Beiträge von Aurora

    Hallo und willkommen Pingu,

    das, was du beschreibst, ist eine Art " Alltag" im Zusammenleben mit einem Abhängigen. Er muss seine Sucht bedienen, versucht das zu vertuschen und du als Angehörige bist hin- und hergerissen zwischen deiner Wahrnehmung und dem, was er dir erzählt.

    Es ähnelt sich auf gespenstisch Art immer wieder. Auch ich hab es so erlebt.

    Wenn du dich mit anderen Mitbetroffenen austauschen möchtest, bewerbe dich unter diesem Link:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Nach der Freischaltung findest du dein Thema im Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Mimi,

    Was mach ich falsch? Was hätte ich tun können?

    Du hättest nichts tun können. Er ist süchtig und dagegen kannst du nichts tun.

    Warum tut er das immer wieder? I

    Er tut dass weil er eine Suchterkrankung hat. Und die Sucht ist stärker als alles andere. Er MUSS das tun, es ist diese Sucht, die ihn dazu zwingt.

    Ist sein Leben so schlimm? Sind wir zu viel ? Und vieles mehr.

    Ob sein Leben schlimm ist, keine Ahnung. Aber auf alle Fälle ist keiner von euch an irgendetwas daran schuld! Keiner hält ihm die Pulle vor den Hals. Es ist, wie schon geschrieben, die Sucht. Und solange er dagegen nicht tun kann und will seid ihr machtlos.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Anonyma,

    wenn ein Alkoholiker ernsthaft trocken werden will, wird er bestimmte Dinge erledigen. Zum Beispiel zur Suchtberatung gehen, zum Arzt um die Entgiftung einzuleiten. Er wird bewusst auf sich achten und viel für sich tun, vielleicht eine Entzugstherapie beantragen. So mal grob gesagt.

    Vertrauen kann wiederkommen, wenn sich die ganze Situation ändert. Wenn wirklich was in die richtige Richtung geändert wird. Zuverlässigkeit eintritt, Ehrlichkeit. Dann kann Vertrauen langsam wieder wachsen.

    Oder wie lebt man Beziehung mit dieser Unsicherheit?

    Im Grunde genommen lebt man immer auf dem Pulverfass, immer in " Habacht", Ambivalenz. Man lebt sehr unfrei, finde ich.

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo Anonyma,

    Er sagt, dass die Sucht eine Krankheit ist und er nicht einfach eine Entscheidung treffen kann.

    Doch, kann er. Wenn er es wirklich aus tiefstem Herzen will.

    Abhängige geben, solange sie nass sind, gerne mal die Verantwortung ab. Da kann das Wetter schuld sein, die Arbeit, die Sorgen, die Partnerin...

    Du machst dir Gedanken, ob du auf dein Glas Wein verzichten solltest. In seiner Gegenwart. Das ist doch Zukunftsmusik. Das ist doch kein Punkt, der jetzt relevant ist. Das ist wichtig für eine Beziehung mit einem Menschen, der nüchtern geworden ist und ein abstinentes Leben leben will.

    Er ist doch aber längst nicht trocken. Natürlich kannst du auch auf Alkohol verzichten, Alkohol ist nicht lebenswichtig. Im Gegenteil, es ist eine Droge, ein Nervengift. Aber in eurer Beziehung ist es doch egal ob du in seiner Gegenwart was trinkst oder nicht. Er wird an seinem Konsum wohl erstmal eh nichts ändern...

    Deine Gedanken sollten eher in die Richtung gehen, wie lange du diese Beziehung noch fortführen möchtest.

    Denn:

    Ich bin wütend, enttäuscht, traurig und zunehmend resigniert.

    Wenn ich ihn betrunken erlebe, ist er sehr unangenehm - gereizt, verbal aggressiv und provokativ.

    Ich habe mein Vertrauen in seine Worte verloren und weiß nicht, wie ich jemandem vertrauen kann, wenn er so abgebrüht lügt. Unter Alkohol ist er auch unzufriedener und oft erschöpft, was sich auf die gemeinsame Zeit auswirkt.

