Hallo,
danke für die Urlaubswünsche 😊.
Ich hole ab und an mein gutes, altes Fädchen hier hoch. Ich kann von mir sagen, dass ich mich ganz gut rausgeholt habe aus dem Co-Leben. Meine Persönlichkeit ist noch immer eher so dass ich gerne helfe, es harmonisch mag usw. Aber ich sehe zu, dass es in guten Grenzen bleibt und ich nicht wieder abtauche.
Gelingt mir meistens gut aber ab und an übertreibe ich doch noch mit meiner Gutmütigkeit und meinem "Muddi-Sein". Wie gut dass ich meinen zweiten Mann habe, mit dem ich dann reden kann und der mich runterholt. Mich auch mal aufmerksam macht, wenn ich mal wieder übertreibe. Das ist aber dann auch nicht mehr diese Art der Coabhängigkeit wie in meiner ersten Ehe.
Wenn der Partner süchtig ist, ist es nochmal anders, finde ich. Weil der Süchtige noch andere Seiten anspricht. Dieses gefühlt Bedürftige, Hilflose in der Sucht. Die Verantwortung, die übernommen wird, die Verletzungen, die ich hingenommen habe, dieses Hin und Her zwischen Hoffnung, Angst, Hilflosigkeit und der Zwang, dass ich alles gut machen muss. Dieses grenzenlose Aufopfern um jeden Preis. Das ist nicht mehr da.
Denn ich lebe in einem trockenen Umfeld. Einen nassen Partner kann ich nicht haben, ich wäre da sonst nie rausbekommen, glaube ich.
Und darum schreibe ich hier noch. Um Mut zu machen, meine Erfahrung zu teilen. Ich hab mal gedacht, damals, ich hätte eben nichts anderes verdient und kann froh sein, überhaupt einen Mann zu haben. Heute weiß ich, dass das Bullshit war. Jeder hat ein gutes Leben verdient. Ich genauso wie alle anderen.
Aurora