Beiträge von Aurora

    Hallo Momo,

    dass du coabhängig warst hat ja was mit deiner Persönlichkeitsstruktur zu tun. So, wie Alkoholiker achtsam mit sich umgehen müssen, wenn sie zufrieden trocken sein wollen, müssen wir Cos das auch tun.

    Ich finde das super, dass du gleich reagieren konntest.

    Coabhängigkeit hat ja nicht nur was im Zusammenleben mit Alkoholabhängigen zu tun. Diese Verhaltensmuster können in jeder Form des Zusammenlebens auftreten. Ich hab da auch leider Erfahrungen mit machen müssen.

    Aber wichtig ist erkennen zu lernen, wenn/ wann solche Situationen auftreten. Dann auch in Aktion kommen zu können. Nicht mehr hängen zu bleiben. Sich bewusst zu sein, dass es eben iimmer passieren kann aber dass du handlungsfähig bist.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Jana,

    die Freundin ist echt unsensibel obwohl sie es wohl nicht böse gemeint hat. Aber kein Kontakt, keine Infos sind immer noch die beste Möglichkeit, Abstand zu bekommen. Sowas kannst du auch sagen, dass du sowas nicht hören willst. Es reißt doch immer wieder alte Wunden auf.

    Dein Herzklopfen wegen des Anwalttermins kann ich mir gut vorstellen. Mir geht es heute noch so, wenn ich mich überwinden kann und endlich für mich wichtige Dinge in Angriff nehme, habe ich das auch. Und nach dem Herzklopfen kommt Erleichterung und dann Stolz.

    Du kannst stolz darauf sein, das du diesen wichtigen Schritt für dich endlich machen konntest.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Ursula,

    Aber genau an diesem Punkt hänge ich gerade fest. Wie reagiere ich richtig.? Ich habe ihm gesagt das ich nicht bereit bin ihm bei seinem Selbstmord auf Zeit zuzuschauen. Das bin ich auch wirklich nicht.

    Das finde ich ganz wichtig, dass du das vor Augen hast. Und wenn nötig die Konsequenzen daraus ziehen kannst.

    Ich habe vieles von dem, was du beschreibst, auch mit meinem ersten Mann erlebt. Es ist eine Art Verhaltensmuster, denke ich, in dem abhängige Menschen gefangen sind. Wenn er mir gesagt hat: "ich trink nicht mehr, ich weiß es ja, alles wird gut" , dann hat er das in dem Moment auch wirklich so gemeint. Glaube ich.

    Aber beim nächsten Mal, wenn wieder Alkohol greifbar war, hat er zugegriffen. Wie automatisch.

    Ich finde es echt klasse, dass du hier so viel mitnehmen kannst für dich. Ging mir damals ähnlich und hat mir meinen Weg erleichtert.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Maiblume,

    außer mir haben es hier schon ganz viele Coabhängige geschafft. Meinen Weg findest du hier:

    Aurora
    7. Mai 2007 um 21:48

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und willkommen Maiblume,

    das, was du 1 Jahr lang gemacht hast, habe ich ca 15 Jahre lang gemacht. Und vorher schon oft mit meinem ersten Mann über sein Trinkverhalten gestritten. Ich bin daran fast kaputt gegangen.

    Ich fühl mich so schlecht, vllt tue ich ihm ja doch unrecht.

    Das habe ich sooo oft gedacht und immer wieder nachgegeben.

    Es ist gut, dass du die Reißleine gezogen hast.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo,

    Jana, na klar, es ist gut so, dass dein Weg sich gerade gut und fertig anfühlt. Das ging und geht mir ja auch so. Das sind immer Etappen, die wir geschafft haben. Darauf können wir stolz sein, denn der Weg ist halt nicht immer leicht.

    Danke, Gamani :)

    Aurora

    Hallo,

    liebe Jana, dankeschön für die lieben Worte. Es bedeutet mir immer so viel, wenn ich Rückmeldungen bekomme die sagen, dass mein Weg eine Anregung ist, es zu schaffen. Und der Mut macht.

    Fertig ist mein Weg ja noch nicht, das ist auch gut so. Denn das Leben geht weiter und es bleibt spannend.

    Aurora

    Hallo Jana,

    sooo viel, was hier geschrieben wurde und so wertvoll ist. Ich liebe meine, unsere Selbsthilfegruppe.