    Ich kann mir eine gemeinsame Zukunft so nicht vorstellen

    Ich merke, dass ich unsere Beziehung so nicht ohne Weiteres fortsetzen kann.

    Das liest sich für mich nicht nach einer glücklichen Partnerschaft.

    Lieber Gruß Aurora

    Hallo Calista,

    Es war eine Vernunftsentscheidung wie er sagt. Ich will ihn eigentlich gar nicht mehr, aber dennoch fehlt er mir so sehr, weil er auch wunderbare Seiten hat und nun denke ich die ganze Zeit, er ist stabil hat mit dem Alkohol aufgehört und die neue Frau hat ein tolles Leben.

    Eigentlich willst du ihn nicht mehr... Und wunderbare Seiten hat er auch...

    Das sind immernoch so kleine Hoffnungen und Ungläubigkeit, dass das, was mal gut begonnen hat, vorbei ist. Denn was ist an ihm wirklich wunderbar? Er steckt in seiner Sucht fest und die zieht ihn immer weiter abwärts.

    Denkst du wirklich, dass er plötzlich stabil ist? Ich hab schon oft davon hier gelesen, " nun ist er stabil und hat 'ne Neue". Das fühlt sich echt mies an. Aber ich denke, er hat nur die unbequeme Freundin, dich, die du jetzt anfängst nicht mehr mitzuspielen, gegen eine frische Co ausgetauscht. Das ist die Erfahrung, von der ich hier schon ganz, ganz oft gelesen habe.

    Und für ihn ist das somit tatsächlich eine " Vernunftsentscheidung, kann er doch mit einer Frau neu anfangen die ihm das gibt, wozu du nicht mehr bereit bist. Das muss nicht mal unbedingt mit seiner Alkoholabhängigkeit zusammenhängen, vielleicht ist er sowieso so drauf.

    Er wird nicht eine wunderbare Spontanheilung seiner Sucht gehabt haben. Er will mit einer Frau, die noch blauäugig genug ist, in Ruhe weitermachen.

    Und was ist an einem Menschen wunderbar, der deine Wohnung in einem vollgekotzen, vollgemüllten Zustand hinterlässt...

    Trennungen tun weh. Selbst Trennungen von Beziehungen, die schlecht waren. Da gehen ja, wie Momo schon schrieb, auch Wünsche, Träume, Zukunftsideen mit kaputt. Und DAS tut weh. Denn im Grunde genommen kannst du froh sein, dass du ihn losgeworden bist.

    Auch wenn sich das gemein anhört.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und willkommen Calista,

    dass es dir jetzt mit der Trennung schlecht geht, hat nicht unbedingt nur was mit Coabhängigkeit zu tun. Trennungen tun immer weh.

    Das Verhalten, dass dein Expartner an den Tag legt habe ich schon von vielen Angehörigen von Alkoholikern gehört. Es ist schon in vielen Dingen ähnlich, was abläuft. Aber andererseits muss sowas nicht nur mit Alkoholabhängigkeit zusammenhängen, mein erster Mann war dann nüchtern mindestens genauso fies wie in seinen Trinkzeiten.

    Das Forenteam
    15. Mai 2021 um 17:15

    das ist der Link zu unserem Artikel über Coabhängigkeit. Zusammengetragen von uns Cos. Wenn du dich darin wiederfindest bist du hier richtig um Wege da herauszufinden.

    Liebe Grüße Aurora

    Liebe Jump,

    oh nein, ich hab's auch nicht gewusst, dass er sooo bald wieder an der Flasche hängt.

    Erlebt hab ich sowas auch oft. Mein erster Mann hat keine Entzugstherapie gemacht, war aber z.B. Mitte der 90er Jahre mal zur Reha. Und da hat er nicht getrunken und war ein vorbildlicher Patient. Und ehrlich, da war auch bei mir der Hoffnungsschimmer schon sehr hell geworden. Insgeheim hab ich's geahnt aber vor mir zugeben wollte ich es nicht.

