrungen gemacht haben und wissen, wie es sich anfühlt. Ich finde es gut, dass du deine Schlüsse daraus ziehst. Und dir weitere Hilfe bei der Suchtberatung holen wirst. Hol dir alle Hilfe, die du bekommen kannst.

    Denn der Weg ist nicht einfach, darauf musst du gefasst sein. Aber es ist zu schaffen. Und du wirst spüren, wie gut es tut, nun für dich unterwegs zu sein. Denn das ist der einzige Weg, der geht. Du kannst keinen Weg für jemand anderen gehen.

    Ich bin gespannt auf einen weiteren Austausch hier mit dir!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Nici, lieber Matthias, liebe Topas, ich danke euch für die Umärmelungen, Kraftpäckel und Grüße.

    Ja, es fallen Lasten ab von mir. Ich habe es tatsächlich nicht nötig, mich kaputt machen zu lassen. Von niemandem! Ich warte nun ab, was passiert. Erhole mich, kümmer mich um Schwiegersohns Garten. Lass meine Seele baumeln.

    Schwiegersohn und Erbse sind jetzt zur Vater-Kind-Kur, Schwerpunkt ist Trauerbewältigung. Gestern sind sie angekommen, auf der schönen Insel Rügen. Wir werden demnächst ein Wochenende hinfahren, sie besuchen :D . Es geht mir um Meilen besser.

    Wehmutstropfen ist aber, heute ist der Hochzeitstag von Tochter und Schwiegersohn. :cry: . 6. Hochzeitstag... Wie schön war die Feier damals, alles so, wie die zwei sich das vorgestellt hatten. Es ist so furchtbar traurig, dass das Glück so dramatisch und so schnell zerstört wurde, durch einen Blutklumpen...

    Die Hochzeit selbst war sehr stressig für mich. Die kirchliche Feier und die Familienfeier waren am 2.9., damals. Ich hatte furchtbare Angst, was der Exmann da wieder machen würde, sich vollaufen lassen würde usw. Was ja dann auch passierte... Ich war sehr angespannt, auf den Fotos von damals kann man das auch richtig sehen. Wie anders ist das heute...
    Zu dieser Zeit fing ich an, meine ersten ganz konkreten Schritte zu machen. Es hat noch fast 1 Jahr gedauert, bis ich mich trennen konnte.

    Aurora

    Hallo Miasia,

    diese Bitten, doch einmal, nur einmal, nicht zu trinken, nicht so viel zu trinken, die kenne ich auch zu gut. Und hinterher die große Enttäuschung...

    Ich habe das dann immer darauf bezogen, dass es an mir liegen könnte. Dass er mich nicht genug oder garnicht liebt, dass er es macht, um mich zu ärgern. Ich habe mich dann klein und schlecht gefühlt. Heute weiß ich, dass er es einfach nicht anders konnte, weil da die Sucht in seinem Kopf gewütet hat. Ich hatte und habe garkeinen Einfluss auf irgend etwas, was mit seinem Trinken zu tun hat.

    Zitat

    Demnächst fahren wir in Urlaub; ich hab ihm gesagt, dass, wenn er sich ein einziges Mal kopflos besäuft, ich sofort nach Hause fahre.


    Machst du das wirklich? Hand auf's Herz, wirst du das ganz wirklich machen? Oder ist das eine der leeren Drohungen? Denn eins ist wichtig. Wenn du solche Androhungen machst, solltest du sie auch dann durchziehen, wenn der Fall eintritt. Sonst machst du dich nur immer weiter unglaubwürdig.

    Der Freund deines XY, trinkt der denn selber gerne viel zu viel? Dann wird er ihm ein Bier nach dem anderen geben, damit sein eigener Konsum nicht so auffällt und er ein passendes Gegenüber hat. So nach dem Motto" er säuft genau so viel, also kann es bei mir nicht so schlimm sein". Diesem Freund kannst du keine Vorwürfe machen. Er muss nicht aufpassen auf den Konsum deines XY. Dafür ist einzig der XY zuständig. Und wenn er eben alles reinkippt, was ihm hingestellt wird, ist das seine Sache. Aber das weißt du ja inzwischen selbst.