    Ich hab mich nach 26 gemeinsamen Jahren getrennt. Vor nun 17 Jahren.Unglaublich, dass ich mich das getraut habe. Denn in mir waren ja ganz ähnliche Gedanken und alte Muster, wie du sie auch bei dir beschreibst.

    Ich hatte noch ca 1 Jahr dauernd Kontakt zu meinem ersten Mann. Denn mit der Trennung wurde er nüchtern. Und nein, er war nicht mehr der, den ich geheiratet hatte. Ich glaube, er war noch nie der tolle Mann, den ich in den ersten Jahren in ihm gesehen hatte. Während der vielen Jahre, in denen er immer tiefer in die Sucht abrutschte, wurde auch sein wahres Gesicht immer deutlicher.

    Das fand ich garnicht mehr toll. Und als er dann nüchtern war, war er so, wie er auch als nasser Alkoholiker gewesen war. Nicht ganz so krass, Alkohol enthemmt ja auch. Aber er war eben nicht mehr der, den meine rosarote Brille mir vorgegaukelt hatte.

    Leider.

    Ich empfehle keinem, das nachzumachen. Dieses Jahr in dem ich wusste, ich will ihn nicht mehr, er tut mir nicht gut, aber trotzdem halte ich noch fest. Ein Mann, den ich nicht leiden kann ist besser als garkeiner. Ich hab mir damit keinen Gefallen getan, es hat mich unglaublich Energie gekostet und auch unfrei gemacht. Und es hat in ihm Hoffnung erzeugt die ich nicht erfüllen konnte und wollte.

    Nur aus Feigheit und Angst. Feigheit, für mich und meine Grenzen uneingeschränkt dazustehen, die schlechten Gefühle aushalten zu müssen. Und Angst, ihm Unrecht, ihm wehzutun. Lieber hab ich mir selbst Unrecht getan und mir wehgetan damit. Das war genauso schlimm wie der Trennungschmerz, vielleicht sogar noch schlimmer.

    Heute hatte ich echt ein extremes Tief und war wieder versucht mich bei ihm zu melden - bin aber froh, dass ich letztlich widerstanden habe.

    Darauf kannst du sehr stolz sein! Auch wenn der Druck groß sein kann es zu tun, tu es nicht. Ablenkung ist da gut. Es aushalten. Schreien, weinen, alles ist besser als nachgeben.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Jana,

    und erstmal herzlich willkommen.

    In uns Coabhängigen ist eine große Ambivalenz. Denn so wie du es beschreibst habe ich es auch erlebt.

    Ich habe solche Angst. Ich habe einerseits Angst, ihn zu verlieren und meine Ehe zu verlieren und andererseits Angst ein solches Leben weiterzuleben.

    Das ist sozusagen die Überschrift aus allem, was eine Beziehung mit einem Abhängigen bedeutet. Im Grunde genommen kannst du froh sein, dass dein Mann freiwillig gegangen ist. Meiner hat das damals nicht gemacht und somit habe ich mich dann getrennt weil alles nicht mehr auszuhalten war.

    Jetzt ist es wichtig, dass du deine eigene Grenze aufstellst und verteidigst, ihn nicht mehr reinlässt. Das ist eine schwierige Angelegenheit aber im Grunde genommen die einzige Möglichkeit, dass du zur Ruhe kommen kannst. Solange er nicht aus eigenem Willen und Ernsthaftigkeit was ändert, wird es immer so weitergehen.

    Wie ist es dir denn inzwischen ergangen?

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Lolli,

    das, was dein Mann da abzieht ist definitiv Nicht normal. Egal ob er Alkoholiker ist oder nicht.

    Ich wollte ihm aber nicht noch mehr Probleme bereiten. Er hat ja schon genug Probleme alkoholabhängig zu sein.

    Er haltst dir massive Probleme aus, übt Gewalt aus in Form von Ghosting, lässt dich zurück mit finanziellen Problemen, gibt dir alle Schuld und Verantwortung - und du möchtest ihm keine Probleme bereiten da er alkoholkrank ist? Meene Jüte...

    Es sind doch Dinge, die stehen dir einfach mal zu. Per Gesetz. Und die darfst du mit ruhigem Gewissen einfordern. Wenn du dir einen Anwalt nicht leisten kannst, kannst du Beratungs- und Prozesskostenhilfe beantragen.