    Zu schön war die Vorstellung, dass nun alles in " normalen" Bahnen laufen würde. Dass das ein Trugschluss gewesen war merkte ich nach wenigen Tagen...

    Es tut sehr weh, auf dem Boden der Tatsachen aufzuknallen. Aber manchmal braucht man den Schmerz um zu verstehen, dass ein Abschied von Hoffnungen oder Wünschen notwendig ist.

    Bei mir hat das damals noch gedauert... bei dir ist der Zeitpunkt wohl jetzt.

    Fühl dich umarmt

    Aurora

    Hallo und willkommen *edit zu* Maus,

    wenn ich es richtig verstehe, ist deine Frau momentan noch in einem ernsten gesundheitlichen Zustand. Ist es da sinnvoll, schon an Rehamaßnahmen zu denken? Ist sie stabil genug? Das ist eine ernstgemeinte Frage.

    Zu weit voraus zu denken ist immer so eine Sache, es ist ja unbestimmt und noch nicht an der Zeit. Das kann auch viele Ängste machen.

    Informationen kannst du in Suchtberatungsstellen bekommen, die Menschen dort haben einen besseren Einblick in Maßnahmen, die gemacht werden können. Leider herrscht unter Ärzten etc noch immer viel Unwissenheit über die Alkoholerkrankung.

    Dass dein seelischer Zustand sehr schlecht ist, ist ja klar. Vielleicht kannst du zusätzlich zu den lieben Gesprächen mit der Schwiegermutter noch weitere Ruhepunkte für dich finden.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Zotti,

    solche inneren Kritiker und Meckerer hab ich auch, Prägungen aus der Kindheit. Nervige Gesellen, die ab und an mal was auf die Mütze kriegen. Denn sie sind nicht mehr zeitgemäß.

    Inzwischen bist du ja erwachsen und kannst deine finanzielle Lage selbst einschätzen, über deine Zeit bestimmen und darfst dir was gönnen. Damit du danach fit und froh deine Aufgaben erfüllen kannst. Ich hoffe, du schließt die Wächter ein und gehst schwitzen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo YKMN,

    ich habe viele der Dinge, die du hier beschreibst, auch so gemacht. Versucht, das Trinken durch Regeln zu kontrollieren, zum Beispiel. Heute weiß ich, dass ein Abhängiger nichts kontrollieren kann, sonst wäre er nicht abhängig. Auch Trinkpausen kenne ich, die hat mein Exmann auch gemacht. Und ich hab dann gezweifelt ob er wirklich schon so tief drinsteckt.

    Ich hatte Fusseln am Mund von Reden, es ging bei ihm "ein Ohr rein, anderes raus" . Denn ich hab von meinen Lebenswünschen und Forderungen an ihn geredet. Er hatte da ganz andere Vorstellungen.

    Ich könnte noch einige andere Dinge schreiben, hab ich hier auch schon oft. Denn es ähnelt sich auf unheimliche Art und Weise immer wieder. Ich hab das ganze 26 Jahre lang mitgemacht, wobei es seicht anfing, da, wo du jetzt stehst, da stand ich auch mal und da war noch nicht mal die Hälfte der gemeinsamen Zeit um.

    Es ging noch weiter bergab, erst langsam, dann immer schneller.

    Anhand der hier vielfach geschilderten Wege kannst du dir ausrechnen, was bei euch weiter passieren wird. Es sei denn, sie macht den rigorosen Cut und wird aus vollem Herzen trocken. Danach sieht es, aus meiner Sicht anhand der von dir beschriebenen Situation, nicht aus.

    Ist Kacke aber isso.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und willkommen Alvin,

    deine Gedanken kreisen nur darum, was du für SIE machen kannst. Du fragst um Einschätzungen, in wieweit sei abhängig sein könnte etc.