    Viele Grüße
    Aurora

    Hallo,

    in meinem letzten Beitrag schrieb ich, ich hätte viel für meine Arbeit, für mich, erreichen können. Ja, hab ich. Am Freitag kam ich nach Hause und wusste, ich gehe da nicht mehr hin. Geht garnicht, zu viel, was da passiert war. Zu viel, was ich mir schon wieder habe gefallen lassen. Am Freitag wusste ich, das Maß ist voll!

    Montag war ich bei meinem Hausarzt. Nach schlaflosen Nächten und Bauchkneifen undundund ging nix mehr. Ich bin nun krank geschrieben bis Ende September... Und meine Noch-Chefin hat mit Kündigung gedroht. Na gut. Alles ist besser, als da zu arbeiten. Ich habe sowas nicht mehr nötig, mich so fertig zu machen, ausnutzen zu lassen.

    Da sind auch gleich die alten Teufelchen :evil::twisted: wieder auf dem Plan. Blöde Biester. So ähnlich wie damals, als ich mich endlich von meinem Exmann trennen konnte. So ähnlich läuft da was ab in meinem Kopf. :? .
    War ich zu voreilig, zu empfindlich, stimmen meine Gefühle wirklich, was mögen die Kollegen jetzt denken, ich lass die ja im Stich... all solche Gedanken sind auf einmal da. Aber, und das ist das Gute, ich kann sofort gegensteuern. Diese Gedanken nach und nach ausschalten, widerlegen. Was ich jetzt mache, diese Schritte da raus aus diesem Job, das ist richtig! Da sorge ich gut für mich mit, höre auf meine Empfindungen.

    Montag war ich beim Arzt, gestern bei der Agentur für Arbeit, mich arbeitssuchend melden. Gestern ging es mir schlecht. Alle Gefühle kamen hoch und ich habe dauernd geweint. Es gibt einfach zu viel zu verabschieden momentan. Heute geht es mir besser und ich fange an, mich zu entspannen.

    Aurora

    Hallo Miasia,

    willkommen im Forum!

    Es ist schwierig, sich abzugrenzen, so unter einem Dach. Also so habe ich es empfunden, damals, mit meinem Exmann. Genau, wie du es machst, bin ich ihm hinterher gelaufen, habe aufgepasst, ihn bewacht, sozusagen. Hatte Angst, er könne sich verletzen und so. Und ich habe seine Trinkmengen kontrolliert. Zumindest dachte ich, dass ich da Kontrolle hätte. Und der Ekel und die Angst, was er mir wieder antun könnte im betrunkenen Zustand, wuchsen immer mehr.

    Das

    Zitat

    ich weiß nicht mehr, wie ich mich verhalten soll, damit es mir gut geht.

    ist ein ganz wichtiger Punkt und es ist toll, wie klar du das erkannt hast! Denn wir Cos haben es irgendwann verlernt, gut zu uns zu sein, weil sich all´unsere Sorge, unsere Gedanken nur um den Abhängigen drehen. Du kannst mit kleinen Dingen anfangen, wieder mehr für dich zu tun. Alleine rausgehen, dich mit Freunden treffen. Oder sowas in der Art, dir eben gut tun, lernen, dich wieder zu spüren.

    Dieser Satz ist auch ganz typisch, und steht hier so sinngemäß in fast jeder Geschichte