    Informationen kannst du bei Beratungsstellen, z. B. der Caritas, Diakonischem Werk, ProFamilia, Sozialamt bekommen.

    Alkoholkrank zu sein rechtfertigt nicht sein Verhalten und es ist auch nicht typisch. Alkohol verändert den Menschen, das stimmt. Aber nach meiner Erfahrung kommen da die Dinge der Persönlichkeit zutage, die sowieso schon da sind.

    Liebe Grüße Aurora

    Liebe Locke,

    wow, das ist ein mutiger und guter Schritt, den du gemacht hast. Na klar bist du jetzt traurig, das ist doch eine normale Reaktion.

    Dass er dich beschimpft ist schlimm. Wenn es geht dann schalte ihn am besten auf allen Kanälen ab, also Handy und so.

    Die Idee mit der Telefonseelsorge ist gut, du kannst dich auch an die Caritas, Diakonie oder Suchtberatungsstellen wenden. Dort kannst du mit Menschen reden und Unterstützung bekommen. Und hier ist auch immer jemand da. Scheue dich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Du darfst das, es ist dein gutes Recht, gut für dich zu sorgen.

    Ich schicke dir eine liebe Umarmung

    Aurora

    Hallo Denisa,

    dass er nicht aufhören kann zu trinken hat garnix mit dir zu tun. Mit deinem Wert. Sondern einzig und alleine mit seiner Sucht.

    Sucht ist eine starke Erkrankung die sich in viele Bereiche erstreckt. Nicht nur der Körper geht da kaputt sondern auch die Seele, Lebensbereiche. Im Grunde genommen bleibt nach und nach das ganze Leben mit allen Facetten auf der Strecke. Denn die Sucht vereinnahmt den Menschen ganz vollumfänglich.

    Als Coabhängige wirst du da mit reingezogen. Darum ist das:

    Und ich bin wieder motiviert den minimalen Kontakt komplett auf Eis zulegen. Ich muss lernen zu akzeptieren das ich nichts dagegen tun kann und er mir immer und immer wieder ausbricht.

    für dich als Coabhängige die beste Lösung. Um was vom Leben zu haben. Das ist es, was du dir selbst wert sein kannst und darfst.


    Liebe Grüße Aurora

    Hallo koda,

    Familienkrankheit Alkoholismus - Sie betrifft alle Mitglieder der Familie und dann sehr nachhaltig.

    Ich lese hier so oft bei den Cos " die Kinder bekommen es nicht mit" aber das ist ein Trugschluss. Meine Kinder waren schon größer, fast erwachsen, als es so richtig losging bei ihrem Vater bzw dann süchtiges Trinken war aber sie waren trotzdem sehr davon betroffen. Das hat mir viele Schuldgefühle gemacht.

    Es macht mich sehr betroffen, das zu lesen

    Ich hab das nie ablegen können, und manchmal befällt mich urplötzlich eine Angst wie eine Attacke. eine Sekunde lang bin ich wieder Kind, und zu Tode erschreckt, da wo es am sichersten sein soll:Zuhause.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Iphigenie,

    ich bin zwar keine " Expertin", sprich Alkoholikerin sondern Co, aber bei deinem Beitrag hatte ich sofort das Wort " Trockensaufen" im Kopf.

    In alten Mustern und altem Verhalten stecken ohne direkt zu trinken.

    Ich habe das bei meinem ersten, alkoholabhängigen Mann gesehen. Der wurde nach meiner Trennung von ihm nüchtern. Aber er distanzierte sich nicht wirklich sondern kam auf Feiern mit, zum Beispiel, und saß da, wie gewohnt, zwischen genau denjenigen, die massiv tranken. Manches Mal hab ich bemerkt wie er sie beobachtete und wie seine Gurgel mitgehopst ist. Als würde er selbst schlucken.

    Muss jetzt bei dir nicht so gewesen sein, es fiel mir nur so ein. Dass du dann massiven Druck hattest, kann ich nachvollziehen. Aus dem, was ich bisher von Alkoholikern hier gelesen habe.

    Gut, dass du das überstanden hast, für deinen Erfahrungsschatz ist es allemal lehrreich gewesen.

    Liebe Grüße Aurora