    Niemand kann das einschätzen. Außer sie selbst. Und wenn du dich hier, wie du ja schreibst, schon durch viele Threads durchgelesen hast, dann hast du das darin auch erfahren. Und, wie du auch schreibst, hast du gelesen, dass in Beziehungen zu Menschen, die ihre Sucht ausleben, der Partner mit auf der Strecke bleibt.

    Ich verstehe deine Gedankenstrudel gut, an dem Punkt stand ich auch mal. Aber fang mal an zu sortieren. Fakt ist, dir geht es nicht gut mit den Ängsten um sie. Und sie sieht anscheinend derzeit kein großes Problem bei sich. So hat das bei mir auch angefangen.

    Mich über Alkoholismus zu informieren hat mir ein wenig die Mechanismen dieser Suchterkrankung klar gemacht aber gebracht hat es nichts weiter. Denn ich konnte meinen Mann nicht zwingen, was zu tun. Und das ist so, das ist Fakt.

    Es geht schlussendlich um dich. Du kannst mit ihr reden, ihr dein Sorgen und Ängste sagen. Und dann kannst du abwarten, was daraus folgt. Im Grunde genommen kannst du erstmal nicht mehr tun. Außer für dich selbst zu sorgen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Matrix,

    ich schließe mich Stern an. Ich musste das auch erst lernen um zu erkennen, wie toll klare Ansagen sind.

    Und wie hilfreich.

    Ich hab auch immer viel zu sehr mit Worten schon meine Unsicherheit und so ausgedrückt. Und mich gewundert, wenn nix passiert ist. Könntest, würdest du, eventuell, vielleicht... Das sind so ein paar Beispiele auf die der oder die Angesprochene gleich mal " nö, könnte ich nicht" sagt.

    Klipp und klar und deutlich, das wirkt Wunder. Und wenn das nicht hilft, Konsequenzen folgen lassen. Auch wenn sich das erstmal schlecht und komisch anfühlt, dass ist auszuhalten.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo SummerSun,

    ich hab damals meinem ersten Mann meine Verachtung, meine Wut, meinen Schmerz ganz oft in's Gesicht geschrien. Er hat nichts geändert, oft gekontert, es war einfach würdelos für uns beide.

    Erleichterung hatte ich dann, aber nur kurz. Denn der Strudel ging ja weiter.

    Er konnte nichts ändern oder wollte es nicht. Ich bin überzeugt, dass ihm mein Verhalten auch oft wehgetan hat. Also das, was ich ihm an den Kopf geworfen habe. Aber es ist nichts daraus erfolgt.

    Bis ich dachte, ich bin ohne ihn besser dran und er wahrscheinlich ohne mich auch. Aber zuerst mal ging es um mich. Denn so wie ich damals drauf war, mochte ich mich selbst nicht mehr leiden.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Zotti,

    sieh es mal so... du hast wirklich alles getan was du dachtest, dass es was bringt. Du hast da echt viel Energie reingesteckt.

    Aber es ist alles verpufft. Er ist einfach nicht in der Lage was zu ändern. Oder anzunehmen.

    Auf der anderen Seite,bin ich da,Enttäuschung,das er mich wegwirft

    Na klar, erstmal fühlt es sich so an. Ich hab das ja selbst auch so gespürt und es hat höllisch wehgetan. Was hab ich alles gegeben und zurück kam nix. Also nix, was ich als Anerkennung sehen konnte, eher kamen immer mehr Schuldzuweisungen, immer mehr Dinge, die mir wehgetan haben.

    Was du dir bewusst machen kannst und was mir immens auch geholfen hat ist zu erkennen, dass alles nichts mit dir zu tun hat. Es ist die Sucht, die den Menschen dazu macht. Und natürlich auch Persönlichkeitsstrukturen.

    Da hilft wirklich nur, das auf allen Kanälen zu blockieren. Das tut nochmal schwer weh aber es hört dann auch mal auf. Während der Schmerz nicht aufhören wird, solange er immernoch in deinem Leben rumspukt. Das merkst du ja gerade ganz deutlich was sein Auftauchen mit dir macht, selbst eine Email auslösen kann.

    Liebe Grüße Aurora