    Zitat

    Ich möchte ihm so gerne helfen, denn er ist ein lieber Mensch,


    Oh ja, er ist ein lieber Mensch, und es muss doch möglich sein, dass ich ihm helfen kann... Du schreibst es ja schon selbst, du hast erkannt, dass das nicht möglich ist. Helfen kann nur er sich alleine. Und du kannst dir helfen. Angefangen hast du bereits damit. Indem du dich hier angemeldet hast und dir Hilfe und Austausch suchst.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    lieber Matthias, bist du wieder da :D !
    Danke für deine Motivationsspritzen, kann ich gut gebrauchen. Im Falle meiner Arbeit habe ich sehr viel für mich bewegen können, dank der Menschen um mich rum, die mir Denkanstöße, Mut, Anerkennung und Kritik gegeben haben.
    Im Falle der Trauer wird es einfach die Zeit bringen, auch wenn es sich doof anhört :? . Ich lebe mit meiner Trauer als ständigen Begleiter. Sie ist da und ich akzeptiere sie. Dass sie so unberechenbar ist, zum Beispiel. Letztens im Laden konnte ich eine Mutter mit ihrem Neugeborenen nicht bedienen. Ich hab gezittert wie Espenlaub. Das kam nach längerer Zeit mal wieder, ohne Vorwarnung. Also hab ich die Kollegin gerufen, sie machen lassen und habe einfach gewartet, bis das Zittern und die Tränen und der Schmerz vorbei waren.

    Gestern waren Schwiegersohn, Sohn und Erbse zu Besuch. Trotz der Hitze hatten wir einen schönen Tag. Wir haben auch viel über meine Tochter geredet. Das tut gut. Auch die Erbse erzählt von "als Mama noch auf der Erde war". Das scheint ihr gut zu bekommen. Sie schwelgt dann in ihrer Erinnerung, um eine Minute später im Jetzt rumzutoben und es sich gut gehen zu lassen...

    Aurora

    Liebe Elfriede,

    wer weiß, wer weiß, wer weiß... hätte, wenn und so...

    Diese Gedanken gehören wohl dazu in solchen Situationen, in der Trauer. Die Schuldgefühle, ..hätte ich doch... oder so. Die Suche nach dem Grund. Die Suche danach, irgend eine Erklärung zu finden für das, was da passiert ist. Liebe Elfriede, ich kann mir gut vorstellen, wie du dich fühlst. Lass dich einfach drücken, du Liebe.

    Auch die Erinnerungen gehören dazu, ja, deine Geschichte hier, sie war die erste, die ich damals gelesen habe, als ich hier im Forum ankam. Welch Glück, ihr durftet noch einige Jahre genießen. Kostbare Erinnerungen sind das.

    Ich hoffe, du hattest eine Nacht, in der du schlafen konntest, Kraft schöpfen konntest.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    liebe Nici, danke für die Grüße, hab auch an Dante deinen Gruß weitergeleitet :wink: .

    Momentan brauche ich meine Kraft und Energie für mich und kann mich deshalb kaum hier einbringen. Ich habe noch die große Trauer, mal kann ich gut umgehen damit, mal haut sie mich einfach um. So wie gerade wieder dieses Wochenende. Da tut es wieder besonders weh und ich vermisse meine Tochter wie verrückt :cry: . Sie fehlt mir und auf Schritt und Tritt werde ich an irgendwas erinnert, was wir hier und dort gemeinsam erlebt haben. Noch tut diese Erinnerung meistens weh, anstatt mich mit stiller Liebe zu erfüllen.

    Auch auf Arbeit läuft es nicht rund. :( . Da habe ich gerade Baustellen, die ich garnicht gebrauchen kann zur Zeit.

    Zum Glück habe ich Dante an meiner Seite und liebe Forumsmenschen im geschlossenen Bereich, die mich begleiten, bestärken, unterstützen, Mut machen.

    Aurora

    Liebe Elfriede,

    diese Löcher kommen leider immer wieder :( . Ich habe gerade dieses Wochenende auch wieder eins. Da hilft nur eins. Die Trauer anzunehmen, den Schmerz hinzunehmen, sich zu genehmigen zu weinen und all die Liebe und Sehnsucht rauszuheulen.

    Du hast noch eine Menge organisatorischer Dinge nun zu erledigen. Und es ist sicher eine riesige Belastung nicht zu wissen, wie es finanziell für dich wird.

    Ich lass dir einen Drücker hier und bin in Gedanken an deiner Seite.
    Viel Kraft für morgen.

    Liebe Grüße
    Aurora